Pag. 510. Karlsruher Sonnabends Nro. i r; > 8 Zeitung. den 2 August. o 6. Mit kurfürstlich Badischem gnädigstem pr-vilegio. Innhalt. Riederelbe. Münchcii ; König!. Bayerische Declaration. Die Staatsrechtlichen Verhältnisse der Gräflich Fuggerischen Lande betreffend. Regeasvurg. Memmingen. Augsburg; Friede mit Rußland." Cattaro in stanz. Händen. Cannstatt. Freyburg; Lob und Danktest Pari;; Treffen gegen die Russen und Me», tencgrincr bey Naausa. Naney. Haag. Landen; Die Franzojen mache» viele Prisen. Neavcl; Sieg gegen die Engländer in Cambrien 1822 englische Kriegsgefangene. München, vom 2z Jul. Von Selten unsrer Regierung ist Filzendes kund Deutschland. Niedereibe, vom 16 July. Es sind seit einiger Zeit in den hiesigen Gegenden gemacht worden: viele Gerüchte über die zu Petersburg Statt gehabten Mir Maximilian Joseph, von GOttes Gnaden, Veränderungen verbreitet, die akr jun, Thci! noch Köuig von Baiern, des heil. röm. Reichs Erzpsalzgraf, .keinen Grund zu haben scheinen. So viel ist gewiß, Erztruchseß und Kurfürst. 'daß Herr und Frau vonNarischkin den Hof verlassen Nachdem sämmtlichc Mitglieder der Neichsgräflich haben. H. v. Budberg ist Minister der auswärtigen Fugger ischen Familie in einer unterm 16. April bey Angelegenheiten. Er ist von Geburt ein Liestander, Uns cingereichten Vorstellung die dringende Bitte an war unter Katharina II. als Gehülst bei derl Erziehung Uns gestellt, bey den gegenwärtig eingetrekene» politi- der Großfürsten Alexander und Konstantin angcstcllt, scheu Veränderungen, zur Beseitigung aller künftigen ward unter Paul I. Bothschafter zu Stockholm, wo Kollisionen die staatsrechtlichen Verhältnisse ihrer irr seine Mission eine merkwürdige Epoche machte; hernach Schwaben liegenden Bcsizungen nach den manchericy war er einmal. Gouverneur von Petersburg, und wur- Beziehungen, in welchen dieselbe zu Unfern Staaten de von Kaiser Alexander schon vor geraumerZeit zum sich befinden, näher zu bestimmen, und dieselbe zudem Mitglied des kaiscrl. Konsuls ernannt. Ende mehrere Anträge in 27 Artikeln an Uns gebracht So viel unterrichtete Personen von den Gesinnungen haben, worüber von Unserm StaatsMmistcrio der des H. y. Budberg zu wissen glauben, soll er dem auswärtigen Angelegenheiten ausführlicher Vortrag an Frieden sehr geneigt seyn; und dieses würde für unsere Uns erstattet worden; so haben Wir , nachldm aus Gegend den Ausschlag geben, da dann an Wiedrrher- mehrern Titeln Uns zustehenden gerechten Ansprüchen/ stellung der engen Verbindung zwischen Preuffcn und und zugleich mit derjenigen königl. Gnade, mit welcher Rußland wohl kaum zu zweifeln wäre. Wir der Neichsgräflich Fuggenschen Familie PMM ( 5" ) find, gegenwärtige Erklärung aus ihre Anträge zur Bestimmung der künftigen staatsrechtlichen Verhältnisse ih- rer iu Unfern schwäbischen Landen gelegnen Bcsizun, gen ertheilt, und Wir wollen, 'daß diese Erklärung künftig als Gese; beobachtet werde. 5 ) In Personal-und Realklagen gegen die regierende» Mitglieder der grast Fugqerischen Familie wird bas hausvcrfassuugsmasige AusträgalGericht als erste Instanz bestätigt, demselben auch die Verlassenschafts- Perhgndimigen der regierenden Famiftenglieder, wie bisher, überlassen. n) Die NeHsgeasen Fugger unterwerfen ihre samt» liehe unmitte bare Relchsständische und Ritterschastliche Herrschaften und sonstige Besizungen in Schwaben Unserer keliigI.ISouverainirät unter nachfolgenden Modisi- kativnen: 2) Ihr bisheriges Reichs - und Kreisständiges Stim- menrecht