Nro. A; Pag. Z94- Larlsruher S s rr n a b enhs » 8 SLMMMW Zei tung. den 14 I u n y. 0 6. Mir RMsurMch Badischem gnädigstem privllegia. Innnhalk. Aus dem Mecklenburgischen. Darmstadt; Entbindung der Erbprinzessinn mit einein Prinzen' Stuikgardt; Trauer für die Priuzcssinn von Asturien. Berlin; Friedensaussichten mit Schweden. Paris» Trar* tat zwischen Kaiser Napoleon und der Hochmögrnden von Holland. Deutschland. Schreiben aus dem Mecklenburgischen, vom Z Inn. Die Discussionrn zwischen Preußen und Schweden dürsten sich, wie man glaubt, einer gütlichen Ausgleichung nähern, da Sc. russisch > kaiserl. Majestät, dem Vernehmen nach , sich dahin verwenden, daß das Commerz- in der Ostsee einen ungestöhrten Fortgang habe. Darmstadt, vom y Zuny.. Heute stütz wurden der Frau TrbprinzessinN hochsürstl. Durchlaucht von einem x gebohrncn gesunden Prinzen glücklich entbunden. Die Freude des laiidgräfl. Hauses ist um so größer, als ich die hohe Wöchnerin nach den Umstanden im besten Wvhsseyn befindet, und lebhaft ist der Antheil, den das ganze Land an diesem so>eyn» lich gewünschten glücklichen Ereigniß nimmt. Stullgarr, vom ic> Zun. Wegen fies Ablebci-s der Prinzessin von Asturien, Marie Antonie Thereste, legt der Königlich - Würtcm- bergische Hvs, Morgen, Mittwoch den n Junius, die Trauer aus 14 Tage lang an. p r e u s f e n. Berlin, vom z Juny. Zn der letztverfloßuen Nacht hat der russ. kaiserl. Gesandte, Hr. von Alopeus, einen Kourier aus Petersburg erhalten. Die von demselben mitgebrachten Depeschen sollen wichtigen Jnnhalts feyn. Unter andern erfährt man, daß Se. Mas. der Kaiser Alexander den Grafen von Stackelberg ernannt haben, wegen der zwischen dem hiesigen Hof und Schweden obwaltenden Differenzen mit dem diesseitigen Cabinetsmmisterio zu unterhandeln. Der Cabinetsminister, Frhr. von Hardenberg, wird gegen die Mitte dieses Monats hier wieder einkreffen, und sich den Sommer hindurch ans seinem Gut zu Tempelberg aufhalten. Frankreich. Paris, vom 8 Juny. Der Moniteur enthält heute folgenden offiziellen Ar. tikel: Die zwischen Rußland und Ocstreich statt gehabten Anstande sind glükstch- gehoben ; die Mündungen des Catkaro sind von den russ. Truppen geräumt. Hr von Oubril, den Se. Mas. der Kaiser von Rußland «ach Frankreich schicken, um alles, was ans die Gesungenen Beziehung hat, zu reguliren, hat die Beseh- ( NZ ) wegen Räumung jener Provinz dem ruff. Posschastcr zu Wien, Hrn. von Rasumovsky, überbracht, der sie «uf -er Stelle expedirt hak. In Folge dieser glüklichen Nachricht, werden die sranzös. Truppen unverzüglich Deutschland räumen; die Festung Braunau wird an Orstreich übergeben werden, und der Frieden von Preß- hurg wird seine vollständige Erfüllung erhalten. Wenn ans diese Art die Angelegenheiten des festen Landes die gehörige Richtung nehmen, so ist cs nicht Englands Schuld, das alles gethan hat, um sie anfs neue zu verwirren. Wer in der That durchschaut nicht Englands Politik? Unruhe und Zwietracht unter den Mächte« des festen Landes stiften, und die Meere tyrannisiren, um den Alleinhandel an sich zu reisten,, dies ist die un, «usgcsezte Politik dieser ewigen Feinde-der Nationen, Sic wissen, was ihnen das Pfund Blut jeder Nation Europa's einträgt. Nachtrag zn den gestrigen Nachrichten. Traktat zwiichen Kaiser Napoleon und den Hochmp- gcnden von Holland. S. k. k, Mas. Napoleon, Kaiser der Franzosen Md König von Italien , und die Versammlung Ihrer Hochmögenden, welche die batavische Republik rcprä'enmt, unter dem Vorsitz Sr. §rc des Grvß-Peiisionnärs, im Bcyscyn Des Staats-Conseils und -er Minister und Staats-Secretärs, in Erwägung 1. Daß in Rücksicht der allgemeinen Richtung der Gemächer und der schiM Organisation von Europa, eine Regierung ohne Konsistenz und ohne gewisse Dauer den Zweck ihrer Institution nicht