arls Nr. 213. r u h e r e i Donnerstag, den 3. August t u n g. 1826. Baden. — Daiern. — Würtcmberg. (Mergentheim.) — Frankreich. — Großbritannien. — Preussen. (Berlin. Elberfeld.) Oesireich. — Türkei. — Griechenland. Baden. Karlsruhe/ den 2. Aug. Ihre Maj. die Königin Friederike von Schwede» haben, in Begleitung des Prinzen Gustav und der Prinzessinnen Amalie und Cä- cilieKK. HH., am 29. v- M. Baden verlassen, um Sich, durch die Schweiz, nach einem südlichem Klima zu begeben, wvAllerhochstdieselben, Ihrer leidenden Gesundheit wegen, während der rauhern Iahrszeit zu verweilen gedenken. Nach den bis jezt eingetroffenen Nachrichten war die Reise mit den erfreulichsten Anzeigen eines erwünschten Erfolgs begleitet. Ungeachtet man zu Baden über schwachen Besuch klagt, so hat das neueste Badeblatt doch die Zahl der schon abgereisten oder noch dort befindlichen Gäste auf 4145 angegeben. B a i e r n. Bad Brückenau, den 27. Juli- Auf eine Einladung Sr. Maj. des Königs sind auf Ihrer Rückreise nach Berlin I. k. H. der Frau Kronprinzessin von Preuf- sen mit Ihrem durchlauchtigsten Herrn Gemahl diesen Abend hier eingetroffen. Hdchstdieselben werden, dem Vernehmen nach, den morgigen Tag dahier verweilen. Würtemberg. Mergentheim, den SO. Juli. Die Orte Schäf- tersheim und Nassau, in dem Jahr 1824 durch beinahe totalen Wetterschlag, im I. 1625 durch Frost sehr verunglückt, traf in diesem Jahre ein noch größeres Unglück, eine durch Wolkenbruch entstandene Ueberschwem- inung , welche so schnell entstand, daß die Einwohner nicht einmal Zeit gewinnen konnten, all ihr Vieh abzubinden und zu retten, wodurch 31 Stück verunglückten. Die Häuser in Nassau, mit wenigen Ausnahmen, so wie die zu Schäftersheim am Wasser stehenden Gebäude, wurden mehr oder weniger, manche aber so beschädigt, daß keine Ausbesserung mehr möglich ist. Zwei Häuser und zwei Scheunen wurden theilö vom Wasser ganz fortgerissen, theilö so beschädigt, daß solche, zu Verhütung größeren Unglücks, vollends eingerissen werden mußten. Bäume, Blöcke, Schweinstalle, Stege, Hausgeräth« schäften aller Art wurden vom Wasser fortgeschwemmt, die Kirche, das Pfarrhaus und der Kirchhof in Nassau verwüstet, durch Auslösung der Scheunen-Tennen ein solcher Morast in Häusern und Straßen erzeugt, daß nicht passirt werden konnte. — Felder und Weinberge wurden so verwüstet, daß der Fleiß des Landmanns in mehreren Jahren sie in vorigen Stand herzustellen kaum vermögend seyn wird. Sc. königl. Maj., von diesem großen Unglück benachrichtigt, haben die Unterstüzung der betroffenen Familien vorläufig mit den nvthwendigsten Früchten und mit Bauholz zu befehlen, wegen der den Einwohnern überhaupt zu gewährenden Hülfe aber Anträge zu verlangen allergnädigst geruht. Frankreich. Paris, den 1. August. Gestern war der KurS der Sprvzcnt. konsvl. zu IOO Fr., 99 Fr. 95Cent., 100Fr. — Jprozent. konsvl. zu 66 Fr. 20, 25, so Cent. — Bankaktien 2020 Fr. — Der Moniteur vom 26. enthält drei königliche Ordonnanzen vom 26. Juli; die erste bezieht sich auf die Einfuhr - Zölle von unverarbeitetem Blei und Kupfer und von rohen Fellen, die bei der Wieder-Ausfuhr des gehämmerten Bleies und Kupfers, so wie der zubereiteten Häute zurückgegeben werden sollen; die zweite Or, donnanz betrifft die fremde Wolle, und bezeichnet die Häfen für Wolle-Niederlagen, so wie die Haupt-Bu- reaux der ersten Gränzlime zu Land, über welche die Wolle eingeführt werden kann, namentlich Straßburg ; die dritte Ordonnanz hat Bezug auf die Fabrikation der künstlichen Soda und des Vitriols. Dieser lezten Verordnung ist eine Anweisung zur Fabrikation des Soda- Vitriols beigefügt. — Das Journal des Debats vom 31. Juli sagt: Mehrere Journale dieser Hauptstadt enthalten eine angebliche Liste neuer Minister Portugals, die der Kaiser von Brasilien, als König von Portugal, ernannt haben soll. Wir haben die offizielle Zeitung von Lissabon vom 15. vor uns liegen, welche kein Wort hievon enthält, was unS berechtigt, jenes Verzeichniß für unäckt zu halten. Die Etvile vom 1. August äussert sich hierüber folgendermaßen : "Die revoluzionaren Journale gaben uns gestern das NamenSverzeichniß der neuen portugiesischen Minister. Wir zweifeln sehr an der Aechtheit ihrer Nachrichten. Auch glauben wir nicht, daß man hoffen darf, eine von der legitimen Gewalt bewilligte Magna Charta unter der Leitung der Freunde der französischen Revoluzionsmänner in Gang zu bringen, und eine so schnelle Kenntniß der neuen portugiesischen Minister wäre der Beweis von für Portugal schlimmen Verbindungen. Wir haben die Reihe der zugleich gegen den Thrvii 1182 und das Vaterland, gegen Frankreich und die europäische Gesellschaft gerichteten Attentate nicht vergessen, welche die Revolutionen von Lissabon und Madrid auS- zcichneten, noch wer die Männer waren, die an der Spize dieser Bewegungen standen. Man erinnert sich noch des Prozesses des Sauquai- re Souligne und seiner Verbindungen mit den spanischen, piemvntesischen und portugiesischen Revoluzivnömännern. ES sey uns vergönnt, hier anzuführen, was H. von Droe in seinem Rcquisitorium den 7. Febr. 1624 sagte: "Zu Lissabon hatte Sauquaire Souügnö einen mächtigen Agenten, den dirigirenden Minister unter den Cortes, H. Pinheiro Ferreira, damals Minister der auswärtigen Angelegenheiten '). (Schluß folgt.) — Ein Schreiben aus Marseille sagt: Wir