Karlsruher Zeitung. Nr. 244. Sonntag, den 3. September 1826. baden. (Karlsruhe. Rippoltsau.) — Baiern. — Freie Stadt Frankfurt. — Großherzogthum Hessen. (Darmliadt. Mainz.) — Würtemberg. — Frankreich. — Großbritannien. — Italien. (Königreich Sardinien.) — Niederlande. — Des,reich. — Preuffen. — Rußland. — Schweiz. — Griechenland. Baden. Karlsruhe, den 2. Sept. Se. Exz. der königl. preuß. Gesandte, Hr. Baron von Otterstedt, ist aus der Schweiz, und der kdnigl. niederländische Geschäftsträger, Hr. von Heldewier, aus Holland zurückgekommen. Rippoltsau, den 25. Aug. Auch bei der Kur« quelle Nippoltsau wurde das höchste Namensfest unseres Hochverehrtesten Großherzogs mit Feierlichkeit begangen. Schon um 5 Uhr in der Frühe kündeten — in den dortigen Hochgebirgen sechsmal nachhallende Böllerschüsse diesen festlichen Lag an. — Alles eilte zur Brunnenkur, um nach Beendigung derselben in der «ine Viertelstunde von da entfernten Pfarrkirche dem an- geordneten feierlichen Gottesdienste und Tedeum beiwohnen zu können, wo sohin die innigsten Gebete für das Wohlseyn unseres erhabenen Fürsten, und für eine lange und glückliche Regierung desselben, zum Geber alles Guten emporstiegen. Eine trefflich besezte Tafel, in einem mit dem Großherzoglichen Portrait schön dekorirten Saale, erhöhte die Fröhlichkeit der Kurgäste, und mannigfaltige Toasts für daS Wohlseyn unseres hochverehrten Fürsten und der ganzen Großherzoglicken Familte rc. sprachen da die innigsten Wünsche der Anwesenden aus. WaS diese Tafel aber wirklich auf eine rührende Art auszeichnete, waren 20 arme Thalbewohner, welche nicht nur festlich gespeist, sondern noch mit einer Geldspende «rfreut wurden, und paarweise am Ende der Tafel in dem Speisesaal ankamen, um sowohl ihrxn Dank hiefür, als ihre lauten Wünsche für das Wohl der Groß- herzoglichen Familie darzubringcn, und sohin in ihre heimathlichen Hütten zurückwanderten. Ein Feuerwerk machte den Beschluß dieses feierlichen Tages. Hinsichtlich des ungemein großen Vortheils den der Knochendünger beim Tabackbau gewährt, bemerkt der H. Garten-Direktor Zeyher zu Schwetzingen, daß ein Morgen Land, der ihm bei der sonst gewöhnlichen Düngung nur 7 Zentner brauchbaren Taback gewährte, de- ren jezt (mit Knochen gedüngt) io Zentner ganz vorzüg« liche Blätter trägt, und wenn Blätter vermittelst gewöhnlicher Düngung gebauten Tabacks jezt 4 bis 5 fl., höchstens 6 fl. im Preise stehen, so hätten die durch Knochendüngung gebauten 11'/, Gulden pr. Zentner Hqn- veköwerth. Baiern. Se. kön. Hoh. der Prinz Karl von Baiern übernachteten, von München nach Dresden reisend, am 27. Aug. zu Regensburg. Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, den 28. Aug. Se. Durchl. der Herr Fürst von Metternich wird, dem Vernehmen nach, bis zum 6. oder 6.Sept. hier eintreffen, und einige Tagein unserer Stadt verweilen, dann aber sich über Darmstadt und Karlsruhe in die Gegend des BodenseeS begeben, und von dort über Salzburg nach der östreickischen Kaiserstadt zurückkehren. Alle früher von ununterrichtetcn Journalen verbreiteten Gerüchte über gewisse, mit Sr. Durchl. Reise und Aufenthalt auf dem Johannisberg verknüpfte politischen Zwecke, haben sich durch den Erfolg vollkommen ungegründet bewiesen. Der HerrFürst hat, wie man hört, sowohl aufsetnen Besizungen in Böhmen, als auch auf seiner Domaine Johannisberg bedeutende Bauten, theils zur Verschönerung, theilS zu ökonomischen Zwecken, ausführen lassen, deren Besichtigung, nächst der Erholung, die der ländliche Aufenthalt und die damit verknüpften gesellschaftlichen Unterhaltungen gewähren, allem Anscheine nach die einzigen Motive der so viel besprochenen Reise gewesen sind. (Mg. Ztg.) V 0 m 2. Sept. Fräulein Sonntag hat hier 3 Gastvorstellungen übernommen, und mit