Nro. ?l. Pag. 291. Karlsruhe r Sonnabends - 8 WKW Zeitung. den z M a y. 0 6. Mit Rurfürstlich Badischem gnädigstem privilegio. Innhalt. Lanenburg; Ei'nrückcn der Preuffen und Widerfezen der Schweden. Hamburg. Augsburg; Verlängerter Aufenthalt der Franzosen. Paris; Darstellung dessen, was zur Uebcrgabe der Mündungen von Cattarv an die Nüssen und Montenegriner geschehen ist. Lvuden; Embargo auf Hainburger Schiffe. Neapel; Italiänische Tücke. Venedig; Rußischr Fregatte nimmt ein österr. Schiff. De u t f ch I a n d. Schreiben aus dem Laucnburgischen, vom 2z April. Gestern Nachmittag wurde die Stadt Lauenburg von etwa yo Mann König!. Preuß. Truppen, theils Ca- »allerie, theils Infanterie, besetzt, welche heute Lau- rnburg aber wieder verlassen haben, wogegen eben so viele andere wieder eingerückt sind. Auch Ratzeburg und andere Platze und Gegenden des Laueiwurgischea find von den Preußischen Truppen , besetzt worden. ^ Dey dem Zurückziehen aus unserm Lande haben sich die Koni gl. Schwedischen Truppen bey einer voraefal- lenen Nencontre tapfer vertheidigt, worüber die offici- ellen Berichte zu erwarten sind. I Hamburg, vom 25 April. Bey Zarentin ohnfcrn von Scharcnsee da wo die Schleusen sind, ist es am LZ. Mittags 12 Uhr zwischen de» im Lauenburgischen vorgerückten Preußen, und der Schwedischen Kavallerie zu einer blutigen Action gekommen- Die 'Preußen haben durch das l Schwedische Kanonenseuer etwa 12 Mann und l Offizier eingcbüßl, nachdem sie die Schweden zuerst euga- girk, mehrercinale angegriffen und bis zu jener fatalen veste» Position am Scharensee verfolgt hatten. Augsburg, vom 27 April- Verschiedene Anstalten scheinen wieder einen verlängerten Aufenthalt der sranzos. Truppen in unsren so höchst erschöpften Gegenden anzukündigen. Auch heißt es, daß die aus dem Rükwege nach ihrer Hcimath befindlichen Kolonnen östreich. Kriegsgefangenen neuerdings wieder angehalten worden wären. Der noch immer zu München befindliche sranzös. Kri'egsminister Detthier, nunmehrige Fürst von Neuschatek, hatte vor ohngefahr 8 Tagen Befehl gegeben, seine Feldegulpage emznpack- en; vor einigen Tagen wurde sie aber wieder ausgepakk. Frankreich. Paris, vom 2z Aprl. Darstellung dessen, was zur Uebergabe der Mün, düngen von La-raro an die Russen u. Mon. lenegrtner geschehen ist. Am iy Fcbr. find die Generäle Molitor, Dümas und der H. Marchese von Ghisilieri, als General-Kom- miffair Sr. Majestät des Kaisers von Deutschland und O-.streich für die Uebergabe Dalmatiens und der Mündungen von Lattaro, in Zara angekvmmen. Ais hier H. v. Ghifilieri von der Aufforderung hörte die vom Commandanten der russischen Eskadre an ( -9Z ) Apn Commandanten der östreichifcheu Truppen gemacht worden sei, erklärte er, daß er diese Aufforderung als beschimpfend für seinen Sonverain ansehe, und schlug vor, sich sogleich nach Cattaro zu begeben, was von den Generalen genehmigt wurde. Am 25 oder 2H Februar begab er sich wirklich dahin Während dieser Zeit ließ der General Molitor seine Truppen nach Cattaro ausbrechcn, und nahm zu Vc- sch'einigung des Marsches die zwekmässigsten Maasre- gcln. Am 7. Merz, stand er an den Grenzen der Republik Ragusa, zwei Märsche von Castelnuovo, dem ersten festen Plaze dieses Gebiets; als er horte, die Forts von Cattaro seien am 4 Merz den Russen und Montenegrinern übergeben worden. Es ist notorisch, daß der östrelchische Commandant und der Herr Marchese von Ghisilicri nicht die mindeste Protestatwn bey dem russischen Commandanten gemacht haben, als die russische ESkadre in einen Haven einlief, der ihnen zugchörte, und wo sie die Franzosen erwarteten, welche sic, ohne nirgend einen Avis, der Gefahr aussezten, dem Feind in die Hände zu fallen, während dem sie in den Hasen ihres Freundes einzulaufcn glaubten. Eben so notorisch ist es, daß der östrcichische Commandant und H. v. Ghisilicri