Karlsruher Zeitung. Nr. 288 . Montag, den 28 . August 1826 . Anhalt-KLthen— Vaiern. — Frankreich. — Großbritannien — Niederlande. — Lestreich. — Preußen. — Rußland.— Spanien. — Amerika. (Brasilien. Columbia.) — Diensinachrichten. Anhalt-Köthen. Köthen, den 7 . Aug. Der Papst hat vor Kurzem dem Herzog verschiedene Reliquien und Kleinodien übersandt. Sie bestehen in zwei schönen Oelgemälden, beide die Himmelskönigin mit dem Kinde darstellend, zwei silbernen Bildern der Apostel Petrus und Paulus, mit dem Fußgestell 1 /^ Fuß hoch, nachgeformt den großen Bildsäulen derselben, die in St. Peter zu Rom befindlich sind, und in einem silbernen Kreuze, worin Splitter vom ächten Kreuze Jesu seyen. Bei der kürzlich statt gehabten Einführung eines neuen Superintendenten sprach ein Prediger sehr starke LHorte gegen die Verkehrtheiten finsterer Jahrhunderte in religiöser Hinsicht aus, die also den Katholizismus geschichtlich angriffen. Darauf ist von dem Herzog der Befehl an das Konsistorium erfolgt, jenen Prediger nachdrücklich zurechtzuweisen. Zugleich wurde eine auf das Allgemeine bezügliche Stelle dieses Herzogs. RescriptS sämmtlichen Predigern des Landes durch den Superintendenten zur Nachachtung zugefandt. B a i e r n. München, den ly. August. Die Andreäifche Buchhandlung zu Frankfurt am Main hat Seiner päpstlichen Heiligkeit Leo XII. ein Exemplar der von ihr nach der Vatikanischen Ausgabe neu verlegten Bibel übersendet. Seine päpstliche Heiligkeit gerührten in einem eigenen eben so würde - als huldvollen Erlasse an gedachte Buchhandlung nicht nur Höchstihr besonderes Wohlgefallen über diese, durch ihre typographische Ausstattung und Korrektheit ausgezeichnete Ausgabe der heiligen Schrift in den gnädigsten Ausdrücken zu erkennen zu geben, sondern auch derselben zwei goldene Medaillen zu verleihen, welche ihr nebst dem höchst schäzbaren Erlasse Er. Heiligkeit, durch Se. Exz. den hochwürdigsten Hrn. Herzog von Serra Cassano, Erzbischofs von Nicäa, Coadjutorvon Capua und apostolischer Nunzius in München, unter'm 28 . Juli l. I. in sehr schmeichelhaften Ausdrücken überschickt wurden. Frankreich. Paris, den 26 . Aug. Gestern war der Kurs der Sprozcnt. konsvl. zu 100 Fr. 70 , 65 , 70 Cent. — Sproz. konsol. zu 66 Fr. 15 , 20 Cent. — Bankaktien 2010 Franken. - Der H. Fürst von Polignac, französischer Gesand ^"öoner Hvfe, ist, von seiner Urlaubsreife in't südliche Frankreich, zu Paris angekvmmen. s — Die Stocks vom 26. August sagt: Mehrere Journale, und unter andern der Drapeau blanc, behaupteten gestern: daS spanische Ministerium sey, mit Ausnahme des Herzogs von Jnfantado, verändert worden. Sie nennen den H. Ecro als neuen Finanz-, H. Eguia als Kriegsminister rc. Wir glauben: ivenn irgend ein Wechsel im spanischen Ministerium statt findet, so hat» nicht iz, dem Sinne statt, in dem jene Journale ihn melden. Wir glauben eben so wenig an die angebliche Verschwörung, die H. Recacho entdeckt haben soll. Obige Widerlegung bezieht sich auf folgenden Artikel: Madrid, den 14. Aug. (Privat-Korrespondenz.) Se. Maj. der