haben für.den Pascha von Aegypten nur noch em einziges Schiff von LO Kanonen auf dem Stapel; die andern sind alle entweder abgesegclt oder liegen im Hafen. Die zulezt vor einigen Tagen vom Stapel gelassene Korvette blieb mehrcremal stecken, und man konnte sie nur mit vieler Mühe in's Wasser bringen. , — Der Herzog von Richelieu, der Graf Laborde, der Vicomte Laborde, H. Becker, Sdhn des Generals dieses Namens, H. Hall, ein junger Arzt aus England, H. Ächlemener, Doktor der Rechte aus Deutschland, sind auf dem Linienschiffe the Revenge, Admiral Neale, von Corfu zu Zante angekommen, und am 21. Juni nach der Levante abgereiSt. Ihr erster Ruheplaz wird zu Athen seyn. — Die junge Emilie, die am 19. Juli von Marseille nach Napoli di Romania unter Segel gegangen ist (sh. Karlsr. Ztg. Nr. 209), hat 45 Philhellenen am Bord; nämlich 41 Franzosen, 2 Engländer, einen Italiener und einen Schweizer. Diese Expedition wird vom Obristlieutenant Raybaud kommandirt; H. Marius Wohlgemurh, der nämliche der, zu Anfang des Aufstandes der Griechen, zur Eroberung Athens mächtig beitrug, ist gleichfalls am Bord, so wie auch der Hauptmann Duval und der Oberlieutenant Rival. Die Schiffsladung besteht aus 1100 Kisten mit Zwieback und 30,000 Pfund Pulver rc. Die vom Lütticher Kvmitö gekauften und für die Griechen bestimmten Flinten sind gleichfalls am Lord. — Die neuesten Pariser Nachtlampen stellen einen Co- cusnußbaum von Bronze vor, auf welchem sich ein Jo- cko (Affe) wiegt, der m seinen Händen eine sehr große Cocusnuß hat, und diese Nuß, die oben durchsichtig ist, enthält Oel und Dacht- — Die Agiotage, oder das Mode-Gewerbe, Lustspiel in 5 Akten und in Prosa von Hrn. Picard und Empis, hat am 2ü. Juli im französischen Theater «inen glänzenden Beifall erhalten. Straßburg, den 3t. Juli. Der kön. Gerichts- 1) Eben dieser Pinheiro ist es, von dem der Eonstituiionnel berichtet, daß er jezt zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten Portugals ernannt morden sey. Hof (Zuchtpolizel.Appellationskammer) hat am 28. d. das Urtheil des Gerichts erster Instanz, das den Geschäftsmann H. Lambert, wegen zur Gewohnheit gewordenen Wuchers, zu 15,000 Fr. Geldbuße verurtheilt, bestätigt. Großbritannien. Lord Thomas Cochrane war im Jahr 1614 brittischer Schiffskapitän, Ritter des Bathvrdens und Mitglied des Parlaments. Als er sich im genannten Jahre anschickte, mit dem Schiff "der Donnerer, von England abzusegeln, wurde er plözlich verhaftet und vor die Königsbank (Kingu-Kencll) gestellt. Er war beschuldigt, durch Ausstreuung eines falschen Gerüchts über Napoleons Niederlage und Tod ein bedeutendes Steigen der Fonds erwirkt und dadurch sich widerrechtlich einen großen Gewinn verschafft zu haben. Er wurde dem zu Folge zu einjähriger Einsperrung, emstündiger Ausstellung auf dem Börsenplaze u. 1000 Pf. Sterl. Geldstrafe verurtheilt. Der König begnadigte ihn zwar hinsichtlich der öffentlichen Ausstellung; er ward aber nichts desto weniger der Ritterwürde ent- sezt und aus dem Parlamente gestoßen. Im Monat März 1815 gelang eS ihm, ohne die Strafe bezahlt zu haben, aus dem Gefängniß zu entwischen. Don den Wählern von Westminster auf's Neue zum Repräsentanten erwählt, begab er sich, 6 Lage nach seiner Entweichung, in's Parlament, wurde aber wieder verhaftet, und im August vor die Asstsen von Guilford gebracht und dort für schuldig erklärt. Noch einmal vor die Königsbank geladen, wurde er zum zweitenmal zu einer Geldstrafe verurtheilt, und so lange im Gefängniß behalten, bis seine Freunde jene Summe durch Subscription für ihn entrichtet hatten. Nach seiner Freilassung begab er sich nach Amerika, wo er, besonders im Dienste der Republik Chili, gegen die spanische Marme ausgezeichnete und heldenmüthige Thaten verrichtete, später aber in die Dienste des Kaisers von Brasilien übertrat, dessen Gunst er in Kurzem so sehr gewann, dag er zum Admiral und Befehlshaber der ganzen Flotte ernannt wurde, den Titel Marquis von Maranhao u. große Landgüter geschenkt erhielt. Nachdem er sich aber mit einem der kaiserl. Minister entzweit hatte, segelte er im vergangenen Jahre plözlich nach England zurück. Seine neueste Geschichte ist bekannt. P r e u s s e n. Berlin, den 20. Juli. Nach einem bei dem königlichen Ministerium des Innern gefaßten Beschlüsse sollen die Bürgersteige — Trottoirs — unter den Linden und in den angränzenden Straßen mit großen gehauenen Quadersteinen gepflastert werden. Se. Maj. der König, dem die Residenz schon so viele Verschönerungen aus eigenen Mitteln verdankt, hat hierzu bereits eine halbe Million aus seiner Privatkasse angewiesen. Diese Verbesserung ist um so zweckmäßiger, als das bisherige schlechte Pflaster wenig mit der einzu« führenden EaSerleuchtung harmonirt Haben würde. An 1183 der Vorbereitung der leztern wird unablässig gearbeitet, die Gebäude zur Erzeugung deS Gases sind schon vollendet, auch die Röhren thcilweise gelegt. Die großen Kessel und die eisernen Retorten sind in England verfertigt worden , da unsere Gießereien nur die kleinern Röhren liefern konnten. Elberfeld, den 28. Juli. Die Direktion des deutsch-amerikanischen Bergwerk-Vereins hat an die Aktionäre folgende Mittheilung gelangen kaffen: "Die Direktion des deutsch-amerikanischen Bergwerk- Vereins beeilt sich, ihren Kommittenten die jüngsten Berichte der Agentschaft in Mexiko