Karlsruher Zerrung. Nr. 185. Donnerstag, den 6. Juli 1826. Basen. (Karlsruhe. MMHelm.) — Freie Stadt Frankfurt. — Frankreich. — Großbritannien. — Ocstretch. — Portugal. — Rußland. — Spanien. — Schwei;. — Türkei. — Amerika. (Columbia. Brasilien.) — Verschiedenes. — Dienstnachrichlen. Baden. Ein dahier um Mitternacht vom Z. auf den 4. d. M. ausgebrocdencr höchstgefährlicher Brand wurde durch daS schnelle Erscheinen Seiner Königlichen Hoheit veSGroß- herzogS vtt der Brandstätte, woselbst Hbchstdieselben so lange, bis dir Gefahr gänzlich verschwunden war, ver- rvecUen, und Höchstdessen Gegenwart die Thätigkeit des Großherzoglichcn Militärs, der hiesigen Einwohnerschaft und der zur Hülfe herbeigeeilten auswärtigen Gemeinden belebte, baldmöglichst bekämpft. — Da das Feuer eine große Menge Heu und sonstige brennbare Materialien ergriffen hatte, so war dasselbe, ehe menschliche Hülfe eintreten konnte, so schnell über drei meist aus Riegel- wändcn bestehenden Hintergebäude verbreitet, daß diese, wie von einem Bliz ergriffen, gleichzeitig in Flammen standen, und kaum an Rettung der Fahrnisse, noch weniger aber an jene der Gebäulichkeiten selbst zu gedenken rvar. Ausgezeichnete Hülfsleistungen von Seite des Großherzvglichen Artilleriekorps, der hiesigen Maurer-, Zimmer- und Küferzunft, — unter welchen sich durch rühmliche Thätigkeit und Eifer der Pionier-Unteroffizier Ritter, der Maurermeister Merbel, BaukondukteurKro- mrr und Zimmerballier Klett besonders bemcrklich machten, — fchüzte die sehrbedrohten Vordergebäude vor Verderben, und so blieb glücklich alles verschont, was nicht schon im ersten Momente deSzum Ausbruch gekommenen Feuers für rettungslos verloren gehalten werden mußte. — Alle jene Theilnehmer bei den Lvschansial- tcn, welche zur Rettung der vordern Wohnhäuser und Verhütung größern Unglücks beigetragen haben, mögen sonach die öffentliche dankbare Anerkennung ihres Verdienstes in Gegenwärtigem ersehen. Karlsruhe, den 4. Juli 1826. Großherzogl. Bad. Polizeidirektion. Mülkheim, den 30. Juni. Die verschiedenen Arten von Getreide stehen in hiesiger Gegend schön und gewähren erne erfreuliche Aussicht; jedoch zeichnet sich die Gerste noch vor dem Weizen und Roggen aus. — Auch auf den Herbst, von dem man sich wegen früherer ungünstiger Witterung eine Zeit lang wenig versprach, hat man wieder neue gute Hoffnung gefaßt. Die Reben stehen seit einigen Tagen in voller Blüthe, und die Trauben sind schön und in sehr großer Menge vorhanden. — Wie in andern Gegenden, so sind auch bei unö seit mehreren Wochen die Gewittersehr häufig; besonders am 26. JuniuS erstreckte sich ein sehr gefährliches über daS Waldgebirge und die Ebene bis gegen den Rhein, beschädigte am Fuße deS Gebirges einige Feldbezirke durch Hagel, und schlug in dem benachbarten, am Rheine liegenden Orte Sleinenstadt ein, wodurch eine große Scheune mit dem sich darin befindenden Vvrrath ein Raub der Flammen wurde. Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, den 3. Juli. Se. königl. Hoh. der Prinz Karl von Baiern ist gestern hier angekomme», und im Gasthvfe zum englischen Hofe abgestiegen. Frankreich. Paris, den 4. Juli. Gestern wurde der Kurs der 5prvzent. konsvl. zu 98 Fr. 60 Cent, eröffnet und auch geschlossen. — Zprozent. konsvl. zu 65 Fr. 60, 75, 85 Cent. — Bankaktien 2012 Fr. ZO Cent. — Pairskammer. Bulletin vom 1. Juli. Auf die Rechenschaft hin, die dem Gerichtshöfe der Pairs über den wirklichen Stand deS Prozesses, die Bayonner Lieferungen betreffend, abgelegt wurde, hat derselbe heute beschlossen, daß er am 21. Juli sich versammeln wolle, um den Bericht, betreffend die Instruktions-Nachträge und Ergänzungen, die durch den Spruch vom 10. Juni befohlen wurden, sich abstatten zu lassen. — H. v. Chateaubriand wird nächster Tage aus der Schweiz wieder nach Paris kommen, wohin die Besorgung der großen Herausgabe seiner Werke ihn zurückruft. Die Gesundheit der Frau von Chateaubriand ist völlig hergestellt. — Des Hrn. Ouvrard's Prozeß, der eine immer steigende Aufmerksamkeit erregt, betrifft seine Geschäfte in vem vom Herzoge von Angvuleme geführten spanischen Feldzüge. Hr. Ouvrard war der Verpfleg» der Armee, und zugleich derjenige, welcher sehr wichtige Geschäfte mit den Eingebornen unterhandelte und zu Stande brachte. Er war der Mann des Geldes in diesem Kriege; da bekanntlich das Geld nun in allen Kriegen eine sehr große, viel entscheidende Rolle spielt, so wird Niemand erwarten, daß dieß im span. Feldzug weniger der Fall gewesen seyn werde. Was Hr. Ouvrard in seinen Memoiren über diese Angelegenheit sagt, klärt dieselbe zwar nicht völlig auf, nimmt aber in mehrfacher Beziehung die Aufmerksamkeit in Anspruch ; daher ein gedrängter Auszug hier nicht ohne Interesse gelesen werden dürfte. Hr. Ouvrard war am 3. April 1823 nach Dayonne gekommen, wo sich der Kriegsminister, Herzog von 1026 Belluno (Märschall Victor), unker dem Titel eines Major-General befand, als solcher aber vom Prinzen Generalissimus nicht anerkannt wurde, indem dieser den General Guilleminot auf jenem Posten bestätigte. Man war im Publikum in Absicht auf die Vorbereitungen veS Feldzugs in großer Bcsorgniß. ES gab keine Lebensmittel, keine Fourage, keine Magazine, keine Transportmittel. Die Eröffnung des Feldzugs hätte unter solchen Umständen nicht vor drei Monaten statt finden können. Einiges Getreide war vorräthig, um die Armee vielleicht zehn Tage lang zu ernähren; aber eS fehlte an Mehl, und man hatte nur Zwieback für