König ist seit vorgestern rn diese Hauptstadt zurückgekommen. Während der Hof zu Si- guenza sich aufhielt, wollte die apostolische Parthei einen Ministerwechsel bewirken: H. Erro sollte Finanz-, H. Eguia Kriegs-, H. Aznarez Gnaden und Justiz-, H. Cvntador Marine-Minister werden; der Herzog von Jnfantado sollte Minister bleiben. Die Apostolischen wollten diesen Plan mit Gewalt, vermittelst eines Komplottes, durchsczen, daS zur Zeit der Reise Sr. M. von Alcala nach Madrid auSbrechen sollte. Großbritannien. Der Scheck von Bornu, im innern Afrika, hat dem König von England durch die nach Bornu gekommenen englischen Reisenden, Major Denham und Kapitän Clap, perton, ein Schreiben zusenden lassen, worin es in Be, ziehung auf die von England gewünschte Anknüpfung von Handelsverbindungen heiß», daß, wenn 4 bis 5 Kaufleute in das Land kommen wollen, er, der Scheck, nichts dagegen habe; mehr aber dürfen nicht kommen. Niederlande. Der H. Herzog von Wellington ist am 21 . August aus England zu Brüssel angekommen. O e st r e i ch. Unter den zahllosen Zügen von Unterthanenliebe, welche die gefahrdrohende Epoche rm verflossenen Märzmonat an's Licht brachte, soll die Prägung der Medaille nicht vergessen werden, welche sich durch Idee und Ausführung des hohen Zweckes würdig macht, daS Andenken an die übcrstandene Gefahr der spätesten Nachkommenschaft durch eine bildliche Darstellung aufzube- wahren. Hr. Johann Ritter von Lucam hat nämlich eine Medaille in Guldengröße vom feinsten Silber prägen lassen, welche Hr. Johann Ritter von Lampi, 1326 Cohn, nach des Herausgebers Angabe zeichnete, und der k. k. Münz-Graveur, Hr. Joseph Lang, dann He. Franz Stuckhart (auf der Kehrseite) aussührten. Der allegorische Inhalt dieser sehr wohl ersonnenen und in allen Lheilen trefflich ausgeführten Medaille ist- folgender : Die eine Seite zeigt das gut getroffene Brustbild des erhabenen Landessürstcn mit der Umschrift: krsn- airons l. Orlli vonsorvstus (Franz I., der Welt erhallen). Die Kehrseite enthält eine aus den drei Parzen sich bildende Gruppe, deren mittlere so eben im Begriffe steht, dennoch zu kurz gesponnenen LebenSfaden des geliebten Landesvaters abzuscdnciden, aber an diesem verhäng- vißvollen Unternehmen durch Oestrcichs fchüzenden Genius, der ihr mit seiner rechten Hand in den Arm fallt, und mit der linken aus die Worte: kstrl xsroe (deS Vaters schone!) deutet, verhindert wird. Im Abschnitte ist Jahr und Monat ersichtlich. P r e u s s e n. Münster, den 13. Aug. Der hvchwürdigste Bi- schoff von Münster fand sich durch wichtige Gründe bewogen, an die Landdechanten, bischdfflichen Kommissa- rien und Kantonspfarrcr ein Zirkular gegen die Wallfahrten zu erlassen, ähnlich demjenigen, welches der hvchwürdigste Erzbischofs von Köln vor einigen Monaten an die Diözesanen dcö Erzbisthums erlassen hat: »Alle Wallfahrtszüge, welche zum Hin - und Herwandeln wehr als einen Tag erfordern, so wie überhaupt die Wallfahrtszüge in größer» Massen nach einem ausserhalb der Diözese gelegenen