1473 Karlsruher t t u n g. Nr. Z1Z. Freitag, den 10. Nov. 1820 .' Deutsche Bundesversammlung. (Fortsetzung der weitern Nachrichten von der 3s. Sitz, am 17. Skt.) — Hannover. (Qsifrieö- land.) — Frankreich. (Paris. Straßburg.) — Großbritannien. (Parlament.) —> Italien. (Königreich beider Sizilien.) -7 Prcnffen- — Schweden. — Spanien. (EoneS.) Deutsche Bundesversammlung. Fortsetzung der weitern Nachrichten von der Z2. Sitz, am 17- Okt. Der königl. baierische Herr Gesandte, Freihr. v. Areliii, erstattet im Namen der Äom- itujuon, welcher in der ty. Sitzung d. I. die Revision detz Bundestagsbeschlusses vom 16. Zun. 1Ü17, in Betreff der Vermittlung der Bundesversammlung bei Streitigkeiten der Bundesglieder unter sich, und Aufstellung einer wvolgeordnelen Ausiragal-Instanz, dann deS Aus« trägai-B.tfatzrens, übertragen worden ist, folgenden Vortrag: In dem 11. Artikel des BundestagSbeschluft scö vom 3. Aug. d. I., in Betreff des bei Aufstellung -er AuStragal-Jr-stanzen zu beobacht.nbcn Verfahrens, »st bestlmmt, daß, m Beziehung auf das Verfahren hei Streitigkeiten der Bundesglieder unter sich, eine Revision des Bunveötagöbeschluss.s vom 16. Jun. 1817 vorgenommen werden soll, wobei jedem Bundesgliede, weitere zwekmäsige Ergänzungen in Antrag zu bringen, überlassen bleibe. Der diesfalls bestehenden Kommission gieng hierüber der geeignete Auftrag zu, und bei Gelegenheit einer besonder» Streitsache wurde dieselbe, vermöge Beschlusses vom 28. S-'pt. (Protokoll der 28. Sitzung), noch ferner aufgefordect, die damals zur Sprache gekommenen Tragen in Bezug auf die Anwendung des 30. Artikels der BundeSakre ebenfalls kommissarisch zu erörtern , und darauf sin ihren Arbeiten Rukstcht zu nehmen. Diesen wichtigen Gegenstand hat die Kommission in wiederholten Sitzungen in Berathung genommen, und es sind bei derselben von Mehrern Seiten sehr umfassende Bemerkungen angebracht worden. Dieselbe würde sich nunmehr in den Stand qeftzt finden, so viel die Revision -es BandestagsbeschlusseS vom 16. Iun. 1817 in Beziehung auf die Bestimmungen der Wiener Konferenz be- Irifl, der Bundesversammlung zur Beschlußnahme vorzulegen. Es sind aber bei dieser Gelegenheit so wichtige Ergänzungen und neue Bestimmungen, unter andern, zum Beispiel was die Privakbekheiligten in Beziehung auf den 30. Artikel der Schlußakte - auch was die Herstellung illgemeiner Vorschriften für das Prozeßverfahren betrift u. s. w., zur Sprache gekommen, welche bisher noch nicht berührt worden, und auf welche sich die bisherigen Instruktionen nicht erstrecken dürften, daß die sorgfältigste und reifste Prüfung dieser Gegenstände nothivenbig wird, um genaue und möglichst vollständige Vorschriften für das Verfahren vorzübereilen und her- zustellen. (Fortsetzung folgt.) Hannover. Der diesjährige vstfriesische Landtag ist beendigt, und die LandeSeingesessenen erwarten mit Vertrauen, daß den Beschwerden, welche sowohl für den Landeshcrnr als für die Einwohner nachtyeilig einwirken, und worunter Handek.und Gewerbe leiden, werde abgehotfen werden» Frankreich. Paris, denü. Nov. Gestern, Sonntags, hat der König durch den spanischen Botschafter das Nouftka» tionsschretben der Frau Herzogin von Lucca, in Betreff der Vermählung des Prinzen, ihres Sohnes, mit der Prinzessin Maria Theresia von Savoyen, und durch den