Karlsruher Zeitung. Nr. 240. Dienstag, den 30. August 1825. Dadcn. (Au-;, aus dem großhcrzogl. Staats- und Regierungsblatt vom -7. August; Schluß. - Eppingen.) — Freie Stadt Frankfurt. — Großhcrzogtdum Hessen. — Würiembcrg. (Kochenborf) Frankreich. — Großbritannien. - Niederlande. —> Lestreich. — Schweiz — Spanien. — Türkei. — Verschiedenes. — Dienstnachrichlen. Baden. DaS großherzogliche Staats - And Regierungsblatt vom 27. August, Nr. XVlU., enthält HI. folgende Vermächtnisse und Stiftungen zu wohlthätigen Zwecken r Der ledige Jonas Willmy von Kirchheim, im Amte Gerlachsheim, hat in die Filial-Kirchen Haussen und PaimarüSl st., theils für kirchliche Verrichtungen, Iheils für arme Kinder des Orts gestiftet; der in Mannheim verstorbene Mmisterialrath Schorn hat dem privativ-katholischen Armenfond in Karlsruhe 400 ss. vermacht; die Wittwe des Handelsmanns Schlosser, Bar- Lara Kupferschmidt zu Freiburg, hat dem dortigen Ar- meninstltut 200 fl. und der Sautierschen Stiftung 100 fl. vermacht; . ^ . die Wittwe Antonia Strb von Schönau, rm Drer- samkreis, - hat dem Schulfond zu Todtnau eine Schenkung von 234 F. SS kr. gemacht; der in Freiburg verstorbene Hofkammerrath Böh- rtnger von Pforzheim hat dem Armenfond in Freiburg 7S fl., und seine schon früher verstorbene Gattin, eine geborne von Bautz, diesem nämlichen Fond 100 fl. vermacht. Sämmtliche diese Vermächtnisse und Stiftungen werden nach ertheilter Staatsgenehmigung zum ehrenden Andenken der Wvhlthäter hiermit zur öffentlichen Kennt- viß gebracht. Eppingen, den 26. Aug. Der Tag unseres gnädigsten Landesregenten brachte den Bürgern hiesiger Amtsstadt eine doppelte Feier durch die Einweihung des neuen Rathhauses, dessen Bau im vorigen Jahre begonnen, und in den lezt verflossenen Monaten mit einer kaum glaublichen Thätigkeit zu Ende gebracht wurde, um sein Weihefest an diesem Tage glücklicher Vorbedeutung begehen zu können. Nach dem in den Kirchen beiderKon- fessionen gehaltenen musikalischen Gottesdienst, unter den treu aufrichtigsten Segenswünschen und Dank für die vielen Wvhlthaten unseres Regenten, begab der zahlreiche Zug der Bürger, des Stadtraths, der Ortsvorsteher des Bezirkes und der Behörden sich auf das Rathhaus, indessen festlich geschmücktem Sizungssaale, nach einer von dem ersten Beamten gesprochenen Rede, daS Brustbild unsers allgeliebten Fürsten von weißgekleideten und bekränzten jungen Mädchen aufgestellt, und unter lautem Jubelmf mit Blumen bestreut wurde. Hierauf folgte die feierliche Abnahme des Huldigungseides an die mit dem vorigen Ludwigstag im ganzen Amtsbezirk angenommenen Bürger. Der Oberbürgermeister hielt eine Schluß- und Dankrede, und unter wiederholtem Lebehoch gieng die Versammlung aus einander. Alle Anwesenden, Einheimische und zahlreiche Fremde, waren von der lebhaftesten ungestörten Theilnahme an dieser seltenen Feier erfüllt, und vergaßen nicht, ihren Dank den beiden trefflichen Künstlern, Bezirksbaumei- ster Schwarz, der'den kunstsinnigen Plan unseres neuen Gemeindehauses so schön entworfen und ausgeführt hat, und Hvfbildhauer Marchand, dem es mehr als jemals geschehen gelungen ist, die edlen Züge unsers Landesva, ters, so weit es dem Meise! nur irgend vergönnt, treu wieder zu geben, und auch die Freude war uns geworden, die ersten zu seyn, die dieses auch als Kunstwerk schäzbare Bild besizen, und durch unfern Wunsch dessen Entstehung veranlaßt zu haben. Bei dem Mahle von yo Gedecken im großen Bürgersaale des Rathhauses, wo der Beamte den ersten Toast auf das Heil, die lange, glückliche und väterliche Re, gierung unscrS durchlauchtigsten Großherzogs ausbrachte, herrschte der heiterste und anständigste Frohsinn bös zum Abend. Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, den 27^Aug. Se. Exz. der Graf v. Sales, königl. ftanz. Gesandter am kaiserl. russ. Hofe, ist gestern von Petersburg hier eingetroffen. GroßherzogthumHessen. Darmstadt, den ly. Aug. Se. k. H. der Großs herzvg von Mecklenburg-Strelitz sind gestern Nachmittags von Rumpenheim am Main, dem Wohnsiz Höchst« ihres Schwiegervaters, des Herrn Landgrafen Friedrich von Hessen-Kassel, kommend, nach Auerbach, der der- maligen Sommerresidenz I. k. H. der Frau Großherzogin, unter dem Namen eines Grafen von Stargardt, hierdurchpassirt, nahmen dort das Nachtlager, und kamen von da heute Mittags, in Begleitung der Frau Großherzogin, hierher. Bei Hofe fand Familientafel statt. Abends wurde die Oper: "Ferdinand Cortez« vonSpon« tini, nach der neuen Bearbeitung, gegeben, nach deren Beendigung der erhabene Gast von der großherzoglichen Familie zärtlichen Abschied nahm, und die Reise nach Mainz fortsezte. Vom 27. Aug. Morgen, Sonntag den 28. d., tritt di? F?i?r ?in?S in unftrm Vaterland? gewiß eben so IM seltenen als merkwürdigen Festes ein, nämlich bas tausendjährige Jubiläum der Pfarrkirche (Eginhardskirche) zu Seligenstadt. Zur Feier dieses Festes ist ein Einladungsprogramm mit der Geschichte und Beschreibung der bemeldeten Kirche hier erschienen. — Der Kirchenzeitung zu Folge müssen seit einigen Monaten , nach einem Befehle Sr. M. des Königs von Baiern, die Militärpersonen aller Waffengattungen an jedem Sonn-und Feiertage die Kirchen ihrer Konfessionen besuchen und dem öffentlichen Gottesdienste beiwohnen. Würtemberg Kvchendorf (Oberamts Neckarsulm), den 17. Aug. Bei einer steinernen Brücke über den Kocher, welche hier neu erbaut wird, stürzte vorgestern, als die Zim- merleute das Gerüst wegnehmen wollten, ein Bogen ein, und erschlug 3 Arbeiter; 4 wurden bedeutend verwundet, von denen einer schwerlich davon kommen wird. Später stürzte noch ein weiterer Bogen zusammen. Frankreich. Paris, den 28. Aug. Gestern war der Kurs der Zprozent. konsol. zu 102 Fr. 30, 25, 20, 30, 25 Cent. — zprozent. konsol. zu 71 Fr. 55. 45, 55, 60,- 70, 75 Cent. — Bankaktien 2165 Fr. — Königs, span. Anlei, hen von 1623 — 47/2- — Vor den Asstsen des Departements der niedern Pyrenäen ist ein Mensch, des Sacrilegiums angeklagt, vor Gericht gestellt worden. Aus der Untersuchung ergab sich, daß die heiligen Gefäße und die geweihten Ker, zen gestohlen, die Hostien aber auf die Erde geworfen und mit Füßen getreten worden waren. Es konnte aber nicht ermittelt werden, wer den Diebstahl begangen hatte, denn es waren weder Zeugen vorhanden , noch hatte man irgendwo gestohlene Sachen gefunden. Der Verdacht fiel auf einen herumwandernden Schuhflicker, der nach einer zehnjährigen Abwesenheit sich zum ersten- male an dem Tage vor dem Diebstahle wieder hatte sehen lassen. Er wurde gefänglich eingezogen, läugnete die That, gerieth aber in Widerspräche, als er sein Alibi darzustellen versuchte. Auch fanden sich bei ihm Zangen vor, die genau in die Spuren paßten, welche das Werkzeug, mit welchem die Kirchenfenster aufgebrochen