einer Vollendung durchgeführt, die das Publikum zur Bewunderung hinriß. Als Prinzessin von Navarra in Johann von Paris entwickelte die Künstlerin eine selten« Anmuth, Gewandtheit, Reinheit und Innigkeit des Vortrages. Schmucklos, würdig und ernst, treu den Tonschöpsungen des klassischen Meisters vernahmen wir sie vorgestern als Donna Anna in Don Juan, es war MozartS Tondichtung, groß, edel und tiefgefühlt übergetragen zu der erstaunten und bewundernden Menge mitfühlender Zuhörer. Gestern sahen wir sie noch einmal in Fi- garo'ü Hochzeit «inen weitern Triumph feiern. Das ganze HauS bezeigte der liebenswürdigen, als Sängerin und Schauspielerin gleich vortrefflichen Künstlerin, Dank und den Wunsch, daß sie ihres hiesigen Aufenthaltes stets freundlich gedenken möge. Großherzogthum Hessen. Darmstadt, den 28. Aug. Heute trafen Se. Ho?, der Erbgroßherzog von Sachsen-Weimar auf Ihrer Durchreise hier em, nahmen das Absteigquartier im Gasthaus zum Darmstädter Hof, und »ach Visite äm hiesigen Hofe sczten Sie Ihre Reise am folgenden Tage weiter fort. Mainz, den 31. August. Se. Durchs, der Herzog von Nassau sind, in Begleitung deö Fürsten Neuß, von Biebrich nach Mannheim hier durchpassirt. W ü r t e m b e r g. Stuttgart, den 31. August. Der Hr. Bischoff Keller hat, mit kvnigl. Genehmigung, einen Hirtenbrief zur Verkündigung des Jubeljahres erlassen. Frau k r e i cd. Paris, den t. Scpt. Gestern war der Kurs der Sprczent. konsol. zu 100 Fr. yo, 85, 90 Cent. — Zproz. konsol. zu 66 Fr. 10 Cent. — Bankaktien 2012 Fr. SO Cent. — In Bordeaux hat man am 25. den Grundstein zu dem Denkmale gelegt, das von dem General-Rath des Departements und dem Munizipalrath von Bordeaux zu Ehren Ludwigs XVI. votirt wurde. — Man beschäftigt sich zu Lyon mit der Vollendung des Fußgestells, das die von H. Lcmot verfertigte Standsäule Ludwigs XIV. trägt. Die Kosten der Fabrikation und Aufstellung dieser Statue und ihrer Zubehör belaufen sich auf 537,950 Franken. — Au dem Denkmale, welches dem Herzog von Berry auf der Stätte des niedergerissenen Opernhauses errichtet wird, wurden kürzlich die ersten Grundsteine gelegt. — Die Brigantine Emilie, Kapitän Laurence, ist am 21. August von Marseille nach Griechenland unter Segel gegangen. Voutier und Raffencl, Verfasser von Werken über dieses Land, und 3 ehemalige Offiziere, Touret, Gravel und Bruno befinden sich am Bord dieses Schiffes. — Der bekannte, als General in Diensten des Dize- königs von Aegypten stehende Markts von Livron ist am 24- Aug. zu Marseille angekommen. Großbritannien. Ein Journal gibt folgende Erläuterungen über die beiden Dampfschiffe, welche sich mit der Flottille des Lord Cochrane vereinigen sollen, und deren Abfahrt noch durch Mauthbcamte verhindert wird. "Sie heißen die Unternehmung und der Unwiderstehliche, und sehen bei'm ersten Anblick aus, als wären sie im Auslande gebaut, voeil sie keinem Dampfschiff, wie man sie bisher in England kannte, ähnlich sind. Das Merkwürdigste ist die spizige Form ihrer äußersten Enden. Sie liegen sehr platt auf dem Wasser, so daß sie dem Feinde ganz nahe kommen können, und erst dann entdeckt werden, wenn sie vor ihm stehen. Sie sind enge, gehen sehr wenig tief un Wasser, und können mithin in die engsten Buchten und in die kleinsten Flußmündungen cindringen; sie können 14 bis 16 acbtundsech- zigpfündige Caronaden (die man auch mit achtzölligen Haubizen laden kann) und ausserdem zwei bis drei Mörser führen; denn jedes hat einen ebenen Plaz zu dieser Art von Geschüz. Ausserdem ist der Kiel so solid gebaut, daß man vermuthen muß, sie seilen als Bombardierschiffe gebraucht werben. Sie sind i5o Fuß lang, und rn der höchsten Breite haben sie 25 Fuß. Auf jedem sind zwei Dampfmaschinen von der Kraft von 50 Pferden, und man glaubt, siesahrcn