39Z Karlsruher Zeitung. Nr. 85. Freitag, den 26. März. 1819. «ade». (Mamih-im.) — »ai»n. — Kürheffen. — Sachsen. — Frankreich. — Italien. — Niederlande. — Oestreich. -- Preusi sen. -» Rußland. (Nähere Nachrichten »en der Errichtung einer Universität in Petersburg.) — Schweden. Baden. Mannheim, den 25. März. Heute Morgens halb 7 Uhr ist Kotzedue'S blutige Leiche ganz in der Stille beerdigt woroen; vier Wagen folgten. Sein Mörder lebt noch, und scheint, seine That keineswegs zu bereuen. — Die hiesigen Tagblättec erzählen den schreklichen Vorfall also: Am 23. d., Abends zwischen Z und ü Uhr, wurde der russische Ekatsrach, Freiherr August von Kotzebue, in seiner Wohnung von einem jungen Menschen, dem Anscheine nach, einem Studenten, ermordet, welcher heute früh in einem Gasthofe ankam, und hier libernachten zu wollen erklärte. Zweimal gieng er in die Wohnung des Freihrn. v. Kvtzebue, ohne denselben sprechen zu können; zum drittenmal ließ er sich heute Avend melden, und stieß sogleich, nach erhaltener bejahender Antwort, ob er die Ehre habe, mit Hrn. v. Kotzebue zu sprechen, demselben einen unter dem Rocke hervorgezogenen Dolch in die Brust. Er leng vor die Wohnung, schwang seinen Dolch, und ieß solchen darauf sich in die Brust. Er soll dabei mehrere Äusserungen der Freude über die glüklich vollbrachte Thal gemacht haben, worüber aber die Angaben verschieden sind, da sich Niemand in solcher Nahe befand, um dieselben deutlich verstehen zu können. Er hatte eine Matrikel der Universität Erlangen in der Tasche, die aber einen andern Namen enthält, als welchen er in dem Gasthause angab. Auch soll ein Papier bei ihm gefunden worden seyn, worauf niedergeschrieben sey, daß Frhr. v. Kotzebue den 2z. März fallen müsse, welcher auch sogleich an den erhaltenen Wunden starb. Der Thäkec wurde in das städtische Krankenhaus gebracht; seine Wunde wird für unheilbar gehalten. So vielfach auch die Vermntkungen über die Veranlassung dieser gräuclvollen Thal sind, so verdient doch noch keine hinsichtlich der Glaubwürdigkeit vor der andern den Vorzug. B a i«r n. München, den 22. März. Am iy. d. Abends 'st hier in dem Alter von 83 Jahren der Graf Maximilian Emanuel von Rechberg und Rothenldwen, Obersthofmeister rc., verschieden. Oer Verstorbene, sagt eine hiesige Zeitung, hincerläßt in seinen Söhnen die edelsten Stützen des Thrones, welche als gewandte und einsichtsvolle Diplomaten, als mutbvvlle und sachknn, dige Kriegsmänner, uns als geistreiche und vielerfahrL ne Kenner und Beschützer d r Wissenschaften und Künste die größte Auszeichnung im Staate genießen» Kurhessen. Kassel, den 22. März. Der kaiserl. östreichische' Gesandte am hiesigen Hofe, Gen. v. Vacquant-Geo» zellcs, hat, in Auftrag Sr. Maj. des Kaisers des Oestreich , denjenigen Truppen, welche am 22. Sept. v. I. bei Ihrer Anwesenheit in Wilhelmsbad die Wache hatten, so wie denen, welche Sie von Dettingen bis Franko furt eskortirten, ansehnliche Geldpräsenre austheilsn lassen, und den 4 Offizieren der Eskorte von der Gardshusaren-Eskadron prächtige Tabarieren, den Page« aber goldene Uhren eingehändigt. Sachsen. Oeffentliche Nachrichten aus Dresden vom rg. d» melden: Es ist jezt die Rekrutirung zur Ergänzung der sächsischen Armee ausgeschrieben; man spricht von der Errichtung eines oder zweier Reiterregimenter. Es verbreitet sich die Nachricht, noch in diesem Jahre werde im Königreich