Karlsruher Zeitung. Nr. 237. Sonntag, den 27. August 1826. Mm. (Ausz. aus dem großherzogl. Staats- und RegierungS- Blatt vom -5. Aug.; Schluß - Mannheim ) — Frankreich.— Großbritannien — Portugal. — Rußland. — Schweiz. — Türkei. — Griechenland. — Amerika. (V. St. von Nordamerika, — Dienstnachrichtcn. Baden. DaS grvßherzvgliche Staats - und Regierungsblatt vom 25. Aug., Nr. XXI, enthält ferner: Den Status der General-Brandkasse vom Jahr 1825, nebst dem Ausweis über die in diesem Jahr erkannten und ausbezahlten Brand-Entschädigungen. Folgende Privilegiums-Ertheilung: Seine Königliche Hoheit haben Sich gnädigst bewogen gefunden, das dem Apotheker Kölreuter zu Breiten unter'm 4. Nvv. v. I. für die Bezirke des Murg - und Psinzkreises, desNeckar-, Main - und TauberkreiseS er- theilte ausschließende Privilegium zur Soda-Bereitung durch kvhlensauren Baryt, auf das ganze Grvßherzog- thum auszudehnen. Folgendes Straferkenntniß gegen einen öffentlichen Diener: Der grvßherzvgliche AmtsphysikuS vr. Gue- rin zu Waldkirch wurde durch Urtheil des Hofgerichts zu Freiburg vom 13. Juni d. I. des Betrugs, der Ger schenknahme und des unrechtmäßigen Diäten - und Ge- bühren-Bezuges für schuldig erkannt, und daher zur Dienstentlassung, zu einer Korrektionshaus-Strafe von einem Jahre und vier Monaten, zum resp. doppelten und einfachen Ersaze der angenommenen Geschenke und der unrechtmäßig bezogenen Diäten, so wie zur Entschädigung der Venachtheiligten und in die Kosten ver« urtheilt. Folgende Vermächtnisse zu wohlthätigen Zwecken: Die Wittwe Beck in Freiburg hat dem dastgen Krankenspital eine Schenkung von 2000 fl., — der verlebt« Wittwer Meinrad Wießler im Obermünstcrthal hat der dastgen Schule 100 st., — die verstorbene Geheime Räthin v. Kamw in Mannheim hat der dortigen Armenanstalt ein Legat von 500 fl., — und ein nicht genannt seyn wollender Wvhlthäter hat dem Armenfond in Höflingen eine Schenkung von ioo fl. gemacht. Sämmtliche diese Vermächtnisse und Stiftungen haben die Staatsgenehmigung erhalten, und werden zum ehrenden Andenken der Wvhlthäter hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Mannheim, den 25. August. Das heutige Na- mrnSfest unsres ailverehrten Regenten, deS durchlauchtigsten Grvßherzogs Ludwig wurde von den Bewohnern Mannheims auf eine Weise gefeiert, die von Neuem ihre Anhänglichkeit an den edelsten Fürsten und fern erhabenes Haus b-thätigle. Die Harmonie-Gesellschaft hatte zu diesem Zwecke am gestrigen Abend? auf dem Mühlau-Schldßchen Ball, Souper, Garten-Beleuchtung, Feuerwerk rc. veranstaltet, zu denen der schöne Veranlaß eine glänzende Gesellschaft führte, und welchen auch Se.Exz. der Gouverneur, Hr. Gen. Lieutenant Frhr. v. Stvckhorn, beiwohnte. Mit Jubel wurde in der Mitternachts-Stunde auf daS Wohl des weifen Stifters des vielen Guten und Schönen, das wrr täglich um unS keimen und erblühen sehen, der Pokal geleert, und eine Geschüz-Salve verkündete auch den Nachbarufern das freudige, Baden Segen verheißende Ereigniß. Heute, bei Tagesanbruch, mischte sich in den Kanonendonner, der-vom linken Ufer des Rheins herüberschvll, — denn auch Baiern und Hessen ist der Ludwigstag ein festlicher — der unsrige, und eine treffliche Militärmu, stk weckte uns zu Dankgebeten an die Vorsehung und Bitten um die Erhaltung des VaterS des Vaterlandes. In der großen Hofkirch« wohnten die Dicasterien, das OfstzierkvrpS rc. einem Hochamte bei. Zu Mittag war Tafel im Saale der Harmonie-Gesellschaft und an andern