Nro. 19. Karlsruher So nnab e nds i 8 Pag. 8 Z. Zeitung. den 1 Februar. 0 6. Mit Rurfürstlich Badischem gnädigstem privilegio. Innhalt Preßburg;. Türkische Armee in Bosnien. Triest. Würzburg; Räumung der Festung. Frank« siirt; Einrücken der Franzosen. Mannheim. Paris; Schreiben Kayser Napoleons an den Senat den Prinzen Eugen betreffend. Paris; Schreiben des Senats und des Tribunats an den Kayser. Straßburg. Haag; Rückmarsch der Franzosen. Venedig. U ngar n° preßburg, vom 16 Jan- Berichte von der türkischen Grenze sprechen von 6o,o°o Türken, die sich in Bosnien samnieln sollen, mn von da in Servien einzufallen, und die Insurgenten anzugreifen. Nur ist es bisher nicht die Sitte der Muselmänner gewesen, im Winter Krieg zu führen. Sie werden übrigens voniSeitcn der Jnstirgenten einen. hartnäckigen Widerstand finden. O estret ch. Triest, vom 16 Jan. Heute sind 12-Schiffe mit östreichischcn Truppen, Welche bisher die Inseln Ehiozza, Brondolo und St. Se- condo bei Venedig besezt gehalten, hier angekommen; auch haben wir noch 6,020 Franzosen, die aber nächster Tagen zu Wasser nach Venetianisch - Dalmatien abgehen, um dieses Land zu besehen. Durch Dalmatien stnd nun die Franzosen auch Nächbarn der Türken ge> worden. Wegen der ausserordentlich hohen Waarcnprei- se und der eben so thcureu Frachten herrscht hier ein beinahe gänzlicher Stillstand in den Geschaffen. Dgs Diskonto ist ans Mangel an baärem Geld bis aus. 15 Proccnt gestiegen. Von Seiten hiesiger Stadt ist auf alle ankommende Kommissionswaaren und transitirende Güter ein besonderer Jmpost gelegt worden, der zur Tilgung der gemachten Kriegsanlehen dienen soll. Die englischen Güter zahlen am meisten. Deutschland. Wirzburg, vom 24 Jan. Unsere Festung Marienburg ist seit vorgestern von den König!. Bairischen Truppen ganz geräumt. Die übrigen werden in diesen Tagen auch noch unsere Stabt verlassen. Frankfurt, vom 28 Jan. Heute sind sranzös Truppen hier eingerükt, und bei den Bürgern einguartiert worden. Mannheim, vom 32 Jan. Die französischen Truppen von dem Armeekorps des Marschalls Augcreau, die sich in den nachstgelegencn Hessen - darmstadtischen Ortschaften befanden, haben sich seit einigen Tagen weiter abwärts nach den Main- gcgenden gezogen. Von dem batavischen Truppenkorps unter Gen. Lieut. Dümoncea.» sind verschiedene Abteilungen zu Heidelberg, Weinheim re. angekommen. ( 84 ) Frankreich. Paris, vom 24 Jan. Mittwochs, den 22. Januar, kam der Senat, auf die Berufung F. D. des Reichserzkanzlers , in Gemäß heit des Befehls, den er von S. k. k. M. erhalten hatte, zusammen. S. D. ließ , nach einer gehaltenen Anrede, das Schreiben des Kaisers und Königs ablesen, das I. M. an den Senat gerichtetohatte. Hier folgt dieses Schreiben: „ Senatoren, der organische Senatus-Consult vom 18. Florcal 12 hat alles förgesehen, was auf die Erblichkeit der Kaiserkrone in Frankreich Bezug hat. „ Das erste konstitutionelle Statut unscrs Königreichs Italien, vom iy. Merz 1805, hat die Erblichkeit dieser Krone in unsrer direkten und ehelichen natürlichen oder adoptiven. Nachkommenschaft vestgcsetzt. »Die Gefahren, welche wir mitten in diesem Krieg gelaufen sind, und welche sich unsre Völker Italiens noch weit größer vorgestellt haben; Gefahren, die wir noch lausen können, wenn wir mit den Feinden kämpfen, Die Frankreich noch übrig bleiben, stoßen ihnen lebhafte Besorgnisse ein; sie genießen die Secnrität nicht, welche ihnen unsre gemäsigte und liberale Gesetze darbieten, iveil die Zukunft für sie noch ungewiß ist. Wir haben es für eine unsrer ersten Pflichten gehalten , diese Besorgnisse zu heben. »Wir haben uns daher entschlossen, den