Sachsen der Landtag von neuem zusam- menbernfen werden. Es liegt dem Königreiche Sachsen, so wie jedem deutschen Bundesstaate, ob, den iz» Artikel der deutschen Bnndesakte, in die eS gewilligt hat, zu vollziehen, und eine landständische Verfassung, wie sie die Bildung deö Volkes und die Vernunft erfordern , einznfüyren. Das Volk in Sachsen hat Beweise seiner Anhänglichkeit an seinen König gegeben» wie kaum eines, und es hält mit felsenfester Treue an seinem Jürstenhause; aber es wünscht auch billige Erleichterung mancherlei drückender Einrichtungen. Das sächsische Volk muß starke Abgaben entrichten, beinahe alle Lasten allein trage»; die Rittergüter aber tragen so viel wie nichts dazu bei , «nd genießen eine Abgaben- 394 freiheit, wie fast nirgend« in Deutschland. I» einigen Orten der Oberlausitz bestehet sogar noch die Leibeigenschaft , und an andern Orten herrschen noch lästige und ungerechte Zwangdienste. Bei dem verwickelten, langsamen, kostspieligen Prvzeßgang nehmen die Prozesse kein Ende, und hierdurch wird eben so sehr die Sittlichkeit des Volkes verdorben, als sein Wohlstand zu Grunde gerichtet. — In der Gegend von Leipzig vernahm man am 28. Febr. ein starkes Gecbse, gleich dem Donner einer starken Batterie, womit eine Erderschstk- terung an Thüren, Fenstern, Tischen rc. verbunden war. Au Zörbig gab das Getöse Anlaß, eine kurz zuvor beerdigte Frau wieder auszugraben, weil man vermuthe- te, sie ftp wieder lebendig geworden. Frankreich. Paris, den 22. Marz. Gestern, Sonntags, nach -er Messe war große Cour in den Tmllerien. Die Mar- schälle, Herzoge von Reggio und von Tarent, hatten Vormittags die Ehre, mir Sr. Maj. zu frühstücken. Der Kriegsminister hat Befehl gegeben, die von den Miirten entwafneten französ. Festungen wieder zu dewafnen. 362 Kanonen sind zu diesem Ende aus dem Arsenal von la Rocheüe auf dem Wege nach dem Nord- departrment, und mehr als Zoo andere, größtenrheils unbrauchbar, und bestimmt, ungegessen zu werden, auf dem Wege nach Srraßburg. Aus dem von dem Fi'-ianzminister, Baron Louis, der Depulirtenkammer am 16. d. abgestaktetenBerichl über dir Staatsausgabe» für 1819 geht unter anderm folgendes hervor: Der für die konsolidirte Schuld eröfaete Kredit, der sich 1818 auf 189,102,000 Fr. belief, ist für lausendes I. 232,000,000 Fr., welche beträchtliche Vermehrung hauptsächlich ihren Grund in der Befreiung des Kbiügrelchs hat. Jivilliste und Fonds von y Mill. für die tdnigl. Familie 34,000,000 Fr.; Ministerium der answärligen Angeloaendeilen 8,200,000 Fr.; Ministerium der Justiz 17,462.020 Fr.; Ministerium des Innern 102,702,000 Fr.; Ministerium des Kriegs 192,750,000 Fr.; Ministerium deS Seewesens 45Milt. 200,022 Fr.; Ministerium der Finanzen 257,102,222 Fr.; im Ganzen 889,210,022 Fr. Der Minister bemerkte schließlich: Es ist zu erwarten, daß ihre Verhandlung über den ihnen gemachten Antrag dahin gehen werde, der Älegierung einen Kredit von 889,212,002 zu eröfnen; jede diesen überschreitende Ausgabe wäre nngesezlich. Dieser beträchtliche Kredit, fuhr der Minister weiter fort, «ach den. vorher erdfneten, ist, wir fühlen es, eine drückende Last. Sie wird nur durch den Gedanken einer baldigen Erleichterung erträglich. Diese Hofnung, meine Herren, ist keine Täuschung. Unsere Lasten haben auf dem Grade, wohin sie nothgedrmigen gestiegen, ihren höchsten Gipfel erreicht; sie müssen, es ist nicht daran zu