Nro. 64. Karlsruher Mittwochs 1 8 » «,v^O' Pag. zog. Zeitung. den 22. A p r i l. 0 r. Mtk HochfürMch. Markgräfitch. Badischem gnädigsten prtvLlegto, Schreiben aus Bremen, vom 11. April, Bture erwarteten wir die preußischen Truppen. Ge« stern morgen kam aber ganz unerwartet eine Estafette aus preußisch Minden mir der Nachricht hieran/ daß aus Berlin Contreordre gekommen wäre und wir von der Einquartierung befreyt bleiben würden, welches «ine allgemeine Freude vcru-sachke. Die Weser wird wahrscheinlich jetzt nicht gesperrt werden und Handlung und Schiffahrt ungestört getrieben werden können. Auszug eines Schreibens aus Bremen/ vom i l April. Gestern haben die preußischen auf dem Marsch begriffenen Truppen/ zwcy Meilen- von hier Contre. Ordre erhalten / auch ist das bestellte Brod bey un- fern Veckcrn abgesagt worben. Schreiben aus dem Hannöverschen, vom iz April. Den iiten waren noch keine Preußische Truppen bey Bremen augekommen. l Heute ist eine Abtheilung Preuss. Cavallcrie in Ro« ! tenburg cuigetreffen / zu Ottcrsberg oder waren . dis gestern Abend noch keine Preuß. Truppen mgclangt. Die bey dcrDemarcationsarmce bisher gestandenen - Herzoglich-Braunschweigischen Truppen werden jtzr dtmobil gemacht. Ein Bataillon davon wird den iz dieses wieder zu Braunschweig eintreffen, das andre aber zu Wolfenbüttel bleiben. Lin anderes Schreiben aus dem Hannöverschen vom iz April Den rz dieses werden der Generallieutenant von IW,- welcher dir ins Hannoverische einrückenden Königs. Preußischen Truppen eommandirt, in Stade eintreffen, wohin schon ein Detaschcment Preußischer Artilleristen von z Officierö und 60 Mann mit Vorspannpferden vorausgesandt worden. Auch hat ei» Preußischer Officier bereits von der Hanöverischen Zollfregatte bey Brunöhauseu Besitz genommen. Altona, vom iz April, (Officieüer Artikel.) Am gkstrigen Sonnrag kam der Capit. von LeschW welcher mit der Nachricht von Besetzung des GebierS der Thore und Wälle der Stadt Hamburg, vom Generaiftldmarrschall, des Prinzen Karl von Hesse« Durch!« nach Koppenhagen gesandt und daselbst von Sr« königl. Hoheit, dem Kronprinzen, ausdrücklich zurückbehalren war, bis über dir ttzigen Angelegenheiten eine entscheidende Anzeige zurückgebracht werden konnte, mit der Nachricht hieselbst an, daß am 8- April zwischen dem königl. dänischen Hof und dem vom königl, großbrittanischen dazu bevollmächtigten Admiral, Hyve Parker, ein 14 wöchentlicher Waffenstillstand mir 14tägiger Aufkündigungs-Freiheit dergestalt geschlossen worden sey, daß dicCommunikation mit Norwegen ungehindert, so wie auch die Küsten der dänischen Provinzen unmolestirr bleiben sollten. Der Kapitain Leschlychat von Sr. königl. Hoheit^ dem Kronprinzen, bey dieser Gelegenheit in Koppcn. bagcn eine geschmackvolle Tabatiere von Werlh erhalten, Frankreich. Paris, vom 17 April, In dem Amtsblatt Nro, 20z werden wichtige Nachrichten von der Orient-Armee aus Egvmen mtt- getheilt. Die Brick Osiris, welche d, ib. Merz aus Ir!- l l I ! Alexandr,^ abgesesielt und eben ln Toulon angekom. men in. har sie mitgcbracht. Es wird gesagt, daß ^7 'gegarte die Wiedcrgeborne, weiche zoo Mann "'^erlesener Mannschaft, zvoo Flinten und mehrere Armeebedürfnisse mitgebracht hat, so wie mehrere Schiffe, die aus dem adriatischen Meer und aus dem Mtllclmcer kamen und ein Ätde-de-Camp des Gen. Murat, zu Alexandrien angckommen waren. Der Gen. Abererombte hatte am 8. Merz zu Abukir seine Landung, mit ungefähr iz dis 14,000 Mann, de« werkstelligt.Vom z. bis zum röten halte er sich fruchtlos lbemühi, die