arls Nr. 210. ruher e Montag, den 31. Juli itu n g. 1826. Frankreich. — Ocstreich. — Rußland. (Bericht der Untersuchungs-Kommission; Fortsetzung) — Türkei. — Aegypten. — Grie, chcnland. Frankreich. Paris/ den 29- Juli. Gestern war der Kurs der Sprozent. konsol. zu 99 Fr- 65 / 60, 70, 75, 80 Cent. — Zprozent. konsol. zu 66 Fr., 66 Fr. 5, 10 C. — Bankaktien 2015 Fr. — Nach Versicherung der Etoile hat Fräulein Sonntag sich bei dem (von Rossini geleiteten) italienischen Theater zu Paris für zwei Jahre engagirt. Sie muß «der vorher ihren Kontrakt zu Berlin erfüllen, und kann erst in 15 Monaten nach Paris zurückkehren. O e st r e i ch. Wien, den 25. Juli. Uebermorgen treffen II. MM. der Kaiser und die Kaiserin hierein, um sich nach Oberöstreich auf Ihre Familrenhercschasten zu begeben. Allerhochstdieselben werden sich bis Mitte Septembers daselbst aufhalten. I. Mas. die Erzherzogin Marie Louise wird nebst Ihrem Sohne Ihren Majestäten folgen, und sodann von Oberöstrcich aus Ihre Rückreise nach Parma antreten. Heute und morgen macht Ihre Maj. bereits Ihre Abschiedsbesuche bei der kaiferl. Familie. Se. Durchs, der Herzog von Reichstadt bleibt bei II. MM- in Oberostreich bis zur Rückkehr »ach Wien. Heute war der Kurs der Metalliqueö 90'/^; Bankaktien 1064'/,. Die Beilage zur Lembcrger Zeitung vom 15. d. M. meldet folgendes traurige Ereigniß; "Am gestrigen Lage, den 14. Juli, stürzte der hiesige, im Jahre 1491 erbaute Stadtthurm (gewöhnlich Rathhausthurm, polnisch kstnsri genannt) Abends um halb 7 Uhr zusammen. Allen, die jemals in Lemberg waren, wird die nicht unbedeutende Stein - und Ziegelmasse, welche diesen Thurm bildete, erinnerlich und daher dessen Zusammensturz um so bedenklicher seyn, als er, wegen der Stadtuhr und Feueraufsicht stets bewohnt und mitten unter andern Häusern gelegen war. Hierzu kommt noch, daß gegenwärtig unmittelbar an und unter demselben eiere bedeutende Anzahl Menschen bei Führung des neuen RathhauSbaues, ja ein Theil der Arbeitsleute sogar im Innern des Thurmes selbst zur Ausbesserung beschäftigt wurden. Gleichwohl ist durch seinen gänzlichen Einsturz, mit Ausnahme einiger wenigen todtgebliebe- nen Personen, worunter deS Thürmers Tochter,, ein Mädchen von 15 Jahren, und 2 Grenadiere der hiesigen Garnison, welche die Neugier bis nahe an dieSpi- z« des Thurmes geführt hatte, sonst kein erheblicher Schaden geschehen, indem sich schon im VerlaufdeS Tages bestimmte Anzeichen der Gefahr einstellten, wodurch Alles in der Nähe aufmerksam gemacht und zur Flucht gerichtet war. Der Zusammensturz selbst erfolgte auf eine nicht eben heftige Weise; die untern Theile wichen nämlich zu beiden Setten auseinander, und die hohen, Bestandtheile senkten sich in die Lücke, so weit diese Raum gab; der Ueberrest schüttete sich unmittelbar vor den Thurm nach der Abendseite zu, wo gewöhnlich die M.iethkutschen der Stadt aufgestellt sind, welche aber schon früher aus Anlaß des neuen RathhausbaueS von dort entfernt waren. Indessen war die Bestürzung, in welche Lemberg dadurch versezt worden, nicht gering, da in den ersten Minuten eine ungeheure Staubwolke das Resultat dem Auge verhüllte, und dadurch der Einbildungskraft desto freiern Spielraum gestattete. Gegenwärtig wird auf das eifrigste an der Hinwegräumung deS Schuttes gearbeitet, in welchem sich die größere Glocke unversehrt gefunden hat. Rußland. Bericht der Untersuchungs-Kommission. (Fortsezung.) Das Benehmen Latenkoffs an jenem Tage war faß von derselben Art. Als inzwischen gegen Abend Ruhe und Ordnung überall wieder hergestelll war, begab sich Datenkoff zu Ryleieff; ohne in dessen Zimmer einzutreten, begnügte er sich, einen flüchtigen Blick hineinzuwerfen, und von der Schwelle der durch ihn halb geöffneten Thüre aus zu fragen: "Nun, was ist geschehen?