1645 Karlsruher Zeitun g. Nr. 349. Samstag, den 16. Dez. 1820.' Würtemdcrq. (StSndevers.) — Frankreich. (Revolution inSt. Domingo.) — Großbritannien. — Sestreich. —Portugal. — Tür» kci. (Ä'i Pascha von I 'nina.- — Fortsetzung der Gegenbemerkungen über die das Manuscript aus Süddcutschland betreffende Bemerkungen. Würtemberg. Sitzung der Kammer der Abgeordneten am 1 Z. Dez. Die heutige Tagesordnung war der Entwickelung der von einigen Mitgliedern angelündigr.n Motionen gewid- in«t. Zuerst begründete der Abg> ordnete Keßler seinen Antrag , daß nach einem, von der Regierung zu erbittenden Gesetzesennvurf vom 1. Jan. Iö22 das Tragen seidener und mit Seide vermischter Stoffe auf 6 Jahre verboten werde. Beckh sprach sich gegen den Antrag auS, und begehrte Ueb-rgang zur Tagesordnung. W.der dem LukuS werde hierdurch gesteuert, noch werde der einheimische Kunsiflciß gehoben; nur durch Erleichterung der Abgaben und Verminderung der Zölle könne geholfen werden. Eine ungerechte Nadikalrcfvrm in der Kleidung solle herbcigeführt werden, währendmit vielenan- dern Gegenständen deS Luxus aus dem Auslande derAn- faug geinackr werden sollte rc. V. Varnbülec machte aus die Möglichkeit der Repressalien aufmerksam, die dagegtn Würtembergs Erzeugnisse abweisen könnten. Ohne Noth werde die persönliche Freiheit beschränkt und die einheimische Industrie gelähmt. Eher wäre ec dafür, und werde es bei Beralhung der Staatseinnahmen geltend machen, den viel zu niedrigen Zoll auf Seide zu erhöhen, wie denn überhaupt das kaufmännische Gewerbe gegenüber dem landwirthschaftlichen zu sehr begünstigt sey. Mosthaf: Ueberhaupt seyeö Sache des-Staats, seine eigene Haushaltung in Ordnung zu erhalten; die Oekonomie der Staatsbürger gehe ihn nichts an. Bemühungen lezterer Art seien fruchtlos, drückend und ganz ausser dem Berufe der Staatsverwaltung, die dann ein« Vormundschaft über Mündige üben wolle. v. Gaisberg : Der Luxus sey hier nur Nebenrüksicht, wichtiger sey der Geldausstuß von 2 Millionen. Nach mehreren weitern, Debatten beschloß die Kammer mit 64 gegen 13 Stimmen, daß der Antrag an eine Kommission gegeben werde. Eben dieser Kommission wurde die Begutachtung deS vom Freiherr» von Gaisberg aufgenom- nicncn v. Varnbühler'schen Antrags auf Zollerybhiing für die Seide zugewiesen. Der Abgeordnete List entwickelte nunmehr seinen Antrag auf Niedersetzung einer bleibenden Kommission, welche zunächst sich über die Mittel berathe, wodurch dem Gewerbe und Handel Wiederaus- geholfen werden könnte, und welcher in der Folge alle dahin einfchlagenden Gegenstände zugewiesen würden. Dem Anträge wurde sogl-ich viele Unterstützung zu Theil, und cs soll in nächster Sitzung die in Antrag gebrachte Kommission gewählt werden. Der Abgeordnete Ovelog trug daraus an, die Negierung um einen Gesezentwurf über die Errichtung eurer Landwehr in der verfüssungSmäsigen Form zu bitten. Da nun einige Mitglieder, v. Ow, v. Sturmstder u. a., sich für den Antrag im Allgemeinen errSärten, so würbe beschlossen, ihn als zweiten 'Auftrag der gestern wegen des königk. G-sttzeSenrwurfs über die Rekrucenaushebungen nieder» gesezten Krmmisiwn, zur Berichtserstattung milzulhei« len. Unter fast allgemeiner Unterstützung durch Erhebung von den Sitzen trug der