Orte, oder ohne einen von dem Lrn. Bischofs ernannten Führer, sind gänzlich untersagt. Verlangt eine bedeutende Anzahl Parochianen, nach einem nicht weit .entlegenen Orte eine Wallfahrt in Prozession zu unternehmen, so sind die Pfarrer zu gutachtlichem Berichte, mit Angabe des Führers, angewiesen; und soll nach der Lage der Sache verfügt werden. Bis auf weitere Verfügung bleibt es den Einzelnen unbenommen, ihrem Bedürfnisse zu folgen. Rußland. Petersburg, den 9. Aug. Hr. v. Kotzebue, der jüngsthin von seiner Reise um die Welt wieder hier angekommen ist, wurde Flotten-Kapitän vom 2ten Range und hat den St. Annen-Orden 2ter Klasse, die Doktoren Esckholz und Siwold, der Astronom Preis, der Mineralog Hoffman» und der Naturforscher Lenz aber, die ihn begleiteten, haben den Wladimir-Orden 4ter Klasse erhalten. — Bemerkenswerth ist, daß, vom Jahr 1824 an, die Gratifikations-Summen für konfiszirte Contre- Lande gegen frühere Jahre in einem großen Verhältnisse gewachsen sind. In der Zahl der Gratifikationen finden sich 375 von 1000 bis 10,000 Rubel, 29 von «0,000 bis 20,000 R., 10 von 20,000 bis 50,000 R., 1 von 50,000 bis 100,000 R., und 2 über 100,000 R. Moskau, den 7. August. Vom 51. Juli bis 2. August langten hier an: der Ober-Befehlshaber der russ. Armee Graf Sacken, der Marschall Marmont Herzog von Ragusa, der kais. bstreich. Feldmarschall Prinz von Hessen-Homburg, der königl. niederländische Gesandt« General von Heckern, der königl. sch,ved. Feldmarschall Baron von Sleding, die französischen Generäle Grafen d'Amermont und Talon, der General-Gouverneur von West-Sibirien Kapzewitsch, der Heitmann der Kosacken Graf Orlow-Denissow, der Metropolit von Kiew, dia Erzbischöffe Abraham von Jareölaw, Joseph von Smolensk, und Phylaret von Raisan, der kön. würtemberg. Gesandte Prinz Hohenlohe-Kirchberg, der kön. schweb- Gesandte Baron von Palmstiern, der königl. span. Ge, sandte Paez de la Cadera, der königl. preuß. Gesandte General von Sch'oler und der grusinische Czarewitsch Taimur. Ueber die Ankunft JI. MM. des Kaisers und der Kaiserin melde ich Ihnen noch Folgendes: Um 1 Uhr Mittags fuhren I. M. die Kaiserin Maria Fev- dorowna in Begleitung Sr. kais. Hvh. deS Großfürsten Michael Pawlowitsch und Sr. Gemahlin der Großfürstin Helena Pawlowna dem Allerhöchsten Kaiserpaare mit dem Vorsaze entgegen, Allerhöchstdieselben beider Ankunft in Tschurnigraes (27 Werst von Moskau ent» fern!) zu überraschen; II. MM. kamen aber der Kaiserin Mutter in Seszweisky schon entgegen. Die Freude des glücklichen Wiedersehens war beiderseits so groß, daß Allerhöchstdieselben auf der kurzen Fahrt nach Petrows, ky Dwarez sich zu trennen nicht vermochten, und sämmllich, so wie auch Se. kön. Hvh. der Prinz Karl von Preussen, in dem Wagen der Kaiserin Mutter ver, cintPlaznahmen. Bei'm Palais anlangend, fanden Sie das Gedränge des jubelnden Volks über alle Maaßen, das kaum avznhalten war die Pferde auszuspannen, und den Wagen in den Schloßhvf zu ziehen. Eine Stunde darauf stattete das Kaiserpaar, begleitet von