« Johann Pustschine, der sich mit einigen andern vom Senaks-Plaz entkommenen Rebellen bei Ryleieff befand, wendete sich halb gegen ihn hin, und erwiedcrte: "Ach Sie sind es, Oberst-Lieutenant, sagen Sie doch selbst, was Sie gekhan haben!« So wie Batenkoff ihn und den Baron Steinbeil erblickte, so zog er sich zurück, und auf die kurze Dauer seines vorangegangenen Verkehrs mit den Mitgliedern der geheimen Gesellschaft sich stü- zend, hoffte er, 14 Tage lang den Nachforschungen der Regierung zu entgehen. Bei seinen ersten Verhören versicherte er selbst mit Beharrlichkeit, er sey weit entfernt, die Plane der Verschwörer gründlich zu kennen; da diese Plane ihm unpraktisch erschienen seyen, so hätten sie seine Aufmerksamkeit fast gar nicht auf sich gezogen; das Bewnßtseyn feiner Schuld beschränke sich auf unüberlegte Aeusserungen und verwegene Wünsche. Die gegen ihn sich häufenden Anzeigen, vielleicht auch seine Gewissens, bisse trugen indeß endlich den Sieg über ihn da, von, und er bestätigte die gegen ihn gemachten Aussagen durch oin offenes und pvllss Gefländniß. Alle 1166 übrigen Mitglieder, welche mehr oder weniger an der Rebellion Lherl genommen und an den Komplotten des Nordens mit geschmiedet haben, sind durch ihre gegenseitigen Denunziationen der Kommission bald bekannt und hierauf verhaftet und verhört worden. Einige haben sich freiwillig zur Verhaftung eingestellt, und zu diesen gehört der Oberst Bulatoff. Dieser ist eben so geeignet, durch sein seltsames Wesen Aufmerksamkeit, als durch sein Unglück (denn er litt seit lange an einem unheilbaren Schaden) Mitleid zu erregen; auf den ersten Anblick hatte er die Unbesonnenheit der Verschwörer und den ungesezlichen Charakter ihrer Unternehmungen erkannt, er halte ihnen seinen Beistand sogar ausdrücklich verweigert, und bei seinen Verhören hat er sich über die von Ew. M., während des 26. Dezembers, getroffenen Anordnungen mit Bewunderung ausgespro- :chen. Dieser Bulatoff ist am andern Morgen, als die aufbrausendsten der Verschwornen die ungeheure Größe ihres Verbrechens bereits einzuschen anfiengen, plözlich in eine Art von Wuth gerathen. Der Gedanke, daß man sich seines Namens bedient habe, um ein Regiment, welches er liebte (das der Gardegrcnadicre), zu betrügen, und in's Verderben zu stürzen, und die, entweder auS Leichtsinn oder aus üblem Willen verbreitete alberne Fabel, daß alle Soldaten dieses Regiments, .welches sich auf dem Senatsplaze befunden, mit dem Tode bestraft werden würden, sezten seine Vernunft völlig in Verwirrung. In diesem Zustand befand ich mich, sagte er in einem Schreiben an Se. k. Hoh. den Großfürsten Michael, als ich mich zum allgemeinen Generalstab begab, um den Eid abzulegenmeine Einbildungskraft war verwirrt, mein Kopf warerhizt; ich glaubte von allen Seiten das Blut meiner theuren Waf- ; fengenossen fließen zu sehen, und während man um mich herum dem Kaiser Treue schwur, erhob ich die Hand und küßte daS Kreuz, indem ich im Grunde meines Herzens den abscheulichen Schwur that, Se. Majestät zu ermorden; ein jeder, der meinen Namen unter der .Eidesformel sieht, wird darin die Unterschrift eines Verbrechers erkennen. Gleichwohl war Bulatoff kein Verbrecher, wenigstens kein verhärteter Verbrecher; die Leidenschaften, welche