im Auszug vorzulegen, sich freuend, dadurch den Beweis führen zu können, daß es nur noch einer kurzen, kräftigen Unterstüzung des begonnenen großen Werkes bedarf, um Resultate herbeizuführen, welche zu den glänzendsten gehören dürften, die Deutschland je von spekulativen Unternehmungen nach Aussen zu Theil geworden sind. Die Berichte, aus Atotonilco el Chico, vom 12. April datirt, sind daS Ergebniß einer Sizung des VerwaltungS-RatheS, der die beiden Hauptagenten, die Herren VKlh. Stein und Christ. Schleiden, Hr. Fr. v. Gervlt, Hr. Bergmeister Stein und Hr. Karl de Berghes beiwohnten, und ihnen zu Folge sind die Werke im Real del Chico (einem Theile der Revilta'schen Gruben) bereits aus einen Punkt geführt, daß sie Ende Oktober — bis zu welcher Zeitfrist die Agentschaft die Rechnung aufgestellt hat — folgendes glänzende Resultat liefern werden: Die Gruben dieses Bergwerk-Bezirks, Namens Arcva- lo, Santa Rosa, Zimapan, St. Josö del Oro und Cardonal bedurften nämlich für die Monate April, Mai und Juni an Betriebskosten, bei schwachem Betrieb auS Mangel an Arbeitern, 1900 Doll, per Woche, gibt in 13 Wochen 24,700 Doll, und bedürfen für die Monate Juli, August, September und Oktober, wo die Agentschaft 100 Arbeiter mehr anstellen wird .... 44,200 « also an Betriebskosten überhaupt 68,9ÖÖ Ferner an Bauten : s) b Stvßheerde, incl. 2 nrittelschlächtiger Wasserräder 3000 Doll. L) ein zwanzigstempliges Naß-Pockwerk . 3000 - o) Mehlführung und Sümpfe . . iooo , st) 2 Göpel für St. Isabel und Angel mit Tonne und Aufsturz . 3400 , e) Ausbau des Grubenhauses . . 4000 - f) Vorbereitungs-Arbeiten für den Bau der Preza 600 - 15,000 - mithin in Allem 83,900 , Als Ertrag ist dagegen anzunehmen: Während deS ersten Zeitabschnittes bis Ende Juni bei schwächerem Betriebe wöchentlich nur 1000 Doll., also in 13 Wochen . . . 13,000 Doll. Im zweiten Abschnitt, bis Ende Oktober, mit 100 Arbeitern mehr: a) kslio (metal oommun äs ssogue . . 250 Mark b) Schlicch von 6 Stoß- heerden, jeder zu 2 Zentner», jeder Zentner zu 4 Mark angenommen, gibt täglich 43 Mk. und in 6 Tagen . 2öö - c) Llotal pexena und mollig xexons, welches ohne weitere mechanische Aufbereitung in die Schmelze kommt, in 3 Oefen - . 462 - also wöchentlich 1000 - oder 8000 Doll., in 17 Wochen dah er 136,000 - in Summa 149,000 « also ein Ueberfchuß von 65,000 Dollars! Hierbei ist zu bemerken, daß der eigentliche Ueber schuß des Zeitabschnitts, worin die Werke schwunghaft betrieben werden, — nämlich in den Monaten Juli, August, September und Oktober — sich auf75,000 Doll, beläuft, indem aus obiger Berechnung erhellt, daß die ersten 3 Monate April, Mai und Juni — wegen des' schwächeren Betriebs, eine Zubuß« von 11 bis 12,000 Doll, erfordern. — Ende Oktober werden diese Gruben dann aber schon in einem Betrieb stehen, der die Ausbeute im Verhältniß zur Zeit und Kosten noch weit vvr- theilhaftcr Herausstellen wird. O e st r e i ch. Wien, den 26. Juli. Metalliques 69 ^; Bankaktien 1066. In der Gegend von Radymno, beiPalamy in Galizien, trafen Fischer in dem dortigen Sanflussebei'm Herausziehendes Holzes mit Haken, auf einen harten Gegenstand, der einen Metallklang von sich gab; als sie ihn hervorzogen, fand es sich, daß es ein großer mit Grünspan überzogener Kopf war, dessen seltsames Ansehen den einen Fischer dcrmaaßen erschreckte, daß er ihn säst wieder in's Wasser hätte fallen lassen. Dieser aus 13lö- thigem Silber getriebene Kopf trägt noch Spuren der Vergoldung an sich, und wiegt an 3 Wiener Pfund. Er stellt ein unbekanntes Thier vor, hat ein Maul, dem eines Widders ähnlich, von Fuß Länge, breite Stirn, Kalbsohren und sußlange gewundene Hörner mit Knöpfen an den Enden. Der Theil des Halses, der sich am Kopf befindet, gleicht einem menschlichen. An der Stelle der Augen scheinen glänzende Steine gewesen zu seyn, die von den Fischern genommen, oder im Wasser geblieben seyn müssen. Der Rest dieser Figur muß noch im Grunde des Flusses liegen, denn die Weiße des 1184 Silbers am Bauch beweist eine frische Trennung des > Kopfes vom übrigen Körper. Wo er gefunden worden, war vor 7 Jahren kein Wasser, sondern es befanden sich daselbst Felder und Gärten, indem der San damals in einem andern Bette floß. Die Regierung hat, auf erhaltene Nachricht von dieser Entdeckung, sogleich Wachen am Ufer aufstellen und einen Kasten zum AuS- pumpen des Wassers machen lassen, um fernere Nachsuchungen vornehmen zu können. Das Wasser ist an dieser Stelle 5 Ellen tief; die Fischer meinen , der Rumpf dieses Thicres oder Gdzenbildes müsse wenigstens 2 Ellen unter dem Sande liegen. Türkei. Nach einem Privatschreiben auS Konstantinopel ist in Folge des Janitfcharen-AufstandeS daselbst Aga Pascha, der sich in Unterdrückung desselben vorzüglich auszeich- uete, zum Chan oder Fürsten, so wre zum Generalissimus aller türkischen Truppen rn Konstantinopel und in der Umgegend erhoben worden. Er hat jezt den Titel Seraskier Pascha. Er war noch vor acht bis zehn Jahren gemeiner Janitschar, und hat sich durch seinen Muth, seine Ergebenheit gegen den Großherrn, so wie durch seine Strenge gegen die Janitscharen, bis zu seinem je- zigen Rang erhoben. Konstantinopel, den 30 . Juli. Obgleich die Vorstädte nicht so sehr von der Hauptstadt getrennt find, so haben wir doch erst jezt erfahren, daß bei dem Aufstande Ser Janitscharen diese