Larlsruher Sonabends -i 8 Zeitun g. den 7- I u n y- O 0. Mtt Hochfürstltch . markgräflich. Vadtschem gnä-lgssen prtvtlegto» L L r L L O. Freydurg, vom -8 May. Am a^ren d. ist eine Abheilung der französischen Besatzung von Altbrei- fach etwa vierhundert Mann stark/ hier alö Garnison eingerückt. Am 25. May kam der Kommandant von Altbreisach Gen. Beauregard, selbst hier an. Am 26. kehrte er nach Altbreisach zurück. An eben diesem Tag wurden gegen daS Höllen nnd das Waldkirchertyal Vorposten ausgestellt. Heute früh aber ist/ mit Tages Anbruch, die Garnison nach Altbrersach zurück« gekehrt. Babenhausen, vom 28 May. Gen. Moreau erließ heute in seinem Hauptquartm folgende Proklamation: Der Obergeneral der Rheinarmee, in Erwägung , daß durch eine falsche Auslegung seines Schlusses vom 4. Floreal das Recht, Rcqmsitionen zu machen, vom höchsten bis auf den nidrigstm Grad ausgedehnt worden; daß aus diesen gesetzwidrige» Forderungen übertriebene, sowohl für dw Armee atS für das Land verderbliche Verschwendungen erfolgt sind, und die sich mtt einer guten Verwaltung nicht vertragen, erwägend auch , daß die Verantwortlichkeit in Pro- viantsachcn, insonderheit auf den KricgSkommissarien haftet , denen vom Gesetz das Recht zu rcquiriren zugceignet ist beschließt was folgt, nemkich: die Komnilssairs - OrbonnateurS sollen allein und unter der Genehmigung der Generalliemnante oder Divi« sionögenerale das Recht haben , Requisitionen an Le« bensmitttln und Wagen zu machen, und da solche nur nach den örtlichen Hilfsquellen und der Stärke der KriegSabtheilungen zu berechnen sind, so haften »i» Kmgslvmmissaire persönlich für all» Requisitionen, welche den täglichen Verbrauch der Truppen, zu denen sie gehören, überstiegen haben würden, und sollen selbige unter keinem Vorwand herabsetzen oder mindern können. 2. DsS Recht, Gelbkontributioncn aufzulegen, gehört dem Obergeneral ausschließlich zu, die daraus entspringenden Summen sollen nur m die Kasse des Zahlmeisters geschossen werden können. Z. Vom heutigen Tag an ist allen Militairs, von wel« chem Grad sie seyn mögen , und allen Angenellren verboten , irgend eine Requisition oder Forderung zu machen. Alle Forderungen, die dem, wa-, im ersten Artikel vorgcschri.ben ist, nicht gemäß seyn werden, sollen als Erpressungen oder Plünderungen angesehen und die Thäicr verfolgt und den miiitairtfthen Kommissionen überliefert werden. 4. Die Verfügungen des Schlusses des Obcrgcncrals vom 4. Floreal nebst dem als Anhang dazu gehörigen Unterricht des Ge- ncralkommissatrs, denen durch gegenwärt'gcn Schluß nichts entsagt »st, sind kräftig erhalten. 5. Gegenwärtiger Schluß soll in de» Armeebefehl eingcrückt, in beiden Sprachen gedruckt, und in allen Gemeinden bekannt gemacht werden. Der Obergeneral. Unterz. Moreau. Die Abschrift gleichlautend: Der Kommissair-Ordonnaieur en Chef. Unterz. Machten FavierS. Rcgensburg, vom r Ilmy. Briest aus München vom rchen melden, daß an diesem Tag Nach, mittags ein Bataillon ans der Stadt gerückt war und auf einer Anhöhe eine halbe Stunde vor der Stadt auf dem Weg nach Landsberg Posto gefaßt hatte. Der Rest der Garnison war beordert worden, sich- marschfertig zu halten, man hatte Kanonen auf die ( 4lr ) Mäkle geführt und die Bürgerschaft stand unter dem Gewehr. — Die Kaiser!. Armee hat seit einigen Ta. -.gen eine Bewegung,auf ihrem linken .Flügel längst der Donau gemacht. — Es ist die Rede davon, die hier befindlichen Kriegskassen weiter rückwärts zu -bringen. Die Rttirade der k. k. Bagage chat feit gestern -ausgehört. Die Franzosen find nicht bis München gekommen. Es sind, wie man versichert, keine rrgu- laire franz. Truppen, welche so weit vordrangen und einige k. k. Regnnentcr von der Krayischen Armee, die sich noch in ihrer alten Position befinden, rücken gegen jene an. Gestern Mittags ist der engl. Gesandte,Herr