Orten, wo aus treuer Brust rauschende Toasts für den Landesvater ertönten. Frankreich. Paris, den 25- Aug. Gestern war der KurS der Sprozent. konsol. zu 100 Fr. 70, 65 Cent. — Iprozent. konfol. zu 66 Fr. 20, iS Cent. — Bankaktien 2012 Fr. 50 Ceut. — Man versichert, sagt das Journal des Debats, Se. Maj. hätten Befehle erthrilt, um Ludwig XVUl., dem unsterblichen Urheber der Charte, eine Bildsäule errichten zu lassen. Dieses Monument soll, dem Vernehmen nach, auf dem Plaze des Palastes Bourbon, der Straße Bourgogne gegenüber, aufgestellt werden. — Der H. Minister des Innern hat zur Verfügung des Hrn. Präfekten von Korsika 75,000 Fr. gestellt, die dazu bestimmt sind, die griechischen Familien zu unter- stüzen, welche etwa auf Korsika landen, in Hoffnung, dort eine freundliche Aufnahme zu finden. — Der pvrtugies. Gesandte dahier, H.vvnMello-Aran- guer, der kürzlich zum Minister der Justiz und der geistlichen Angelegenheiten in Portugal ernannt wurde, gab am 21., bei Gelegenheit des der Konstitution geleisteten EideS, ein großes Mittagmahl, dem auch der brasilianische Gesandte, H. von Pedro-Branca und dessen Gemahlin beiwohnten. — Die PariftrZeitungenvom24. theilen den Text deS aus 26 Artikeln und 4 Zusaz-Artikeln bestehenden Handels, und Schifffahrt,Vertrags mit, der zwischen Frank 1322 reich und Brasilien abgeschlossen und beiderseits ratisi- zirt worden ist. — Ein großer Plan wird unverzüglich im Departement der Heiden (lies lägnües) ausgeführt werden. Der Eeneral-Rath der Land, und Heerstraßen hat den Plan, betreffend den Kanal der kleinen und großen Heiden, gut- gcheißen. Da der Kanal der kleinen Heiden als eine Fortsezung des Languedoker Kanals angesehen wird, so soll er in großen Sektionen eröffnet werden, und seine Kunstwerke sollen die nvthigen Dimensionen erhalten, damit die aus dem Languedoker Kanal kommenden Schiffe auch den neuen bequem befahren können. Die Fahrt wird im Hafen PaScaud, auf-der Garonne, Ai- » guillon gegenüber, bei der Mündung des Lot-Flusses beginnen, und im Hafen la Marqueze,_.auf dem Adour- Ausse, ein wenig unterhalb Sambusse, sich endigen. Der Kanal der großen Heiden soll zu Bordeaux anfangen, seine Richtung gegen die Gemeinde Taillan nehmen, sich ver, mittelst 14 Schleusten allmählig auf die Hochebene (pla- losu) der Heiden, an den Gränzen der Gemeinde Castct- «eau-de-Medoc, erheben. Der Kanal wird durch die Städte und Flecken Vianne, Lavardon, Mezin, Sos, Cazaubon, Labastide, Saint-Iustin, Roquefort, Mont- de-Marfan, Tartas, Dax und Sambusse gehen. — Die zehnte Legion der Pariser Nazionalgarde will den Griechen eine Kanone zum Geschenke machen. Die zweite Legion war rhr mit dem Beispiele vorangegangen. — Schon seit dem 20. hat man neuen weißen Wein in Dercy. — Den 19. hat man zu Marseille eine Fregatte von 60 Kanonen, für den Pascha von Aegypten bestimmt, vom Stapel gelassen. Diese Operation ist nicht geglückt; die Fregatte liegt jezt am Ufer. Toulon, den 16 . Aug. Vorgestern gieng die Fregatte Bellona nach Cadix unter Segel. Der Kapitän der Fregatte, Hr. Baron von Saint-Priest, soll das Kommando über die dortige französische Schiffs-Station übernehmen. Heute ist die Korvette Pompvna, welche den H. Grafen Guilleminot und dessen Gesandtschafts- Sekretäre, die HH. Baron Beugnot und de Varennes, am Bord hat, nach Konstantinopel unter Segel ge, gangen. Großbritannien. London, den 22 . Aug. Die für den Lord Cochra- üe erbauten Dampfschiffe l'Entreprise und Jrreststible sind noch auf der