Nro. iZv Pag. 599 Karlsruh Mitwochs, Zeitun g. den 19. Sept. igrrx Mit Großhrrzoglich Badischem gnZdivflem Privilkgiv. I n n h a l t: Carls ruhe — Leipzig — Vom Mainstrome — Frankfurt — Nürnberg — Ofen: Fruerssrvst — Paris: Spanische Belichte; M-allrle zwischen England und Frankreich (B.schluß) — Neapel: Seegtfechk — Lonbon. -Herrtschland. Carls ruhe, den 17. Sept. (Wichtige Natur.Selten h eit.) f§m Sept. d. I wurke in der Gegend von Phitippsburg im Nhemufer ein ungewöhnlich großer Knochen gefunden- Von diesem Fund erhielten Se. königl. Hoheit der Erbgroßherzog durch den um die Natur- Geschichte verdienten Herrn tzvf-Oberjägermeister von Adels heim dahier Nachricht, rmd enheillen sogleich Len Befehl, diesen fossilen Knochen, den dir Schiffer von Philirpsburg ausgebracht hatten, hieher zu bringen» um denselben genauer zu untersuchen, und Höchst- Dero Naturalien Kabinet einzuverleiben. Gedachter Knochen wurde darauf nach wenigen Tagen turch einige Fischer Sr. königl- Hoheit überbracht» Höchstwelche die Fischer durch Belohnung aufmunrer- ten, solchen Natmseltenheiren fernerhin nachzuspLreu. Es ist rin Schenkelknochen dessen Gewicht, als er gefunden wurde, 75 Pf. ^Nürnberger Gewicht) betrug. Die Länge desselben wißt 3 Fuß 8 Zoll und r Limen Pariser Maas. Der Umkreis des unlern Theils, wo derselbe mir dem Schienbein-Knochen und der Knie- Scheibe verbunden war, ist ganz und sehr gut erhalten; er mißt in seinem Umfange » Fuß ro Zoll und r Linien, und im Durchmesser n Zoll ; Linien. Der Umfang ein Fuß höher genommen,, beträgt i Fuß 8 Zoll, der Durchmesser 8 >/) Zoll- Der Umfang nach der Mitte des Knochens gemessen, > Fuß 4 Zoll 7 Linien,, dessen Durchmesser 7 r/r Zoll. Der Umfang am obersten Theil des Knochens mißt » Fuß s >/- Zoll» in seinem längsten Durchmesser 1 Fuß s Zoll ; Linien, und am schmälsten Therle ; Zoll- Der Knochen iss am oberen Theile gegen dem Hüftknochen hin schadhaft uud abgebrochen, und muß derselbe nach seinem! übrigen Bau und Verhältniß zu urtheilen, noch über' 1 1/2 Fuß länger gewesen seyn, so daß man dessen: Länge über ; Fuß annehmen muß- Nun fragt sichs, welchem vierfüßigen Thiere dieser SchenkestKnochen angehöre? Vergleicht man sämtliche Knochen der grossen bekannte» noch lebenden vierfüßiges Thiere, so wird mam finden', daß das größte noch lebende vierfüßiae Thier der große ostindische Elephant einen Schenkel-Knochem von kaum 3 ,/s Fuß Länge habe; bei dem Nashorm (Lkinoceros) und bei dem Wallro ß (kkippoxotame)) ist er noch ungleich kürzer.. Vergleichen wir die Gestalt und den Bau des vor uns liegenden fossilen Knochens mit dem Schenkel- Knochen eines Clephanten, so kemmr er (sie Größe.' und Srärke abgerechnet) vollkommen damit überein- Cs scheint mir daher ausser Zweifel zu seyn,, daß Vieser Knochen einem Clephanten von. ausserordentlicher 6ci cr Gr öße, urd sehr wahrscheinlich dem längst ausgestor« denen Riesen-Ciephanten vom Ohio in Canada angrhöre. Dieser Rheinische Schenkel,Knochen übertrift noch att Größe den Schenkel» Knochen des fossilen Ohio Ele- phanten in Canada welcher von Herrn Croghan nur auf 4 >/- F"ß Lange angegeben wurde. Siebe: Ixtrsit äu Journal 6 u voysgs äe Ale. Lrogkan kalt «ur la riviere ä'Okio et envoxe ä Air. kranülin, an mols äo Alay 1765. Alr. kabri, welcher schon im Jahr 174s große Reisen nach Nord-Luisiana, und i» den südlichen Theil von Canada machte, sagt: er habe daselbst Köpfe und Skelette von einigen vierfüßigen Thieren von ausserordentlicher Größe gefunden, so daß ein Schenkel-Knoche» derselben 