Garnison von Alexandrien in die Mauren dieser Festung einzuschlicßcn. Der Obcrgeneral Me- «ou war am n. Merz mit dem großen Hauptquar- tier zu Rahmanie angelangt, wo er die vrrschiednen Divisionen ftincr Armee vereinigte. Es ist wahrscheinlich, daß in diesem Augenblick das Schicksal Egyptens entschieden ist.Jtzt siehl der Thetl derErdkugel, der sowohl in Ansehung seiner geographischen Lage, als in Ansehung der Dienste, welche er dem Menschengeschlecht geleistet har, so interessant ist, für immer die Künste wieder bcy ihm aufdlühen und schmeckt die Früchte der Civiltsation , weiche eine so große Scheidewand zwischen den Völkern Europcns und den barbarischen Nationen errichten, oder Egypten ist wieder unter das eiserne Joch der Paschas zurückgesunken, und sieht für sich und das schone unglückliche Asten alle Hoffnungen der Crvilisation und einer bessern Zukunft vereitelt. In wenig Tagen werben wir wissen, wer der Stärkste in diesen interessanten und so lange unglücklichen Gegenden gewesen »st, der Genius des Guten oder der Genius des Bösen. Hierauf folgen im Moniteur die Depefchev selbst aus Egypten , wovon das obige der Haupttnnhalt ist. In einem Schreiben des B. Long vom 23. Fcbr. aus Alexandrien wird gesagt, daß das Aviso Good- Union am 22. Fcbr nach einem Windstoß, der die feindlichen Blokadefthiffe zerstreut hatte, daselbst «ingelaufen war unv viele Kriegsmunition und andere Bedürfnisse für die Armee auögeladen hatte. Der Seepräfekt von Egypten, Leroi, schreibt von Alexandrien vom iz. Merz an den ersten Konsul und versichert ihn, daß alle Franken, See. und Landtrup- Pen, sich eher unter den Ruinen vonAlexandricn werden begraben lassen, als cimn so wichtigen Platz abzutre- ien. Der Obcrgeneral hatte durch ein Trabak, daö aus Ankona kam, und welches den Aide - de > Camp bes Gen. Murat, Didier, an Bord hatte, der am y. Merz. Damenhour passirte, Nachrichten von Gen. Murat erhalten. — Der Schiffskapitain, Edmond Richer, schreibt an den Seeminister aus Alexandrien vom ib. Merz, daß er am r Merz, daselbst glücklich r Zs- > mit der Fregatte, bieWi'edeegebohrne, eingelaufenist, und Mannschaft und Munition aus Land gebracht hat. Von der andern Fregatte, die Afrikanerin, welche mit ihm aus Rocheferr mitcr Segel gegangen war, und von der ihn ein fürchterlicher Sturm ge- trennt hatte, wußte er nichts. Wahrscheinl ch mußte sie irgendwo einlaufen. (Die Fortsetzung folgt) Preußen Schreiben aus Minven vom 9 April. Von hier sind seit gestern Morgen alle Regimenter in Bewegung gesetzt, und zieht sich alles nach der Ge« gcnd von Bremen hin. Auch unser Regiment von Schladen, welches nach Hamburg und Srade überBre- mcn marichm, brach gestern Morgen auf, und das Borstelsche Cavallcrieregiment machte Len Beschluß. Diesen Morgen traf der Generallieutenant von Börstel hir ein, um den Truppen zu folgen. Zwey Grenadier« bataillons, von Herford undBiclfeld, sind vor einigen Tagen nach Hameln aufgebrochen. Herr General von Teschammer ist Commsndant dieter wichtigen Festung geworben. Schweden. Schreiben aus Stockholm vom z April. Heute Vormittag gieng die hiesige Scheerenflotlt gegen 50 Segel stark, mit einem günstigen Wind von hier ab. Außer den Schiffleuten und Seeartiüeristcn machen das Upländischc und das Leibregiment die Besatzung derselben aus. Die Ruß-sche Rcvaler Eskadre sollte mit unsrer von Carlscrona abgesegelten zugleich beym Sund eint cffen. Erstem waren Lootftn von Bornholm entgegen gesandt worden. Da die Englische Flotte ihre Versuche auch gegen Schweden richten möchte, so