Mo. 54. Pag. 227. Karlsruhe Freitags. i 8 WHM WS Zeitung. Ven 4 A P t t l. 0 6. Mit Rurfürstlich Badischem gnädigstem privilegio. Innhalt. Hamburg. Hannover; Abzug der Franzosen aus Hameln. Augsburg; Die Franzosen besetzen die Oettingijchen Lande. Artillerie und MunitionsTransport. Stuttgardt. Carlsruhe; Rückreise des Grafen von Haugwitz nach Berlin. Berlin; Friedliche Gesinnungen Rußlands. Londen; Angekommner französis. Parlamentair. FriedensTöne aus Frankreich.Neapel; Kriegsvorsalle in Calabrien. VolksUnruhen. Nom. Petersburg; Bericht des General Kutusow über die Schlacht bey Austerlitz. Vermischte Nachrichten. Deutschland. Hamburg, vom 21 Merz. Nachrichten aus Ratzeburg, vom 17. d. enthalten folgendes: »Am letzten Freitag geruhten Se. Mas. der König von Schweden einer Deputation der Freimaurerloge» in Hamburg, die unter der Konstitution der grossen Loge der Freimaurer von Dcukjchland in Berlin stehen, eine Audienz zu »erstatten. Die Deputaten hatten sich an diesem Tag eingefundcn, und wurden nuf das huldreichste empfangen, und nachher mit der Versicherung der kvnigi. Gnade und des Andenkens an diese Aufmerksamkeit der Freimaurerbrüder in Hamburg, die unter der Konstitution der grossen Loge der Freimaurer von Deutschland in Berlin stehen, erlassen. Hannover, vom 26 Merz. Die ganze bisherige srazös. Besatzung von Hameln ist nun abgezogen, und hat sich in 2 Kolonnen nach dem Niederrhein in Marsch gesezt. Augsburg, vom 27 Merz. Gestern ist das Ate französ. Husaren - und das rote Jägerregiment zu Pferd hier angekommen; beide gehören zu dem Korps des Marschalls Ney, dem sie auch, in die Gegend von Stockach folgen. Vor dem hiesigen Wertachbrucker - Thor steht noch ein Park von einigen tausend theils französischen, thciir östreichischen Kanonen, Haubitzen, Mörsern, Muni- tionswagen, die in einzelnen Abteilungen nach Strasburg geführt werden. . Der König von Baiern hat den bisherigen französischen Stadtkommandanten von Augsburg, Gen. Rene^ der neulich auch die hiesige Stadt und die Markgras- schaft Burgau im Namen seines Kaisers an Baiern übergab, mit einer bedeutenden Summe Geldes und einer Dose, aus der sich oben eine Krone mit Diamanten von mehr den izo Karolin an Werth befindet , beschenkt. Augsburg, vom Ly Merz. Heute sind schon mehrere Abteilungen östreichischer Kriegsgcfangnen, welche aus Frankreich zurückkon»- men, hier öurchmarschirt, um sich nach Oestreich zu- rückzubegeben. Auch in den öttingischen Landen sind gegen yooo Mann von dem franz. Armeekorps, aus der Gegend ( - 2 ? ) von Ingolstadt und Neuburg kommend/ vor etlichen Lagen eingernckt. — Eben so sind auch in den hohen- lohischen Landen Truppen jenes französischen Korps eingernckt. ^Augsburg, voM/Zo Merz. Heute ist der letzte Transport des grossen Parks von franz und vstr. Artillerie, Mnnitionswägcn re. welcher seit einigen Wochen vor hiesiger Stadt stund, , nach Strasburg abgegangen. Es wurden zu dessen Fortschassung mehrere avOQ Pferde aus dem benachbarten Baiern und Schwaben requirirt. — Das auf der Donau heraufgcgangne schwere östr. Geschütz wird zu Donauwörth ausgeschifft. — Die grosse franz. Waffenstattc, welche seit Z Monaten in dem hiesigen geräumigen Zeughaus angelegt war, ist .seit gestern gleichfalls aufgehoben, und die darinn angestellten Arbeiter kehren nach Strasburg zurück- ostreich. Musketen, die in besagtem Zeughaus liegen, bleiben der Disposition des Königs von Baiern überlassen. — Zwischen dem 7. und rc>. April wird das Armeekorps des Marschalls Soult, welches gegenwärtig in und bey Landshnt liegt, hier erwartet. Der Gcueralstaab und Zooo M. kommen in die Stadt. Es macht mit der Besatzung von Braunau, welche am z. April aufbricht, den franz. Truppenmärschen durch unsre Gegend ein Ende. — In der hiesigen protestantischen St. Ulrichskirche liegt ein grosser Vorrath von Zwiback, welcher, wenn der Preßburger Friede deni Krieg kein Ende gemacht hätte , auf der Donau