5 bis 6 Fuß lang war. Uebrigens behalte ich mir vor, an einem anderen Orte diesen äusserst wichtigen in seiner Art vielleicht bis daher einzigen Knochen, nebst anderen ebenfalls am und im Rheiiie gefundenen fossilen Knochen, und unter andern einen ganz mit allen Zähnen erhaltenen Kkiao. ceroa Kopf genauer zu beschreiben. C. C. Gmelin, v. Direktor des Großhrrzogl. Badische» Naturalien-Kabinrts. Leipzig, vom 8. Srplember. Man vernimmt aus Prag, daß mehrere in Böhmen stationiere Regimenter Befehl erhalten haben, sich zum Abmarsch bereit zu halten. — Mn glaubt sie seyen zu« Verstärkung dcS an de» türkischen Grenzen gezogenen KvldonS bestimmt. Vom Mainstrome, vom io. Sept. Mebrei« f.anzvfische Armeezahlwe'ster bleiben, wir MM vernimmt, während des WmterS in Frankfurt, woraus man noch auf starke Durchmärsche von französischen Twp- pen sch ießen will, welche im Laufe des nächsten Moaat- statt haben sollen. Der Sage nach begeben sich diese Truppen nach Norden; andere'behauvttn, sie gehen zum Theo Klafter Brennholz, und für mehr al« z Millionen Frücht« befanden, brannten bis auf den Grund ab, und man gibt den Verlust bloS des lArrariumS auf § Millionen Gulden ar^ vielen seinen Zügen von Menschlichkeit', welch« die Bewchner unserer Stadt ausübten, verdient der Hauer« bürge», Schützenbrrger, wegen des Originellen seines E«t> schlusses angeführt zu werden. AlS er sah, daß das Haus seines Nachbars, von dem da» seinige b!cs durch ein« Brandmauer abgesondert ist, in Flammen zu g'rarhen an- fieng, es aber an W sser mangelte » so ließ er erst einige Fässer aus dem Kelter bringen, und löschte am Ende mit mehreren Hund?« Eimern; und ihm hat man vor-üglich zu dank,n, daß sich daS Feuer nicht weiter gegen Westen hin ausbreitete. Wir haben übrigens auch die Verbindung nnt Pesth verloren; die Schiffsbrücke mußte auf die Pest« her Seite geschwenkt werden, weil das Feuer den Brü- kenkcxf bereit« ergr-ff.n hall«, und auch die Maulh« und Wachthäuser adbramuea. Frankreich. Paris, vom 7. September. Beschluß der Parallele zwischen England u. Frankreich. „Der A.iser ermnnt und-besoltet die Bischöff« uud Pfarrer, di« P äffdcnten der Konsistorien und die (Protestant.) Prediger; er »'gamsöl die Senilnarien und die (reformir- ken) Schulen von Genf und Mvntcuban. Die Civst-Au- tonläten haben kein Recht, den Gewissen Zwang anzu- thun; d.'«S ist der Grundsatz der franz. Monarchie. Nirgends, selbst nicht in den vereinigten Provinzen, find Truppen nö:hig. In Piemont, Toskana, Genua, waren keine lgoc> Mann T-uppen, während der Kaiser sich zu Wien befand. Die Nutzung von Paris belief fich nur auf!200 Mann. Die Conscnplion gieng vor fich, die Abgaben wurden mit Gewiss,rihafiickeit bezahle, und alles war vollkommen ruhig. N rgends ist seit Beendigung der Revolution die bewaffnete Gewalt gebraucht worden, und der Aa s-r fährt mitten unter der Menschenmenge, welch« das Carroussel bedekt, oder in dem Park von St. Cloud, in einer Kalesche mit 4 Pferden, mit der Kaiserin und einem einzigen Pagen, lm Schritte spazieren, während Igo tausend Zuschauer den Wagen umgeben, und den Vater des Vaterlands segnen. Alles ist Meinung in Frankreich, von der niedrigsten bis zur höchsten Klaffe; alle« nimmt Vernunft an, und marschiert, wenn die Trommel ertönt. Die KouseriPlivr» iß geseznch bestimmt, wie dir Auflagen; fle wird ohne Uaruhrn, ohne Unordnungen vollzogen: die Do ksobrigkeiren leiien alles'; nirgends giebt eS Gewalt- thätigkiteen, nugenrs Tumult." Paris, vom 12. September. Di« von d«m