ihn bewegten, beruhigten sich bald, und er erkannte den Ungrund der Gerüchte, durch die er getäuscht worden. Er begab sich nach dem Palast, wurde bei Ew. Maj. vorgelasscn, und der erste Blick, den Allerhvckstdiesclben auf ihn zu werfen geruheten, entwaffnetc ihn völlig. Von jenem Tage an bis zu dem Augenblicke, wo ein neuer Anfall seiner alten Krankheit ihn ergriff (den 31. Jan. des laufenden Jahres) wurde Bulatoff fortwährend durch das Andenken an den bis dahin unbekannten furchtbaren Plan und selbst durch die Erinnerung der Gnade, welche ihm zu The-l geworden, gequält; er bemühte sich, seine innern Vorwürfe durch vollkommen freie Geständnisse zu beschwichtigen, und sterbend überwies er vertrauensvoll das Schicksal seiner Kinder dem Monarchen, der durch seine Hand, hatte umkvmmen sollen. — Die durch die Festigkeit Ew. Majestät in der Hauptstadt wiederhergestellte vollkommene Ruhe wurde auf keinem andern Punkt des Reichs weiter gestört, ausser in Wassilkow und dessen Umgebungen. In Moskau, dessen ganze Bevölkerung Ew. M.und Aller« höchstihrem Thronerben mit Enthusiasmus den Eid der Treuegeleisiet, versammelten sich einige Mitglieder der geheimen Gesellschaft und einigeAndere, welchevvrmals dazu gehört hatten, um die Ereignisse vom 26. Dez. zu besprechen. Einerder Versammelten, Mukhanoff, Hauptmann im Garde-Regiment Jsmailowsky, allen klebrigen durch die Unbesonnenheit seiner Reden hinlänglich bekannt, rief in einem Anfall von Wuth aus: "unsere Kameraden sind verloren, nur der Tod des Kaisers kann sie.retten, und ich kenne einen Menschen, der wenigstens bereit ist, sie zu räü>cn;« seine Mitschuldigen selbst hörten ihn nur mit Verachtung an. Im Süden wurden, in Gemäsheit der durch den Flügel-Adjutanten General Tscbernitscheff von Tazanrvg übcrbrachten, und durch die Anzeige der Kapitän Mapboroda veranlaßten Befehle, die vorzüglichsten Verschwörer verhaftet. Bei der Nachricht von der Entdeckung ihrer vcrrätherischcn Absichten , ließ der Ingrimm der klebrige» sich gleichfalls in leeren Vorschlägen auS- Poggio sagte zu BasiliuS Davidvff: "wir müssen nach Petersburg gehen, und den Kaiser Konstantin ermorden (man wußte dort damals noch nichts von der Thronbesteigung Ew. kais. Maj.), meine beiden Hände sind zur That bereit.« Ihm antwortete Davidvff: "sechs Hände sind erforderlich.« Pog- gio zählte auf den Beistand MilkoffS, des Prinzen Va- lerian Gallizin, deS Prinzen Obolcnsky und des Matthias Muravieff. Von der Verhaftung Pestels und mehrerer anderer benachrichtigt, fand der General-Major Prinz Serge Wolkonsky die Mittel, mit erste, m eine Zusammenkunft zu halten. Pestel sagte ihm: "fürchten Sie nichts, retten Sie nur meinen russischen Kodex, ich, für meinen Theil, werde nichts entdecken.« Gleichwohl hat er Alleö eingestanden und alle seine Mitschuldigen genannt, welche auf Verlangen der Kommission durch die Lokalbehörden sämmtlich verhaftet und nach Petersburg geschickt worden sind. Bereits am it. Jänner waren Serge und Matthias Muravieff durch den Chef des Erster«, Odrist-Lieutenant Gebel, verhaftet worden, abschon Serge Muravieff sich nicht bei seinem Regiment befand, und auf die durch Bestujcff-Rumine ihm zugegangene Nachricht, daß zu seiner Festnehmung Befehl gegeben sey, sich mit seinem Bruder zu verbergen gesucht hatte. Leider hatte der Obrist-Lieutenanl Gebel nicht die Vorsicht gebraucht, für hinlängliche Bewachung der Verhafteten zu sorgen. Mehrere zur Gesellschaft der vereinigten Slavcn gehörige Offiziere, die LieutenantsKuzmine, Sukhinov