Karlsruher Zeitung. Nr. 197. Dienstag, den 13. Juli 1826. Baden. (AM- aus dem üroßherzogl. Staats- und Regierungs-Blatt vom ,5. Juli; Forts.) — Frankreich. — Großbritannien. — Oesrreich. — Preuffm. — Polen. — Rußland. — Amerika. (Vereinigte Staaten von Nordamerika. - Mexiko.) 77 ; Verschiedenes. Baden. Das großherzogliche Staats - und Regierungsblatt vom 15. Juli, Nr. HX, enthält eine Allerhöchste Verordnung, deren Eingang also lautet: Ludwig rc. Es ist die traurige Erfahrung gemacht worden, daß seit einiger Zeit, besonders in den drei lezten Jahren, ungewöhnlich viele Hunde von der Wuth befallen, und dadurch zahlreiche Unglücksfälle veranlaßt worden sind. Augenscheinlich hat sich seit der im Jahr igtZ geschehenen Herabsezung der HundStaxe die Anzahl der Hunde ausserordentlich vermehrt, und auffallend groß ist besonders die Menge derjenigen Hunde, welche in jeder Hinsicht in die Klaffe der entbehrlichen gezählt werden müssen. Um ähnlichen Unglücksfällen für die Zukunft so viel wie möglich vvrzubcugen, wird es dringend nöihig, durch Erhöhung der Laxe auf Verminderung der großen Anzahl hinzuwirken, und zugleich hinsichtlich der abzuhaltenden Hundsmusterung ein bestimmtes zweckgemäßes Verfahren vvrzufchreiben. Demnach finden Wir UnS auf den Vortrag Unseres Ministeriums des Innern bewogen, unter Aufhebung aller srühern Bestimmungen über Hundstaxe und Hunds- Musterungen , folgendes zu verordnen : §. 1 . Für jeden Hund, der gehalten wird und über L Wochen alt ist, muß der Regel nach eine jährliche Taxe bezahlt werden. Diese Taxe wild auf dre i Gulden festgesezt. Wer mehr als einen Hund hält, muß für jeden weitern eine jährliche Taxe von sechs Gulden entrichten. Diese Taxe hat derjenige zu zahlen, der den Hund bcsizt, mag er nun Eigenthümer desselben ftyn, oder ihn nur in der Kost haben, lezternfallö mit Vorbehalt des Rückgriffs auf den Eigenthümer. §. 2. Von dieser Regel finden folgende Ausnahmen statt: s) In Ansehung der für die Jagd benöthigten Hunde. — Die herrschaftlichen Förster und Jäger, so wie sämmtliche Jagdcigenthümer, keineswegs aber die Iagdpächter, haben für sämmtliche Hunde, welche zum Jagddienst wirklich gebraucht, oder zur Nachzucht entweder in eigner Kost, oder in fremder Verpflegung gehalten werden, die Taxfreiheit anzusprechen. Welche Hunde in jedem einzelnen Amtsbezirke zu dieser Klasse gehören, wird von dsii betreffenden Forstämtern resp. Forst-Inspektionen nach auf, habenden Dienstpflichten bestimmt. In keinem Falle aber können diejenige Hunde dazu gezählt werden, welche von jenen Personen für den Dienst einer von ihnen gepachteten Jagd gehalten oder nachgezogen werden, da sie in dieser Beziehung nur als Jagdpächter behandelt werden können, b) Jeder Hirte, Feldhüter, Schäfer, Gardist, Hak, schier, Gefangenwärter, sofern er im Gefängnisse wohnt, endlich jeder Bewohner eines abgelegenen, von den übrigen Häusern der GemeindS, Einwvhner getrennt stehenden Hauses darf einen Hund taxfrei halten. Für jeden weitern Hund, den er hält, muß er die Taxe von 6 fl. entrichten. Wer als Bcsizer einer solchen die Taxfreiheit eines Hundes begründenden Wohnung zu betrachten ist; darüber entscheidet der Stadtrath oder daS Ortsgericht der betreffenden Gemeinde nach Stimmenmehrheit. §. 3. Zwei Drittheile der Hundstaxe fallen in die Amtskasse, einDrittheil in die betreffende Gemeindskasse. Die Kosten, welche durch die Musterungen und durch die Erhebung der Taxen veranlaßt werden, sind aus dem Ertrage der leztern zu bestreiten. Folgen nun, von §. 4 bis 15, die Bestimmun-, gen, die Hunds-Musterung betreffend. §. 16 . Wer einen Hund, den er besizt, er mag der Taxe unterworfen fepn, oder nicht, bei der Haupt- musterung vorzuführen unterläßt, verfällt in eine Geld, strafe von acht Gulden, welche die Bezirkspolizei, Behörde zu erkennen, und der Amtskasse zu zwei Drittel u. dem Anzeiger zu ein Drittel zuzuweisen hat. Die ge, nannte Behörde beauftragt zugleich den betreffenden Lhier- arzt, einen solchen Hund besonders zu untersuchen, und zwar auf Kosten deS Besizers, und verfügt sodann auf den Antrag des Thierarztes das Erforderliche, benehm, lick mit dem Physikat ohne Vorbehalt irgend eines Rekurses. In dem Falle, wenn Gefahr auf dem Verzug haftet, ist jene Behörde auch befugt, geradezu die Tödtung eines solchen Hundes zu befehlen, und sie kann überdicß, wenn er inzwischen von der Wuth befallen wurde, den Desizer desselben für allen verursachten Schaden veraut- wortlich macken. §.17. Ausserdem verfällt derjenige, welcher durch die unterlassene Vorführung seines Hundes bei der Haupt« Musterung resp, bei d?r Nachmusterung, oder überhaupt 1090 sonst durch Verheimlichung desselben die Zahlung der schuldigen Taxe umgangen hat, in die Strafe des zweifachen Betrags derselben, nebst der wegen unterlassener Vorführung seines Hundes im §. 16 ange- prohten Strafe, und er muß die Taxe nachträglich entrichten. §. iS. Insbesondere trifft, nebst der nach §. 16 aufdie unterlassene Vorführung desHundeSgesezten Strafe, die Strafe des/ssacken Taxbetrages denjenigin, welcher seinen Hund vor der Musterung hinweggibt, nach derselben aber wieder zu sich nimmt, und dadurch die Zahlung der schuldigen Laxe umgeht. Ausserdem muß er lsztere nachträglich entrichten. §. 