Karlsruher Zeitung. Nr. 192. Mittwoch, den 13. Juli 1825. Dalern. lWürzlmrg. Augsburg.) — Hannover. — Frankreich. — Großbritannien. — Preußen. — Griechenland. — Der» schiedeneS. D a i e r n. Würzburg, den 2. Juli. Am verflossenen Sonntag wurde hier das Verbrechen des Brudermords begangen. Zwei Brüder, Söhne eines verstorbenen Tünchner- tneisters von hier, geriethen mit einander, wie verlautet übcr Familien-Verhältnisse, in Streit; Vereine ergriff ein Messer, und versezte dem andern eine solche Wunde, daß dieser sogleich zu Boden stürzte, und nach ! wenigen Augenblicken seinen Geist aufgab. Der Verbrecher befindet sich in den Händen der Gerechtigkeit. Augsburg, den y. Juli. Seit Kurzem wird ein sehr rechtlicher und allgemein geachteter, erst kürzlich bedeutend beförderter Beamter aus hiesiger Gegend ver- ! mißt. Seit seiner Beförderung hatte ihn eine Schwer- muth und Aengstlichkeit, der Last der Geschäfte nicht gewachsen zu seyn, befallen; am verflossenen Sonntage ! entfernte er sich von seiner zahlreichen Familie, und noch am nämlichen Abend fand man seinen Hut und Stock am Gestade des Wertach-Flusses. Am 6. d. M. wurden bei Langenaufnach ein iZjäh- riger Knabe und ein löjähriges Mädchen von einem tollen Dachse angefallen. Der Knabe wurde fürchterlich zerfleischt und erhielt 26 Bisse, das Mädchen wurde leichter verwundet, und hatte die Geistes-Gegenwart, sich auf den Dachs zu werfen, und ihn so lange festzuhal- E len, bis Landleute herbeikamen, und ihn erschlugen. Auch wurde ein Pferd und ein Ochse von diesem Dachse gebissen. Hannover. Hann vver, den 7. Juli. Ein Theil der Berg- > werke des Harzes ist, sicherem Vernehmen zu Folge, von Seiten deS hiesigen Gouvernements, an eine Bergbau-Gesellschaft in England auf io Jahre für die Summe von 600,000 Rthlr. verpachtet worden. Es befinden sich jezt zwei Kommissäre jener Sozietät zur Regulirung der betreffenden Angelegenheiten allhier. Frankreich. Paris, den 11. Juli. Se. königl. Hoh. der Herr Dauphin schickten dem Maire des zehnten Bezirks von Paris 1000 Fr. für die Abgebrannten in der Straße der alten Tuilerien, Dorstadt St. Germain. — I. k. H. Madame, Herzogin von Berry, wird den 1. August nach Dieppe reisen, um daselbst die Seebäder zu gebrauchen. — Montags den 4. d. M., gegen ö Uhr Abends, wurde in der Dauphine-Straße ein Papier gefunden, i« welches ein vom General-Einnehmer des Seine-Departements auf den Kassier des königlichen Schazes gezogenes Mandat von sechszig tausend Franken eingewickelt war. Eine arme Frau, »die sich mit Stricken nährt, fand und hinterlegte eö auf der Polizei-Präfektur, wo der Eigenthümer es abholen kann. — Pariser Savoyarden, aus Megeve gebürtig, haben Z000 Franken zusammen geschossen, um der Kirche ihres Geburtsortes Gefäße zum heiligen Dienst zu schenken. Die meisten von ihnen verdienten ihre Beiträge mit Stiefelpuzen rc. — Der berühmte Schwimmer und Taucher Leplonge, Mit-Eigenthümer der Schwmunschule auf de la Croix, machte kürzlich eine Wette, unter einem großen Pariser Fahrzeug durchzuschwimmen; der Schiffseigneb machte den kühnen Schwimmer auf die Gefahr aufmerksam, da das Schiff mit vielen Nägeln beschlagen sey. Hr. Leplonge ließ sich nicht abhalten; allein erst nach mehreren Stunden kam er todt wieder zum Vorschein. — An der Börse hat sich das Gerücht verbreitet, daß zwischen der französ. Regierung und Hayti ein Ueberein- kommen abgeühlossen worden sey, nach welchem Hayti den vertriebenen