Abg. Gimlin d. ä. darauf an, die Regierung zu bitten, so bald wie möglich, und ohne die Einführung eineS allgemeinen neuen peinlichen Gesezduches zu erwarten, ein Gese; zu zwekmäsigercr und schärferer Bestrafung der Diebstähle, besonders gegen solche Personen, welche sich gerverbsmäsig damit beschäftigen, zu erlassen. Beschluß: Einebesondere Kommission für den Antrag niedcrzufttzen. Prälat v. Abel trug auf die Niedersetzung einer Kommission an, welche ihre. Ansichten mitthcile, theils überhaupt über dir Mittel ächter Kultur, theils insbesondere über Schulen und Kirchen, so weit deren Behandlung nicht ausschlic, ßend der Kirche zustehe. Für einen einzelnen Zweig der physischen Kultur habe man ein eigenes Komite^ nieder- ges.zl, ein eigenes werde man auch der geistigen Kultur gönnen. Derselbe trug darauf an, daß die Regierung, die sich jezt mit den die Juden betreffenden Gesetzen und ihren Rechten beschäftige, auch um Anordnung zwek- mäüger Anstalten zur Beförderung der moralischen und intellektuellen Kultur der Juden gebeten werde. Die Berathungen beider Anträge wurde den nächsten Sitzungen Vorbehalten. Der Abg. Schott machte darauf aufmerksam, daß für den schon in diesem Frühjahre von dem Abg. Weber gemachten Antrag auf ein Gesez gegen den BücheNiachdnik'die damals versprochene Kommission 1646 nicht gewählt worden sey, und wünschte daher diesen wichtigen Gegenstand der weitern Berakhung übergeben, was vielleicht Kürze halber durch Zuweisung an die auf den Antrag dcS Abgeordneten Ginelin zu wählende Kommission geschehen könnte. Mehrere Mitglieder erklärten sich sogleich gegen diese Behandlung der Sache; indessen soll sie in den nächst?» Sitzungen auch an hie Tagesordnung komme». Frankreich. Paris, den 12. Dez. In den lezten Tagen sind mehrere Kuriere von London in Calais angekommen. Sie haben mit großer Eilfertigkeit ihre Reise über Paris nach Mailand fortgesezt. — Auch verruss. Fähndrich So- boleff ist als Kurier durch Calais passirl, von London nach Lroppau sich begebend. Gestern standen hier die zu 5 v. h. konsolidmen IondS zu 78 , und die Bankaktien zu 141 Z Fr. Das Neuste und Zuverlässigste über die gestern kurz Erwähnten Ereignisse in Sr. Dominge dürfte wohl in folgendem Schreiben emeS Lloyd'schen Agenten ausKap-Hen- 'ri vom 15 . Okt. enthalten seyn: „Freitags, am 6. d., Abends 10 Uhr, hörten die Einwohner der Kapstadt den Generalmarsch schlagen, und geriethen dadurch in keine geringe Bestürzung; bald vernahmen sie/daß die Truppen sich empört hätten, und dem Könige (Christophe) nicht mehr gehorchen wollten. Am folgenden Tage zogen die Truppen aus der Stadt, den Gouverneur an ihrer Spitze habend; eine große Zahl Einwohner schloß sich, bewafnet, an die Empörer an, welche auf der nach der Residenz des Königs führenden großen Heerstraße sich aufstellten. Sonntags stießen sie auf die Truppen des Königs, die jedoch nur einen schwachen Widerstand leisteten, und nach einem kurzen Kl.ingewehrfcucr zum Theil zu den Empörern übergiengcn. Als der König dies hörte, rief er aus: Sv ist denn alles für mich zu Ende! Ec zog sich hieraufin das Innere deS Pallasteszurük, und schoß sich eine Kugel durch das Herz. MvntagS wurde der Kronprinz arrelirt, und nach seinem Pallaste gebracht, wo er vor der