Pag. 588 . Nrc-. i^r tLl Q MM MM» .»Ä HA den § September. Zeitung. o 6. Mit Grosherzoglich Barschem gnädigstem privikegio» -^nnvÄk Briest Wien. Niederelbe; Nördliche Nachrichten. Hamburg; Aufhebung der Blokaöe der az^ffisckcu'o>5ken ' Erlangen. Würzburg. Hanau; General von Knobelsdorf geht nach Paris. Vorstellung des Magistrats m ^ranksutt auf Marschall Augereaus Schreiben. Paris; Rückkehr der Oesterreichischen Kriegs- scsakianen Die grose franz. Armee räumt Deutschland. Das Gebiet des Rheinischen Bunds ist unverletzlich. Bericht über Mirandas Expedition. Vermischte Nachrichten. Carlsruhe, vom z Sept. Das gestrige Regierungsblatt enthält folgende Landesherrliche Verordnung. Die Titulatur des Grosherzoglichen Hauses betreffend. Se. Königliche Hoheit der Grosherzog haben zu resolviren gnädigst geruhet: 1) für S i ch Sclbst den Titel: Französisch: §on a^lkeSüe Ro^ie ^lonseiZneur le 6r^nä Duc äe Drcleu: zu führen, und Sich von anderen Personen solchen beilegen zu lassen, sodann genchmlgt. dak 2 ) Höchst Ihr Herr GroßSohn den Titel: Französisch: ^ 8ou ^.ltesse ^lonselgueur le DiLuä Duc Iiereäimiw äs Lgsteri. Teutfch: Se. Hoheit der Erbgroß^rzog, annchmen; und Höchstdesselben Frau Gemahlin den Mel Teutsch: Ihro Kaiserliche Hoheit die Erbgroßherzogin — Französisch: 8ou Presse IinxeriLle lelLclniLe la Dinucl Duckesse IiersäitLlre führend Ferner. 3 ) daß die Durchlauchtigsten nachqebohrnen Prinzen den bisherige« StammMel: Marggraven zu Baden beybehalten, und Saß sowohl HöchstSre als die santtliche Durchlauchtigste Prinzessinen ihres Haußess nehmlich der verwitweten Frau Marggräfin, der Fra« Prinzessin Friedrich und der Frau P r i n; e s si n A m a l i e Hochsürstliche DnrchtgnHt hinfort des deutschen Prädikats: '" ' Hoheit: Französisch: ^ lre § se Sich bedienen » . welches «»durch zu Jedermanns Wissenschaft und NachaHtung bekannt gemacht wird. Ans dem Großherzogüchen GehrimenRath Carlsrnhe vom 22. Nng. i 8 oS. r Ky ) ' D e st r e t ch. Triest, vom 9. Aug. Schon einige Zeit her kommen weder russische noch rnglische Kriegsschiffe in unsere Nahe / desto mehr aber lausen Kauffahrteischiffe hier ein, welche jedoch den. hohen Preis der ausländischen Manufakturwaaren um nichts vermil dern. Briese aus Gradiska lassen hoffen, daß diese Stadt bis zur Hälfte dieses Monats wieder von den französt- Ichen Truppen geräumt scyn wird. Aus Salonichi schreibt mau, daß in der Türkei gross Vorbereitungen und Zurnstungcn geschehen, welche auf einen baldigen Krieg Hinweisen : aucl> soll die Pforte den Befehl crtheilt habe», daß sich alle russische Un- terthanen bereit halten, auf das eheste das Reich zu verlassen. Wien, vom 2z Aug. Durch Aufhebung der deutschen.Reichsversassung verlieren hier , da auch der Reichshosrath aushort, eine beträchtliche Anzahl von Neichshoiraths - Agentni und' andere Personen ihre Stellen und bisherigen Einkünfte. — Bey der ^österreichischen Armee wird alles aus den vollkommensten Friedcnsfuß gesetzt, indem der Kaiser Franz der Erste fest entschlossen ist, seinen geliebten Un- tcrthanen die Segnungen desselben genießen zu lassen. Anstatt der sonst gewöhnlichen Revücn ist den Negi, ments - Jnnhabcrn anbefohlen worden, die Mannschaften im Schießen zu üben. — In Mähren, Böhmen und Oesterreichisch - Schlesien werden, weil die Aernd- te sehr gesegnet ausgefallen ist, Magazine angelegt, um mittelst derselben in Mißjahren die dürftigen Einwohner unterstützen zu können. — Im Monat Sept. wird in Ungarn ein Landtag gehalten. Auf demselben bürste der edeln ungarischen Nation die Basis zu einer neuen zweckmäßiger» Verfassung vorgclegt werden. Vorrechte Einzelner müssen mit Recht dem Besten einer ganzen Nation