Kolonisten eine Entschädigung von ISO Mill. zahlen, dafür aber von Frankreich anerkannt werden soll. Die Etoile stellt dieß Gerücht nicht in Abrede; sie hofft vielmehr, daß eS sich zum Vortheil des Handels -bestätigen werde. Großbritannien. London, den 7. Juli. Man erhielt gestern trichtere Briefe auö Mexiko. Der Vertrag zwischen Großbritannien und diesem Theile Amerika'S ist vom Kongreß den 26. April ratifizirt worden; 44 Repräsentanten stimmten für, und 12 gegen dessen Annahme. Der Senat und die Regierung sezten keiner Schwierigkeiten entgegen, nachdem man endlich alle streitigen Punkteam 29. ausgeglichen hatte. H. Morier wird am 10. Mai mit dem Vertrag nach England abreisen. Der Handel Me- xiko's hat sich so sehr vermehrt, daß im März die Zoll- Einkünfte den öffentlichen Ausgaben gleich waren. — Lord Cochrane ist, mit seiner Getttahlin, in den Bädern von Tunebridge. — Der Marschall Herzog von Tarent-Macdonald sezt seine Reise durch das nördliche Schottland fort. — Da gegen den Herzog von Wellington, in den Journalen der Opposition und anderswo, heftige An- 1070 griffe in Betreff des Geldes gerichtet wurden, das von der in Dekan gemachten Beute herrührt, so glauben wir unfern Lesern Folgendes berichten zu müssen; Unter dem Schuze der Maratten-Häupter Holkar und Scindiah hatte eine Räuberhorde, Pindaris genannt, Einfälle in unser Gebiet gemacht. Es unterliegt keinem Zweifel, daß sie nicht von Holkar und Scindiah dazu aufgereizt waren, die, mit andern MarattemHäuptern, heimlich eine Verschwörung angezettelt hatten, um die Engländer aus Indien zu vertreiben. Der Markts von Hastings entwarf demnach, im I. 1817, einen großen militärischen Plan, um nicht allein die Pindaris auszurotten, sondern auch jeden feindlichen Bund, der in Indien existiren konnte, aufzulösen. Dieser Plan bestand aus zwei Theilen. Der MarkiS von Hastings rückte mit der bengalischen Armee gegen den Sind oder Indus vor, und kam an den Ufern dieses Flusses den 6 . November 1617 an, während die Hekan'sche oder Südarmee, unter den Befehlen von T. Hislvp, gegen die Nerbudda marschirte, die Sir I. Malcolm, zweiter Befehlshaber, den 14 . des nämlichen Monats überschritt. Scindiah wurde leicht gezwungen, einen Vertrag zu unterzeichnen, wodurch er der Allianz mit den Pindaris entsagte. Diese Räuber, über sein Benehmen bestürzt und unwillig, ergriffen die Flucht, dem Gebiete Hol- karö zu ; da aber dieser sich gleichfalls ausser Stand befand, ste zu beschüzen, so zerstreuten sie sich, oder ergaben sich den Siegern auf Gnade und Ungnade. Dergestalt wurde der erste Zweck des Kriegs erreicht. Allein es verhielt sich nicht eben so, in Betreff des zweiten Zweckes. Scindiah hatte sogleich die von ihm geforderten Friedens-Bedingungen unterschrieben; ähnliche Bedingungen wurden Holkar qngeboten; allein er schlug sie aus, und die Schlackt von Maheid- xovr war die Folge davon, die ihn zwang einen Vertrag zu unterzeichnen, der ihn von der hrittischen Macht abhängig machte. Einige minder bedeutende Fürsten blieben nichts desto weniger unter den Waffen, während Andere sich freiwillig unter den brittischen Schuz begaben. Der Peish- wa der Maxatten, der seit mehreren Jahren heimliche Unterhandlungen gegen uns verfolgte, entschloß sich im Juni 1817 einen Vertrag zu unterzeichnen, wodurch er sich verpflichtete, auf alle Verbindungen mit anderneinheimischen Mächten zu verzichten. Kaum hatte er diesen Vertrag unterzeichnet, so