sind nun auf Befehl des Königs mehrere sowcl Linienschiffe, als Fregatten zu Carlscrona von neuem in Comnußion gesetzt, uad die dortigen Rüstungen werden Tag und Nacht betrieben. Die Garnison ist mit mehrern Linien Regimentern verstärkt worden, und da, im Fall die Engländer in die Ostsee eindrängen sollten, ein feindlicher Angriff auf obigen Haupiort der Schwedischen Kriegs-Flotte vor- ncmlich besorgt wird, so werden alle Anstalten;» dessen nachdrücklichen Vertheidigung getroffen. Der Oberste von Abbettoft ist zum Oberbefehlshaber der Seeca. stelle verordnet, und ihm eingetragen worden, mit glühenden Kugeln auf die Englische Flotte zu schießen, wenn sie erscheinen sollte. Dännemark. Schreiben aus Lopenhagcn vom 12 April. (Durch auserordentt. Gelegenheit.) Seit der merkwürdigen Schlacht vom steu diese- ------ c wurden die Unterhandlungen mit Lord Nelson beständig fortgesetzt. Es ist derselbe auch dreymal am Land gewesen, har auf Amalienburg gespeißk und , gestern ward der Waffenstilland auf 14 Wochen völlig zu Stand gebracht. Roppenhagen, vom n April. (Beym Schluß angelangt.) Die Feindseligkeiten sind nun vorläufig durch den am y. adgeschloffencn Waffenstillstand zur See beendigt. Admiral Nelson war am 8. und y. am Land, um diese wichtige Angelegenheit zu unterhandeln, die endlich zum Beschluß gebracht worden. Die Hauptpunkte des Waffenstillstandes find r) daß die^ Dänische Handlung von Jütlands, Fühnens, Seelands und der kleinern Inseln, Städten und Küsten ftey und ungcstöhrt bleibt. 2) Dänncmarks Seekriegs - Ausrüstungen bleiben in dem Zustand, worum sie gegenwärtig wirklich sind, und als eine Folge davon wird während der Zeit des Waffenstillstands Dänncmarks- Mitwirkung in Hinstcht der bewaffneten Neutralität suPendirl. g) Alle Dänische Kriegsgefangenen werden von den Engländern ausgeliesert. — Mündlich soll man von Englischer Seite versprochen haben, baß die Provianlschiffc nach Norwegen gehen können. Die Englische Flotte liegt in ihriger vorigen Stellung. Man hat gesehen, daß sie einige ihrer eigene« in der Schlacht ganz zerschossene Schiffe ausgebrannt hat. Die Zahl ihrer Todten und Verwundeten belauft sich über zoov, worunter viele Offiziere und ein Sohn des Adnnrals Parker. — Heute sind die von den Engländern auSgelöseten Gefangenen bereits hier angclangt. — Die unterbrochenen Gewerbe und Geschäfte gehen wieder ihren Gang und die aus Besorg- niß eines Bombardements aus der östlichen Gegend der Stadt geflüchteten Meublen und Sachen werden wieder zurückzebracht. — Die Wachen sind jetzt wieder mit dem Militär der Garnison besetzt. — Für die Verwundeten kommen reichliche Beyträge «in. Der Etatsrath de Conmgk hak zu diesem edlen Zwecke io,ot>o Thalrr geschenkt. Schreiben aus Roppenhagen vom n April. Folgendes sind die vorgestern von dem Admiral Parker englischer Seils und dem Gen Maior von Waltersdorf und dem General Adjutanten Lindholm dänischer SeitS abgeschlossenen Waffenstillstands- punkte. Die dänische Regierung einerseits und der Admiral Sir Hyde Parker, Ritter, Oberbefehlshaber der Seemacht Sr. brittischen Mai. auf der Rhede von Koppenhagen andrerseits, von Gefühlen der Menschlichkeit gleich stark bewogen, dem fernern Blutver- ro ) -— giessen ein Ziel zu setzen und die Stadt Koppenha- gen den unglücklichen Folgen, welche aus der Fortsetzung der Feindseligkeiten gegen dieselbe entstehen könnten, zu entziehen, sind gegenseitig über einen mi- litairischen Waffenstillstand einig geworden. Ihre Majestät der König von Dännemark haben zu diesem Endzweck den