eben so geschwind, als die größten Dampfschiffe. Sie haben drei kleine Masten zum Segeln, doch scheint es, man habe vor- züglich-vuf dir Kraft des Dampfs gezählt. Jedes soll mit 50 bis 60 Mann besezt werden, wozu zwar der Plaz zu fehlen scheint; allein in warmen Ländern wird man weniger diesen Mangel fühlen, weil die Matrosen gewohnt sind, unter einer Art von Zelt auf dem Verdeck zu liegen. Die Offiziere werden sehr kleine Kajüten haben; die des Admirals wird nicht größer seyn, als die eines Kauffahrtei-Kapitänö. Alles scheint dem Zwecke, diese Fahrzeuge als Kriegsschiffe furchtbar zu machen, aufgcopftit zu seyu; es sind in der Thal die alle! furchtbarsten, die je der Kriegsgeist unserer Tage crfin, den konnte.« — Dagegen versichert ein anderes Dlalt: Man hat die Entdeckung gemacht, daß der Mechanismus in den Dampfschiffen VeS Lord Cochrane fehlerhaft ist. Der milder Verfertigung des Mechanismus beauftragte Mechaniker lst derselbe, der für den Pascha von Aegypten arbeitete; er hat sogar einen Sohn in Diensten des Pascha. Somitt wären also die 160,000 Pfd. Steil. (1,760,000 fl.), die diese Schiffe kosteten, vergeblich aufgcwendet. — Die Regierung aufvan DiemcnSland, in Australien, hat sich entschlossen, die Hauptstadt dieser Kolonie nach Neu-Norfcstk zu verlegen. Liese Stadt ist20 Meilen von Hobartstown, der bisherigen Residenz, entfernt. Italien. (Königreich Sardinie n.) Annecy (Savoyen), den 22. Aug. (Privatbrief.) Gestern, beiAnbruch deSTages, der den neuen Triumph des heiligen Franz von Sales erhellen sollte, sind wir zu Aunecy angekommen. Die Straßen der Stadt waren mit Sand überstreut, die Häuser mit Blumengewinden und blauen (die Farbe des Königs), mit weißen Kreuzen bcsäeten, Fähnlein und Tüchern geschmückt. Ehrenpforten von schönem Laubwerk und grüne Säulcn» gänge waren an mehreren Stellen errichtet worden, und namentlich vor der Kathedrale, von wo die Reliquien des Heiligen jezt weggeholt werden sollten, um sie dem Kloster der Visitandinermnen wiederzugeben, die also ihren kostbarsten Schaz, die sterblichen Ueberreste deS Stifters ihres Ordens, zurück erhalten. Wir begaben uns sofort in die Kathedrale; zu beiden Seiten der Königs-Straße, die sehr schön ist, waren Palmen gepflanzt, und in allen Slraßen, durch die der Zug kommen sollte, wogte eine elstaimliche Menschenmenge auf und ab, die aus allen Gegenden Frankreichs und Italiens herbeigeströmt war. Da der König von Sardinien, wegen der Beschwerlichkeiten, die Sr. Maj. das Gehen verursacht, der Prozession nicht beiwohnen konnte, so verfügte sich der ganze Hof, Morgens um 6 Uhr, in das Kloster der Visitau- dinerinnen , von wo aus II. MM. den feierlichen Zug sa- 1363 hen, und wo sie Sem Hochamte auf einer Tribüne bci- *^Gegen 6 Uhr Morgens hatte man gefürchtet, das -Fest werde nicht statt haben. Die bisher trockene und brennend heiße Luft trübte finsteres Gewölk; bald brach ein Gewitter aus, auf das ein sehr starker Regen folgte. 2ck) hörte Leute in den Volkshaufen sagen: "Der Heilige schenkt uns den Regen, um den wir beteten.« Nachdem der Himmel sich wieder aufgeklärt hatte, zog die Prozession aus, und ihr Gang wurde durch ein herrliches Wetter begünstigt. Die Prozession hatte in folgender Ordnung statt: der Zug wurde durch eine Schwesterschaft, die weiße Kleider und Schleier trug, eröffnet; hernach kamen die weißen und die grauen Büßer; an der Spize jeder dieser Schwester- und Brüderschaften war ihre Fahne. Hieraus kamen 660 Geistliche; nach ihnen der silberne Kasten, der die Reliquien des heiligen Franz von Sales enthielt, und von ö Priestern in Meßgewändern getragen wurde. Der Neliquicnkasten war von i l Erzbischöf- fen und Bischöffen in bischöfflichem Ornat umgeben. Hernach kamen: die Familie Sales, die Militär- und