und Chipilla, und der Sekonde < Kapitän Baron Solawieff, drangen in der Nacht in das Zimmer, worin die Muravicff's cinge- schlvssen waren, befreiten sie, verwundeten den Obrist- Lieutenant Gebel und bemächtigten sich seineü und eines bei ihm befindlichen Gendarmerie-Offiziers. Erst damals faßte Serge Muravieff, nach seiner Aussage- den Ent, 1167 Muß, das Regiment Tschernigvff zu insurgiren. Von dem Flecken Lntessie, wo dasselbe sich befand, marschiere er auf Kawalewka, um die 2le Kompagnie der Grenadiere an sich zu ziehen, nachdem er dem Lieutenant Kuzmine den Befehl ertheilt hatte., die 3t« Kompagnie eben dahin zu führen, wogegen Solawicff und Chipilla angewcesen waren, ihre Kompagnien gleichfalls zu insurgiren und auf Waftlkvff zu marschiren. Von Kawalewka, woselbst er die Nacht zugebrachl, marschirte Muravieff-Apostol am 1. Jänner mtt der 2!en und 5ten Kompagnie nach Wassilkoff ab; Bestujeff-Rumine, den man nach Brussiloffauf Rekognoszirung gesendet, schloß sich unterwegs an ihn an. Noch 8 Werst von der Stadt Wassilkoff entfernt, vernahm Muravieff, daß dieselbe durch eine Kompagnie unter dem Befehl des Majors Truk- hine besezt scy, und befahl seinen Soldaten ihre Gewehre zu laden, der Major Trukhme gab seinerseits den Sernigen denselben Befehl, allein man gehorchte ihm nicht, und die aufrührerischen Kompagnien zogen ohne Widerstand in Wassilkoff ein. Murawieff ließ bei seiner Ankunft daselbst den Maior Trukhine verhaften, befreite Solowicff, Chipilla und mehrere angeschuldigte Soldatm, welche der Obrist-Licutenant Gebe! hatte gefangen sezen lassen, nahm aus den Läden der Stadt Brod und andere Mundvvrräthe ohne Bezahlung, und begab sich daran, seine weitern Operationsplane zu be- raihen. Mehrere Offiziere trafen bei ihm ein, und namentlich Alexander Watkoffsky, Unter-Lieutenant im 17. Jäger-Regiment, ein ziemlich unthätiges Mitglied, welcher von Delaja Tstrkoff ankam , von wo er entboten worden war. Serge Murawieff forderte ihn nachdrücklich auf, sein Regiment zu insurgiren. Ich werde mein Möglichstes thun, um dieß zu bewirken, allein ich fürchte, daß die Sache unthunlich seyn wird, erwie- derte Watkoffsky, und verließ dann den Muravieff. (Fortsezung folgt.) Türkei. Di« Etoile enthalt ein Schreiben aus Konstantinopel vom 27. Juni, worin unter anderm gemeldet wird: "Wie man glaubt, dürste jezt Konstantinvpel und was dazu gehört, zur bessern Erhaltung der Ordnung unter sieben Pascha's, deren jeder seinen Bezirk angewiesen erhalt, vertheilt werden. — Für die Sicherheit der Vorstadt Pcra, wo die meisten Franken und das diplomatische Korps wohnen, soll eine eigene Besitzung, und eine Ehrenwache, welche alle 24 Stunden abgelöst wird, haften. — DerJanitscharen-Aufstand in Adriauo- pel am 15. Juni wurde mit demselben Erfolge wie der in Konstantinvpel unterdrückt. --- Schon sind von dort 300 Mann disziplinirter Truppen in Kvnstantino- pel angelangt. Ebenso sind 3000 Mann Albaneser auS Rumckien angelangt. Der Patriarch der Armenier hat Befehl erhalten, aus Asten 2000 seiner Landsleute zur Bewachung des Bazars u. s. w. kommen zu lassen. Der Sultan hat die Errichtung einer sehr großen IHewehrfabrik angeordnet. Bis zur Vollendung derselben müssen die Waffenschmiede jede Woche 300 Flinten von dem gehörigen Kaliber, nebst Bajonetten, liefern. — Es wird gegenwärtig auch an Errichtung einer un- geheuern Kaserne für die neuen Truppen gearbeitet. — Selbst das Arttlleriekorps (dieTopdschiS) soll neu vrgq- nisirt werden und andere Uniform erhalten. Auch