erreichen kann;» 2. Daß die periodische Erneuerung des Staats-Oberhaupts immerfort in Holland eine Quelle von Zwietracht, und außerhalb eine state Ursache von Umtrieben und Uneinigkeit zwischen den mit Holland befreundeten oder feindlichen Mächten scyn wird; z. Daß eine erbliche Regierung allein im Stande ist, den ruhigen Besig Mes dessen, was dem holländischen Volke rheuer ist, die steye Religionsübung, die Erhaltung seiner Gesetze, seiner politischen Unabhängigkeit und seiner bürgerlichen Frcyheit zu garantiren; 4. Daß sein erstes Interesse darinn besteht, sich eines mächtigen Schutzes zu versichern, unter dessen Schirm es frei) seine Industrie betreiben, und sich in dem Besitze feines Gebieches, seines Handels und seiner Colo- nien behaupten könne; z. Daß Frankreich ein wesentliches Interesse bey dem Glücke des holländischen Volkes, bey der Wohlfahrt des Staats, nitd bey der Vestiakeit seiner Einrichtungen habe, thcils in Rücksicht der nördlichen Glänzen des Reichs, die offen und ohne veste Platze find, theils in Bezug auf die Grundsätze und das Interesse der allgemeinen Politik; Haben zu bevollmächtigte« Ministern ernannt, nämlich S, M. der Kaiser der Franzosen und König von Italien den Herrn Tallcyrand re. und S. E. der Herr Groß-Pensionär, die .HH. Vcrhuel, Gogel, von Styrum , Wilhelm Six und Brantzen, welche, nach Auswechslung ihrer Vollmachten , über folgendes überem- gekommea sind : Art. i, S. M- der Kaiser -er Franzosen und König von Italien garantier, fowoht für sich als seine Erben und Nachfolger aus immer, Holland die Ausrechthal- kung seiner konstitutionellen Rechte, seine Unabhängigkeit» die Integrität seiner Besitzungen in beiden Welten, seine politische, bürgerliche und religiöse Freyheit, so wie sie durch die fetzt bestehenden Gesetze statt hat, und die -Abschaffung aller Privilegien in Rücksicht der Auflagen. 2. Auf das formelle Begehren, das Ihre Hochmögenden, welche die batavijche Republik repräsentircn, gethan haben, daß der Prinz Louis - Napoleon zum erblichen und konstitutionellen König von Holland ermannt und gekrönt werde, hat S. M. diesem Wunsche .entsprochen, und den Prinz Louis - Napoleon autorisiert , die Krone von Holland anzunehmcn, und sie, so wie auch seine natürliche, eheliche und männliche Des- cendenz, nach dem Erstgebnrtsrcchte, mit immerwahrender Ausschließung der Frauenspersonen und ihrer Dcs- cendcnz, zu besitzen. Dieser Autorisation zufolge soll der Prinz Louis - Napoleon diese Krone umcr dem Titel eines Königs.und mit aller Gewalt und aller Autorität besitzen, welche durch die konstitutionellen Gesetze, -die der Kaiser im vorhergehenden Artikel garantirt hat, werden vestgesetzt seyn. Nichtsdestoweniger ist statuirt, daß die Kronen von Frankreich und von Holland nie können auf demselben Haupte vereinigt fepn. < Zy6 ) Z. Die Kim- Domänen ^greifen: r) einen Pallast im Haag, der dun Aufenthalt des königlichen Hauses bestimmt scp; r) den Pallast vom Lu ch (cku Lols); Z) die Domäne von Soesdick; 4) Cinkünft ron Grund- Eigenthum, die 500,000 Gulden lrtragen Das Gesetz des Staats sichert überdus dem Kö ig eine jährliche Summe von 1,500,020 Culdcn kurrentes holländisches Geld, die monatlich zu einem Zwölftel bezech,: wnv. 4. Z n Fall einer Minderjährigkeit, gebührt die Regentschaft von Rechtswegen der Königin«, und , in Ermanglung derselben ernennt der Kaiser der Franzosen als immerwährender Chef der kaiserlichen Familie,, den Regenten des Königreichs. Er wählt ihn aus den Prin- tcn der königlichen Familie , und, wenn keine da sind, aus den Nationalen. Die Minderjährigkeit der Könige tndigt sich, weim sie das i8te Jahr zurückgelegt Haben. , 5. Das Wittum der Königin» wird durch ihren Ehekontrakt bestimmt. Für diesmal ist verabredet worden, daß dieses Wittum in einer jährlichen Summe von 250,000 Gulden bestehen soll, die vonden KroÄTMiä- ,nen bezogen werden. Nachdem diese Summe voraus weggezogcn worden, so soll die Halste dessen, was von den KrvnEinkünsten übrig bleibt, zu den .Kossen Des .Unterhalts des Hauses des minderjährigen Königs die- sie»; die andere Halste wird zu den Ausgaben der Regentschaft angewendet. 