Themse, unter der Aufsicht der Douanen- Beamten. (Globe and Traveller.) Folgendes ist ein Auszug aus einem Briefe von Lloyds Agenten zu Carthagena (in Columbien), datirt vom 27 . Juni: "Die spanische Goelette Antonio, ein Küstenfahrer von Cuba, ist von dem Kaper l'Executif in diesen Hafen geschickt worden. Die columbischen, hier vor Anker liegenden Kriegsschiffe sind: Columbia, von 64 Kano- rzen; la Plata, eine neue in den Vereinigten Staaten 8 yn Nordamerika erbaute Fregatte von 62 Kanonen; die Korvetten Venezuela, Ceres, Boyäeä und Constitucion. Dre Lavmia ist am ü. d. M. mit einem Leck und mit zum Lheil beschädigter Waaren-Ladung angekommen. (Times.) Portugal. Lissabon, den 9. August. Die zur Desertion nach Spanien verführten Unteroffiziere und Soldaten sind meistens wieder nach Portugal zurückgekehrt, um des PardonS zu genießen. Bald werden die rebellischen Offiziere sich ganz verlassen finden. Der Graf von Amarante, jezt MarkiS von Chaves, ist nicht ausgcwan- dert, wie es geheißen hatte, sondern hat zu Lissabon der neuen Konstitution den Eid der Treue geschworen. Rußland. Den 6. August hat der feierliche Einzug des Aller- durchlauchtigsten Kaiferpaares in Moskau statt gehabt. Morgen das Nähere. Schweiz. Luzern, den 5 . Aug. Der königl. preusilsch« Gesandte, Hr. Baron v. Otterstedt hatte, bei Veranlassung deS Geburtsfestes seines Königs, vorgestern, am 3 . d. M., zu einem großen Gastmahle bei sich vereinigt: den Präsidenten der Tagsazung, die hier gegenwärtigen Schultheißen fämmtlicher Vororte, mehrere Deputirte der Tagsazung, das ganze hier anwesende diplomatische KorpS, und die angesehensten, sich vermalen in Luzern befindenden Fremden. Während des Mahls brachte der Präsident der Tagsazung einen Toast auf die Gesundheit Sr. Maj. deS Königs von Preuffen aus, wobei derselbe in einer kurzen , sehr passenden Anrede der hohen Verdienste dieses erhabenen Fürsten erwähnte, worin alle Anwesenden auf das herzlichste einstimmten. Der Hr. Gesandte erwiederte diese Aufmerksamkeit, indem er einen Toast auf das Wohlergehen der Schweiz ausbrachte. — Hr. Graf von Capo d'Jstn'a ist nach Genf zurück- gekehrt, und wird wahrscheinlich den nächsten Wrnterüber allda verweilen. Türkei. Beschluß des in der gestrigen Zeitung abgebrochenen Artikels aus dem bst reich. Beobachter. Mannichfaltig sind, wie man leicht denken kann, di« Urtheile über den endlichen Erfolg der so viel umfassenden, und mit so großen Schwierigkeiten verknüpften Reform, die der Sultan unternommen hat; und es ist sich nicht zu verwundern, wenn, indeß Viele sie als eine wesentliche Regeneration des vsmanischen Reichs betrachten, viele Andere heftige Reaktionen und gefahrvollen Ansgang besorgen. Gewiß ist, daß der Sultan bisher noch nirgends thätigen Widerstand gefunden hat. Auf allen Punkten des europäischen Gebiets gieng die Abschaffung der Janitscharen ohne irgend eine bedeutende Bewegung von statten. Unter andern wurde sie in der wichtigen Stadt Salonichi, wo jezt Omer Pascha, der in Albanien so viele wechselnde Schicksale und Stürme überlebte, ruhig und nicht ungeschickt regiert, mit besonderer 1323 Lrich/iM ausgeführt. Auch in Smyrna und andern vorder-asiatischen Städten war die Unterwerfung nicht lange zweifelhaft. AuS dem inner» Asien und auS Syrien fehlen die Nachrichten noch. Die Pest herrscht in mehreren Quartieren der Hauptstadt, und verschont selbst die Franken nicht. Sie soll sich auch auf einigen im Hafen liegenden Schiffew gezeigt haben, und