weichen. Deutschland, von der Nicderelbe, vom 23. Aug. Das nördliche Deutschland, welches in den lezten Zeiten den Politikern schon so manches Näthsel zu löse» gegeben hat, bietet in diesem Augenblick wieder, ein Schauspiel neuer Art dar. Nachdem der König von Schweden eine zeitlang den preussischen Handel auf der ganzen Strebe von der russischen Grenze bis Usedom gelahmt Hatte, und man jeden Augenblik glaubte, der prcussische Hof werde Repressalien brauchen, und Schwedisch Pommern wcgnehmcn, ist plötzlich ein Vergleich zu Stand gekommen, dem zufolge die Schweden das Laucuburgische wieder besetzen, u. d dafür die Blo- kade der vrcuß. Häven anshcben werden- Diß letztre ist nach heute angekommneu Stafetten schon geschehen. Nicht minder auffallend ist es, daß Prenssen die Mündung und die Ufer der Elbe gänzlich geräumt hat und man will wissen, daß ebenfalls ein Vergleich mit England auf dem Tapet scy. — Uebrigcns wird nun zwar seit beinahe 14 Tagen sehr viel von den prcuß. Rüstungen gesprochen; im Ganzen ist aber.noch wenig geschehen, was auf eine offensive Stellung schiieffen liesse. Im Westphalischen und in Osisriesland sind eiliigeKaffcn zurückgeschickt worden. An der sächsischen Grenze sind die Regimenter marschfertig, man hört aber bis heute noch nichts von einem würküchen Aufbruch. Nur im Hannvvilschen konzentrire» sich die. Truppen, und Hameln wird in den Stand gesezt,eine Belagerung auszuhalten. In Hamburg hat man von den Zeitungen das „Kaiserliche Privilegirte" weggclaffen ; auch für das Kirchcn- Gebet ist eine neue Formel angeordnct. Lübeck hat die Benennung, freie Hansee-Stadt, angenommen, welches auch in Hamburg und Bremen geschehen wird. Hamburg vom 26. Aug. Mehrere am Sonnabend von Lübeck hier ringelrof- fcne Estafetten haben die Nachricht überbracht, daß der König von Schweden die bisherige Blockade der preußischen Häfen aufzuhebe» befohlen habe. Die neuesten Berliner Briefe enthalten dieselbe Nachricht, welche gleich nach der erfolgten Rückkunft des Obrist, Lieutenants von Krusemark von Greisswalde bekannt geworben zwar. Nach Nachrichten aus Stralsund sind bereits 6 Escadrons Husaren und r Batterien Artillerie nach dem Lauenburgischen im Marsche begriffe» und im Mecklenburgischen, wodurch sie marschieren?, sind für dieselben Quaticre angesagt worden. Erlangen, vom 29 Aug. Vorgestern ist der Fürst von Hohenlohe hier ange- ( MD ) kommen, und hak am folgenden Tage seine ?' äse zur preuß. Arinee, die sich an der sächsischen Grarze zu- sammenzieht, soetgcsczt. — Am 26 d. stich kam eine Abstellung baim scher Truppen vor bas Stadlchen Ip- hsftu, sprengte die gesperrten Stabtlhvre, zog hierauf in dasselbe ein, forderte den königl. preuß. Beamten die Schiüffel zu Kassen, Registraturen re. ab, und als ihnen diese verweigert wurden, holte man einen Schlosser herbei, welcher die Thüren öffnen um! Des andern Tages wollten 80 M., der nämlichen Truppen Markt Ludert in Desiz nehmen. — Der Eigeutchömer der Steierischen Buchhandlung in Nüriiberg, Palm, wurde vor einigen Tagen armirt, u-rd über Ansbach nach Braunan abgeführt. Auch in Augsburg und an andern Orten Süddeutschlands haben verschiedene Buchhändler dieses Schlksas gehabt. Sie werden beschuldigt, Schmähschriften gegen Frankreich verkauft zu haben. Mürzburg, vom 29 Ang. Von den Bedingungen des -wischen Rußland und Frankreich geschloffenen Friedens werden gegenwärtig folgende angeführt: l) Napoleon wird als Kaiser, und seine beiden Brüder als Könige von Neapel und Hol- !and, von Rußland anerkannt. 