Karlsruher Zeitung. Nr. 263. Donnerstag, den 22. September 1825. Baden. — Baiern. — Krankreich. — Großbritannien. — Niederlande. — Oesircich. — Spanien. — Griechenland. — Verschiedenes. Baden. Karlsruhe, den 21 . Sepl. Se. Exz. derkönigl. preuß. Gesandte am großherzogl. Hofe, Hr. Baron v. Otterstedt, ist von Koblenz kommend gestern wieder hier eingetroffen. — Laut eingegangenem Bericht der Posthalterei Stoll« Hofen wurde der Postillon, welcher das französische und Oberländer Brief-Felleisen von Dischofsheim nach Stoll- Hosen überbringen sollte, heute früh gegen 6 Uhr, in einem Straßengraben, unter dem Felleisen liegend, bewußtlos u. beschädigt gefunden. Vermutlich wurde das Pferd scheu und veranlaßt diesen Vorfall. Die französische und Oberländer Driefpost wurde dä- durch um mehrere Stunden verspätet. Die nach Frankfurt und Stuttgart gehenden Briefposten erlitten jedoch keine Verspätung. Baiern. Seit dem 1. Juli d. I. befinden sich in Regensburg an der kbnigl. Zentral-Militär-Schwimnischule von jedem Negimente und Bataillon von der ersten und zwei, ten Armeedivision Detaschements, um den nöthigen gründlichen Unterricht im Schwimmen zu erhalten, und solchen sodann in Zukunft bei ihren betreffenden Korps ertheilen und fortpflanzen zu können. Frankreich. Paris, den 20. Sept. Gestern war der Kurs der Sprozent. konsol. zu 99 Fr. 70, 65, 70, 65, 60 Cent. — 4/2 proz. konsol. zu 99 Fr. 65 Cent. — Zprozent. konsol. zu 71 Fr. 90, 65, 90, 65 Cent. — Bankaktien 2150 Fr. — Königl. span. Anleihen von 1625 — S2X. — Se. k. H. der Prinz August von Preußen ist den 16. in Paris angekommen. — Der Direktion der Douanen zu ValencienneS ist angezeigt worden, daß Se. M. der König von Preußen den 21. oder 22., mit einem Gefolge von 15 Wägen, durchreisen würde. — Die Korvette Sr. Maj., Echo , ist den 12., aus Brasilien kommend, zu Toulon eingelaufen. — Wir erfahren aus Toulon, daß vom Kriegsminister dort große Plane beschlossen wurden, theils zur Vergrößerung des Hafens und der Vertheidigungs-Werke, theils für den Bau großer Kasernen, um indiesem Plaze ein beträchtliches Armeekorps zusammenziehen zu können- (Etoile.) — Laut dem Piloten vom 14. suchen das Londoner Kabinet und das der Tuilerien gemeinschaftlich und sehr thätig das Madrider Kabinet zu bewegen, einen Vertrag mit den südamerikanischen Staaten abzuschließen. Im Fall der Annahme, verbürgen England und Frankreich Spanien den Desiz der Inseln Cuba u. Portonco. Man hat Anlaß zu glauben, daß diese Angelegenheit während dem treulichen Aufenthalte Lord Wellmgton's in Paris besprochen worden. Spanien soll vier Milliarden Realen (500 Millionen Gulden) begehrt haben. — Wenn man dem Courier Glauben beimessen darf, so ist der Plan zu dem hayti'schen Anlehen schon entworfen, und dasselbe von den Herren Lafitte und Baring zu gleichen Theilen übernommen. Hayti gibt für Schuld und Interessen Kolonialwaaren, u. stellt binnen 20 Jahren rückzahlbare, 6 pCt. Annuitäten aus, die von den Darleihern zu 62 pCt. übernommen werden. Großbritannien. London, den 17. Sept. 5proz. konsol. 63/^, — Man hat zu London die Rio-Janeiro-Ieitung, Diario Mercantil, bis zum 17. Juni erhalten. Sw Karl Stuart war an selbigem Tage dort angekommen. H. Canning hat das Schloß des Herzogs von Portland verlassen, um nach London zurückzukvmmen. — Die Journale von Calcutta enthalten folgende Nachrichten: Die Einwohner von Rangoon, welche die Stadt bei der Annäherung unserer Truppen verlassen hat, ten, sind wieder heimgekehrt, und Rangoon ist wirklich eben so bevölkert, als es vor der Ankunft der Engländer gewesen ist. Der General Campbell war den 4. März zu Sarra- wady, das 6 Tagmärsche von Prome liegt. Prome liegt am Eingang der Gebirge, und ist immer als der Schlüssel zu Ober-Ava angesehen worden. Unsere Truppen scheinen ganz Meister vom Königreich Assam zu sepn. Die Regenzeit hat in Cachar bereits begonnen, und die Operationen sind bis zum Monat November verschoben worden. — Personen, dis am besten unterrichtet zu scyn scheinen, behaupten seit einigen Tagen, Frankreich scy im Begriff, mit den südamerikanischen Republiken sich zu verständigen. Sie fügen als zuverlässig bei, daß jezt wichtige Unterhandlungen deshalb zu Madrid statt hätten. Niederlande. Brüssel, den 12. Sept. Der Graf von Jeni- son, ausserordentlicher Gesandter und bevollmächtigter 1454 Minister Sr. Mai. des Königs von Baiern an unserm Hofe, ist vorgestern dahier eingetrvffen. — Sc. Durch!, der Fürst Golizin befindet sich sei einiger Zeit hier. — S. M. der König von Preussen, begleitet von seinen beiden Herren Söhnen kk. HH., und I. k. H. der Prinzessin Friedrich der Niederlande, ist zu Brüssel an- gekommen. Diese erlauchten Personen sind über die nördlichen Boulevards gefahren, um sich nach dem Palaste von Lacken zu begeben, wo alles zu ihrem Empfange bereit war. — H. Dubus de Ghisignies ist den 15. von Brüssel nach dem Helder abgereist, wo er sich nach Batavia einschiffen wird. O e st r e i ch. Wien, den 15. Sept. II. MM. der Kaiser und die Kaiserin, welche am vorigen Sonnabend aus Laxen, Lurg hier angekommen waren, haben sich gestern nach Schloßhof begeben, von wo aus Allerhbchstdieselben