Hand mit den übrigen Mitgliedern der königl. Familie als Gefangener bleiben soll. Nie hak es vielleicht «inen grdßern Tyrannen gegeben, als Christophe. Vom 6, bis zum 10. haben alle Geschäfte gestokt; aber sowohl das öffentliche als das Privateitzenthum ist unverleztgeblieben. Es scheint, daß alle Wünsche auf die Wahl eines neuen Chef gehen ; noch weiß inan aber nicht, welchen Titel man ihm geben wird. Eben so wenig weiß.man noch dessen Namen; aber er soll sehr sanften Charakters seyn. Diese Revolution hat keinen Tropfen Bluts gekostet. Es scheint wirklich, daß man nur einen einzigen Feind hatte, und dessen Tod war für das GM aller so nvrhwendig, daß mit ihm jede Art von Erbitterung erloschen ist/, Anders werden diese Vorgänge in den bis zum 17 . Nov. reichenden nordamerikankschen Zeitungen erzählt. So heißt es in einer Newyorker Z imag vom 4. N -v., ein in 22 Tagen von Port au Prince, im südlich,n und republikanischen Theile von St. Domingo, angekommeneS Schiff habe folgende Nachrichten überbracht: Eyristoph hat im Jul. einen Ans ll von einem Schlagflusse erlitte».; die Armeebenuzte diesen Zeitpunkt seiner Unthätigkeit, und empörte sich zu Sr. Marc, wo sie den Gouverneur ermordete. Cyristoph gab darauf 5 Regimentern, die sich in Kap befanden , B fehl, gegen die Aufrührer auszurücken; sie weigerten sich aber, und wandten die Waffen gegen ihn. Er gab sich am 5 . Jul. selbst den Tod. Die Besatzung von Sk. Marc schikte eine Deputation nach Pvrt-au-Prmce an Boyer, den Präsidenten jener Ne- gerrepubltk, und bat ihn um seinen Schuz; dieser brach auch sogleich mit seiner gesummten Macht von 18 biS 20,000 Mann auf, ließ auch alle Kriegsschiffe im Hafen ausrüsten, und man glaub'e, er würde sich in kurzer Zeit deS Gebiets seines bisherigen FeindeS bemächtigen rc. Die Zeitangaben in dieser Erzählung sind wohl aufjede» Fall unrichtig. Großbritanni en. London, den 6. Dez. Gestern har der König in großer Zeremonie eine Adresse her Universität von Cambridge empfangen. Sie ist in dem Sinne der von den hiesigen Alderman's beschlossenen Adresse abgefaßt, welche heute Sr. Mai. auf gleiche Art überreicht werden soll. — In der Universitätsstadt Dxford fallen seit einiger Zeit beinahe täglich große Unordnungen vok. Der Ruf, es lebe die Königin, ist gewöhnlich das Losungs- zcichen dazu. Zwei sehr geachtete Professoren, Philips und Barrington, sind, unter diesem Rufe, von einem Hausen Studierender ans offener Straße aufs gröblichste mißhandelt worden. O e st r e i ch. Wien, den 9. Dez. Durch eine allerhöchste Entschließung aus Troppau vom 1. d. haben Se. Maj. dem bisherigen Gouverneur-Stellvertreter bei der östreich. Nationalbank, Johann Heinrich Ritter v. Geymüller, auf sein Ansuchen die Enthebung von diesem Anne zu erchei- len, und zugleich Ihr Woylgefallen über die von demselben diesem Institute bisher geleisteten ersprießlichen Dienste auszudrücken geruhet. Durch eben diese Entschließung wurde von Sr. Maj. der bisherige Sankdi- rektor , Melchior Ritter v. Steiner, in der Anerkennung seiner ausgezeichneten Eigenschaften und Verdienste um das Bankinstitut, zum Gouverneur-Srellvertcter der östreich. N nionalbank ernannt. Eine Kundmachung der östreich. Nationalbank vom 7- d- besagt : Die Direktion der