19. Auch die in vorstehenden beiden §§. erwähnten Strafen hat die betreffende Bezirks-Behörde zu erkennen ; ein Drittel davon gehört dem Anzeiger, ein Drittel der AmtSkasse, ein Drittel der betreffenden Gemeindskasse. In Wirksamkeit bleiben die frühem Verordnungen, wodurch die Vernachlässigung der Verpflegung der Hunde, und der Aufsicht auf dieselben, Falls daraus irgend ein Schaden entstehen sollte, mit bestimmten Nachtheilen bedroht worden ist. Karlsruhe, den 22. Mai 1626. Ludwig. Vsit. Frhr. v. B erckheim. Auf Befehl Seiner Königlichen Hoheit. Mangold. Frankreich. Paris, den 16. Juli. Gestern war der KurS der Sprvzcnt. konsol. zu 99 Fr. 35, 40 Cent. — Sprozent. konsol. zu 65 Fr. 35 Cent. — Bankaktien 2000 Fr. Großbritannien. London, den 12. Juli. Ausser der Expedition des Kapitäns Parry läßt die englische Regierung noch eine andere absegeln, die aus den zwei Schiffen Adventure ,imd Beagle besteht, und beauftragt ist, die Küsten der Plata-Republik, so wie jene von Paraguay, Patagonien, Feuerland und die Cap-Horn-Gegenden genau zu untersuchen. DaS Kommando dieser Expedition ist dem Kapitän King anvertraut, der bekanntlich mit glücklichem Erfolge eine Reife nach Neu-Hollaud gemacht hat. — Lord Dudley Stuart hat so eben eine der Nichten Napoleons geheirathet. Die Neuvermählten wohnen wirklich bei der reichen Madame Coutt's, in Piccadilly. — Am 5. d. M. ist der hochverdiente Gründer von Sincapore, Stamford Raffles, mit Tode abgegangen. O e st r e i ch. Wien, den lO.Juli. Se. Majestät der Kaiser haben nachstehendes allerhöchstes Handschreiben an die ver- wittwete Fürstin Kohäry zu erlassen geruhet: "Liebe Fürstin Kohäry! "Der Unglücksfall, der Sie und Ihre Familie betroffen, hat mich tief gerührt. Sie haben einen allgemein geachteten, edlen und rechtschaffenen Familienväter, Ich und der Staat aber einen seiner treuesten Diener verloren. "Las Andenken an seine durch eine so lange Reihe von Jahren dem Staate geleisteten ersprießlichen Dienste, so wie an seine Anhänglichkeit an Meine Person, wird nie in Meinem Gedächtnisse erlöschen. Mögen Sie diese Versicherung als ein Merkmal Meiner vollkommenen Zufriedenheit mit den Diensten des Verblichenen anse- hen, und Sich Meiner Huld und Gewogenheit auf immer versichert halten. "Laxenburg, den 2. Juli 1326. "Fran z.. Wien, den 12. Juli. Der als Botschafter Sr. M. des Kaisers zur Krönung nach Moskau bestimmte Prinz Philipp von Hessen-Homburg, Kommandirender in Steyermark, schickt sich zur Abreise an. Die zu seiner Begleitung bestimmten Kavaliers verlassen Wien bereits morgen oder übermorgen. Se. Durch!, der Hr. Fürst von Metternich reist am Freitag nach Böhmen ab, von wo er sich sodann nach dem Johannisberg begeben wird. Heute war der Kurs der Metalliques 90'/^; Bankaktien 1077. P r e u s s e n. Auf daS Fürwort des unermüdeten thätigen Finanzministers hat der König der Provinz Pommern eine Schenkung von 2 , 200 ,oo 0 Thalern gemacht, theils um in dieser bedrängten Zeit dem völligen Ruin der großen GutSbesizer abzuhelfen, theilS um durch Anlegung von Chausseen dem Lande der Pommern und Kaffuben die innern Kommunikationsmittel zu vermehren. Polen. Warschau, den 3. Juli. Die von Adalbert Bo« guslawski aus dem Deutschen in's Polnische übersezte berühmte Oper: "der Freischütz«, ist bei dem Typographen der Universität, N. Glücksberg, im Druck erschienen , und wird morgen im National-Theater zum erstenmal aufgeführt werden. Rußland. Petersburg, den 1. Juli. Bericht der Untersuchungs-Kommission. "Sire! Die durch Dekret E. k. M., unter'm 'Xs Dezember vorigen Jahrs, ernannte Kommission hat die ihrerSvrg- falt anvertrauten Untersuchungen geendigt, und gibt sich die EhreAllerhöchstihnen, in einem umständlichen Bericht über ihre Arbeiten, alle Anzeigen unterthänigst vorzulegen, die sie über die in Rußland entdeckten und der Verschwörung gegen den Staat bezüchtigten geheimen Gesellschaften, über ihren Ursprung, ihren Gang, die allmählige Entwicklung ihrer Plane, den Grad der Theil- nahme ihrer vornehmsten Mitglieder an den Entwürfen und Unternehmungen, sowie auch über die individuellen Handlungen eines Jeden von ihnen, und über die eingestandenen Absichten gesammelt hat. 1091 «Als diese Kommission eingesezt wurde, und fast im Augenblick der Unterdrückung der Unruhen des "/-s- Dezembers, haben E. k. M. bezeigt, daß Allerhöchstste nur den Antrieben Ihres Herzens und dem Beispiele der glorreicher, Vorfahren E. M. folgen und lieber zehn Schuldigen verzeihen, als einen einzigen Unschuldigen verur- theilen wollten. Nack diesem Grundsaze, worin so viele WerSheit mit so vieler Großmuth sich vereinigt, hat die Kommission in dem Laufe ihrer Nachforschungen sich imrner gerichtet, ohne jedoch die Pflicht auS dem Auge zu verlieren, die ihr auferlkgt war, durch gewissenhafte Nachspürungen dahin zu arbeiten, daß Rußland von verderblichen Revolutions-Keimen gereinigt, die Ruhe und gute Ordnung gesichert, die Befürchtung der friedlichen, dem Throne uüd den Gesezen ergebenen Bürger beseitigt werde. — Voll Verlangen dieses Ziel zu errei, chen, ergründete die Kommission mit großer Sorgfalt und gleicher Unparteilichkeit alle Umstände, die zur Entdeckung der Verzweigungen desKomplottes führen konnten. Jedoch hat sie bei der Untersuchung dieser Umstände, und bei den verschiedenen Fällen, die sich