Wick- Ham, auf der Donau nach Wien abgereißt. — Vor- gestern kamen unter mehreren Flüchtenden, auch ,6 Nonnen aus Geiscnfeld hier an. Der Herr Gra> .von Snarray ist mit dem -Korps unter seinen Befehlen zu Neuburg an der Donau und nicht hier, wie es sehr unrichtig -verbreitet wurde, angekommen. Abends. Heute kam die Micfpost wieder.von Aicha her, -vorgestern Nachmittag ohne das Augsburger Paquet mit den Nachricht, daß die Franzosen noch bey Friedbera stünden. Auch von München Her melden die Nachrichten von gestern, daß sich der panische Schrecken wieder gelegt hätte, indem man wisse, daß die Franzosen noch bey Landsberg stünden. (A. d. M. Z.) Mannheim, vom 4 Juni. Seit 8 Tagen ist der Verkehr mit dem Unken Rheinuser wieder frei. Wer die gehörigen Pässe hat, -kann ungehindert hin und her paffiren. Die benachbarten Landleute von der andern Seite bringen täglich viele Lebensmittel hieher, die man nun wohiftrler bekommt. Ueber dem Rhein kaust man l.Malter Korn für z. -ssGrrster. fl 40 kr. Ein Pf. Butter um 12 kr. die Maas Wein um >6. kr. re. Achern, vom 4 Iuny. Gestern Abend streifte eivr frauzösijche Patrouille, von Hxjaren und Grena« dicrö von der polnischen Legion, von Sand bis in die Gegend von Offeuburg, auf ihrem Rückzug setzte ihnen Graf Wallmoden mit einem Kommando Uhla- «en und Szekler Husaren, von Ramerschweicr aus, über das Feld hin mach, bey Bühl und Griefen wurde die französische Patrouille eingeholt, mehrere Husaren und alle Grenadiers mit dem franz. polnischen Legionschef, gegen 40 Mann gefangen gemacht. Rork, vom 4 Iuny. Rittmeister Schciblrr war heute hur uud Halle eine Unterredung mit bem franzö. Divisions Gewral Klein, so viel man hört, soll eS die jüngste Berghcmprer und Gengenbacher abgeführ« M y Bauern betresst. Appenweier, vom 5 Iuny. Heute kam ein franz. Offieier mit einem Trompeter hieher und bringt Vorschläge, den gestern bey 'Griesheim gefangenen Legionsschef der Polacken, gegen einen Kaiser!. Ossi, zier auszuwechseln. Stuttgart, .vom 5 Iun. Auch He heutige Post 'von Aug,purg fehlt Durch Ressende erfährt man , -daß die Französtche Armee aus Schwaden immer twetler in Baiern eindrtngr. F r a n k r e t ch. Strasburg vom 2 Iuny. Vorgestern Abendwur- de im hiesigen Naiioiiallheatcr le petit?c>ucet mit feinem ganzen Apparat von Tanzen, Gesängen, Feuer, -werk.re. aufgeführl Man scheint nach Bcenk'.gunz des StükS uns das leztere niSt g-»z d:e -gehörige Sorgfalt verwendet zu haben, denn in der Nach: kam Feuer lm Theater aus, und Morgens den zr. May um 4 .Uyr siuno das Gebanve in heilen Flammen, und brannte mit allem, was darinn war, wollig ab. Man -konnte nichts retten da es aber -allein -steht, so -that -das.Feuer weiters keinen Schaden. Der ehemalige .Zwribrüker Hof Hat sehr wenig durch die Hize -gellt« -trn. Der Schade, den dieser Brand verursacht Hat, ist ziemlich beträchtlich. Die Gemeinde allein, auf deren Kosten dieses Gebäude im Lahr 1701 .erbaut worden war, verliert dabeyzoooFr. Miethzins. VorgesternMvrgens wurde unvermuthet dieKomnmni- rkation mit dem rechten Rheinufer über Kehl unter, drochen. Die rohantschen und ortenauischen Bauern, wenigstens zooo Mann stark, anit 2 bis zoo Uhlanen, chatten sich verabredet, unsre Posten im Kinzingrr- Thal, bey Hornberg, Gcnqenbach re. zu überfallen. Aber die Franzosen waren auf ihrer Hut. Ausgechickte Patrouillen hauen ste am 29. May von der Ännäbe« wung der Feinde unterrichtet. Sie zogen sich sin -bester Ordnung zurück und ob ste gleich nur 240 M. stark waren, so Garen sie solchen muthigen Wider« stand, daß sie ohne Verlust in der Gegend von Akten- heim ankamen, wo sie eine Verstärkung von gco M. -erhielten und «un das Gefecht -mit entschiednem Vor« Geil führten. Einige zo Bauern bl-eden auf dem Platz und ein Amtsschulz wurde mit 2 Bajonettstichen geködtet, wett er sich weigerte, ein grosses Gebäude zu