drei Lage. Um das Getreide zu mahlen, fehlte eS an Mühlen. Hätte man auch Mehl gehabt, so hätte man eS nickt beuteln können; es gab in der ganzen Umgegend nur vier Beutel, und zwei in Bayonne. Eben so fehlte cS an Oefen und an Bäckern. In dem Standquartier der Kavallerie fand man Heu und Haber für den Bedarf von fünf Tagen. In der Ebene von Orthaz hatte man Getreide, aber keine Fourage aufgehäuft, und verlegte die Kavallerie dahin; in der Gebirgsgegend von Oleron und Navarreis dagegen hatte man Fvuragemagazine angelegt, und schickte Infanterie hin. Mit der Post hatte man 27 Caissons kommen lassen; um sie nach Madrid zu führen, fehlte eS an Pferden. Um das Ge- schüz fortzubringen, hatte man ebenfalls weder Pferde, noch Trainsoldaten. Die ganze Bagage der Armee (die Kleidungsstücke, Munition, Waffen) war aus Mangel an Transportmitteln nicht fortznfchaffen. Unordnung, Verwirrung und Mangel zeigten sich auf allen Seiten. — Den Tag nach der Ankunft des Hrn. O. ließ ihn der Herzog von Angvuleme zu sich rufen, und fragte ihn, ob er die allgemeine Verpflegung der Armee übernehmen könne; der Prinz verlangte einen schnellen Entschluß. Hr. O. erkannte die Kühnheit des Unternehmens; er wußte, daß mehrere Bayonner Häuser die Vorschläge des Hrn. Sicard zurückgewiesen hatten; gleichwohl erschreckte ihn der Mangel nicht, den er in Hinsicht auf Verpflegung und Transportmittel bei der Armee antraf. Er ergriff sogleich ein dem bisherigen entgegengesezteS System. Der Minister wollte die Lebensmittel aus Frankreich beziehen; Hr. Ouvrard dachte, die Armee müsse mit spanischen Produkten ernährt werden. Er wußte aber nicht, ob er in Spanien das Nöthige finden würde; es fehlte an Zeit, aus den verschiedenen Provinzen Erkundigungen einzuziehen; u. dabei dachteer uichtsowohl an denVorrath dervorigenAernte, alsandas wahrscheinliche Ergebmß der künftigen. Seine Erfahrung im Geschäft der Verpflegung lehrte ihn, daß aus gewissen Zeichen im Voraus auf die Aernte zu schließen sey. Demnach erkundigte er sich bei den Glaubenssol- vaten und bei den spanischen Emigranten nach der Witterung in den verschiedenen Gegenden der Halbinsel. Alle gaben ihm die gleiche Antwort: es hätte in den lezten Monaten beständig geregnet. Dieß war ihm genug, um mit Sicherheit auf eine gute Aernte rechnen zu können. In Betreff der Preise der Lebensmittel fezte er den Preis, den die Regierung seit iS Jahren in Sem südlichen Frankreich zahlte, als Vorm an; die Fourage übernahm er nur als Regisseur, und behielt sich vor, später ein Uebereinkommen zu treffen; für die Transportmittel fezte er einen geringer« Preis an, als der Kriegsminister bisher bezahlt hatte. — Diesen Plan legte er dem Obecintendanten vor. Am 5. April wurde er zur Konferenz bei dem Hrn. Major-General Guilleminot berufen , wo die Generäle Tirlet, Bordefvulle und Möriage, der Intendant Regnaut und der Direktor Baugvgegenwärtig waren. Sodann begab sich Hr.O.zu Hrn. Sicard, wo die Unterhandlung vier Stunden dauerte, und am Ende alle Vorschläge des Hrn. O. angenommen wurden. Um zwei Uhr nach Mitternacht wur, de der Vertrag unterzeichnet, und am 6. April Morgens zehn Uhr vom Prinzen Generalissimus besiegelt. Eine Stunde darauf erhielt die Armee den Befehl, über die Bidassoa zu gehen. — H. O. gieng zum Kriegsmini- fter, der, an der Gicht leidend, ihn unfreundlich em- pfieng. "Wie viel werden sie dabei gewinnen ? Gewiß sechs Millionen!« — H. O. erbot sich, den Vertrag dem Prinzen zurückzugeben, wenn der Minister ihn nicht billige. "Nein, nein, antwortete der Minister, was der Prinz gethan, ist gut gethan; Ich werde Ihren Kontrakt unterschreiben.« (Schluß folgt.) Großbritannien. London, den 30. Juni. Man erhielt Journale aus Jamaica, datirt vom y. Mai; sie sprechen von dem schlechten Zustande, in dem sich die cvlumbische Armee befindet, welche schon seit mehreren Monaten keinen Sold cmpfieng. Die cvlumbische Armee kömmt aus Peru zurück. — In Irland haben die Parlamentswahlen besonders traurige Wirkungen hervorgebracht; ausser der großen Anzahl Personen, die bei den Wahlen der Grafschaften Mayo, Cavan und Galway getödtet oder verwundet wurden, wurden auch 20 bis 30 getödtet oder gefährlich verwundet bei den Wahlen der Grafschaft Kerry. Der Missionar Ellis, welcher Z Jahre auf den Süd- see-Jnseln war, erzählt von den Sandwich-Inseln, daß die Bevölkerung derselben sehr abgenvmmen habe. Vor 50 Jahren schäzte man die Zahl der Bewohner auf 400,000, jezt steigt sie kaum auf 150,000. Nebst dem häufigen Genüsse der sonst ungekannten, nun von Europäern eingeführten berauschenden Getränke, ist dieUr- sache im Kindermorde zu suchen. Es ist unglaublich wie weit die menschliche Natur in die unnatürlichste Barbarei auSarten kann. Die meisten Aeltcrn erzeugen Kinder die Menge, aber nur 2 oder 3, und zum großen Theil nur Eines, lassen sie leben. Alle andern werden entweder gleich nach der Geburt oder im ersten Jahrs umgebracht. Theils erdrosselt man sie, thcils werden sie lebendig begraben. Ihr Leben hängt von der Laune der Mutter, dem Zorne deS Vaters, oder ihrer beiderseitigen Faulheit und dem Widerwillen gegen Wartung und Pflege eines kränklichen Kindes ab. Dlvö weil ein 1027 Kind schrie und die Ungeduld der Mutter rege machte, wurdein der Hütte ein Loch gemacht und daS arme Geschöpf darinnen erstickt. Vater und Mutter traten gleichgültig die Erde fest, welche den Säugling deckte, und konnten die Hütte fort bewohnen, die ihre Unthat barg. ElliS theilt noch mehrere