1Z61 Karlsruher Zeitung. Nr. 33K Dienstag, den 28. Nov. 1820^ Herzogtum Nassau. — Dänemark. — Frankreich. fAusammenberufting der Kammern. Mordversuch gegen den Herzog Decrrs.)> — Italic». (Königreich beider Ci;i!ien.) — Hesireich. (Lroppau.) — Rußland. — Spanien. — Beschluß der Vemerkun-., gen über die neue Schrift: Manuscript aus SüsdeutftMnd. Nassau. Wiesbaden, den 24. Nov. Ihre Herz. Durchlaucht die Frau Herzogin von Nassau, sind am 21 . d. von einem Prinzen glüklich entbunden worden. Dänemark. Kopenhagen, de» 18 . Nov. Vorgestern Abends wurde hier der Theolog und Doktor der Philosophie, Dampe, in Verhaft genommen. Sein unruhiges Benehmen hatte schon länger die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich gezogen; aber er war nicht auf der Thatzu ertappen. Dieses war indessen vorgestern der Fall, als er eben im Begriss war, eme von ihm znsammengezoge« ne Versammlung zu erbfnen. Man versicherte sich seiner. Es^sind Entwürfe, Kundmachungen und dergleichen bei ihm gefunden worden; er leugnet aber bis jezt, daß er der Verfasser derselben sey, und behauptet, die Papiere auf der Straße gefunden zu haben. Frankreich. Paris, den 24. Nov. Der Herzog und die Herzogin von Orleans haben gestern Morgens abermals einen Besuch bei dem Könige abgestanet, und hierauf ein gleiches bei der Frau Herzogin von Berry qekyan. Lez- lere Fürstin genießrgegenwärtig einer sehrgulenGesundheit, und fährt oder g^ht b i iahe täglich aus. Auch ihre beiden Kinder, der Herzog von Bordeaux und Mademoiselle, befinden sich aufs Beste, und werden oft nach dem Boulvgner Wäldchen spazieren gefahren. Der heutige Moniteur macht eine königl. Verordnung vom 22 . d. bekannt, wodurch die Kammer der Pairs nnd die der D.-purirten der Departements auf den ly. Dez. d. I. zufammenbernfen werden. Der Herzog DccreS, vormaliger Marineminister, kam vorgestern Abends gegen f zwölf Uhr mit Frau nnd Tochter aus dem Theater znrük. Er legte^sich sogleich zu Bette. D rs nämstche u-at sein Kammerdiener in einem Zimmer über dein des Ministers. Gegen halb 2 Uhr wurde lezlerer du ch einen Geruch, als wenn Leinwand brenne,' gewekt. Gleich darauf glaubte er eine angezündete Lunte und Pulyerdampf zu riechen, und er war kaum zur Hälfte aus seinem Bette, alS in seinen Matratzen binnen wenigen Sekunden zwei Explosionen, gleich denjenigen einer Zpfündigen K mone, nach einander erfolgten. DaS Bett gerieth in Klammen; die Zimmergeiäthschaften wurden zertrümmert. Vergebens rief der Minister seinen Kammerdiener zu Hülfe. Ich binverloren, erwie- decte dieser im Tone der Verzweiflung, und beinahe im nämliclxen Augenblicke stürzte er aus einer Höhe von 40 Fuß auf die Straße hinab. Er war noch lebend, und antwortete auf die an ihn gerichteten Fragen , Unbekannte hätten sich seiner Person bemächtigt, und ihn zum Fenster hinausgeworfen. Er ist heute gestorben. Seit 6 Jahren hatte er in den Diensten des Herzogs Decres gestanden, und dessen besonderen Vertrauens genossen. Das Feuer wurde inzwischen in dem Zimmer gelöscht, und der Herzog ist, durch eine Art von Wunder der Vorsehung, mit einigen Brandwunden an den Schenkeln und am rechten Arme, die ihn zwar sehr schmerzen , aber für fein Leben nichts befürchten lassen, davon gekommen. Aus der sogleich ange- stellten Untersuchung hat sich unter anderm ergeben, daß in den Matratzen drei mit Pulver angefüssre Packete, 2mit einem, und imiteinemf Pfunde, sich be-, fanden , und daß unter den Papieren