nicht die mindeste Maasregel ergriffen haben , den Uebcrsall der Montenegriner zurückzutreibcn, sie müssen auch sic als ihre Mitten angesehen haben. Die östr. Offiziere, welche die Garnison der festen Plaze von Cattaro ausmach-cn, haben gegen daS fVer« fahren des östreichischen Commandanten, die Plaze den Russen zu »' ergeben, protestirt; einige von ihnen sind sogar deswegen in Arrest gekommen, und von ihren Cammeraüen reklamirt worden, weil sie gegen diese Entschließung sich stark ausgedrückt hatten; und dies noch vor der Ankunft des H. Marchese v. Ghisilicri. Als dieser Commissar ankam, und die Offiziere darauf bestehen sah, daß man das Fort nicht übergeben, , i.d gegen jeden Angriff sich vcrtheidigen soll, gab er, vermöge höherer Befehle, wie er sagte, die Ordre, alle festen Plaze und das Gebiet der Mündungen von Cattaro den Russen zu übergeben. Der General Vrady, Gouverneur in Dalmatien u. Albanien, hatte, sobald er von dem Friedensschluss« Nachricht gehabt, die Ordre abgehcu lassen, im Fall einer Aufforderung es bei Peotestationen bewenden zu lassen, und den russischen Truppen die Plaze zu übergeben. Diese O-dre hat er wiederholt, damit sic den russischen Agenten nicht unbekannt bleibe; der östr. Commandant zu Cattaro hat es ihnen wissen lassen, daß er eine solche Ordre erhalten habe. Diese, nachdem sie den russischen Commandanten zu Corfu nicht dazu bringen konnten, ohne eine Ordre seines Hofs zu Han« deln, vermochten die unter dem Commando des H. Henry Bayle (eines Engländers) stehende russische Es- kadre, in die Mündungen von Cattaro eiuzulausen. Kurz, die festen Plaze von Cattaro sind durch eine kleine Anzahl von Russen, und ungeschr 1502 Montenegriner besczt worden. Die vstreichischc Garnison bestand aus zwei Bataillonen vom Regiment Thurn, zusammen 1522 Mann. Die Einwohner seufzen unter den Bedrückungen die sie zu leiden haben. Es ist zwischen ihnen und den Montenegrinern bereits zu Tätlichkeiten gekommen. Die Hauser von Cattaro sind verwüstet und ausgeplündert worden. Das ist der blühende Zustand, in welchem der H. Marchese vonGhisiiieri, dem Preßburger Friedenstrac- tat gemäß, Sr. Majest. deiM'Kaiser der Franzosen?, und König von Italien, die Mündungen von Cattaro überlassen wollte. Zara, 26. Merz 1806. In dem Schreiben an die Offiziere sagt Hr. Ghisilicri : Erstlich, nicht auf die Aufforderung eines Feindes seines erlauchten Herrn, und noch weniger auf das Begehren der Montenegriner, mit denen er nicht einmal in Unterredung getreten sei, sondern aus die wiederholte Summation eines russischen Kommandanten habe er die Parkhei ergriffen, die Truppen Sr. kais. Maj. aus dieser Provinz zurükzuziehen; und folglich nur allein auf den ausdrüklichcn Willen einer Mitten ». befreundeten Macht, gegen welche, nach ganz gemessenen höher» Befehlen, man sich keine andere Mittel erlauben solle, als Deklarationen und Protesiationen und nie eine bewaffnete Vcrthcidignng. Ich bin, sagt er zweitens, mit dem russischen Kommandanten zu keiner Kapitulation gekommen, die ich nie, ohne die Ei»- t 206 ) Aülligung des Mlilairs würde geschlossen haben7 sondern i h habe mich darauf beschränkt, die löthigeu P o- itestakionen und Dcelaration n zu machen, um unser» Hof geizen alle Beschwerden von Seiten d r Franzosen zu deken, u. die Achtung zu sichern,, welche u, alle« Umständen der Flagge und den Truppen Er. Mas. geführt. Sie sehen hieraus , daß die Parth i, d:e ich gcnviumkn habe , bloß politisch und die einzige ist, die mir die Umstande erlaubten, und im mindesten keine militairische Maaßrcgel ; dis soll sic beruhigen re. In dem Schreiben an den Hrn. Gr.. Molitor, Gouverneur von Dalmatien und A.ba ie», N. Z. sagt Hr. Ghisilieri: »Ebendieselbe Gründe, die mich bewogen hatten, vor den Truppen, welche die Cattaro» Mündungen besetzen sollten, vorauszugehen, zwangen mich, die Truppen meines