Szenen mit, vor denen die Menschheit schaudert. — Wir erhalten durch ausserordentliche Gelegenheit die englischen Journale vom i. Juli. Die schlimmen Nachrichten aus Südamerika, und die Nichtbezahlung des Dividende der columbischen Bons, verursachten ein Fallen dieser Fonds um 5 Prozent. (Siehe die Rubr. Columbia.) O e st r e i ch. Wien, den 30. Juni. Metalliques 91^; Dank- Lktien 1117. Portugal. Die Lissaboner Zeitung vom 2- Juni enthält einen ausführlichen Bericht über die feierliche Prozession mit dem heil. Sakrament, welche daselbst statt fand, um eine begangene Entweihung der Kirche zu versöhnen , welche Zeremonie noch von dem verstorbenen Monarchen angeordnet worden war, jedoch von demselben nicht mehr vollbracht werden konnte. Bei dieser Feierlichkeit machten die Truppen Spalier; alle geistliche Brüderschaften, alle Mönchsorden, sämmtliche Mitglieder der Gerichtshöfe wohnten der Feierlichkeit bei; die Monstranz wurde von dem Erzbischofs unter einem prachtvollen Thronhimmel getragen. Neben dem Thronhimmel befand sich die Prinzessin Regentin, die Prinzessin ihre Schwester, der ganze Hof und die k. Garde. Rußlan d. Wir haben unfern verehelichen Lesern, in Nr. 1Ü0 dieser Ztg., daS Manifest nütgetheilt, wodurch der Kaiser von Rußland die Organisation des Ober-Kriminalge- richtS bekannt macht, das die Personen richten soll, welche in das große Komplott, das die Ruhe Rußlands bedrohte, mit einverwickelt sind. Man bemerkt in diesem Dokumente, so wie in allen denjenigen, die über diese große Angelegenheit erschienen sind, eine Würde, eine Größe und Freimüthigkeit, die unfehlbar von Allen bewundert werden müssen, welche das Ende dieses großen Prozesses mit derLheilnah- me erwarten, die er verdient. Spanien. Madrid, den 22. Juni. (Privat-Korrespondenz.) WaS ich Ihnen in meinem lezten Briefe überden Rückzug der französischen Truppen sagte, ist gewiß. .5000 Mann werden die Halbinsel verlassen; sie bestehen aus der ganzen Garnison von Sankt Sebastian, und einem Theile der Garnisonen von Pampeluna und Barcellvna. Die Generale Morillo und Borcena sind so eben pu- rifizirt worden. Die wichtige Rolle, die der erste während der spanischen Revvluzion gespielt hat, ist bekannt; was den zweiten betrifft, so war derselbe zur nämlichen Zert General-Inspektor der Milizen. Der General Mo- rillo ist ernhelllg für purifizirt erklärt worden. H. Recacko hat Sr. Maj. einen Bericht erstattet, betreffend die Nüzlichkeit einer Amnestie, von der man nur eine kleine 'Anzahl von Personen, die sich in diesem Augenblicke als Flüchtlinge zu London befinden, ausnehmen sollte. (I. d. Deb.) Die Pariser Etoilc vom 4. Juli sagt: DaS Journal des Debatö täuscht sich, indem eö sagt, daß Sk. Sebastian von den französischen Truppen ganz werde geräumt werden. Das aber ist wahr, daß die Anzahl der französischen Truppen, die sich in Spanien befinden, vermindert werden soll. Man glaubt, diese abermalige theilweise Räumung der Halbinsel werde im nächsten Monat beginnen. Schweiz. Etwas auffallend berichtet ein Schweizerblatt: "Die Zögerung, mit der das AppellationS-Gericht zur Untersuchung der Keller'schen Prozedur schreitet, läßt sich aus der Velegenheit erklären, in welche dasselbe durch den lczten unvollendeten Theil der Prozeß-Einleitung gegen die Anstifter der falschen Klage gesiezt wird. Man trägt Bedenken, die Nothwendigkeit einer Vervollständigung derselben auszusprcchen, und wird am Ende doch derselben nicht ausweichen können.« Türkei. Konstantinopel, den 10. Juni. Gestern sind die nach der russischen Gränze bestimmten türkischen Kommissarien, Habt und Ibrahim Effendi, nebst einem großen Gefolge abgereist. Der Divan hatte zuvor noch eine entscheidende Masregel in Hinsicht der auf europäischen Fuß zu errichtenden, zum Theil aus Janitscha- ren zu ziehenden Milizen, welckenach der Meinung vieler Franken noch leicht der Schrecken der Christenheit werden könnten, beschlossen. Um die Janitscharen für diese ihnen bisher so verhaßt gewesene Aenderung zu gewinnen, hat der Sultan befohlen, die Offiziere aus den Janitscharen zu ernennen. Die Mannschaft erhält täglich als Löhnung 30 Para, Brvd, Fleisch und Reis, nebst jährlicher zweimaliger Montirung. Diese lockenden Zusagen der Pforte haben viele Janitscharen zum Schweigen gebracht, und der Zulauf unter den Muselmännern ist so stark, daß man, nach türkischen Angaben, bis heute bereits 20,000 Mann zählt, die sich än- werben ließen. Amerika. (Columbia.) Ein Aufruhr hat zu Valencia, der Hauptstadt des Departements Venezuela, statt gehabt; der General Paez ist das Haupt dieses Ausstandes, welcher zum Zweck har, ein Föderal - System für die Regierung Columbiens einzuführen. (Brasil ien.) Auszug aus der brasilianischen Reichs- Verfassung. (Fortsezung.) Der Titel V handelt vom Kaiser. Die Haupt- Vorrechte Sr. k. M. sind, unter andern: Das Recht, dir Lisch'offe zu «nennen, und alle geistlichen Pfründen zu vergeben; die obrigkcitlrchen, so wie auch alle andern Zivil- und politischen Aemtcr zu besezen; die Befehlshaber der Land- und Seemacht zu ernennen, und sie zu wechseln, wenn das Beste des Dienstes eS erfordert; dre polrtischen Unterhandlungen mit den fremden 'Nazionen zu leiten; die Schuz- und Truzbündmsse, so wie auch die Subsidlen- und Handels-Verträge abzuschlie- ßen, so jedoch, daß Se. M. sie zur Kenntmß der beiden Kammern bringen werden, wenn daS Interesse des Dienstes es erfordert; falls die in Friedenszelten abgeschlossenen 'Verträge die Abtretung oder