Karls Nr. 216 . ruher Z e i Sonntag, den 6. August t u n g. 1826 . Jeden. (AM. aus dem großhcrzogl. Staats- und RegierungS- Blatt vom 5. Aug) — Baiern. — Königreich Sachsen. —- Frankreich. — Großbritannien — Niederlande. — Oestreich. — Portugal. — Preußen. — Rußland. — Schweiz. — Türkei. — Griechenland. — Todecfaü. Baden. Das großherzogliche Staats - und Regierungsblatt vom 5. Aug., Nr. XX, enthält I. folgende Statuten für daS Taubstummen-Jnsti tut inPforz- heim: Art. 1. Für die taubstumme Jugend im Großher- zvgthum Baden soll eine ErziehungS- und BUdungS- Anstalt in Pforzheim bestehen. Art. 2. Dieses Institut ist aber vorzüglich für arme Taubstumme bestimmt. Art. z. Die Zahl aufzunehmender armer Taubstummen richtet sich jeweils nach den Kräften des allgemeinen Arbeitshauses und nach dem besondern Fond des Taubstummen-Jnstituts. Art. 4. Für arm sind zu achten, welche aus Lokal- vder aus andern öffentlichen Fonds Unterstüzungen erhalten haben, oder doch nach den bestehenden Unterstü- zungs-Regulakiven eine Beihülfe daraus hätten erhallen müssen, wenn die Kräfte deS Fonds zugereicht hätten. Art. 5. Die Recipienden dürfen der Regel nach nicht unter 7 und nicht über 12 Jahre alt seyn. Art. 6. Den ersten Anspruch zur Aufnahme haben arme Waisen, wofür auch jene zu achten sind, deren Aeltern unbekannt — und deren Unterhalt einer öffentlichen Kaffe, oder den Gemeinden, wo sie geboren oder aufgcfundcn worden sind, zu Last fielen: — Diese können von 6 Jahren bis nach einem zurückgeleglen Alter von 14 Jahren ausgenommen werden. Art. 7. Kinder, die blind und taubstumm zugleich find, oder mit einer ansteckenden Krankheit behaftet, oder ganz bildungsunfähig sind, können nicht ausgenommen werden. Art. 8. In Gemäßheit vorstehender Artikel muß für jedes Kind, welches zur Aufnahme in Vorschlag gebracht wird, em unentgeldlich auszufertigenvcr Taufschein, ein Vaccinations-Zeugniß und ein Armuths, Zeugniß angelegt werden. Art. 9. Die Zeit des Unterhalts und des Unterrichts ist für Knaben zu 6, für Mädchen zu S Jahren bestimmt. Art. io. Vermögliche können nur, so weit noch Raum über den, welchen die Zahl aufzunehmender Armen erheischt, übrig ist, gegen Bezahlung, die sich nach Zeit und Vermögens-Verhältnissen bestimmt, ausgenommen «erden. In so fern aber Aeltern oder Vormünder für Kost und Quartier in der Stadt sorgen wollen, und nur wünschen, daß die taubstumme»: Kinder an dem Unter, richt Theil nehmen, soll denselben hierin willfahrt werden. Art. 11. Die Aufnahme und die Entlassung ver- rnöglicher Taubstummen ist an keine Zeit gebunden. Art. 12. Der besondere Zweck dieser Anstalt ist, die aufgenommenen Kinder zur Ton - und Schreibsprache zu bringen; die Zeichensprache darf nur für den äussersten Nothfall zugelassen werden. Der allgemeine Zweck der Anstalt ist, die Kinder i» Beziehung auf Religion und Gewerkschaft zu bilden, so daß sie nach ihrer Entlassung erbaulich und selbstständig leben, oder doch bei irgend einem Dritten Unterkunft und Nahrung finden können. Art. iz. Rücksicktlich der gewerbsckaftlichen Bildung steht das Taubstummen-Jnstitut mit dem allgemeinen Arbeitshausein engster Verbindung — die Taubstummen müssen, so weit eS der ihren organischen Mängeln gewidmete besondere artistische Unterricht zuläßt, die Stunden des gewerkschaftlichen UmtriebeS rm Arbeitshause mit einhalten. Art. 