bleibt ihnen Vorbehalten, und unterliegt nur jenen Vera der»: gen, die allenfalls nach einer neuen Ordnung dm Widerspruch stehen, wird jedoch den Grasen Fugger ferner belasse», und Un>re Iustiz- stellen werden h erauf angewiesen werden. Die bestehenden Statuten und Orksgewohnheite» zverde» daher, in so weit sie Unser» allgemeinen Lan- pesgesezeil nicht entgegen sind, von Uns hiemit bestä, jigt; die denselben entgegen sinh, sollen seiner Zeit re- pidirt und abgeändert werden. Jn 2ter und lezter Instanz wird an Unsre oberste Iustizstelle in Schwaben appcllirt. Die übrigen nicht regirenden Mitglieder der grast. Fuggerischcn Familie haben ein privilegirtes Forum bey den einschlägigen Hofgerichten in erster und bey dem einschlägige» obersten JustizTribunal in zweiter Instanz. (Die Fortsezung folgt.) , Negensdurg, vom 26 Jul. Mehrere Reichstagsgcsandten haben aus Paris Nach» xicht erhalten, daß daselbst am 17. d. der neue deutsche Fvdcratwnsplan von den Abgeordneten der dann» begriffnen Stände und von der stanz. Negierung unterzeichnet worden scy. Man fügt hinzu, er werde bis zum i. Aug. bekannt gemacht werden, an welchem Arg sich auch der Kongreß der föderirten Staaten unter Direktion des Hrn. Knrerzkanzlers zu Frankfurt versammeln werde. Memmingen, vom 26 July. Auch das Armeekorps des Marschaus Ney, welches seit mehreren Monaten in unsrer Gegend liegt, hat Befehl, sich marschfertig zu mache», Augsburg, vom 26 July. Nicht nur aus Paris haben wir heute die, für um ser ganzes deutsches Vaterland so äusseest wichtige Nachricht erhalten, daß der Friede zwischen Frankreich und Rußland am- 22 d. unterzeichnet worden, and da, durch deuss ganzen! Contincnt die Ruhe gesichert ist, sonder» auch ans b rl.'st erhielten wir heute durch Briese vom 22ttlr d. die erfreuliche Versicherung, daß die Franzosen in Verbindung mit denen, unter dem Kommando des Generals Bellegarde stehenden österreichischen Truppen, sich des festen Platzes Cattaro bemächtiget, und die Montenegriner daraus vertrieben haben, AU? Hindernisse sind nun beseitiget, denn stack) den neuesten Berichten aus Wien ist an gar keine kriegerischen Anstalten in Oesterreich gedacht worden , und wir sehen daher einem festen und dauerhaften Frieden ent- ( Ars ) gegen. Der Prinz Alexander, welcher sich zur Zeit noch i» München befindet, wird daselbst greisen m ö sich vor der Hand nach Neu Haket und von da «ach Paris begeben. — Nach allen henke und auch gestern schon jn Umlauf gekommenen Gerüchten, haben die aus den Rheingcgenden und aus Franken ausgebroche! en französischen Truppen Befehl erhalten, auf denjenigen Plätzen, wo sie sich befinden, Halt zu machen. Diese Truppen waren schon m vollem Marsche durch Schwabe» nach unserer Gegend begriffen. Augsburg, vom -8 Iuly. Vorgestern noch gieng die FeldEquipage des Warschaus Sonst, welche derselbe im verflossenen Oktober zu Augsburg gelassen hatte, von da nach Passan ab. Laimffatt, vom zo Iuly, Gestern passirten 22 Kanonen , je mit 6 Pferden begannt, nebst eben so vielen MunitioiisWagen von Strasburg über Vaihingen hier durch, die Göppinger Straffe hinauf. — Am 1 Aug. jollen (wenn nicht GcgenVe- sehle kommen) 2,522 Mann Französischer DeporsTrup- pcn von Strasburg Her hier cintreffen, und diesen -n den folgenden Tagen noch einige gleiche Kolonnen folgen. — Auch reisen sehr viele,> zur Franzos. Armee- Mmimstration gehörige, Personen und Marquetendrr hier durch gegen Ulm. Zrcyburg, vom zc> Jul. Am 27. Iuly ist die doppelte Danksagung zu GOtt für