darstellten, so viel als in ihrer Macht stand, die Schwachheit und eine augenblickliche Verblendung von einer beharrlichen Böswilligkeit unterschieden ; sie nahm fast immer zur Grundlage ihrer Anträge die selbsteigenen Geständnisse der Angeklagten , oder von ihrer Hand geschriebene Aktenstücke, indem sie die Aussagen ihrer Mitschuldigen und alle andern Zeugnisse als HülfS-Ueberzeugungsgründe, oder als blose Fingerzeige des in den fernerweitigen Untersuchungen und Verhören einzuschlagenden Ganges ansah. «E. M. wissen, daß eine Aussage, welche die ganze Aufmerksamkeit der Regierung wecken mußte, Se. M. dem Kaiser Alexander, im Juni vorigen Jahres, von Seiten eines gewissen Sherwood, Unteroffizier im dritten Uhlanen-Regiment vom Bug zugekommen war. Der, selbe gab an, daß in einigen Regimentern der ersten und zweiten Armee sich Individuen befänden, welche den Umsturz der im Staate bestehenden Ordnung im Sinne hätten, und daß sie zu einer geheimen Verbindung gehörten, welche nach und nach die Zahl ihrer Mitglieder vermehrte. Indem Sherwood einen von ihnen (Theodor Vatkvwsky) nannte, bat er unterthänigst um Erlaub- nlß, sich nach Kursk zu begeben, um mit ihm und einigen andern, die er für Mitverschworne des Vatkvwsky hielt, sich zu besprechen, hoffend, dadurch genauere und umständlichere Kenntnisse von dem Komplott zu sammeln. Wirklich theilte er der Regierung, im Laufe des Septembers, die neuen Nachrichten mit, die er erhalten hatte. Andere und umständlichere Berichte, die mit jenen deS Sherwood übereinstimmten, wurden durch den General- Lieutenant Grafen von Witt nach Taganrog gebracht, welcher von dem Daseyn und dem Zweck eines Verschwörer-Vereins durch einen Agenten unterrichtet war, der sich gestellt hatte, dem Komplott beizutreten. Ein zu Taganrog am Dezember empfangener Brief bestätigte diese Nachrichte». Er war an den hochstieligen Kaiser Alexander von einem Kapitän deS Regiments Wiätska, Namens Mayboroda, gesandt worden,-und schien um so wichtiger, da Mayboroda selber Mitglied des oben erwähnten Vereins war. Der Befehlshaber der zweiten Armee und ein zu diesem Endzweck vonTaganrog abgesendeter General,Adjutant E. M., nahmen sogleich einige Vorsichts-Masregeln. In Folge der Anzeigen deS Kapitäns Mayboroda wurden mehrere der Verschwörung verdächtige Individuen verhaftet, einige ihrer Papiere gefunden und in Beschlag genommen, und vorläufige Verhöre angestellt. Ihre Mitschuldigen zu Petersburg, entweder in der Ueberzeugung, daß die Regierung schon Kenntniß von ihren Planen habe, oder aus Ungeduld sie auszuführen, übernahmen es indessen, einen Lheil der Garde-Regimenter bei Gelegenheit des Eides zu täuschen , den sie E. M. schwören sollten, und erregten di« Bewegung, von der die Einwohner der Hauptstadt am "/2s. Dezember Zeugen waren. Am Abend des nämlichen Tages waren sie fast Alle in der Gewalt der Regierung , und ihre Geständnisse erläuterten und vervollständigten die früher erhaltenen Aussagen, betreffend das Daseyn eines Komplottes. «Von diesem Zeitpunkt an datiren die Arbeiten der Kommission. Jeder Tag sah die Masse der Thatsachcn anwachsen, welche die Pflicht bewiesen, die Untersuchung auszudehnen. Gleichwohl gebrauchte die Kommission, dem von E. M. festgesezten Grundsaz immer getreu, die Gewalt mit der sie bekleidet war, nur in den Fällen einer augenscheinlichen Nothwendigkeit. Sie begnügte sich, unter den Mitgliedern der geheimen Vereine selbst, einzig und allein die Verhaftung oder die Konfrontation derjenigen zu begehren, die sie durch glaubwürdige Zeugnisse berechtigt war als Mitschuldige der strafbarsten Absichten und als solche zu betrachten, die noch gefährlich seyn konnten, oder deren Aussagen unumgänglich nothwendig waren, um die Haupt, -Verschwörer zu überführen, und alle Plane, die sie ausgeheckt hatten, an den Tag zu bringen. Die Individuen, deren Namen sich auf einer besondern Liste befinden, kannten nur auf einer sehr unvollkommene Weise den Zweck der Vereine, zu denen sie gehört hatten, oder hatten sie wieder verlassen, eben weil sie den Fehler gefühlt, den sie durch ihren Eintritt begangen hatten. Die Kommission beschloß, sich darauf zu beschränken, sie E. M. anzuzeigen. Allerhöchstdieselben werden geruhen, über daS Schicksal dieser Personen nach Ihrer Billigkeit und Milde zu entscheiden. Andern Theils sind alle Angeklagten, welche, nach den weiter oben vorgetragenen Gründen, die besondere Aufmerksamkeit der Kommission erheischten, genau und sorgfältig verhört worden *); ihre Antworten wurden mit einander verglichen; sie wurden durch Konfronta, tivncn bekräftigt, und sie zeigen eine vollständige Ueber, einstimmung über alle Umstände, oder wenigstens über 1) Der H. NikolaS Tourguäneff iil nicht verhört worden. Aufgcfordert nach Rußland zurückjukehren, um sich vor der Kommission zu stellen, weigerte er sich zu erscheinen. 