sezte ersieh auch vor, ihn zu verle- zen, und den Z. November 1 L 17 begann er offen die Feindseligkeiten. Der Rajah von Nagpur (Berar) ahmte sein Betragen nach, und zu Anfang des Dezembers vvn 1617 trat die Nothwendigkeit ein, mit ihm auf's Aeufferste zu kommen. Die militärischen Operationen gegen diese beiden Souveraine, und die, welche gegen Holkar statt fanden, hatten die Eroberung der reichen Beute zur Folge, von der es sich handelt. Obgleich die Gegenstände, welche diese Beute bilden, schon im I. löig oder 1H19 genommen wurden, so konnten sie deck nicht schnell in eine Masse vereinigt und die Rechnung darüber konnte nicht ausgefertigt werden. Man hatte falsche Begriffe über die Natur dieser Beute. Einige Personen meinten sogar, daß auch gewisse öffentliche Gebäude in dem eroberten Lande, als mit zur Beute gehörig, sollten iu Anschlag gebracht werden. Es kostete Zeit, um alle diese Schwierigkeiten zu übersteigen. Alsdann erhob sich die große Frage, zu wissen, ob das Eigenthum, das mit Recht als Beute betrachtet werden konnte, unter sämmtliche englische Truppen, die im Felde standen, solle vertheill werden, oder nur unter die Truppen der Dekan'schen Armee. Dieser Streitpunkt wurde feierlich im Jahr 1623 erörtert, und endlich zu Gunsten dieser lezteru Armee entschieden. Bis dahin hatte der Herzog von Wellington mit dieser Angelegenheit gar nichts zu schaffen; allein als entschieden war, daß die Armee von Dekan allein die Beute theilen solle, so wurde augenscheinlich, daß sich unter den Individuen dieser Armee entgegengesezie Reklamationen. erheben würden, und daß es nöthig wäre, einige Personen zu ernennen, welche die Vollmacht hätten, über alle diese Reklamationen zu entscheiden. Sir Thomas Hislop und Sir John Malcolm baten den Herzog von Wellington, dieses mühsame Geschäft zu übernehmen. Der Herzog erklärte; er hätte persönlich gewünscht, sich dieser Arbeit entheben zu dürfen; er wolle aber jede derartige Betrachtung beseitigen, um einer Armee nüzlich zu seyn, deren Tapferkeit er so viel verdanke. Dem zu Folge übernahm der edle Herzog, gemeinschaftlich mit H. Arbuthnot, im I. 1623 dieses Geschäft. Es erhob sich eine große Zahl neuer Streitfragen. Die Aufgabe war, sie so geschwind als nur immer möglich zu entscheiden, u» in der That nahte sich das ganze Geschäft seinem Ende, als die Beschwerden, die Verzögerung betr., vor das Parlament gebracht wurden. Lord Wellington und Hr. Arbuthnot hatten gleichwohl keinen Tag, ja keine Stunde verloren, und wir können, als eine gewisse Thatsache, versichern, daß der Herzog von Wellington mehr als 1100 Seiten in Folio über verschiedene Reklamationen eigenhändig geschrieben hat. Wir hoffen, diese nähern Umstände, so einfach sie sind, gerben hinreichen, um zu beweisen, daß die Beschuldigung, die Nertherlung der Beute verzögert zu haben, auf keine Weise den Herzog von Wellington treffen könne, dessen freiwillig übernommene Arbeiten im Ge- gentheil der Armee von Dekan sehr vorteilhaft waren. (New-Times und Courier.) P r e u s s e n. Berlin, den 6. Juli. Das neueste Stück der Ge- sezsammlung enthält nachstehende Allerhöchste Kabinets- ordreö: "Damit im ganzen Umfange der Monarchie die Schulzucht mit Erfolg gehandhabt und nirgend der Schulbesuch vernachlässigt werde, seze Jch, auf den Antrag deS Staatsministeni, auch für diejenigen Landestheile, in welchen das Allgemeine Landrecht bisher nicht einge- sührt ist, in Uebereinstimmung mit