worden, Hintersassen hatte. Ferner sagte eine Frau aus, sie -habe ihn bei einem Stücke gelben Wachslicht arbeiten gesehen, und die Flecke, welche eS auf den Leuchter gemacht, stimmten nach dem Aussprüche der Sachver, -ständigen mit der Komposition der gcstohlnen Kerzen über, ein. Diese drei Verdacht erregenden Umstände schienen den Geschwornen hinreichend, um das sch ul d ig auszusprechen; da indessen das Verbrechen noch vor dem neuesten Sacrilegiums-Gesezebegangen worden war, fvwur« de er nur zu zehnjähriger Strafarbeit, zur Ausstellung am Pranger und Brandmarkung verurtheist. G r v ß b r r t a n n 1 r n. London, den .24- Aug. 3proz. konsol. 89)^, '/«. — Lord Cochrane ist erst vorgestern, den 22., abgereist. Morgens nahm er von den griechischen Agenten Abschied. Der Lord spricht mit der größten Zuversicht von dem glücklichen Erfolge seiner Operationen; auch fand sein Operationsplan allgemeinen Beifall. Man hat die Unterhandlung, wodurch Griechenland seine nautischen Kenntnisse und sein unüberwindlicher Muth erworben wurden, für so wichtig gehalten, daß man sogleich nach deren Abschluß einen Courier nach Griechenland abförderte, der beauftragt ist, diese angenehme Nachricht zu verkündigen. (Times.) — Mistriß Leigh, Schwester des verstorbenen Lord Byron, hat auf sein Grabmahl eine Tafel von weißem Marmor mit folgender Inschrift fegen lassen: "Unter diesem Steine, unter dem mehrere seiner Vorfahren unfeine Mutter beerdigt sind, ruhen hie Reste von George Gordon Noel Byron, Lord Byron von Rochdale, Verfasser Child-Har old's, geboren zu London 22. Januar 1766, gestorben zu Missolonghi in Westgriechenland den 16. April 1624, in dem glorreichen Versuche, diesem Lande seine Freiheit und seinen alten Ruhm wiederzugeben.. — Canada erfreut sich nunmehr eines unmittelbaren Handels mit China. Anfangs Juli find zu Quebec die beiden ersten Schiffe aus Canton mit Theeladiingen angekommen, was natürlich große Freude unter.den Ein- .wohnern erlegt hat. Niederlande. Brüssel, den 19. August. Am 16. d. wurde zu Vliessingen, in Gegenwart des Ministers der Marine und der Kolonien, des Admiral Gobiüs und mehrerer andern Marinebehörden, ein neues Linienschiff von 64 Kanonen, genannt de Zeeuw, vom Stapel gelassen. — Nachrichten aus Paramaribo vom 21. Juni zufolge, war die Schifffahrt mit dem Mutterlande und Nordamerika fortdauernd sehr lebhaft. Im vorigen Jahre -waren 73 niederländische Schiffe von. dort ausgelaufen, die unter andern 6 .Millionen Pfund Kaffee, über 22 Millionen Pfund Zucker, 71,360 Pfund Cacao ic. ausgeführt haben. Die Regenzeit hatte dieses Jahr daselbst besonders früh begonnen, nämlich im März. Man erinnerte sich weniger Jahre, wo ein so großer Ueberfluß an allen Lebensmitteln vorhanden war, als gegenwärtig. O e st r e i ch. Wien, den 23. Aug. II. MM. der Kaiser und die Kaiserin, mit II. k. k. HH. dem Erzherzoge Franz Karl und dessen Gemahlin/ sind gestern in erwünschtestem Wohlseyn auf dem Lustschloffe Laxenburg eingetrvf- fen. Schon am Sonnabende hatten Se.'kais. Hoh. der Erzherzog Kronprinz, nebst seinen durchlauchtigen Geschwistern, den Erzherzoginnen Klementine und Maria, ne, so wie II. kk.HH. die Erzherzoge Rudolph und Ludwig, und Se. Durchlaucht der Herzog von Reichstädt, Schönbrunn verlassen, und obengenanntes Lustschloß bezogen. Sämmtliche Erzherzoge und Erzherzoginnen, nebst dem gleichfalls eingetroffenen