Sr. k. H. dem Großfürsten Alexander, der Kaiserin Mutter einen Besuch ab, und machten den Weg dorthin zu Fuß. Um bei dem feierlichen Einzuge des Allerdurchlauch, tlgsten Kaiserpaares in Moskau, welcher am 6. Aug. statt gefunden, allen Unglücköfällen und Unannehmlichkeiten vorzubeugen, hatte die Polizei Tags zuvor publi- zlrt: Ein jeder Zuschauer möchte sich bis 2 Uhr Mittags zu der Stelle, die er bei'm Einzug deS Allerhöchsten Kaiservaarcs einzunehmen gesonnen sey, hlnbegeben; wer dieß versäume, hätte alsdann nur sich selber eö zu, zuschreiben, wenn ihm später der Zugang von den in den Straßen aufgestellten Truppen versagt würde. Daher drängte sich um jene Zeit die Menscheumasse, di« rechte Zeit nickt zu versäumen, unaufhaltsam durch dir Straßen den Gerüsten zu, auf welchen die Pläze mit 1 Rub. bis 2 Duk. bezahlt wurden. Auf allen Dächern erblickte man Menschen. Die ersten Etagen aller Häu, ser von Sastawa bis zum Kreml waren mit Drapperien geschmackvoll verziert. Die großen Palais sogar mit Goldstoff, Sammet, Seide, Casimir, und mit goldenen Fransen, Borten und Quasten; kostbar gewebte Decken hiengen über die Balkone. Um 3 Uhr gaben 9 Kanonenschüsse dem Militär das Signal zum Einrücken in die Stadt, wo es an beiden Seiten der Straße, drei Mann hoch, ausgestellt wurde. Um 5 Uhr verkündeten 1327 71 Kanonenschüsse der Majestäten Ankunft an der Sa- stawa, und das Glockengeläute ertönte aus allen Gegenden der Stadt. Se. M. der Kaiser erschienen zu Pferde, Ihm rechts und links ritten Se. kaiscrl. Hoh. der Großfürst Michael Pawlowsky und Se. k.H. der Prinz Karl von Preussen , umgeben von einer ausserordentlichen Suite russischer und auswärtiger Generäle und Adjutanten. Ihre Maj. die Kaiserin Alexandra Feodorow- na, nebst Sr. kais. Hoh. dem Großfürsten Alexander Nicolai, Allerhöchstderselben zur Seite sizend, fuhren in einem prachtvollen Wagen, und wo das Allerhöchste Kaiserpaar sich nahte, ertönte der Jubel des Volks. Der Zug war gerade 3 Werst lang, denn als die Zle Division Chevaliergarde, die den Zug eröffnet-, an der Sastawa anlangte, so waren die Postillons, die ihn beschlossen, noch an der Petrowsky Palaispforte. Der Einzug dauerte bis um 7 Uhr. Am Abend sah man die Stadt prächtig erleuchtet. Auf dem Twerschen Boulevard , den der Hr. Kriegs-General-Gouverneur auf das Prachtvollste zu erleuchten befohlen hatte, drängten sich die hohen Herrschaften am Abend um 11 Uhr noch durcheinander, ihre Equipagen zu erhalten, und eS wurde Mitternacht, ehe sich Alle entfernen konnten. Der Lag der Krönung des Allerdurchlauchtigsten Kaiserpaares ist wegen der eingetretenen Fasten, die erst am 15. August enden, noch ausgesezt, aber noch kein Tag dazu bestimmt worden. Spanien. Gleichzeitig mit der vor einigen Jahren in Genua geschehenen Bekanntmachung verschiedener Papiere über die Person des Columbus faßte der, durch die Herausgabe der Reise von Galiano und Valdes im Jahre 17Y2 zur Entdeckung der nordwestlichen Fahrt um Amerika, so wie durch viele andere gelehrte Werke über spanische