Generalmajor Ernst Frie- drich von Waltersdorf, Kammerherrn Sr. dänischen Majestät und Obersten eines Regiments und den Ge- neraladjudanten Hans Lindholm, Capilatn in dem See . Etat Sr. Majestät des Königs, zu Commissarien ernannt, um über die Bedingungen dieses Waffenstillstands sich zu vereinbaren und der Admiral Str Hyde Parker, Ritter, hat in derielben Absicht den Lord Nelson, Ritter vom Bath - Orden, Herzog von Bronli in Sicilien, Großkreutz des Ferdinands und deSVerdicnst-Ordcns, wie auchRilterdeS türkisch Kaiserl. halben Mond-Ordens, Viccadmirai der Flotte Sr. brittischen Majestät und den Obristlieutnant i« Diensten Sr. brittischen Majestät William «Stewart, Befehlshaber eines Detaschemcuts Landtruppcn Sr.brit- tischen Majestät am Bord der Flotte, gehörig au- thorisirt. Genannte Commiffarien sind an dem heutigen Tage jnsammengetrelen und nach gegenseitig ausgewech- selren Vollmachten, über folgende Bedingungen über- eingekvmmcn. Art. i.) Von dem Augenblick der Unterzeichnung dieses Waffenstillstandes an, sollen sogleich alle Feindseligkeiten aufhören, zwischen der Flotte unter den Befehlen des Admiral» «sir Hyde Parker und der Stadt Kopenhagen sowohl, als allen bewaffneten Schiffen und Fahrzeugen Sr. dänischen Majestät, welche sich auf der Rhede ober im Hafen dieser Stadt befinden, eben so auch zwischen den verschiedenen Inseln und Provinzen Dännemarkö, Jüttaud mit einbegriffen. ,2) Die bewaffneten Schiffe und Fahrzeuge Sr. dänischen Majestät sollen in ihrem gegenwärtigen wirklichen Zustand verbleiben, sowohl in Rücksicht auf Bewaffnung, Equipirung, als mtlitairischer Position, und der Traktat, bekannt unter dem Namen dcS Traktats der bewaffneten Neutralität, soll, in so fern es die ihätige M.twirkung Dännemarkö bemft, ju- spendirr seyn, so lange dieser Waffenstillstand in Kraft verbleibt. Dagegen sollen die bewaffneten Schiffe und Fahrzeuge unter den Befehlen des Admiral Sir Hyde Parker auf keine Art, welche es auch styn möge, die Stadt Kopenhagen oder die bewaffneten Schiffe und Fahrzeuge Sr. dänischen Majestät, oder die Küsten der verschiedenen Inseln und Provinzen Dännemarks, Jütland mit eingelassen, beunruhigen und um allem ---'7-- -- -, f vorzubeugsn, welches etwa Unruhe und Mißtrauen erwecken könnte, wird der Admiral Sir Hyde Parker keineswegs erlauben, daß irgend ein Schiff oder Fahrzeug unter desselben Befehlen sich bis auf SchuSweite den bewaffneten Schiffen oder Festungö- werken Sr. dänischen Ma/cstäl auf der Rhede von Kopenhagen nähere. Diese Einschräkung soll sich übrigens nicht auf die Schiffe erstrecken, welche noch, wendigerweise durch die Königstiefe paffwen und re» passiven. z.) Dieser Waffenstillstand soll dieStadtKopenha. gen sowohl, als die Küsten DänncmarkS und Jütlands wie auch die Inseln, gegen den Angriff einer jeden andern Kriegsflotte sichern, welche.jtzt oder künftig, so lange dieser Waffenstillstand besteht, von Sr. brit- tischen Majestät in diese Gewässer gesendet werden möchten. 4. ) Es soll der Flotte des Admiral Sir Hyde Par. ker gestattet seyn, sich in Kopenhagen und längst den Küsten der verschiedenen Inseln und Provinzen von Dän- ricmark, Jütland mit eingefchlossen, mit alle dem zu versehen, welches sie zu der Gesundheit und Ver. pflegung ihrer Besitzung bedürfen möchte. 