sollen an die Stelle der bisherigen Chargen den europäischen Militär-Chargen entsprechende treten. Seitdem der Sultan die ägyptische Kleidung ange« legt hat, findet dieses Beispiel, besonders bei den Vornehmen, viele Nachahmung. Aegypten. Ein römisches Blatt gibt Nachrichten über das vvlN Dizekönig von Aegypten zu Cairo, in dem Palast den früher sein Sohn Jsmael bewohnt hatte, gegründete Kollegium, in welchem 100 Zöglinge von 9 Jahren und darüber auf Kosten Sr. H. in der Chemie, Mathematik, im Zeichnen, der griechischen, lateinischen, arabischen, türkischen, persischen Sprache, so wie in den neuern europäischen untcrrichtetwerden. Die höchsten Verwaltungs-Stellen sollen ausschließlich den in diesem Kollegium gebildeten jungen Leuten zugedacht seyn. Ausserdem besteht im Lande eine Mititärschnle, cn welcher französische und italienische Offiziere in der Physik und Mathematik, auf die Kriegskunst angewendet, Unterricht geben. AuS der in Casio bestehenden vizeköniglichen Druckerei sind schon mehrere militärische Werke zur Unterweisung der Offiziere in die Landessprache übersezt her- ,vorgegangen. Es ist auch von Errichtung einer offiziellen Zeitung in arabischer und italienischer Sprache die Rede. Griechenland. Zante, den 30. Juni. Die neuesten Nachrichten auS Napoli di Romania melden, daß man dort verschiedene Vorräthe an Lebensmitteln für die Eskadre des Admirals Cochrane, der nächstens im Archipel erwartet wird, erhalten habe. Der Erzbischoffvvn Pakras, G«r- manoS, der Graf Metaxas, und die einflußreichsten Personen sind an der Spize der Regierung. Der Obriste Fabvier hat jezt unbeschränkte Vollmacht erhalten, um, wie er es für den Dienst selber gut findet, zu handeln. Es ist gelungen, ihm 35,000 Piaster für den Sold seines Regiments, besten Montirnng von dem griechischen Komitü zu Paris geliefert wurde, zu verschaffen. Die Rheder von Hydra haben einen besonder« Fond von 5 Millionen Piaster gebildet, um für die Verthei- digung ihrer Insel Vorsehung zu treffen; alle ihre Kriegsschiffe sind bewaffnet und bemannt. Napoli ist für 8 Monate vcrproviantirt, und die philhellenischen KomiläS werden eingeladcn, ihre Un- terstüzungen nach diesem wichtigen Plaze zu senden. Die Zitadelle von Athen, die der General Gouras ver« theidigt, hat für ein Jahr Lebensmittel; Akrokorinth ist ln einem vollkommenen VerkheidigungS-Zustande; Mvnembasia (Napoli di Malvasia) ist der Gegenstand der besondern Sorgfalt der Regierung. Ibrahim Pajcha 1168 scheint in diesem Augenblicke nicht im Stande zu ftyn, etwas zu unternehmen. Nauplia, den ly. Juni. Proklamation der provisorischen Regierung Griechen» lands gegen die Seeräuber. Mit Schmerz sehend, daß alle Maßregeln, die bisher genommen wurden, um den Seeräubereien ein Ende zu machen, nicht den gehofften Erfolg hatten; überzeugt, daß jene unverzeihlichen und abscheulichen Seeräubereien — das Werk einiger verkehrter und des griechischen NamenS unwürdiger Menschen, der ganzen Na- zion den Unwillen der neutralen Mächte und den Haß der andern Volker der Verluste wegen, die ihr Handel erleidet, zuziehen; Willens, durch alle Mittel das Aufhören der Seeräubereien und die gerechte Dcstrafung der Seeräuber zu erzielen, cm Zweck, für den man sogar mehr als einmal die Mitwirkung aller Befehlshaber der Kriegsschiffe der neutralen Mächte im Archipel begehrt hat, erklärt die dirigirende Kommission, was folgt: Art. 1. Kein griechisches Schiff, diejenigen ausgenommen, die zur griechischen Flotte gehören, hat daS Recht, die Kriegsflagge