1092 die Haupiumständc, die sich auf den Zweck des Komplotts, auf die Organisation der geheimen Gesellschaft, die den Komplott anzettelte, und auf die Handlungen seiner Direktoren bezogen *). "AuS dem Ganzen dieser Thatsachen erhellt, daß im Jahr 1316 einige junge Männer, die nach den Feldzügen von 1ölZ, 1814 und 1815 aus der Fremde zurückkamen, und die politische Tendenz mehrerer geheimen Gesellschaften kannten, die damals in Deutschland vorhanden waren, den Gedanken faßten, in Rußland ähnliche Vereine zu stiften. Die ersten, die sich diese Idee mittheilten, waren Alexander Mouravieff, jezt zur Ruhe gesezter Obriste , der Kapitän Nikita Mou- rawieff, und der Obriste Fürst Trubetzkoy. JhreTrieb- feder, nach dem Zeugniß Alexander Mvuravieff's, war ernefalsche Vaterlandsliebe, welche ihren eigenen Augen die Antriebe eines unruhigen Ehrgeizes verbarg. Sie fühlten zu selbiger Zeit nicht, was sie jezt in allen ihren Aussagen emge- stehen, daß dieMittel, diesie brauchten, sie zu keinem wahrhaft ersprießlichen Ziele führen konnten "), daß das Daseyn einer solchen Gesellschaft den Gesezen und der öffentlichen Moral zuwider wären ^), daß sie früh vderspät, und vielleicht sogar gegen den Wunsch vieler ihrer Mitglieder, Verbrechen zur Folge haben müsse, die ihren Untergang und Unfälle für den Staat herbeiführen würden °).I (F. f.) Moskau, den 27. Juni. In Uebereinstimmung mit dem allerhöchst bestätigten Zeremoniale fand an 24. Juni die Vollziehung der heiligen Taufe an Ihrer kais. Hol), der Großfürstin Elisabeth Michailowna, in der Tschudowichen Klosterkirche, statt. I. Maj. die Kaiserin Maria Feodvrowna gerührten die Pathenstelle zu vertreten. An diesem Tage war bei Hofe große Mittagstafel und am Abende die ganze Stadt erleuchtet. Während der Zeremonie bedeckten unzählige Volkshaufen die Kremlpläze. — Ihre Majestät die Kaiserin Maria Feodvrowna, II. kk. HH. der Großfürst Michael Pawlowitsch , die Großfürstin Helena Pawlowna und die Großfürstin Elisabeth Michaelowna befinden Sich im erwünschten Wvhlseyn. Amerika. (Vereinigte Staaten von Nordamerika.) Vom 30. Sept. 1824 bis zum 30. Scpt. 1825 sind ,) Unter den verhörten Individuen wurden alle diejenigen, von denen cs sich fand, daß sie nicht zu den Verschwörer-Vereinen gehörten, oder sie gänzlich verlasse» hatten, sogleich wieder in Freiheit gesczt. 2) Neben den Namen aller in dem gegenwärtigen Bericht angeführten Individuen ist ihr wirklicher Rang im Dienste angezeigt. L) Ausdrücke des Alexander Mouravieff. 4) Ausdrücke des Nikita Mouravieff. s- Ausdrücke des Fürsten Serge Trubetzkoy. , , . in den Vereinigten Staaten für 96,340,075 Dollars Erzeugnisse fremder Länder eingeführt worden. Davon brachten amerikanische Schiffe für9l,962,512, fremde für 4,437,563 Doll. Die Ausfuhr beliefsich auf 99,535,388, davon waren für 66,944,745 Dollars inländische, für 32,590,443 D. ausländische Produkte. (Mexiko.) Briefe aus Vera-Cruz, vom 3. April, melden, baß dort das gelbe Fieber herrsche, welches täglich So bis 100 Personen hinwegraffte. Vers chiedeneS. Dächer von Zinkblech. Von der Donau. Da die Holländer, im Desize ansehnlicher Zinkgrube», schon seit geraumer Zeit ihre Schiffe, statt mit Kupfer mit Zinkblechen, unter gutem Erfolg beschlagen, und dabei wahrgenommen haben, daß die Zinkbleche von dem äzenden Meerwaffer bei weitem nicht so schnell wie Kupferbleche zerstört werden, so sind die Franzosen, von diesem Beispiel angezvgen, ihnen am ersten hierin nachgefolgt, und in der Anwendung deS um zwei Drittheile wohlfeilem Zinks noch weiter gegangen, indem sie vorzüglich in Paris in alle.» Gast-, Wein - und Bicrhäufern, in Efstgboutiken und Apotheken die Schenkkifche und Junchttafeln mit Zinkblech überziehen ließen. Auch in London findet man die Zinkbleche auf gleiche Weife durchgehendS in Anwendung gebracht, und denkende Köpfe fanden sich zu der Schluß- solge berechtigt, daß die Zinkbleche, da sie durch diese sauren Flüssigkeiten nicht aufgelöst werden, ganz vorzüglich zur Deckung der Dächer mit Vortheil müßten be- nuzt werden können. Einige Versuche, die in dieser Hinsicht vor etwa vierzig Jahren angestellt wurden, entsprechen noch heut zu Tage de» besten Erwartungen, die man sich davon machte, und da kein anderes Metall in dieser Beziehung den zwiefachen Vortheil der Wohlfeilheit und Dauerhaftigkeit so auffallend wie Zink gewährt, überdieß aber noch zu berücksichtigen ist, und berücksichtiget wurde, daß der innere Werth der Zinkbleche den Werth eines jeden Gebäudes, welches damit gedeckt wird, namhaft erhöhet, indem diese Bleche, wenn sie einst unbrauchbar werden, von jedem Gelbgießer oder Messing-Fabrikanten im Werthe des Jinkme- tallS gekauft werden, so hat man hauptsächlich in Ber, lin und in Petersburg die Deckung der Dächer mit Zinkblechen seit zehn Jahren eingeführt, wo dieselbe so bedeutende Fortschritte gemacht hat, daß in dem jezt laufenden Jahre Berlin allein über 30,000, sage dreißig tausend Zentner, Zinkbleche bedarf. Diese Beispiele sollten doch zur Nachahmung auch in andern Ländern führen, wo der Zink im Verhältniß zum Kupfer und zu andern Deck-Materialien überwiegenden Vortheil gewährt. 1093 Empfangene milde Gaben in Geld für unsere durch Brand verunglückten Mitbürger in Tryberg. Summa von gestern 315 st. ö kr. Von Hrn. H. S. 2 fl. 42 kr. Von 21 . B- u. E. 6 fl. 45 kr. Von F. u. G. il fl. Von E. F. 1 fl. Von C. F. 1 fl. Aon unbek. Hand 2 fl. Von einem Unbekannten 4 fl. 4tz kr. Von Hrn. G. 2 fl. 42 kr. Von Hrn. M. 1 fl. 21 kr. Von der Gesellschaft im Frcy'schen Kaffeehaus 50 fl. Bon einer Unbekannten 6 fl. 6 kr. Von G- 3 fl. Summa 409 fl. 22 kr. Karlsruhe, den 17 . Juli 1626 . P. Macklot. Für die durch Brand Verunglückten Einwohner der Stadt Tryberg ist gegen ausgestellte Quittung vom 15 . bis 17 . Juli bei Unterzogenen baar eingegangen; nämlich: Summa vom 14. d. 74 fl. 42 kr. Von. S. H. M. W. 5 Z fl. Von H. M. St. 1 fl. 21 kr. Sum- ma loy fl. 3 kr.; nebst mehreren Kleidungsstücken, Bettzeug und Wäsche. W e r r m a n n n. Summa vom 14. d. 67 fl. 51 kr. Von einem Ungenannten aus Bruchsal 2 fl., sammt einem Pack verschiedener Kleidungsstücke Von einem Unbekannten 100 fl. Von E. F. W. 5 fl. 24 kr. Von einem Lyceisten 2 fl. 24 kr. Summa 17 ö fl. 21 kr. Wagner. