Großherzoglich Badische Staats - Zeitung. Nro. 43. Dienstag, den 12. Februar 1811. Rheinische Bundes - Staaten. Sonntags, am io. d. Vormittags, haben Ihre Hoheit die Prinzessin Amalie von Baden Ihre Rükreise von Carls- ruhe nach Petersburg über München und Wien angetreten. Am nämlichen Tage sind Se. Exc. der kaiserl. russische ausserordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am königl. spanischen Hofe, Fürst Repnin, auf der Rükreise nach Petersburg durch Carlsruhe passirt. Se. königl. Hoheit der Großherzog von Frankfurt haben den Herrn Grafen Tascher de la Pagerie zum Gouverneur von Frankfurt und zu Ihrem Repräsentanten in diese Stadt ernannt. — Se. Exzellenz sind am 8- d. in dieser Eigenschaft von dem Herrn Baron von Albini. in Gegenwart der Mitglieder des Staatsraths und der Civil- und Militär-Autoritäten installirt worden. Der Ht. Gouverneur gab hierauf ein großes Diner, welchem die Minister, die Staatsräthe, so wie die Mitglieder der Civil- und Militär-Authoritäten, beiwohnten. Ein kaiserl. Dekret vom 29. v. M. Iän. sezt die Kon- scribirten in dem Großherzogthum Berg auf 1830 fest. Von dieser Anzahl stellt das Rheindepartement 816. Die übrigen werden folgendermaasen vertheikt: Der Bezirk Düsseldorf stellt 221; der Bezirk Elberfeld 269; der Bezirk Mühlheim 19Z und der Bezirk Essen 133 Mann; die 6 um Düsseldorf her gelegenen Kantone stellen 221 Mann. Frankreich. Sonntags,' am 3. d. hatten, wie gewöhnlich diplomatische Audienz, und Präsentationen bei Hofe statt. Unter andern erschien eine Deputation des Simplon - Departement, welcher Se. Mas. der Kaiser antwortete: Er nehme mit Vergnügen die ihm im Namen der Einwohner des Simplon ausgedrükten Gesinnungen an; Er sey zufrieden mit denen, welche sie bei dieser Gelegenheit an Lag gelegt, und Er wünsche, daß die Deputirten ihre Mir- bürger versichern mögten, daß sie in allen Vorkommnissen die Würkungen seines Schutzes erfahren würden. — Unter den präsentirten Fremden befand sich Se. Durchlaucht der Prinz Leopold von Sachsen-Coburg. — Am 4. dieses um 1 Uhr, kamen Se. Majestät der Kaiser, blos von dem Herzog von Friaul, Oberpallast-Marschall, begleitet, unerwartet in die kaiserliche Buchdruckerei. Se. Maj. hatten schon einen großen Theil dieser Anstalt besehen, als Hr. Marcel, Direktor, und Herr Anisson, Auditor im Staatsrath, Inspektor, herbeieilten. Der Kaiser bewilligte dem Herrn Maccagni eine Pension. — Von da verfügten sich Se. Maj. in das Reichsarchiv. Sie besahen zuerst den Saal des römischen Archivs, und unterhielten sich lange mit den Prälaten Altieri und Moreri. Sie ließen sich mehrere Urkunden von chem Prozesse der Tempelherren, und dem des Galiläi zeigen. Sie lasen mehrere Bullen Gregors VII. und einige ungedrukte Ur- runden aus dem Pontifikat Leo's X. Sie besahen hierauf hie aus Deutschland gekommenen Archive, und ließen sich die goldene Bulle vorzeissen. Hr. Daunou, Archivar, der nicht davon benachrichtigt worden war, kam noch zeitig genug, um Se. Maj. überall herumzuführen. — Der Kaiser kam um 3 Uhr in die Tuillerien zurük, und führte den Vorsiz im Handelsrath, der aus den Ministern des Innern, der auswärtigen Verhältnisse, der Finanzen und der Marine; aus dem Grafen Regnaud von St. Jean d'Agely, Staatsminister, dem Grafen von Sussy, Generaldirektor der Douanen, und dem Grafen von Chan- eloup, Senator, bestand. Zu diesem Conseil waren berufen worden: der Hr. Graf Röderer, Minister Staats- Sekretär des Großherzogthums Berg,Hr. GrafDefermon, Staatsminister, der Hr. Graf Real, Staatsrath, und Hr. Graf Maret, Staatsrath. — Am 6. haben Se. Ma- ! jcstät den Staatsrath präsidirt. (Auszug des Mo- | niteurs vom 6, und 7. d.) 170 In einer langen Anmerkung, womit der Moniteur vom 7. b. einen