14. Für den allgemeinen Elementar - und Religions-Unterricht, und für den speziellen künstlichen Unterricht soll immer ein Hauptlehrer und ein Unterlehrer angestellt seyn, Ersterer hauptsächlich für die heilsame Einwirkung auf die organischen Defekte — dieser häupt- sächlich für den Elementar - und Religions-Unterricht — in den beiden christlichen Konfessionen gemeinschaftlichen Glaubens - und Sittenlehren; in den Unterscheidungs- Lehren aber, und zur Vorbereitung auf die Konfirmation schreitet der Geistliche der Konfession zur Zeit ein, wo der Taubstumme wenigstens für die Schreibsprache schon empfänglich ist. Die vierte Serien-Ziehung pro 1326, von dem am 6- Sept. 1L20 bei den BanquicrS Joh. Goll u. Söhne in Frankfurt a^m und S. Haber son. dahier eröff- neten Anlehcn von 5 Millionen Gulden, wird planmäßig Freitag, den 1. Sept. 1826, Nachmittags Z Uhr, im Saale der landständischen II. Kammer statt finden. Karlsruhe, den 5. Aug. 1626- Großerzogl. Badische Amortisationskasse. Baiern. Brückenau, den 29. Juli. II. MM. der König und die Königin, so wie die kön.Kinderkk. HH., befinden sich mit I. k. H. der Prinzessin Paul von Würtem« berg fortwährend hier. Indessen wird der Aufenthalt II. MM., wegen der nahen Entbindung I. Mai. der 1202 Königin, dem Vernehmen nach nur noch bis zum 3. deS nächsten MonatS verlängert werden. Als den Ort, wo I. M. die Königin ihr Wochenbett zu halten gedenken, nennt man Aschaffenburg. II. kk. HH. der Kronprinz und die Kronprinzessin von Preussen sind auf der Rückreise von Bad-EmS heute früh hier angekommen, und haben den ganzen Tag im Kreise der kdn. Familie zu- gebracht. LagS vorher waren Se. Durch!, der regierende Herzog von Sachsen-Koburg hier angekommen, um Sr. Maj. einen Besuch abzustatken, und für die nächsten Tage erwartet man Se. kön. Hoh. den Großherzog von Weimar. Königreich Sachsen. Dresden, den 29. Juli. Se. Maj. der König von Preussen trafen, auf der Rückkehr von Töplitz, heute gegen 1 Uhr in dem Sommer-Hoflager zu Pillnitz rin , speiseten daselbst an der königl. Mittagstafel, welche von Kammermusik begleitet wurde, mit sammtlichen höchsten Herrschaften, nach deren Beendigung Aller- höchftdieselben die Reise sortsezten. Se. Durchs, der regierende Herzog von Sachsen- Meiningen, welche gestern Nachmittags allhier eingetroffen und im Hotel ste kologno adgestiegcn waren, erhoben Sich ebenfalls zu der heutigen kdnigl. Mittagstafel nach Pillnitz , und reifsten heute Abends 7 Uhr nach Meiningen zurück. — Se. k. H. der Prinz Anton nebst Gemahlin wollen sich nach Wien begeben, und bis zum Monat September dort verweilen. Frankreich. Paris, den 4. August. Gestern war der KurS der Sprozent. konsol. zu 100 Franken 15, 20, 15 Cent. — Zprozent. konsol. zu 65 Fr. 95, 90 Cent., 66 Fr. — Bankaktien 2020 Fr. — Durch eine Ordonnanz des Königs vom 30. Julr ist H. Lefebure de Cheverus, Bischofs von Montauban, zum Erzbischofs von Bordeaux ernannt worden. — Der Gerichtshof der Pairö hat in seiner Siznng vom 1. August erklärt, daß kein Grund vorhanden sey, den Militär-Intendanten Sicard gerichtlich zu verfolgen. Die nämliche Erklärung hatte in Betreff des H. Ouvrard statt. Hernach erhob sich eine Diskussion über dieFrage, zu wissen: ob H. Ouvrard, wegen einem nicht zu Stande gekommenen Bestechungs-Versuch, vor das Zuchtpolizeigericht zu verweisen sey, oder in Freiheit