den 17. Ihren feierlichen Einzug in Preßburg zum Landtag in Ungarn halten werden. — Die Krönung der Kaiserin ist auf den 25. Sept. fcstgcsezt. Es sollen ly,500 kleine zu '/( Loth, und 10,500 größere zu Loth schwere silberne Medaillen, ferner 1700 Stücke dergleichen goldene zu Dukaten und 2700 Stücke zu Dukaten für die Krönungs-Feierlichkeit ausgeprägt werden. — Man versichert, daß der Fürst Palfy mit einem Restaurateur einen Vertrag abgeschlossen habe, vermöge dessen lezte- rer auf die Dauer des Landtags 3 bis 4 Tafeln mit 100 Gedecken für obengenannten Fürsten herzustellen und dafür von demselben 20,000 fl. in Konventlvnömünze zu erhalten hat. — Die Preßburger Zeitung vom 13. d. M. ineldet: "Die königl. ungarische Reichskrone, die am 7. d., Mittags, aus dem königl. Schlosse von Ofen abgefahren war, traf am y., Abends nach 5 Uhr, geführt von Sr. Exz. dem königl. ungarischen H. Statt- halterei-Rath, obersten Provinzial-Kommissariats-Di- rektor und königl. ungarischen Kronhüter, Stephan v. Vegh, und begleitet von dem Kommandanten der ungarischen Kronwache, Hauptmann Stephan v. Pavia- rwvich, in einem mit sechs Postpferden bespannten kaiserlichen Hofwagen, unter dem Geläute aller Glocken und dem Zuströmen einer unermeßlichen Volksmenge, hier ein. Dieselbe war auf der Reise hierher von dem Danderium eines jeden KomitatS bis zu dem nächsten begleitet worden, und denselben Tribut hoher Verehrung zollte ihr auch das Banderium dieses KomitatS, das sie, nebst einer Deputation der löbl. Stände, an der Gränze erwartete, und unter klingendem Spiel bis zur Kolleziat- und Stadtpfarrkirche geleitete. Sämmtliche uniformirten Bürger-KorpS dieser Stadt waren in grosser Parade ausgerückt, und hatten sich, die Zuckermandler Bürgermiliz im Dorfe Engerau, diestädtischenBürgerkorps aber an der neuen stehenden Schiffbrücke ausgestellt. Vor der Kirche angelangt, wurde dicß jedem Ungar theure Kleinod von dem Hochw. H. Dvinprobst und General-Vikar Joseph v. Skrajker, im Pontifikal- Ornate, dann dem hochw. Dom-Kttpitel und zahlreicher Geistlichkeit, vieler Honoratioren und dem ganzen städti- schen Magistrat empfangen, von sechs Magistrats-Rä- then aus dem Wagen gehoben, und in die Elemosinari- Kapelle getragen, wo sie nun von der Tags zuvor eingetroffenen Kronwache und der Bürger-Garde bewacht wird. Russland. Petersburg, den30. Aug. I. M. die Kaiserin Elisabeth tritt, wie wirJhnen bereits gemeldet (s. Karlsr. Ztg. Nr. 254), ihre Reise nach Taganrog am 15. Sept. an. Der Kaiser begleitet seine Gemahlin dahin, und verläßt uns schon am 13. Von da (glaubt man) verfügen sich Se. M. zur Inspektion der in den Gouvernements Vol- hynien, Podolien, Kiew, Cherson rc. kantonnirenden Lruppenkorps der 2ten Armee. Taganrog, im Jekate, rinoslawschen Gouvernement, hart an den Gestaden deS asowschen Meeres, nächst Odessa die blühendste Handelsstadt unserS Südens, liegt unter'm 46. Grade nörd, licher Breite. DaS in der Regel sehr warme Küma kühlen die oft scharf wehenden Seelüfte bedeutend ab. — Ein englisches Blatt hatte erzählt, ein ostindischee Fürst, Ranject-Sing, befehlige ein Korps von 50,000 Man», auf europäischen Fuß diSziplinirt und von französischen und russischen Offizieren angeführt. In Betreff dieser Leztern enthält das heutige Journal von Petersburg Folgendes: "Wir sind autorisirt zu erklären, daß dieses Faktum völlig grundlos ist; nie befand sich weder ein russischer Offizier noch Soldat im Dienste irgend eines indischen Fürsten,. Spanien. Vittoria, den 11. Sept. Die Nachricht von der Absezung und Verhaftung des Ministers Calomarde hat sich nicht bestätiget. Griechenland. Napoli di Romania, den 2. August. Manifest der griechischen Nazion. "Die Geistlichkeit, die Stellvertreter des Volksund die Zivil- und Militär-Oberhäupter der griechischen Na- zion zu Land und zur See; "Erwägend daß, eben sowohl auf die unveräusserli, chen Rechte der Nazionalität und diejenigen deS Privat Eigenthums, als auch aufdie herrschenden Grund, säze der Religion und der Unabhängigkeit der Naziv- nen gcstüzt, und durch die dem Menschen angebvrnen Gefühle für die Erhaltung und die Sicherheit, seiner eigenen Existenz getrieben, die Griechen sich bewaffneten, um an die Gerechtigkeit zu appellircn, und daß sie, über vier Jahre lang, mit Standhaftigkeit gegen die vcrei, nigten See - und Land-Armeen gekämpft haben, die aus Europa, Asien und Afrika wider sie herbeiströmten; daß sie, mitten unter drohenden Gefahren, bald die so überlegenen Armeen ihrer Feinde zu Grunde gerichtet, bald sie gänzlich zernichtet haben; und daß es ihnen, obgleich der zu dieser großen Unternehmung nöthi- gen Hülfsquellen beraubt, endlich dennoch gelungen ist- 1455 ihre Rechte mit dem kostbarsten Blute der Nazion zu be, siegeln, und der zivilisirten Welt darzuthun, was ein Volk vermag , das wahrhaft entschlossen ist, seine Unabhängigkeit wieder zu erobern; "Erwägend, daßselbst die Resultate dieses so ungleichen Kampfes in den Herzen der Nazion den unwiderruflich von ihr gefaßten Entschluß, ihre politische Existenz zu gründen, nur noch mehr verstärkten; "Erwägend, daß mehrere Agenten einiger Kon« tinental-Mächte sogar den Grundsäzen