des Ministers Z020 Fr. in Bankbillets, und z Wechsel, jeder von 6000 Fr., fehlten. Der Hr. Baron Pergami, sagen heute mehrere hie- ^ sige Journale, ist, begleitet von einem Sekretär, einem Kammerdiener, einem Jäger und einem Kurier, in-Pa- riö angekommen. Der Graf Torreno, Mitglied der spanischen Cortes, ist am 13. d. durch Bayonne, wie es scheint, in Aufträgen, nach Paris gereiset. Gestern standen hier die zu 5 V. h. konsolidirlen Fends zu 76^, und die Bankaktien zu l5LLf.Fr. (Aus der Straßb. Zeit.v. 26. Nov.) Das I. de Paris und der Drapeau-blanc enthalten Bemerkungen über den Umstand, daß, bei der Wahl des Hrn.Bignon zum 1562 Deputaten im Oöerrhein, mehrere Stimmzettel Pignon, statt Bignon, lauteten, und es Mühe kostete, diesen Namen orthographisch schreiben zu lernen. Das elsas« fische Ohr fühlt freilich den zarten Unierschied nicht, so wie die treuen Elsässer in jedem braven Mann einen ächten Royalisten zu finden glauben, der seinen König, die Konstitution und das Vaterland liebt, und dabei keinen ihnen unbekannten Unterschied machen..— Die Gazette de France hatte gemeldet, Hr. Jakob Kbchlin, der zu Mühlhausen mir 123 Stimme» von 150 Wählenden zum Deputirren des OberrheinS ernannt worden ist, sey ein Schweizer. Ein in dem Constitutivnnel eingerükrer Brief weist die Gazette de France zurecht. Hr. Kbchlin ist von Mühlhausen, ein Franzose und ein rechtschaffener Mann, wohlthätig gegen aste und jede Glaubensgenossen , ein eifriger Beförderer alles Guten, und Begründer eines unermeßlichen Industriezweigs , der im Oberrhein 60,000 Arbeiter beschäftigt. Der Kammer werden übrigens die Geburtsscheine vorgelegt werden, und ste in Stand setzen, zu erkennen, wer ein grborner Franzose ist. — Das Journal des Debars enthält einen sehr heftig, n Artikel über eine neue Flugschrift des Hrn. Malier de Montjau, unter dem Titel: „Aktenstücke und Belege zu seinem Prozeß", den er vor dem KassationS- hof zu vertheidigen hat, in welchem Prozeß er sich recht- fertigen soll über das Stillschweigen, das er in Betreff der Mitglieder der sogenannten geheimen Regierung beobachtet, und deren Existenz er im verflossenen Monat März der Deputirtenkammer angegeben hat, so wie auch über die Urheber von zwei Z-rkulaoschreiben jener geheimen Regierung , als welche Urheber er genau zu kennen behauptet. Italien. Am 6. Nov. cmpsieng das neapolit. Parlament die Deputationen des obersten Gerichtshofs und des großen Kriminalgerichls von Neapel. Die Kommission, welche über d.n Verschlag desKriegsministcrs, die Verabschiedeten zurükzusenden, weil das Heer schon vollzählig wäre, Bericht zu erstatten hatte, äufferte, daß man dieselbe zu Capua versammeln, und in verschiedene Reservekorps, nach ihren Privatoerhältssssen alS Verheira« thcte, Wittwer, Erstgeborne, Militzen re., eintheilen solle. Es entstanden darüber lange Debatten ; Hr. Cata- lani wollte wissen, ob in dem vom Parlamente ausgesprochenen Bestände des Heeres von 52,000 Mann auch die in Sizilien Streitenden, ferner die Gensd'armes und das Fuhrwesen begriffen wären, als in welchem Falle kaum 30,000 eigentlicher Streiter übrig bleiben würden. DaS Parlament beschloß: 1 ) daß das Heer 52,000 eigentlicher Streifer betragen, und vor der Hand nickt vermehrt werden solle; 2) daß dk Ueberzähligen in die Reserven treten.sollen. Es wurde ein Bericht des Generals Wilhelm Pepe vvrgelesen, demzufolge die Nationalgarde, solange die Aussichten auf Krieg dauerten, nicht