! Nro. i-9. ? Larlsruher ! ! Mittwochs s 8 MMW Pag. ;89. Zeitung. d e n rz. A u g u st 0 O. Mit HochfürMch s Markgräflich . Badischem gnädigsten privtlegio. Kr*r»s. W Semlin, vom 2; Iuly< In Makedonien (in der europäischen Türkcy,) ist die Pest ausgebrochen. Sie soll bedeutend um sich greifen. In der Gegend von Nissa soll cs zwischen dem Passawand Oglu und dem Bassa von Belgrad zu einem blutigen Treffen gekommen seyn, worüber die bestimmten Nachrichten «och fehlen. Jener lebt fortdauernd von der Pforte unabhängig, und diese ist zu ohnmächtig, um ihn demüthigcn zu können Wien, vom z Aug. Man sieht hier den Frieden als gewiß an. Der Staat von Venedig bleibt, wie man vernimmt, selbst mit einigen Vergrößerungen, in kaiftrl. Händen und was der Herzog von Modena erhält, kommt mit der Zeit wieder an das Haus Oestreich. Maltha durste unter guten Bedingungen für die stanz. Scrhandlung wieder dem Orden zurück gegeben werden. — Es ist ein stanz. Kourier mit wichtigen Drpe« fchen angekommen. Sie sollen Frirderisvonchläge i enthalten, die als das Ultimatum der französischen Rcaierung betrachtet werden. Es bestätigt sied, daß -00,000 Mann Rußischer Truppen sich in Bewegung gesetzt haben, und sich «nitkn Grämen nähern. Auch zweifelt Niemand mchr an dem men Einvcrstäntniß zwischen den Hö. fen von Petersburg und Wien Am lbkcn d. v. reißre der Gr. v. Kozubay mit wlchllgen Aurrrägeii vom Petcr-burger Hof, welche sich vcrmulb'lcv auf diesen Truppcnmarfch bezogen, durch Lemberg nach W cn. Auch war der Kommau. dant von Ostgalltzien F M. L. v. Kvspoth, inLem- berg eiugetroffrn. Bey dem grossen Brand zu Presburg, wobey die vornehmsten Gebäude abgebrannt sind, haben sich rgc» stanz. Kriegsgefangene bey den Löfchanstalten so ausserordentlich ausgezeichnet, daß man ihnen die Rettung der dortigen grossen Wasserkaferne vorzüglich verdankt, weswegen der Kaiser nicht nur 1020 ff. unter sie vertheilen ließ, sondern ihnen auch die Freiheit schenkte. Ulm, vom 6 Aug. Heute geht seit mehrern Wochen die Post zum erstenmal wieder von hier ab» GOlt Lob, es ist abermals eine traurige Periode überstanden. Schon hatte der Feind unsre Festung eingeschlossen, schon that die zur hartnäckigste» Ge-, genwehr gefaßte brave Garnison einige lebhafte Aus. fälle, schon mußte unsre geäugstigte Bürgerschaft von Tag zu Tag einen Regen von feindlichen Bombe» und Grenaden auf unsre zum Theil zimlich hölzernen Häuser befürchten, als mitten unter Angst und Scheck- ken die unerwartete, aber desto erfreulichere Nachricht erscholl: Es ist Waffenstillstand l Der Jubel war unaussprechlich. - Während der Einfchliessung haben wir hier keinen eigentliche» Mangel gehabt. Brod und Fleisch war genugsam vorhanden, an grünem Zugemüs fehlte eS auch nicht, weil ma« dessen in den letzten Tagen vor; der Blokade so viel als möglich in die Gradl geschaft und in Len Kellern aufbewahrt hatte, nur an Butter! und Eiern steng es an zu fehlen. Itzt hoffe» wir ans einen baldigen Friede». Augspurg. vom tz Aug. Der hier versammelte Ausschuß derjenigen schwäbischen Lande auf weiche die stanz. Geld und Schuhe, Requisition von 6 ? 59 » Millionen Franken und roo,ooo Paar Schuhen um- gelegt worden ist/ hat den kontriduirendcn Ständen durch öffentliche Blätter bekannt, machen lassen/ daß die Lieferungen von 12 zu 10 Tagen richtig, geleistet werden müßem wenn man sich nicht der Gefahr aus- setzen wolle, militairische Exekution zu erhalten. — Die Bayern aufgelegte Kontribution wird nun nach erhaltenem Nachlaß von 2 Millionen Liv. durch An« lchen und frcywillige Beysteuer zusammen gebracht. — Die Verschanzungep vor Reuti sind der Waffen« stiilstandslinke gemäß in franz. Händen, so wie auch Reuri selbst von ungcfehr 8oo Franzosen besetzt ist. Gleich hinter Reuti stehen die Kaiser!. Vorposten. Bamberg vom 8 Aug. Die Franzosen, welche die