gesezt werden solle. Die Diskussion wird am 2. fortgesezt werden, wo der Gerichshof hierüber den H. Prvkurator deS Königs hören will. — Se. M. haben, auf den Bericht deS H. Vicomte von La Rochefoucauld dem H. Thlerry, Verfasser einer Geschichte der Eroberung Englands durch die No rmänner, eine Pension von 1500 Fr. gnädigst zu ertheilen geruht. H. Thierry ist ein junger Schriftsteller voller Talent und Gelehrsamkeit, den übermäßige Arbeiten fast gänzlich des Gesichts beraubt haben. — Die Etoile vom -. sagt: Der Constitution,,el und emige andere liberale Blätter hatten sich mit der Bildung eines neuen portugiesischen Ministeriums amusirt, daS gänzlich in ihrem Sinn und nach ihren Grundsäzen gehandelt hätte. Ihre angeblichen Nachrichten waren vom 15. Juli; die offizielle Zeitung von Lissabon vom 19. enthält durchaus nichts, das auf einen Mmister- wechsel hindeutete. — Am 31. Juli, um Mitternacht, zeigte der Thermometer des Ingenieur Chevallier 16°; am 1. August, um 5 Uhr Morgens, 17°; um Mittag 26,5°; um 1 Uhr 23,2°, und um 2 Uhr 28°/,° Grad Hize. Am 2. Aug., um 2 Uhr Nachmittags erhob er sich zu 27,7°. — Der beliebte Dichter Andrieux, Mitglied desJnsti- tulS, ist ziemlich gefährlich erkrankt. — Zu Paris ist ein heroisch-komisches Gedicht, unter dem Titel: VilloliaZo ou ls kriüo cln Lliätoau sts liivoli, von den HH. Mery und Barthelemy, erschienen, daS von den Blättern beider Oppositionen, als besonders wizig, gelobt wird, und schon mehrere Auflagen erlebte. (Allg. Ztg.) Die 100jungen Aegyptier sind zu Paris angekommen, und bewohnen das für sie bestimmte Schulanstalt-Ge« bäudr. H. Jomard, Mitglied deS Instituts, ist Direktor dieses Kollegiums, und H. Agoub, ein ausgezeichneter Professor, ist General-Studien-Jnspektor. — Man schreibt auS Besanco», daß ein Präfektur- Rath, in Folge eines lebhaften Familienbaders, seinen Sohn ermordet hat; hernach tödtcte er sich selbst durch einen Flintenschuß. Slraßburg, den 1.Aug. Schon öfters wurde des Projekts eines Kanals zur Vereinigung des Rheins mit der Seine und von da aus mit Havre-de-Grace erwähnt. Ingenieure.beschäftigen sich fortwährend mit Untersuchung des Bodens, welchen dieser Kanal durchlaufen soll, und überall, wo diese Operation vorgenommen wird, äussern die Bewohner Freude und Hoffnungen über dieses Unternehmen. Eine im verflossenen Mai erlassene kön. Ordonnanz ermächtigte eine Gesellschaft Aktionärs zu den vorläufigen Untersuchungen, und wenn bei der nächsten Jahres-Session der Kammer der Plan und die Bedingungen wegen Eröffnung und Ausführung angenommen werden, so kann dieses ungeheure Werk bald zu Stande kommen, das dem Ackerbau und dem Handel nicht zu berechnende Vortheile verspricht. DaS größte Hinderniß auf der ganzen Linie von Paris nach Straßburg befindet sich im MaaS-Departement, zwischen Nawe-au-BlpiS und Bvive, wegen deS BergeS Navremvnt, welcher, wie zu St. Quentin, durchschnitten werden muß. Großbritannien. London, den 1. Aug. Gestern Nachmittags verbreitete man das Gerücht von einem Aufruhr auf Jamaika ; dieses Gerücht findet aber nicht viel Glauben. — Der Public-Le dger gibt als Ursache der jezt sehr häufigen Kabinets-Konseiks an, daß ein Minister, dessen große Rednergabe bekannt sey, mit solchem Nach- 1203 druck gesprochen, daß er seine Kollegen mit fortgerissen habe uiio die Frage wegen der Emanzipation der