gestrigen Moniteur gegebenen Nachrichten aus Spanien enthalten unter andem nachfolgendes: Estramadura- „Eine span sch« Division unter Bal- lsysteroS, die schon mehrmals auf den Geänzen von Portugal zurükgeschlagen worden war, hatte einen günstigen Augenblick zu einer Operation gegen Cordova zu finden geglaubt, während das 5. KorpS an der Guadiana manö» vritte; Gen. Girard erhielt Befehl, schnell und so mit seiner Division gegen den Feind voczuröckm, d:ß er ihm den Rükzug adschnilt: diese Bewegung wurde vollzogen; Bal- le»steros, an der Spitze von 6000 Mann, wurde am 11. d., »ine halbe Stunde links von Villa-Garcia angegriffen; Gen. Girard schlug ihn völlig in die Flucht, nahm ihm alle srinr Artillerie, und verfolgte ihn, nachdem er ihm viele Leute getödtet und eine große Zahl Gefangener gemacht hatte, nach Zrfra, um ihn vollends aufzureiben." Blokade von Kadip. Die Blvkade-Urbeiten werden mit Thätigkeit fottgesezl. Dir Bewaffnung der weitläufigen Batterie» längs der Rhede vervollkommnet sich; man erbaut ohne Unterlaß Schaluppen und andere Fahrzeug« für die Flottille. Dt« von dem Feinde unternommenen Landungen, um in den Gebirgen von Renda Aufruhr zu stiften, find zurükgewiesen worden. Die Einwohner deL Königreichs Grenada ziehen selbst gegen die Räuber z« Felde, und jagen von Je weil zurük. General S «- bastiani hat daS Fort Mrlaga in den besten Verrheidi- gungsstand gesrzt." — Tortosa. „Am z. Aug. macht« die Besatzung von Tortosa «inen allgemeinen Ausfall; sie rükte zu gleicher Zeit auf allen Punkten aus, und drang gegen unser« Verschanzungen; die ersten Poster» mußten einen Augeubl'k der Uebe,macht weichen; allem die Generäle Laval und Klopiski stürzten fich, an der Spitze der Elilenkompagnirn des 44. Reg. und des s. Reg. von der Weichsel über den Feind, der in die Festung zurükgewerfen wurde, nachdem er über 400 M an Tobten verloren hatte, worunter man mehre Offiziere von Bedeutung bemerkte. Der Gouverneur, Graf Ulcas, hak «m« gefährlich« Schußwunde «»halten; wir haben zo« 6oL Gefangene gemacht,' kvokunttk I Oberst und 14 Offizier» find. Die au« der Festung ausgerükte Kavallerie tzal beinahe alle ihre Pferde verloren. Unser Verlust besteht aus 8 Tobten u 44 Verwundeten. Der Oberst Lasosse vom 44. Regiment und der Major Michawwski haben sich ausgezeichnet." Man lie«e in öffentlichen Blättern folgende Beschreitung einer Toilette, womit die Stadt Paris Ihrer Majestät der Kaiserin kürzlich «in Geschenk gewacht hat; dieselbe besteht i) aus einem 5 Schuhe lang«» Tesche von vergoldetem Silber und Lasurstein, auf welchem ein ovaler Spiegel, mit Guirlanden umwunden, steht, und von 2 Armleuchtern getragen wird, über denen sich eine Flora, und Genien der Künste erheben. Füllhörner dienen dem Tische zu Stützen. Auf einer mit Laubwerk gezierten Leiste von Lasurstein ist der NamenSzug der Kaiserin. D er Kästch-n, zu Wshlgerüchen, Rauchwerk rc- bestimmt, stehen auf dem Tische, und auf den Seilen bilden Giren- dolen die Gruppe der drei Grazien , deren Fußgestrll m.t Genien verzierr ist. 2) Aus 2 dreifüßigen Tijch-n, wovon einer zum Wasser, und der andere zur Rauchpfanne dient, z) Au« einem Lehnstuhl und einem Fußstühieven in Form eines Blumenkorbes, mir einem gestikt-n lasurblauen Sawwt, so wie der Tisch brdekt 4) Aus einer Psyche von 9 Schuhen in der Höhe, mit Säulen, deren Füße in Delphmengestalt mit 2 Schiffen bekleidet sind, die das Wappen der Stadt Paris verstellen. Da- Spiegelglas ist 5 Schub hoch. Die Begränzug bildet «in» Gruppe von Mars und Minerva,, welche