überhaupt dießmal von sehr bösartiger Natur seyn. Der Kapudan Pascha, welcher bereits am 4. Juli eine Abtheilung von 25 Schiffen unter dem Kapudana- Bei nach dem Archipelagus abgesendet hatte "), ist am 13. d. M. mit dem übrigen Theile der Flotte, auS 55 Kriegsschiffen bestehend, in der Richtung von Mytilene unter Segel gegangen. Der größte Theil der Kriegs- Marine der Griechen lag, so weit die Uzten Berichte, die man hier sowohl als in Smyrna auS dem Archipe- laguS erhalten hatte, reichen, bei Hydra vor Anker. Ibrahim Pascha hielt sich lange Zeit in dem südlichsten Theile von Morea mit den Mainotten beschäftigt, die anfänglich zur Unterwerfung geneigt schienen, nachher aber, als eö zur Entwaffnung kommen sollte, sich an ihre Gebirge zurückzvgen. Hierauf scheint Ibrahim Pascha sich wieder gegen daö Innere der Halbinsel gewendet zu haben. Der Seraskier Reschid Mehmed Pascha hatte seinen Zug von Livadia über Theben (einigen Nachrichten zufolge über Megara) nach Athen fortgesczt, wo er, an der Spize von 6 bis 10,000 Mann, bereits eingetroffen seyn soll. Die Zitadelle (Akropolis) war vvn Gou- ra besezt, welcher dem bekannten Parteigänger General Karaiskaki den Eingang in selbe verwehrt hatte', worauf sich derselbe nach Napoli di Romania wendete, und von den dortigen Miffvlunghivten, welche sich großen Einfluß auf die Regierung anmaßen, mit offenen Armen empfangen wurde. Alle Nachrichten stimmen darin überein, baß in Napoli di Romania die größte Verwirrung herrscht. Die dort befindlichen Rumelioten und auS Missolunghi dahin geflüchteten Sulivten waren im Best; der Zitadelle, und die Mitglieder der Regierung haben sich genö- thiget gesehen, sich nach Lurzko, Nauplia gegenüber, zurückzuziehen. Der General Markts v. Paulucci, Oberbefehlshaber Mrelts am ,4. Juli wußte man in Smyrna, daß diese Wtbcitung am L. durch den Kanal zwischen Tino und Mpkont passirt, und am g von Syra nach Suva auf Eandia steuernd gesehen worden sey, wo sie sich mit de» diS dahin bei Modon gelegenen ägyptischen Schiffen vereinigen sollte. — Ein englisches Kriegsschiff, welches, aus dem Archipelagus kommend, am 21. Juli auf der Ahede von Dante anlangte, brachte die Nachricht, es sey, während es sich auf der Höhe der Insel Sapienza (bei Mo- Lon) befunden habe, einer aus 22 Kriegs- und S Transportschiffen bestehende» türkischen Flotte begegnet. — Zu Eorsu war am Zi. Juli die Schiffer-Nachricht verbreitet, daß tcnc Flotteu-Abtheilung, mit gooo Mann Landungs- Truppen an Bord, bereits zu Modo» angetanst sey. der k. k. Marine und zu gleicher Zeit der k. k. Seemacht in den Gewässern des Archipelagus, hat am 14. d. M., am Bord der k. k. Fregatte Bellona, die Rhede von Smyrna verlassen, und ist am 16. einem auö TenedoS nach Smyrna segelnden Fahrzeuge in den Gewässern von Mytilene begegnet. Am 50. Mai (11. Juni) starb der bekannte Bischofs von PatraS und Metropolit Germanos. Nach Pouque- ville (einem wenig zuverlässigen Schriftsteller) war er der erste, der im Monat April 1L21 bas Signal zum Aufstande der Griechen gab. Griechenland. Triest, den 19. August. Es fehlen hier noch immer direkte Nachrichten auS Morea. Amerika. (Vereinigte Staaten von Nordamerika.) Man schreibt aus Neu-Aork vom 9. Juli: "Herr Galatin ist nach England abgefegelt, mit der wichtigsten Sendung vielleicht, die feit dem Genter Vertrage einem unserer Diplomaten anvertraut worden ist. Die an sich ausgedehnten, um nicht zu sagen verwickelten Verhältnisse der Vereinigten Staaten und