Prinzen Enge» , StaatsErzkanzler unsers Reichs, und Vicckö- mg unsers Königreichs Italien, an Kindcsstatt zu unfern, Sohn anzunehmen. Wir haben ihn, nach uns «nd unfern natürlichen und ehelichen Kindern, aus den Thron Italiens gerufen , und wir haben festgesetzt, daß, Wenn es unsrer direkten, ehelichen, natürlichen Nachkommenschaft , oder an der Nachkommenschaft des Prinzen Eugen, unseres Sohnes , fehle» sollte, die italienische Krone auf den Sohn, oder auf den nächsten Verwandten desjenigen Prinzen von unsrem Blut fallen solle, der, im ereignenden Fall alsdann in Frankreich herrschen würde. „ Wir haben es unsrer Würde gemäß geechtet, daß der Prinz Eugen alle Ehre genieße, die mit unsrer Kindesstatt-Annahme verbunden ist , ob sie ihm gleich nur auf dir ital. Krone rin Recht gibt, indem es unsre Willensmeinung ist, daß in keinem Fall, und in keinerlei) Umständen, unsre Adoption weder ihn , noch seine Nachkommen autonsiren könne, Ansprüche auch aus die franz. Krone zu machen, deren Erfolg unwiderruflich durch die Neichskoustitutionen bestimmt ist. „ Die Geichichte aller Zeiten lehrt uns, daß die Einförmigkeit der Gesetze der Kraft und der guten Organisation der Reiche wesentlichen Schaden bringt, wenn sie sich weiter ausdehnt , als cs entweder die Sitten der Nation, oder die geographischen Rücksichten erlauben. „ Wir behalten uns überdiß voft, durch anderweitige Verfügungen die Verbindungen zu erkennen zu geben, welche, unsrer Wiliensmeyaung gemäß, nach uns, unter allen verbündeten Staaten des franz. Reichs bestehen sollen. Da die verschiednen Theile, untereinander unabhängig, ein gemeinschaftliches Interesse haben, so sollen sie auch ein gemeinschaftliches Band haben. » Unsre Völker Italiens werden mit Fr-mdensbezeu- gungen diese neuen Beweise unsrer Sorgfalt aufnch- men. Sie werden eine Garantie des Glücks, das sie genießen, in der Fortdauer der Negierung dieses jungen Prinzen finden, der in so stürmischen Gelegenheiten, und insonderheit in diesen ersten sogar für erfahrne Männer so schwierigen Augenblicken durch Liebe hat zu regieren gewußt, und unfern Gesetzen hat wissen Liebe zu erwerben. „ Er hat uns ein Schauspiel gewährt, wovon jeder Augenblick uns lebhaft interessirte. Wir haben gesehen, wie er die Grundsätze, die wir uns hatten angelegen seyn lassen , seinem Verstand und seinem Herzen ein- zupragcn, solange er unter unfern Augen war, in neuen Ereignissen in Ausführung gesetzt hat. Wenn cs darauf ankommen wird, unsre Völker Italiens zn vertheidigen , so wird er sich gleichfalls würdig zeigen, dasjenige, was wir in der so schweren Kunst der Schlachten mögen Gutes gethan haben, nachzuahmen und zu erneuern. „ In demselben Augenblick, da wir verordnet haben, unser 4tes konstitutionelles Statut den 3 Kollegien Italiens milzutheilen, hat es uns unumgänglich geschienen , es keinen Augenblick aufzuschieben, Sie von den Verfügungen zu benachrichtigen, welche die Wohlfahrt und die Dauer des Reichs auf die Liebe und dar c 85 , Interesse aller Nationen aufbaut, aus denen es besieht. Wir waren auch überzeugt, daß alles, was für uns ein Gegenstand des Glücks und der Freude ist, weder Ihnen noch meinem Volk gleichgültig seyn können. Gegeben München , d. 12. Jan.'