des Christenthums, zu dem sie srch bekennen, zum Troze, ein Betragen beobachtet haben, das den Vorschriften zuwider- läust, die von ihnen selber entworfen und festgeseztworden sind; "Erwägend, daß einige dieser Agenten, durch die Umtriebe der Kommissarien, die sie in das Innere Griechenlands schicken, sich bemühen, unter den Griechen Gesi n nungen zu erzeugen, die dem Geiste und den Formen derRegierung entgegen sind, Gesinnungen, die nur den Absichten und Interessen jener Agenten anstchen; "Erwägend, daß die Befehlshaber der Seemacht einiger Regierungen den ordentlichen Gang der griechischen Marine und ihre den Vorschriften des Völkerrechts gemäße Bewegungen durch viele Verfolgungen und Hindernisse hemmen; welches alles eine Verlezung der von den Souverainen auf den Kongressen von Laybach und Verona erklärten Neutralität ist; "Erwägend mit einem lebhaften Schmerze, daß die Christen selber sich gegen die Jünger des Evangeliums bewaffne», um die Anhänger des Korans zu unterstü- zcn, und daß eine Menge europäischer Offiziere, gegen die Grundsäze aller Politik und aller gesunden Moral, aus der Ferne herbeieilen, um diese leztern in den Waffen zu unterrichten, und die Armeen der Barbaren persönlich auzuführen, die das Land mit Feuer und Schwcrdt verheeren, das die vermischten Gebeine der Simone und Zamados, der LconidaS undBoz- zaris, der Philopoemene und Nieetas bedeckt; "Erwägend, daß die Regierung Großbritanniens, glücklich über ein freies Volk zu regieren, die einzige ist, die eine strenge Neutralität beobachtet, ohne das Beispiel offenbarer Verlezungen der Neutralität und jener s v unbill igen Unterscheid un gem (llisnnmi- VN4 bi Lvntrrnrv8 ü la rsison) der Nachahmung zu würdigen, daS andere in Griechenland, zu Konstantinv- pel und in Aegypten auszuüben nicht aufhörten; "Erwägend, daß die Gleichgültigkeit der Krimschen Regierung nicht hinreicht, um den Verfolgungen das Gleichgewicht zu halten, welche andere gegen Griechenland ausüben, und denen sie täglich eine neue Ausdehnung geben ; "Erwägend, daß wenn Griechenland bis jezt den Un« teruchmungen des Feindes nicht zuvorkommen, noch die Offensive ergreifen konnte, die Schuld nicht in einer Verminderung seiner Kräfte, noch in einer Schwächung sei- ues ersten Entschlusses, wohl aber in de» oben erwähnten Umständen liegt, und weil es der Regierung noch nicht gelungen ist, alle Privatleidenschaften ganz im Zaume zu halten und völlig zu unterjochen; "Erwägend, daß die Griechen aus diesem ausserordentlichen Kampfe siegreich hervvrgehen, oder unter dm Ruinen ihres Vaterlandes sich begraben müssen, der traurigen Folgen, welche die Natur dieses Kampfes mit sich herbeiführte und seinerlangen Dauer wegen, zwei Ursachen, die diese Alternative unvermeidlich gemacht haben; "Erwägend endlich, daß, da eine besondere Gunst der Vorsehung die Kriegsmacht Großbritanniens uns so nahe stellte, Griechenland zeitig genug dieß benuzen, muß, indem es seine Hoffnungen auf die Gerechtigkeit und Humanität gründet, die diese große Macht beleben; "Aus diesen Gründen und in der Absicht, die heiligen Rechte der Freiheit des Staates und unserer politischen Existenz, die hinlänglich befestigt ist, in Sicherheit zu sezen, dekretirt und genehmigt die griechische Nazion folgendes Gesez: Art. 1. Kraft gegenwärtiger Urkunde stellt sie freiwillig das heilige Gut ihrer Freiheit, ihrer Nazional« Unabhängigkeit und politischen Existenz, unter den unumschränkten Schuz Großbritanniens. Art. 2. Das Duplikat dieses Grund-Gesezes der griechischen Nazion soll, begleitet von einem erklärenden Memoire, der Regierung Sr. brittischen Majestät zugeschickt werden« H. Die HH. Roche und Washington haben den HH. Mitgliedern der provisorischen Regierung Griechenlands eine Protestation gegen obige Akte übergeben; in dieser Protcstation nennen sie sich "die philhellenischen Deputieren Frankreichs und Amerika's«. AuS dem bstreichischen Beobachter vom 16. September entlehnen wir folgende Auszüge aus der griechischen Chronik; (Aus Nr. 56 bis 6o der griechischen Chronik vom io. August.) Missvlonghi, den 10. Aug. Nach kurzer Unterbrechung, welche die entscheidendsten Umstände unabwendbarerheischten, beginnt die griechische Chronik wieder ihr Werk, und verkündiget, als treue und unparteiische Beobachterin dieser ewig denkwürdigen Tage griechischer Geschichten , Kämpfe, dergleichen Hellas bisher noch nicht gesehen, und die Europa und die kommenden Jahrhunderte preisen und als unsterblich rühmen werden. Das Iournalder Belagerung wird mit aller.seiner gewohnten Aufrichtigkeit die Begebenheiten fort erzählen, und besonders vrm Tage des Sturms an bis auf die neueste Zeit. Der Redakteur, weit entfernt etwas ausser der Wahrheit hinzu- zusezen, wird nur den Eifer, die Beharrlichkeit und das r) Obiges Dekret Ist vom Senate und der vollziehenden Ge« walt, !» ihm Sizung vom LL. Juli, erlassen worden» 14Z6 wirklich Edle des Charakters der tapfer» Verteidiger dieser Festung preisen. Missvlonghi, diese Vormauer von Hellas, war zum äussersten Mangel an Munition und Lebensmitteln, gekommen; ein großer Theil der Mauer war vom feindlichen Feuer zerstört, die meisten Batterien