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 16. Juli Barometer Therm. Hygr. Wind« M. 7 27 Z. 9,8 L. 16,0 G. 49 G. SW. M. 3 27 Z. 9,3 L. 13,7 G. 50 G. NW. N. 10 27 Z. 9,5 L. 14,5 G. 49 G. NW. Ziemlich heiter, dann bewölkt es sich mehr, gegen 12 Uhr Regen, Nackmittags Schlagregen, öfters regnerisch, Nachts etwas heiter. Bei der großen Güterlotterie in dem Großhcrzogthum Baden linde V erlaiiAeruiiA Die Ziehung erfolgt bestimmt und unwiderruflich den 28. August d. Z. Erster Haupttreffer. Herrschaft Stein, wofür eine Ablösungssumme von . . st, im fl. 24-Fuße geboten wird. 70,000. — , Zweiter Haupttreffer. Ein sehr schönes Haus samnu Garten in Mannheim, wofür eine Ablösungssumme von . . . . . fl. 24,000. — im fl. 24-Fuße geboten wird. Dritter Haupttreffer. Ein schönes Landgut zu Käfenhal bei Mannheim, gerichtlich taxirk zu . . fl. 30,037. Zo, Vierter Haupttreffer. Ein Geldgewinnst von . . fl. 15,000. — Fünfter Haupttreffer. Ein Geldgewinnst von , . fl. 5000. -77 Ausser diesen fünf Hauptpreisen bestehen noch ansehnliche Nebengewinnste von 8 mal 1000 — 8 mal 500 — 15 mal 100 rc. im Betrage von ... fl. 40,087. — Die günstigen Verhältnisse dieser Lotterie, welche bei einer geringen Anzahl Loose so viele bedeutende Haupttreffer enthält, sprechen an sich so sehr zum Vortheile der Mitspielenden, daß man sich jeder fernern Empfehlung derselben enthalten zu können glaubt. Die Ziehung geschieht in Mannheim mit den übliche» Formalitäten, unter Vorsitz und Leitung des Großherzogl. Stadlamts. Ganze Loose ä fl. n und halbe ä fl. 5'^ stnd (nebst Plan gratis) bei dem Unterzeichneten zu haben. Abnehmer von zehn Loosen auf einmal erhalten ein Freiloos, und von 5 Loosen ein halbes Freiloos. Karlsruhe, den 17. Juli 182Ü. H. Rosenfeld. Karlsruhe. (Belohnung von fünfzig Gulden.) Nach Weisung des Großherzogl. Hochprcisl. Justizministeriums vom i 5 . Juli d. I., Nr. rSog, ist auf die Entdeckung und Beifangung des Tbätcrs der tödtlichen Verwundung des an de» Folge» derselben gestorbenen Karl Gulde dahier eine Belohnung von fünfzig Gulden gesetzt. Dieses wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Karlsruhe, den , 5 . Juli >8r6. Großherzogliches Landamt. v. Fischer. Mannheim. (Steckbrief.) Di« ledige Karoline Thon, deren Signalement hier unten folgt, hak sich des Diebstahls einer goldenen Uhr sehr verdächtig gemacht. Wir ersuchen sämmtliche Behörden, auf diese Person zu fahnden, und sie im Betretungsfalle, gegen Kostenersatz, anher zu liefern. Wir sind zu jedem amtlichen Gegendienste bereit. Mannheim, den 8. Juli 1826. Großherzogliches Stadtamt. H 0 u t. Signalement. Karoline Thon, von Neuenheim, bei Heidelberg, gebürtig, ohngefähr 21 Jahre alt, hat ganz schwarze Haare, schwarze Augen, einen großen Mund, weiße Zähne, ein längliches blasses Gesicht, dicke mittlere Statur, eine mittlere Nase mit einer Knochen-Erhöhung in der Mitte; sonst keine Abzeichen. Osterburken. (Bekanntmachung.) Der unten signalistrtk ledige Spengler Anton Hofmann vom Tollmais- 1094 Hofe, welcher seit 2 bis 3 Jahren unter dem Vorwände, auf seiner Profession zu arbeiten, ohne alle Legitimation im Neckar-, Main - und Tauberkreise herumzog, hat sich nach eigenem Geständnisse einer Menge Unterschlagungen der ihm zur Reparatur anvertrauten Kessel, Pfannen, Schüsseln rc. schuldig gemacht, und cs ist zu vermuthen, daß er noch weit mehrerer Vergehungen sich schuldig gemacht habe. Wir ersuchen daher sämnuliche Aemter, in ihren Amtsgemeinden spezielle Nachforschungen anstellen zu lassen, zob und wann dieser Mensch sich dort aufgehalten, auch welcher Ver- gehen er sich schuldig gemacht, und uns den Erfolg miltheilen ju wollen. -Osterburken, den 28. Juni 1826. Großherzogliches Bezirksamt. Herrmann. Signalement des Anton Hofmann, Alter: »3 Jahre. Größe: 5 ' 3 " 2'". Haare: braun. Augenbraunen: dunkelbraun. Augen: braun. Stirne: bedeckt. Nase: lang. Wart: hellbraun. Mund: klein. Kinn: rund. Zähne: gut. Gesichtsform: länglich, und Farbe; blaß. Derselbe ist bekleidet: mit einem blautüchcnen Wammcs, mit weißem Metallknöpfen; - einer grau- und schwarzgestreiften Weste; « einem schwarzseidenen Halstuche; - grauzwilchcnen langen Hosen; - Stiefeln, und - einem runden Hute. Karlsruhe. sLehrlings-Gcsuch.H In eine hiesige Spezereihandlung wird ein junger Mensch, der die nöthigen Vorkenntnisse besitzt, in die Lehre gesucht. Nähere Auskunft «rtheilt das Zeitungs-Komptoir. Karlsruhe. sDienst - GcsuchU Es wünscht ein Frauenzimmer, das alle häusliche Arbeiten versteht, ausgenommen nicht französisch spricht, bet einer Herrschaft untcrzukom- men. Das Nähere erfährt man im Zeitungs-Komptoir. Karlsruhe. sEinspännige Chaise feil. II Ein erst voriges Jahr ganz neu erbautes Chaischcn, welches auch eingerichtet ist, um