2) Ragusa wird von den Franzosen geräumt, und kommt wieder unter den Schutz der Pforte, deren Integrität und Unabhängig seit von beiden Machten anerkannt wird, z) Eben so wird die Ionische Republik wieder unter dem Schuzze der Pforte hergestcllt. Zu dem Ende raumen die Russen die Siebeninseln, upd zwar erfolgt diese Räumung gleichzeitig mit der Räumung Deutschlands von dcn fran« zös. Truppen, deren Rükzng z Monate nach der in Paris angelangten Nachricht von der Räumung von Cattaro erfolgen muß. 4) König Ferdinand behalt Sizilien, und erhält zur Entschädigung für Neapel, die Valearischcn Inseln Majorca und Minorca, welche bekanntlich dem mit Frankreich verbündeten Spanien gehören. Hanau, vom zc>. Ang. Der preuß. Gen v. Knobelsdorf ist vorgestern Nachts, »on Berlin kommend, hier durch nach Paris gereiset. Gestern, gegen Mittag, gieng ein ebenfalls von Berlin gekommener stanzös. Kourier hier durch. Nach sei- M Aussage sollte er vor dem Gen. von Knobelsdorf in Paris e:.-treffen. Seine Eile, um diesem sMkjtü kommen, war ein ach aussermdeutlich. Der Magistrat von Frankfurt hat auf das bekanntst Schreiber des Marschaüs Augereau an diesen eine- Vorstellung übergeben, worin er erklärt, baß die- Prokiamatwü, von der di. N.de scy, so wie die Um-. tcheilung derselbe , nicht bas Werk einiger Mitglieder gewesen, sondern vor dem ganzen Nathe beschlossen worden sey. Frankreich. Parts, vom 17 Aug. Vorige Nacht kam ein Kurier ans London hier an.: Dies ist alles , was man von den Negoziationen weiß. Der Mon. von gestern gibt folgende Nachricht. Alle östmchische Kriegsgefangene, die sich in den wiirtem-, lwrgischeu Staaten befinden , uud daselbst durch die Hindernisse zunickgehalten waren, die sich der Vollziehung des Prcßbnrger Friedens in den Weg gelegt hat-' ten, sind nun sreigcgeben worden, und haben ihre Rückkehr nach Oestreich angetreten. Alle französischen Truppen der großen Armee haben ihren Marsch-Befehl erhalten. Das Korps des Mar- schalls Ney gehtauf der Brücke von Neu-Brcpsach; die Korps der Marschalle Mortier, Bernadotte und Au- gereau aus derMainzcr Brücke, das Korps des Marschalls Svult, und die verschiedenen Kavallerie Reserven auf der Straßburger Brücke; das Korps des.Marschalls Davoust auf der Brücke von Speyer über den Rhein. Also werden die Korps der großen Arinee Deutschland vor Ende Septembers geräumt haben, so daß vor Ende dieses Monats kein Franzos mehr in demselben zurück seyn wird. Es werden mehrere Lager um Paris herum errichtet, nm die Armee während der Feste zu versammeln. In dem Lager von MeuSou liegen schon seit acht Tagen zwölf Bataillone. Die Frau Marschallin Augereau ist iu der Nacht vom 20. aufd. 2isten auf ihrem Landsitze, W Hoiassals, 12 Meilen von Paris, gestorben. Man versichert, daß mehrere Staatsmänner iu Deutschland vsrgeschlagen haben, das Napoleonsche Gesetzbuch in allen Staaten eiuzuführen, welche zum rheinischen Bunde gehören, und daß dieser Gegenstand auf dem Frankfurter Bundestage zur jSprache komme» werde. ( Zyr ) Man schätzt die Volksmenge der Staaten 5 welche zu dem rheinischen Bunde gehören, aus acht Will. Seelen. Man versichert , heißt es in Frankfurt 5 der Kaiser Napoleon habe erklären lassen, daß das Gebieth des rheinischen Bundes unverletzlich sey, daß kein Delasche- ment fremder Truppen, unter welchem Vorwände es sey , durch dasselbe durchziehen könne, und daß man jede Uedertrccung als eine GebiekhsVerletzung ansehe» werde. Man versichert, daß der Hr.Graf von Gör; , preußischer Minister bey dem ehemaligen Reichstage zu Regensburg , in derselben Eigenschaft bey dem rheinischen Bunde zu Frankzurt residircn werde, den der Körrig v. Preußen bereits anerkannt hat. Der Moniteur vom 26. August enthalt noch Mter fernen nicht amtlichen Nachrichten, folgende Angaben in Briefen aus Hamburg, Kassel, Dresden und Frankfurt: „ Ein NordDeutscher Bund ist