demontirt, u. der Feind hatte mit seinen Maschinen es so zugerichtet, daß es nicht länger als Festung betrachtet werden konn- te; Missvlonghi, sage ich, ward vom Feind oft aufgefordert, zu kapituliren und sich zu ergeben; nur derUn- rvlllen und der Entschluß zu sterben, und das Gefühl, daß der Grieche sich nie an den treulosen Agarener ergibt ohne Älut, waren die Ursachen, welche die Stadt «Nd folglich Hellas bewahrten. Die großen in der Bölkergeschichte enthaltenen Thaten, wodurch diese Völker verherrlicht, gepriesen und unabhängig geworden, eben diese Thatsachen stellen stch heute auch auf dem Schauplaze dieser kleinen Stadt dar, zu deren Eroberung der Sultan ganze Flotten in's Meer geworfen, seine meisten und erlesensten Heere ausgesandt, und so viele Schaze geleert hat; aber die Gefahr ist noch nicht entfernt: noch warten Kämpfe, noch wartet Mord auf uns; doch wir werden die nämlichenseyn, die wir an den Tagen vom 2H.Juli, 2. und 6. August gewesen. Die ewige Vorsehung, die uns in der größten Gefahr so augenscheinlich geschüzt, wird uns nimmer verlasse^ str wird die Fahne des Kreuzes triumphiren machen, und die des Halbmondes stürzen. Der Grieche aber wird, niedergeworfen vor seinem allerhöchsten Keschüzer, nie vergessen, daß alle Thaten Gottes Rath und Willen sind, (Fortsezung folgt.) Florenz, den ö. Sept. Die englische Fregatte Sybille, Kapitän Pechell, ist den 2Y. August, von Athen und Napoli di Romania kommend, zu Corfu eingelaufen. Sie bestätigt durch ihre Berichte, daß der Kapu- dan-Pascha, in seinem leztsn Gefechte mit der griechischen Flotte, 2 Kriegsschiffe verlöre» hat. Die Türken haben die Belagerung von Missvlonghi aufgehoben, nachdem sie viele Leute davor verloren hatten. Verschiedenes, Der älteste Rosenbaum in Deutschland, welchem die Sage und eine Legende ein Alter von looo Jahren zuspricht, befindet sich im Hofe der Domgebäude zu Hildesheim, an einer im 13. Jahrhundert gebauten Kapelle. Er ist am Boden so dick wie ein kleiner Baum, und verbreitet sein Gezweigs um die ganze Kapelle bis unter das Dach. An der Blüthezeit bie, tet er einen herrlichen Anblick dar. Seine Wurzeln erstrecke» sich unter der Wauer tief in das Gebäude hinein; daraus haben einige Naturforscher schließen wollen, der Rosen stock müsse vor Erbauung der Kapelle schon bedeutend groß gewesen seyn. — Die mexikanische Regierung hat zu Mexiko ein Institut zur Begünstigung der Literatur, der Künste und Wissenschaften errichtet. H. Ackermann hat gleichfalls dort ein Athenäum, nach einem sehr, roßen Plane, eingerichtet. Einejunge, vaterländische Künstlerin, Dem. KringS aus Heidelberg, wird uns morgen mit einer Probe ihres schönen Talentes erfreuen. Zur Empfehlung der bescheidenen Virtuosin wiederholen wir hier den Ausspruch ei, nes auswärtigen Kunstfreundes, dem das Vergnügen, sie zu hören, bereits zu Theil ward: "Seit der Italienerin Longhi, die vor einem Jahrzehnt bei uns einsprach, erinnern wir uns nicht ein "Harfenspiel in dieser Vollendung gehört zu haben. "Möge dieiunge Künstlerin beharrlich aufdiesemPfar "de fortwandeln; ihn hat ihr, das läßt sich nicht verken- "ncn, offenbar der Wink des Genius angewiesen. Eine "Fertigkeit zum Staunen, — kaum vermochte das Auge "dem anmuthiqen Spiele der Finger zu folgen, Klarheit in "den schwierigsten Passagen und tiefes Gefühl war's, "was wir bei derKunstleistunq derDem.K rings schäzten. "Die herzergreifenden Töne, welche sie ihrer Harfe "entlockte, werden noch lange rn unserm Gedächtnißnach- "klingen,. (Phönix Nr. 112. Mannheim, den iS. Sept.) Möge allerwärts eine gleich freundliche Lheilnahme, ein gleich günstiges Urtheil die Künstlerin lohnen und begleiten l Konzert-Anzeige. Mlle. Arings, Schülerin von Naderman in Partz, wird die Ehre haben, nächsten Freitag» den 2Z. d., ein großes Pokal > und Instrumental-Konzert im Saale zurt» Badischen Hof zu geben, worin sie sich auf der Harfe wird kören lassen. — Auch wird Mlle. Siebert, die Herren Haizrnger, Musikdirektor Strauß, Schunke und Marx dieses Konzert gefälligst unterstützen. Berloosung des Hub-Bades im Großherzogthum Bade«. UM das allgemeine Interesse, welches bas An- und Ausland an der Perloosung dieses voriheilhaftm und soliden Etablissements genommen hat, noch mehr zu erhöhen, wird, statt des sechszehnten Looses, von heute an, da- eilfle frei gegeben, wenn ro Loose zusammen genommen werden. Damit die Ziehung in Bälde möge statt finden können, wird hiermit zugesagl, daß sie vvrgenommen wer» den wird, sobald von den 14000 Loosen, aus welchen diese Lotterie besteht, lg,ovo Stück abgesetzt seyn werden; dem Gewinne/ des HanptprejseS wirb auch in diestmFalle die versprochen« Ablösungssumme von üo,ooo y. durch den ^57 Unterzeichneten baar bezahlt, wenn er biss- der Besitznahme des Hubbades vorziehen soll». Daß diese Besitzung l gerichtlich auf 118,925 fl. geschätzt worden ist, und ausser l den großen solid gebauten Bad-, Wirthschafts« und O" - konomiegebäuden mehrere Baum- und Gemüsgärten, 51 ' Acker Feld, 6 Tauen Wiesen, 2/2 Morgen Reben und : 50 Morgen Wald in sich schließt, ist, so wie auch die Spezifikation der Geldgewinnste von 15,500 fl>, aus dem Hauptplane