sogar in das Harem des Sultans eiugedrungen waren. Zur Sühne für diese Entweihung sind jezt viele Frauen aus dem Harem in Säcke genäht und in das Meer geworfen worden. Ebenso würden viele Verschnittene, als des Einverständnisses mit den Aufrührern beschuldigt, mit Steinen um den Hals in bas Meer geworfen. Griechenland. Die Zeitung von Hydra (der Gesezesfrennd) vom io. Juni enthält folgenden Artikel: "Mt Vergnügen benachrichtigen wir alle unsre Landsleute, daß sämmtliche Einwohner der Insel Spezzia sich der Bevölkerung von Hydra einverleibt haben, und daß sie jezt, ihrem Begehren gemäS, Ca mini bewohnen, das gleichsam eine Vorstadt von Hydra bildet, die sich längs dem Meeresufer hinzieht. "Wer hätte sich der Frcudethränen erwehren können, wenn er hier und in Spezzia anwesend gewesen wäre, als die Einwohner dieser beiden Inseln sich versammelten, um vor ihren wechselseitigen Gesandten den Eid zu schwören, daß künftig durchaus kein Unterschied zwischen den Spezzioten undHydrioten seyn solle; daß sie nur ein Korps bilden und für die gemeinschaftliche Freiheit und tue Unabhängigkeit der griechischen Nazion gemeinschaftlich kämpfen und dafür den lezten Tropfen ihres Blutes vergießen wollten! "Dieser so heilsame, seit einigen Wochen vorbereitete Plan ist also ausgeführt worden, und schon schiffen die Familien unserer Brüder nach unserer Insel über. Un- ftre Nachbarn, die tapftrn Cranidieten und Porioten, im Kampfe zu Land und zur See geübt, werdest 'auch kommen, wenn die Umstände eS erheischen. "Die Lage der Insel Hydra, durch .die Natur^ selbst befestigt, durch den Kern der griechischen Truppen ver- theidigt, und mit Kriegs - und Mundvvrräthen versehen, wird den Angriffen des Feindes trvz bieten können. Auf die Art werden die Kriegsschiffe dieser Insulaner, so wie auch jene der Jpsarioten, die jezt auf der Insel Aegina wohnen, belebt von einem beispiellosen Muthe, den diese heilige Union nährt und immer mehr verstärkt, künftig den Archipel durchkreuzen, um die feindlichen Flotten zu zerstören und die Festungen zu blo- kiren, welche die Türken noch in Händen haben. "Der Obriste Fabvier hält wirklich das Jnselchen Po- ros besezt und exerzirt dort seine 4 Bataillone; er zog diese Insel wegen ihrer vortheilhaften Lage vor; denn von dort aus kann er sich leicht hinbcgcben, wo man seiner bedarf; PorvS liegt nämlich fast im Mittelpunkte der vier wichtigsten Pläze, nämlich von Nauplia, der Zitadelle von Athen, von Akrokorinth und der Insel Hydra.» — Man schreibt unS aus Corfu, unter'm 4. Juki: Die am 26 . Juni von Ankona hier angekvmmenen Kou- rirre brachten Depeschen für den Admiral Neale, die man sogleich weiter nach Napoli di Romania befördert hat, wo man glaubt, daß dieser Admiral sich noch befinde. Nack den Briefen, die man täglich aus Morea erhält, scheint es, daß der Wechsel der griechischen Negierung auch einen Glückswcchsel für Ibrahim Pascha herbeigeführt hat. Die Moreotcn sind weit einiger, als vorher; alle Anführer verstehen sich unter einander in Betreff der in den gegenwärtigen Umständen zu nehmenden Masregeln, und wenn man den Gerüchten Glauben beimessen darf, so werden die Araber überall, wo sie sich zeigen, geschlagen. (Etoile.) Todes-Anzeige. Unser geliebter Bruder, Enkel u. Neffe, EmilBrod- hag, wurde uns heute im jugendlich männlichen Alter in Folge einer mehrmonatlichen Aehrkrankheit entrissen. Ausgezeichnet an Geist und Herz, auch Erbe der mütterlichen Tugenden, entwickelte er bereits sehr erfreuliche Hoffnun« gen. Dem Verklärten ist nun das Reich aller derer, die Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten; uns bleibt noch die Prüfung im sehr bewegten irdischen Daseyn. Mit dem lebhaften Dank für die dem Sseligen bezeugte Freundschaft und Geneigtheit, verbinden wir die Bitte, durch weitere Anregungen uns den Kelch dieser abermaligen Trauer nicht aufs neue zu reichen. Karlsruhe, den s. Aug. 1826. Die Hinterbliebenen. Literarische Anzeige. Die echte Biographie Jean Paul's ist so eben im Verlage der Unterzeichneten Buchhandlung erschienen, und zwar unter dem Titel: / 1185 Wahrheit aus Jean Paul's Leben, is Bändchen. Nebst zwei Nachbildungen der Handschrift Jean Paul's. 8. 1826. ist.48kr. Dich Schrift ergänzt und ihr schließe sich an: Jean Paul Friedrich Richter in seinen lezten Tagen und im Tode von vr. Richard Otto Spazier. 8. 1126. Geheftet 1 fl. 36 kr. Die gebildete Lesewelt erhält hier die einzige u. wahre Biographie Jean Paul's, welche von ihm selber Jahrelang mit gewissenhaftem und religiösem Ernst vorbereitet worden ist. Er selber sagt in seinen Vorrede-Bruchstücken: -Alle Thatsachen sind, bei dem Allerheiligen, wahr. Nie- »mand denke an scherzhafte Anfügungen; an ernste kann »ohnehin kein rechtlicher, meiner würdigen Leser denken. »Ich wüßte nicht warum ich's schriebe, wollte ich nicht die »Wahrheit schreiben, da mir so viele Dichtungen offen lies »gen.