zweifeln, ab- «ebnien; so schwer sie auch sind, so sind dennoch unsere Steuern hinlänglich, sie zu decken. Frankreich hat, bei unglüklichern Zeiten, standhaft ausgehalten; jezt, wo es seine Selbstständigkeit wieder erhalten, wo eö frei seine Kräfte entwickeln kan», jezt wird auch sein Much, von dem ihrigen uurerstüzt, nicht finken re. Italien. Nach Berichten aus Florenz vom iZ. d. veranlaßt« die Anwesenheit des kaiserl. dstreichischen Hofes daselbst tägliche F»ste. Der Grvßherzog hatte bei dieser Gelegenheit befohlen, 255 arme Mädchen in den Städten Florenz, Pisa, Siena, Arezzo und Grossero auszusteu- ern. — Der päbstl. Nuntius Learbi war von Florenz nach Rom abgereiset. Nach den lezten Nachrichten aus Rom hat der Pabst in Gegenwart der Kardinäle Mattei und Somaglia und anderer Prälaten. welche bei der Funktion der Seligsprechung angeikellt sind, zwei Wunder, welche dem Stifter des reformieren Ordens der heiligsten Dreifaltigkeit zur Erlösung der Sklaven, Joh. Baptist, zu, geschrieben werden, als erprobt erklärt. Zu Neapel sind voin iy. Mai verflossenen Jahrs, an welchem Tage man anfienq, die neue Münze zu schlagen. bis zum 31. Dezember 4 Millionen Ouka- ri, und zwar 2 in Gold, und 2 in Silber, ausgeprägt worden. Niederlande. Nach zuverlässigen Briefen aus Brüssel, heißt es in Hamburger Blättern, werden der Prinz und cie Prinzessin von Oranien im Monat Mai bei der kaiserl. Fa» iniiie in Petersburg einen Besuch ablegen. O e s t r e l ch. Wien, den iy. März. Die hiesige Zeitung meldet beute: Se. k. k. Maj. haben die durch den Austritt des Grafen Mellerio bei der vereinigten Hofkanzlei erledigte lombardisch -venetianische Hofkanzlersstelle dem dermaligen Gouverneur von Vencdig, Grafen v. Goeß, dessen Stelle in Venedig dem dermaligen Gouverneur von Jllyrien, Grafen v. Jnzaghp, uno dessen derma, liges Gouvernement dem gewesenen bevollmächtigte» Hofkommissär in Krakau, dann k. k. wirklichen geheimen Rache, Grafen Jos. Swerts-Spork, zu verleihe« geruht. — Fürst von Metternich, ist auf seiner Reise nach Florenz, am 11. dieses durch Klageufurt passtet. — Gebern stand hier die Konveutionsmünze zu 249 Preussen. Berlin, den 18. März. Oie hiesige Bank ist nun wieder für ein vom Staate gesondertes Institut erklärt, wie sie es unprüngUch g-weftn. Sie wird wieder, wie cS hrisr, dlskeiiliren und lombardircn, und dadurch dem Wucher viel Abberuch thun; ihre Effekten stehen fast sl p-n-i, ob sie gleich nur 2 P or. Zinsen geben. Bor dem Jahr barte die Bank eine» jährlichen Verkchr von 150 Will. Nthlr». Die Direktion unter dem Minister Schulcnburg lieh aber große Kapitalien auf südpreussi- sche Güter, die nachher sequestrirt wurden, und deren 395 Ersaz schwerlich erfolgen dürfte; denn man hbrt, daß die Ergebnisse der gemischten prenssisch-polnischen Liquidationskommission. die in Warschau. Achen und hier gearbeitet hat. sür unser Staatsinteresse eben nicht günstig gewesen sind. Es ist unglaublich, was Süopreus- sen in deuJahren 1793 dis 1806 dem preussischen Staate gekostet hat; es wurden dort Städte zum größten Thcil für Rechnung des Schatzes neu erbaut. gepflastert und verschönert, Ströme schiffbar, Moräste nrvar gemacht. Nach dem Verlust der Provinz fiel uns die Erhaltung der entlassenen Beamten zur Last, und große Kapitale der Bank, Seehandlung, Wittwen-und Jnvalidenkasse, die auf polnischen Gütern hafteten , wurden weggeuvm- wen. Dies ist