See-Altcrthümer rühmlich bekannte Don Martin Fernando de Navarette den Entschluß, feine Untersuchungen auf die ältesten spanischen Entdecker und Eroberer der neuen Welt zu richten, und deren Fahrten und Tha- ten herauszugeben. Der Erfolg hat diese Bemühungen gekrönt, und in den von der spanischen Regierung bereitwilligste cröffneten Archiven der indischen Angelegenheiten von Simancas, von Sevilla, vom Escurial, so wie denen vieler Privatleute, haben sich Schäze und Urkunden gesunden, welche man längst für verloren geachtet hatte. Als erste Frucht dieser Entdeckungen hat H. von Navarette so eben zwei Quartbände in der königlichen Druckerei zu Madrid erscheinen lassen. Der erste enthält, nach einer geschichtlichen Einleitung über die vielfältigen Bemühungen der Spanier, den Weg nach Ostindien , sowohl östlich um Afrika, als westlich zu finden, die von Colon ab gestatteten amtlichen Berichte über seine erste, dritte und vierte Entdeckungsreise nach Amerika. Die Darstellung der zweiten Reise ist verloren gegangen, und statt ihrer ist ein gleichfalls ganz unbekannter Bericht des vr. Chanca, eines Reisegefährten Colon'S, über diese Fahrt an den Stadtrath von Sevilla, eingeschaltet worden. In einem Anhänge sind viele Urkunden gegeben, alles mit Erläuterungen und Anmerkungen Navarette'S reichlich ausgestattet, und zwei Landkarten über sämmt, liche-EntdeckungS-Reisen Colon's, die Inseln und die Küste Amerikas vom Orinvco bis Yucatan beigefügt. Der zweite, gleichzeitig mit dem ersten erschienene Band, enthält lauter bisher ungedruckte Urkunden über die Per» son, die Reisen und Entdeckungen Colon's, sowie über die Regierung und Verwaltung Amerika'S in der frühesten Zeit der Niederlassungen und über die castilische Seemacht. Aus den diesen Ur- künden beigcfügten Erläuterungen geht unter andern her« hör, daß nicht Guanahan, eine der lukayischen Inseln, wie man bisher glaubte, der von Colon zuerst entdeckte Theil Amerika'S gewesen, sondern eine der Türken-Jn- seln in der Nähe von St. Domingo. Wenn diese beiden Bände voll neuer, längst verloren geglaubter Thatsachen, eine günstige Aufnahme finden, wird ihnen eine Reihe ähnlicher, gleich wichtige Urkunden enthaltender folgen. Im dritten Bande, den H. v. Navarette bereits druckfer« tig hat, werden die Entdeckungen des festen Landes von Amerika und Brasilien, vom Platastrom an, die des mexikanischen Meerbusens, Flvrida's, sowie die Reisen des MagellaenS, sämmtlich auS den Originalberichten gegeben werden. In den folgenden Bänden demnächst die Fahrten und Berichte der Entdecker und Eroberer der spanischen Besizungen im Südmeere, Chili's, Peru'S, Ca- liformen's, der philippinischen Inseln u. f. w. Amerika. (Bra si l ien.) Der russische Konsul in Rio -Janeiro hat in das bork erscheinende Diariv Flu Mine nse folgende Nachricht einrücken lassen: Am23. April, Abends, ritten dreiUn« teroffiziere von dem der russisch-amerikanischen Handlungsgesellschaft gehörigen Schiffe Helena in der Gegend von St. Christoph spazieren; auf dem Rückwege fiel Einer