den Vorschriften desselben, hierdurch fest: 1 ) Eltern, oder deren gesezlich« O Vertreter, welche nicht Nachweisen können, daß sie für den nöthigen Unterricht der Kinder in ihrem Hause sorgen, sollen erforderlichen Falls durch Zwangsmittelund Strafen angehalten werden, jedes Kind, nach zurückge- legtcm fünften Jahre, zur Schule zu schicken; 2) der regelmäßige Besuch der Lehrstunden in der Schule muß so lange fortgesezt werden, bis das Kind, nach dem Befunde seines Seelsorgers, die einem jeden vernünftigen Menfchen feines Standes nothwendigen Kenntnisse erwerben hat; z) nur unter Genehmigung der Obrigkeit und des geistlichen Schulvorstehers kann ein Kind länger de» der Schule zurückgchalten, oder der Schulunterricht desselben, wegen verkommender Hindernisse, auf einige »Zeit ausgesezt werden; 4) die Schulzucht darf niemals dis zu Mißhandlungen ausgedehnt werden, die der Gesundheit des Kindes auch nur auf entfernte Art schädlich werden können; 5) Züchtigungen, welche in diesen der Schulzucht gesezten Schranken verbleiben, sollengegen die Lehrer nicht als strafbare Mißhandlungen oder Injurien behandelt werden; 6) wird daö Maas der Züchtigung, ohne wirkliche Verlezung des Kindes, überschritten, so soll dieses von der, dem Schulwesen vorgesez- ten Plvvinzial-Behvrde durch angemessene Disziplinarstrafen an dem Lehrer geahndet werden. Wenn dagegen dem Kinde, durch den Mißbrauch des Züchtigungsrechts, eine wirkliche Verlezung zugefügt wird, soll der Lehrer, nach der bestehenden Gcfezen, im gerichtlichen Wege, bestraft werden. Ich trage dem Staatsministerio auf, diese Bestimmungen durch dre Gesezfammlungzur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Berlin, de» 14. Mai 1825. Friedrich Wilhelm. An das Staatsmiuisterium., Köln, den 8. Juli. Das königl. niederländische Dampfboot, die Stadt Nymwegen, welches gestern Morgens um 4 Uhr von Nymwegen abgefahren war, langte heule Nachmittags vor Z Uhr in dem hiesige:, Hafen an. Es hatte mehrere Ressende und einige Maaren an Bord. Ohne vielfachen bedeutenden Aufenthalt auf der Reise, der in der Folge vermieden wer- ssn wird, hätte dasselbe bereits früh Vormittags hier tmireffen können. Die Abreise dieses schönen Danipf- beeteS ist auf morgen früh 6 Uhr bestimmt, und wird solches gegen 4 Uhr Nachmittags bereits wiederin Nym- wezcn euttreffen. Griechenland. Aus dem ostreich. Beobachter vom 5. Juli entlehnen wir folgenden Bericht deS Majors Bandiera, Kommandanten der k. k. Goelette Arcthufa: Aus den Gewässern von Zea den 26. Mai 1625. Gleich nach erhaltener Weisung verließ ich am 8. d. M- Abends die Rhede von Napoli di Romania, und segelte nach Modem, wo ich am 12. um 4 Uhr Nachmittags vor Anker gieng. Ich hatte ausserhalb Venetico S griechische Fahrzeuge wahrgenvmmen und 22 andere 1071 kreuzten ungefähr 15 Miglien in Südwesten von den Sa- pienza-Jnseln. Als ich mich der Rhede von Modon näherte, erblickte ich 50 türkische Kriegsschiffe, welche westlich von Modon lavirten. Auf der Rhede lagen eine al- gicrifche Fregatte, eine große Gabarre, mehrere Korvetten, Briggs und Transportschiffe vor Anker; ich fand dort auch die niederländische Kriegsbrigg, le Courier. Von dem Hafen - Kapitän, der zu mir an Bord kam, erfuhr ich, daß Ibrahim Pascha's Armee große Vorthesse über die Griechen errungen hatte. Alt-Navarin und die befestigte Insel (Sphagca) vor Navarin waren mit Sturm genommen, und über 1500 Gefangene gemacht worden, von denen 