der grossen franz. Armee nachgeführt worden wäre. — Privatbcrichten aus München zufolge, werden vermuthlich künftigen Lsterdienstag Ihre kvnigl. Majestäten von Baiern von dort durch das Tyrol nach Mailand abreisen. Skuttgardt, vom 2 April. Von dem aus mehreren Divisionen bestehenden, Französischen ArmeeKorps des Marschalls Davoust, das seit dem 24 Merz auf seinem .Rückzug aus Oestreich und -Baiern nach dem Rhein vor einigen Tagen in dasOet« tingische, Hohen!vhische,s Ellwangische, Hallische rc. Vebiet eingerückt ist, kam am 28 und 29 Merz der Marschall Davoust selbst mit seinem GcneralStaab wach Eklwaugcn. Am 29 wurde eine ziemlich grosse Reküe in der Nähe der Stadt Ellwangen, auf de« Wiesen unweit der Zaxt., gehalten. Es waren einige tausend Mann aus den benachbarten Dörfern, wo sie lagen , dazu beordert worden. Carlsruhe, vom 4 April. Gestern sind Se. Excellenz der Königlich-Prcuffische Staatsminister Herr Graf von Haugwitz auf ihrex .Rückreise von Paris nach Berlin hierdurch passiert, p r e u s s e n. Berlin, vom 25 Merz. Seit der Zurükkunst des Herzogs von Braunschwcig aus Petersburg versichert man hier, per Petersburger Hof sey aufs friedlichste gestimmt, und ganz geneigt, vorläufig Napoleon als Kaiser von Frankreich und König von Italien anznerkenncu >Es sollen svgqx mehrere Punkte unterzeichnet worden scyn, die einem allgemeinen Frieden.sSchlnß zur ..Grundlage, diene« solle«. Engl a n d. London, vom 20 Merz. Man liefet heute im Times folgendes: »Die Nachricht von der Ankunft eines franz. Parlamentärs W Louvres hat gestern eine große Sensation in der Stadt gemacht. Wir haben darüber folgendes in Erfahrung -gebracht: Das.Transportschiff war ein bloßes Fischerschiff von Boulognr, es .erschien gestern Morgen -7 .Uhr im Angesicht von Dsuvres. Der Kapitän Mat- son Befehlshaber der Fregatte, die Venus, hat die Depeschen dem sranzös. Offizier,, dem sie anvevtraut worden waren, abgenommewi sie sind dem Admiral .Halloway nach Deal gebracht worden; der Offizier ist, nachdem er einen Empfangschcin darüber erhalten hattf, sogleich wieder nach den französischen Küsten abgesegelt. Während die Neugierde .der Einwohner von Deql durch diese Depeschen in hohem Grade gereizt wurde, sah man den Kutter, den Nil, ankommcn, worinn sich der Kommandant Johnsons fn Begleitung eines sranzös. -Staabsoffiziers, befand. Sie giengen ans Land, stiegen in dem Wirthshause zu denz Königen ab, und nachdem sie einige Rafraichissements zu .sich genommen hatten , begaben sie sich zum Adm. Halloway. Jener fran- zös. Offizier war auf einem Lougre von Gravelines ge' koinmcn, und von-em Kutter , der Nil, an Bord genommen worden. Er war vy« mehreren Offizier^« ( 22Y ) begleitet, sowohl von der Marine, als von der Armee, itnker weichen die Kapitäns Owen und Matsou sich befanden. Diese Nachrichten sind völlig richtig ; allein ^ wir dürfen wohl nicht erwarten., daß die Ankunft jener Offiziere als der Vorbote von Friedense.röffnnngen von Seiten Frankreichs angesehen werden könne. Gestern kam der König von Windsor in die Stadt, i wo er im Pallaste der Königin abstieg. Kurz nach seiner Ankunft gab er den H rzvg.cn von Jork und Kent Audienz; er hielt alsdann ci» Konseil, nach dessen Ve- j >endigung er eine lange Unterredung mit Hrn. For hatte. Die Freunde des Friedens bringen diese .Unterredung -mit den ans Frankreich cingegangenen Depeschen i» ^ Verbindung, die nach ihnen,, was auch einige Jour- z .nale dagegen sagen mögen , friedliche Eröffnungen i enthalten Daß diese „Meinung so ziemlich aüge- .mein verbreitet ist, beweißt das seitdem statt gehabte -Steigen der öffentlichen Fonds, das um sobeinerkens- -merthcr ist, als zu gleicher Zeit die Regierung Unterhandlungen wegen eines sehr beträchtlichen Anleihens <(man sagt , von mehr als 25 Millionen Pf. Sterl.) ^ eröffnet hat. , iGesicrn sind Depeschen von Sir James Craig hier t .angckommen. Dem Vernehmen nach beziehen sich die- -srlbcn