Hymen vereinigt. Auf jeder Seite der Gruppe sieht man die kaiserl. stanz, und östreich. Adler, die, mit Blumenketten umflochten , von Liebesgöttern gehalten werden. An der Mitte jeder Seite befinden sich geflügelte Figuren, welche Lichter halten. — Königreich Neapel. Neapel, vom r. ^>Pt. Seit' dem IZ August Harle die g,öße>» Zahl der Barken, die de« Scilla vor Anker lagen,, imks von Punra dei. -Pezzo ihre Stellung genommen. De« Feind veränderte hiernach auch snnr Stellung. In de» Nacht vom 24. v M. sandte der Könia 20 Sch-ffe aus. um bas feind- bichr Lager auf dem jenseüigen Uler zu beschießen; Laes« Schiffe vollzogen ihren Auftrag, cone irgend einen Verlust. zu erleiden. Am folgenden Morgen griff der Feind seiner Sei!« an.. Zwei Sch'ffsdivrstoneU sollten diejea Amrff beginnen, uuv «me dritte ihre Richtung nach dem Lager nehmen, das in diesem Augenblick« seiner Lerne uon. Lanvn'e'jchaluxpen erubehrlr. Schon war alle« m dem fzindlichen Lager in B.wegung gerochen, und unsere Trup» p.n. in Bereiischaft, sich einzuschiffen, al« der diese- gewahr werdende Feind s«.ur Stellung am itNsemgen User Witter M gewinnen suchte- DaS Feuer dauerte inzwischen auf stkd.e». S.ttM noch. ew-k Amlanst fort, ,unh. jm tzranzr» sind über 4000 Kanonenschüsse gefafim. Meh„,e feind, lich« Fahrzeuge, und darunter jenes worauf sich de, eng- lisch« Kommandant befand, sind gesunken; auf unserer Seite ist ein einziges Fahrzeug gesunken, und wir habe» uhn Tobte oder Vekwundke. Als der König später durch i« Reihen der auSgerükten Truppen ritt, erschallte es von allen Seiten. Noch Sizilien! Nach Sizilien! England. London, vom 4. S Premier. Wie man vernimmt, werben in Folge einer mibF-ank» «eich getroffenen Uebereinkunfr, in v»nig Tagen dir Brief« von den Küsten Englands nach ein«» franeisischen H-fw obgesandt werden, und «S wird «in« regelmäßige Kommunikation statt baden ohne daß deren Unterb-echnng za befürchten >st D-e dazu ausersehene französische Hasen ist noch nicht fchlüßlich bestimmt. Theater - Nachricht. Donnerstag, den 2v. Sepl.: Die Hussiten vo» Naumburg, Schauspiel mit Chören in 5 Akten, von Kvtzrbue. In allen Buchhandlungen ist zu haben: "Bild der Zeiten oder Europa« Geschichte von Karl dem Großen bi« auf jetzige Zeit» 2 Bände mit 7 Kupfern, 2te Auflage 8. L-ipzig, bei Gerhard Fleischer dem Jüngern, iöic>. (87 Bogen) P>ei« 4 fl. Die merkwürdigen und denk-venhen Begebenheit«» unser« E'-dtheii«, wir sie in der Kitt h-rvoittrttn, sind hier in ihrem Zusammenhang«, urw m ihren wechselseitigen Einwirkungen und Folgen, in ein getreues B.ld klar und verständlich, von eine« geübten Hand z-as-mwen gefaßt. und lassen erkennen, wie di« jetzige politisch- Gestalt unserS Erdrheils geworden ist. Dieses ied; teil,,? und sehr unterrichtende Werk wird den Freunden de« Geschichte ein« angenehme L cküre gewähren, so wie der billige Pels und die 7 darin b-finblichen Portrails von Friedrich // , Napoleon, Luther, Laurentius MediciS, Gustav Adolph». Heinrich 7 ^., Leibr.itz nicht minder zu seiner Empfehlung beitragen «erden. (Obiges ist in Philipp Macklots Zeitung«-Komptoi» Nrv. 87 in Kommission zu haben.) C a r l « r u h e. Em p fe h lun g.s Geo'g Friedrich? Tr oh mann neben der Sonne und dem R « er egen. s über wohnhaft, hat seine Speiß- Wein- und Äaffeewi>,h» schüft zum Falken eröfnet. Er bittet um geneigte« Zuspruch und vrrspeichl billige Bewindung. Carlsruhe. (Regenschirme.) Bei H.ndelsmanru Löw Millstätter, sind alle Gattung,n smem Rkoinschim-.e, j uw blll-gt» Pieiß zu haben..