zwcispännig zu fahren, ist um billigen Preis zu verkaufen. Wo? sagt das Zeitungs-Komptoir. Karlsruhe. fEin Tabaksspinner wird ge- sucht .1 Ein geschickter und fleißiger Labacks-Spinner, welcher gute Zeugnisse besitzt, kann eine Anstellung finde». Das Nähere im Zeitungs-Komptoir. Mannheim. sAnzeige.H Ich mache hiermit die Anzeige, daß die Coupons der Großherzogl. Badischen Rentenscheine, ebenso wie bei den Großherzoglichen Verrechnungen, auch bei mir auf Verfallzeit eingelösk werden. Mannheim, den 12. Juli 1826. ^ . Johann Wilhelm Reinhardt. Durlach. sMineral - Wasser und Lotterie- Loose-II Bei Unterzogenem ist frisches Fachinger, Selterser, Geilnauer und Langenbrückcr ächtes Schwefelwasser und auch ganze Loose ä »ist-, halbe ä 5 So kr., zu der sehr vortheil- haften großen Gütcr-Lotterie in Mannheim zu haben, welche Unwiderruflich auf den rö. August gezogen wird; Plane dazu sind «ratis zu haben, 1 . ' ° Ernst Christoph Sirrber. Karlsruhe. ^Versteigerung eines Bauplajes.1 Der zu zwei Hausplätzen abgethciite freie Platz neben der Mi- lttar-Brodregie, in ber verlängerten Waldgaffe dahier, wird - > ^ ' 9 ' d' M-, Vormittag? 10 Uhr, auf dem Platze selbst, nochmals öffentlich versteigert werden. Karlsruhe, den »1. Juli 1826. Großherzvgliche Stadlkommandantschaft. V r ü ck n c r. Offen burg. sHofgut-Versteigerung.il Das der Stadt Offcnburg eigenthümlich zustchende, und von ihr bisher dem dasigen St. Andreashospital durch pacton» smiclircti- eum überlassene Hofgut zu Waltersweier, bestehend in dem sogenannten Schlößchen zu Waltersweier, einem Maierwohn« haus sammt Scheuer, Stallungen, Remise und cii-ea 100 Jauch Garten, Ackerfeld und Matten, eine halbe Stunde von der Stadt Offcnburg entfernt, in einer der schönsten und fruchtbarsten Gegenden des Großherzogthums gelegen, wird Mitwoch, den 2. August l. I , früh 6 Uhr, iu loco Waltersweier, im Ganzen, oder wenn sich dazu kein annehmlicher Käufer finden sollte, in schicklichen Parzellen auf achtjährige verzinsliche Zahlungstermine zu Eigenrhum öffentlich versteigert werden. Auswärtige Steigerer haben sich mit Wermögcnozeugnissen auszuweiscn. DaS Nähere kann inzwischen in diesseitiger Oberamtskanzlei ver, nommen werden. Offenburg, den n. Mai 1826 Großherzogliches Oberamt. Orff. Zuzenhausen, Amts Sinsheim. sMühlen - Versteigerung, n Die den Erben des dahier verlebten Bürgers und Müllermeister Joseph Müller eigenthümlich zustc- hende, »achbeschriebene Freihcrrlich v. Ven »ing en'scheErbbestandsmühle, und die dazu gehörigen Wirthschaslsgedäud«, an der Elsenz liegend, wird Montag, den 7. August, Vormittags 10 Uhr, in dem dasigen Gemeindshause, ver Erbvertheilung wegen, öffentlich versteigert: Diese Mühle besteht: ,) I» einem zweistöckigen Wohnhause von 56 Schuh Länge und 40 Schuh Breite, woran der ganz neue eingeschlos- sene Wasserbau von 40 Schuh Länge und 21 Schuh Breite angebaut ist. Darin befinden sich: «. im untern Stocke, eine Wohn-, Neben- und Werkstube, sammt Küche, und auf dem etwas nieder» Erdgeschosse Las Mühlwerk, welches in drei Mahl- und in einem Schälgange, nebst einer Schwingmühle besteht; d der zweite Stock enthält drei sehr geräumige Zimmer, und die weitern Stockwerke, Speicher zu mehreren hundert Malter Früchte. 2) Die gegenüber liegende Oelmühle mit einer doppelten Holländer-Presse; die Repsmühle, und eine Hanfreibmühle mit zwei Rcibbeetcn umfaßt ein zwei Stockwerk hohes Gebäude von 42 Schuh Länge und 35 Schuh Breite, und S) befindet sich bei dieser Mühle ein zweckmäßig eingerichtetes und von Ouatern aufgcführtes ganz neues Wehr. 4) Die übrige» Gebäude sind: a. eine 48 Schuh lange und 3 a Schuh breite Scheune, mit Inbegriff des Heubodens; Futtcrgang; Stallung zu 6 Pferden und 24 Stück Rindvieh, nebst einem gewölbten Keller, unter einem Dach; d, die ganz von steinernen Platten aufgeführten, 64 Schuh langen und ,01/2 Schuh breiten Schwcinställe zu So bis 40 Scheinen; endlich o> das geräumige Back- und Waschhaus und der besonder« Spreukammer. SäniMliche Gebäude und Mühlwerkr, womit die dazu ge- s 1095 übrigen Müblgeräthschasten verstanden werden, wurden erst vor ctlichc» Jahren neu und massiv erbaut, und befinden sich ic»t in dem besten und dauerhaftesten Zustande. 5 , Auster diesen Gebäuden gehören »och zur Muhle unge- fahr 3 Morgen Gcmüü-, Baumgarten- und Ackerland, worauf sich etwa -So Stück tragbare veredelte Sbstbäu- ki Die ^wesentlichen Gerechtsame dieser Erbbestandsmühle ^ sind: daß sie das nöthige Werk - und Flickholz, ohne Ausnahme, sowohl zum Wasserbau, als auch zum Hoh- bau, unentgeltlich zur einen Hälfte von den Grundherr- schastlichen, und zur andern Hälfte aus den GemeindS- waldungcn allhier erhält. Dagegen aber ist der Eigen, rhümcr der Mühle verpflichtet, der Grundhcrrschafl alljährlich ,5 Malter 4 Simri Korn, als Erbpacht, auf Martini frei zu liefern. Die nähern Bebingniffe können täglich bei dem SrtSvor- stanve, so wie die Mühle selbst, cingefthen werden. Uebrigens ist diese Mühle, die das ganze Jahr hindurch Wasser genug und hinlänglichen. Fall hat, mit Recht berühmt, und ebenso ihre freunbüche und frequente Lage bekannt, daß Dieselbe den Rang einer der ersten Mühlen an dem Elsenzfiuffe behaupten werde. . . ^ , Indem man die Liebhaber zu dieser Versteigerung auf oben- bcsagten Lag und Stunde hiermit höflich einladet, bemerkt man denselben noch, daß sie sich mit legalen Vermögenszeug- Nissen zu versehen haben. Zuzenhausen, den 7. Juli >626. ^ ° Großherzoglicher Ortsvorstand. Keidel, Vogt. Rastatt. sMühken-Verstcigerung zu Iffezheim. 