ersichtlich. Karlsruhe, den 6. März 1825. Karl Heinr. Erhard. Literarische Anzeigen. In der neuen akademischen Buchhandlung von Karl Gr 0 0 S in Heidelberg ist zu haben: Ueber das menschliche Herz und seine Eigenheiten. Ein Jahrgang von Predigten über alle Sonn- und Fasttage. Herausgegeben von Joh. Fr. Wilh. Tischer, der Theologie Doktor, Ritter des KLn. Süchs. Jivilvrrdienß» ordens u. Superintendent zu Pirna. Erster Band. Leipzig, bei Gerhard Fleischer, 1825 . gr. 8. -gj Bogen. Preis 2 fl. 42 kr. So oft auch der Hc. Vers., einer unserer beliebtesten Kanzelredner, ein würdiger Zögling unsers verewigten, in dankbarstem Andenken fvrtlebenden Reinhard's, von seinen Gemeinden, die ihn nur allzugern hörten, weil er ihren Verstand, wie ihre Herzen gleich stark ansprach, er- sucht worden war, einen Lahrgang seiner gehall-nen Predigten herauszugeben: so wenig konnte er sich dazu entschließen, aus Glünden, weiche seiner Bescheidenheit Ehre machen. Jetzt aber, nach dreißigjährigem Zeiträume endlich, hat er, im vorliegenden ersten Lande, vom ersten Adventsonntage bis zum Sonntage Exaudi 38 Predigten enthaltend, den sehnlichen Wünschen seiner zahlreichen, ehemaligen und gegenwärtigen, Zuhörer nicht nur, sondern auch gewiß denen jedes gebildeten Christen genüget; und -wir sind überzeugt, daß die möglichst schnelle Förderung dieser Ertauungsschrist einem großen Thüle des Publikum- «ne nicht geringe Freude gemacht zu haben. Mehr über diese Prrdiglsammlung zu sagen, würde un- maßenb sryn; aber daß durch ein gefälliges Aeussece im Druck für jedes Augenbedüifmß, und Lurch den billigsten Preis für leichtere Anschaffung derselben von der Verlags- Handlung gesorgt Wörden ist, möchte diese mit einigem Rech.e sich rühmen. Der zweite Band, vom ersten Pfingstftsttage an mit der 3yst«N Predigt beginnend und Mir der ^sten schließend, ist bereils unter der Presse, und wird nächste Mi- chaelismesse ganz gewiß beendigt werden. Im Verlage von Immanuel Müller in Leipzig ist so eben erschienen, und bei G. B r a u n in Karlsruhe zu haben : Johann Arndt's wahres Christ ent hu m. Eine sorgfältige Auswahl der kräftigsten Stellen dieses acht evangelischen Erbauungsbuches. Zweite wohlfeilere Ausgabe. - 1825 . Preis 6 Groschen, oder 27 kr. Der Herausgeber, ein Achter Bekenner Christi, hat iw der so kräftig zum Herzen gehenden Sprache des seligen Arndt's nichts geändert, und den Kern von Arndt'S Ehrl» stenlhum rein und unverfälscht wiedergegeben. So eben ist erschienen, und bereits bei G. Braun, wie auch in der Marx'schen Buchhandlung zu haben: Wessenberg, I. H. v., Lieder und Hymnen, zur GvlteSvcrehcung des Christen. 16. Konstanz, 1825. brochirt 1 fl. Auf Velin-Postpapier in niedlichem Einbande, mit Futteral i fl. z6 kr. Anzeige. Bei Unterzeichnetem hat die Presse verlassen: "Dev Rastatter hinkende Both, oder: Groß Herzog!. Bad. Landkalender auf das Jahr nach Christi Geburt 182Ü. Mil Gwßherzogl. Badischem gnädigsten Privilegio., Rastalt, im September 1825 Buchdrucker Birkö. Karlsruhe. sDienst-Gesuch.^ Ein unverheirathe« ter Mann, der die Landwirlhfchafk nach allen Thülep gründlich erlernt hat, und die Essig - und Bierbrauerei, so wie die Brandtwcinbrennerei versteht, sucht in dieser Eigenschaft eine Anstellung. Nähere Auskunft gibt Karl Heinr. Erha rd dahier. Karlsruhe. sAnzeige.) Eine vollständige Briesko- plermaschine ist billig zu verkaufen bei Karl Heinr. Erhard dahier. Auguste» bürg, bei Durlach. fBierbrauerei- Empf e h lu n z. sj Hiermit gebe ich mir die Ehre die ergebenste Anzeige zu machen, daß ich, nach einem 7jährigen Aufenthalt im Ausland, wo ich hauptsächlich in Len vorzüglichsten Bierbrauereien der ersten Städte Baierns beschäftigt war, hier eine Bierbrauerei errichtet habe. Gesammelte Kenntnisse und die dazu erforderlichen besonders guten Felsenkeller setzen mich in de» Stand, meine verehrungswürdigen Abnehmer der besten und billigsten Bedienung versichern zu können. Ich lade daher die resp. HH Gastgeber 1458 Md Wirthe der umliegenden Gegend auf's höflichste ein, die Areben an den Fässern zu nehmen und mich mit ihren schätzbaren Aufträgen beehren zu wollen. Mgustenburg, bei Durlach, den 21. Sevt. , 6 r 5 . Ernst Heinrich Gehr es. Karlsruhe. ^Bekanntmachung.) Unterm 5 . d. M. wurde dahier ein Franzose, der an verschiedenen Orten den Namen Dumon angenommen halte. nach dem bei demselben Vorgefundenen Paffe aber sich Philipp Flacheren nennt, angeblich von Lyon gebürtig und zu Paris wohnhaft ist, wegen Betrugs, den derselbe mit falschen goldenen Ketten trieb, arretirt. Bei der Untersuchung hat sich bis jetzt ergeben, daß der Betrüger an verschiedenen Orte», namentlich in Worms und Heidelberg, eine ächte schwere goldene Kette zum Verkaufe oder gegen ein Darlehen von Geld zum Versätze an- dot, dabei dem Käufer und Darleiher auf guten Glauben die ächte goldene Kette zum Probiren überließ, und wenn das Geschäft zu Stande gekommen war, solche gegen eine bei sich habende falsche, der ächten übrigens ganz ähnlichen Kette unbemerkt vertauschte, und so den Käufer und Darleiher prellte. Da cs nicht unwahrscheinlich ist, daß schon mehrere der- «rtige Betrügereien statt gefunden haben, und daß der