den Austausch von einem Tbeile deS Reichsgebietes oder der Bestzungen, wozu daS Reich ein Recht hat, festsezen, so können solche Verträge, ohne die Genehmigung der Kammern, nicht ra- tifizirt werden, Der Kaiser hat ferner das Vorrecht, den Krieg zu erklären und Frieden zu schließen, so jedoch, Daß er den Kammern die Mittheilungen macht, die mit Dem Besten und der Sicherheit des Staates verträglich fand. Endlich hat der Kaiser auch das Recht, allemal den Dekreten der Konzilien, den aposiollschen Briefen und andern kirchlichen Verordnungen, die der Staatsverfassung nicht zuwider sind, seine Genehmigung zu bewilligen oder zu verweigern, indem er seiner Geneh- -migung die der Kammern vorangehen läßt, wenn eS sich von allgemeinen Verfügungen handelt re. Der Kaiser soll das Kaiserreich Brasilien nicht verlassen können, ohne die Einwilligung der beiden Kammern, und falls Se. M. ohne Bevollmächtigung es verläßt, so wird hiermit verstanden, daß er die Krone me- derlegt. Der vermuihliche Erbe des Reiches führt den Titel Kronprinz, und dessen ältester Sohn den eines Prinzen von Groß-Para; der Kronprinz und der Prinz von Groß-Para haben den Titel "kaiserliche Hoheit«, und die andern Prinzen: "Hoheit.« Die Lehrer der kaiserlichen Prinzen werden vom Kaiser gewählt und ernannt, und die Kammern bestimmen Len Gehalt, der ihnen aus dem Nazionalschaz bezahlt werden soll. In der ersten Session jeder Legislatur wird die De- putirtenkammer von diesen Lehrern über die Fortschritte i hrer erlauchten Zöglinge sich Rechenschaft ablegen lassen. Bei Erlöschung der legitimen Nachkommen Don Pedro I., werden die Kammern, noch währenddes Lebens und der Regierung des lezten Nachkommen, eine neue Dynastie wählen. (Typographische Berichtigung. In Nr. Iö2 dieser Zeitung, S. 3Sp. 2Z. 26, fehlt nach kann, das Wörtchen nrcht.) Verschiedenes. Brüssel, den zo. Juni. Man liest heute in dem Iournal-de Bruxelles: "Lady Cocbrane ist am 23. mit ihrer Familie in Aachen angekommen und am 26. wieder abgereist, um sich nach Genf zu begeben, wo sie 402S während der Abwesenheit ihres Gemahls, des Lord Co- chrane, bleiben wird, der vor einiger Zeit mit einerEx- peditivn Dampfschiffe sich nach Griechenland begeben hat und, wenn seiner Fahrt kein Hinderniß begegnet ist, jezt im Angesichte Kvnstantinvpels seyn muß.« — General Lallemand ist, wie man sagt, in griechische Dienste getreten. Er hat beträchtliche Fonds zu seiner Verfügung, und beschäftigt sich in den Vereinigten Staaten von Nordamerika mit dem Ankauf zweier Fregatten. D i e n st n a ch r i ch t e n. Nach dem Antrag der evangelischen Kirchen - und Prüfungs-Kommission sind folgende in der lezten Frühjahrs-Prüfung unter die evangelischen Pfarr-Kandidaten ausgenommen worden: Karl Dertigsmann, von Mannheim; Joh. Adam Hartmann, von Sinsheim; Georg Braun, von Friesenheim; Ludwig Hager, von Rußheim; Konrad Rieger, vonEpPingen; Friedrich Julius Rieggerdt, von Kandern; Ludwig Hamel, vonEpfenbach; Friedrich Sander, von Mannheim; Fried Mann, von Kvnigöbach; Albert Kochlin, von Karlsruhe; Wil- helmFnedrickEngler, vvnSchvpfheim; JakobLang, von Hilsbach, und Albert Hamel, vonEpfenbach. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 4- Juli Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 6 27Z. l l,3L. 20,1 G. 44 G. NO. M. 3 s 27 Z. 10,3 2. 25,0 G. 37 G. NO. N. 10 27 Z. 10,3 L. 20,3 G. 40 G. NO. Meist heiter, Zugwind, Nachts ziemlich heiter. Literarische Anzeigen. In der Braun'schen Buchhandlung in Karlsruhe, bei Löffler in Mannheim, Mohr in Heidelberg, Wagner in Freibucg und Wallis in Konstanz ist so eben angekommen und zu haben: M. Rogers sicherer Schwimmmeister, oder die beste Methode in wenig Tagen schwimmen zu lernen; nebst LhevenotS Schwimmkunst und den dazu gehörigen io Abbildungen. Geh. Preis 43 kr. Von den Jahrbüchern der gesammten deutschen juristischen Literatur, im Vereine mit mehreren Gelehrten herausgegeben von Dr. Fr. Ehr. K. Schunck, 1029 st-baS dritte Heft deS ersten Bandes heute an alle Buchhandlungen versandt worden. Das lste Heft des Slen Bandes erscheint in einigen Wochen, und die Z Hefte LeS 2ten Bandes können dis Ende Juli ausgegeben seyn. Erlangen, den i. Juli 1826. Palm u. Enke. (Die D. R. Marx'sche Buchhandlung in Karlsruhe nnd Baden nimmt Bestellungen hieraus an.) Rastatt. (Anzeige und Empfehlung.) Dem tn. und ausländischen Publikum mache ich hiermit die erge- bcnste Anzeige, baß ich den Gasthof zur Sonne dahier käuflich an mich gebracht habe. Da dieser Gasthof längst rühm- lichst bekannt ist, so glaube ich hier nur noch die Versicherung beifüge» zu können, baß ich dessen Ruf zu erhalten mich stets bestreben, auch die verehelichen Gäste gute, prompte und billige Bedienung zu jeder Zeit finden werden. Ncbfidem, daß ich die innere Einrichtung ganz nach dem Geschmack und dem Bedürfnisse der Zeih getroffen habe, soll jeder billige Wunsch nach Äsästen und Möglichkeit seine Befriedigung finde»; womit ich mich bestens empfehle. Rasta«, den 1. Juli lür6. Franz Mößner, Gastgeber zur Sonne. Karlsruhe. (Gasthaus zu vermiethen oder zu verkaufen.) Ein sehr frequentes Gasthaus in der hiesigen Stadt, enthaltend zwei Säle, 22Zimmer, Stallung zu So Pferden, mit zwei gewölbten Kellern zu ohngefähr 3 oo.su- der, nebst allen erforderlichen Bequemlichkeiten, ist zu vermie- thcn ober zu verkaufen. Wo, sagt das Zciiungs-Komptoir. Mühlburg. (Logis-Verleihung.) Bei Oberst Petcrnell ist der untere Stock, bestehend aus 4 bis 5 Zimmern, nebst