königl. hannoverischen Gesandten, Grafen v. Grote, das Antwort-und Glükwünschungsschreiben seines SouverainS, wegen der Geburt des Herzogs von Bordeaux, erhalten. Nach der Messe war große Aufwartung in den Tuillerien, bei welcher man auch den Fürsten Talleyrand bemerkte. Der Herzog von Bordeaux ist vorgestern vaccinirt worden. Er befindet sich fortdauernd sehr wohl» Graf v. Blacas ist von dem Könige zum Oberstkam- mcrjunkec ernannt worden. Der Moniteur kündigt an, daß Deputaten der in London ansässigen Spanier, welche für jeden der Generäle Quiroga und Riego einen prächtigen Degen haben verfertigen lassen, zu Paris angekommen sind, und sich nach Spanien begeben, um daselbst den A,vek ihrer Sendung zu erfüllen. Ein Aiselirer, Namens Phrlippet, ist, überführt, kleine Abbildungen des Usurpators verkauft zu haben, vorgestern zu 2jähriger Gefängniß- und 200 Fr. Geldstrafe verurryeilt worden. Von Canton in China wird unterm 8. Apr. d. I. 1474 geschrieben: Gestern Abends Habs ich erfahren, daß ein franzbs. Missionär in der Provinz Hoo- Pot auf Befehl der Regierung erdrosselt worden ist, und daß ein anderer franzbs. Missionär, Auriot, der seit 27 Jahren in Pekin sich aufgehalken hak, des Landes verwiesen worden, und gestern Abends in Canton augekommen ist. Straßburg, den 9. Nov. Die hiesige Zeitung meldet heule: Dir HH. Lizot und VaumeniSl sind, jener mit 238 Stimmen durch das Wahlkollegium des Bezirks von Bernay (Eurcdepartement), dieser mit 248 Stimmen von dem Wählkollegium des Bezirks Andechs Ca!ais ist hier angekommen. Grvßbritanni en. London, den 2. Nov. Das Oberhaus hat sich, seiner lezlen Vertagung zufolge, heute wieder versammlet. Der Lord Kanzler eröfncte die Sitzung mit einem kurzen Vortrag über den bisherigen Gang und jetzigen Stand des Prozesses gegen die Königin. Nach ihm nahm Lord Erskine das Wort. Das Unterhaus, sagte er, das alle Inkonvenienzen einer solchen Prnzedur fühlt, hat es versucht, derselben zuvorzukommen, indem cs der Königin durch eine Adresse eine gütliche Ausgleichung angerathen; das Ministerium ist aber in diese Ausgleichung nicht so weit cingegangen, wie es seine Pflicht gewesen wäre; alles, waS eS zu thun gehabt hätte, wäre die Wiederaufnahme des Namenö der Königin in das öffentliche Kirchengebct gewesen. Die Minister haben es vorgezogen, sich der Gefahr einer Anklagsbill auszusetzen. Wenn aber auch diese Bill bei der zweiten und dritten Ablesung durchgeht, so muß sie noch vor das Unterhaus gebracht werden, das bereits, durch einen feierlichen Schritt, seinen Widerwillen gegen den ganzen Prozeß an den Tag gelegt hat. . . . Hier hielt der Lord plözlich inne. Die Kammer glaubte, daß er einen Blik auf die vor ihm gelegenen Papiere würfe; plözlich aber sah man ihn besinnungslos auf den vor ihm gestandenen Tisch fallen. Der Lord Kanzler und viele andere Lords eilten herbei, um ihm Beistand zu leisten; aber er kam nicht zu sich , und man brachte ihn daher nach einem andern Zimmer. Die Sitzung wurde nun auf eine Viertelstunde suspendirt. Mittlerweile wurde der Kammer an- gezejgt, daß Lord Erökine sich noch nicht wieder erholt habe, und man ihn in dem Wagen eines seiner Freunde nach seiner Wohnung zurükzubringen sich genbkhiqt gesehen habe. Graf Lauderdalc begann nun eine Rede zn Gunsten der Bill. (Hier endigen die Beneble unserer Zeitungen über die heutige Sitzung.) — Am 4. d. wird, wie man glaubt, zum Ab'Ummen geschritten werden. Nack the Times wird, wenn die Anklagsbill pas- sirt, die Königin eine Erklärung an die Nation erscheinen lassen, und man wird Dinge sehen, an die man nicht ebne Schrecken denken kann. — Andere Journale fpr chen von dem Entschlüsse der König!