zu führen, oder, sowohl in den griechischen Meeren, als auch in den benachbarten Gewässern zu kreuzen. Art. 2. Es ist für den Augenblick selbst den Kriegsschiffen, die zur griechischen Flotte gehören, und die, außer ihren Mrlitärdienstpapieren, von der Regierung ein Patent zu einem Kreuzzug oder zu «ner Elokade haben, oder von dem Admiral besonders dazu ermächtigt worden sind, verboten, die neutralen Schiffe anzuhalten, ausser wenn diese Schiffe einem Ort des feindlichen Gebietes, der feindlichen Flotte oder den feindlichen Armeen und Festungen Lebensmittel, Kriegsvor- räthe, oder irgend einen andern Gegenstand zuführen, Der in Kriegszeiten zum Schleichhandel gehört. Art. Z. Nach der Verkündigung dieser Erklärung sollen als Raubschiffe angesehen werden: a) alle die griechischen Schiffe, welche, ohne zur Flotte zu gehören, das Meer durchkreuzen; t>) diejenigen Schiffe, welche, obgleich sie zu dieser Flotte gehören, ausser ihren Milltär- dienstpapieren, nicht auch noch mit ordentlichen, von der Regierung Unterzeichneten Kaperbricfen, oder mit einer chesondern Erlaubniß des Admirals versehen sind; o) alle kleinen zu Kapern ausgerüsteten Schiffe, z. B. die Mistiks, die Perama's, die unter dem Namen Cffephtines bekannten Schiffe. Art. 4. Die in den Inseln oder auf den Küsten Griechenlands eingesezten Lokalbehörden und die griechischen Kriegsschiffe sollen alle Schiffe, welche nach dem vorstehenden Artikel als Seeräuber anzusehen sind, anhalten, und an die Regierung abfertiqen. Wenn diese lrztern Schiffe Widerstand leisten, so sollen ßr sie verfolgen, sie in den Grund bohren, oder, wenn sie genommen werden, verbrennen, und die Mannschaft gefänglich an die Regierung senden. (Schluß folgt.) Empfangene milde Gaben in Geld für unsere durch Brand verunglückten Mitbürger in Tryberg. Summa vom 28. d. 560 ss. 51'/ kr. Den 2Y. von L. S. 5 fl. 24 kr. Von Fr. Sts. R. B. 2 fl. 42 kr. Von Pfr. G. 3 fl. 12 kr. Summa 572 fl. 9'/- kr. Karlsruhe, den 31. Juli 1826. P. Macklet. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Deobachtungen. 29. Juli Barometer Therm. Hygr. Wind M. 6 27Z. 1t,6L. 11,5 G. 44 G. NO. M. 27 Z. 9,4 L. 19,3 G. 40 G. NO. N. 10 27Z. 1l,yL. 14,7 G. 45 G. RO. Meist heiter mitunter Gewitterwolken. Todes-Anzeige. Nach kurzen Leiden endete gestern Abend, nach yUhr, unsere gute Mutter, die Wittwe des verstorbenen Dekan und Stadtpfarrers E. Holzhauer, Marie Kalherinr, gcb. Hennenhofer, nach zucückzelegtem ?o. Lebensjahre, ihr stilles Leben, an einer Entzündungs-Krankheit. Indem wir unsre Freunde und Verwandte von diesem schmerzlichen Fall in Kenntniß setzen, empfehlen wir uns ihrer fernem Liebe und Gewogenheit bestens» Pforzheim, den uy. Juli 1826. Die Hinterbliebenen. Theater- Anzeige. Dienstag, den i. August: Donna Diana, oder: Stolz und Liebe, Lustspiel in Versen und in z Akten, nach dem Spanischen des Don Augustin More- to, von August West. — Mad. Neumann, Donna Diana. Donnerstag, den Z. August: Der Freischütz, Große Oper in Z Akten; Musik von K. M. v. Weder. — Mlle. Bernard, Agathe, zur lezten Gastrolle. Sonntag, den 6 August: Die Vestalin, große Oper in Z Akten; Musik von Spontmi. — Mlle. Makler, vom großherzogl. Hoftheater zu Darmstadt, Julie, zur ersten Gastrolle. Hr. Haizinger, Licimus. Karlsruhe. sAnzeige.) Hamburger Rauch - oder Bbkelfieisch, Westphälische Schinken, GLitinzcr und Braunschweiger Würste, so wie Salami, sind wieder frisch bei ms» eingetroffcn. Karlsruhe, den Zi. Juli. Gustav Sch mied er. Verleger und Drucker.' PH. Mack Ist.