öffnen, wortnn man einen Vorrath von Patronen fand, der den Franzosen, welche die Ihn« gen verschossen hatte», trcflich zu statten kam. Das franz Detachement bestund aus Polacken, die sich aufs tapferste hielten. Ihr Chef bewieß den größten Muth. Ewige Unwürdige von ihnen waren einige Tage vorher von Lahr aus dcsertirt,und hatten nach dem Weg zu den Kappler Bauren gefragt. Diese Bamen chvssen meist mir gezognen Büchsen oder mit doppelten Flinten. Mehrere von ihnen find ge- c 413 > fangen und »um Theil verwundet hier eingebracht ""Nach Berichten aus Mainz ist 'daselbst der Gen. Wimpfen gestorben, -und der bekannte ehemalige HoM-Nau arretirt und in den Fijchthurm gebracht -Biseboffsheim wieder verlassen. Seil einigen Tagen sind täglich Scharmüzel mit -der östr. Kavallerie und -den Bauern vorgcfallen. I t a I t e n. Hier folgt die 'Capitulation wegen Uebergabe dev Citac>üe von Savonna welche zwischen dcm K. K. Ge». Grafen Vt. Julien, Commandanren des Bio- -eade Korps und dem Franz. Brigade General Buget, Commauoanten besagter Citadelle geschlossen wurde. Art - > Die Französische Garnison der Citadelle von Savonna nmd »nr allen KriegSehre», Waffe» und Gepacte klingendem Spiel und fliegenden Fahnen ausmar'schiren, und, ohne -kriegsgefangen zu ftp», durch den kürzesten Weg mach Frankreich sich begebe«, sie wird durch Kais Kön. Trupven bis an die erste» .Franz. Posten begleitet, und während des Marsches werden ihr die erforderlichen Lebensmittel abgereicht. Annv. Die Franz. Garnison hat morgen den ,6 May um z Uhr Nachmittags mit den gewöhnliche» -Krie'gsehrcn, Waffen und Gepäcke, -klingendem Spiel und wehenden Fahnen auszumarschieren, sie strekr aber auf dem Glacis das Gewehr, und ergiebt sich als Kriegsgefangen , sie *wikd nach dem Innern von Italien gebracht, bis der kommandirende General dev Kaiserlichen Armee in Italien hierüber etwas anders -verfügt. — Zusaz zu diesem Artikel: Die Offiziere der Garnison behalten ihre Degen oder Säbel, s» wie ihre Pferde und Gepäcke, und die Soldaten ihre Tornister, alle jene, die nicht unter der Zahl dev Streitenden begriffen find, haben die Erlaubniß, so weit cs Franzosen sind, nach Frankreich, die Italiener hingegen in ihre Hcimath abzugehen, hievon sind nur ausgenommen die Chirurgen, und was soffst zum Dienst der Kranken gehört, welche zurück bleibe» müssen, »in die Kranken und Verwundeten, die der Garnison nicht folgen können, zu besorgen. 2) Man wird den Offizieren der Garnison die zur Fortbringung ihres Gepäcks und ihrer Habseligkeite» erforderliche Mittel verschaffen. — Antw. Zugesta». den. z) Die Kranken und Verwundeten werden über Meer iranspvrtirt, und jene, welche würklich nicht z» reisen im Stande find, verbleiben in den Spitäler» vonSavonna, und haben ebenfalls die Befugniß,^nach ihrer Herstellung nach Frankreich flch zu begeben.— Antwort Die Kranken und Verwundeten werden mit «l'.cr Rücksicht, welche die leidende Menschheit fordert, behandelt werden, nach ihrer Genesung hingegen sind sie, wie die Garnison, kriegsgefangeo. ' , 4) Den Liguriftyen (Genuesischen) Truppen sdllstey sichen, der Garnison nach Frankreich zu folgen, oder sich in ihre Heimath zu begeben, ohne dieserwegen auf irgend eine Art beunruhiget zu werden. — Anrw. Alles, was zum Stande der Streitenden von der Gar. tttson gehört, ist schon in der Antwort auf den ersten Artikel begriffen. Französischer Zusatz . Artikel. Die Ocsterreichischen Offiziere, welche als Kriegs» gefangene in der Citadelte sich befinden dürften, sind als ausgewechselt betrachtet, sobald die Kaiser!. Trup» prn sich in den Besitz des Platzes ftze«. Gleich nach der Unterzeichnung der Kapitulation werden die Geis, sein gegen einander ausgewechftlt und das Schloß, thor den Kaiser!. Truppen eivgeränmt. — Alle Plane und Schriften, welche Bezug auf den Platz und des» sen Befestigung