privil. östreich. Nassonalbank bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß vom 20. des laufende» Monats Dez. an, keine Umschreibungen oder Voriner- I kungen von Aktie» angenommen werden, um die nöltzi- 1847 gen Dorftsireibungeu zur Ausbezahlung der Dividendenbeträge für das zweite Semester 1820 in gehöriger Ordnung vornehmen zu können. Die Wiedererösnung für Vormerkungen und Umschreibungen findet am 2. Jan. 1821 statt. UebrigenS wird die den verehrten Aktionär ren für dieses zweite Semester gebührende gewöhnliche, und Super-Dividende unmittelbar nach der dieöfälligcn Entscheidung deS am 15.Jon. 1621 abzuhaltenden Bank- ausfchusseS bekannt gemacht und erfolgt werden. Portugal. Lissabon, den 26. Nov. An die Stelle deS abgetretenen, und seitdem auf sein Landgut zu Canellas verwiesenen Vizepräsidenten der obersten Junta, Silveir ra, ist Graf von Sampajo, bisheriger Präsident der vorbereitenden Junta der Eorles, ernannt worden. — Auf eine Note, welche die oberste Junta an die engl. Regierung in Betreff der während der Anwesenheit des Hord Bcresford im Tajo statt gehabten Vorgänge erlassen hatte, ist die Antwort erfolgt, daß dies nicht England, sondern bloß den König von Portugal angehe. Türkei. In Mailänder Zeitungen vorn 8. Dez. liest man: Die-aeusten Briefe aus Eorfu versichern, daß Aly Pascha sich fortdauernd behaupte, und daß die türkischen Truppen auS einander gehen zu wollen schienen. Die bewafneten ,Griechen rverhen wohl auch von dannen ziehen , da sie anfangen, verdächtig zu werden. Man spricht- von einem zu Parga von Konstauttnvpel angc- kommenen Kurier mit einer Einladung an die ehemaligen Bewohner dieser Gegend, unter den Bedingungen des am 21. März 1800 zwischen Rußland und der Pfortege- fchloffenen Traktats, nach ihrer Heimath zurükzukeh- ren. Man will ihnen so viel geben, als sie, vermittelst der engl. Regierung hatten, um sie für ihre verlornen Güter zu entschädigen. Das nämliche wird, wie cs heißt, für Prevesa, Vonizza und Butrinto geschehen rc. Fortsetzung des gestern abgebrochenen Artikels. Die Gründe, welche dem Verfasser sein acht deutscher, auf Eintracht gerichteter Sinn für dieS Axiom eingiebt, sind folgende: „daß dem Verfasser des Manuskripts sein neues Königreich Allemannien unverkennbar am meisten am Herzen liege, indem der Anschein, den er sich gebe, «s am meisten und besonders gut mit Baiern zu meinen, nur vorangeschoben, und eine wahrhaft perfide Maske sey, daß eine innere Verwandtschaft des Geistes dieses Manuskripts mit dem der Neckarzeitung unverkennbar sey." Der erste Grund soll dadurch ins Licht gcsezt werden, daß „das neue Königreich Allemannien nach de«* Verfassers etwas nebulistisch vvrgctragener Länder- -ufchrmdurig, wohl daS ganze alte Schwabe» hiS an den Lech, und endlich wil ward, feine eben nicht nebulistischen Geiinnungen gegen die Gegend, welche er alS das Vaterland des Manuskripts b tcach.ek wissen will, in der freilich die Wahrheit schlecht gena.g verbergenden Hülle eines patriotischen ElferS, öffe.anich an den Tag zu legen. Daß diese Gesinnungen ungleich weniger, als die in dem M muscript angchli h vorherrschende Vorliebe einem Zweifel unterliege, ergiebr die, selbst im Geiste deö Verfassers des lezrern unwahre Folgerung, welche, wie