1 Die Müller Schabal> crI' scheu Eheleute von Iffezheim sind gesonnen, ihre daselbst unten im Dorfe gelegene, sehr gut eingerichtete Mahlmühlc, bestehend in einer zweistöckigen Behausung mit 3 Mahlgängen, einer angcbautcn Scheuer, 3 großen Stallungen, 7 Schwein, ställen, Schopf und Hofraithe, nebst zwei am Hause befindlichen kleinen Gärten, von welcher, laut Beschlusses der Großherzogl. Hofdomainen- kammer vom 12 d M., Nr. 9759, die bisherige Mühlengült so wie aller Lehensverband losgekaufet ist, als ein freies EigenthumS Dienstag, den r. August d. I., Vormittags um g Uhr, in der Mühle selbst, mit sämmtlichcn Mühlen - Gerälhschaften und dem vvrräthigen Geschirrhvlz, unter der Bedingung öffentlich versteigern zu lassen, daß r /3 des Steigerungsschil- lings nach Verfluß eines Vierteljahrs, und der Rest in zwei verzinslichen Jahrsterminen bezahlt werden müsse, Hiem werden die LRbhaber mit dem Bemerken «ingeladcn, daß sich auswärtige Steigerer vor dem Zuschlag mit legalen Vermögens- zeugniffen auSznweisen haben. Rastatt, den Zo. Juni 1826 Großherzogliches Sbcramtsrevisorat. Hink. Baden. sHaus-Versteigerung.^ Der hiesige Bürger und Scilermeister Ludwig Dietrich ist Willens, sein in der Teuerer Vorstadt dahier gelegenes, »1/2 Stock hohes Wohnhaus mir Stallung, nebst dem dazu gehörigen Garten und der in dem Garte» befindlichen Quelle von Stahlwaffer, im Wege einer öffentlichen Versteigerung zu verkaufen. Der ganze Platz, nämlich der Platz auf dem die Gebäulichkeit steht uud der Garten zusammen, hat eine Länge von ,28 Fuß und eine Breite von 74 Fuß, er stößt auf die Haupt- fahrstraße, die nach Beuern führt, und hat von dieser Seite eine angenehme freie Aussicht Die Quelle liefert täglich für ohngefähr 20 Bäder reines Mineralwasser, welches aus dem Hause verkauft wird. Die Steigerung wird auf Mittwoch, den »6. k. M. Aug., Nachmittags - Uhr, im Kreuzwinhshause dahier gehalten, und es werden dem- nach die Kausliebhaber eingelaben, sich um die bestimmte Heil da emftndcn zu wollen. ' ^ Baden, den ro. Juli 1826. Oberbürgermeister«»!». Schneider. . -Offenburg. sJagd-Verpachtung.^ Nach hoher Verfügung des hochlöblichen Kinzigkreisdirektoriums vom >o. d. M., Nr. 10199, soll die Offenburger Stadt-Jagd, unter Ratifikationsvorbehalt, an die nach dem Gesetz zur Pachtung von Jagden geeigneten Liebhaber, auf 8 Jahre, öffentlich versteigert werben. " Zur Vornahme dieser Versteigerung ist Freitag, der 2». l>. M., früh 10 Uhr, auf dem hiesigen städtischen Rathhause, bestimmt; wozu die Liebhaber andurch eingeladen werden. Offenburg, den Juli 1626. Großherzogliches Forstamt. v. Neveu. Rastatt. sAmortisirter Amort,'satkonskas- sen-Schein.^ Da sich in Folge der unterm -5 November v. I., aud Nr. 965g, ergangenen öffentlichen Aufforderung in dem anberaumtcn Termin von 2 Monaten kein Besitzer des bereits verfallenen Gr. Bad. Amortisationskaffen-Scheins Nr. 6435 gemeldet und seine Ansprüche darauf geltend gemacht hat, so wird solcher anmit für amortisirt erklärt. Rastatt, den iZ. Juni 1826. Großherzogl. Bad. Hofgcricht des MittelrheinS. Frhr. v. Wechmar. Bruchsal. sFür kraftlos erklärte UrkundeJ Da der Inhaber der zum Vermögen der Franz MaihcS Wurm'schen Kinder gehörigen, von der Stadt Bruchsal ausgtstcllten Obligation vom 3 i. Dezember -8-3, der diesseitigen Aufforderung vvm 24. April l. I., Nr. 892Z, sich bisher nicht gemeldet hat, so wird er, auf Anrufen der Bethel- ligten, mit seinen Ansprüchen auf dieses Kapital anmit ausgeschlossen, und die gedachte Urkunde für kraftlos erklärt. V. R. W. Bruchsal, den 7. Juli 1826. Großherzogliches Oberamt. G c m e h l. Rastatt. sSchulden-Liquidation.^ lieber das Vermögen des Lorenz Jung, Bürgers und SteinhauerS zu Winkel, bei Rothenfcls, wird Gant erkannt, und zur Liquidation der Schulde» Tagfahrt auf Dienstag , den 1. August, früh 8 Uhr, in diesseitiger Kanzlei anberaumt; wobei dessen sSmmtliche Gläubiger zu erscheinen, und ihre Forderungen, bei Strafe des Ausschlusses von der Masse, gehörig richtig zu stellen haben. Rastatt, den n. Juli 1626. Großherzogliches Sberamt. Müller. Rastatt. sSchuldcn-Liquidation.^ Gegen Franz Anton Fritsch, Bürger und Hafner zu Kuppenheim, wird Gant erkannt, und zur Liquidation der Schulden Tagfahrt auf Mittwoch, den 26. Juli, früh 6 Uhr, auf diesseitiger Kanzlei anberaumt; wobei dessen sämmtliche Gläubiger, bei Strafe des Ausschlusses von der Masse, ihre Forderungen anzumeldcn und richtig zu stellen haben. Rastatt, den 4. Juli 1826. Großherzogliches Oberamt. Müller. Rastatt. sSchulden-Liquidation. 1 Gegen Ck- riak Raub von Muckensturm und dessen Ehefrau, Margare- 1096 tha, gcb. Kraft, wird Gant erkannt, und zur Liquidation der ^Schulden, Lagfahrt auf Mittwoch, den 2. August, früh 8 Uhr, anberaumt; wobei sämmtliche Gläubiger, bei Strafe des Ausschlusses von der Masse, in diesseitiger Kanzlei zu erscheinen, und ihre Forderungen richtig zu stellen haben. Rastatt, den n- Juli 1826. Großherzogliches Qberamt. Müller. Rheinbischofsheim. fSchulden-Liqliidation.