Katholiken bereits bejahend entschieden sey. Auch will dieses Statt wissen, daß in Folge dessen zwei höchst auSgezecch- ncten Parrs die Aufforderung zugegangen sey, eine Stelle im Kabinctsrath anzunehmcn. — Der Herzog von Manchester, Gouverneur vonJa- maika, ist bestimmt zum General-Postmeister ernannt, in welcher Stelle er den mit Lod abgegangenen Grafen Ch-ckester ersezt. Der Herzog hat zum Nachfolger in seiner Statthalterschaft den Grafen Bathurst, Munster des Departements der Kolonien, welcher im Kvnseil durch den Grafen von Aberdeen wird ersezt werden. Der Sun, indem er diese wichtigen Veränderungen ankündigt, sagt vom Grafen Bathurst: "Dre Kenntmß, die Se. Exz. von der Politik des Konfeils Sr. M. hinsichtlich der die Sklaven berührenden Frage bestzt, und seine ausgezeichneten Talente machen ihn zu dem Manne, der am fähigsten ist, Jamaika bei dem gegenwärtigen Stande der englisch-westindischen Kolonien, gut zu regieren. — Das Motning-Chronicle vom 29. Juli enthält einen Briefaus Manchester, worin es unter anderm heißt: "Man kann sich keinen Begriff von dem schrecklichen Zustande der Fabrik-Arbeiter in diesem Lande machen: Sic sind fast Alle von Kleidern, selbst von den ärmlichsten, entblöst. In der gegenwärtigen Jahreszeit liegt hieran wenig, obgleich die Anständigkeit erforderte, daß es anders wäre; aber der Winter kömmt, und alsdann bedürfen diese armeu Leute Kleider und Feuerung : die von der christlichen Mildthätigkeit gespendeten Gelder werden erschöpft seyn, und es ist nicht die geringste Hoffnung vorhanden, daß der Handel vor dieser Zeit wieder besser gehe. — Die Nachrichten aus Vigo sind für die englische Kompagnie, welche es unternommen hat, die Schäze vom Meeresgründe herauf zu holen, die sich auf der in der Bay von Vigo untergegangenen Flotte befanden, nicht günstig. Man hat bereits alle Wracke, einen einzigen ausgenommen, untersucht, und alle waren nur mit Sand angefüllt. (Globe and Traveller.) — Man versichert, Lord Cochrane sey zu Napoli di Romania angekommen, und wolle dort die Vereinigung seiner Flotte abwarten, bevor er seine Operationen beginnt. Niederlande. Das große Kanal-System der Niederlande wird noch immer mehr und mehr erweitert und ausgedehnt; jezt legt man von dem Haag nach Scheveningen, woselbst eine treffliche Seebadeanstalt ist, an der Nordsee einen großen schiffbaren Kanal für Seeschiffe an, und so 'wird das schone Haag eine See- und Handelsstadt werden. Die dadurch bewirkte unmittelbare Verbindung mit England seewärts ist von der größten Wichtigkeit für diese Stadt. In Brabant und Gelderland werden jezt gleichfalls neue Kanäle angelegt; der Kanal von Lüttich wird die Maas mit der Schelde und dem Rheinstrom verbinden. O e st r e i ch. Wien, den 29. Juli. Metalliques L9Xi Bankaktien 1059. P r e u s s e n. Berlin, den 31. Juli. Se. Majestät der König sind gestern in erwünschtem Wohlseyn wieder in Potsdam emgetroffen. Portugal. Sir Karl Stuart ist von Lissabon nach London unter Segel gegangen, wohin er von seinem Hofe berufen wurde. — Man liest jezt in spanischen und portugiesischen Briefen die Nachricht, daß der Jnfant Don Miguel bereits der Infantin Regentm von Portugal seine Unterwerfung unter die neuen Verfügungen seines Bruders, des Kaisers Don Pedro, erklärt habe. Rußland. Petersburg, den 19 . Juli. Ende nächster Woche begeben sich II. MM. der