Nro. 57. Karlsruher Zreytags 1 8 > itzigen engl. Ministeriums mit der sränk. Republlck Friede zu machen, äußerte und ihn einlud, denselben seiner Regierung zu erkennen zu geben. Denselben Abend sandte B. Otto Depeschen nach Paris und bald darauf kam die Antwort an. Man weiß zwar den Jnnhalr derselben nicht, aber man schließt auS der schnellen Absendung derselben, daß sie ^dem Frieden günstig ist. B. Tallien ist am zi. Merz aus England zu Calais angclangt. Man erfährt aus Lissabon, daß sich die portugiesische Armee bcy der Stadt Elvas sammelte und daß die ; Emigranten-Regimenter, in engl. Sold , welche in Lissabon lagen, auch Befehl bekommen haben, dahiu aufzubrechen. Italien. Mailand, vom zi Merz. Den 22. d.M. brach Gen. Mürak von Floren; gegen Foligno auf, um den Feldzug gegen Neapel zu eröfnen. Der Ritter Mi- chcrour befand sich um diese Zeit noch in Florenz, und erwartete die Ankunfe des Adiutamen vom Gen. Mü- rat, der nach Neapel gegangen war. Der russische Gesandte, welcher zuFriedenslintcrhandlungen in Florenz eingetroffen war, schien »nverrichteier Dinge zu- rükzukehren. Die Avantgarde bewegte sich unter Gen. Soult über Abruzzo, Foligno, R.eti, Terni, die andern Divisionen über Siena, Tortona, Perugia, Rom. Man glaubt, daß im Ganzen Zo,ooo Mann aufgc- brochen scyen, sammt vieler Artillerie und Kriegölom- m starren. Auch die ßüchtigen Patrioten aus Rom und Neapel haben sich an die Armee angeschlossen.— In Rom sind 55. bisher in Gaeta gefangen gewesene Franzose» unter kleiner neapolitanischer Bebckung ringetroffen. Von Neapel hört man, daß anstekende Krankheiten dort ausgebrochcn sind, weshalb, wie man vermuthe, der König von Sardinien nach Rom zurükkehren werde. Es scheint, die Engländer haben im Sinn, den Hafen von Neapel zu blokrren, den iz. dieses zeigten sich unweit desselben 6 Kriegsschiffe, welche scitdemin dem Gewässer vor dem Hafen kreuzen. Die Forderungen der Franzosen an Neapel sollen seyn, die Be. sczung aller Festungen und Häfen durch franz. Truppen , und einige Millionen Enkschädigungsgelder. Holland. Brüssel, vom 2 April. Nie war die Korrespon- denz zwischen der franz. Regierung und den nordischen Höfen so lebhaft, als itzt, in,edcr Nacht eilen außerordentliche Kourierc hier durch nach und von Paris. Vorgestern paßirte ein preußischer und ein konsularischer Kouricr hierdurch nach Berlin, der erster« mit Depeschen des Herrn Marquis von Luche- ( -74 ) flni an seinen Hof und der andere mit Depeschen an den franz. Gesandten in Berlin. — Vorgestern kamen auch der rußische Gen. Major von Markoff und dee rußische Brigadegcneral Herr von Serquoff von Paris hier an. In Lille hatten ste die rußische Kriegsgefangenen besucht. Hier wurden sic von un- serm Perfekt.n mit den schmeichelhaftesten Beweisen der Hochachtung ausgenommen. Heute haben sie ihre Reist nach Petersburg fortgesetzt wohin sie, wie es heißt, äußerst wichtige Depeschen überbringen. Auch ein AdlUkant des ersten Konsuls ist eiligst hier durch naw dem Haag gereist. Kur; darauf giengcn 2 Adjutanten des Overgen. Augercau hier durch ebenfalls nach dem Haag Düster General selbst wird jeden Augenblick hier erwartet, er w.rd nicht, wie eS anfänglich hieß, d,e in Belgien, an unfern Seelüften und ans dem linken Rheinefcr za vcrs n e ndenTrup. pen kommandiren, sondern da' Komn.ando der gallo» batavischen Armee wieder übernehmen, wovon ein Theil, unter seiner Leitung, zu einer wichtigen, geheimen Expedition eingeschifft werden soll. Nach Berichten aus Calais, ist der Cit. Tallicn daselbst mit einem Parlemcnrairschiff, worauf sich auch ein Kourier des Cit. Otto befand, angekommen. Letzterer gieng sogleich mit seinen Depeschen an den Minister der äuSwärtigcnAngclegenheücn nach Parisab. Dann emark. Schreiben aus Coppenhagen vom zo Merz. (Durch ausserordentliche Gelegenheit.) Die englische Flotte unter den Admirals Parker und Nelson ist den Sund paßirt und befindet sich nun unweit Coppenhagcn. Folgendes ist das Nähere. Am 28sten dieses schickte der englische Admiral Parker einen Parbmentair-Officier