Großbritanniens haben seit Kurzem einige neue schwierige Punkte herbeigeführt. Einem Artikel des Naci 0 n al-Jnteilig er, cer zufolge hat Hr. Galatin den Auftrag, neben andern strittigen Fragen, vornämlich die wegen der Festsezung der nordwestlichen und nordöstlichen Grän- zen, der Schifffahrt auf dem St. Lorenzostrome, den Handel mit den Kolonien und den Sklavenhandel zu unterhandeln. Alle diese Fragen berühren das gegenwärtige und künftige Interesse Amerika'ö auf das Wesentlichste. Das grvßherzogliche Staats- und Regierungsblatt vom 25. Aug., Nr. XXI, enthält folgende Dienstnachrichten: Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben gnädigst geruht, den Geheimen Rath v. Jagemann, unter Bezeugung der Allerhöchsten Zufriedenheit mit dessen bisheriger Dienstführung, seiner Stelle als Stadtdirektor in Mannheim gnädigst zu entheben, und als Direktor zu dem Hofgericht daselbst zu verse- zen; — den Amtmann Hout in Mannheim in Pen- sionssiand zu versezen; — dagegen den Oberamtmann Wundt in Müllheim zum Stadldirektor in Mannheim, und den Amtsassessor Lechtenauer in Ettenheim zum weitern Amtmann bei dem Stadlamt Mannheim zu ernennen. Ferner haben Seine Königliche Hoheit Sich gnädigst bewogen gefunden, den Amtmann Leußler in Schopfheim zum ersten Beamten in Müllheim zu ernennen, — dem Amtmann Bürkle in Schönau das Amt Schopfheim, und das hierdurch erledigte Amt Schönau dem Amtmann Henzler in Breysach zu übertragen, — so wie den Assessor Kuenzer in Breysach zum Amtmann und zweiten Beamten daselbst zu be- fördern; — endlich den Oberamtmann Rütting.er in Ladenburg zu pensioniren, — und das Amt Ladenburg dem Amtmann Pfeiffer in Neckarbischoffsheim, so wie das hierdurch erledigte Amt Neckarbischoföheim dem Amtmann Bettinger in Mannheim zu übertragen, — und den Rechtspraktikanten Sales D i e z von Slockach zum Amtsasseffor in Ettenheim zu ernennen. Höchstdieselben haben gnädigst geruht, den pro- visorischen Domainen-Verwalter Staibzu St. Georgen definitiv als Domainen-Verwalter daselbst, — den provisorischen Domainen-Verwalter Fleiner zu Ettenheim zum wirklichen Domainen-Verwalter daselbst, — den provisorischen Domainen-Verwalter Kiefferzu Müllheim zum wirklichen Domainenverwalter daselbst, — den provisorischen Domainen-Verwalter Engesser zu Heitersheim zum wirklichen Domainen-Verwalter daselbst, — denDomaincn-VerwaltungS-Verweser Hoyer zu Breiten zum wirklichen Domainen-Verwalter daselbst zu ernennen; — dem Professor Oe hl in Rastatt die erledigte Bezirksbau-Inspektion Konstanz, und dem Kandidaten Ferdinand Sander die erledigte zweite Lehrstelle an dem Pädagogium zu Durlach nebst dem Pfarrvikariat mit dem Charakter als Diakonus zu übertragen. Gegenwärtig, wo die Kunst überall aufgemuntert und beschüzt wird, und die gepflückten Kränze öfters Gold »sprießende Früchte tragen, sind jugendlicheKünst- ler kerne Seltenheit mehr, und das Erscheinen von früh erkeimenden Kunstpflanzen ist jezt häufig an der Lages- Ordnung» Wenn unS aber der Besuch von solchen jugendlichen Talenten schon öfters angenehm unterhalten, so gehört das freundliche Brüder-Paar Eduard und Leonhard Schulz zu den aussergewöhnlichsten Erscheinungen, die, kaum das Flügel-Klcrd einer fröhlichen Kindheit ablegend, durch ihr hoheöKunst-Lalent Jedermann überraschen und den Zuhörer mit Bewunderung und Staunen erfüllen. Unter des Vaters geschickten Leitung sich ausbildend, 'wurden ihre herrlichen Anlagen schon im ersten Aufkeimen in Oestreichs Kaiserstadt