im Werden: der prcuff. Hof will solchen unter seine unmittelbare Protektion nehmen. Er will, daß auch die z Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck diesem Bund beitreten: Aber man versichert, Frankreich, Rußland und England vereinigen sich in dem Wunsch, daß gedachte z Städte unabhängig unter dem Schuz von ganz Europa bleiben. — Der Kurfürst von Hessen wird entschieden diesem Nordischen Bund beitreten. — Dagegen will der König von Dänemark dem Bund nicht beitreten, sondern sein bisher zum deutschen Reich gehöriges Herzogthum Holstein dem Königreich Dänemark einverleiben. — Kursachsen ist von Preussen auf- gesvrdert, dem NordDeutschen Bund beizutreten: aber zwischen den 4 Machten, Rußland, Oestreich, Frankreich , Preussen inne gelegen, will es sich nur nach dem Rath aller derselben entschliessen! Dem Kurfürsten wäre cs lieber , wenn er neutral bleiben dürste, «m nie in Zwistigkeiten jener grossen Mächte verflochten zu werden, und stets eiker vollen Unabhängigkeit zu gemessen. Dis itzt haben die Botschafter von Rußland , Oestreich und Frankreich in Dresden noch nichts geäussert. — Paris, vom 25 Aug. Im gestrigen Moniteur ließt man einen offiziellen Bericht, der zu Carraras über Miranda's Expedition bekannt gemacht worden ist« Am 27'. April erschieß Miranda an den Küsten der Provinz Larracas, nachdem er von den Negern von Jacmrl war abgewiescir- wordcn. Ec landete 14 Meilen westwärts von Lagui- ra, und sezte 5 Emissäre ans Land, um die Bewohner zum Aufstand zu reizen. Die Regierung, welche alle seine Schritte von den vereinigten Staaten nach- Iacmei und von da nach Orna vcvvachttt hatte, ließ ihn durch 2 kleine Kriegsfahrzeuge angreisen. Dieß geschah am 28. mit dem wärmsten Eifer. Miranda suchte sein Heil in der Flucht, und ließ 2 seiner Schiffe in den Händen seiner Feinde, worauf sich 5 z seiner Mitschuldigen mit Gewehren, Munition, ihren Uniformen und Papieren befanden. Den 30. wurden 5 Emissäre, deren Bemühungen ganz fruchtlos gewesen waren, arretirt. Sie hatten sich überzeugt, daß- alle Voiksklassen ihren Monarchen verehren, u»S die Gesetze respektiren. In den Papieren des Miranda fand man eine Proklamation an die Einwohner, welche eine gänzliche Unkeiintniß des Geistes dieser Lander verrälh re. Die Nachricht einiger dc urschen Zeitungen, als ob» die franz. Truppen Militär - und Zlvitbesitz von östr. Istrien, Görz, Gradiska genommen, und den Eid der Treue von den Obrigkeiten gefordert hätten, wird von einem unsrer Journale für grundlos rrttätt. Es sind, sagt dasselbe, bloß einige Orte militari,ch besezt worden, die zum Durchmarsch der stanz. Truppen nach Dalmatien »olhwendig waren, und zwar mit Einwilligung der ostr. Regierung. Oernn chle Nachrichten. Hr. v. Knobelsdorf, der nach Paris geht, soll den Hrn. v. krieche,ini als preußsschen Botschafter ablösen. Die Kriegsrüstungen im Preußische» solle» nur eine defensive Stellung zur Absicht hauenz offensiv , sind sie gewiß nicht. Dies alles vermuthlich zu dem Zwecke, sich im Hannoverische» zu behaupten, oder vielleicht durch Uilierhandlniigen eine andere Entschädigung sur die abgetretenen Länder zu erthetlen. Nach zuverläßigen Briefen von Norddenkschland ist schon ein russischer Bolhfchaster, Hr« v. Worvnzvf, »ach Paris' aus dem Wege. Auch der ftaiizosische Geschäftsträger in Petersburg, Hr. Russin, reiset nach Paris. Der Friede zwischen Frankreich und Rußland ist vom Kaiser Alexander ratisieirl worden._ Karlsruhe. (Ä 7 t«atj>i»««r.)^Mav''Ld««ck in klein Carlsruhe in der Dnrlacher Strafe wohiiyajc macht einem geehrten Publikum bekannt, daß beyihm alle Sorte» Saiten für alle Instrumenten immer gesponnen werde» und billigen Preises zu haben sind.