die vermehrten Gesundhcitskraste Sr. Kursürstl. Durch!, unsers regierenden Landcsfürsten, und für die glückliche Vermählung Hychstihres Durchlauchtigsten Enkels, scyerlich begangen worden; ein solennes Hochamt und ToDeum wurde — diesmal durch denHn'.P-rc- jsten von St. Pctcr — abgchalten. Die ftanz. Generalität verstärkte für diesen Tag ihr Militär in der Stadt, und ihr OffizjersKorps, gleich dem von Sr. Kurfürst!. Durch!., so wie auch die Kollegien, Ritterschaft, Universität, Stadtmagistrat »nd Zünfte der Hauptstadt, wohnten dem gottesdienstlichen Akt bey. Nach demselben hielt der die kais. sranz. Division kom- Mudirende Hr. Gen. Roget, der kurbadijche Kommandant und Obristljeutnant Frhr. v. Stetten, linder bürgerliche Militärkommandant Major Rist, gemeinschaftliche Parade ihrer Mannschaft auf deyiMün- sterp'az, wo ebenfalls sämmkliche anwesende Hem» Generals Roget, Monard und Boufsard beywohnten. Mittags gaben Sc. Exc. der Hr. Geheimerach und Hoffommissär , Frhr. von Drais, der stanz. Generalität und den ersten Staats! edienten ei» Mittagsmahl; Abends aber war Ball in der St.rdl, der bis am Morgen dauerte. Frankreich. Paris, vom 27 Julyi Den 6 Iuly marschierte Gen. Launston von Nag«« sa, und Gen. Molitor von Stagno ab; sie brachte» das Korps der ruffjjchcs und motttrurgrimschen Truppen zwischen zwey Feuer, tödtetcn ihnen viele Leute, jagten sie aus dem NcMsanifchen, und verfolgten sie bis in die montenegrinischen Gebirge. Sie nahmen ihnen Artilleriestücke und Kriegsmumtion; unter jenen befinden sich acht Kanonen, Pfänder, und Mörser. Die Montenegriner haben gegen dir armen Einwohner von Canale und der ragusanischen Provinz, die abscheulichsten Exzesse begangen, während die kleine Zahl französischer Truppen, die i« Ragusa eingrschlossen war, sie von verschiedene» Provinzen Meister ließ. Die Einwohner von Ragusa haben sich gut betragen, und haben die Verwüstung ihres Gebieths mit Muth ertragen. Nun sind aber diese kleinen Gefechte geendigt, welche keinen andern Zweck habenals die Menschheit ohne einiges Resultat für das allgemeine Beßte, in Trauer zu setzen. Die Russen haben sich wieder eingeschifft und sind nach Corfu zurückgekehrt. Man sagt, aber diese Nachricht ist nicht zuvcrlaßig, daß die Einwohner des lateinischen Gottesdienstes sich der Vestung Cattaro bemustert, und sie gegen die Griechen und Montenegriner vcrtheidig-t. haben. Die Lateiner sind starke Anhänger der Franzosen. Man glaubt, daß Lord Uarmouth, dcr neulich auS England hcrüverkam, bald einen öffentlichen Charakter annehmen wird. Nancy, vom 27 Iuly. Hr. Magdenkow , russischer Kapitän, den der Hr.v. Oubril gewählt hat, um nach Cattaro und nach May- land die Nachricht des zwischen Frankreich und Rußland abgeschlossenen Friedens zu bringen, ist von Lüne- Me abgereist. Me russischen Generäle und OOzierr < SlZ z «rarken auf die Ratifikation des Friedens-Traktats, um n ihr Vaterland zurückzukehre». Gestern sind Kouriere von Paris sowohl nach Kon- stantinvpel, ajs an alle deutsche Hofe durch diese Stadt geeilt. Man glaubt, fic bringen die offizielle Notifikation der Friedens- Holland Haag, vom 22 Iuly. In Zukunft wird man nicht mehr genöthiget seyn, zu ausserordentlichen und brückenden Mitteln seine Zuflucht zu nehmen, um 'das Fehlende in denStaatsEuckünften des Reichs zu deckeu. Man weiß, daß die Staats- Einkünfte nach dem neuen FinanzSysteme sich auf 54 Millionen Gulden belaufen. Diese Summe muß für ave Ausgaben hinreichcn. Der Wunsch der Nation, Ersparungen