Erzherzoge Pqlatk- nus, hewillkommten II. MM. bei'm Aussteigen. Wien, den 24. Aug. Metalligues 95; Bankaf, kirn 1195. Schweiz. In Genf haben neuerlich wieder Volksaufläufe der Monster wegen, die am spaten Abend Versammlungen halten, statt gehabt; diese Unruhen sollen nun die Mo- miersekte auf ihre nächtlichen Kongresse zu verzichten bewogen haben. Spanien. Madrid, den 15. Aug. (Privat-Korrespvndenz.) Die Garnison von San-Ildefonso, bereits stärker als gewöhnlich, ist vor einigen Tagen um ein Bataillon von einem der Schweizerregimenter in französischen Diensten, die hier geblieben, noch vermehrt worden; dieß hat die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen, die sich in Muthmaßungen über die Beweggründe verlor, warum man wohl in diese Residenz des Hofes Truppen hatte rufen lassen, deren man nicht bedurfte, um den gewöhnlichen Garnisonsdienst zu versehen: aber die Briefe, die wir heute von San-Ildefonso erhalten, indem sie melden, daß man viel von einem so eben entdeckten Komplott rede, dessen Zweck gewesen sey, den H. Minister Zea zu ermorden, scheinen genugsam die Reise der Schweizer zu erklären, die Herwiederum das Dascyn eines Komplotts ziemlich glaubwürdig macht. Ein ausserordentlicher Staatsrath ist auf den 17. zusammenberufen; mehrere hohe Beamten, die nicht berechtigt sind, im Konscil Siz zu nehmen, erhielten gleichwohl Befehl, demselben beizuwohnen, und eS ist mehr als eine leere Muthmaßung, daß darin sehr dringende and wichtige Angelegenheiten zur Verhandlung kommen werden; denn, obgleich der König, der diesen Rath präfidicen wird, gegenwärtig an einigen Gichtanfällen leidet, so wurde dennoch der Tag der Zusammenkunft nicht verschoben. Ich glaube Sie versichern zu können, daß eine Korrespondenz der Ueberspannten, deren sich der Ober-Poli- zei-Jntendant bemächtigte, und worin davon die Rede ist, den König zur Abdankung zu zwingen, den Hauptgegenstand dieser ausserordentlichen Berathung des Konsens Sr. Maj. bildet; was ich Ihnen aber ausserdem mit Gewißheit bezeugen kann, ist, daß der Plan zur Wiederherstelltmg der Inquisition darin diskutirt, vielleicht sogar, für oder dagegen, ein Endbeschluß gefaßt wird. , Dieser Plan ist von weit größerer Wichtigkeit, als man es glaubte, und ich will Ihnen hierüber neue Umstände mittheilen, da ich Gelegenheit gefunden habe, den Bericht, wiewohl nur flüchtig, zu lesen, der dem Könige von dem hohen Rath von Castilien wegen der Wiederherstellung der Inquisition erstattet worden ist. Zuerst muß ich Ihnen sagen, daß der hohe Rath von Castilien nicht aus eigenem Antriebe zu Gunsten des Inquisitions-Gerichtes berichtet hatte; er vollzog nur, was ihm in Bittschriften war aufgetragen worden, die man aus den Provinzeneingesandt hatte, umdieWieder- einsezung des heiligen Offiziums zu erhalten, u. zwar nicht so, wie es ehemals existirte, sondern sogar in Formen, die es gänzlich von aller Abhängigkeit von der Regierung, 1ZZ9 worin es seit KarlIII. war, befreien u. somit eine neue u. kolossale Macht im Staate gründen würden; denn eS handelt sich davon, unter dem Vorwand der Mildernng, in jeder bifchöfflichen Diözese eine Inquisitions-Junta einzusezen, deren geborner Präsident der jeweilige Bi- schoff wäre, welche Junten ausschließlich, und in einer völligen Unabhängigkeit von jeder andern Behörde, über jedes Vergehen in Religionssachen erkennen sollten. Der hohe