Küche, Keller, Hotzremisc und gemeinschaftlichem Waschhaus, für eine stille Haushaltung zu vermiethen, und kann auf den 2). Oktober bezogen werden. Bruchsal, (Diebstahl.) Aus der hiesigen StiftS- und Stadtpfarrkirche sind von mehreren Meßgewändern goldene und silberne, meistens ächte und » Zoll breite Borten, sodann > Stück unverarbeiteten Goldstoffs mit bunten Blümchen und Silber durchwürkt, ungefähr 2 Ellen lang und i ila Elle breit, entwendet und größtentheilS wieder verkauft worden. Da die jetzigen Besitzer der verkauften Effekten bis jezt nicht ausgemittelt werden konnten, so ersuchen wir sämmtliche Behörden, nach den entwendeten Gegenständen zu forschen, und falls etwas davon aufgefundcn werden sollte, uns alsbald Nachricht anher zu geben. Bruchsal, den 26. Juni 1826. Großherzoglichcs Sberamt. G e m e h l. SinSheim. (Abh an den gekommene Uhr.) Verflossenen Sonntag, den 25 . Juni, ist zu Weiler die untenbe- schriebene goldene Uhr abhanden gekommen. Man ersucht sämmiliche resp. Behörden, zu Entdeckung des Besitzers nach Kräften mitzüwirken, mit- dem Bemerken, daß der Eigenthünier für die Wiedergchabung der Uhr eine Belohnung von 3 Dukaten ausgesctzt hat. Einsheim, den 28. Juni 182g. Großherzogliches Bezirksamt. R ü t t i n g e r. Beschreibung. Eine goldene Taschenuhr mittlerer Größe, mit weißen Aifferdialt, bas vom Uhrenschlüffel elwas vusgesprcngt ist Deurschen Zahlen und goldenen Zeigern. An dieser Uhr befand sich eine fingersdicke in einander ge schlungene goldene Kette mit zwei kleinen Springringe», in welchen ein größerer hieng, und in Licscn waren zwei kleine goldene Pettschafte, bas «ine mit einem Karneol, das andere mir einem Amelhtst, und ein Uhrenschlüffel mit » jour gefaßtem Amethist eingeheftet. Ettlingen. (Eingebrachte Vaganten betr.) Gestern wurden zwei Vaganten, angeblich Geschwister und Heimathlos, Thomas und Barbara Axt sich nennend, dichter eingedracht. Sie behaupten, seit ihrer frühesten Jugend miteinander von Gegend zu Gegend herumgezogcn zu seyn, und sich an einem Orte nie länger als höchstens 3 Tage aufgehalten zu haben. Ob ihre Eltern eine Heimath gehabt, ist ihnen völlig unbekannt, wie sie denn auch nicht wissen, wo sie geboren sind. Ihr Vater soll Französischer Soldat gewesen, undimQest- reichischen vor dem Feinde geblieben seyn. Nach ihrem Dialekte mögen sie sich meistens im westlichen Schwaben und auch in der Schweiz aufgehalten haben. Die Beschreibung dieser Personen ist unien beigefügt. Sämmtliche Polizeibehörden werden dienstergebenst ersucht dasjenige, was ihnen über die vorgedachten Vaganten bekann- geworden, gefälligst bieder mitzutheilen. Ettlingen, den 27. Juni 1826. Großherzoglichcs Bezirksamt. Keller. Personal-Beschreibung der Barbara Axt. Diese Person ist angeblich 21 Jahre alt, hat nach Bad. Militärmaas 4' 10", braune Haare mit einem Kamm aufge« steckt, braune Augenbraunen, braune Augen, eine brauncvon der Sonne gebrannte Gesichtsfarbe, ein länglichtes Gesicht, spitzes Kinn, eine breite Oberlippe, noch ziemlich gesunde weiße Zähne, eingefallene Backen, eine kleine, unten breite spitz zuluufende Nase, kleine Ohren mit Ohrringen; auf der rechten Wange ist ein kleines braunes Muttermahl. Das ganze Gesicht hat kleine Leberflecken, mit deren besonders die Oberlippe stark bedeckt ist, im übrigen aber ist sie ohne besondere Kennzeichen. Personal-Beschreibung des Thomas Axt. Dieser Mensch hat nach Bad. Militärmaas 5 ^ 3 ", scheint nach seinem Aussehen 56 bis 38 Jahre alt zu seyn, ist von ziemlich robuster Statur, hat kurz geschnittene braune Haare, welche anfangen schon sehr dünn zu werden, vom Scheftel bis zur Stirne ist die weiße Haut des Kopfes durch die Haare sehr stark sichtbar, der Bart ist dünn, blond, vom Backenbart ist nichts zu sehen, die Angenbrauncn sind dünn, die Augen blaulicht, nicht groß, etwas tief liegend, die Nase stark, die Oberlippe breit, und die Unierlipve etwas vorstehend, die Backen sind eingefallen, die Zähne gelb angclaufen, übrigens »och ziemlich gesund. Der Körper ist ohne besondere Kennzeichen. Philippsburg. (Entwendete Uhr.) In der heutigen Nacht, vom 2g. auf den 3 o., wurde dahier nachbeschrie« bene Uhr durch Einßcigen entwendet. Wir ersuchen alle obrigkeitlichen Behördten, auf den Verkauf dieser Uhr wachen zu lasse«, und auf den Verkäufer zu fahnden. Philippsburg, den 3 o. Juni 1826. Großherzoglichcs Bezirksamt. Keller Beschreibung der Uh r. Dieselbe hat römische Ziffern, gelbe Zeiger, ist nicht ganz flach, jedoch auch nicht nach Art der englischen erhaben. Auf dem Blatt, bei der Spirale, stehet der OrtsnMe I.L äe konäs. Ls »st eine Lslvene Uhr mit einem abgetragenen lackirten 1030 Gehäuse, und war Mit einem blauen gewirkten »hrbSndchen und ordinären messingenem Schlüssel versehen. Rastatt. fEine cingefangene Person bttr.Z Die unten näher beschriebene Anna Maria Werner, welche mit epileptischen Zufälle» behaftet ist, wurde dieser Lage dahier kingcfangen. Dieselbe befindet sich ohne den geringsten Ausweis von ihrer Hkimathsbehbrdte, gibt blosan, sie sey von Innsbruck gebürtig. Wir ersuchen daher sämmtliche Bchördten, dasjenige, was von der Hcimnth dieser Person etwa bekannt sepn sollte, uns in gefälliger Bälde anher namhaft zu machen, damit wir die weitern Vorkehrungen treffen können. Rastatt, den >. Juli ,6-6. Großherzogliches Sberamt. Müller. Personal. Beschreibung. Dieselbe ist 53 — 5 g Jahre alt, mißt 4 Schuhe 8 Zoll, hat fchwarzbraune Haare, eine hohe Stirne, mittlere Nase, es fehlen ihr in