neu organisirt werden soll. In Hinsichieinerallgemeinen Amnestie wurde beschlossen, daß sie Sch auf die bereits Verhafteten nicht erstrecken soll. ES wurde» hierauf verschiedene Finanzgrgenstände debattirt. Gegen die Einforoerung freiwilliger Geschenke, als einen moralischen Zwang, erhoben sich neuerdings viele Stimmen. In Hinsicht der Gnadenpenstoncn, von denen künftig keine 5000 Ducati übersteigen soll, wurde der Bericht deS Finanzmiaisters erwartet. Kardinal Fir- rao machte einen Vorschlags zur Unterdrückung des Schleichhandels. O e fl r e i ch. Die Troppauer Zeitung vom 17 . Nov. meldet Folgendes : Am 12. d. war bei Hofe große Tafel, welcher JI. MM. der Kaiser von Rußland und der König von Preussen, der Kronprinz, die E.bprinzessrn von Weimar sammt ihrem Gemahle, dem Erbprinzen, beiwohnten; die Tafel wurde ganz ohne Zeremoniell abge- haltem Am 14. d. AbcndS wurden die hiesigen Damen von der Erbprinzesstn von Weimar empfangen, welche sich durch längere Zeit mit denselben huldvoll »nt-ihielt. Vorgestern Nachmittags um 2 Uhr rras der Erzherzog Rudolph, Kardinalpriester und Fürsterzbischofvon Oll- mütz, in Begleitung seines Obersthofmeisters, des F. M- L. Grafen von Laurencin, hier ein. Se. kais.Hoh» wurden in dem deutschen OrdenShause, als dem zum Absteigorts bestimmten Gebäude, chou der Generalität und den Chefs der Zivilbehörden empfangen, und begaben sich durch ein Spalier weiß gekleideter Mädchen, welche Blumen streuten, in die für Sie bestimmten Gemächer, in welchen Se. kajserl. Hoy. sogleich die Aufwartung der Anwesenden annahmen. Vordem Ab steigorte war eine Kompagnie Grenadiere samiüt dem Mustk- chor vom Infanterieregiment vakant Joseph Graf Col- loredo ausgestellt, deren Beibehaltung abgelehnt wurde. Nachmittags statteten Se. kais.Hoh. sogleich den Besuch bei den beiden Majestäten ab, und verweilten längere Zeit an Ihrer Gesellschaft. M u ßla nb. Der bstreich. Beobachter vom 20. Nov. giebt aus Petersburg folgende Nachrichten vom 51 . Okt. (wovon man übrigens schon früher in der allg. Zeitung, nach Briefen auS Lübeck, jedoch als unverbürgt, einiges gelesen hatte): Vorgestern, den 2h. Okt., Abends haben unter dein zweiten Garderegiment, welches den Namen des Regiments von SemenoffSky führt, einige Unordnungen statt gehabt. ES scheint, daß das Betragendes kommandirenden Obersten dazu gewissermaßen Anlaß gegeben hatte. -Mißbrauch der Gewalt und übertriebene Strenge.von Seite dieses Offiziers hatten Unzufriedenheit unter den Gemeinen erregt. Die Soldaten der einen Kompagnie versammelten sich Abends zu einer ungebührlichen Stunde, um auf dienstwidrigem Wege Klage zu führen , und, cha sie den Vorgesehen, die sie zur Ocd- , nung ermahnten, den Gehorsam verkanten, so wurden ? sie nach Le: Festung geführt. Als sich hierauf unter dm andern Bataillonen des Regiments Zusammenrottungen bildeten, sahen die Militärautontäten sich genöthigk, sic mit gleicher Strenge zu behandeln. Lies hatte seine volle Wirkung; die Strafbaren begaben sich ohne irgend «inen Widerstand an den Ort ihrer Verhaftung. Am folgenden Tage wurde das ganze Regiment von Petersburg weggeschikt. Die Teilnehmer am Aufstande sind vor cjn Kriegsgericht gestelle; daS Benehmen deS Obersten wird streng untersucht werden. Sämmtliche Offiziere haben an Eifer und Anstrengungen gewctteifert, um Menschen, die nicht sowohl auö sträflichen Absichten , als aus Verblendung handelten, zu ihrer Schuldigkeit zurükzuführen, und