5. ) Der Admiral Sir Hyde Parker soll gehalten ftyn, alle Unterhandlungen Sr. dänischen Maj ans Land zu senden, welche sich gegenwärtig am Bord der unter feinen Befehlen stehenden Krimschen Flotte befinden, wogegen sich die dänische Regierung verpflichtet, über dieselben sowohl, als über die Verwundeten, welchen es nach der Schlacht vom sten dieses erlaubt worden an« Land zu gehen, ein Verzeichnis auSzustel- len, um dieselben in dem unglücklichen Fall einer Erneuerung der Feindseligkeiten Großbrittanicns zu gut zu berechnen. 6. ) Der Küsten . Handel Dänemarks nach allen den Gegenden der Küsten, welche in dem Umfang dieses Waffenstillstandes eingefchlossen sind, soll von keinem brittischen bewaffneten Schiff oder Fahrzeug irgend einer Art, beunruhigt werden,, und der Admiral Sir Hyde Parker wird hiermit übereinstimmende Instructionen erkhcilen. 7) Dieser Waffenstillstand soll in einem Zeitraum von 14 Wochen; von dem Tage der Unterzeichnungen!, von Seiten der contrahirenden Partheien ununterbrochen fortdauern, »ach Ablauf dieser Zeit soll es einem jeden der genannten Parthcicn srey stehen, die Aussdrung desselben zu erklären, und die Feindseligkeiten aufs neue zu beginnen, nachvorhergegauge- vcr i4tägiger Aufkündigung. Die Bedingungen dieses Waffenstillstands sind bey> allen Gelegeicheit'.n auf die libe alste und loyalste Weist zu erklären, um allen Grund zu künftigen Zwistigkeiten zu entfernen, «ud die Mittel einer Wstder- ZII ) Herstellung der Eintracht und des guten VerständnißeL zwischen beydcn Königreichen zu erleichtern. Kraft dieses haben wir Unterzeichnete Commissa- ricn, vermag unsrer Vollmacht, Len gegenwärtigen Waffenstillstand unterzeichnet, und mit unserem Wappen besiegelt. Gegeben am Bord des Schiffs Sr. Majestät Lenden, auf der Rhede von Kopenhagen, am yten April rtzcl. Unter;. Ernst Friedrich Walrrrsdorff. Hans Lindholm. Nelson, I). os LronU» William Stewart. R v ß l a n v. Schreiben aus Petersburg, vom 27. Merz. Bald nach dein Ableben unserS verewigten Monarchen schickte der jetzt regierende Kaiser Cvuriere nach Haag, Londen, Paris, Berlin, Neapel und Stockholm. Der Gesandte Sr. kaiscrl. Majestät in Berlin hat Befehl, von dort aus sogleich andere Couricre nach Carlsruhe, Dresden, Erlangen, Wien, Kepen« Hagen, Bayreuth und Ludwigslust abzufertigen. Der Graf Woronzow in Londen soll durch einen Courier Credenkiaien von dem jetzigen Kaiser erhalten haben. Ins Reich selbst wurden an di« verschiedene Gouvernements Stafetten abgeschickt. Durch eine derselben wurde dem Gouverneur in Riga, Herrn von Begle- schcff, befohlen, sogleich nach Petersburg zu kommen. Er wwd an tee Stelle des verabschiedeten Prinzen Obelmrioff, General - Procureur, werden; ein Posten, den er schon ehemals mit großem Ruhm bekleidete. Unser junge Monarch erfüllt ganz die große Hoffnung, die sich das Reich von ihm gemacht batte. Sein mcnschtusrcundlkchcs Herz, überzeugt von der Liebe und Anhänglichkeit ftjnes Volks, verbietet die öffentlichen Kennzeichen knechtischer Verehrung. Sein erster Befehl war ein Vebot an dieVorüberfahrenden, weder vor ihm, noch irgend jemand aus der kaiscrl» Familie, aus dem Wagen zu steigen. Man sagt, das Embargo ans die englischen Schiffe werde aufgehoben werden. Beym Abgänge diesen Briefe ist cs aber noch nicht geschehen. Am Tage nach dem Tode des Kaisers gab der jetzige Monarch den wenigen hier anwesenden Gesandten die gewöhnliche Audienz. Schreiben aus Riga, vom zi.Merz» (Mit außerordentlicher Gelegenheit.) Die Ausfuhr der Waarc» ist wieder erlaubt worden, die Preist sind gcstieaen und steigen immer mehr» Auch glaubt man hier gewiß, daß wenn die Engländer den Embargo aus die dänischen und jchwed>,chen Schiffe aufmben wollten, die englischen Schiffe in den russischen Häfen auch wieder fteygcgeben werden würden.