an den Kommandanten vr» Cronenburg, Obersten Stricker, mit einem Schreibe» des Jnnhalts: daß die feindselige Verfassung Dänncmarks und die Wegsendung deö Engl. Charge d'Affaires, Herrn Drummond, von Coppenhagcn, ihn veranlaßten, anzufragen, ob man ihn mit seiner Flotte srcy und ungehindert wüvd^ vor Cronenburg vorbcy segeln lassen, mit der Erklärung, -aß er den ersten Kanonenschuß »on dänischer Seile als eine Kriegserklärung ansehen würde. Der Oberst Stricker antwortete hierauf: daß, da er den Zweck des Engl. Admirals, mit einer so anjehnlichen Flotte vor« dey zu segeln, nicht kenne, so würde er vorläufig nicht zugeben, daß er bcy Cronenburg vorbcy segelte, indeß wolle er sogleich nähere Verhallungöbefehle von Coppenhagen cinholen lassen. Der Obrist Stricker schickte darauf gleich nach Coppenhiqcn und m der Nacht vom -Men auf den systen erhielt er von daher den geschärftesten Befehl, die Engl. Flotte nicht vorbeysegel» zu lassen. Diese Antwort wurde dem Admiral Parker sogleich mttge' thcilt, der hierauf emiedcrte, daß er diese Anzeige als eine Kriegserklärung betrachte uud die Feindseligkeiten anfangcn werde. Hierauf warf am rysten des Nachmittags die Engl. Flotte die Anker am Eingang des Sunds in der Nähe von Cronenburg und den folgenden Morgen, am zs. Merz um 7 Uhr, segelte sie mit einem Anfangs nicht starken Nordwind den Sund hinein. Sogleich fieng die Kanonade vom Fort Cronenburg an, wehrend auch von der schwedischen Seite die daselbst befindliche Batterie von 8 Kanonen auf die englische Flotte zu spielen anficng. Die Engländer von ihrer Seite warfen Bomben in Cronenburg und Helsingör, indem sie vorbeysegetten, richteten indeß hierdurch wenigen Schaden an , »ndcm von Dänischer Seite nur 2 Mann gctödtcl und einige verwundet wurden. Fünf der vordersten vorbeystgeln« den Englischen Kriegsschiffe wurden durch tas starke Feuer von Cronenburg stark beschädigt. Dieses hinderte indeß die Durchfahrt der übrigen Engl. Flotte durch den Sund nicht. Nach etwa 2 Stunden, von Mor, g'nö 7 bis 9 Uhr den zosten war die ganze Flotte durch den Sund gesegelt. Gegen 12 Uhr sah mau sie eine Meile von Coppenhagen die Anker werfen. Sie schickte ein paar kleinere Schiffe voraus, um die Tiefe zu sondiecn. Die äußerste hiesige Batterie feuerte auf dieselben worauf sich selbige zurückzogcn. Man zählt an 50 feindliche Segel. Es ist itzt Abend, und die Engländer haben noch nichts weiter unternommen, auch keinen Schuß gethan. Vielleicht versuchen sie diese Nacht einenAngriff auf dieRheede oder ein Bombardement auf die Stadt. Wir sind indeß auf alles gefaßt und voller Muth. Em anders Schreiben aus Coppenhagen, vom ;o März, um y Uhr des Abends. (Durch außerordcntl. Gelegenheit.) Diesen Morgen um 6^ Uhr kam die Englische Flotte vor Cronburg und versuchte den Durchgang. Sie wurde aber so begrüßt, daß 5 Kriegsschiffe sehr übel zugcrichtkt wurden, sie sind jedoch durch den Sund gekommen. Ein Linienschiff und z Fregatten sollen gcmnken seyn. Zwey Cutter kamen näher, um zu reeognosciren, wurden aber von den Batterien so beschossen, daß ste sich rctiriren mußten. Diesen Mittag um 12 Uhr kamen die Englischen Schiffe hier an. Sie liegen eine Strecke von der Batterie der z Kronen. Wir leben der Hoffnung deö besten Erfolgs und alles ist voll Muths. Drittes Schreiben aus Roppenhagen, vom zo Merz. Diesen Morg. um (>z Uhr hat die engl.Fl»tte mit einem ( 275 ) frischen und starken Nordwestwind die Anker gelich. rct, um den Sund zu passiven. Noch gestern harte ße einen Parlamentair nach Cronenburg geschickt/ um Die schon gemachten Vorschläge zu erneuern , nemiich ob Dännemark der nordischen Allianz entsagen und die engl. Flotte frey durch den Sund paßiren lassen wolle / oder nicht. Da- die Antwort hierauf abschlägig auSficl. / jo erklärte Admiral Parker/ daß er dicß für eine Kriegserklärung ansehe und.diesen Morgen gierig er mit seiner Flotte durch den Sund. Des Morgens um 7 Ubr wurden hier manche Ein« wohncr durch eine starke Kanonade aus dem Schlaf geweckt/ die bis nach 8 Uhr dauerte/ da die