-, welch.s auch der AnSzang' ihres Prozesses feyn möge, England für immer zu verlassen. The Eourrier sagt heute, in Beziehung auf die Verhandlungen zwischen Lord Bcresford und der portugiesischen Junta (wovon gestern einiges a:igssuh.t worden): er sey ermächtigt, zu erklären , daß der Feldmarschall Beresford nichts schriftliches an die sogenannte Junta erlassen hat, und daß daher die in mehreren Journalen mitgetheilten Noftti erdichtet seyn müssen. Man hat günstige Nachrichten von unserer zweiten Nordpolefpedition, die man schon für verloren an« sah, erhalten, und glaubt, dieselbe nächster Tage in England zurükerwarten zu dürfen. Italien. Nach Berichten auS Neapel vom 24. Oktober war daselbst TagS vorher das Linienschiff Capri von Palermo, nach einer Ueherfahrt von 34 Stunden, eingelau- ftn. Unter seiner Eskorte kamen mehrere Barken mit Kanonen, Flinten und Munition, die man den unterworfene» Independenten abgensmmen har. Zu Palermo dauerte die Entwafnnng der Einwohner fort, un- die bereits eingetroffene Nachricht, daß bas neapolitanische Parlament die Kapitulation für ungültig erklärt habe, hatte wenigstens im ersten Augenblicke keinen neuen Ausbruch von Unruhen zur Folge gehabt. Es hieß, man werde die Stadt und Provinz Palermo einige Monate hindurch unter Militärregierung halten. Die Stadt Brome, eine der ersten, welche die Partei der Palermitaner ergriffen, war freiwillig zum Gehorsam zurükgekehrt, und hatte sich der Entwafaung unterworfen. Der Fürst von S. Cataldo, einer der Anführer der Independenten, befand sich mit seiner Familie noch zu Licata, wo ein Schiff zu seiner Flucht bereit lag. Gen. Nunziante war Kommandant von SyrakuS geworden, und Major Dumarteau stand mit einer beweglichen Kolonne von 160 Mann zu Caltani- sctta. Zu Messina, Catania rc. soll der Inhalt der Kapitulation von Palermo großen Unwillen erregt haben. Uebrigens waren die von Neapel nach Sizilien bestim- ten Truppenverstärkungen, widriger Winde halber, wie es hieß, bis zum 24. Okt. noch nicht unter Segel gegangen. — In der Sitzung des neapolitanischen Parlaments am 19. Oktober wurde bdrgeschlagen, die bisher in und bei der Hauptstadt versammelten Truppen lieber an die Gränze zu verlegen. Auch trug ein Deputicter darauf an, die Einkünfte der m.lloen Stiftungen provisorisch zu den Bedürfnissen des Militardc- partement zu verwenden. —- Der Pater Vaglicca, einer der Haupturheber des Aufstands zu Palermo, soll, wie es h-eß, nach Rom in ein Kloster qeschikt werden. — Von Madrid traf am 21. Okt. abermals ein Kabinetskurier zu Neapel ein. — Da die Anwesenheit einer englischen Eskadre ven sechs Schiffen, die sich 1475 LiS zum ly. Okt. aus verschiedenen Gegenden, aus Portsmouth, Malta und Marseille, auf der Rhede von Neapel gesammelt hatte, daselpst große Besorgnisse erregt hatte, so suchen die neapolitanischen Zeitungen ihre Leser darüber zu beruhigen. Der Independente vom 22. Oktober sagt: „Nach den Erklärungen deS brittischen Ministers zu Neapel, und