« Und so können wir mit vollem Recht diese Blätter aus seinem Leben als die köstlichste Reliquie empfehlen, welche Jean Paul seinen Freunden hinterlassen har. — Die Schilderung seiner lezten Lebenslage u Stunden durch seinen Neffen» Hrn. Or. Spazier, wird kein fühlendes Herz unbewegt lassen, und sein Tod erscheint hier gleichsam wie die lichtere Verklärung seines reinen und hohen Lebens. — Zugleich warnen wir vor jedem Nachdruck. Die Privilegien, welche der Witlwe JeanPaulS gegen jeden möglichen Nachdruck bewilligt worden sind, erstrecke» sich auch auf seine Biographie, welche übrigens zu Folge des abgeschlossenen Kontrakts niemals in einen andern Verlag übergehen kann, und demnach auch in die Berliner Ausgabe der Gesammtwerke nicht ausgenommen werden wird» Auf die früher in unserm Verlage erschienenen Werke Jean Paul's, welche eben so schön und elegant wie die Biographie gedruckt sind, machen wir von neuem aufmerksam. Es sind: 1. Katzenbergers Badereise, nebst einer Auswahl verbesserter Merkchen von Jean Paul. 2te verbesserte und vermehrte Auflage. F Bändchen. 8. Auf geglättetes Velinpapier. 6 fl. 18 kr. 2. Kleine Bücherschau. Nebst einer kleinen Nachschule zur Vorschule der Aestherik von Jean Paul. 2 Bändchen. 8. Auf geglättetes Velinpapier.. 4 fl. 48 kr. Katzrnbergers Badereise ist unstreitig das größte humoristische Werk, welches in Deutschland je erschienen, und dem ats Folie der tiefste gemüthvollste Ernst und die erhabenste Begeisterung, jn dem beigegebenen Werkchen, unlergclegt ist. — LKe Kleine Bücherschau ist eine fortgesetzte Aesthetik der früher erschienenen, und von eben so großer Bedeutung für die Kritik alS für die Geschichte der neuesten Literatur überhaupt. Die schöne und ergreifende Schlußrede in diesem Werke sbedruisam Himmelfahrt-Woche genannt) ist gleichsam alS der Schtvanene gesang, als der letzte rührende Abschiedsgruß des großen Tobten an das deutsche Publikum zu betrachtrn. — Alle diese Schriften sind in Hinsicht der Korrektheit, des Druck» und des Papiers englischen Drucken an die Teste zu setzen, weshalb sie auch, als eben so inhallreiche, wie äus» serlich wohl ausgestattele FreundschastS-Gaben jeder Zeit sich empfehlen werden. Breslau, den r. Juni 1826. Buchhandlung Joseph Max u. Komp. G. Braun in Karlsruhe nimmt auf obige Werke Bestellung an. Anzeige. Bei I. Velten in Karlsruhe ist erschienen: Portrait Sr. Exz. des Hrn. Staatsmmisters Freiherr» von B erstett. 48 kr. Portrait des Hrn. Winisterialraths vr. Brunner. 30 kr. Karlsruhe. fWein zu verkaufen.s Bei Kieftrmeister Weiß, in der Aähringcr Straße Nr. 24, ist Wein (so weit es die Geseze erlauben) das Viertel zu 48 kr. zu verkaufen. GochSheim. sTorfverkauf.) Die Stadt Gochshetm verkauft aus ihrem Torflager das Tausend Stein von anerkannt gmcr Qualität zu 2 fl. 42 kr.; was hiermit Lffenilich bekannt gemacht wird. Karlsruhe. sLehrlingS - Gesuch.) Jn eine Spezereihandlung, vhnweit hiesiger Stadt, wird ein junger Mensch von guter Erziehung, mit den nöthigen Vorkenntnissen versehen, mit ober ohne Lehrgeld, in die Lehre gesucht. Nähere Auskunft crthcilt das Zeitungs-Kvmptoir. Emmendingen. sDienst-Antrag.) Belm hiesigen OberamtSrevisorat ist eine Stelle für einen TheilungSkom- miffär offen und kann sogleich oder später angctreien werden. Kompetenten wolle» sich, unter Anschluß der Zeugnisse über Kenntnisse und Ausführung, hiehcr wende». Emmendrngcn, den -7. Juli lö-6. GrvßhcrzoglicheS Dberonilsrevisorat. G 0 t t r e u. Haslach. (Bekanntmachung.) Am » 5 . d wurde in einem Steinhaufen am Berge zwischen SalMenSbach u. Brcit- eSene, SiabS Hofstetten, seitwärts von dem Wege, welcher von Hofstetten nach Breitebcne, zum Höhe-Wirthöhanse und nach Schweighausen führt, der Leichnam eines wahrscheinlich Ermordeten gefunden, von dessen Kopfe vorne weder Haut noch Fleisch mehr übrig und blos die Knochen, zum Tbeil verletzt, zu sehen waren. Das Hinterhaupt war noch Mit der Hauischwarte und einem Büschel schwarzer Haare bedeckt. Der ansgeßrecktc Körper maß 6 Nürnberger Schuhe. Er scheint von starkem Körperbau und ziemlich wohlbeleibt gewesen zu se»n. Er war bekleidet mit einem reistenen Hemde ohne Zeichen, einem Hosenträger von verschiedenfarbigen Streifen, woran vorne lederne Endstücke angeschnallt waren, einem som- mermanchesternen Gilet und dunkelgrünem Janker von sogenanntem Aibclezeug oder Schweizennonchester, langen blauen ziemlich feinen leinenen Beinkleidern, blauen oben weiß angc- Krickten, an der Sohle mit weißer Leinwand besetzten Strüm- Ä ft ft, 1186 vfen, kurz«» Stiefeln, vorne mit Riemen zugeschnürt, dir Absätze mit Eisen, die Sohlen sonst mit Nägeln beschlagen. Unter dem Leichnam fand man die Decke eines Wandcr- duchs, wovon die Blätter ausgerisscn sind, und in einer an- dern Gegend ein Stück von dem Wanderbuchfutterale mit der Alsttüia« Hammer. Die Decke sicht aus, wie gewöhnlich die Decken der Badischen Wauderbüchcr, und mit der Aufschrift des Futterals stimmen die Buchstaben Ll> 8. überein, die auf das NaStuch gezeichnet sind, welches sich in einer Lasche des Jankers vorfand. Gestern wurde dann eine starke halbe Viertelstunde abwärts in der Hub, nahe am Wege in den Hecken zerstreute Schuh- Niacherwerkzeuge angetroffen, die vermuthlich dem Getbdteten gehört hatten, und aus dessen Felleisen weggeworfen wurden. Sämmtliche obrigkeitliche Behörden und das Publikum werden nun ersucht und aufgcfordert, anher Nachricht zu geben, woher der Schuhmacher Matthias Hammer sey, wie lange er vermißt wird, und wo er sich diesen Frühling oder seither rulezt aufgehalien habe, auch was etwa von seiner TodeSart oder darauf Bezügliches bekannt sey. Haslach, den 21. Juli 1826. Grvßherzvgl. Bad. F. F. Bezirksamt. Wölfie. Durlach. fEknstellung einer Fahndung.) Nach eingciroffener Nachricht ist der wegen