Großherzoglich Badische f o ö t $ - Zeitung. Nro. 2Ü5. Montag, den 23. Sept. 1811. Rheinische Bundes - Staaten. Breisach, den 20. Sept. Auch hiesige Stadt hat am 12. d. das Glük gehabt, Ihre kaiserl. Hoheit die Großherzogin Stephanie in ihrer Mitte zu verehren. Höchstdieselben hatten sich Vormittags auf den Kaiserstuhl begeben, und kamen sodann Nachmittags 2 Uhr hier an, nachdem Sie von den Beamten des Bezirks Breisach zu Jhringen, von der bürgerlichen Kavallerie an den Grän- zcn des Stadlbanncs, und von dem Stadtmagistrale vor dem Ncuthor, woselbst man eine Ehrenpforte errichtet hatte, bcwillkommt worden waren. Innerhalb des Thors hatte sich die bürgerliche Infanterie in Spalieren ausgestellt. Militärische Musik und ein allgemeines heizlicheS Vivatrufen begleiteten die geliebte Fürstin bis zu Ihrem Absteigquartier, wo Sie nicht nur von den sämtlichen Amts - und Ortsvorgesezten, sondern auch von der Ge. ireralitat und den Staabsoffizieren der nahe gelegenen französ. Festung Neubreisach erwartet wurde. Die Stadt- bLller verkündeten nun laut und feierlich Ihre Ankunft; sämtliches Bürgermilitär desilirte vor Ihrer Wohnung, und alles jubelte und freute sich über die Anwesenheit der erhabenen Fürstin. Nach der Lasel fuhren Sie durch die Neu - und Münsterberggasse, welche durch vor den Häusern angebracht« Guirlanden verschönert waren, in die obere Stadt, wo Sie auf dem L ünsterplatze die herrliche Aussicht in das obere Breisgau und Elsaß genossen, und hierauf, von der Lokalgeistlichkeit am Portal der Kirche empfangen» die Altenhümer derselben zu sehen geruhten. Bei Ihrem Austritt aus der Kirche wurden Sie von dein Dekan und der Geistlich keit des Bezirks an dem zu dem ehemaligen Schloßplatze führenden Lhore bekomplimentirr, das mit Zweigen und Guirlanden und mit den aus Blumen ge stochtcnen Worten: Unserer Mutter, geziertwar, und inner welchem zwei Reihen zehn bis fünfzehnjähriger Mädchen aus allen Amtsorten Breisachs in ihrer festlichen und mannigfaltigen Ortstracht eine Blumenkette bis zu dem Ihr zubereiteten Platze hinhielten, den die Natur durch seine Lage und die reizendesten Aussichten in alle ihre Schönheiten ganz eigentlich zu dem Ihrigen gebildet zu haben scheint. Ein Bürgermädchen von hier sprach eine kurze Anrede. Ihre kaiserl. Hoheit nahmen diese kindlichen Worte so gerührt als gnädig auf, und begaben sich sodann auf den schon erwähnten Schloßplaz, auf welchem ein Pavillon in gothischem Geschmak mit der Inschrift errichtet worden war.: Hier einst ein Schloß Bertholds IV., Herzogs von Zähringen; künftig nun ein Denkmal Stephaniens huldvoller Gegenwart. Gern gestatteten Ihre kaiserl. Hoh. diesen nun zum allgemeinen Spaziergang gewidmeten öffentlichen Plaz künftig Karl - Stcphanien- Plaz nennen zu dürfen. Nachdem unsere angebetete Fürstin und Mutter uns ihre huldvolle Gegenwart bis AbendS halb 7 Uhr geschenkt, und auch die hiesige Armenkasse mit einer Summe von 27Z fl. gnädigst begabt hatte, kehrte Sie unter dem lebhaftesten Zujauchzen des Volkes mit der nämlichen freundlichen Begrüßung und bezaubernden Herablassung wieder von hier nach Freiburg zurük, mit welchen Sie angekommen war und verweilt hatte. Ewig unvergeßlich wird uns dieser Tag, und immer heilig wird uns Karl - Stephaniens. Piaz seyn! ______ Se. königl. Maj. von Würtemberg haben vermöge Rcscripts vom 20. Sept. die durch die Zurükberufung des königl. ausserordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers am kaiserl. russischen Hofe, Grafen von Schenk Castell, erledigte Gesandtschaftsstelle in Petersburg dem königl. Kammerhcrrn, Grafen von Frohberg, übertragen, und denselben zugleich zum wirklichen geheimen Raih ernannt. 