nach den lezten Berichten aus London, lasse alles vermuthen, daß das Kabinet von St. James die besten Gesinnungen gegen die neapolitanische Regierung hege, und daß die Sendung einer Eökadre ins mittelländische Meer nur zum Zwecke habe, den engl. Handel in Neapel und Sizilien gegen etwaige feindliche Angriffe zu schützen. Ohne die Hindernisse, welche die widrigen Winde in den Weg legten, würden schon einige Schiffe der Eökadre die Rhede von Neapel verlassen haben." Der neuste ostreich. Beobachter (v. Z. Nov.) enthält Folgendes aus dem Königreiche beider Sizilien: Seit der Eröfnung des Parlaments zu Neapel nimmt man daselbst unter den Sektirern und den Venditen der Carbonari besonders heftige und stürmische Bewegungen wahr. Fast alle Carbonari erscheinen immer und überall bewafnet, und nickt selten fallen unter ihnen blutige Kampfe vor. Wirklich sind in der Nacht v. 12. auf den 1Z. v. M. bei einem solchen Handgemenge mehrere derselben getödtet und verwundet worden. — Eine eigene Deputation der Carbonari erschien bei dem Prinzen-Reichsverweser, um von ihm zu verlangen, daß er den General D. Guglielmo Pepe zum Major- General der neapolitanischen Armee ernennen möge. — Als neuer Beweis, daß das neapolitanische Parlament und die dortigen Revvlutionsmänner treulich in die Fußstapfen ihrer würdigen Vorbilder in der schreklich- sten Revolutionspcriode Frankreichs treten, dient der von ihnen ausgestellte Grundsaz, daß bei den bevor- stedenden Verhandlungen über die für Neapel zu beschließenden Modifikationen der span. Konstitution die königl. Sanktion keineswegs erfordert werde, indem das Parlament nicht bloß «ine gcsezgebcnde, sondern eine konstituirende Versammlung (sssemsilev consti- lusnte) sey. Was in Frankreich, in Folge dieser den Tyron untergrabenden Grundsätze, auf die konstitui- rende und gesezqebende Versammlung folgte, lehrt die Geschichte, und da dieselben Ursachen die nämlichen Wirkungen zu erzeugen pflegen, so laßt sich leicht ermessen , welche Zukunft Neapel in dieser Hinsicht bevorstehen dürfte. P r e u s s« n. Berlin, den 4. Nov. Se. Majestät der König sind heute früh nach Troppau abgeriset, und werden, dem Vernehmen nach, gegen Ende dieses Monats hier wieder eintreffen. Se. Durchl. der Herzog von Anhalt-Dessau ist nach Dessau zurükgerciset. Der kaiserl. ruff. Oberst und Flügeladjurant, Graf von Gutakowski, ist als Kurier nach Ludwigslust abgegangen. « Schweden. Stockholm, den 24. Okt. Ans einem königl. Handschreiben an den Justizkanzler geht Folgendes hervor: Der unter Anklage vordem hiesigen Niedergericht gestellte Herausgeber der Zeitung, Nya Extra Posten, Jmnelius, gab bei der Wahl zu G schwornen in dieser Sache unter den von ihm zu erwählenden vier Männern, den Prinzen Oscar auf.- Der Vorsitzer deS Ä.-richts stellte ihm die darin liegende Unzuläsngkeit vergeblich vor, und der Aktor in dieser Rechtssache hsi-lt sich nicht für befugt, nach dem ihm durch das Preßgesez zustehcn- den Rechte den Prinzen auszuschließen, weshalb das Gericht dem Oberstalthalter schrieb, dem Prinzen das Verlangen des Jmnelius vorzutragen. Se. Maj. finden eS streitig mit dem Geist und Sinn der Verfassung, daß Ihr Herr Sohn zu einem Geschwornen in gedachter Sache herbeigezogen werde, und haben daher dem Justiz- kanzster aufgetragen, dem Gerichte Ihren Beschluß, nach