Lödtung des Jakob Frievcnch Walch von Wilferdingen mit Steckbriefen ver- folgte Zi-gelknecht. Johann Friedcrich S p ri n gle von Sers- heim, Qbeiamts Vaihingen, in Schweigern, im Würtembergi- schen eingefangen worden; welches hiermit zur Einstellung der Fahndung bekannt gemacht wird. Durlach, den 3 i. Juli 1626. GroßherzogUches Oberarm. Eichrodt. Sinsheim. fFahndung.) Wagnergefell Jakob Treubel, von Waldangeloch, der wegen Landstreicheret dahier im Verhaft war, ist in abgewichener Nacht gewaltsam aus dem Arrest gebrochen Sämmtliche rcsp. Behörden werden ersucht, auf diesen lüdcrlichcn Putschen zu fahnden,«und ihn, im Betretungssall, anher einlieftrn zu lassen. Sinsheim, den So. Juli 1826. Großherzoglichts Bezirksamt. Nüttinger. Signalement. Jakob Treubel Ist mittlerer Größe, 26 Jahre alt, hat ein rundes blasses Angesicht, kurze hellblonde Haare, niedere Stirne, blaue Augen, stumpft Nase, eiwaS aufgeworfene Lippen, rundes Kinn und hört übel. , Er trug, bei seiner Entweichung, eine schwarze wachstü- chene Schildkaxpe, einen boutrillengrünen manchesternen Wam- mes mit dergleichen Knöpfen, lange dunkelblaue Beinkleider und Halbstiefcln. Signale ment Der ledige Adam Hemmet, von Heddesheim, ists6 Jahr alt, beiläufig S Schuh 6 — 7 Aoll groß, Hai eine schlanke Statur, eine etwas tiefsinnige Physiognomie, lange Nase, graue Augen, mittelmäßigen Mund, spitzes Kinn und einen schwachen Bare. — Im Gehen hält derselbe seinen Obelleib etwas vorwärts' Er trug bei seiner Entweichung weiße leinene Hosen, Stiefel und ein Gillet von Pique'. Soll im übrigen aber ohne Kopfbedeckung und ohne Stock oder WammeS in den blosen Hemdärmeln flüchtig gegangen seyn. Rhein-BischoffSheim. f S ch i ffe - Versteigerung.) Aus der Verlassenschaftsmaffe des verstorbenen Rang- schiffcrs Georg Heck, von Freiste«, werde» Freitag, den »8- August d. I., Morgens S Uhr, 1 großes Frachtschiff von 2778 Ztr. 1 kleineres desgleichen - i3oo Zlr. LadungSfähigkeit, mit allen dazu gehörigen Schiffergeräth- schasten, im Löwenwirthshause zu Freiste«, öffentlich versteigert werden. Rhein-BischoffSheim, den 29. Juli 1S2S. Großherzogliches Amtsrevisorat. Ettenheim. fFässer-, Wein re. « Versteigerung.) Am Mittwoch, den 16. Aug. d. I., werden bei Unterzeichneter Bedicnstung nachbenannle Gegenstände öffentlich versteigert, und zwar: ») Vormittags 8 Uhr, ig Fässer von So, 40, go und 100 Ohm, sSmmtlich in Eisen gebunden, eine Parthie Laugenhvlz, sodann eine gute Faßwinde, 1 Faßzug, 3 mMngene Hahnen und allerlei altes Küftrcigeschirr, auch mehrere Fruchtzuder, «ine Windmühle und Fruchtmcßgeschirr. b) Nachmittags - Uhr, soo Ohm gut und rcingehaltener 1625p Wein. Ettenheim, den 2g. Juli 1826. Großherzogliche Domainenverwaltung. F l e i n e r. Emmendkngcn. fWei »-Versteigerung.) Bet hiesig herrschaftlicher Kellerei werden am Dienstag, den iS. Aug. d. I , Vormittags ,0 Uhr, folgende Weine, und zwar -2 Saum .8240 j weißer cknd 4 . , 6 r 5 r rother Weiberberger, sodann 178 - i 6 r 5 r Gefälswein« Parthienweise öffentlich versteigert, und bei annehmlichen Geboten sogleich losgeschlagen werden. Emmendingen, den 27. Juli -8r6. Großherzogliche Domainenverwaltung. Barbo. Ladenburg. fFahndung.) Der unten näher sig- valisirte ledige Adam Hemmet, von Heddesheim, hat sich der Theilnahme an der tödliichen Verwundung seines Schwagers, des beurlaubten Dragoners David Schläger zu Heddesheim, schuldig gemacht, und gestern Abend uw 8 Uhr, -lei» nach der Thal, auf flüchtigen Fuß gesetzt. Indem wir dieses zur bffemlichen Kenmniß bringen, ersuchen wir zugleich alle wohllöblichen Polizeibehörden, auf diesen Flüchtling besten Fleißes fahnden, denselben im Betre- tMigSfalle arretiren und wohlverwahrt hieher einlieftrn-ulassen. Ladenbnrg, den i. August 1826. Großherzogliches Bezirksamt. Rüttin ger. S t c in. fFässer-Versteigerung und Keller- Verpachtung.) Montag, den 14. August, Vormittag- g Uhr, werden in dem hiesigen herrschaftlichen Keller 9 entbehrliche, größrentheils in Eisen gebundene Fässer von ß bis ,3 Fuder Gehalt, öffentlich versteigert; zugleich wird eine Verpachtung des herrschaftlichen Kellers vorgcnommen. Stein, den ig Juli ,6-6. Großherzogliche Domainenverwaltung. Bruchsal. ^Feuerspritzen-, Fässer-re. Versteigerung.) Bis Mittwoch, den -6. Aug.l.J., Morgen- 8 Uhr, wird auf dem herrschaftlichen Zimmcrplatz versteigert: mehrercs Handwrrksgeschirr für Schieferdecker, Maurer und Zimmerkute, einige große Wagen-Winden, Ketten und son- » 7 - 1187 fiigeS Eisengeschirr, auch altes Eisen, Blech unv andere Me Eaugeräihe, sodann mehreren Fast- und Kellergeschirr. Hierauf, Nachmittags - Uhr, eine große Feuerspritze sammt den Schläuchen, und 2 kleine Feuerspritzen, auch 4 große Waagen Mil schweren eichenen Bollen und ,06; PsS. regulinem Eisen- grwicht, Endlich den folgenden Donnerstag, Nachmittags 2 Lpr, in dem Zehntkeller zu Heidelsheim, g in Eisen stark ge- duiidene Weinfässer, zusammen 6» Fuder haltend, sammt dem Lager. Bruchsal, den 28. Juli 1826. Großherzogliche Domainenverwaltung. Rochlttz. Rastatt. sVersteigerung.Z Aus der Verlaffen- schast des verstorbenen Hrn. All-Oberbürgermeisters Meyer von hier werden ^ am 21., sä. und 25 . Aug. in der Behausung Nr. ,g6 tm ober» Stock, alle Arten HauSrath, Küchengeschirr, Weiß - und Bettzeug, Spiegel, sämmtliches Schreinwerk, als: Kommode, Sekretäre, Glaskästen, Schränke, Tische, Stühle, Cana- pe"ö, Bettstätten re-; am 24., -S. und 26. August, säMMtliche best und rein gehaltene Weine, bestehend in i8nr, iSiar, und,622k Niederländer, Neuweyrcr und Zeller Wein, ungefähr 10 Ohm ächkcS iünr Kirschenwastcr ln Flaschen; nebst es. 1000 Shi:. weingrüne Fässer, sämml- Ilch mit Eisen gebunden, und dann am 26. Aug. und die darauf folgenden Tage, Mehrere von seiner srühcrn Handlung verrührende wollene, baumwollene, seidene, halbseidene und andere Maaren dffentlich versteigert werden, wozu die Kauflustigen höflichst «inladen Rastatt« den S. Aug. 1626. _ Die Alt-Oberbürgermeister Meyerschen Relikten. Sffenburg. Mein-DersttigerungJ Von den dahier eingekcllerten »üaSer Hof - und GefäUwcinen werden am Dienstag, den 8. Aug. d. I., Vormittags io Uhr, un- sefähr ,5 Fuder auf diesseitiger Kanzlei öffentlich versteigert, und bei annehmbaren Geboren sogleich lvsgeschlagen werben. Wozu man die Liebhaber hiermit elnladet. Hffenburg, den 25. Juli 1626. Großherzogliche Domainenverwaltung. Brückner. Nonnenweier. fGebäude- uudGüter-Ver- kauf.Ein Mitglied der hohen Grundherrschaft zu Non- »cnweter ist wegen zu weiter Entfernung von hier gesonnen, nachstehende Gebäulichkeiten und Güter, in Hiesiger Gemarkung gelegen, zu veräussrrn: Dem zu Folge wird Montag, den 4. Sept. d. I,, Vormittags ,0 Uhr, im WirthShause zur Sonne dahier, unter achtjährigen, mit 5 pCr. verzinslichen Zahlungsterminen, theilweise oder auch, tm Fall sich Liebhaber zum Ganzen rinfindcn, im Ganzen dem öffentlichen Verkaufe auSgesctzt: L) Ein zweistöckigtes Wohnhaus mit g Zimmern und einem Keller. k>) Ein Haus mit s Zimmern und Küche, hinter dem Erstern. «) Ein solches/ dem Erstern gegenüber, mit 4 Zimmern, Küche, Fruchtspeichcr und Remise, ä) Zwei Scheunen und zwei Stallungen unter einem Dach, es Das Bauch - und Backhaus, k) 5 Sester Gemüsgarten, mit einer Mauer umgebe«, und S Sester, das BoSquet. «) ^Sester Feld, zehndfrek, zur Seite der Gebäude und Das Ganze liegt beisammen im Ort Nonnenweier, an der durch denselben ziehenden Rhcinstraße. ln einer angenehmen und fruchtbaren Gegend, 1U2 Stunde von Lahr und 1/» Stunde vom Rhein. Die nähern Bedingungen können schon vor der Versteigerung täglich bei der Schaffenerei vernommen werden. Bemerkt wird noch, baß dem Käufer des Ganzen, jedoch nur auf ausdrückliches Verlangen, die höchstbenöthigten Wie- sen noch besonders käuflich abgegeben würden. Nonnenweier, Amts Lahr, den 27. Juli ,826. Grundhcrrlichc Schaffnerei. Münder. Offenburg. Mein-V er kauf.) Bei unterzeichne, tcr Verwaltung wird eine Parthie iSaSr. rother Wein, Zeller Gewächs und von vorzüglicher Qualität, zu iZ fl. die Ohm, in beliebigen Abtheilunzen aus der Hand verkauft; wozu man die Liebhaber «»ladet. Offcnburg, de» 24. Juli 1626. St. And, Hospitalverwaltunz. Löffler. ILandhaus zu vermiethen oder zu verkaufen.^ Der Eigenthümcr eines schönen Landhauses, dessen Amtsver- häliniffe die Aenderung seines Wohnsitzes erheischen, ist gesonnen, dasselbe auf eine Anzahl Jahre zu vermiethen, oder auch, unter sehr annehmbaren Bedingiiiffcn, aus freier Hand zu verkaufen. Dasselbe liegt in der «den so fruchtbaren, als schönen Ne- ckargegcnd, zwischen Mannheim und Heidelberg, in dem Orte Neckarhausen Das Haus ist zweistöckig, nach nicht lange massiv von Stein erbaut und durchaus gut eingerichtet und unterhalten, es enthält im iten Stock g tapeztrle Zimmer, große Küche, Speiökammer unv Waschküche; im 2ten Stock ri ebenfalls tapezirte Zimmer und eine Küche; dann dreiKel- ler, worunter «in Weinkeller zu 200 Fuder, wozu auf Verlangen auch 80 Fuder weingrüne Fässer nebst Keller-Einrich. tung überlassen werden könnte. Mit einem geräumigen und geschloffenen Hof ist ferner verbunden, eine große Scheuer, Stallungen für Pferde, Rindvieh u. s. w., Speicher zu ,5oo Malter Früchten, ein Garten von circa 2 Morgen Flächen- maaS, sowohl zur Nutzbarkeit als auch zum Vergnügen sehr schön angelegt und mit den edelsten Obstgattungen, Weinreben rc. bepflanzt, so wie ein Pflanzgarten. Auch könnte auf Verlangen noch circa 12 Morgen zum Theit an Haus unv Gärten unmittelbar angränzcndcs Ackerland dazu gegeben werden, und ausserdem, etwa zur Betreibung einer größern Landwirthschaft, in der Srtsgemarkung selbst noch sonstiges Ackerland leicht arquirirt werden. Dieses Landhaus ist sowohl durch seine Einrichtung und günstige Lage in der Nähe der beiden Städte, Mannheim und Heidelberg, zum Betrieb eines landwirthschaftlichcn oder mcr- kanttlischcn Geschäftes sehr geeignet, als dasselbe zugleich auch als bloser Landsitz — welche nach Morgen die schöne Bergstraße mit dem alten Schlosse Slrahlenburg zwischen Heidelberg und Weinhelm, unv gegen Abend die Ansicht der Vogesen darbietet, nebst de» in dem Orte selbst hefindllchcn herrschaftlichen , sehr schönen Garten-Anlagen — den angenehmsten Auf- «nlhalt gewährt. Nähere Auskunft hierüber erthellt, auf frankirte Briefe, Die allgemeine Kommissions-Anstalt in Heidelberg. Ettlingen. sSchaafwaide-Verpachtung/I Die Schaafweide der Gemeinde Völkersbach wird auf Sem dortige« Rathhaus am Montag, den 7- k. M-, Vormittags s Uhr, 1188 für dle nächsten 3 Jahre, nikt Michaelis d. I., anfangend, f» Pacht gegeben, wobei die Pachiliebhaber sich einfindcn mögen. Pächter erhält einen Morgen Acker und einen Schaafstall zur Benuzung, die übrigen Bedingniffe werden am Sleige- rungöiazc eröffnet werden, und wird vorläufig nur bemerkt, daß Zoo Stück Schaaie über Sommer und 400 Stück über Winter eingcschlagen werde» kbnnen. Ettlingen, den 22. Juli 2826. Großherzogllchcs Amtörevisorat. Ebel. Karlsruhe. sSchul den-Liquidation.