aufgenommenen engl. Zeitungsartikel begleitet, heißt es am Schluffe: „England hatte bis jetzo mit schwachen u. entnervten Regierungen zu thun; nun mag es sich aber überzeugt halten, daß die Zeiten sich sehr geändert haben. Frankreichs Maasregeln werden stets im Verhalt- nisse mit den seinigen stehen, und dieser Kamps ist der des Holzes gegen den Felsen. England wird darin unterliegen, wenn diejenigen, die es regieren, fortfahren', von jenem Geiste der Unbesonnenheit und des Hasses sich leiten zu lassen, welcher seit mehreren Zähren die englische Verwaltung bezeichnet." Die Zeitung von Genua meldet, daß am 29. Jänner der General Graf Lauriston, Adjutant des Kaisers, aus den illyrischen Provinzen in Genua angekommen sey, und daß es heisse, er sey von Sr. Maj. beauftragt, die Straße von Nizza nach Toskaira, welche in dem laufenden Jahre eröfnct werden soll, zu besichtigen. Nach Berichten aus Florenz ist der diesjährige Karnaval daselbst ungemein glänzend. Am 30. Dec. kam die Großherzogin von Pisa, wo Sie sich zwei Monate lang aufgehalten hatte, nach Florenz zurük. In den ersten Tagen des neuen Jahrs gab die Stadt der Großherzogin zu . Ehren einen großen Ball, den sie selbst mit dem Präfekten des Arnodepartements eröffnete. Am 20. Jän. ließ dagegen die Prinzessin einen maskirten Ball im kaiserl. Pallaste zu Florenz veranstalten, der Alles übertraf, was man bisher prächtiges daselbst gesehen hatte. Mehr, als 3,000 Personen aus den gebildeten Ständen waren dazu «ingeladen. Durch die -Hofleute der Großherzogin wurde dabei (erzählt die Florentiner Zeitung) folgende Idee ausgeführt: In dem herrlich beleuchteten Saale sah man oben den Parnaß/ den Apollo, die Minerva und die Musen. Um diese Götter und Halbgötter herum saßen die berühmtesten Männer, deren Vaterland Toskana gewesen ist: bei der Kalliope Dante ; bei der Klio Macchiavcll und Guicciar- dini; bei der Thalia Bibbiena und Buonarotti; bei der Melpomene Ruccelli und Poliziano; bei der Urania Galilei und Torricelli; bei der Erato Petrarch und Boccaz; bei der Polihymnia Filicaja und Redi; bei der Euterpe Alemanni und Menzini; beider Terpsichore endlich Guido und Lully. In der Muse der Geschichte erkannten die Anwesenden die Großherzogin, und allgemein war der Wunsch, Last dieser Anblik einen guten Kopf in Toskana begeistern möchte, die Geschichte ihrer unsterblichen Familie auf eine würdige Weise zu beschreiben. Die kleine PrinzePn Tochter der Großherzvgin erschien bei dem Ball als Alstor, vom Apoll geführt. Dieses Fest, wobei sich Geschmak u. Pracht vereinigten, dauerte die ganze Nacht mit jener anständigen Heiterkeit fort, die sich von dem feinen Florenz, dem Athen Italiens, erwarten ließ. Der ehemalige Wathspensionär und jetzige Senate»» Schimmelpennink ist nunmehr mit seiner Familie von Amsterdam nach Paris abgereist. Eben dahin wollte sich auch der ehemalige Bürgermeister und nunmehrige Senateur van der Poll begeben. Ein kaiserl. Dekret vom 2. dieses sezt die von den zu Paris beibehaltenen 60 Druckereien den aufgehobenen zu leistende Entschädigung fest. Hier folgt eine nähere Anzeige des kaiserl. Dekret v. 12. Jänner in Betreff des Tabaks (sh. Nro. 22): Cs soll ein Requetenmeister der Regie Unserer vereinten Rechte beigesellt werden. Er soll nach Unserm Staatsrath Generaldirektor in dem Rathe der Regie die Stelle einnehmen, und ihn in seiner Abwesenheit prasidiren. Er soll unter den Befehlen des Staatsraths Generaldirektors vorzüglich mit der Verwaltung und Aufsicht des Fabrikation und des Verkaufs der Tabacke beauftragt werden. Er wird die Oberaufsicht über die Rechnungen der Magazinverwalter , der Manufakturen, der Haupt- und Privat-Inhaber von Niederlagen haben, und jeden Monat dem Staatsrathj