Rath von Castilien, ohne sich weder für noch gegen die Wiederherstellung der Inquisition offen auszusprechen, ist in seiner Berichterstattung der Meinung, daß man sie so wiederherstellen müsse, wie sie war, wenn man den Rechten der Krone nicht zu nahe treten wolle, von der, seit Karl III., die Groß-Jnqui- sitcren mehr abhiengen, als vom römischen Hofe. Ich hatte ausserdem auch Gelegenheit, eine Denkschrift flüchtig zu durchgehen, die übermorgen in dem Konseil gegen die Inquisition verlesen werden soll. Allein H. Calomarde, der das Organ der Anhänger der Inquisition ist, wird auch eine Denkschrift zu Gunsten des heiligen Offiziums Vorbringen, worin er besonders h-raushebt, daß es der Hand der Gerechtigkeit immer unmöglich seyn werde, die revolutionären Verbrechen zu erreichen, ohne Richter, die, auch ohne gesezflche Beweise, die bei den gewöhnlichen Gerichten unumgänglich nothwendig sind, in ihren Gewissen, die Schuld durch moralische Beweise bestimmen können. Vorgestern Abends hat man in den Bureaux der Ge* neral-Jnspektion der Milizen bis sehr spät in die Nacht gearbeitet, um allen Provinzen die geeigneten Befehle zuzuschicken, sämmtliche Milizregimenter marschfertig zu halten, und sogleich diejenigen, die etwa nicht vollzählig seyn sollten, durch Rekruten-Aushebungen vollzählig zy machen. (I. d. Deb.) Türkei. Triest, den 20. Aug. Das Paketboot aus Corfu vom 5. Aug. bringt Briefe von dort, mit der Versicherung, daß fick Missolonghi fortwährend in den Händen der Griechen befinde. Die Türken hätten zweimal einen Sturm versucht, wären aber mit beträchtlichem Verlust zurückgeschlagen worden. Am 3. Aug. lief eine englische Fregatte in Corfu ein, und soll die Meldung gemacht haben, 24 griechische Schiffe wären vor Missolonghi erschienen, und der Kapudan Pascha habe sich hierauff nach dem Meerbusen von Corinth zurückgezogen. — In Coron und Modon herrscht die Pest; es hieß, sie habe schon den größten Theil der dort befindlichen Aegyptier weggerafft. Ibrahim Pascha stand fortwährend bei Tri- politza. Verschiedenes. Der berühmte General-Stabs-Chirurgus, Prof. I)r. Rust, theilt in seinem Magazin für die gesammte Heilkunde einen aktenmäßigen Bericht über die von dem Koll- renda-nten Hellmund aus Oldendorf in der Berliner Cha- 1340 ritö ausgefährte neue Behandlung der Krebsschaden mit. Hr. Hellmund, der übrigens ein gelernter Chirurg ist, hat seine Kuren vollendet. Gegen alle Arten des Krebses — den schwammigten allein ausgenommen — hat sich ein Mittel, zu welchem er Arsenik mischt, als vollkommen probat erwiesen. Er sezt seine Kuren noch in Berlin fort. — In Schlesien dauert der Leinwandhandel lebhaft fort. Die auf den Märkten erscheinende Leinwand wird überall gekauft. Die Bleichen sind vollständig belegt, «nd die rohen Garne im Preise gestigen. — Unter den großen Gärten Europa'S in englischem Geschmack ist der in Pawlowsk, bei Petersburg, einer der ansehnlichsten. Katharina ließ ihn im 1.1780, nach den Riffen eines Engländers, Brown, anlegen; vollendet aber wurde er erst von der jezigen Besizerin, der Kaiserin Mutter. Direktor desselben ist ein Deutscher, NamenS Weinmann. Der demselben untergebene Garten hat 107 Werste Fußweg, d. h. soviel als fünfzehn deutsche Meilen. Ein Beweis seiner Riefengröße. Aber wie sieht es in jenem nordischen Garten mit der lieben Sonne aus ? Kukuksblumen, Pechnelken und viele andere unserer