von ihnen in der Straße Malta-Porcos, und beschädigte sich so, daß er dabei viel Blut verlor und ohnmächtig wurde. Sie kannten weder die Gegend» noch die Sprache. Nun kamen zwei Personen zu Pferde vorüber, ein Herr und eine Dame; der Herr stieg ab, und kam dem Verwundeten zuHülfe, währenddieDame auch anhielt und wartete. Diese Unbekannten waren — der Kaiser und die Kaiserin von Brasilien. (Columbia.) Der Columbiano vom 2ö. Juni enthält einen ausführlichen Artikel, worin dargcthan wird, wie passend es für Columbia wäre, nach dem Muster von Guatimala und Mexiko sich in eine Föderativ-Republik umzubilden, und das ungeheuer ausgedehnte Columbia, nach seinen alten Gränze», in 3 große Sektionen, nämlich Venezuela, Neu-Granada und Quito, zu thei- len, von denen jede einzeln ihre innere Verwaltung besorgen solle; die Zentral-Angelegenheiten, wie Militär- Macht, auswärtige Verhältnisse u. s. w. aber dem Gen- Kongreß überlassen würden. Man scheint nicht zu be- 1328 zweifeln, baß Bolr'var bei seiner Rückkehr diese Veränderung vornehmen wird. Das großherzogliche Staats- und Regierungsblatt vom 23 . Aug., Nr. XXI, enthält folgende Dienstnachrichten: Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben gnädigst geruht, den Diurnisten Wickert zum Registratur-Gehülfen bei der Registratur des Kriegs- Mlnisteriums zu ernennen; — ferner den ehemaligen Bataillons-Schreiber Johann Jäger vom 2 ten Linieu- Jnfanterie-Regiment Markgraf Wilhelm als provisorischen Kasernen-Verwalter dahier anzustellen, — und die Stabs-Chirurgatsstelle zu Oppenau dem praktischen Arzte Joseph Seither von Ettlingen, mit dem Charakter als Asststenz-Arzt zu übertragen. Hbchstdieselben haben Sich gnädigst bewogen gefunden, den Geheimen Justizrath Gabriel Wolf zu Mannheim, unter Bezeugung Hdchstihrer Zufriedenheit mit seinen geleisteten Diensten, — so wie den Amtmann Schmcth zu Oberkirch, bis sich Gelegenheit zu seiner Wiederaktivirung ergibt, in Pensionsstand zu versezen. 'Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 26 . Aug. Barometer Therm. Hygr. Wind M. 6 s - 27 Z. 9,9 L. 15,5 G. 4b G. W. M. 3 27 Z. 9,5 L. 34,3 G. 37 G. NO. N. 9 s 27 Z. 10,0 L. 20,0 G. 42 G. SW. Ziemlich heiter, etwas neblicht, gegen Abend bewölkt es sich mehr, Nachts gewitterhaft. Todes-Anzeige. In der Nacht vom 12. auf den lZ. dieses entschlief, nach langem Leiden, zum bessern Leben unsere inniggeliebre Mutter, Freifrau Kunigunde Roth v. Schreckenstein, geborne Freiin v. Ried heim, im 59. Jahre ihres Lebens. Indem wir dieses für uns höchst schmerzliche Ec- eigniß unfern sämmtlichen Verwandten und Freunden an- zeigen, bitten wir um ihre stille Theilnahme. Konstanz, den 14. August 1826. Freiherr Kart Roth v. Schreckenstein, Fürst!. Fürstenbergischer Oberstallmeister, in seinem und seiner Geschwister Namen. Theater « Anzeige. Dienstag, den 2y. Aug.: Die beiden Klingsberge, Lustspiel in 4 Aufzügen, von Kotzebue. Donnerstag, den zl.Aug.: Das Gericht der Templer, romantisches Schauspiel in 5 Akten, von Lenz. Sonntag, den Z. Sepk., kein Theater. Mannheim, sAi, zeige. I Nachstehende Loose, näm- lrch Nr. riL. 1847. >670. ,97g. 1980. 