Generaldirektor einen Auszug davon zustellen. Er wird dem Rathe der Regie die Projekte der Verkaukspreiße, so wie die Berichte über die streitigen Angelegenheiten Vorschlägen und vorlegen. Er wird dem Staatsrath Generaldirektor die Ernennungen der Generalund Hülfsmagazineverwalter, der Angestellten bei den Manufakturen, der Haupt- und Privat-Jnhaber von Niederlagen , der Absetzer und überhaupt aller Angestellten bei der Aufrcchthaltung der Ordnung, Fabrikation und dem Verkaufe der Tabacke überreichen. Er soll ebenfalls die Festsetzung ihres Gehalts und ihrer Bezahlung und jdie Festsetzung des Preißes der verschiedenen zum Verbrauch bestimmten Tabaksarten vorschlagen. Der Staatsrath Generaldirektor wird dem Minister der Finanzen die Ernennungen det General-Magazineverwaltec, der Verwalter der Manufakturen und der Haupt- und Privat-Jnhaber der Niederlagen,, vorschlagen. In jedem Departement, 171 m man Tabak anbauet, sollen nur ein oder zwei Haupt- Magazine für die Niederlage des Tabaks in Blättern, bis zu ihrer Versendung in jdie Manufakturen, errichtet werden; und zur Vollstreckung des 15. Artickels des Dekrets vom 29. Der. 1810, sollen Niederlags-Magazine nahe bei den Tabaksbauern angelegt werden, in welche diese ihre Blätter liefern, die hierauf für das Bürcau und die Kosten der Regie in die General - Magazine abgeliefert werden. In jedem Departement soll eine Haupt-Niederlage und in jedem Arrondissements eine Privat-Nieder- lage errichtet werden. Die sabricirten Tabacke sollen aus den kaiscrl. Manufakturen nach den Hauptniederlagen auf das Ansuchen erpedirt werden, welches die Inhaber der Niederlagen an den Hauptagenten der Manufaktur werden gemacht haben, und wovon eine doppelte Ausfertigung der Regie zu gleicher Zeit übergeben werden wird. Die Inhaber von Privatniederlagen können ihren Vorrath aus der Haupt-Niederlage ihres Departements beziehen. Sie können an die Konsumenten nicht direkte und nicht unter 3 Kilogrammen verkaufen. Die Regie wird auch in jedem Arrondissement Verkaufsbureaux errichten; sie wird deren Anzahl nach Maasgabe der Bevölkerung berechnen. Die Absetzer sollen ihren Vorrath aus der Niederlage ihres Arrondissements und nicht anderswo beziehen. Die Inhaber von Haupt- und Privat-Niederlagen sollen gehalten seyn, ihre Niederlage selbst zu verwalten. Sie sollen sich ohne Urlaub nicht entfernen, noch ein anderes Gewerbe treiben können. Diejenigen, welche werden überwiesen werden, andern ihren Namen geliehen und für ^eren Rechnung Geschäfte geführt zu haben, sollen abge- sezt werden. Die Vorsteher, welche nach den Ausdrücken des Art. 16. des Dekrets vom 29. Dec. iZio Kautionen leisten sollen, sind die Inhaber der Haupt- und Privat- Niederlagen und die Absetzer rc. Großbritannien. Am 29. Jänner ist die Regentschaftsbill zum drittenmal in dem Oberhause verlesen worden. Am Zi> sollte sie an das Unterhaus zurükgehen; das große Siegel konnte alsdann am 1. Februar aufgedrukt werden, der Prinz hierauf den vorgeschriebenen Eid ablegen, und dann Montags am 4. zur Eröfnung das Parlaments schreiten. . Bulletins über den Gesundtheitszustand des Königs: Vom 28. Jan. Se. Maj. befinden sich heute ein wenig besser. Vom 29, Der Zustand Sr. Maj. ist günstiger. Vom 30. Se. Majestät befinden sich s» wohl, wie gestern. Vom Zi. Se Majestät befinden sich fortdauernd in dem befriedigenden Zustand,, worin Sie seit voriger Woche sich befinden. Portugal. In den neuesten Londner Blättcm befinden sich Nachrichten aus Lissabon bis zum 13. Jan. Coimbra war von den Engländern verlassen, und vom General Drouet besezt worden. Die Marschälle Soult und Wortier näherten sich Badajoz, wohin sich die Generäle Ballasteros, Mendizabol und Madden zurükgezogen hatten. In den