keine Spur von Mitwissenschaft hat sich in irgend einem andern Regiment« der Petersburger Garnison gezeigt. Das Regiment Seme- noffsky hat dem Befehle zum Abmarsch mit der größten , Unterwürfigkeit Folge geleistet. Seine Insubordination war von keiner gewaltthätigen Handlung begleitet. Während der ganzen Dauer ihrerWidersezlichkeiten griffen die Soldaten nicht einmal zu ihren Waffen, obgleich nichts sie daran hätte hindern können. Unsere Gesetze sind aber in dergleichen Fällen von unerbittlicher Strenge, und verhängen die härtesten Strafen gegen jede Vergehung dieser Art. Die öffentliche Ruhe in der Hauptstadt ist keinen Augcnblik gestört worden. Dem beim Rcichskollegium der auswärtigen Angelegenheiten angestellten Staatsrathe von Struve ist der SU Armenorden 2. Klasse verliehen worden. Spant.«». Madrid, den 14. Nov. Nach den über das Befinden des Königs bekannt gemachten Bulletins litten Se. Mai. am y. d. an einem so heftigen Katarrh, daß Sir das Bett zu hüten sich genötigt sahen ; seit dem 11. sind Sie aber völlig heraestellt. Am 20. d. wird, wie man glaubt, die konigl. Familie den Escurial wieder verlassen, um sich entweder nach Pardo, zwei Stunden von Madrid, oder nach der Hauptstadt selbst zu begeben. Die Cortes haben in ihrer vorlezten Sitzung (am 8. d.) noch den Beschluß gefaßt: Kein Deputirter darfsich aus der Hauptstadt entfernen, ohne Erlaubniß der permanenten Deputation, die aber dieselbe nur dcmä.Thei- le der Deputirten ertheilen darf. Beschluß des gestern abgebrochenen Artikels aus der Beilage zur allg. Zeit, vom 20. Nov. Da indeß dieser Geist bei uns in mancherlei Gestalten vermummt ausgetreten ist, so lst eS nöthig, die besondere Art deS Ia- kobinismus näher zu bezeichnen, welcher die Gesinnung unseres Manuskripts angehört. Es ist diese aber weniger die republikanische Art und Gestalt, als die weit wirksamere Napoleoniftb-Despotische, nur mit neumodischem Konstitutionsgerede liberal ausstaffirt, jener Geist der „Revolution von Oben", wie ihn Fr. Schlegel in seiner Konkordia trefflich -bezeichnet, und der unS in Deutschland bereits zur Genüge bekannt geworden. Auch die Sprache des Manuskripts aus Süddeuschland ist vollkommen in diesem Geiste, zwarjenes kräftige Aphoristische des ManufcriptS fion St. Helena , in dem sich die Kraft wie die wilde innere Zerrissenheit eines merkwürdigen Geistes mit vieler Wahrheit abfpiegelt, beiweitem nicht erreichend, und in deutscher Breite und Schwerfälligkeit, aber doch kek hingeworfen, absprechend, voll leerer, schön klingender Floskeln, und in ächtjakobinischer Derbheitund Schonungslosigkeit. Alles ohne Rüksicht und Unterschied wird angegriffen, und mit Koth zu bewerfen gesucht: die altwürtemberaifchen Stände wie der Bundestag , die Diplomaten wie die Demagogen und Deutfchthumler, Hr. v. Gagern wie Cotta und Gdrrcs. Die Ahnen des deutschen Adels werden ohne weiters Räuber und Mörder, und die freien Städte die deutschen BarbareSken genannt. Auch die Professoren und Studenten unserer Universitäten bekommen ihren Theil, wie denn der Vers, sich überhaupt dem deutschen Universitätswesen abgeneigt erklärt. Müssen ihm doch diese ehrwürdigen Korporationen, dNn höherer Geist ihm fremd ist, und die er gern zu bloßen Schul« anstallen zur vorschristMästgen Staatsdienerzucht machen möchte, schon ihrer korporativen Natur wegen und als einer der Ueberreste des abscheulichen Mittelalters verhaßt seyn! Aber auch die Ansichten deS Hrn. v. Stourdza