angebliche Flacheren mit Andern in Verbindung stehen dürfte, so machen wir hier unten sowohl das Signalement des Philipp Flacheron, als auch die Beschreibung der dahier in Verwahrung befindlichen ächten und unächten Kette zur Warnung vor Schaden bekannt, und ersuchen sämnuliche obrigkeitliche Behörden, die erforderliche Kundschaft zu erheben, die sich ergebenden Notizen anher mitzmheilen, auf die etwaigen Lheilnehmer des Philipp Flacheron fahnden, sie im Betrctungsfall arretiren, und hierher abliefcrn zu lassen. Karlsruhe, den ,o. Sept. rüaZ. Großherzogliches Stadtamt. B a u m g ä r t n e r. Signalement des Philipp Flacheron. Derselbe mißt 5 Schuh 3 . Zoll 2 Strich neu Badisch Militärmaas. Haare, dunkelbraun. Bart, schwarz. Backenbart, stark und schwarz. Gesicht, breit und vollkommen. Stirn, rund. Nase, blatt und eingedrückt. Mund, mittelmäßig. Kinn, rund. Abzeichen, am linken Backenbart eine Narbe, über welche der Backenbart geht, daß man sie nicht sieht. — Derselbe trug bei seiner Arretirung einen dunkelbraunen tüchcnen Ueberrock mit einer Reihe Knöpfe und mit Seide gefüttert, einen runde» schwarzen Filzbut, ein schwarzsei- denes Halstuch, ein Ehemiffet und unter demselben ein Hemd, einen rosenfarbigcn seidenen Hosenträger, eine schwarze Kassi- mirweste, ein Paar schwarziüchcne Hosen über die Stieseln, und batte ein roth und gelbscidenes Nastuch, und an der rechten Hand einen ganz schwachen goldenen Ring. Beschreibung der ächten goldenen Kette. Dieselbe ist 4 Schuh neu Badisches Militärmaas lang, wiegt g6 ,/s Krone, ist an dem einen Ende mit einem kugelförmigen Schloß, in der Größe einer Muskatnuß, versehen. Der mittlere Lheil der Kugel ist gerippt, die beiden äussern glatt. Das Schloß ist hohl, und an der einen glatten Seite mit einem festen Oehr versehen, in welches ein zugcbogner kleiner goldener Ring, in welchen die 3 Reihen Ketten eingehängt sind. Die andere glatte Seite ist mit einer kreuzförmigen (ff> Oeffnung, worin die am andern Ende der Kette befindliche Schlußfeder festgchalten wird, versehen. Diese Schlußfeder ist ebenfalls mit einem festen Oehr versehen, das gemeinschaftlich mit den 3 Reihen von Ketten in einem zugebo- genen kleinen Ring sich befindet. Die einzelnen Gleichen sind «ach Vcnetianischer Lrbsen-Arbeit gefertigt und inwendig hohl »«zogen. Beschreibung der unächten goldenen Kettet Dieselbe ist ganz der vorbeschriebencn ächten goldenen Kett- gleich, nur daß solche 3 1/2 Zoll länger ist, und sämmtliche Gleichen an solcher durchaus von Kupfer und nur mit einem Golvsud überzogen, so wie auch die Gleichen nicht hohl gezo« ge» sind- Das Schloß und die Schlußfeder sind jedoch von ächtem rökarätigen Gold, wie an der ächten Kette. Karlsruhe fB e k a »n t m a ch un g.) Am d. M. wurden an dem Rheindurchschnitie bei Daxlanden unweit dkS Ufers nachfolgende männliche Kleidungsstücke gefunden: 1) Ein aller blautüchener Wammes. 2/Lin Paar altene leinene Beinkleider. 5 ) L>n altes Hemd, wtk den Buchstaben I. K. bezeichnet» 4) Ein rothgedupstes Nastuch. 5 ) Ein weißes do. 6) Zwei Stück alles zertrenntes blaues Tuch. Da sich dabei nirgends die Spuren des Eigentümers vor« fanden, so wird dieses zur öffentlichen Kenntniß gebracht, damit sich derselbe zum Empfang obiger Effekten melden, oder im Falle er verunglückt seyn sollte, diejenigen, welche hierüber einige Auskunft gebe» können, hiervon dahier die Ayp zeige machen mögen. Karlsruhe, den ,4. Sept. 182Z. Großherzoglichcs Landamt. B. V. b. OB. v. Wbll warth. Durlach. fDiebstahl.) In der verflossenen Nacht wurden in dem hiesigen Gasthof zur Blume Mittelst Einstei» gcns nachfolgende Effekten entwendet. Wir ersuchen sämmtliche Polizeibehörden, auf den bis jetzt unbekannten Thäier, so wie auf den Verkäufer derselben gefälligst zu fahnden, und uns die sich ergebenden InzichtkN schleunig mitzutheilcn. Durlach, den 10. Sept. 1825. Großherzogliches Oberamt. B a u m ü l l e r. Verzeichniß der gestohlenen Effekte»». 18 Mannshcmdcr, 16 davon mit Lhabeaus. »3 Weiberhcmder, 4 Stück mit 0 . 3 >V. und die andere Mit ik. chV. gezeichnet. 5 » Paar Strümpfe, einige davon Mit I'. >V, gezeichnet. 3 weiße Schlafkappen. 3 Paar Unterhosen. 4 blaue Deckhettzichen, mit 6. FV. gezeichnet. r blauer khlschencr und 1 weiß werkener Pfulbcn. 4 weißleinene Nastüchcr, 2 davon Mit W. «nd die av- der mit 6. FV. gezeichnet. »i weißleinene Nastüchcr, einige davon nit den schon kk» wähnten Buchstaben gezeichnet. 3 Paar weiße große Fcnstervorhänge mit Franzen. 2 Paar weiße kleine Fenstervvrhänge mit Franzen. 2 Paar weiße kleine Fenstervvrhänge ohne Franzen. 2 blaue mouffelinene Halstücher. 3 weiße Halölüchcr, 2 davon mit Kränzchen,, und das «n» dere ist gestickt. i weiße baumwollene Bettcouverte mit Franzen. 