Ü Auf erfolgte Insolvenz-Erklärung des Handelshauses Louis Huth u. Komp, zu Neufrcistett istGantprozeß erkannt, und Lagfahrt zur Schuldenliquidation auf Montag, den S-. Juli d. I., anberaumt worden. ES werde» daher alle diejenigen, welche eine Forderung an den Handelsmann Louis Huth zu machen -haben, aufgcfordert, sich auf gedachten Lag, Morgens um 7 Uhr, entweder in Person, oder durch schriftlich Bevollmächtigte dahier einzusinden, und mittelst Vorlage ihrer Rechtstile! in Original, oder in beglaubigter Abschrift, ihre Forderungen, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse, richtig zu stellen. Zugleich wird über die Person des aufzustellenden Güter- pflegerS und dessen Belohnung, so wie über den Abschluß eines uachgesuchten Borg- und Nachlaßvcrgleichs verhandelt werden, weshalb die etwa cinkommenden Vollmachten auch auf diese Gegenstände auszudehncn sind, andernfalls angesehen werden solle, daß man sich an die Mehrheit der ihre Stimmen ahge- dendcn Gläubiger anschließe. Rhünbischoffeheim, den 10. Juli 1626. Großhcrzoglichcs Bezirksamt. Jäger sch mid. Heidelberg. ffSchulden-Liquidation.H Gegen den hiesigen Bürger, Mezgermeister und Gastwirth zum Rössel, Heinrich Suizer, ist der Gant erkannt, und Lagfahrt zur Schuldenliquidation auf Mittwoch, den 16. August, Morgens 6 Uhr, vor dem Oberamt anberaunit; es werden daher alle diejenigen, welche eine Forderung zu machen haben, hiermit c-ufgcfordert, auf genannten Tag und Stunde mit ihren in Händen habenden Schuldurkunden unter dem RechtSnachtheil zu erscheinen, daß sie sonst von der Masse ausgeschlossen werden. Zugleich wird bemerkt, daß, nach dem Anträge des Gemeinschuldners, ein Stundungs- und Nachlaßvertrag, nach vorgängiger Schuldenliquidation, werde versucht werben. Heidelberg, den 6. Juli ,826. Großherzogliches Oberamt. Frey. MülIheim. ^Aufforderung.^ Anton Joseph M e h. len und seine Ehefrau Josephine Mehlen, gebornc Le m- b e r t aus Hubertsdorf, KanronS Solothurn, deren Aufenthalt jezt unbekannt ist, werden hiermit aufgcfordert, die bei dem LöwenwirthRoßkopf in NiederwcilerkoutrahirteSchuld »ä Sa fl. um so' gewisser binnen 5 Monaten, s ästo, an den Gläubiger Roß köpf zu bezahlen, oder ihre etwaigen Einwendungen gegen die Forderung dahier vorzutragen, als «ran sonst die von ihnen dem Gläubiger als Faustpfand über gebene Fahrniß versteigern und den Pfandgläubigcr aus dem Erlöse befriedigen lassen, den etwaige» Mberiös aber sä vo- Pvsizrrm nehmen werde. Müllheim,dm 7. Juli ,826. Großherzogliches Bezirksamt. W u n d t. Lörrach. fDorladung.q Franz Jos. Ofenh äuj, l e von Steilen, welcher schon dreimal und leztmals im Jahr 1614 von öem Großhcrzogl. Bad. Militär desmirt ist, wird hiermit aufgefordert, von heute an binnen 6 Wochen bei der Unterzeichneten Behörde sich zu stellen, und über sein- lezie Desertion zu verantworten, da sonst nach fruchtlosem Ablaufe dieser Frist das Gesetzliche gegen ihn erkannt werden würde. Lörrach, den 10. Juli 1826. Großherzogliches Bezirksamt. D eurer. Offenburg. fVorladung.ss Der Kanonier Blasius F r ö h l i ch, von Durbach, ist am 25. v. M. aus der Garnison deseriirt. Derselbe wird hiermit vorgeladeo, sich entweder bei seiner Militär- oder der diesseitigen Behörde binnen 6 Woche» zu stellen, widrigenfalls gegen ihn die in dem Gesetze bestimmten AechtSnachthcile werden ii, Anwendung gebracht werden. Offenburg, den,. Juli >"626. Großherzogliches Oberamt. Or.ff. Säckingen. fEdiktalladuyg.^I Fridolin Faller von Hänncr, welcher vor beiläufig 36 Jahren zum K. K. Oestr. Militär gekommen, und seither keine Nachricht mehr von sich gegeben hat, wird hiermit aufgefordcrt, binnen Jahresfrist sich dahier zu stellen, oder von seinem gegenwärtigen Aufenthalte Nachricht zu geben, «idrigens er für verschollen erklärt, und sein >n 784 fl. 33 kr. bestehendes Vermögen seinen nächsten Anverwandten und MUthmaslichen Erben, gegen Sicherheitsleistung, in fürsorglichen Besitz würde gegeben werde». Säckingen, den 9. Juni 1826. Großherzogliches Bezirksamt. B u r st e r t. Schwezingen. sEdlktalladung.Jakob Ochs von Plankstadt, welcher sich im Jahr -794 zu dem Kurpfälzischen Militär cngagiren ließ, und seither keine Nachricht von sich gab, oder dessen etwaige Leibeserben, werden hiermit aufgefordert, sein unter Kuratel befindliches Vermögen im Bc- Betrag von 902 fl. 162/5 kr. binnen Jahresfrist um so gewisser in Empfang zu nehmen, als solches sonst set. ven Verwandten, welche sich bereits darum gemeldet haben, in fürsorglichen Besitz gegeben würde. Schwetzingen, den 22. Juni 1826. Großherzogliches Bezirksamt. Vierordt. * Durlach. ^Edikkalladung.H Georg Peter S ch n e i- der von hier, geboren den 21. September 1776, gieng im Anfang der 1790er Jahre als Chirurg und Wundarzt unter . das Kaller!. Königl. Oestreichische Militär, und seit der Zeit hat derselbe keine Nachricht mehr von sich gegeben.. -Dieser^ wird daher aufgcfordert, binnen Jahresfrist, von heute an, entweder sich selbst bei diesseitiger Stelle zu melden, oder aber glaubhafte Zeugnisse über fein Leben und" Aufenthalt vorzulegcn, als er sonst, nach Umlauf dieser Frist, - für verschollen erklärt, und sein Vermögen an seine Verwandten, gegen Kaution, ausgefolgt werden wird. Durlach, den Za. Juni 1626 Großherzogliches Oberamt. Eichrodt. BMrser Wh Dlllcker; PH, M a ck l»t.