erlauchten Herrn zurückzu» ziehen, nicht sowohl um einer muthvuien Garnison, die nicht mehr begehrte, als sich zu schlagen, neue Gefahren zu ersparen, als um eine Provinz, die bereits ein Eigenthum Sr. Maj. des Kaisers der Franzosen, Königs von Italien ist, von der Plünderung und ihrem gänzlichen Ruin zu bewahren. Die Wuth, mit welcher die Montenegriner, die ihr Metropslist in gc- sammtrn Ausstand gesetzt hatte, die Provinz bedrohten , und der Enthusiasmus, den diejenigen Einwohner der Mündungen mit ihnen thciltcn, welche sich zum griechischen Gottesdienst bekenne», und z Vierthcile der Bevölkerung ausmachen, setzten seit einiger Zeit daL Gouvernement in Unruhe, als ein russ. Geschwader, das am 27. Febr. zu Portcrose die Anker warf, die wenigen Mittel, die man anwcudcn konnte, um die Absichten der Montenegriner zu vereiteln, noch lähmte. Der 28. Febr. der erste und 2. Mer; wurden angewandt, die Provinz mit einigen iooo Montenegrinern , welche durch die Einwohner von Zuppa, Cvmmoni und Pastrovicchio noch verstärkt waren, zu überschwemmen; und da diese Horde schon in der Fassung war, die Plätze, welche die vstr. Truppen be - wachte», anzugreifen, forderte der russ. Kommandant am z. Mer; den Gouverneur von Cattaro auf, alle Platze abzutrctcn, oder sich für einen Feind Sr. Maj. des Kaisers aller Reussen zu erklären, und wiederholte mir dieselbe Summation den andern Lag, mit einem peremtorischen Termin von einer Viertelstunde, immer im Gesolg des Grundsatzes, daß die Mündungen dcS Cattaro schon stanz. Gebiet seyen, seitdem die zur Besizung durch stanz. Truppen bestimmte Frist von r Monaten verstrichen war. In einem so dringenden Augenblick, in der Ucberzeugung, in der ich war, daß die Tapferkeit der Garnison gegen die unendlich größre Zahl der Montenegriner nicht hinreichend gewesen wäre, und eben so überzeugt , daß die Verheerung der Provinz die unmittelbare Folge meiner Weigerung gewesen wäre , habe ich geglaubt , dem Drang der Umstände lnachgcben zu müssen , und es nicht zu gemalt- thätigen Mitteln kommen zu lassen, nachdem ich vergebens diejenigen der Ueberrednng und der Protestationcn erschöpft hatte. Durch ein solches Betragen habe ich meinem erlauchten Herrn brave Truppen gerettet, dem ihrigen, mein Hr. General, die Cattaro-Mündungcn rm blühenden Zustand erhalten. Ich schmeichle mir daher, daß die Parthei, die ich ergriffen habe, die Gutheißung Sr. Mas., meines erlauchten Herrn, verdienen , und auch nicht die mindeste Klage von Seiten der stanz. Regierung erregen werde. Dieß wird sät mich die süsseste Belohnung für die vielerlei) Beschwerden seyn, die ich ausgcstanden habe, und für die Gefahren , denen ich in diesen letzten Tagen ausgesttzt war." Jener Brief ist vom 6. Merz ans Castelnuovo, die- vom y. Merz aus Zarostas datirt-! Das Amtsblatt theilt unter Nro. 4. die Note mit, ...iche Hr. Al. Lauriston, als GencralCommissair S e Maj. des Kaisers der Franzosen, Königs von Italien, am 25. Merz von Zara aus an den Hw. Ghisilieri hat gelangen lassen, und worin» er ihn ersticht, ihm Kenntlich zu geben, ob er in diesen Umstanden nach eignem Gutdünken, oder Kraft höherer Befehle gehandelt habe? Denn es scy nvthwendig, daß er seinem Hof die Ursachen anzeige, warnm der östr. Kommandant und der Hr. Marquis von Ghisilieri das bewaffnete Geschwader einer Macht, die ein Feind derjenigen ist, welcher sie die Platze übergeben sollten, Und ohne die Generale davon zu benachrichtigen, HP en ruhig in die Seehasen der Cattaro-Mündungen cmlaustir, und darin» verweilen lassen. Denn es scy nothwendig, < -97 ) daß er seinem Hof die Begeggründe bekannt mache, warum die Mündungen des Cattaro den Russen, statt, in Grmäshcil des Traktats von Presburg , de« ftanz. Truppen abgetreten worden sind. Die Ursache, die Hr. Marquis von Ghisilieri in seinem Schreiben an den Gen. Molitor vom 9. Merz