Stellungen der Hauptarmeen war keine bedeutende Veränderung vorgefallen. General Campbell war an einem bösartigen Fieber gestorben, so wie auch der Oberst Finch, General in portugiesischen Diensten. General Hill lag krank darnieder. _ Theater - Nachricht. Mittwoch, Len rg. Februar: Der Spieler, Schauspiel in 5 Aufzügen; von Jffland. Offenburger Stadt - Theater - Nachricht. Sonntags, den 17. Februar: Rochus Pumpernickel, ein Vaudeville in 3 Aufzügen, die Musik ist von Mozart, Paisello, Martini und mehrern berühmten Kompostteu,rs. Unfern Freunden und Korrespondenten machen wir bekannt- daß Mittwoch, den 20. Febr. die Bühne in Lahr eröfnet wird. . Todes - Anzeigen. Freitag Nachmittag um vier Uhr starb an einer Brustkrankheit der Rathsverwandte, Johann Jakob Pi ton, in einem Alter von 57 Jahren. Wer ihn kannte und sein redliches Schaffen und Wirken, den unermüdeten Eifer in der Erfüllung seines Geschäfts, die heitere Aufopferung seiner selbst für das Wohl der Seinigen, das Herz voll Liebe und Wohlwollen, das er Jedem, der seinen Wirkungskreis berührte, entgegentcug, und den seltenen Gleich- muth in jeder Lage seines Lebens voll Arbeit und oft nicht ohne Mühe, den er bis zum Augenblick des Todes bewahrte, der wird spät noch seiner gedenken, und gern mit uns trauern, daß er uns so bald entrissen ward. Jedem, in der Nähe und in der Ferne, der ihm auf seinem Weg durch das Leben mit Liebe und Freundschaft begegnete, danken wir im Namen des Verstorbenen, wo er es selbst nicht mehr konnte. Carlsruhe, den io. Februar 1811. Des Verstorbenen Gattin und Kinder. Der Vorsehung hat es gefallen, uns unfern theuren Gatten und Vater, den Großherzogl. Mund koch, Ludwig Friedrich Mel es, heute in einem Alter von 8i Jahren, 172 in jenes Beffere Leben abzurufen. Indem wir diesen für uns schmerzlichen Fall allen unfern Anverwandten u. Freunden hiemit bekannt machen, empfehlen wir uns derselben fernem Wohlgcwogenheit und Freundschaft. Carlsruhe, den io. Febr. 1811. Anna Meies, geb. Wizenmann. Carl Friedrich Meles. Carlsruhe. sBekanntmachung.j Nach eingetrc- teuer hohen Entschliessung des Großherzogl. Finanz-Ministeriums Domainen-Departements soll die seitherige Selbst- Magazinirung in den hiesigen Bauhöfen aufgelöst, u. von dem wirklichen Vorrath alle ausgeschiedenen Artickel öffentlich versteigert, dann über die zukünftige Lieferung der unentbehrlichsten, u. blos für aufferordentliche, eilige Ereignisse erfordert. Artickel das Bedürfniß durch einen auszusindenden Hauptlieferanten gegen Verpachtung des neuen Bauhofs in Entrevrise gegeben werden. Die bereits entworfene Bedingniffe der Entreprise können bei dem Großherzogl. Bauamt von jedem Anfragenden stündlich eingesehen, und die Erklärung hierüber bei der unter dem 18. Febr. d> I., Morgens früh um y Uhr anberaumten Versteigerung zu Protocoll gegeben werden, von welchem Tag an zugleich die Versteigerung des wirklichen Vorraths ansangen, und bis zur Vollendung jedesmal Morgens früh 9 Uhr, und Nachmittags 3 Uhr ununterbrochen fortgesezt werden wird. Carlsruhe, den 24. Januar 1811. Auf besondern Auftrag der gnädigst angcordneten Spezial-Kommission. Castorph, Bauamts-Aktuar. H echingen. sOsfene R e q uisition.j Die Gebrüder Joseph Silvester und Fortunatus Blickle, dann Nikolaus und Georg Blickle, sämtliche Krämer von Hausen, diesseitigen Fürstenthums, schulden an die Gebrüder Zutust ein zu Konstanz, für ausgenommen« Waaren die Summe von 1147 fl- 22 kr. Da dieselben in dem hiesigen Lande kein Vermögen besitzen, dem Vernehmen nach aber in dem Azrslande mit zerschiedenen Krämerwaaren herumziehen sollen; so werden sämtliche hoch- und löbliche Obrigkeiten ersucht, obige Schuldner im Betretungsfall anhalten, und von ihren bei sich führenden