aus deo Abzug der engl, uad ruff. Truppen aus Neapel. Man glaubt, daß diese Truppen nun zur Vcrtheidigung Siziliens werden verwendet werden, .wenn anders die Franzosen .einen „Angriff dieser Insel ^ersuchen sollten. Italic n. .Neapel, vom .11 Merz. Die hiesige Zeitung meldet folgendes : Ohngeachtet der Festsetzung einiger Volksaufwiegler, und Trotz der liebevolle» Ermahnungen des kais. Prinzen Joseph zur Ruhe, dauern die thörlchten Bewaffnungen doch fort. Se. kais. HM haben deswegen dem Marschall Massen« den Befehl ertbeilt, überall, wo es nothwendig ist , Wilitärkommissionen zu errichte». Wer mit den . Waffen in der Hand ergriffen , wer auf Diebstahl, Meuchelmord und Aufwieglungen ertappt wird, erhält von diesem Gericht sogleich nach 24 Stunden seine Strafe. — Nach Portici, Nestna, Pontrcello re. sind mobile Kolonnen zur Erhaltung der öffentlichen Ruhe abgegangeu; von diesen werden die Einwohner entwaffnet. Da die Festung Gaeta fortdauernd der Schlupfwinkel aller Aufrührer ist, so soll sie nun re- gelmasig bclagctt werden. — Ja Kalabrien haben die Kriegsoperatione,! bereits angcsangen, wie folgender offizieller Bericht ausweißt: Am 6. d. kam die Avantgarde vom Korps deö Gen .Rcqnier beym Fluß Sil» an. Der Feind hatte die Brücke abgeworfen, und hinter demselben viele Infanterie mit 2 Kanonen ausgestellt. Allein die Franzosen setzten durch den Fluß, schlugen den Feind in die Flucht, verfolgten ihn bis Lago ncro , machten viele Gefangne, eroberten r Fahnen, z Kanonen, viel Bagage, die Kaffen vo» fvon verschkdnen Regimentern, Lebensmittel re. Rom, vom iZ Merz. Der Prinz Borghese ist, ans Paris kommend, hier durch nach Neapel gerecht. — Der heil. Vater hat seit einigen Tagen schnell hinter einander 2 geheime Kongregationen in Gegenwart alter Kardinäle gehalten. Russland. Petersburg , vom 8 Merz. Folgendes ist der wörtliche Jnnhalt des von der .Hofzeitung bekannt gemachten ausführlichen Berichts des Gen. von der Infanterie Golemschischem Kutusow über die Schlacht bey Austerlitz: „ Da Ew. kais. Maj. in der bey Austerlitz am 2. Dcc. des verwichnen Jahrs l8gZ mit den Franzosen statt gehabten Schlacht Selbst gegenwärtig gewesen, so habe ich es nicht für nöthig gehalten, Ew. Mas. einen vorläufigen Bericht über die Hauptumstande dieser Schlacht einznscnden, weck ich Ew. kais. Maj. in der Folge, nach Erhaltung aller dazu nöthigen Berichte, eine umständliche /Relation überreichen wollte. Allein die seit dem Tag dieser Bataille unaufhörlich fortdauernde Bewegung der Truppen, hat es mir nicht erlaubt , selbige bis itzt nach allen Umstanden zu sammeln. Da ich aber itzt den größten Theil dieser Nachrichten erhalten habe, so eile ich, Ew. kais. Maj. die Beschreibung der Schlacht bey Austerlitz zu übersenden. Nach den ge- nommneu Maaßregein zur offensiven Operation unsrer Armee marschirte die Avantgarde unter dem Kommands des Gen. Lieuk. Fürsten Bagrgtion am 26. Nov. in z ( 2Z0 ) Abheilungen nach Wischau, welches 4 feind!. Kaval- leriereg. besetzt hatten. Die eine Abheilung marschirte auf der grossen Straße, und die beiden andern folgten auf beiden Seiten derselben. Der Feind, welcher sah, daß Fürst Bagration die Absicht hatte, ihn in Wischau zu umringen, verließ unverzüglich diese Stadt. Vier Eskadron Husaren und 2 Kosackcnrcg. attakirten, auf erhaltnen Befehl, den Feind, welcher jedoch , unbeachtet ihm fast die ganze Kavallerie zu Hilfe geeilt war, in der größten Eile retirirte, obgleich er den Unsrigen an Starke weit überlegen war. Er ward Verfolgt, gedrückt und bis nach Rausnitz zurückgetrie- ben, wo er neue Truppen an sich zog. Als Fürst Bagration mit der Avantgarde daselbst angekommen war, stellte er selbige auf den Anhöhen in Schlachtordnung, und durch die Wirkung der Artillerie brach, -- Lpon .. ...... . — 77 Leipzig ......... — 99 L Bremen ..... k. Sicht. 109 — Mel . . . , .k. Sicht. —— 8 er tri 4 5 A> «> ft T k st E u dl ft d k> l- r. u r> n K