^ Gegen Küfermetster Gottlob Brockwitz von hier wird hiermit Gant erkannt, und Tagfahrt zur Schuldeuliquidation auf Dienstag, den 22. August d. I., Morgens 8 Uhr, «nberaumt. Es werden deswegen alle Gläubiger des genann- len KüfermeisterS Gottlob Brockwitz aufgefordert, im an- beraumten Termin dahier zu erscheinen, und ihre Fordern», gen, unter Vorlage ihrer Beweis-Urkunden, bet Vermeidung des Ausschlusses von der Masse, richtig zu stellen. Karlsruhe, den 24. Juli 1626. Großherzozliches Stadlamt. M i n e t. SinSheim. s Sch ul den-L i q u i dati on. H Ueber das Vermögen des Andreas Schöner von Adersdach haben wir Gant erkannt, und Lagfahrc zur Schuldenliquidan'o» auf Mittwoch, den Zu. August l. I-, Morgens 8 Uhr, einberaumt. Alle diejenigen, welche eine Forderung an den gedachten Schöner zu machen haben, werden hiermit aufgefordert, dieselbe um so gewisser an gedachtem Lage zu liqui- dircn, als sie sonst damit ausgeschlossen werden würden. SinSheim, den » 9 . Juli 1826. Großherzozliches Bezirksamt. Siegel. GerlachSheim. sS chulden-LiquidatlonJ Ueber die Verlaffenschaft des zu Königshofen verstorbenen Kaufmanns Andreas Le user wird Gant erkannt, und zur Vornahme der Liquidation und Präferenz«Verhandlungen Tag« fahrt auf Mittwoch, den 3 o. August l. I., Morgens 8 Uhr, auf hiesiger AmtSkanzlei anberaumt, wozu sämmtliche Gläubiger, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse, anmit vorgeladcn werden. GerlachSheim, den 20. Juli »8-6. Großherzogliches Bezirksamt. Lang. Heiligenberg. LSchuldcn-Liquidation.H Der Essigfabrikant Nepomuk P opele zu Immenstaad hat sich heute zahlungsunfähig erklärt, und um gerichtliche Erledigung seines Schuldenwcsens gebeten. Es werden nun dessen sämmliche Gläubiger aufgerufen, ihre Forderungen und allfällige Vorzugsrechte, unter Vermeidung des Ausschlusses von der vorhandenen Vermögensmaffe, bei der auf Dienstag, den 5 Sept. d. I-, Morgens 8 Uhr, dahier angestellten Schuldenliquidation anzumeldcn und zu begründen ^ Hciligenbcrg, den 26. Juli 1826. Großherzogl. Bad. Fürst!. Fürstenberg. Bezirksamt. Fern dach. . Ailingen. fSchulden-LiquidationH Gegen den sich selbst als zahlungsunfähig erklärten Nikolaus Schneider, dermalen Gastgeber zum goldenen Löwen auf der Lud- wigS-Saline zu Dürrhcim, ist Gant erkannt, und Tagfahrt zur Verhandlung über die Liquidität und den Vorzug der Schulde», dann die Bestellung und Belohnung des Maffe- verwalters, auf Donnerstag, den - 4 . Aug. d. I., Morgens 6 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlei festgesetzt, wobei alle diejenigen, welche Ansprache an die Masse zu machen gedenken, ihre Forderungen und allcnfallslgen Vorzugsrechte selbst, oder durch gehörig Bevollmächtigie, unter Vorlage der VeweiSmkunden, bei Vermeidung des Ausschlusses von gegenwärtiger Aktivmas- se, richtlg zu stellen habe». Diliingen, den 21. Juli 1826. Großhcrzogliches Bezirksamt. Teufel. Lahr. sErkenntniß.st Da Soldat Johann Adam Feger von Oberschopfheim auf die öffentliche Vorladung vom - 3 . Mai l. I. sich nicht sistirt hat, so wird er i» Folge des Gesetzes vom Z. Okt. 182» des OrtSdürgcrrechtS für verlustig erklärt, und d,e gesetzliche Geldstrafe, auf den Fall, daß ihm Vermöge» anfällt, vorbchallen. Lahr, den 23 . Juli >8-6. Großherzogliches Bezirksamt. Laug. Karlsruhe. sEdiktalla dun g.s Der ehemals bei'm Großherzoglichen Militär als Husar gestandene, seit dem Jahr , 8,3 aber vermißte Daniel Schwörer von Liedolsheim wird hiermit aufgefordert, binnen i2 Monaten von seinem gegenwärtigen Aufenthalt Nachricht zu geben, und sein in Liedolsheim noch vorhandenes Vermögen in Empfang zu nehmen, widrigenfalls dasselbe seinen nächsten Anverwandten, gegen Kaution, wird ausgefolgt werden. Karlsruhe, den 25. Juli 1826. GroßhcrzoglicheS Landamt. v. Fischer. Eberbach. sVorladung.^ Johann Jakob ?k n ck von Waldkazenbach ist am 3 o. v. M. aus ocr Garnison Mann- heim desertirt; derselbe wird dahcr aufgefordert, sich binnen 6 Wochen bei seiner Militär - oder der diesseitigen Behörde unfehlbar zu stellen, widrigenfalls gegen ihn die gesetzlichen Nachlheile in Anwendung werden gebracht werden. Lberbach, den 20. Juli 1626. Großherzozliches Bezirksamt. Bäuerlen. Königs. Barer. 10 fl. Obligations-Loose womit man die Preise von 2inal So,000 fl-, Zmal 20,000 fl., gmal 4000 fl>, 48mal 1S00 fl., 45mal 1200 fl. und 26281»«! So fl. im 24 fl. Fuße gewinne» kann, im nicht herauskommenden Falle aber, nach geendigten Ziehungen seine Einlage baar zurück erhält, sind zur diesjährigen Ziehung, welche den ». September in München statt findet, ä ,2 fl im 24 fl. Fuße nebst Planen gratis, so wie P r 0 m e s s e - S ch ei n e auf den ZiehungSgenuß dergleichen Loose Last., gegen portofreie Einsendung des Betrags, zu haben bei I. B1 ng jr. in Fra >. kn> rt a?m. Vornheimcr - Straße I-ir. V l^r. 2». k. 8. Ziehungsliste und SchicksalSanzeige erhalten meine Herren Komitenien, gleich nach stakt gehabter Ziehung, u n- > 11 1 s e 1 d I t (Hierzu eine Beilage: Anzeige der Sammlung von Abbildungen der Regenten von Bade n.) Verleger und Drucker: PH. Macklot.