obige Stelle ergiebt, aus dem Plan, Deutschland in vier Staaten zu theilen, gewaltsamer Weise gezogen wird. Nirgends ist nämlich in diesem die Herstellung der ohnehin nach verschiedenen Zeitepochrn sehr abweichenden Gränzen deS alren All Manamas, ftrc das Königreich Wücremberg, auch nur entfernt angedeutet, so wenig als emeähnliche Absicht, in Bestehung auf Baiern, angenommen werden kann, obgleich Seite 17 die ehemals zu Baiern gehörenden Lande, Oeürelch, Steyermark, Kärnthcn, Kram, G äz, Tirol und Salzburg namentlich aufgefsihrl werden, eine Parallele, welche dem Scharfsinne des Verfassers der Kritik entgingen zu seyn scheint. Wenn es nun N -mand einfolle» wild, in dieser Stelle, verbunden mildem Einthellungsplans des Verfassers, eine besondere Vorliebe desselben für Baiern, dem sich derselbe anzugehoren doch selbä erklärt, za sehen, und daraus den Schluß zu ziehen,. daß daH Manuskript nach seiner ganzen Tendenz aus B'ieen Hexrüh- ren müsse; wenn auch der Verfasser der Kritik daran durchaus keinen Anstoß nimmt, wie kommterdazu, doch solche Folgerungen in Beziehung aas Würtemberg zu ziehen, wozu nichteinmaljene, dem Unbefangenen gleichfalls Nichts beweisenden Andeutungen gegeben waren? DaS Wahre an der Sache, ist, daß, wenn jene Folgerung'», die unverkennbar bezwecken, eine dein Geiste deS Manuskripts analoge Richtung, als einen hervorstechenden Zug eines deutschen Landes, zu bezeichne», aus dem Inhalte des Manuskripts anders als durch Leidenschaft oder böse Absicht gezogen werden könnten, derVe. fasset nolh- wendig als ein Feind des Landes, gegen das er diese Meinung begründen würde, angesehen werden müßte, indem er offenbar nur die Absicht gehabt haben könnte, dasselbe dem Unwillen und dem Mißtrauen der größer» und der kleinern deutschen Staaten zu gleicher Leit auszusetzen. (Beschluß folgt.) 1643 Au-zu- au- den Karlsruher Wittrrungsdeokachtungen. iS. Dez. Barometer Thermometer Hygrometer Wind Witterung überhaupt. Morgens Mittags ,3 NachtS ;io 2?Zoll 10 Linien 27 Zoll 10/„Linien 27ZolllO/„ Linien 1 Grad über 0 l/„ Grad über 0 /„Gradüber 0 60 Grad 57 Grad Sy Grad Nord Nord Nord trüb, windig trüb, windig trüb, windig Todes-Anzeige. Gestern Abends um 5 Uhr cntscl lief unsere hofnungsvolle Loch,er, Wilhelmine Ferdinand!,ic Lsolff. Sie unterlag nach einem vierundzwanzigstündigen hatten Kampfe, und vergebens erschöpfte die Kunst ihre Mitte!. Nur zwei Tage überlebte sie ihren vierten Geburtstag. Tiefgebeugt von Kummer machen wir unjcrn Freunden und Verwandten hiervon unsere traurige Anzeige. Karlsruhe, den 16. Dez. 1820. Ferdinand Wolfs, Kapitän. Dessen Ehegattin, Wilhelmine, gebvrne Zandt. Joseph Za» dt, geheimer Hofrath. Karl Zandt, Stabs-Medikus. Friederike Schmidt, geb. Zandt. Deren Tochter, Wilhelmine Schmidt. Theater-Anzeigen. Eonntag, den 17. Dez.: Die Ahnfrau, Trauerspiel in 5 .Akten, von Grillparzer. Dienstag, den ig. Dez. (mit allgemein aufgehobenem Abonne- , ment, zum Vortheile des Hrn. Walter, zum erstenmalc): Die ncueAlceste, oder: Die Höllenfahrt des Herkules, tragi-komische Oper in 3 Akten; Musik von Wenzel Müller. Literarische Anzeige. Bei Karl Gross in Heidelberg ist erschienen, und durch alle Buchhandlungen zu haben: Jesus d e r Verherrlichet: des ewigen Vaters und Beglücker der Menschheit. Sieben Fastenreden von Johann Joseph Mühling, Stadtkaplan in Heidelberg. Preis auf Drukpapier 1 fl. 12 kr. auf Schreibpap. 