W aaren, soviel in Arrest nehmen zu lassen, als zur Befriedigung der Gebrüder Zumstein erforderlich ist. Welche geneigte Will- führde man in allen ähnl. u. andern Fällen diesorts zu erwidern bereit ist. Hechingen, den 13. Dec. 1810. — Hochsürstlich- Hohenzoller'sche Hofralhs-Kanzlep. — Hofrath Haid, i Endingen. sStek - B rief.) Derschen mehrere Jahre in die Scribentenzahl aufgenommene und zulezt bei dem diesseitigen Bezirksamt angestellte, unten signalisirte Aktuar, Johann Friedrich Wagner, von Jspringen, bei Pforzheim, gebüttig, hat sich den 21. Oktober v. I. unter Beraubung der Tax-, Sporteln- und Depositenkasse flüchtig gemacht, und bis daher nichts von sich auskundschaften lassen. Vermöge höherer Verfügung dd. iy. Jan. 1811, Nro.yoo, wird nun gedachter Wagner .aufgesvrdert, binnen drei Monaten um so gewißer vor Unterzeichneter Stelle zu erscheinen, und sich wegen seiner Entweichung zu verantworten, als er sonsten des Verbrechens für überwiesen erklärt, sein Vermögen konsiszirt, und er selbst der Badischen Lande verwiesen werden solle. Zugleich werden alle Civil- und Militär-Behörden ersucht, aus den Flüchtling zu fahnden, denselben im Betretungsfall zu arretiren, und gegen Ersitz der Kosten an die unterzogene Stelle abzuliesern. Verfügt: Endingen, den 1. Februar 1811. Bei Großherzoglich Badischem Bezirksamt. Bau müller. Signalement. Der entwichene Johann Friedrich Wagner ist von sehr robustem Körperbau, vollkommenen runden Angesichts, blauen Augen, blonden nach der Mode geschnitten Haaren, stumpfer Nase, etwas blonden Bart, trug bei seiner Entweichung einen dunkelgrauen tüchenen Frack mit weis- sen metallenen Knöpfen, und über diesem einen hechtgrauen Ueberrock von Halbtuch, grau gestreifte Hosen von Wvllcoat, Stiefeln, einen Federhut, und eine Jagdtasche und Jagdflinte. Pforzheim. sVorladung.) Der schon seit 40 Jahren abwesende - Burgerssohn Philipp Jakob Siedler von Nöttingen wird andurch aufgefordert, binnen einem Jahr um so gewisser dahier zu erscheinen, und sein nur in 40 fl. bestehendes Vermögen in Empfang zu nehmen, als sonst solches seinen darum nachgesuchten nächsten Verwandten in nuzniesliche Verwaltung'gegeben werden wird. Pforzheim, am 32. Januar 1811. Großherzogliches II. Landamt. Roth. Waldshut. sVorladung.j Die beiden Gebrüder Johann Baptist Mezger und Michael Conrad Mezger von hier, begaben sich schon frühzeitig in die Fremde, und ließen beide seit 30 und resp. 24 Jahren nichts wehr von sich hören. Auf Anmelden ihrer hiesigen Verwandten werden dieselbe oder ihre-etwaige Leibes-Erben hiemit aufgesordert, sich binnen Jahresfrist dahier zu melden, u. über ihren Aufenthaltsort gehörig auszuweisen, widrigenfalls ihre nächste Verwandte in den fürsorglichen Besitz des ihnen inzwischen angesallenen elterlichen Vermögens prr 1300 fl. gegen Sicherheitsleistung eingew.esen werden würden. Waldshut, den iy. Jän. 1811. Großherzoglich Badisches Bezirksamt. Föhrenbach. Emmendingen. ^Verpachtung.^ Die Erben der verstorbenen Schmid Götzischen Wittib von hier, haben sich entschlossen, die ihnen eigenthümlich zugesallene Behausung, Scheuer samt Schmiede, in der Lammgasse gelegen, auf ü Jahre öffentlich zu verlehnen, wozu auch das Handwerksgeschirr abgegeben wird. Die Schmiede liegt in einer vortheilhasten Lage, und ist wegen ihrer langen Existenz eine der gangbarsten in der Stadt Emmcndingen. Diese Verlehnung wird Donnerstags, den 28. Februar, Nachmit- miktags um 2 Uhr auf dem hiesigem Rathhaus vorgcnom- men, wozu die Liebhaber hierdurch eingeladen werden, mit dem Bemerken, daß sich Fremde wegen ihres Vermögens- Zustandes und sittlicher Aufführung durch Attestate auswe»- sen sollen. Emmendingen, den 1. Febr. iZiir Großherzogliches Bezirksamt. Roth.