der untern Reihe zwei Stockzähne, sonst sind dieselben gut; sie hat einen kleinen Mund, rundes Kinn, länglichtes Gesicht, ziemlich eingefallen, und eine gesunde Gesichtsfarbe. Sie trägt eine weiße leinene Obrenkappe, einen leinenen blau gestreiften Lschvde», weißes Halstuch, schwarzen Schurz, und blauen Rock, alles von leinenem Zeug, weiße Strümpfe und Bändelschuhe; jedoch sind sämmtliche Kleider ganz zerrisse» und verlumpt; und besitzt noch einen grautüchencn Jäger- uiantei, welchen ihr ein Wachtmeister t» Innsbruck geschenkt haben soll. Karlsruhe. fVrod-Lieferung betr.) Die Lieferung des Vrods für die Garnisonen Mannheim, Kislau, Bruchsal und Rastatt, in den drei Monaten August, September und Oktober d. I., wird am ar. des nächsten Monats Juli, auf die bisherige, schon oft öffentlich bekannt gemachte Weise durch Soumissionen an den Wenigstnehmcnden, unter den bestehenden Konditionen, welche bei den Siadt-Komwan- dankschaftcn und dem diesseitigen Sekretariat eingesehen werden können, begeben. Diejenigen, welche zu dieser Lieferung Lust tragen, haben ihre Gebote so hierher cinzusenden, baß solche den 20. Juli eintreffen, ansonsten auf solche keine Rücksicht mehr genommen werden kann. Karlsruhe, den s 5 . Juni 1826. Großherzogl. Bad. Kricgsministerium. v. Schäffer. Karlsruhe. sBett-Teppiche-Licferung betr .1 Für bas Großherzogliche Militär sind 5 vo Stück neue wollene WeitTeppiche erforderlich, welche durch Soumissionen an den Wenigstnehmcnden, unter folgende» Bedingungen, in Lieft, rung begeben werden: 1) Jeder von diesen Bett-Teppichen muß 4 5/4 Ellen lang und 4 Ellen breit scyn; unter der Elle wird Karlsruher Maas, die Elle zu 20 1/2 Französische Zoll, verstanden. 2) Muß zu diesen Bettdecken lauter gesunde, also weder Gerber- noch Räupslingswolle, genommen, die Fäden müssen alle gleich gesponnen, croisä gewoben, bas Gewebe dicht geschlagen und die Decken gut gewalkt werden, damit sie von Schmutz und anderem Unrath frei abge- ltefert werden Z) Jede Decke muß ,g bis 20 Pfd. schwer seyn; was sie weniger wiegt dafür wird, wenn sie sonst die gehörige Qualität hat, pr. Pfd. Ein Gulden abgezogen, oder die Decke zurückgeiviesen. -) Die Decken müssen frei in das Haupt-Magazin geliefert werden. s) Zu den s braunen Zmiftn am vbern und untern Enve des Teppichs darf, bei Konfiskation der Maare, rein Bock-, Altgen« oder Kuhhaar genommen, und in die b'»!»--« BMsch- W«. tcn geschrieben enlhalicnd, bei der Unterzeichneten Stelle dahier eintreffen, indem später keine Rücksicht mehr darauf genommen werden kann. Auf der Adresse muß bemerkt werden: „Soumission wegen Lieferung der Bett, decken." 7) Das Muster zu den zweischläfrigen Bettdecken kann bei der Militär-Haupt-Magazinvcrwaltung zu Ettlingen ein- «cfthcn, oder von denjenigen Soumittenden sich solches auf eigene Kosten zur Einsicht verschafft werden, weiche eS noch nicht kennen. Karlsruhe, den 27. Juni »826. Großherzogliches Kriegsministcrium. v. Schäffer. Karlsruhe. fPferde-Dersteigerung.l Donnerstag, den » 5 . d. M-, Morgens 6 Uhr, werden in dem Großherzogliche» Marstalle mehrere brauchbare Pferde, gegen baarc Bezahlung, versteigert; wozu die Liebhaber ei,»geladen werden. Karlsruhe, den 4. Juli »626. Großherzogliche Siallverwaltuna. Koch. Karlsruhe. fFrucht- 1». Weinheft.Versteigerung.^ Ocffcntlicher Versteigerung werden von Seit« der Unterzeichneten Verwaltung an nachbcmerkten Orten und Lagen gegen baare Bezahlung auSgesetzt: »- Auf dem herrschaftlichen Speicher zu Klein-Rüppurr W Montag, den ,o. d., Nachmittags 4 Uhr, ca. 20 Mltr. Weizen und - 28 - Molzer. b) Auf dem herrschaftlichen Speicher zu Ettlingen OM Mittwoch, den >2. d., Morgens 7 Uhr, ca. ,5 MUr. Kernen und - 65 « Molzer und - »1/2 Ohm Weinheft. Wozu die Liebhaber mit der Bemerkung cingcladcn werden, daß bei annehmbaren Geboten sogleich ioSzeschlagen und abgefaßt werden kann. Karlsruhe, den 5 . Juli 1626. Großherzogliche Domainenverwaltung. Fritsenegger, Bchhltr. Karlsruhe. fWein.Versteigerung.l Mittwoch, den 12. Juli, Vormittags g Uhr, werden in dem Keller des Hauses Nr. »7 in der Akademiestraße nachstehende gute, sehr rein gehaltene Weine, welche sich zu Vvutcillen - und Dessertweinen eignen, Ohm - und Halbohmweis an die Meistbietenden versteigert: » Fuder Ungstciner Traminer , 3 >gr. » - bo. Rießling i8igr. » - Lauftner Oberländer iNgr. Offenburg. sWein-Versteigerung.Z Am Samstag, den i 5 . Juli d. I, Vormittags 10 Uhr, werden auf diesseitiger Domaincnverwaliungs-Kanzlci ungefähr i 5 Fuder itzaSr Hof- und Gefällweinc öffentlich versteigert, und wird hei annehmbaren Geboten sogleich zugeschlagen werden, Hiezu ladet ma» sämmtliche Liebhaber anmit ein« Hffenburg, den 5 o. Juni 1826. Großherzogliche DomainenverwstlMngr Brückner. 