ganze engl. Flotte durch den Sund gegangen war/ nicht ohne ein heftiges Feuer von der Festung Cronenburg ausgestanden zu haben, welches den Engländern nicht wenigen Schaden zugefügt hat. Auch die Engländer erwicderten stark das Feuer und warfen über 220 Bomben nach Cronenburg und Helstngör, nur z davon haben aber nur einigen Schaden angcrichter. Zwcy Menschen sind getobter und 15 verwundet worden. Um n Uhr des Vormittags war die engl. Flotte bey unsrer Rheebe. Der Nordostwind war den Engländern ausserordentlich günstig, um uns anzugreifen, allein ihre Flotte warf auf der Höhe der Insel Hweru Anker, wo sie sich noch befindet und zwar gegen die schwedische Küste zu und außer dem Bereich unserer Batterien. Man hat verschiedne ihrer Schiffe schlecht segeln und manövriren gesehen, wpraus^man schließt, daß sie viel gelitten haben müssen und daß sie beschäftigt find, sich wieder zu repanren. Man kann vom hiesig«» Zollhaus die feindlichen Schiffe deutlich scheu und zählen, cs sind darunter rb bis 17 Linienschiffe und 40 kleinere Kriegsschiffe von aller Art. Hier sind wir voller Muth. Unsre Defenstonsmittel. sind im besten Zustand, gewiß werden diese nicht leicht forcirt werden. Man erwartet diese Nacht oder morgen früh einen Angriff. Der Augenblick ist wichtig, aber es gibt keinen Dänen, der nicht vor Begierde brennte, sich mit den Engländern zu messen und unsre Seerechte und das Vaterland zu wmheidigen. Die Z-ettung von Helsingör, die so eben ankommt, sagt, daß 1 englisches Linienschiff und 5 Fregatten und kleinere Kriegsschiffe wären in Grund geschossen worden, allein dies hat sich noch nicht bestätigt. Die Auftritte werden erst recht wichtig und entscheidend werden. Unsere Flo te lst im besten Zustand. Der hiesige batavische Minister, Bürger Bange- mm» Huygens hat a» sein Gouvernement eine Staf» fette' MesanSt. Viertes Schreiben aus Coppenhagm, vom za Merz. (Abends um y. Uhr.) Heute Morgen ist die Englische Flotte, 54 Segel stark, durch den Sund paßirt. Von Cronenburg ward ein heftiges Feuer auf sie gemacht, welches die Flott« indeß möglichst zu vermeiden suchte, da sie bey einem frischen Nordwestwinde so nahe, als es geschehen konnte , bey der schwedischen Küste vorbeysegelte. Durch 200 Bomben, die von den Engländern nach Cronenburg und Helsingör geworfen wurden, find nur 2» Menschen gelötet und 16. verwundet worden. Die ganze Englische Flotte liegt nun in einer Linie unscrm Hafen gegenüber, nach der Schwedischen Küste zu, vor Anker, und bis jetzt so, daß die Linie unsrer DefensionS. Anstalten sie Mil ihrer Artillerie nicht erreichen kann. Da der Wind den Engländern fort, dauernd günstig ist, so erwarten wir, daß sie etwas unternehmen werden. Wir sind aber bereit, sie auf das nachdrücklichste zu empfangen. Fünftes Schreiben, aus Coppenhagm, vom Zv. Merz. (Abends um y. Uhr.) Drey Englische Linienschiffe haben bey dem Durchgänge durch den Sund beträchtlich grillten, indeß iss die ganze Flotte durchgckommen, auch die Transportschiffe. 4. Englische Spions sind aufSecland arrrkirt worden. Unweie des Sundes haben die Engländer verschied- ne Schiffe zurück gelassen, um die Passage, so weite- wegen der Festung Cronenburg geschehen kann, frey zu erhalten. Unter den Schiffen der Engländer befinden sich- drry Admiralsschiffe. Ankündigung. Weingarten. Zufolge gnädigster Erlaubniß vor» einem Churfürstl. Pfälzischen hohen General-Landes- Csmmiffariar ist der hiesigen Gemeinde gestattet, aus hieselbftigen Waldungen entbehrliches Holländer Holz versteigern zu dürfen. Da nun hiernach von der ForstdehörVe 150 derley Stämme ausgezeichnet worden , und man solche auf Mittwoch Len iz. diese- an den Meistbietenden vorbehältlich höchster Genehmigung gegen baare Zahlung öffentlich zu versteigern! festgesetzt hat: Sv wird solches denen Steiglustigew hierdurch öffentlich bekannt gemacht, «m auf de- -immten Tag zur ytcn vormittägigen Stunde sich dahier einzufinden uno die Bedingniffc zu vernehme», sofort hiernach ihre Gebvtte abzugeben. Weiugartm h. 7. April 1801. Churpfalz Obrramt.