grdßtenthkils verloren, und wie man hört, sollen wir sogar die Domainen im russischen An, theil ersetzen, die dort von uns veräußert worden sind. — Vor kurzem ist hier ein Offizier, der einen andern im Zweikampfe erschoß , zu sojahriger Festungßstrafe, ausserdem einer seiner Sekundanten zn 5, der andere zu z Jaoren verurtheilt worden. — Preußen zählt in seinem jetzigen Länderverbande 6 Millionen 370,380 Protestanten, 4 Millionen 23,ZiZ Katholiken, iZ.Z33.Me- noniren, 127,345 Juden, worunter 150 im Heere dienen. Nachstehende Verfügung liest man in Nr. 42 des Amtsblatts der königlichen Regierung;;» Münster. (In einem der Rkgiernngsoezirke des linken Nheinusers soll der Antrag gemachr worden seyn, dieselbe auch auf diese Lander auSzudehnen.) ,, Da die Ermahnung zur Nachholung der kirchlichen Einsegnung der wahrend der Fremdherrschaft bloß nach der Jivilfonn abgeschlossenen Ehen hier und da ohne E folg geblieben, so ist durch eine Verordnung des königl. Ministeriums des Innern fest- gefezt worden: 1) daß in diesen Fälle» für die Vollziehung der nachträglichen Trauung keine Gebühren ent- richret werden sollen; 2) daß diese Trauung, welcher, wie sich von selbst versteht, keine Proklamationen vorangehen , wenn den Leuren daran liegt, in der Wohnung des Pfarrers ohne weitere Zeugen vvrgenommen werde» darf, und z) daß diejenige», welche nach diesen Milderungen die kirchliche Einsegnung ihrer Ehe dennoch nachMolen unterlaßen, nach dem Ermessen der geistlichen Oberdehörde von der Gemeinschaft der Kirche ausgeschlossen werden können. Rußland. Petersburg, den Z. März. In Folge der beschlossenen Errichtung einer Universität in hiesiger Stadt hat sich am 26. v. M. der wirkliche Sraater-ith Ouwa- roff in eine ausserordentliche Sitzung des pädagogischen Zenrralinstistuts, dessen Kurator er ist, begeben. Oie Sitzung begann mit Ablesung des Berichts des Ministers der geistlichen Angclegenbeiten und der Volksaufklärung über die zu errichtende Universität und des von Sr. Mas. dem Kaiser genehmigten diesfallstgen PlanS. Der Kurator sprach dann, wie folgt: Die Errichtung einer Universität zu Petersburg ist ein denkwürdiges Er- elgniß für alle; für sie, meine Herrn , ist sie ein sprechender Beweis der Theilnahme, weiche Se, Maj. der Kaiser den friedlichen Eroberungen der Wissenschaften gewidmet haben. Das pädagogische Zeutralinstitut, welches die neue Universität bilden soll, hat auf eine edle Art eine Laufbahn von iz Jahre» zurükgelegt. Die von ihnen gebildeten Zöglinge zeichnen sich allenthalben durch Anhänglichkeit an die Pflichten ihres Standes, und durch ein edles Streben, allgemein nüzlich zu seyn, aus. Der Kreis ihrer Beschäftigungen wird sich nun erweitern; sie werden nicht mehr auf die Ausbildung einer gewählten Zahl von Zöglingen beschrankt seyn; sie werden allen, die gelehrten Unterricht suchen, die Mittel zur Erreichung dieses Ziels erleichtern. Ihre Arbeiten, die mit der ihnen sich eröfnenden neuen Laufbahn sich erweitern, werden nicht innerhalb des Instituts allein im Verborgenen wirken; von der öffentlichen Meinung werden sie die schönste Belohnung für ihre Anstrengungen erhallen. Die Hindernisse, di- wir finden werden, sind uns bekannt. Die Z-it und die Eintracht wird über sie siegen. Alle Tdeile woraus diese Universität besteht, haben »och nicht den ndrhigen Grad von Vollkommenheit; alles ist noch nicht geschehen; aber alles wird