Demarkationslinie am linken Matnufer besetzten,^ waren nach gestrigen Nachrichten nur bis Kleinkinder^ selb zwischen Roßdrunn und Wirzburg. vorgerückt«-^! nem Gerücht gemäß, welches sich jedoch nicht verbürgen läßt, soll zwischen dem Gen. Simbschön und einem französischen General eine besondere Uebcreinkunst für Franken geschlossen worden seyn, welcher zufolge, die französischen Truppen nicht über die Tauber' vordrin«. gen und die Rednitz gar nicht besetzen sollen. Daraus ließ sich das langsame Vorrücken der französt Truppen erklären. Alle Depots, welche zu den in dsrft Gegend von Wirzburg und Philippsburg stehenden' Truppen gehören, sind aus Böhmen über Bamberg jm Rückzug begriffen, so rükt schon übermorgen das der fränkischen Jäger hier durch, welches gewiß als ein gutes Zeichen zu betrachten ist. « Die hiesige Zeitung spricht fortdauernd von Wiederherstellung des guten Einverständsiffes zwischen den Höfen von Wien und Petersburg, von Bewegungen der russischen Truppen nach der östreichischen Gränze von bewaffneter Fricdensvermitklung von Seiten Rußlands und Preussens rc.Der neulich durch Lemberg gereißtt russ. Gen. war Hr. von Kozubav, und eilte nach genannter Zeitung, mit wichtigen Aufträgen vom Petersburger Hof,- welche sich vermuchlich auf den russ. Truppenmarsch bezogen, nach Wien. Hanau, vom y Aug. Rach neuen Nachrichten von dem obern Main sind die Franzosen am 6ren von Remlingen bis Volkach vorgerückt, und haben von da alle Ortschaften mit Kavallerie und Infanterie zugleich besetzt, ihre Vorposten aber rückwärts bis Zells nahe bei Würzburg, geschikt. In unserer Nachbarschaft ist - Die m mchrern ttalienüchen Zeitungen verbreitete Nachricht, als.Pb -Ferrara von den Franzosen besetzt sey, ist ungegründct. c 59r ) »ln der Schleifung des Kastells von Mailand wird thätigst fottgefahren, dagegen werden die Citadcllen von Brescia und Orci. Nuovi von den Franzosen eckigst noch stärker befestigt und auf et« Jahr Mit Lebensmitteln versehen. ' Mailand, vom zo Iuly. Es war am 22. diß, als man hier den t» Deutschland geschloßnen Was. ftnstillstand pudl-zirte. Sogleich wurde der Marsch der franz. Truppen und verschiedne andre Kricgsan« stalten eingestellt. Noch am ncmlichen Tag reißte Gen. Massen« nach Turin ab. Zuvor aber ließ er noch folgende interes. sanre Proklamation ergehen: Kaum hat der erste Konsul den Feind entfernt und euch Mailändern, eure Unabhängigkeit geschenkt, so sucht man euch schon wieder wegen der Zukunft zu beunruhigen. Män sagt euch von einer neuen Koalition'/ man kün. digt euch di« nahe Erscheinung der Russen an / man streut raufend andre falsche Gerüchte gegen eure Ruhe und gegen die franz. Armee aus. Aber eine einzige Wahrheit reicht hin, diese Unwahrheiten zu widerleg gen und diese ist: Daß man bcv gegenwärtiger Lage -er Dinge und vorzüglich der KricgSangelcgeiheilen Len Frieden als gewiß auftycn kann. Und wenn cs selbst England noch getingen sollte, Oestrcich aufs Neue in Krieg hincinzuzichen, »0 würden 2 siegreiche Armeen, die täglich Verstärkung erhalten, bald auch diesen neuen Triumph Englands vernichlen. Triest, vom 1 uug. Wir haben hier durch Wienerbricfe sichere Nachrichten von dem nahen Abschlüsse des Friedens erhalten, auch haben wir Gründe zu hoffen, daß in den Bedingungen und Conventionen dessckbe«, auch die Handlung der dcyden vorzüglichsten kaiserlichen Seestädte am adriattschen Meer, Venedig, und unsre Sradr, nicht unbedeutende Vortheile erhalten werden da überhaupt auch auf Be. förderung des Allgememhandelr Rücksicht genommen werden soll. G r 0 s d r t t t a n t e n. London vom 29 Jul. Heute geht der König mit aller gewöhnlichen Feierlichkeit in das Parlament, um dasselbe zu prorogircn. Bester «hat Herr Jones im Unterhause den Herrn Pitt gefragt, ob England in dem deutschen Waffen- st, »stand mit einbegriffen sey, und