in den StaatsAusgaben zu sehen, ist endlich erfüllt. Diese Ersparungen betragen ungefähr 20 Millionen', und die Ersparungen in der Marine können ungefähr auf H Millionen berechnet werden. Die Franz. Truppe» gehen ans unserm Solde und aus dem Königreiche , bis aus das 65 und 72ste Regiment, die hier im Lande bis zum Frieden bleiben. Diß, so wie auch die Abdankung der Deutschen Truppen, wird viele Millionen ersparen. Man versichert auch, daß die Festungen im Innern des Landes geschleift werden; die Kosten der StückGieffewen und der Magazine werde» auf eine kleine Summe reducirt- Mit einem Worte, alles wird eingeschränkt. Nur die Interessen der Nati- vnalSchuld sollen, so wie bis fest geschehen, ohne Einschränkung bezahlt werden. Man vernimmt, daß die Franzos. Truppen im Lager der MalUbaan sich in die Gegenden von Wesel, Cleve und Kölln begeben werden- Heute ist schon ein Theil davon aufgebrochen, und gegen den 2z marschirt -er übrige Theil ab. Die Holländische Gesellschaft der Wissenschaften zu Hartem hat den König gebeten, die Stelle eines de- ständigen Präsidenten anzunehmen. Er nahm diß an. Zu den Aufschlägen der Livree« in ganz Holland darf Hinsühro Nichts als Garn oder Seide, kein Gold oder Archer mehr genommen werden. Man von einer Vergröfferung des Holländi, He» Gebiets ^ Seite von WestfalG England. London, vom ry Iuly. Erst gestern hat sich Hr. Vasilico zu Deal nach Frankreich cingcschifft. Lieber den gepflogenen Unterhandlungen liegt ein nndurchdringlicher Schleyer. — Ein russischer Kurier, welcher dem Hrn. von Onbril Depeschen nach Paris übcrbringc, har sich gestern zu Dovre kiligeschifft. Hr. Baron von Jakobi, preußischer Gesandter, hat endlich den Befehl erhalten, dieses Land zu verlassen. Er läßt cinpackcn, und wird künftige Woche abreijen- Mehrere Schiffe aus den grönländischen Meeren sagen, daß zwcy feindliche Fregatten von 44 Kanone» eine große Menge englischer Schiffe genommen, die mit dem Wallsischsang daselbst beschäftigt waren. Ein hamburgisches Schiff zählte ihrer >8, welche sie mit sich führte». Einige Schiffe entkamen nur dadurch, baß sie sich in die Elsschemel warfen. Italien. Neapel, vom 17 Iuly. Man enthält folgende Nachrichten: Den i Iuly landeten 6000 Engländer in Calabrien, in der Bucht St. Eupyemia. Den 4 griff ne General Regnier mit dem 4^ Linienregimeur mib dem Regiment Polen an. Er wurde geworfen. General Compere wurde verwundet und gefangen, so wie auch zoo Polen. La. die Engländer durch 3200 Mann und z bis 4000 kalabre- sisa-e Insurgenttn verstärkt worden waren, so bcgien- gcn sie den Fehler, daß sic mi Lande voramückten, und den Schulz verließen, den ihnen ihre Kriegs-Schiffe gewährten. Eine Meile von Coscnza wurden sie vom Divisionsgenerai Verdier, an der Spitze von io,oc>c» Mann Infanterie und 2220 Mann Ncttcrey angegriffen. Die Engländer wurden dureybevcycn, in Unordnung gebracht, und, im Augenblicke, da man dies schrieb, waren bereits >800 eagl.Gesangene im Hauptquartier angekommen. Der General Veroiee verfolgte die Engländer ; man hofft da» sie ihre Schiffe nicht erreichen würden. Von einer andern Seite war General Regnier auf Evtrone lvsgegar.gcn und hatte das Dorf Liffola in Brand stecken taffen; 522 Insurgenten mußten über die Klinge springen. Gaeta war bis zum 18 Iuly 8 Tage lang beschossen worden. Der Prinz von Hessen hatte eine schwere Wunde erhalten, und harte aus der See feite die Vr- stung aus einer enstlschcn Fregatte geräumt. Unter -es Garniso» herrM eine starke ArfmM.