haben, so wie das Geschütz und die Munition, sind denjenigen, welche Kaiftrl. Seiko zu ihrer Uebernahme abgcschickt werden, getreulich aus» ^liefern. Savona den izren May igvo. Franz Graf St. Julien. Buget, K. K. Generalmajor. Französischer General. Zusatz-Artikel: " Die Garnison wird nicht nach Deutschland abae» -schickt, sondern ihr gestattet werde», in Italien sich «ufzuhallen und sie soll eine der ersten zur Auswcchö, ,lung angetragen werden. Antw. Die Garnison von Savona kann nur so lang in Italien sich aufhaltcn, bis hierüber die wei. tere Entscheidung von dem kommandirenden General «rfolgt, was ihre alsbaldige Auswechslung betrift,, dafür werd' ich mich verantwortlich verwenden. Auf den Mauern von Savona am iz. Mai wie. §ben. Graf St. Julien. Schweiz, Luzern, vom 29 May. So eben angckom- mene Briefe von vorgestern melden, daß der größte Theil des Truppen Korps von Moneey über den Gotthard vorgedrungen , und bereits auf feindliche Posten geflossen fty. Am 23. May ivltte Friclö vom Gen. Lapoype angegriffen werden. Aus Genf erhalten wie die amtliche Nachricht, daß die Division des Gen. Thurreau aus der Gegend von Briangon gegen Turin vorgerükt fty. Susa und m Brünette weggenommcn und bei 20a» Gefangene, gemacht HM. Ankü n d i g u n g. _ Carlsruhe.. Wenn der dahier pcw. b »wi er vir-e »LZse zu seiner Bestrafung inngesessne vor gänzlicher Erstehung derselben aberund zwar, von der ihm« 414 ) .^ dabei zuerkannten öffentlichen Arbeits Strafe weg heimlich entwichene ledige hiesige Judenpursch Laza» rus Hirsch Pforzheimer, sich nicht a Lato binnen 6. Wochen dahier etnfindet, und sich seines Austritts wegen verantwortet, so wird derselbe der hiesigen Fürst!. Landen auf ewig verwiesen, sein Vermögen confiszirt, und sein Namen an den Galgen geschla. gen. Verordnet bey Oberamt Carlsruhe den «ölen April. 1800. Carlsruhe. Wer an den in Sannt gerathenen Burger Michael Hartmann zu Spöck etwas zu for- der», oder sonst eine Ansprache zu machen hat, soll« solches bis Montag den 2ztcn July d. I. Vormit. tags 9 Uhr zu Spöck auf dem Rathhauß bey der Schulden . Liquidation unter des BeweißeS Mitbrin- gung bey Verlust der Forderung angrben. Verordnet bey Oberamt Carlsruhe den 2iren May i Zoo. Carlsruhe. Ein hier durchreisender Fremder wünschte einen oder mehrere Rciftgeftüschaster nach- Frankfurt zu bekommen. Er ist jede Stunde parat zum abreisen. Das Nähere ist im hiesigen ZeitungS- Comptoir zu erfahren. Hochberg.. Zu der Schulden. Liquidation Joh. Georg Srrohmen, des Burgers und Schmidts zu Denzlingen sollen alle diejenige, welche ein Eigcnthum, oder eine Schuld aus der Masse zu fordern haben, unter Milbringung ihrer Beweißurkunden auf Mon- tag b. 16. Juny d. I. Vormittags vor der Thei» lungÄommission auf der Gemeindsstube in Denzlin- gen sich cinfinden und dem Recht abwarten. Ver» ordnet bey OderamtHochberg zu Emmendingen d. 16. May 1800^ Hochberg. Wann der wegen verdächtigem Dieb» stahis entwichene Hintersas HannS Dahinten von Jhrtngen sich nicht von Dato an gerechnet , binnen z Monaten vor Oberaml ste.-t, jv wird er der dissel- tig Fürst!. Lande auf immerhin verwiesen, sein Vermögen confism'f und sei» Nähme an den Galgen ge» schlagen werden. Verordner bey Oberamt Emmendingen d. r May 1800. Rastatt.. In Gcfolg Hochfürstl. Reglrungsbcfehls vom 2Y., April ltzoo n/ird der böslich ausgeiretten« UNkertha'n Georg Seyeret von Niederbühl an- durch vorgcladcn, vo,i.hcu!e in Zeit von z Monat sich vor daviesig Fürsil. Oberamt zu stellen und' sich über seinen unerlaubten Austritt zu veraitt. Worten oder zu gewärtigen, daß nach fruchtlosem Verlauf dieser Frist er der Fürst!. Lande verwiesen und ftili Vermögen confiscirt werde Verordner Rastatt bey Oberamt d. 19. May ,Zoo. Rastatt. Bey dem Hvfmichdrucker Sprinzing in Rastau ist das in Kupfer gcstochne Pomair des izigen Pabffrs L 15 kr. A haben.