ob es wahrscheinlich behauptet werden könne, daß England auch ja den deutschen Friedens. Präliminarien ejngeschlossen sehn werde? Herr Pitt gab zur Antwort, daß er sich nicht verbunden glaube, eine solche Frage zu beantworten. . London, vom zr Iuly. Am 2Y. d. hat der König das Parlament bis zum 7. Ott. durch eine Rede vom Thron prorogirt, wovinn er, nachdem er seine besondre Zufriedenheit mir dem, was für die Union Irrlands geschehen ist, so wie mit den bewilligten Subflsien, ausgedrückt hatte, urucr anoern sagte: Der Gang des Feldzugs auf dem festen Land hat durch eine» plötzlichen Umschlag die Hoffnungen betrogen, welche die Lage der Dinge, am Anfang des nemlichen Feldzugs, vollkommen zu rechtfertigen schien und unglücklicher Weift aufs neue rinen beträchtlichen Theil von Europa jenen Drangsalen und Gefahren auogesetzt, ivovon cs feit kurzem durch die glänzenden Siege meiner Alliirlen lftfreit worden war. So schmerzlich auch, diese Ereignisse seyn mögen, so wird es doch stets für mich der Ge- genstand einer gegründeten Beruhigung ftyn, wenn ich bedenke , daß, während dieses kurzen Zei-raums, meine Anstrengungen und die meines Parlaments unausgesetzt dahin gerichtet waren, unsre eigne Rechte und Interessen zu behaupten, so wie auch die andern Mächte zu unterstützen und ihren Eifer für die Vertheidtgung der Freiheiten Eurvpvs zu beleben. Ohngcachtet des abwechselnden Kriegsglücks, hat eure Sta.idyaftigkeit und Festigkeit den vortheil- hastesten, wichtigsten und dauerhaftesten Einfluß auf die allgemeine Lage der Angelegenheiten gehabt, der durch euer Betragen und eure neuen Erklärungen geäufferte Entschluß wird mir die sichersten Mittel darbieten, in Verbindung mit meinen Mitten, für die allgemeinen Interessen zu sorge» und unter allen Umständen die Ehre meiner Krone, das Glück meiner Urmrthanen, die «Sicherheit und den Wohlstand aller Tyeile des brittischcn Reichs zu sichern. Unsre Fregatte Nemesis hat eine dänische Fregatte nebst b Kauffahmyfthiffen, die selbige unter ihrer Konvoi hatte, nach einem heftigen Gefecht genommen und nach Deals gebracht. Der Kapital» unsrer Fregatte, in deren Nähe sich noch andre engl. Fregatten befanden, verlangte, daß die dänische Konvoi sollte visitiert und ihre Papiere untersucht werden. Der dänische Kapitain verweigerte dieß , worauf es zu einem hartnäckigen Gefecht kam, in welchem von beiden «Leiten mehrere Menschen getödret oder verwundet wurden. Das Gefecht fiel an der flandtt. schen Küste vor. Jene dänischen Schiffe find am 26. zu Deal angekommen, wo sie bis zu weitrer Entscheidung liegen bleiben. Preußen. Berlin, vom z Aug. Buonaparte soll dem Kai. ftr solche Fttebensvorschläge, die derselbe nicht verwerfen kann, gemacht haben. Folglich ist am Frieden kein Zweifel mehr, nur England sucht alles möz. liche anzmvenden, damit er nicht zu Statt- kommft es sott neuerdings dem Kaffer die. größten Anerbie- ( 5HS ) ringen gemacht haben. Man behauptet hier für zu. vcrläßia, daß Preußen und Rußland alö Vermittler beym Frieden angenommen sind und letztere Macht, um lhrer Vermittlung Kraft zu geben, 8o,ooo Mann aufs neue ausrücken läßt. Man behauptet ferner, daß der Kaiser von Rußland, wenn nicht Friede werde, sich fest entschlossen habe, den Franzosen den Krieg zu erklären und dem Hause Oesterreich mit seiner ganzen Macht beyzustehe«. Holland. Haag, vom z Aug. In der gestrigen Sitzung -es baiavischen gesetzgebenden Korps ist ein Schreiben, welches das balavische Direktorium an die Gesetzgeber geschickt hat, vorgelesen worden Weil man schon wüste, daß dieses Schreiben die Unterzeichnung der Friedens-Präliminarien zwischen Oestreich und Frankreich enthalten werbe, so sind eine Menge Men» schen in beide Kammern gekommen, und die Adle, sung dieses Schreibens wurde mit vielem Jubel und Freude angehört. Man las darinn folgende