750, nämlich die ganze De- sazung v»n Alt-Navarin von Ibrahim Pascha frei nach ihrer Heimath entlassen wurden. Die Festung Navarin hatte Kapitulations-Vorschläge gethan. Ich schickte einen Offizier an's Land, um den Agenten Ibrahim Pascha's zu ersuchen, mir ein Pferd zu verschaffen, um mich am folgenden Morgen zu feinem Herrn, der unter den Mauern von Navarin gelagert war, zu begeben. Um 6 Uhr Abends zeigte sich eine griechische Brigg in dem Kanal, zwischen den Inseln Sapienza und Ca- brera.' Die algicrifche Fregatte Und einige andere Kriegs- fahrzeuge, anstatt an den Wind zu steuern und dem Feinde entgegen zu gehen, suchten sogleich daS Weite, und machten es dadurch den Griechen leicht, ihre Brander gegen die übrigen Schiffe, die nicht so schnell fort- kommen konnten, loszulassen. Um Uhr drang die ganze griechische Eskadre, von einem sehr frischen Südost-Winde begünstiget, durch den obgedachten Kanal gegen die Rhede von Modon.' Bei der geringen Entfernung dieser Rhede von der Insel Sapienza, und der Stärke des Windes, waren die griechische Eskadre, und besonders die vorausgeschickten Brander, bald in unserer Nähe, und da die türkischen Schiffe und Batterien auf die Griechen feuerten, so befanden wir uns in einer gefahrvollen Lage. Einer von den Brandern, nur eine Kabeltau-Länge von uns entfernt, nahm seine Richtung gegen die große Gabarre, l'Asia, die nicht weit von unferm Hintertheile lag. Um dieser drohenden Gefahr zu entgehen, ließ ich die Ankertaue kappen, und steuerte mit vollen Segeln nach der westlichen Spize von Sapienza, um mich über den Wind beider Eskadrcn zu sezen. Die niederländische Brigg kappt« zu gleicher Zeit ihre Taue, und verließ ebenfalls die Rhede. Beim Wegfahren sah ich, wie der erste Brander an die Asia, und sechs andere an die int Hafen zurückgebliebenen Briggs und Korvetten angehängt wurden. Die griechischen Fahrzeuge feuerten unaufhörlich mit Kugeln und Kartätschen auf die türkischen Schiffe, die gleich bci'm Erscheinen der griechischen Fahrzeuge davon gesegelt waren, um sich an die bei Navarin vor Anke- liegende Flotte anzuschließen. Ich war einige Zeit lang, bis ich die Spize der Insel Sapienza erreichte, zwischen dem Feuer der Griechen und der Türken. Obschon ich die große Flagge aufgezogen, und eine ganz andere Nich- 1072 tungals die türkischen Schiffe eingeschlagen hatte, feuerte nichts destoweniger die Goelette des griechischen Kapitäns Tombaff mehrere Schüsse aus Kanonen und Kleingewehr gegen mich ab, von denen jedoch keiner traf, so nahe sie auch am Bord der Arethusa fielen, und einige sogar darüber hinwegflvgen; auch auf die niederländische Brigg wurde von den Griechen gefeuert. Da ich sehr schnell nach Süden fortsegelte, kam ich bald ausser Schußweite der beiden Eskadren. Um 6 Uhr Abends sprang die Asia in die Luft, und wir sahen bis gegen 11 Uhr noch zehn andere Fahrzeuge auffliegen oder verbrennen. Die Besazung der Arethusa hat in dem Augen, blicke, wo sie sich mitten im Kampfgewühl befand, und rings um sich herum die Kugeln fallen sah, den unerschrockensten Muth bewiesen, und mit jener Schnelligkeit und Präzision manövrirt, die man nur von Veteranen im Seedienste erwarten darf. (Schluß folgt.) Verschiedenes. Der Präsident des lombardischen Guberniums, Graf Strasoldo, und der Kardinal Erzbischoff von Mailand, Graf von Gaisruk, sind von Sr. Maj. dem Kaiser von Oestreich zu Rittern der ersten Klasse deS Ordens der ei, fernen Krone ernannt worden. — Zu Dover wurden unlängst einer französischen Tänzerin 3 Duzend falsche Waden weggenvmmen. Ihre Entschuldigung: sie wären zu eigenem Bedarf, ward bei näherer Untersuchung nicht angenommen. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 11 . Juli Barometer Thenn. Hygr. Wind. M. 6; 27 Z. 10,3 L. 11,9G. 52 G. N. M. 3 27 Z. 10,2 L. 20,3 G. 41 G. N. N. 10 27 Z.10,6L. 13,7 G. 47 G. N. Ziemlich heiter, klarer Abend. 1k Juli Barometer Lherm. Hygr. Wind. M. 6 27 3.10,yL. 12,9 G. 50 G. N. M. 3 27 Z. 10-5 L. 21,9 G. 45 G. NO. N. 10 27 Z. 11,0 L. 14,ü G. 47 G. NO. Heiter, es bewölkt sich etwas und wird windig, Nachts heiter. Theater-Anzeigen. Donnerstag, den 14 . Juli, wird statt der angekündigten Benefize-Vorstellung der Mlle. Lindner aufgeführt: Das Testament des Onkels, Schausviel in 3 Akten. — Mlle. Lindner, Pauline.— Hierauf: Das Räthsel, Lustspiel in 1 Akt. — Mlle. Lindner, Elise. Freitag, die angekündigte Benesize-Dorstellung für Mlle. Lindner (zum erstenmale): Die Wiener in Berlin, Lieverposse in 1 Akt, von Karl v. Holtei. Hierauf (zum erstenmale): Die Talentprobe, Lustspiel in 1 Akt, von F. W. Gubitz. — Mlle. Lindner, Frau von Schlingen und Minna, als lezte Gastrollen. Sonntag, den 17 . Juli (neu einstudirt): Camilla, Oper in 2 Akten; Musik von Paer. — Hr. Sievert, großherzogl. badischer Hof-Opernsänger, den Herzog, zum ersten Debüt. Warnung. Ungeachtet des an de» Ufern der Alp an mehreren Orten angeschlagenen Verbotes gegen das Baden an den als gefährlich bezeichncten Stellen, bade« noch Viele gerade an solchen Untiefen. Als Opfer einer solchen Unvorsichtigkeit ist gestern Abend Wilhelm Haas, von Munzcshcim, in der Alp ertrunken, Jur Warnung vor ähnlichem Unglücke bringt man dieß zur öffentlichen Kcnntniß, unter dem Bemerken, daß jeder Badende , welcher an den verbotenen gefährlichen Stellen angc- troffen wird, in die in dem Verbote angedrohte Strafe nn« nachsichilich verfällt werden wird. Karlsruhe, den »,, Juli »8,5. Großherzoglichcs Landamt. I. A d. OB. v. Vogel. Stein. sKirchenubr-Dersteigerung.) Mittwoch, den - 0 . Juli, früh »o Uhr, wird eine noch brauchbare Kirchenubr, an welcher das Jeigerwerk fehlt, bei unterzeichne- ter stelle öffentlich versteigert. Stein, den g. Juli »6,5. Großherzogliche Domainenverwaliunz. Reck. Karlsruhe. sNachricht.^I I« einer Stadt, nahe bei der Residenz, wünscht eine rechtschaffene Familie Mädchen in die Kost zu nehmen, die zugleich im Nähen, Sticken, Kleider* machen, Büglcn, überhaupt in allen weiblichen Arbeiten Unterricht erhalten können; auch werden Kinder, die über vier Jahre alt sind, von jedem Alter angenommen und gut erzogen. Wo, sagt Las Icitungs-Komptoir. De in ach, Obcramts Calw. (Mineral.Ba d.) Da das hiesige, durch seine vortrefflichen Heilwirkungen längst bekannte, Mineralbad bereits eröffnet ist, so zeige ich einem verehelichen Publikum hiermit an, daß in meinem Haus nach Schweizern« verfertigte ächte Zicgenmolken, allezeit frische Gaismilch, auch Eselsmilch zu habe» ist. Ich werde mir Mühe geben, durch gute freundliche Bewirthung den Wünschen meiner Gäste, wie bisher, zu entsprechen; hierbei erlaube ich mir die Bemerkung, daß in meinem Hause jeder Gast die Freiheit hat, aus dem Zimmer und wie und was er will zu speisen, und daß ich mich hierin nach Len Wünschen jedes Einzelnen so viel möglich richten werde. Deinach, im Juni »6,5. P. H. Firnhaber, Gastgeber zum Hirsch. Verleger und Drucker; PK. Macklot.