1076 Oeffentliche Berichte auS Jnsbruck vom 18. Sept. melden: „ Die hiesige Stadt erfreut sich des hohen Glückes, Ihre königl. Hoheiten den Kronprinzen und die Kronprinzessin wieder in ihrer Mitte zu besitzen. Dieses Glük schazen wir um so mehr, je weniger wir Hofnung hatten , die durchlauchtigsten Herrschaften vor dem künftigen Frühjahr wieder zu sehen. Bon der Bürgerschaft der getreuen Residenzstadt Münchm war nämlich eine Deputation eigends nach Salzburg an Se. königl. Hoheit den Kronprinzen abgeordnet worden, mit der Bitte, daß Ihre königl. Hoheit die Kronprinzessin Ihre Entbindung daselbst halten mögten. Der Kronprinz nahm diesen Wunsch huldreich auf, und gewährte denselben; man mußte also vermuthen, daß Ihre königl. Hoheiten unmittelbar von Salzburg nach München abreisen würden. Allein Höchst- dieselben achteten die; Beschwerlichkeiten des Umwegs nicht, sondern verließen Salzburg in der Nacht auf den r6v d., und trafen am nämlichen Tage Abends um n Uhr im besten Wohlseyn zu Jnsbruck zur allgemeinen Freude der Einwohner ein. Diese erkennen und verehren die Wieder, kunft als einen besondern Beweis der gnädigen und huldvollen Gesinnungen Ihrer königl. Hoheiten für die Tyro- ler mit den lebhaftesten Gefühlen des Dankes und der Anhänglichkeit. Wir nähern die Hofnung, die höchsten Herrschaften noch einige Wochen bis zu Ihrer Abreise nach München hier zu besitzen." Der westphälische Moniteur meldet aus Goslar vom ,6. d.: „Eine heftige Feuersbrunst hat hier8". Großherzog'iches Hofgericht. H. v. Heß. Häsel. Karlsruhe. ^Liquidation.) Auf Verlangen des Rathsverwandlen Joyann Heinrich Wilhelm Drechslers dahier und seiner Tochter zweiter Ehe, werden alle diejenigen, weiche an die Vermögensmasse des ersteren Forderungen zu mchen haben, der E-bverihellung wegen hiermit öffentlich eingeladen, a dato b»innen 4 Wochen bei grvßherzoglichem Amrsrevisorat dahier unter Vorlegung der Beweisurtunden dieselbe zu I;qutb.t.n j zugleich aber auch jene, we.che in die Drechclern'che Mape elwa-. schu-dig sind, anourch zur Zehluuasle stung n.. das Amlsr.vlsvrar binnnen nämlicher Frist aufgeftrderl. Karlsruh., den 4. Sepr. 18". Gti ßhcri0r.l. Amlsr.visorat. O d e r m ü ll e r. Lörrach. sVr-rladung der Gläubiger des Bürgers und B ckers, A-r-Vogr Jakob Friedrich Hartmanns m (>'• r >i; a ch.) Alle d..j.mgen, welche an den vor einigen Wichen mit Tobe abgeaai genen Bürger und B ck r, Alr-Dogt Jak.b Friedrich Harimann in Gcenzach, eine Forderung zu machen hab.n, werten anm l aufgeftrderl, Montag, den 14. Ottoler d-efts Jah-s, -n dem Zielwttlhsh!.us zu Greizach vor dem Th/, ungskowmsssär zu erscheinen, ur.d ihre Forderungen unter D.nl/gung der nölbigen B.weile richtig zu si.llen, und zwar unter d.m Präjudiz, im Nichterscheu missfalle die Aussch.ießung von der vorhandenen Vermögensmasse zu gewärtigen. Lörrach, dm 3. Sept. 18 ". Großherzogliches Bezirksamt. Deimling. Vdt. Fr 0 hmüller. Mannheim. ^Bekanntmachung. Karl Stumpf Abwesenheits-Prozeß betreffend.) Wird nur mehr der Earl Stumpf für veischollen erklärt, und Johann David Stumps und die ledige Katharina