Wiesen-Unkräuter sind daselbst Topfpflanzen. Pfundweise geschieht im Frühling in Mistbeeten die Aussaat von Rittersporn, Kornblumen, Wicken und Reseda; im Sommer eine ähnliche im Lande. Zn der Vorrede des großen, einen Oktav-Band ausmachenden, Pflanzen-Verzeichnisses (Hortus sir) jenes Gartens, sagt Hr. Weinmann selbst, daß er in den dreißig Jahren seines Amtes nur ein einzigesmal (im Jahr 1822) die lluckkelüs, 6eorginis und kle- lisntkus im Freien habe blühen gesehen. Diese und ähnliche müssen daher in Töpfen gehalten werden, wozu viele Tausend nöthig, und zu deren Wartung eigene Leute bestellt sind. Der kleine LieblingS-Blumengar« ten der Kaiserin Mutter bedarf jährlich gegen 20,000 Töpfe. Das Regierungsblatt vom 27. Aug., Nr. XVHl, enthält ferner folgende Dienstnachrichten: Seine Königliche Hoheit der Grvßherzvg haben gnädigst zu beschließen geruht, die Wundärzte Johann Baptist Heim in Frickingen, Dimmler zu Hausach, Fidel Kraft zu Haslach, und Münzer zu Möhringen, und zwar den ersten als Stabs-Chirurg bei dem fürstl. Fürstenbergischen standesherrlichen Bezirksamt Heiligenberg, den Dimmler als Land- Chirurg für das fürstl. Fürstenbergische standesherrliche Bezirksamt Wolfach, den Kraft als Stabs-Chirurg für das fürstl. Fürstenbergische standesherrliche Bezirksamt Haslach, und den M ü nz er in gleicher Eigenschaft bei dem fürstl. Fürstenbergischen standesherrlichen Bezirksamt Möhringen anzustellcn. Die erledigte Pfarrei Hochdorf, im Dreisamkreise, ist dem Vikar Willibald Hailer zu Niederimsingen gnädigst verliehen worden. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. S9. Aug. Barometer Therm. Hygr. Wind M. 6L 27 Z.li,5 L. 15,3 G. 53 G. SW. M. U 27 A. 11,9 L. 17,6 G. 49 G. SW. N. 9 28 Z. 0,0 L. 15,3 G. 51G. N. Halbheiter — vermischt und mehrmals drohend. Konzert-Anzeige. Mit obrigkeitlicher Erlaubniß wird Unterzeichneter die Ehre haben, auf seinem General-Konzert-Flüqel, der aus drei Klaviaturen besteht (nach Bachs und Silbermänni- scher Angabe), Mittwoch, den Zl. August, in dem hiesigen Rachhaussaale ein Konzert zu geben, wobei sich Musikfreunde in auserlesenen geschmackvollen Musikstücken auf verschiedenen Instrumenten produziren werden. Der Eintrittspreis ist zo kr. Durlach, den 29. August 1825. E. Fr. Schneider, Komposneur und Klavier-Meister. Ziehungs-Anzeige. Den Ein und dreißigsten August erfolgt zu Mannheim die Ziehung der Großen Güter-Lot» terie. Da nun also bis dahin nur noch wenige Tage übrig sind, so will ich darauf die Liebhaber aufmerksam machen und bemerken, daß noch bis zum zo, Abends Loose äug» zu haben sind. Die Plan» werden gratis ausgegeben. Karlsruhe, den 27. August 1825. Heinrich Rofenfeldt. Königs. Daier. Lotterie-Anlehen. Zu der Anfangs September d. I. und den folgenden Iah« rcn bis .354 in München statt habenden Verl-osung der K. B. unverzinslichen >a fl> Loose, welche die Preise von sl. 5 o,uoo, 2 o,ooo, 5 o,uoo, 20,000, 20,000, 20,000 10 u 4000, 20 ä >5oo, 5o ä isoo u. s. w. enthalten, sind bei mir Driginal-Loose, für sämmtltche Ziehungen gültig, ä 12 fl, pr. Stück, zu haben. Ein jedes dieser Loose, welches am End« aller Verwesungen nicht herausgekommeu ist, wird dem Inhaber mit .o fl, baar zurückbczabtt. Nach der diesjährigen Verloosung nehme ich solche a ,0 fl. wieder zurück. , » I. Bing ,r., !n Frankfurt atm, Bornhcimer-Straße Nr. ri- Mttlkgkr un- Drucker? PH, Macklot.