aufgemuntert, und selbst am fernen Gestade der Themse sollte ihr Lob als schöne Anerkennung ihres würdigen Strebens laut erschallen , und den kleinen Virtuosen als gerechte Huldigung der schmeichelhafte Beiname der deutschen Troubadours zu Theil werden. Dankbar erkennen wir es, daß mit höchster Erlaub- «iß ein geehrtes Theater-Komite uns Gelegenheit gab, LaS holde Brüder-Paar und ihren geschickten Lehrer in einer musikalischen Abend-Unterhaltung zu bewundern, und wenn die schonen Erwartungen, wozu der vorangegangene Ruf berechtigt batte, durch die siau- uenswerthe Leichtigkeit ihres Vertrags und jden gefühlvollen Ausdruck ihres herrlichen Spiels noch weit übertroffen wurden, so haben wer die Ankündigung ei- 1324 nes Konzertes, das, mehrseitig aufgefordert, die talentvollen jungen Künstler den nächsten Montag im Badischen Hofe geben werden, mit wahrem Vergnügen vernommen. Möchte ihr ausgezeichnetes Talent in einem zahlreichen Besuche von KarlSruh'S Bewohnern freundlich unterstüzt, und der hohe Kunst-Genuß, den wir uns versprechen dürfen, an diesem Abend recht Vielen zu Theil werden. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 25. Aug. Barometer Therm. Hygr. Wind M. 6 27 Z. 10,6L. 15,SG. 47 G. NO. M. 2; 27 Z.io.zL. 25,5 G. 57 G. NO. N. 10 27 Z. 10,1 L. 20,2 G. 4t G. NO. Anhaltend heiter, etwas windig, Nachmittags schwül. Karlsruhe. sVersteigerung zu Dave n.^ Montag, den 28. Aug. d. I., Nachmittags 3 Uhr, lasse» die Unterzeichneten in Baden den bei dem alten KonversalionS- hause gelegenen untern Garten mit dem - Stock hohen massiven Chorgebäudcn im Ganzen ungefähr i6c> Schuh lang und 80 Schuh breit, mit den unS vom Großherzvglichen HLchstpreiS- Itchen Ministerium des Innern, in unftrm Vaukonlrakt §.,4, auf diese Liegenschaft zugestcherten Gerechtigkeiten, als: Real- schildwirthfchaftS- und Badgerechtigkeit, mit dem erforderlichen Mineralwasser, nebst dem Bürgerrecht in Baden, öffentlich an den Meistbietenden unter billigen Bedingungen versteigern, und wenn der Anschlag von 10,000 ss. geboten wird, dem Lezrbie- tcnden ohne Ratistkattons - Vorbehalt sogleich als eigen zü- schlagen. Berkmüller. Hold. Karlsruhe- lHauS-Verkauf zu Bruchsal. Z Das tn die Verlaffenschaft der Amtmann Er HS'scheu Ehefrau gehörige HauS zu Bruchsal in der Huttengasse, Nr. 3 », mit geräumigem sehr guten Weinkeller, Hof und Gärten, wird den 5 . September d. I., Abends 3 Uhr, tm Wirthshausc zum Wolf zu Bruchei, unter der Bedingung öffentlich versteigert, daß der Kaufschiüing in vier verzinslichen Jahrstermincn, Martini 1626, 1827, >828 und ,82g, abzutragen ist; was ich unter dem Anfügen bekannt- mache, daß die Hälfie des Kaufschillings, mein ganzer An- lhcil nämlich, gegen 's pCt. Zinsen, 6 Jahre lang unauf- kündbar stehen bleiben kann, worüber aber das Nähere mit mir zu verhandeln ist, weil dieser Punkt in die SteigerungS- Vedingungen nicht ausgenommen wird. Karlsruhe, den 26. August 1826. Sekretär PH. Reich. Karlsruhe sA »zeiget In der Akavemiestraß'« Nr. 16, bei Hofbüchscnmacher Licht enfelS, sind, nebst sek- ncm schon lange so vorzüglich bekannten Kölner- Scheiben- nnd Jagd-Pulver» auch Französische Kupfer- oder Zündhütchen und Kügelchen, wie auch sehr schön gefertigte Englische Kupferhütchen mit Metalldeckc, welche vor dem Anziehen dev Feuchtigkeit, wie auch vor dem öfter» HerauSfatlen des Fulminant geschützt, und daher jedem Liebhaber bestens zu empfehlen sind, üm sehr billigen Preis zu haben. Verleger und Drucker: PH. Macklot.