geschehen durch Festigkeit, Einigkeit und Ergebenheit für die allgemeine Sache. Aufrichtige Ehrerbietung füralleS Große und Heilige in dem Leben und derNatur des Menschen , Verbreitung reiner Lehren der Moral, gestüzt auf die Religio» ; Verbreitung richtiger Grundsätze der klassischen Erziehung, um auf diese Art das allgemeine Vertrauen uns zn erwerben, und die Bervollksmmung der neue» Universitärzubewirken, dies ist der große Zwek, auf welchen wir mit allen unfern Kräften hinarbeitcn müssen; tch sage, wir; den» ich kabe mich stets zu ihnen gezählt. Binnen 9 Jahren haben sie, ich darf es mit Wahrheit sagen, in mir sterS den ernstesten Willen gefunden, ihre Arbeiten, ihre Sorgen uns ihre glükli- che» Erfolge zu theilen. Diese Einstimmigkeit, die nicht ohne Nutzen für Vas Institut gewesen, wird die Grundlage der Ordnung auf der neuen Universität seyn. Die unermüdete Sorgfalt des würdigen Ministers, dessen Name für immer an de» der Petersburger Universität geknüpftist, verbürgt ihr auch den Schn; unseres erhabenen Sonverains. Möge unter dessenAuspicien dieserden Wissenschaften erdfnece neue Zufluchtsort blühen, und Früchte tragen, würdig Alexanders und seines JahrbundertS, würdig unseres Vaterlands, für welches es schön ist, zu sterk-en, aber auch schön, zu leben, in dem Leben des Geistes, der Intelligenz und des Denkens. Nach dieser Rede wählte die Versammlung vbgedachten Minister elnmüthiz zum Ehreamitgliede der Universität von Petersburg.. Diese Universität wird sich von den übrigen unter andern darin unterscheiden, daß sie nickt aus den gewöhnlichen Fakultäten , sondern aus drei großen Sektionen bestehen wird, nämlich aus der philosophischen und juridischenSek- tion, aus der naturwissenschaftlichen und mathematischen, und aus der historischen und philologischen. — Der berühmte ruff. Weltumsegler und Kapitän vom ersten Range t ^ 5 von der baltischen Linienflotte, Krusenstern, ist zum Kapitän-Kommandeur ernannt. Schweden. Stockholm, den 12. März. Der König hat nun di« Mitglieder der Kommission ernannt, die sich, nach dem Beschluß des lezten Reichstags, mit der Umbildung der allgemeinen Verwaltung Schwedens beschäftige» soll. Hr. von Löwenskibld ist Präsident, 'und der Historiker Granberg eins der Mitglieder dieser Kommission. — Laut eines königl. RescriptS vom 2. d. soll in Norwegen ein Anlehen von 600,000 Spezies gemacht werden, das ausschließend zu kleineren Anlehen gegen hinreichende Sicherheit bestimmt ist, und sind die mit diesem Anlehen verbundene« Geschäfte einer eigenen Direktion übertragen. Auszug auS den Karlsruher Witterungs-Beobachtungen. 25. März Barometer Thermometer Hygrometer Wind Witterung überhaupt Morgens 7 Mittag- !z Nachts io 27 Zoll 10/, Linie» 27 Zoll y Linien 27Zoll y Linien 7/, Ärad über 0 io/v Grad über 0 7>»Gradüber 0 90 Grad 66 Grad 97 Grad Südwest Südwest Südwest Rege» regnerisch trüb Lode«.Anzeigen. Abcrmal« hat an« Gott eine harte, kaum zu ertragende Prü- funS auf-rlegt. Auch unser einziger, hvfnuogSvoller Sohn, Ferdiiand Andrea«, wurde un« heute frühe nach 6 Uhr durch / den Tod entrisstzn. Er starb früh kür «ine bessere Welt gerettet, in seinem noch nicht ganz erreichten siebenten Lebensjahre, an einer Hirnentzündung, und folgt nun seiner im April v. I. ve-storbene» jüngsten Schwester, Amalie, in da« Grab nach. Wer die trefflichen Geistes- und Herzensaiuagen de« Knaben kannte, wird unfern