1031 Baden. sFrucht- und Wein-Versteigerung. Mittwoch, den 12 Juli d. I., Vormittags um 10 Uhr, werde» auf dem Bureau der diesseitigen Verwaltung ^ So Matter Haber, z Fuder ,5 Oehmle »824k und 7 - 18260 Gefällwcine, guter Qualität, in kleinen Mheilungen öffentlich versteigert, und bei Erreichung annehmlicher Gebote sogleich loSgeschlagen; wozu die Kauflustigen eingeladen werden. Baden, den 2. Juli 1826. Großherzogliche. Domainenverwaltung. H u g e n e st. Gengenbach. lPaptermüble-Versttigerung.) Die der Joseph Anton H User'scheu Wittib von Entersbach, bei Zell am Harmersbach, cigenthümlich zugehörige Papier- rvühlc, sammt Zugchörvte, wurde bei der, in der Karlsruher Zeitung Nr. 101, i->3 und 109 ausgeschriebenen, am »6. Mas abgehaltencn Versteigerung, nicht nach Wunsch angebracht, weswegen, nach dem Antrag der Eigenihümerin, SamStag, den 22. Juli d. I-, Vormittags 9 Uhr, ln dem Rathhause der Stadl Zelt, eine nochmalige öffentliche Versteigerung dieses Gewerbes — wie solches früher beschrieben worden — abgehalten wird, und damit 7 U4 Sester Acker «ad 43/4 Jeuch Tannenwald verkauft werden. In Beziehung auf die frühere Beschreibung dieser Papiermühle, und dem nämlichen Beisaze, wird diese nochmalige Versteigerung zur öffentlichen Kenntniß gebracht, und allen- fallsige Liebhaber auf diesen festgeseztcn VerkautStag in daö RaihhauS zu Zell abermals cingeladen. Gengcnbach, den 18. Juni 1826. Großherzogliches AmtSrcvisorat. Trcfzger. UnterbwisheilU, bei Bruchsal. fBauakkord-und Speicher-Versteigerung.^ Montag, den 10. Juli, Vormittags 10 Uhr, wird auf dem RaihhauS zu Münzesheim 1) die Erbariung einer Pfarrscheuer von 70" lang und 40^ breit, nebst Waschküche und Schwcinstälien. überschlagen zu 3460 fl., einmal ohne Zugabe aller Materialien und dann mit Ueberlaffung der Materialien bon dem in der Nähe des Bauplatzes stehenden Herrschaft!. Speicher in Akkord begeben, und , s) gedachter Speicher von 97' lang und 44^ breit zum Sie« hcubleibcn oder auf den Abbruch versteigert. Der Uebcrnchmer des neuen Baues muß für asStel der Ue- bcrschlagssumme u. der Steigerer des Speichers i°oo fl. Kaution stellen. Plan, Ucbcrschlägc und Bedingungen können inzwischen bei Großherzoglichcr Bauinspektion Bruchsal eingese- hen werben. UnteröwiSheim, den 28. Juni 1826. Vroßherzogliche Domainenverwaltung. Schmidt. Offenburg. sWcin zu verkaufen.) Im St. And. Hospital dahier kann von heute an ein ansehnliches Quantum Wein, durchaus Ortenbergcr und Zeller Gewächs, UM die beigesetztcn Preise, als: 18241 weißer zu 2 fl. 48 kr. pr. Ohm, 1824k rother - 7 fl. - - 1626k weißer - 6 fl. 3o kr. - - ln beliebigen Partbien gegen baare Bezahlung abgegeben werden; wozu man die Kaufliebhaber einladet. Hornburg, den 27. Juni 1826. St. And. Hvspitalverwalimig. Löffler. Mühl bürg. sWirthshaus-Versteigerung.) Donnerstag, den iS d. M., Morgens 6 Uhr, wird das in die Ganlmaffe des verstorbenen Gastwirths Christian Sreger gehörige, an der Hauptstraße gelegene, mii ewiger Schildge-- rechtigkeit versehene zweistöckige Gasthaus zur Stadt Karlsruhe, bestehend: im untern Stock, in einer großen Stube, 5 Nebenzimmer», Küche und Speisekammer; im obern Stock, in einem Saal, 5 Nebenzimmern, einem geräumigen Speicher; einer Scheuer, Stallung für 3° Pferde, einem geräumigen Hof, ungefähr So Ruthen Gauen, mit Reben und Spalier angelegt, unter annehmbaren Bedingungen, öffentlich, im Hause selbst, versteigert, und die Bedingungen am Steigerungstage den Steigerern bekannt gemacht werden. Jedoch mit einem ^tägigen RatifikaiionSvorbehalt. Fremde Steigerer haben sich Mit VermögenSzeugniffen auszuweiscn. Mühlburg, den 3. Juli 1826. Bürgermeisteramt. Weber. Breiten. sMühlen-Versteigerun-,.) Auf den Antrag der Wittib und Erben des verstorbnen Müllers Schlecht in Stein wird Montag, den 24. Juli d. I., Nachmittags 1 Uhr, aus dem Gemeindehaus in Stein deren herrschaftliche Erble- hcnmühle, bestehend in einem zweistöckigten Haus, worin 2 oberschlächtige Mahl- und 1 Gerbgang, sodann Scheuer, Stallungen und Hofraithe, öffentlich versteigert. Der Steigerer muß sich über das AahlungSvermögen bei der Steigerung gehörig ausweiscn, wobei noch weiter bemerkt wird, daß nun die Lehcnsverbindlichkciten gegen die Berichtigung leicht abgclöst werden können. Bretten, den So. Juni 1826. Großherzogliches Amtsrevisorat. I. A. d. A. R. Lang, LheilungSkommissär. Rheinhausen, im Amt Philippsburg. sRealttSt en« Versteigerung.) Freitag, den 14. Juli d. I., werden in Aufstrcich gebracht: 1) Ein zweistöckiges, massiv von Stein erbautes Haus, mit 6 geräumigen Zimmer, gewölbtem Wein - und einem Gc- müskelier, Küche, Backhaus und einem geräumigen Speicher; in dem geschloffenen Hof befindet sich ein Gesindehaus mit 3 Zimmern, Wasch - und Brennbaus, Stallungen für 12 Pferde und Rindvieh. 2) Ein am Hof befindlicher Gemüsgarten. 5) Eine doppelte Scheuer mit besonder»! Hof. 4) Ein Obst - und Gemüsgarten hinter der Scheuer. 5> 28 Morgen Aecker in besonders guter Lage. 6) 10 Morgen Wiesen. Rheinhausen liegt eine Stunde von Speyer, eben so weit von PhilivpSburg; das Wohnhaus steht nahe am Rhein an der Hauptstraße, welche von Speyer nach Karlsruhe und Bruchsal führt, und eignet sich durch seine Lage eben so gut zu einem angenehmen Landsitz, welche Bestimmung ihm seither war, wie zu einem Gewerbe. Gedachte Realitäten werden, je nachdem sich Liebhaber finden, einzeln oder im Ganzen abgegeben. Die unverzinslichen Zahlungstermine sind, je zu einem Drittheil, am 1. Oktober 1827, 1. Okt. 1828, i.Okt.1829. Sämmlliche Realitäten können gleich in Besitz genommen werden. Die Versteigerung beginnt Nachmittags 2 Uhr im WirthS- haus zum Karpfen in Rhcinhausen. Waldkirch. ^Versteigerung eines Ritterguts.) Aus der Verlaffenschaft des verstorbenen Landvogt von Kleinbrod wird auf Ansuchen der Gläubiger am Dienstag, de» 5. Scpt. d. I., daS grundherrliche Rittergut Winterbach im Untcrglotterthal, Vormittags 10 Uhr, in dem daselbst befindlichen Wohngebäude öffentlich UN den Meistbietenden versteigert werden; wozu sich die Kauf--llibhaber mit den erforderlichen Ausweisen über Zahlungsfähigkeit einfinden wollen. Dieses veräusserliche Großherzogl. Lrblehcn hak ausser de» gewöhnlichen Staaisiasten de» unbedeutenden