Kaiser und die Kaiserin zur Krdnungsfeier nach Moskau, die, dem Vernehmen Nach, am lö. August statt haben wird. — Von dem Berichte der Untersuchungs-Kommission sind bereits gegen 5000 Exemplare abgesezt worden. Am ersten Tage seiner Erscheinung zahlte wan 25, ja selbst 50 Rubel für einzelne Exemplare. Der den Straf-Erkenntnissen des Ober-Kriminal- gerichts unterworfenen Hocbverräther sind im Ganzen 121, von denen man eines einzigen, des wirklichen Staatsraths Nikolaus Turgenew, noch immer nicht habhaft geworden ist, der sich, den Gerüchten zu Folge, in England aufhalten soll. — Em allerhöchster Tagsbefehl vom 28. v. M. verordnet, daß der wegen hochverrätherischer Umtriebe vor einigen MonatenverhafteteGeneral-Major O.... aus seiner Haft entlassen, mit Beibehaltung seines Ranges und seiner Würde aus dem Dienste verabschiedet, künftig aber in keinem Posten wieder angestellt werden soll. Auch darf sich derselbe nie wieder in beiden Hauptstädten des Reichs blicken lassen. Schweiz. Die angerufene Erfahrung, welche über die Hagel- ableiter im Kanton Waadt entscheiden sollte, wie sie an viel andern Orten längst schon entschieden hatte, ist nun, für viele Neblandbesizer der La Coke sehr unglücklich, in der Nacht vom 22. zum 25. Juli eingetreten, wo ein großer Strich Landes durch den Hagel die Hälfte oder einen Drittheil seines JahresertragcS eingebüßt hat. Es waren die von Hagelableitern besezten Gegenden., die am meisten litten, von Beguins bis Au- bonne; etliche mitten in diesem Landstrich gelegene Ortschaften, wie d'Allamand und Dullit, wo keine Hagelableiteraufgepflanztwaren, blieben verschont. Mehrere der Beschädigten hatten ihre Aemte auch versichern lassen, und diese werden jezt entschädigt. — Nachdem dw Landsgemeinde des Kantons Schwyz 1204 dem Kantonsrath die Vollmacht übertragen hatte, eine Kapitulation mit Neapel für eine oder mehrere Kompagnien abzuschließen, wurde eineKommission von Magistraten dafür ernannt, als bald hierauf ein Schreiben des Herzogs von Calvello mit der Anzeige eintraf: da WalliS für.ein Bataillon kapituliren werde, so achte er für zuträglich, daß Schwyz und Graubünden für Bildung deö zweiten Bataillons sich vereinbarten, »vvber zedoch für Schwyz zwei Kompagnien hinreichen möchten, mit Hinsicht auf die von ihm früher eingegangenen Verpflichtungen. Nun, da Graubändcu nochmals die Zumuthuug abgclehnt hat, so wurde von dem Rath zu S ch w y z unter'm 22 . Jult beschlossen: es wolle dieser Stand für ein ga n ze 6 Bataillon kapituliren, und dafür solle den Gesandten bei der Tagsazung in Luzern, der Hr. Landammann und Pannerhcrr Weber zur Unterhandlung mit dem Herzog von Calvello beigeord, «kt seyn. Türkei. Man schreibt aus Konstantincpel unter'm 3. Juli: Der Sultan ist immer zu Pferde, und zeigt immer die nämliche Festigkeit. Der Feuereifer für den militärischen Unterricht erkaltet nicht, und man sucht überall Franzosen rc. auf, um die neuen Truppen zu unterrichten. Niemals hatten die Türken mehr daS Ansehen, in Europa zu kampireu: Konftantinvpcl ist ein wahres Lager. (Etoile.) Griechenland. Ein Privatschreiben aus Zante will die Ursache der Unthätiakeit Ibrahim Pascha'S seit der Eroberung Mis- solungh?s in gewissen geheimen Instruktionen seines Dakers, Mehmet Pascha'S, finden, der es seiner Politik keineswegs angemessen erachte, den Kampf in Mo« rea so bald