6. Der König von Holland bleibt auf immer Groß- würdctrager des französische!! Reichs, unter dem Titel Connetable. Jedoch können die Funktionen dieser Groß, würde, nach dem Gutbefindcn des Kaisers der Franzosen , durch einen Prinzen Vice - Connetable verrichtet werden, wenn derselbe es für gut finden sollte, diese Stelle zu errichten. 7. Die Mitglieder des regierenden Hauses in Holland bleiben persönlich den Verfügungen des konstitutionellen Statuts vom zostcn verflossenen Marz unterworfen; welches das Gesetz der kaiserlichen Familie von Frankreich ausmacht. 8- Die Stellen und Acmter des Staats,, außer denen , die zum persönlichen Dienste des königl. Hauses gehören, können nur Nationalen übertragen werden. 9. DasWappcn des Königs ist das aikc holländische Wappen, mit dem kaiserlich französischen Adler, und oben darüber die königliche Krone. 10. Es soll unverzüglich unter den konirahirendeu Mächten ein Handels - Traktat abgeschlossen werden, kraft -essen die Holländische Uiitcrthanen zu jeder Zeit in den Serhäven und auf dem Gebiete des französischen Reichs, sollen als die vorzüglich begünstigte Nation be- hiindelt werden. Se. Maj. der Kai!er und König verbindet sich überdies, daß Er bey den barbarischenMäch- len sich verwenden will, damit Hie Holländische Flagge von denselben, wie die Flagge Sr. Maj. des Kaisers her Franzosen respektiert werde. Die Ratifikationen -cs gegenwärtigen Traktats solle« M Paris, innerhalb zehn Tagen, ausgewechselt werden. Paris, den 24 May 1806. Unterzeichnet: C. M. Tallcyrand , C.H.Verhuel. I. I. A. Gogel, Johann von Styrum, W- Six und Brantzen. Rede des Prinzen Louis: Sire, mein ganzer Ehrgeiz war dahin gegangen , mein Leven dem Dienste Ew. Maj. zu widmen: mein Glük bestand darum, in der Nähe alle die Eigenschaften zu bewundern, die Sie so Heuer allen denjenigen machen, welche, wie ich, oft Zeugen der Macht und Wirkungen Ihres Genie waren. Sie werden mir daher erlauben, mich den schmerzhaften Gefühlen zu überlassen, mit denen ich mich von Ihnen entferne; aber mein Leben und mein Willen gehören Ihnen. Ich werde in Holland regieren, da diese Völker es wünschen , und da Ew. Maj. cs befehlen. Sire, als Ew. -Maj. Frankreich verließen, um das gegen Sie verschworne Europa zu besiegen, geruhten Sie mir Hollands Vertheidigung gegen den feindlichen Angriff, der es bedrohe, anznvertrauenl bei dieser Gelegenheit lernte ich den Charakter dieser Völker, und die Eigenschaften, die sie auszcichnen, kennen. Ja, Sire, ich werde stolz daraus seyn, sie zu regieren : aber so glorreich auch die Laufbahn ist , die sich mir öfnet, so können doch nur die Zusicherung des immerwährenden Schutzes Ew- Maj. die Liebe und der Patriotismus inciner neuen Unterthanen mir die Hosnung einflößen, Wunden , die so viele Kriege und Ereignisse , die sich in so wenig Jahre« znsammcngcdrängt, geschlagen haben, zu heilen. Sire , wenn einmal Gw. Maj. das lrz« te Siegel ans ihren Ruhm gedrükt, wenn Sie der Wett ( 307 den Frieden gegeben haben, dann werden die festen Plätze, die Sie meiner Bewachung, jener meiner Kinder , den holländischen Soldaten, die zu Austerlitz unter Ihren Auge» gefochten haben, anvertramn, gut bewacht scyn. Vereinigt durch gemeinschaftliche Interessen , werden es meine Völker auch durch die Empfindungen der Liebe urd Darkbarkeit ihres Königs für Ew. Mas. und Frankreich scyn. — Botschaft des Kaisers an den Senat: Senatoren, wir haben unsren Vetter, den Erzkanfter des