Lehenssall von 5 , Pfund Rappen 6 Schilling und - Pfennig zu tragen. Dasselbe ist in einem der anmuthigstcn Thälern des Breisgau, u. nur 2 Stunden, von Freiburg gelegen; gieichbckannt durch eine seltene Fruchtbarkeit in allen Produkten der Landwirthschaft «fld den vortrefflichen Wein, der darauf gezogen wird. Das Gut bildet ein aneinander gelegenes ununterbrochenes Ganzes, und besteht: r>) nebst einem Wohn - und Gesindehaiis und Lrottgebäude, alles geräumig, in b) 56 Jauche« 3 Viertel 36 Ruthen urbaren Aeckern, 24 Jauche« 56 Ruthen Matten; «) 76 Jauche« » Viertel 4» Ruthen Waldungen; cl) -- Jauche« Waidberg , und e) 5 Jauche« 2 Viertel 3 g Ruthen der schönsten Reden, welche überdies noch bedeutend vermehrt werden können. Hiezu noch 2 Hausgärten und eine Baumschule von mehr als »kr Jauche«. Das Ganze zusammen ,94 Jauche« 4» Ruthen. Zu dem Gute gehört eine Mühle, welche aber zur Zeit abgebrannt ist. Die nähern Bedingungen können jeweils auf der hiesigen BezirkSamtskanzlei eingesehen werden. Der Ausrufspreis ist die gerichtliche Schätzung von 34,000 st. Ddr Kaufschilling ist vom Kaufstage an zu 6 Prozent verzinslich, wovon auf den 2. Jan. 18-7 baar ro.ooo fl., der Rest aber hälftig in 2 darauf folgenden Jahrsterminen zu bezahlen ist, nnd bleibt das erste Unrerpfandsrecht für den Kaufschilling auf dem Gute Vorbehalten. Waldkirch, den 23 . Juni 1826 Lx äolegstioLC das Großherzogiiche Bezirksamt. Meyr. Achern. sDa kante AktuarSstelke. Z Bei diesseitiger Stelle ist ein Aktuariat mit Zoo st. Gehalt zu besetzen, «nd kann sogleich angctrcten werden. Die Herren RechtSpraktikaiUen oder Scribeaten wollen sich deshalb bei dem Unterzeichneten melden. , Achern, den 3 . Juli »826. Großherzogliches Bezirksamt. Kern. Radolphzell. ^Vakante AktuarSstelle.) Bei der Unterzeichneten Grelle wird die Aktuarsstelle mit einem fixen Gehalt von 270 fl. und Diäten erledigt, die man auf den » September d. I. durch einen im Rechnungswesen erfahrnen Aktuar besetzt zu haben wünscht. Die lusttragenden Herren Scribenten wollen sichnach Vorschrift in möglichster Bälde melden Radolphzell, den 28. Juni ,826. Großherzoglichc Doniatnenverivaktung. K l e t t. Durlach. fMundtodt-ErklärungJ Der hiesige Beisaß und Steinbrecher Joh. Heinrich Jung ist nunmehr seiner liederlichen Lebensweise wegen für im ersten Grade mund- todt erklärt, »nd demselben der hiesige Bürger und Strauß- wi«h Karl Kind irr als Aufsichtspsteger deigcgeben, weshalb gegen denselben alle im L. R. S. 5»3 benannte rechtli- che Folgen eintreten. Durlach, den 3 o. Juni ,826 Großherzogliches Sberamt. Eichrodt. Pforzheim, lSchu l d en-Lic, uid a t io n H Der ge. wcsene Vogt Georg Zahn lecker von Niesern wurde in Gant erkannt, und wird Schuldrnliquidation . Montag, den 17. Juli b. I., NachmietngS 2 Uhr, in hiesiger Qberamiskanzlei abgehalren. Die Gläubiger desselben werden aufgcforde«, ihre Forde- klingen und deren Vorzugsrechte an gedachtem Tag anzumel- den und richtig zu stellen, oder sie haben den Ausschluß von gegenwärtiger Masse zu erwarten. Pforzheim, den 2g. Juni >826. Großherzogliches Sberamr. Deimling. Schwetzingen, s G lä »big er-Aufruf.) Da Jakob Straßburger von Reylingcn um Zusammenberusung seiner Gläubiger zum Versuch eines StundungS-Derlrags gebeten hat; so werden alle diejenigen, weicht Ansprüche a» ihn haben, aufgefordc«, solche am Dienstag, den >1. Juli b. I., Nachmittags 2 Uhr, auf der diesseitigen Amtskanzlei zu liquidiren, und ihre asten- fallsizen Vorzugsrechte geltend zu machen, widrigenfalls die Nichkerschienenen so angesehen würden, daß sie dem, von den erschienenen Interessenten abgeschlossen werdenden Arrangement ihre Zustimmung geben; wenn solches aber nicht zu Stande kommen sollte, in dem unmittelbar darauf folgenden Konkursverfahren auf Vle gegenwärtige Masse verzichten. Schwetzingen, den -6. Mai 1826. Großherzogliches Bezirksamt. V i e r 0 r v t. Karlsruhe. fSchulden-Liquidation.) Durch Beschluß vom heutigen ist über das Vermögen des verstorbenen Johann Schmidt von Graben Gant erkannt, und Tagfahrt zur Echuldenllquidation auf Montag, den »4. Aug. l- I-, Vormittags 8 Uhr, anberaumt worden. Alle Gläubiger des genannten Falliten werden aufgefordert, bei dem Unterzeichneten Amte aus obigen Tag und Stunde persönlich, oder durch gehörig Bevollmächtigte, ihre Forderungen, resp. Vorzugsrechte, unter Vorlage der betreffenden Urkunden, richtig zu stellen, widrigenfalls dieselben von der vorhandenen Masse ausgeschlossen werden. In gedachtem Termine wird auch über die Wahl des Luralvr insssao, so wie über die Gebühr desselben für die Verwaltung der Masse, verhandelt, von dem weder selbst, noch durch Mandatare liquidircnden Gläubiger aber angenommen werden, daß er in dieser Hinsicht der Mehrzahl der Kreditoren beirr««. Karlsruhe, den 2s. Juni ,626. Großherzogliches Landamt. v. Fischrr. 5 Schaafwei d e - Verpachtung im Rentawte Schönbrrg. DicnSlagS, den ,8. Juli d. I., Vorwit- rags 10 Uhr, werden bei dem Wirth Rettig dahier die Schaafweiden der Gemarkungen Schönberg, Elmshausen, Welinshausen, Gronau unh Zell, worauf . . 460 Stück Gadernheim, Lautern und Raitelbach, worauf Zoo - Rimbach, Litzelrimbach und Münschbach, worauf 3 oo » Schaafe, ausschließlich der Knechthaltung, gehalten werden dürfen und Michaeli d. I. bezogen werden können, auf 6 Jahre an Meistbietende verliehen. Weitere Bedingniffe sind bei der Verlehnung zu vernehme«. Schönberg, den 6. April »özk. Der Rentamtmaao. Weiß. Verleger und Drucker: PH Mackl 0 t,