tiefen Schmerz gerecht finden, und mit uns trauren. Nur der Glaube de« jenseitigen Wiedersin- den» vermag unfern Kummer zu mildern, und lehret uns, diesen Verlust al« »in« väterliche Führung der göttlichen Weisheit zu betrachten. Karlsruhe, den 2Z. März istry. v. Traitteur, geheimer Referendär. Unser lieber Gatte, Vater und Schwiegervater, der Mini- sterialsekrekär Ernst Frirderich Obermüller, ist heute Abend- um iv Uhr sanft und ruhig, so wie er lebte, in ein« bessere Welt übergegangen. Wir machen diesen für «ns so schmerzlichen Todesfall allen unfern Freunden und Verwandten, unter Lerbitlung dir Kondolenz bekaimt, und empfehlen uns zu fernerer Gewogenheit. Karlsruhe, de» 2z. März 1319. Dir Hinterbliebene Witlwe, Kinder und Lochtermänner. Theater. Anzeige. Sonntag, den 28. März r Wallensttia« Lager, Schauspiel in i Akt, von Schiller. Hierauf - Rittt«r Luli- pan auf Rosenstok und Relkenhain, oder: Der drolligt« Zweikampf, komisch« Oper in 2 Akren; Muß! vo« Paisiello. Anzeige. D e r landstandische Bote Mrt seine Leser in dem dritten Hefte, welche« so eben «»«gegeben «ird, in dir verschiedenen Wahlbezirke, um sie kennen zu lernen; sagt ihnen, was beim deutschen Bundestage in Bezug auf unsere ständische Verfassung schon vorgekommen ist; liefert die Pragmatik der Staatsdiener und die Wahlen der grund- herrlichen Abgeordneten der beiden Bezirk« recht« und link« der Murg, mit einer Blumenlese von Bemerkungen und frommen Wünschen auf seiner Reise, und sonst noch allerlei, was er denkt, da« seinen Lesern die sonst trvknen Gesetzesüellen angenehm machen kann. Da« vierte Heft liegt bereit« unter Presse. Noch wird bei allen Postämtern auf die 6 ersten Hefte, wovon die Z lezten schnell nach einander erscheinen werden, Subskription mir r fl. 48 kr. angenommen. Mannheim. sGasthau-,Versteigerung.) Badem verlebten hiesigen Bürger und Gastwirth, Hrn. Jakob Ehr mann, zugehörig gewesene Gasthaus zum Ochsen dahier, Ittt. L 5 Nr. 16, welche« ein in einer der besten Nah» rungsstraßen hiesiger Stadt, nämlich in der Hauptrheinstraß«, gelegene« , ganz von Stein erbautes zweistöckiger Ekhaus von ro Fenstern in der Breite und t2 Fenstern in der Länge ist, und eine besondere Einfahrt mit einem sehr geräumigen Hof hat, worin sich ein Stall für z6 Stük Pferd« befindet, auf welchem noch Z große Speicher für Haber und Heu sind, da. bei noch mit einer großen Waschküche, zwei Brunnen, einer Zistern« für loFuder Regenwaffer, und einem großen gewölbten Keller für ungefähr 200 Fuder Wein versehen ist, bann darin ferner noch unten auf der rechten Seite de« Singangs 2 Zimmer mit einer großen Wirthrtzube und einer Küche, aus der linken Seite 4 A mmer mit einem Speisesaal und wieder mit einer Küche, endlich im zweiten Stok 8 Zimmer mit ei- vem großen Saale auf die Straßen, und g Kammern in den Hof, ferner im dritten Stok irMasisarten und 2 große Speicher sind, wird Montags, den sy diese-, Nachmittags 4 Uhr, im Gasthaus zum schwarzen Bären dahier, unter sehr vor. LHnlhasten, bei Thnlunqskvmmissär Saala inzwischen in Erfahrung gebracht werden könnenden Bedingnissen, öffentlich, freiwillig versteigert, auch bei einem annehmbaren Gebot se> gleich definitiv zugeschlagen werden. Mannheim, den 2. März i8iy, Karlsruhe. sSpargel-Pflanzen.) 200 Stük frische und ächte Ulmer Spargel-Pflanzen sind zu viel ange» kommen und käuflich zu haben» Das Nähere im Zeitung«. Kvmxtoir»