welchem der Prinz eme solche Wahl weder annehmen dürfe noch könne, nebst den Gründen bekannt zu machen. Spanien. Madrid, den 28. Okt. Der König «nd die kdn. Familie haben sich gestern nach dem Escurial begeben. Die Cortes haben in ihren lezten Sitzungen hauptsächlich mit Fortsetzung der DiSkusion des die Bestrafung der den Umsturz der Konstitution bezielenden Handlungen betreffenden G sezentwurfS sich beschäftigt. Von den früher» Verhandlungen der Cortes ist noch nachzutragen: Am 20. hat die Kommission der Nationalbelohnunzen einen Bericht yber die ausgezeichneten Dienste abgestattet, welche die Generäle Ri. go, Quirö- ga, Lopez-BannoS, Arco-Aguero, Odali, ESpinosa und der Oberst Latre dem Vaterlande geleistet haben, und den Antrag gemacht, sie durch liegende, den Klöster« geistlichen angehvrige Güter, ehe dieselbe,» zur Ve.fü- gung des öffentlichen Kredits überlassen werden, zu belohnen, nämlich: i) den Generälen Riego und Q iiroga und ihren Nachkommen soll eine immerwährende und jährliche Renke in liegenden Gütern für den Betrag von 80,000 Realen angewiesen; 2) sollen die besagten Generäle dem Könige empfohlen werden, damit Se. Maj. geruhen, ihnen den Titel von Castilien zu Verleihen; Z) ans obige Weise soll den Generalen LopezVannos, Arco-Aguero, Odali und Espinosa, jedem eine immerwährende Rente von 40,000, und 4) dem Obersten Dorr Manuel Latre eine vergleiche.! Renke von 25,000 Realen zugesichert werden. Der Beschluß wurde bis dem Zeitpunkte vertagt, wo das Dekret über die Klostcrgeistli- chen die königl. Sanktion erhalten haben wird. DieS ist seitdem geschehen; am 25. ist den Cortes die erfolgt? königl. Sanktion angezeigt worden. 1476 Aa-zug au- Karlsruher WittrrungsKeobachtungerr. 9.- Nov. Barometer Thermometer Hygrometer Wind Witterung überhaupt. Morgens ;ö Mittags Z Nachts ^10 27Zoll 8 Linien 27 Zoll 6?» Linien 27Zoll 6,'^ Linien 4/^ Grad über 0 7 , v Grad über 0 5,^ Grad über 0 6S Grad 56 Grad SS Grad Südwest Südwest Südost zieml. heiter, windig etwas heiter, windig trüb, windig Theater-Anzeige. Sonntag, den 12. Nov.: Die Vestalin^ große Sper ins Akten; Musik von Spontint. Ich habe die Ehre, hiermit anzuzeigen, daß Hr. Eßlair, noch als früheres Mitglied des hiesigen Hoftheatcrs durch seine g.'u-alen Leistungen nu besten Andenken, und durch seinen ansgebreitelen Stuf als einer der ersten dramatischen Künstler allgemein geschäht und bekannt, künftigen Dienstag, den rg. Nos: , die Rolle des Wilhelm Teil, in dem Stücke gleichen Namens von Schiller, zu meinem Vvrtheiic geben wird. Ich halte mich um so mehr zu dieser An-eige an alle hohen und verehrten Kunstfreunde verpflichtet, da für sczt diese Vorstellung die Einzige ist, in welcher er aufkrete» wird, und wo^u ergebenst einladct Fr. Maycrhofcr, Hvnchauspieler und Sänger. Karlsruhe. fMuscum.^ Freitag, den ro. dieses, ist B.ll in dem Museum. Karlsruhe, den 7. Nov. 1820. Die Kommission des Museums. Karlsruhe. fBekanntmachun g.