1 rothbarchentnes Deckbett, mit 0, W. gezeichnet, » rolhttilchcnes Unterbett. i rothtrilchener Pfulbcn. i barchentneS Kopfkissen. Lörrach. sLandesv erweisung.) Felix Da«, mann von Hirzel, Kantons Zürich, welcher durch Urthekt deS hochpreisl. Hofgerichts vom »2. Aug. d. I., Kr. R Nr. 21-3 I. Leo., wegen uniberzikhen-kn Lebenswandels, Fä»- schling und Betrugs zu bkerivLchentlichcr bürgerlicher Gefäng- „ißstrafe, über den schon erstandenen Arrest, verurtheilt worden ist, ward heute, in Gcniäsheit belobten hohen Urrheils, „ach erstandener Strafe, der Großherzogl. Bad. Lande verwiesen ; was mit Beifügung des Signalements hiermit bekannt gemacht wird. Lörrach, den »S. Sept. 182?. Eroßherzogliches Bezirksamt. D e u r e r. Signalement. Er ist 3 ; Jahre alt, 5 ' 3 " groß, von mittlerer, untersetzter Statur, hat dunkelbraune, gekräuselte Haare, gewölbte Stirn, dunkelbraune, schmalgezogcne Augenbrauncn, hell- tramie Augen, gerade, wohlgebildete Nase, mittler«, geschlossenen Mund mit etwas hervorstehender Unterlippe, rundes Kinn, ovales Gesicht, hellbraunen Backenbart und Bart, noch ziemlich gute Zähne. Mannheim. (Gasthof-Verkauf oder Versteigerung-^ Der Eigenthümer des Gasthofes zum schwarzen Bären wünscht denselben zu vcräuffcrn. Er enthält Zo Zimmer und Kammern, i große Küche, » Waschküche, Stallung für So Pferde, großen Hof, abgesonderten Hüncrhof, Remise, große Keller und Speicher, milder zur WirthschaftS-Betreibung bequemsten Einrichtung, ist in der Mitte der Stadt, eine Straße vom Theater, eine von der fahrenden Post und eine Straße vom Kaufhause, gelegen, zur Aufnahme von Reisenden jedes Standes eingerichtet, und hat sich stets eines bedeutenden Zugangs erfreut. Der größte Lheil der Einrichtung ist neu, das übrige im besten Stande erhalten, und wird, auf Verlangen, mit dem Hause abgegeben. Sollte in Zeit von 2 Monaten kein Verkauf aus freier Hand zu Stande kommen, so wird der obige Gasthvf in öffentliche Versteigerung gebracht, wozu der Lag noch näher bestimmt wird. Zugleich wird bemerkt, daß der Eigenthümer die Wirih- schafr im ununterbrochenem Gange sortführt, und auf portofreie Anfragen Nachricht erthejlk. Mannheim, den » 5 . Sept- »82S. Karlsruhe. Material,- Färb- u. Spezerei- Waarcn- auch Fahrntß-Versteigerung. Z Das Material-, Färb- und Spezerciwaarenlager des verstorbenen Handelsmann Karl Wilhelm Bürge von hier wird Dienstags, den 4.. Okt. d. I., und die folgenden Tage, gegen baare Zahlung öffentlich versteigert, welches man mit dem Anfügen bekannt macht, daß das ganze Waarenlager, wenn sich Liebhaber finden, aus freier Hand verkauft werden wird. Unmittelbar werden auch die Hausgeräthschasten und sonstige Fahrnisse des Verstorbenen öffentlicher Versteigerung auö- gesetzt. Karlsruhe, Len 16. Sept. i 6 - 5 . Eroßherzogliches Stadtamtsrevisorat. A. A. Kerler, Kommissär. Ettlingen. (Lampen- und Laternen - Lieferung.^ Au der Beleuchtung der Hauptstraße in hiesiger Stadt find 7 große Hänglarernen nebst Lampen erforderlich; «s werde» hiermit diejenigen, welche diese Lieferung übernehmen wolle», aufgefordert, ihre Soumissionen schriftlich und versiegelt, mit der Bemerkung: »Laternenlicfcrung«, bis zum 26. dieses Monats an d:e Unterzeichnete Stelle einzugebcn, wo indessen die Zeichnung einer Laterne mit Lampe kann eingcschen, und die wei- icrn Bedingungen können vernommen werden. Ettlingen, den iS. Sept- i3-5. Der Skadtrarh. 4459 Heidelberg. (Bestands-Verleihung aufvekt Schaarhof bei San dhoffen.ß Donnerstag, den 29. dieses, Vormittags 10 Uhr, läßt Obcrgerichtsadvokat Barion in seiner Behausung auf dem Schaarhof seinen Erbbestandshof daselbst in einen mehrjährigen Zeitbestand versteigern. Das Gut besteht in 109 Morgen neu Maas Ackerland, 24 - - - Wald, 25 - - - Wiesen, iS « - - Waid, sodann den dazu gehörigen Wirthschaftsgebäuden, nebst Brandtweiiibrenncrci. Die hierzu Lusttragenden haben sich über hinlängliches Vermögt» zur Slelkuig einer dem einjährigen Pacht gleich koiii- mcndcn Kaution auszuweisen. Die Pachtbedingnisse könnet» bis zum Steigerungstermin bei dem Verleiher Rath Barion in Heidelberg cingeschen werden. Heidelberg, den iS. Sepr. 1826. Pforzheim. (Nochmalige Gebäude-Versteigerung.^ Die Erben des zu Freiburg verstorbenen Hofkammerraths Bö hrin g er lassen Mittwoch - den s. Oktober d. I., Vormittags n Uhr, auf dem Rathbause zu Pforzheim, zum zweitenmale, und jetzt ohne Ratifikationsvorbehalt, als Etgenthum öffentlich versteigern : ») Ein mitten ln der Stadt Pforzheim liegendes zweistöckiges Wohnhaus mit Stallung, Hintergebäude, Garten und Hofraithe, mit der Einfahrt vom Marktplätze versehen. Das untere Stockwerk enthält 5 Zimmer, eine Küche und eine Speisekammer; das zweite Stockwerk 8 Zimmer und 2 Gartenammer, und unterm Dache befinden sich 2 geräumige Speicherkammern nebst 3 Zimmern. Unter dem Hause und dem Garten sind 2 gewölbte Keller enthalten. 2) Ein neben Ersten« liegendes Magazingebäude mit Hof und einem großen gewölbten Keller nebst ohngefähr roo Fuder in Eisen gebundenen Fässern. Die Zahlungs- und Versteigerungs-Bedingungen werden sehr annehmbar gestellt, und die Liebhaber zur Verhandlung eingcladen. Pforzheim, den 19. Sept. 1625. Bürgermeisteramt und Stadtrath. Ettlingen. (Nochmalige Mühlen - Versteigerung.