zur Entscheidung zu bringen. Auch wollte man auf den jonischen Inseln wisse», daß Ibrahim eine an ihn gerichtete Aufforderung, Instruktions-Offiziere nach Kanstantinopel zu senden, unter dem Vorwände abgclehnt, er habe einen großen Theil seiner besten Offiziere vor Missolunghi verloren, und könne, bis zum Eintreffen der erwarteten Verstärkungen, auch nicht einen Mann entbehren, ohne alle seine bis jszt errungenen Vorthelle auf das Spiel zu sezeu. Jedoch wird in eben demselben Schreiben gemeldet, daß der bekannte ehemalige französische Oberst Seve schon vor mehreren Wochen aus dem ägyptischen Lager verschwunden sey; man vermuthe daher, er habe sich zu Neschid Pascha begeben, der ihn Zweifels ohne nach Koustantiiiopel werde geschickt haben, um daselbst bei der neuen Organisation der türkischen Heeresmacht gebraucht zu werden. Todesfall. Der Major Speck, vom Dragoner-Regiment von Freystedt, ist am 3. August in Mannheim gestorben. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 5. Aug. Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 6 27 Z. 10,2 L. 15,5 G. 43 G. SW. M. 3 27 Z. 10,ü?. 14 , 0 G. SOG. SW. N. 9) 27 Z. 10,3 L. 17,2 G. 55 G. SW. Ziemlich heiter, starker Nebel, Nachmittags bewölkt es sich ganz und wird gcwltterhaft, um 3 Uhr starkes Gewitter mit Sturm und sehr heftigem Platz- und Schlagregen, Nachis wenig heiter. Tod«s-Anzrrg». Gestern früh i Uhr wurde uns dergeliebte Gatte und Vater Philipp Crecelius» Domainenverwalter in Pforzheim, nach kurzen Leiden, durch einen sanften Tod entrissen. Mir tief verwundetem Herzen erfüllen wir die traurig- Pflicht, diesen uns höchst schmerzlichen Verlust unserst Verwandten u. Freunden, von deren stiller Theilnahme wir überzeugt sind, hiermit bekannt zu machen. Pforzheim, den 5 . Aag. 1826 . Die Hinterbliebene Witlw» mit fünf Kindern. Theater, Anzeige. Sonntag, den ü. August (statt der früher angekündigtr» Oper "die Vestalin,): Die Italienerin in Algier, komische Oper in 2 Akten, von Rossini. — Hr. Hai» zinger, Lindor. Frei bürg, (Fahndung. II 2» dem Bezirksamt» Boandorf wurde der unten beschriebene Regendachmachcr, welcher mit keinem Paß oder sonstig giltigem Ausweis versehe,, war, wegen Vagabundttät und Konkubinat aufgegriffen, entsprang aber seinem Eskortanten auf dem Transport hiebe-, zwischen Bonndorf und Neustadt, mit Rücklaffung seines Hand» wcrksgeschirres und Hutes. Es ergeh« daher das Ansuchen, auf denselben fahnden, ihn bei Betteien anhallen und wohlverwahrt anher ablteftr«, lassen zu wollen. Freiburg, den 2 . August , 8 s 6 . Grvßherzogliche Zentral.UntersuchungS'Kommisston. M a n z. Signalement. Joseph Karg, angeblich von St. Margaretha, Kantons St. Gallen, Regendachmachcr, Z 7 Jahr alt, 5 Schuh ? Zoll groß, mittlerer Statur, hat braune Haare, hohe Stirne» braune Augenbraunen und blaue Augen, etwas große Nase, Mittlern Mund, schwarze» Bart, ovales Gesicht, gelblichtt Farbe und vollständige Zähne. Er trug einen blautüchenen Janker mit kleinen Hellen Me- tallknöpfe», eine alte grüne BZeste von Luch mik runden gek- ben Knöpfen, lange gestreifte Hosen von Rübelezeug und VSn- delschuhe. Karlsruhe. (Anzeige.^ Don dem seither gcfehk- ten holländische ,1 Dessert-Käse ist wieder ein Transport, in schönster Qualität, bei mir eingetroffcn. Karlsruhe, den 5. August 1626 . . ^ Gustav Schmitd«»- Vttleger und Drucker: PH Macklor.