merkwür» dige Stelle. Wenn die Siege der französischen Armeen auf den Ebenen von Marengo , und an den Ufern der Donau die Hoffnung des Friedens neu belebt haben, und wenn diese Hoffnung durch den zweifachen Waffenstillstand in Italien und in Deutschland brüätigt worden ist, so gibt uns heute die wichtige Nachricht, daß die Friedens. Prälimiarien am avsten July Abends in Paris zwischen Oesterreich und Frankreich unterzeichnet worden sind, eine weit mehrflchere Aussicht,daß eine so lange gewünschte Pazifikation diesem zerstörten Krieg, wenigstens auf dem festen Land, ein Endziel legen werde. Diese angenehme Nachricht ist uns (dem Direktors») gestern Abends durch einen ausserordentlichen Kourier von der französischen Regierung zuge» schickt worden. Noch den nemliche» Morgen hatte der französische Gesandte Bürger Semonville eine Conferenz mit dem Direktorium, und soll einiges Mißvergnügen über die offizielle Anzeige dieser Nachricht von unscrm Di. reetorium, an die beiden Kammern geäussert haben, weil solche sicher der Willensmeynung des Konsulats zuwider fcy , auch müsse er die Sache leibst noch in Zweifel ziehen, weil er noch keinen Kourier erhalte» habe. Es heißt, Schimmclpenniug sey es gelungen, in das Gcheimmß er zwischen der franz. Regierung und dem Grafen Sr. Junen gehaltnen Conferenz rinzu» bnngcu und ks sty stctier, d ß Graf Sr Julien m't hinlänglicher Voll!!« cht vctiehe.it gewesen sey mit Vorbehalt kaiserl Ra ifilaucn mit der »ranz. Regierung die Präliminar«« ins Reine z« dringen und daß er solche wirklich abgeschlossen habe. Da aber die kaiserl. Ratifikation zuvor noch erfolgen muß, ehe man sie als zu. vrrläsig oder offiziell ankündigen kann, so wird von der franz. Regierung, bis zur Zurückkunft des Kon. rierS aus Wien, ein tiefes Stillschweigen beobachtet Un« ser Voözichungsausschuß hat daherwider den Willen der franz. Regierung gefehlt, auch soll aus dem Schreiben unftrs Gesandten Schimmelpenning soviel abzunehmen seyn, daß ohnerachtetdie Nachrichtsclbstzuverläßi- sey, man sie doch nicht offtziel ankündigen dürfe. Es ist zu erwarten, daß unser Gesandter wegen dieses Vorfalls -e» der französischen Regierung inUngnade fallen dürft- weiter einen unvorsichtigen Gebrauch von demZutraucn seines Freundes Talleyrand gemacht habe, unterdessen ist das Hauptversehen auf Setten unseres Vollste« hungsausschusses, der etwas alö offtziel bekannt macht, was seinem Minister noch nicht als offiziell war angc- zeigt worden. In der Münze zu Amsterdam sind wieder zoo,oo- Dukaten für Rechnung Norddeutscher Kausieut- geschlagen worden. Man fürchtet noch immer einen englischen Mgriff auf Nordholland. Schweiz. Bern, vom 5. Aug. Heute ist der Französische Gen.Detmas mit seinem Generalstaab aus Lion hier angekommen. Zugleich ist heute ein ausserordentlicher Kourier der Französischen Konsuln aus Paris bey unserer Regierung angekommmen, und har die nahe Ankunft von vielen Truppen der Reservearmee a» »nserer Gränze, angekündigt. vermischte Nachrichten. Nach gedruckten Nachrichten waren die bgierische«, und kaiserlichen Generale in den letzten Tagen des Kriegs in Mishclligkeiren gcrathen. Der Churfürsivon Bayern soll sich in Wien beschwert haben, daß man seine Residenzstadt dem Feind blvS gestellt habe. Man schöpft aus diesen Umständen die Hoffnung eines Separatfriedens mit Bayern, von welchem in, dessen noch nichts Zuvrrläßigei bekannt ist. Ankündigung. Daß der Kaiser!. Reichs fahrende Posteours von hier über Rastatt nach Strasburg und ganz Frank« reich, sodann über Rastatt und Frehburg nach Basel, Bern Gins rc wieder riöffnet worden und des EM des alle Montag M'ttaaS »m Po^wagen dahin ah. gehen wnd, weicher von daher Monrags Moegens dahrcr rmtnsl. Hab n hiermit öffentlich bekannt Matchen wollen. Frankfurt den Z. August -8co. Kaiserl. Rcichs-HauptposiwagewEx-editi,»,