Stumpf in den fürsorglichen Best; ft ncs Vermögens eingewieftn. Mannheim, den 6. Sept. 1811. Grvßherzvgl. Badisches Stadtamt. R u p p r e ch t. S e e k a tz. Pforzheim. sSchuldenliquidation.) Die Gläubiger des Schuzjuden Hirsch Salomens von hier, welcher sich nunmehr Husch Adler nennt, haben aus Dienstag den i. Okt. d. I. Vormittags 0 Uhr aus hiesigem Amrs- revisorak ihre F rderungen samt Vorzugsrecht um so gewisser zu rokumenliren, als sie sonst keine Befriedigung aus der vorhandenen Maße erhalten würden. Pforzheim, dm Z>. Aug. 18". Verordnet der großherzvgl. Stadtamt. H ü b e r. Stern. fBekanntmachnng.) Der Bürger und Ackersmann Georg Ferdinand Vetter von Bilfingen ist von höherer Behörde für mundtodt erklärt und ihm derKro- „«nwirthjÄarl Aidt allda zum Pfleger geftzt worden, ohne dessen Einwilligung weder etwas mit dem Vetter gehandelt, noch ihm etwas geborgt werden darf, bei Nichtigkeit des Handels und Verlust der Forderung. Stein, den 9. Sept. 18". Großherzvgl. Bezirksamt. Sold. Külsheim. (Vorladung des Johann Strobel von Ueßigheim.) Der bereits 50 Jahre abwesende und das 75. Jahr zurükgelegre Johann Strobel von Ueßigheim, oder dessen Deftendent-n werden zum Empfange dessen in 280 fl. 3 r. 2 pf. bestehenden Vermögens, welches bereits vor 30 Jahren seinen nächsten Anverwandten gegen Kaution verabfolgt worbe», in einer unerstrerlicken Frist von z Monaien vorgeladen, widrigenfalls nach deren Verlauf Johann Strobel pro mortuo erklärt, und de gen Vermögen ftinen nächsten Erb-n dahier nunmehr alS erb - und eigenrhüm ich zu - und eingewieftn werden soll. Külsheim, den zu. August 18". Faber. Vdt. Reinhard. Wa > bstadt. sPacht-Antrag.l Da man zufolge hohen Direktorial - Beschlusses des Neckar reifes vom 9. diese" Monars Nr. 18624 de ^roßberzogl. P abenval-Güter jj zu Dühren bei Slush.lm, bestehend in ungefähr 162 Mvr- | gen Aecker, Wiesen und Wnnb> .gen nebst Haus, Scheu- ! ern und Keller, iunftia.'n Doni. sstag den 26. dieses Monats Nachmittags um > Uhr zu Dühren auf dem Gem e.ndsbauft öesenll'ch an den Meistbietenden im Ganzen oder The,.weis» auf einen weirern bjährigen Pacht verste.gern wird, >0 wird dies hi. rm.l össenrlich be annr gemacht, und die L.ebha- ber auf bestimmte Zeit nach Dühren freundschaftlich einge- laden. Waibstadt, den 14. Seok. 81 r. Großherzoglich Badische Obechoheits - Gesällverwallung. Wacker. Heidelberg. fEinberufung .} Johannes Koch von Schrießhe m, der sich im Jahre 1783 als Schnei- dersgeselle aus die Wanderschaft begab, und von dessen Aufenthalt man bis jezt keine Nachricht mehr erhalten hat, wird hiemit aufgefordert, innerhalb 9 Monaten, von heute an, entweder in Preson, oder durch hin änglich Bevollmächtigte vor diesseitigem Amte zu erscheinen, um über sein unter Kuratel gestandenes, in 918 fl. 28 ö kr- bestehendes Vermögen zu verfügen, widrigenfalls man nach dem Anträge seiner Verwandten denselben diefts Vermögen, gegen Kaution, aushändigen lassen wird. Heidelberg, ben z, Aept. 18". Amt Untcrheidelberg. Nestler. R a p p a r i m. Earls ruhe. fFaß. u. Wein-Versteigerung.) Künftigen Freitag, als den 27. Sept., Nachmittags 2 Uhr, werden m der Behausung des Hrn. Obervaud ektrr Weinbrenner, am Ettlingcr Thor, 14 Fuder »1 Essen gebun- dene weingrüne Fässer von 7 bis 21 Ohm , »ebst e.nchen Vierling Wein von den Jahrgärgen 1804, 1807 und i8v8, , öffentlich an den Meistbietenden versteigert.