1 fl. 36 kr. Wir beeilen uns, die Freunde der Religion Jesu auf diese gehaltvollen Reden eines talentvollen rungen Geistlichen anf- mftlsani zu machen. Der Herr Verfasser verspricht, bei mehr Misse diesen so reichen Gegenstand noch näher zu erörtern, und nennt diesen Versuch bloß Linien, die in der Folge zu einem Ganzen erwachsen sollen. Einige dieser Reben sind dogmatischen Inhalts, wodurch mehrere der vorzüglichsten Glaubens- wahrhcilen ins Licht gestellt werden- So beweist der Hr. Verfasser in der ersten Rede, daß Christus der im alten Testament erwartete Messias sey. In der. zrveiten spricht er von der Gottheit Jesu, und zeigt mit Grinden, daß Jesus eine neue Religion gestiftet, und die mosaische bloß als Vorbereitung zu dieser betrachtet habe. In der dritten Rede erforscht er den Geist der Lehre;Iesu, ihre Verbreitung und die Wirkungen, die sie aus das damalige Menschengeschlecht machte. In der vierten Siebt unser Verfasser ein Bild des von den Seinigen Abschied nehmende» Jesus. In der fünften und sechste» durchgeht er einige merkwürdige Szenen des leidenden Erlösers, von seiner Vorbereitungsstunde am Oelbcrge bis zu seiner Hinaurssührunz auf Golgatha. In der siebenten Rede, am heiligen Freitage, vollendet Jesus das ihm aufgctragcne Werk, und leidet den Tod, aus Liebe zu seinem himmlischen Vater und zur Rettung der gefallenen Menschheit. Zur bevorstehenden WeihnarvtS- und Neujahrszeit dürfte» sich diese Reden vorzüglich zu Geschenken für Jcsusfteun- dc eignen, da sie auch äußerlich mit gutem Druk und Papier aus gestatt et sind. Karlsruhe. fWein-Versteiaerung.sj Dienstag, den ig. Dez-, Nachmittags 2 Uhr, will der Hpslaquai Hof- mann sieben Fuder illigcr Oberländer Wem, in Parthien von 1 Ohm bis i Fuder, an den Meistbietenden öffentlich versteigern lassen. Die Versteigerung wird in dem Keller des Bierbrauers Schnabel, zum weiffen Berg, in der neuen Waldgaffe, vorgenvmmcn, wo auch die Weine selbst liegen, und die Proben vor de» Fässern genommen werden können- Karlsruhe, den 24. Dez. 1620. Großherzogliches Sberhofmarschallauitsrevisorat. Rath Ziegler. Bodersweyer. fVerkauf von Spe zerei-Waa« ren.sj Bei Unterschriebenem werden künftigen Mitwoch, den 27. laufenden Monats Dezember, Morgens 9 Uhr, 3 i Fässer cs. 160 Cir. Carvlincr Reis ) ! 5 i 5 do. - go Ctv. Schwefel in Stangen § do. - 126 Ctr. Antwerper Zucker schöne ) 2- Sorte e ' .T 3 rS ,5 do. - 125 Ctr. engl- Melis - Patthicn - oder Faßweise durch freiwillige öffentliche Versteigerung dem Lezt- und Meistbietenden, gegen baare Bezahlung, entschlazen werden. Liebhaber können die Waare und die nähern Bedingungen bei mir einschen. Bodersweyer, bei Kehl, den 12. Des. 18-0. I. Hummel, Sohn. Il s r I sr u li e. s^nLolZo. ß Von einer äsr ersten ^Voinlisnellunßvn in k. xernsv liositren »ir ein Itoinmissionstsgoc von rvtlioin nnss ivoissem tlliani- n n g n e r - VV e i », Irrster t^uslität, wovon wir v.u dil- liAvn 1 'reison in ksrtliion null oinLeln »erlesulen, unck uns Lu genvigvein Lusxrucli eni^Lelileu. 8 0 krn s 11 n unä Ldersvein. Redakteur: E. A. Lameyz Verleger und Drucker: Phil. Macklot.