2792. 2818. 570g 27,,. 38-4. 4532. 4Z47. 4602. 497-- Z>»4. 65n. 6836. 70öS. 7004. 7°o6. 7^o. 7332. 7339. 7446 7512. 7S1Z. 7Z25. 7553. 7668. 7883. 7864. 7692. 7918. 7998. 672» bis 3o. 9621. 10725» io83i. 11021 a 23 11168. 12155.14405.16010.16867« >SSga. ig496. 20876. 2oS35. 20976. 20978. 20979. 21112. -1147- 22261. 23Z8i. 2342Z. 24328. 2554i. 25683. 25791. 28794. 27612. 26001. 28009. 28010. 28115. 28532. 28781. 28787. 28887. 26962. 29095. 29542. 29547. 29721. 5oog2, 3o492- Zi42 i->- 4- 26 s 28. Z14Z0. 3iS3i s 40. 31649 U. 5o. 3i82i. 52362 a 69 32969 5354z. 3S56i s 65 , 65 . 90 ä 9Z, 97 U- 99' 35496. 35499. 35647. 30711. 56049 ö 60. 56690. 57791 u. 92. 58121. 599,4. 40290. 43435. 43Sn. 45520.4550» » 5 46616 a 20. 47761 u. 52. 49890., ferner 1/237611. -its 3761g. - it2 37620. - iir 48296 - U2 48297. - 1/2 453oo., zur großen Güierlotterie in dem Großherzogthuw Baden, sind verloren gegangen. ES wird vor deren Ankauf gewarnt. Mannheim, den 25. August 1826. W. H. Ladenburg. Karlsruhe. sHauS - Verkauf zu Bruchsal. I Das tn die Verlaffenschaft der Amtmann Erbs'schen Ehefrau gehörige Haus zu Bruchsal in der Huttengasse, Nr. 3i, mit geräumigem sehr guten Weinkeller, Hof und Garten, wird den 5 . September d. I-, Abends 8 Uhr, im WIrthshause zum Wolf zu Bruchsal, unter der Bedingung öffentlich versteigert, daß der Kaufschilling in vier verzinslichen Jahrstermine», Martini 1626, 1827, 1828'und 1829, abzutragcn ist; was ich unter dem Anfügen bekannt mache, daß die Hälfte des Kaufschillings, mein ganzer An- theil nämlich, gegen 5 pCt. Zinsen, 6 Jahre lang unauf- kündbar stehen bleiben kann, worüber aber das Nähere mit mir zu verhandeln ist, weil bicier Punkt ln die Steigerungs- Bedingungen nicht aufgenommen wird. Karlsruhe, den -6. August 1626. Sekretär PH. Reich. Unteröwisheim bei Bruchsal. sFa ß - u. Faßtau- gen-Verkauf. I Von hiesiger Verrechnung werden 2Z Stück Faß, von 6 bis zu 40 Ohm, 344 Stück unverarbeitete Faßtaugen, von 4 bis zu 10 Schuh, und g 3 Bvbenstücker vo 3 bis zu 10 Schuh aus der Hand verkauft. Unteröwisheim, den 23 . August 1826. Großherzogliche Domainenvcrwaltung. Schmidt. König!. Barer. 10 fl. Obligations-Loose womit man die Preise von 2»>al 5o,ooo fl-, 5 mal 20,000 fl., gmal 4000 fl , 46mal 1800 fl-, 45mal 1200 fl. und 2628mal So fl. im 24 fl. Fuße gewinnen kan», im nicht hcrauskommcn« den Falle aber, nach geendigten Ziehungen seine Einlage haar zurück erhält, find zur diesjährigen Ziehung, welche den 1. September in München statt findet, ü 12 fl im 24 fl.Fuße nebst Planen gratis, so wie Pro messe-Scheine auf den Ziehungsgcnutz dergleichen Loose » 2 fl., gegen portofreie Einsendung des Betrags, zu haben bet M. Bing der Jüngere, in Frankfurt asm. Döngeögaffe Ickr. ll Ar. 167, der Gelnhäuser- Gaffe gegenüber. k 8. Ziehungsliste und Schicksalsanzeige erhalten meine Herren Komitentcn, gleich nach statt gehabter Ziehung, un- e n t g e l d l t ch. Verleger und Drucker: PH Macklot.