behagen ihm nicht; vermuthlich sind ihm die wieder zu religiös. Dafür giebk er uns selbst aus der reichen Fülle seines projektirenden Geistes in ein paar Zeilen einen genialen Entwurf zu einer Universtkälsre- formation. Aus allem diesem dringt sich Einem übrigens die Betrachtung auf über die unverkennbare innere Verwandtschaft des Geistes dieses Mannscripts mit der Neckarzeitung, den die würtemberg. Regierung erst vor kurzem bei Gelegenheit eines FalsumS öffentl. desavouict hat, wobei der Umstand merkwürdig erscheinen dürste, daß dieS alles ungefähr von einerund derselben Gegend herkommt. Auch kann man sich der Bemerkung nicht erwehren, wie wenig doch, troz allem Gerede über die notwendige Konsolidirung und Verstärkung des Bundes, dessen Beschlüsse, und namentlich der vom Sept. l8ih, über Preßunfug vollzogen werden ; dann daß zur wirksamen Steuerung der Preßftechheit wohl selbst der gemeinsame, genaue Vollzug jeneS Lundes beschluss-s nicht genügen, sondern durchaus auch die Abfassung und strenge V.ll- ziehung eigener Strafgesetze gegen die Verfasse und Verbreiter verderblicher Schriften, nach dem Beispiele von Frankreich und England, nöthig seyn dürste. -Wir wünschen darum zum Schlüsse, daß das Manascript anS Süddeutschland hierzu die Veranlassung neben, zugleich aber zur Belehrung und Warnung des B.-lies vor den ihm schmeichelnden falschen Propheten, und zur B Wirkung der so nöthigeu immer größeren und inneren Einigkeit der Regierungen, and somit, wie nich den gütigen Willen der Vorsehung überhaupt, all-- Löst und alle Lüge, zur Begründung des W.lyren U'.ch Guten dienen möge! 1564 Au-züg au- b<« Karlsruher Witterun-Skeokachturigrn. 27. Nov. Barometer Thermometer Hygrometer Wind Witterung überhaupt. Morgens Mittags 5 Nachts ^10 26 Zoll ^Linien 26 Zoll Linien 26 Zoll Linien /v Grad unters 1/^ Grad über 0 1,^ Grad über 0 68 Grad 64 Grad 67 Grad Nordost Nordost Nordost wenig heiter, windig wenig heiter, windig trüb Ettlingen. siHaus- u. Güter-Versteigcrung.ss Die in die Gantmatze de» Willibald Kästners von Neumalsch gehöiizen Ltiulichkeiten und Grundstücke, bcncmnilich: i) Eme -.«eifiScklgie, modellmäsig erbaute steinerne Behausung mir der ewigen Schitdwttlhjchaftsecrechttgkeir zum Kreuz, in Neumalsch an der LhauffeK gelegen; s) eine dabei unter einem besondern Dache befindliche Scheuer und Stallung; S) 24 Vrtl. Ackerfeld, aus das Haus und die Scheuer anstoßend, und 4) i Vrtl. Gcmüsgarten vorncn am Haus, vuf welche bei der unrerm --Z. vorigen Monats vor sich gegangenen Versteinerung kein annehmbares Gebot geschehen, werden, m üvlge amtlicher Anordnung vom heutigen, Nr. 9220, Mitwocn, VML9. d. M., Vormittags um 10 Uhr, in dcr Behausung ,u Mnmalsch selbst, als ein Ganzes bffentlich versteigert, und dem Meistbietenden ohne weitern Rarifikationsvor- bchalt als Eigenrhum zugeichlagcn werden. Wir machen dieses mit dem Anhänge öffentlich bekannt, daß sich auswärtige Steigerer gleich bei der Steigerung mit Zeugnissen über ihre Vermögensverhältnssse auszuweiscn haben. Ettlingen, de» 14. Növ. 1620. Großhcrzogliches Amtsrcvisorat. Hink. Unteröwisheim, bei Bruchsick. sH errschaftlicher Schlößchens-Verkauf zu Gochsheim betr.