-1806. Unterzeichnet: Napo leon. Aus Befehl des Kaisers Der Minister StaatsSekretär: H.V. Marek. Ans den Vorschlag des Präsidenten, Hru. Francois von Ncnfchateau, wurde eine Commission ernannt, um eine Antwort des Senats abzusafsen, worinn er S. M. seinen Dank absiattc^ Morgen um y Uhr soll Liese Commission Bericht erstatten. Paris, vom 2z Jan. .Der Prinz Murat ist hier angckommen. — Am iy. biß ist das ordinäre Schiff, das von Honflcur nach Havre geht, mit allen Personen, die sich aus demsel- ^ ben befanden, zu Grund gegangen. Aus allen Gegen- den des Reichs treffen traurige Nachrichten über Ver- ! Wüstungen und UugiücksMe ein, welche seit mehrern I Wochen durch Stürme und Ueberschwemmungen angc- ! richtet worden sind. Den iA. Jan. war der Senat versammelt und genehmigte ein Schreiben an S. M. der Kaiser und König, das ihm von der ernannten Kommission vorgelegt wurde. Es enthalt den Dank des Senats über die gemachten Mittheilungen und seine Glückwünsche wegen der Heirath des Prinzen Eugen mit der bayerischen Prinzessin. ' Das Tribunat hat auch ein Schreiben an S. M. erlassen, um derselben wegen der erwähnten Heirath seine Glückwünsche abzuffattcn. Hr. Villentrcys, Stallmeister S. M. des Kaisers und Königs, ist von S. M. ernannt worden, um II. kk. und kk. HH. den Prinzen Eugen und die Prinzessin Augusta bis an die Grenzen des Königreichs Italien zu begleiten. Viele Truppen von der Nordarmee sind in Brüssel erwartet. Fünf bis 6oos Mann bleiben in dieser Stadt ln Garnison. Am 18. Jan. kamen zoo östr. Gefangne zu Bordeaux ^an. Sie waren van der Armee des Erzherzogs Karl. Der damische Minister, Hr. von Cetto, hat am 23. ein Fest gegeben, um die Heirath des Prinzen. Eugen mit der Prinzessin Augusta zu feyern. Die Regierung hatte zwey ehemalige Rittmeister nach Spanien geschickt, nm eimge der schönsten Zuchthengste, zu kaufen. Sie fanden aber keine in ganz Andalusien als nur in den Marställen des Grafen von Altamlra der aber nie keine verkauft. Der französische Gesandte schrieb an den Grasen und schlug ihm einen Tausch, gegen schöne französische Pferde vor. Der Graf wollte keinen Tausch annehmcn, ließ aber sogleich 12 seiner schönsten Pferde nach Madrid kommen, und lud die beiden Rittmeister ein, sie zu besehen. .Acht davon gefielen ihnen ganz besonders. Sogleich befahl der Graf, sie ihnen zu übergeben. Sie wollten sie nicht annehmen, und weigerten sich von seiner zu großen Freigebigkeit Gebrauch zu machen, da er durchaus weder andere Pferde dagegen annehmen, noch von einer Bezahlung etwas Horen zwolite. Da sie auf ihrer Weigerung bestunden, so besah! der Gras, daß diese 8 Pferde auf seine Kosten nach Frankreich geführt werden sollten. Er kündigte zugleich an, daß er dieses Geschenk alle Jahr wiederholen würde so lange man es nützlich achtete. Am 8. Jan. sollen 40,000 Mann sranz. und ital. Truppen, unter den Befehlen des Gen. St. Cyr in das neapol. eingerückt seyn. Die Servier befinden sich in einer kritische» und schwierigen Lage. Sie belagern Belgrad, und wissen daß, bcym ersten Vorthelle über die Belagerten, die Türken ln dieser Vestung alle christliche Einwohner ermorden. Von der andern Seite marschirt eine zahlreiche türkische Armee gegen sie an. Auch Paßawandogln regt sich wieder, man sagt aber, er ziehe seine Truppen an der russ. Grenze zusammen. Straßburg, vom 2y Januar. Am Sonnabend, den 25 Januar, zwischen drey und vier Uhr Morgens, reisten II. kr. kk. MM. durch Nancy. Man hatte Triumphbögen errichtet, Beleuchtungen veranstaltet, und eine Ehrengarde gebildet, welche II. MM. von einem Ende des Gebiethcs der Stadt . Nancy bis zum andern geleitete. Heute kamen die vier prächtigen Grenadier-und Jä- SerRegi»,enter der kaiserlichen Garde hier an.. Die Einivvhüer keeiferten sich, diesen braven Truppen, die sich so rühmlichst bei) Austerlitz ausgezeichnet haben , jeder nach feinem Vermögen, die Achtung zu bezeugen, welche ihre Tapferkeit einflößen muß. Wir haben gemeldet, daß II. MM. zu Fuß über die Nheinbrücke gegangen sind. Eben erfahren wir, daß die hiesigen Frachtschiffe aus