angcbe, könne nicht gelten. Er sage darinn, daß er es gethan habe, um Sr. Mas. dem Kaiser der Franzosen, König von Jta- lien, die Cattaro Mündungen in einem jblühenden Zustand zu erhalten. Nun hätten aber die Montenegriner sogleich 2 Tage nach der Uekergabe dieser Plätze, Häuser verheert und geplündert, und die ziemlichen Einwohner, die Hr. Marq. v. Ghisilicri schildert, als solche, die mit den Montenegrinern einverstanden find, hätten sich bewaffnet, und scpen gegen sie gezogen und hätten sogar mehrere derselben getödtet. Eben diese Eiawohnen strecken die Hände nach den Franzosen aus und beklagen sich heftig, daß man sie ihren grausamsten Feinden überliefert hat. Daß die Garnison von Cattaro nicht mehr verlangte, als sich zu schlagen, wie sich Hr. Ghisilicri in seinem Schreiben ausdrückt, davon ist Hr. Lauriston um so mehr überzeuat, da er zuveriäsig weiß, daß Offiziere des Regiments Thurn gegen die Uebergabe dieser Plätzen an die Russen protestier haben, daß Offiziere um dieser Protestationen willen, in Arrest gefetzt worden, und daß überhaupt alle Offiziere und Soldaten dieses Regiments Unwillen bezeugen, diese Plätze einer kleinen Anzahl Russen überliefert zu haben, die nicht den mindesten Widerstand gegen was 1500 Mann starke Regiment Thurn geleistet hätten. Der Unterzeichnete, so schließt Hr. Lauriston seine Note, erwartet mit Ungeduld eine Ant- wort von Hrn. M. v. Ghis.lund bcharrt auf dem Begehre» , das er in seiner Note vom 21. Merz an ihn hat gelangen lassen. Er glaubt, der Hr M. v. Ghis. habe dazu die nöthigen Vollmachten, weil er die Vollmacht hatte, der Garnison von Cattaro , ihrer Protestatio» ungeachtet, den Befehl zu geben, alle Plätze der Cattaro - Mündungen den Russen zu überliefern re. England. London, vom iy April. Nass glaubt, es werde eia Embargo aus alle Schis ft aus Hamburg und Bremen gelegt werden, und ma» ist der Meinung, daß diese Maaßrzel aus alle Häven der Elbe, Weser unk Embs werde ausgedehnt werden, überhaupt auf alle, die unter dem Einflüsse Frankreichs oder Preußens stehen. Der Bruch mit Preußen erregt im Publikum ein sehr unangenehmes Gefühl. Man sieht sich ft mehr und mehr von aller Hülfe des vesten Landes getrennt. Schweden allein hält noch fest für England, und man spricht davon, daß ein englisches Geschwader von zwölf Kriegsschiffen zur Vcrthcidrgung Stralsunds auslaufen wird. Von Rußland ist keine Rede mehr, seitdem Hr. Fox erklärt hat, daß diese Negierung, ihres guteis Willens ungeachtet, von keinem Nutzen mehr seyn könne. Italien. Neapel, vom 7 April. In Kalabrien hat sich ein scheußlicher Vorfall ereignet; 21. französische Offiziers und z Frauen passirte» durch ein großes Dorf, plötzlich fiel ein Kugelrcgc» auf sie, und nur einer konnte, wiewohl schwer verwundet, entfliehen. Dieses Dorf soll nun zur wohlverdienten Strafe der treulosen Einwohner niedergebrannt werden. — In Messina erwartet man mit Sehnsucht die Ankunft der Franzosen, welche mit der Handvoll Engländer, die sich daselbst befinden, bald fertig werde» dürften. Schreiben aus Venedig, vom iy April. Vorgestern hat eine russische Fregatte ein Kaoffahr- tcyschiff, das unter kaiserl- österreichischer Flagge von Triest nach Venedig segelte, genommen. — Da wir von den Engländern und Russen ganz blocktet sind, s» wissen wir nicht, wie es in Cattaro und Corsa aussieht — _. Emm ndmgeN. (D enstAilkrag) Zu einem Gewürz - und Marerialisten WaarenHaiwel im Breis- gau, wobey zugleich meh.ere Artikel nach Augs.nrger Art mit beträchtlichem Vorthcii respeet, sabewirl werden , wird eia ^ssoci« gesucht, der ein Kapital von Zoo st. beyznbringen hat. Das Nähere und bewnders die Ursache des nur geringen Kapitals kann bey H>rr» Philipp Jakob Welle zum Kreutz in Haslach im Mn- jingerThai und bey Herrn Alexander Vogel in Ein- meudmgen, wohin die Briefe postsrey , zu wenden find, erfragt werden.