^s Ein dahier in Untersuchung gekommener Falschmünzer hat seit einiger Zeit falsche Badische 6-Kreuzerstücke in Umlauf gebracht- Dieselben enthalten: L)aufdcrK.vers-Scite das Brustbild des Grost- berogs, Mit der Umschrift: RDV 4410 6 R 08 RRR- Lttv VvkL L^VRdi 1819, und 1 K)aüf der Revers- Seite das Badische Herzschild- wapxen, auf dessen rechter Seite die Zahl 6, aus der linken aber der Buchstabe 1 t steht. Eie sind von purem Messing, und zeichnen sich von den ächten vorzüglich darin aus, ») daß sie etwas größer sind; d) baß ihr Gepräge unvollkommen, und nicht genug erhaben ist; «) die Randgravirung meistens halbzirkelförmig die Umschrift umgiebt, und umgekehrt die Umschrift sich in den Rand verliert, und dadurch undeutlich wird; und daß endlich ä) sie bei ihrem Angriff schmuzig icheiiicn, und nach Abreibung der nur sparsam aufgciragcnci, Versilberung die Mcssingfarbe sichtbar wird, wodurch sich auch der Unkundige von ihrer llnächtheit überzeugen kann. Von andern bei diesem Falschmünzer Vorgefundenen nach- geprägten Münzen und Münzstempeln fügen wir hier nachfolgende Beschreibung bei: 1) König l. WürtembergischeU-Kreuzersiücke: Diese enthalten das Gepräge von 1807, und zwar a) auf der L^vers-Seite die verschlungenen Buchstaben r k mit der Umsürist: RÖUI6LI6H 4 VÖR- '1'LALLÜ6,l86W 8C1IRIVRNM2R. VI RRLV- d) aus der Revers-Seite das König!. Würtem- bergisch« Herzschildwappen, und unter diesem die Jahrs« zahl 1807. -) Ein Großherzogl. Badischer Münzstempel, enthaltend ' «) auf der Lver,-Seite das Gros-herzogliche Hers- schildwapven, mit der Umschrift: 6 R 08 llLRLVR>- VUVLI 18,7, und b) a 11 f de r ü ev vrs - S e ite die Aufschrift: 6 RRL 11 » LLR, die mit einem Laubkranze umgeben ist. 5 ) Ein weiterer Großher-ogl. Badischer Münzstempel, enthaltend s) auf der ^vers-Seite das Großberoaliche Hcrz- schildwappen. mit der Umschrift: KRV 8 WR 2 VV- rilVM RVVIM 18,6, und d) v' f 0 cr Revers-Seite die Aufschrift: 6 RRRV- 2LR, ,.ut einem Laubkranze umgeben. 4 ) Ein König!. W ü r t e m be fg is che r Münzsttm- pel, enthaltend s) auf der ^vors-Seitc ein M mit aufgesc-ter Krone, von --licm Laubkranze umgelcn, und 1 >) aufderRovers-Seite die Aufschrift: Vl RRIN 7 - LM mir der Umschrift: RÜM6LI0U rvMi- rLLIMR6!8eHR 8LW1VLMU»r:r:. 5 ) Ein Herzog!. Nassailifcher Münzstempel, enthaltend -- auf der Vvers-Seite das Her-V'l. Nassanische Ker schildwappcn mit der Umü °ift: MRLV6>I,16I1 vlV88E86W/8QWWLAM2R, uno d) aur der Rovers-Seite die Aufsä-rifk: 6 RRRV- LLR ,819, von einem Laubkranze umgeben. 6.! Ein Großherzogl. Hessischer Münzstem- pcl, enthaltend s- auf der Vvei-S-Seite das Großherzoat hessische Herzschisi' a.-pm mit der Umschrift: 6 R 08 WR 206 - rMIM W88RN; d) der Revers - Stempel fehlt. Obwohl man dis jczt noch keine Spur hat, daß ausser den Großherzogl. Badischen, auch die unter Ziffer 1 beschriebenen König!. Würrembergischcn Münzen in Umlauf gebracht, oder baß mit den von Ziffer 2 bis 6 be cichneten Stempeln bereits falsche Münzen nachgeprägt wurden, so macht man dennoch bas Publikum auf alle diese Mün forte» aufmerksam, mit der Aufforderung, zu ihrer Ucberlicferung an die vvrgescztcn Amtsbehördcn, wenn sic sich im Kurse zeige» sollten; die inländischen Großhcr.»glichen und auswärtigen hochlöblichen Gerichtsbehörden aber ersucht man um gefällige Mitwirkung zu Entdeckung der mit dem Falschmünzer etwa in Verbindung stehenden Unterhändler, um gefällige Uebcrsen- dung der eingesammelten falschen Mninen, so wie um Mit- theilung des Erfolgs ihrer über diesen Gegenstand anvkstelj- ten Nachforschungen. Karlsruhe, den 27. Ort- 1820. Grvßhcr oglichcs Stadtamt. H ä f e l i n. Redakteur: E. A. Lamey; Verleger und Drucker: Phil, Macklot.