^ Die Ignaz Kunz ischcn Mühlen bei Schöllbronn, diesigen Amtsbezirks, wie solche in der Karlsruher Zeitung Nr. 35 , 38 und 4, von 1820, und in dem diesjährigen An- zeigeblatt Nr. n, 12 und ,3 beschrieben worden, sollen Montag, den 10. Oktober d. I., Vormittags n Uhr, in dem Gasthaus zur Krone in Schöllbronn, einer nochmaligen öffentlichen Versteigerung ausgesezt werden. Dieser Vorgang wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Ettlingen, den iS. Sept. »828. Eroßherzogliches Bezirksamt. Keller. Baden. (Kauf- Antrag.ss Höherer Weisung zufolge soll das herrschaftliche Amtsrevisorathgebäude zu Gernsbach, mit seinen Zugehörungen, in öffentlicher Steigerung verkauft werden. Die Versteigerung wird Mittwochs, den S. Okt-, Vormittags um »o Uhr, unter Ratifikationsvorbehalt, im Gebäude selbst vorgenoinmen; wozu die Liebhaber eingcladen werden. Baden, den 16. Sept. 162S. Großherzogliche DomainenverwaUung. Hugencst. Weinbelm. (Frucht-, Weinpressen- und Fäs- ser-V er steigerung.il Auf Montag, den rS. Nach? 1460 mittags , Uhr, werden in der Domainenverwaltung -ffetitlich versteigert: ungefähr,oo Malter Spelz; sodann - Weinpreffen, ^ Fud. Ohm. Vrtl. Faß do. do. bo. do. do. do. do. do. enthaltend 7 7 L 5 3 S » — in Elsen gebunden. — — do. 5 s do. s — do. 4 — do. r -- do, ü — do! 5 — in Holz gebunden. 5 — do. Wozu die Liebhaber eingeladcn werden. Weinheim, den ir. Sept. iösS Großherzogliche Domainenverwaltung. H ü g l e r. Bühl. sWein- und Frucht. Versteigerung.) Bis Mittwoch, den 26. d. M-, Vormittags 10 Uhr, werden roo Oehmle weißer 1 Wein ,824er 5 - vorher ) Gewächs, ,0 Viertel Korn, 60 . Spelz und 20 - Haber bffentlichem Verkauf ausgesetzt, und bei Erreichung dtS An« schlage sogleich zur Abfassung bestimmt. Bühl, den ,7. Sept. , 8 , 5 . Großherzogliche Domainenverwaltung. H 0 y e r. Bruchsal. sFrucht- und Stroh. Versteigerung.) Bis Mittwoch, den 28. dieses Monats, Nachmit« tags 2 Uhr, werden dahier im alten Schloß gegen 22 Malter Korn, 25 — Spelz, »5 — Gcrst, 25 — Haber UN- 200 Bund Stroh versteigert. Bruchsal, den , 3 . Sept. 1825. Großherzogliche Domainenverwaltung. Rochlitz. Freiburg. fVerschollenheitS - Erklärung.) Joseph Schreiber von Umkirch, welcher auf die öffentliche Vorladung vom 5 . Juni v. I. keine Nachricht von sich gab, wird hiermit verschollen erklärt, und sein Vermögen, gegen Kaution, an die bekannten nächsten Anverwandten gcrtheilr. Freiburg, den 3 . Sept. ,825. Großherzoglichcs Landamt. W etzcl. Hberkirch. ^Schulden-Liquidation) lieber die Verlaffenschaft des verstorbenen Joseph Nock von Oberdorf ist Gant erkannt; die Gläubiger desselben werden daher auf- gefordert, ihre Forderungen und Dorrechksanspniche Samstag, den 6. Okt., früh 8 Uhr, dahier anzumklbcn und zu begründen, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse. Oberkirch, den Z.Scpt. 1825. Großherzogliches Bezirksamt. Fauler. Offenburg. ukben-Liquidation.) Gegen den Nachlaß der Katharina Beschert, Lhesrau des Joseph Gut von Marlen, ist der Gantprozeß erkannt. Die Gläubiger derselben werden hiermit aufgefvrdert, ihre Forderu»- gcn und Vvrrechlsansprüche Moniag, den ,o. Okt., Morgens 6 Uhr» dahier anzumelden und zu begründen, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse. Offenburg, den 3 . Sept. ,826. Großherzogliches Oberamt. Eckstein. Offenburg. sSchulden-Li quldation.) Gegen Johann Georg Sauer von Zimmern ist der Gantprozeß erkannt. Die Gläubiger desselben werden daher aufgefordert, ihre Forderungen und Vvrrechlsansprüche Freitag, den 7. Okt., Morgens 8 Uhr, dahier anzuinelden und zu begründen, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse. Offenburg, den Z. Sept. 1625. Großherzogliches Oberamt. Eckstein. Sinsheim. fSchuldeniiquidatkon.) Wer an den in Gant erkannten Thomas Frey von SinShcim e,ne Forderung zu machen hat, wirb hiermit aufgcsvrderr, dieselbe am Mittwoch, dtn ,9. Oktober d. I-, Morgens 6 Uhr, dahier vor Amt bet Vermeidung des Ausschlusses von der Masse zu liquidiren. Sinsheim, den 21. Sept. ,825. Großherzogliches Bezirksamt. Siegel. Schopfheim. sAufforderung.) In Gemäsheit vorliegenden hohen Ministerial-ErlaffeS vom 18. Juli v. I., Nr. 8 o 53 , werden der Lanbkrämcr Michael Kttkerer von Eichsel und seine Ehefrau Theresia Dieb old von Stargeln, Herzogthums Hohcnzollern-Hcchingen, aufgefordert, das ihnen verliehene Bürgerrecht in Obcreichftl binnen Monatsfrist anzutrcten. Schopfheim, den g. Sept. ,» 25 . Großherzogliches Bezirksamt. L e u ß l e r. Philippsburg. fEdiktalladung.) Die seit Zo Jahren abwesende Llisaberha Schuhmacher von Kirrlach, oder ihre etwaigen Leibeserben, werden hiermit aufgefordert, binnen »2 Monaten sich dahier zu sistircn, und das in >73 fl. 45,/g kr. bestehende Vermögen in Empfang zu nehmen, andernfalls solches a» die nächsten Anverwandten, gegen Kaution, ausgefolgt werden soll. Philippsburg, den 10. Sept. 1825. Großherzogliches Bezirksamt. Keller. Darmstadt. sSchulden-Liquidation.) In Gefolge der Konkurseröffnung über das bedeutend überschuldete Vermögen des Buchbinders und Papier-Fabrikanten Georg Wüst dahier, werden dessen sämmrliche Gläubiger zur Anga§ bc und Richtigstellung ihrer Forderungen, so wie zur Geltendmachung etwaigen Vorzugsrechtes, auf Mittwoch, deu 12. Oktober, Vormittags 9 Uhr, unter dem Rechtsnachtheile des ohne besondere Verfügung eiw- trcienden Ausschlusses von der Masse, vor Unterzeichnete Gerichtsstelle geladen. Darmssadt, den Zo. August,825. Großherzogl. Hess. Stadtgericht. C- Wiene r. Verleger und Drucker: PH. Mackl 0 t,