^s In Ge?o!g höherer Verfügung wird von »achgejczter Verrechnung Las ehemalig gräfi. Ebersteil,zsse Schloß in der Stabt Gvchs- hcim, im Äraichgau, 2 Stunden von Breiten und S Stunden von Bruchsal gelegen, aus 2 mit Gallerten an einander Kchängten massiven großen dreistöckigen Gebäuden bestehend, sammt dem inner» Hofraum, dem vorder» Hofe, de» Nebengebäuden und Gräben, mir Ausnahme eines Lheils des vorder,, Schlosses, so zur Schule und Wohnung des Schullehrers lvri-chatte» wird; Donnerstags, den 7. nächstkünftigcn Monats Dezember, Vormittags um 10 Uhr, auf dem Platze selbst, in geeigneten Abtheilungen, «alvs rstiücstiono, in Ausstrcich verkauft werden; wozu man die Liebhaber unter dem Anfüacn höflich einladet, daß diese Gebäude, auf dcr Mittagseite mit der reizendsten Aussicht versehen, zu weitläufigen Fabriken und Gewerben sehr tauglich sind, und der Erwerber allenfalls mit der Zeit auch Gelegenheit finden könne, von den vielen und schönen Herrschaft!. Gütern Pacht- oder Kaufsmesse an sich zu bringen , sodann die Gebäude und Zugchördte den Steigerern, im Falle der Ratifikation, bis Georgi 1821 übergeben werden. Untcröwisheim, den- 4 - Nov 1820. Großherzogliche Domanialverwaltung. Häuser. Bruchsal. sFrüchte-Versteigerung.ss Mitwvch, den iS. des nächstkommcnden Monats Dezember, Vormittags 10 Uhr, werden auf dem herrschaftlichen Fruchtspeicher dahier von den röiqer Vorräthen '200 Matter Gerste und 100 — Haber von Unterzeichneter Stelle in öffentlicher Versteigerung der« kauft? zu welcher Verhandlung die Steigerungsliebhaber hier--, mit e.ngelade» werden. Bruchsal, den 25. Nov. 182a. Großherzogliche Domanialverwaliung. Sold. Karlsruhe. sGantsache betr.ss Der hiesige Webermeister, Christian Friedrich Oehlwang, ist in seinen Vermögensumständen dcrmasen zurükgckommen, daß über ihn der Gantprozeß erkannt worden ist. Weil Oehlwang aber so wenig Vermögen hat, daß nicht einmal die Gantkosten können gedekt werden, so kann der Gantproieß auch nicht eröf- net werden, und man sezt hiervon das Publikum in Kennt- niß, damit sich dasselbe vor Schaden gehörig sichern kann. Karlsruhe, de» 14. Nov. 1820. Großherzoglichcs Stadtamt. Pforzheim. sSchulden-Liquidation.ss Ueber das verschuldete Vermögen des verstorbenen Mezgers und Zellers, Christian Staib,, von Brötzingen, haben wir de» Gantprozeß erkannt, und fordern deshalb dessen sämmtüchc Gläubiger auf, ihre Forderungen Donnerstags, den 14. Dezember d. I., Vormittags, vor dcr Gaiitkommission, im Bä- renwivlhshause daselbst, bei Strafe des Ausschlusses von dcr Masse, gehörig zu liquidircn. Pforzheim, den 2«. Nov. 1820. Großherzoglichcs Oberamt. Roth. Ubstadt. sHaus-Verkauf-H Unterzeichneter ist gesonnen, sein (das ehemals Hofrath Waltherische) Haus, welches mit schönen und geräumigen Zimmern, 2 gewölbten Kellern, nebst geräumigem Hof, mit Scheuer, Stallungen und Gärten auf das beste versehen, mitten in dahicsigcm Ori an der Hauptstraße zu allem Gewerk sehr gut gelegen, aus freier Hand zu verkaufen. Liebhaber hierzu belieben sich an Unterzeichneten Eigcnthümcr zu wenden. Ubstadt, den 23 . Nov. 2820. Nikolaus Hagemeier, zur Krone. Nachricht. Die zu Nürnberg seit dem Jahr 2804, unter dem Namen: Der Korrespondent von und für Deutschland, täglich, auf einem Foliobogcn, erscheinende politisch - literarische Zeitung, ist von allen Königl. Baicr. Gränzpostäm- tcrn, für de» Preis zu einer Französischen Louisd'or oder cilf Gulden Rhein, der Jahrgang, zu beziehen. Das Abonnement wird halbjährig pränumerirt, und wer die Zeitung unrcr eigner Adresse beziehen will, hat 4S kr. Couvcrte-Geld beizufügen. Nürnberg, den 25. Nov. 2820. Die Redaktion des Blatts. Redakteur: E. A. Lamrp; Verleger und Drucker: Phil. Macklot.