Reichs, beauftragt, Ihnen zu erkennen zu geben, daß wir, nachdem Wunsche JhrerHoch- rnögendeu, den Prinzen Louis Napoleon, unser» geliebte« Bruder, als König von Holland proklamier haben, welche Krone mit aller Souvcrainität, in seiner natürlichen rechtmassigen und männlichen Dcscendenz, nach dem Rechte der Erstgeburt, erblich seyn soll, wobei wir auch wollen, daß der König von Holland und seine Nachkommen die Würde eines Connetable des Reichs dcibehalten. Unsere diessallsige Entschließung hat uns dem Interesse unserer Völker angemessen zu seyn geschienen. Unter dem militärischen Gesichtspunkt, war es, da Holland alle , unsre nördliche Granze beschützende Festungen besizt, wichtig für die Sicherheit unserer Staaten, die Bewachung derselben Personen anznver- traucn, über deren Ergebenheit wir ausser allem Zweifel seyn konnten. Unter dem Gesichtspunkt des Handels, bedurften wir, da Holland am Ausfluß der grossen Flüsse liegt, die einen beträchtlichen Theil unscrs Gebiets durchstrohmen, einer Garantie für die treue Beobachtung des mit diesem Staut abzuschließenden Han- dclstraktats, um die Interessen unsrer Manufakturen «nd unscrs Handels mit jenen des Handels dieser Völker zu vereinbaren. Holland endlich ist das erste politische Interesse Frankreichs. Eine Wahlmagistratur würde die nachiheiiige Folge gehabt haben, dieses Land häufig den JntriglMl unsrer Feinde Preiß zu geben, und jede Wahl würde die Losung ei nes neuen Kriegs geworden seyn. Der Pein; Louis, frei von jedem persönlichen Ehrgeiz, hat uns einen Beweis seiner Liebe für uns, und seiner Achtung für die Völker Hollands gegeben, indem er einen Thron annahm, der ihm so grosse Verbindlichkeiten auserlegt.—Da der Lrzkanzler des deutschen Reichs, Kurfürst von Re- gensburg und Primas von Deutschsand, uns zu erkennen gegeben hat, daß cs seine Absicht sey, sich eine» Koadjutor zu geben, und daß er, in Urbereinst>m> mung mit seinen Ministern und den vornehmste» Mitgliedern seines Kapitels dafür gehalten habe , cs sey dem Besten der Religion und des deutschen Reichs zuträglich, zu dieser Stelle unfern Onkel und Vetter,' den Kardinal Fesch, unser» Großalmvscnirer und Erzbischofs von Lyon, zu ernennenso haben wir diese Ernennung im Namen gedachten KarSinalszangenommem Wenn diese Entschließung des Kurfürsten ErzkanzlcrS des deutschen Reichs erspriesiich für Deutschland ist, so ist sie nicht minder Frankreichs Pvlitick angemessen. So ruft der Dienst unsers Vaterlands weit von uns unsre Brüder und Kinder; allein nichts ist auch unserm Herzen theurer, als das Glück und das Wohl unsre* Völker. Gegeben in unsrem Pallast zu St. Elond, d. Z- Jun. >8o6 re. _ Carlsruhe. (KuuM,,zeige.) Ein 24 mal verjüngtes 10 Fuß langes KriegsLinienSchiff von 74 metallenen Kanonen ist gegenwärtig segelfcrtig vor Anker liegend im Rappen, woselbst mehrere Adnuralsflaggea ausgesteckt sind, zu jeder Stunde zu sehen. Da der Gegenstand wichtig, bas Entre aber ausscrst gering ist, so schmeichelt mau sich eines geiuigteu Zuspruchs. Friedrich Laug aus Smttgardt. Erfahrner Seemann der Holländischen Marine. In Macklots Hofbuchhandlung in Carlsruhe ist zu bekommen. Staats - Geschichte Europas von dem Wiederausbruch der Feindseeligkeitcn zwischenEngland undFrankrrrch, bis zur Verwandlung der KoiisularGewalt in eine kaiserliche, als Fortsetzung von Poßclts Almunach zur 1826 mit Karten und Kupfern z fl. 36 kr. Vertheidignug des österreichischen Feldzugs von iZo§ dem K. K. Hoskriegsrath übergeben v. Muck 8. 1 fl Kurze Ucbersicht der Geschichte der zwischen Frankreich und Oesterreich und den beiderseitigen Murten aus- gebrochnen Kriegs am Ende des Jahrs 1805 mit einem Plan d. Schlacht v. Austerlitz 8- Nürnb 1806. 1 fl. Ueber die Urjachen des unglücklichen österreichischen Feldzugs im Jahr 1805. 8. 1826. 36 kr.