eigener Bewegung achtzehn Steuerleute, als Matrosen, gekleidet, in sechs Booten' vertheilt an die große Nheinbrücke gestellt hatten, um bcy einem sich ereignenden Unfall sogleich Hey der Hand zu scyn. Sie sind es auch, welche auf eigene Kosten ein großes Frachtschiff gegen dem kaiserlichen Pallast über illuminiert und mit. Sinnbildern geziert haben. H o t t a n d... Haagvom 23 Jan. Die Granz - Departements unserer Republik vorzüglich Geldern, die seit einiger Zeit mit Truppen überlegt waren, empfinden bereits die glücklichen Wirkungen der in den öffentlichen Angelegenheiten eingctrete- nen Veränderung. Die Einstellung der Feindseligkeiten in dem nördlichen Deutschland, die schnell auf die Herstellung des Friedens im südlichen Theiie dieses Reichs gefolgt ist, hat die Auflösung oder Dislokation der auf den batavischen Granzcn zusammengezogcncn Armee erlaubt. Ein großer Theil der sranzös. Truppen, die zu dieser Armee gehörten, hat schon den Rükmarsch nach Frankreich angelretcn. Andere sranzös. Truppen- kerps so wie auch ein Theil der batavischen Truppen von der Nordarmee, kehren in das Innere der Republik zurück. Die bei der großen Armee gestandene Division ba- tavischer Truppen unter den Befehlen des Gen. Lieut. Dumonceau wird gegen Ende Februars in unserer Re- xublick zurükerwartet. Italien. Venedig, vom 16 Jan. Gestern hat hier der kais. östr. CivilCommiffar,> Baron Noffetti, Folgendes durch den Druck bekannt gemacht: „ Da kraft des zwischen Sr. Maj. dem Kaiser von Deutschland und Lestreich und Sr. Maj. dem Kaiser der Franzosen und König von Italien gm 26. des v. M. zu Preßburg abgcschloßnen Friedens die venktianischen Provinzen dem Königreich Italien einverleibt werden, , so wird hiemit dem Publikum an- gczeigt, daß die Truppen Sr. Maj. des Kaisers der Franzosen und Königs von Italien innerhalb der nächsten z Tage von dem Land, und am ib. Jan. von der Stadt Venedig Besitz nehmen. Au diesem Tag hören die Funktionen der bisherigen kais. östr. Landesregierung auf. Hiernach mögen sich also die Einwohner des venctianischen Gebiets genau richten. Iuridrsches Magazin insbesondere für die Rur- vadtschen Lande, berausgegeben von L. L. Baurtltel (Stadtdirektvr in Heidelberg) 2tes Heft gr. 8 . 1 fi. 20 kr. Wovon das ite Heft mit so allgemeinem Beifall,- ausgenommen worden, ist so eben erschienen, und enthalt über die sich nach seinem Plane erstrebende Facher,- die interessanteste Abhandlungen, die gewis für jedem Kurf. Badischen Staatsdiener und Beamten von bleibender Wichtigkeit sind, und deswegen jenen, weicht noch nicht im Besitze desselben sind, empfohlen zu werden verdient. — Es ist sowohl dieses , als auch noch das ite Heft in Unterzeichneter Verlagshandlung so wie ^ in allen Buchhandlungen zu haben. Tobias Löffler in Mannheim- Ist ebenfalls in Macklots Hofbuchhandlung ln Carls- ruhe zu haben. Carlsruhr. Bey Elias Wormser in der Herrn- Gaß sind auf die künftigen Bälle VenetiancrMäntel-. Masqucn und Handschuhe zu haben. Larlsruhe. (Logis.) In der Frau Rath Hcnnig ihrem Hauß am Linkenheimer Thor steht ein Logis zu vermiethen, besteht in Stub, Kammer, Küche, Keller, Holzplatz, und kann aus den 23. April bezogen: werden. Carlsruhe. (Pferd Versteigerung.) Dienstag d. 4-. Febr. Vor - und Nachmittags, an den gewöhnlichem Stunden, wird die öffentliche Versteigerung einer- beträchtlichen Anzahl reducrrter Armee-Fuhnvestns -Pferde, die sich in einem noch unverdorbenen Anstande in den neu erbauten Kavallerie-Ställen , unweit dem Durlacher Thor, befinden, aus dem Platz selbst, in der bisherigen Mase, fortgesetzt werden. Verkündet auf Befehl Kursürstl. KriegsCollegii d. 30. Jan. 1 Lok