Zivilbehörden, und tue vorgestellten Damen in Hosklci- dern. Der Zug bewegte sich mit majestätischer Langsamkeit; um 10 Uhr kam er in der Kirche der Visitandine- rinnen an: jeder beugte vor der heiligen Reliquie seine Knie. Der Erzbischofs von Paris hielt das Hochamt, eine Ehre, welche diesavoyische Geistlichkeit der frommen Geistlichkeit Frankreichs erweisen wollte. Abends um 5 Uhr hielt der H. Bischofs von Ptgncrol die Gedächtniß- rede zu Ehren drS Heiligen; Beifall erhielt insonderheit der Eingang und das sehr gut herbeigeführte Lob der erlauchten Souveraine dieses Landes. Der prächtige Reliquienkasten des heiligen Franz von Sales wurde über dem Hochaltar, der von weißem Marmor und mit reichen Vergoldungen geschmückt ist, bei- stesezk. Ein musikalischer Gruß endigte diese fromme und rührende Feierlichkeit. Abends wurden der Herr Erzbischofs von Paris und alle Lischöffe dem Könige und der Königin vorgcstellt. Drei Tage lang fand sich die Stadt Annecy zu klein, um die unzählige Volksmaffe zu beherbergen, die dort zusammengeströmt war, und ob man gleich für große Vorräthe an Lebensmitteln gesorgt hatte, blieben doch mehrere Personen einen ganzen Tag lang ohne Speise. (Moniteur.) Niederlande. Lrüssel, den 2Y. August. Nach einem Schreiben aus Gröningen vom 18. Aug. schien zu jener Zeit die dort ausgebrochene Krankheit an ihrer Heftigkeit zu verlieren ; vom it. bis 17. Aug. hatten nur82 Sterbfälle statt, und die Zahl der Kranken betrug höchstens nur noch -370. O e st r e i ch. Wien, den 28. Aug. MetalUques 9i'4; Dank- «ckiien 1075. P r e u f s e n. Berlin, den 26. Aug. Se. kdn. Hoh. der Prinz August von Preußen sind nach Pommern, Se. k. Hoh. der Herzog von Cnmberland und Se. Hoh. der General der Infanterie und kvmmandirende General des Gardekorps, Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz, nach Königsberg in Preußen; der geh. Legalionsrath und diesseitige Geschäftsträger am kais. brasil. Hofe, vo. von Olfers, ist über Frankfurt a. M. nach Rio Janeiro von hier abgegangen. — Nachdem die von vielen Seiten eingegangenen Beiträge zu dem beabsichtigten Denkmal des Gründers deS Waisenhauses in Halle, vr. H. G. Franke, cs möglich gemacht haben, mit dem Hrn. Professor Ranch, welcher Modell und Guß übernommen hat, unmittelbare Uickerhandlungen'anzuknüpfen, so ist nunmehr der Kontrakt mit demselben abgeschlossen, auch bereits eine ab- schläglcche Zahlung geleistet worden. — Der Kommunal - Schuldenstand der Stadt Danzig befindet sich in einem so traurigen Zustand, daß ihr nach der Kabinets-Ordre vom 17. Juni d. I. ein allgemeiner Indult, sowohl wegen der schuldigen Kapitalien, als auch wegen der bis zum i. Jan. 1L26 verfallenen Zinsen bewilligt werden mußte. Um ihren Gläubigern jedoch möglichst gerecht zu werden, ist die gedachte Stadt ermächtigt worden, ihre Schulden in neu auszufertigenden an ^ortour lautenden und - Prozent tragenden Obligationen zu bezahlen. (Mg. Ztg.) Rußland. Moskau, den 14. August. Eines der höchsten Kir- chenfeste, die Wasserweihe, womit die sogenannten Apfelfasten beginnen, die erst nach dem 15. Tage enden, wurde am 13. Aug. gefeiert. Für die kaiserl. Familie und die nächsten Umgebungen des Hofes war auf den Moskwa ein großer Pavillon erbaut, wohin die allerhöchsten Herrschaften von der hohen Geistlichkeit begleitet wurden. Um y Uhr des Morgens begann der feierliche Zug von der Tschudvwa-Klcstcrkirche zum Pavillon unter Glockengeläuts, Kanonendonner und Hur- rahrufen der unzähligen Bolkmengc. Die kaiserl. MM. und kaiserl. Hoheiten waren von den Großen des Reichs und 400 Erzbischöffen, Bischöffen und Ordensgcistlicben/ welche mehrenthrils prächtige Gewänder von Silberstvff mit goldenen Borten besezt trugen, umgeben- DasGe- dränge des Volks war, da es Sonntag war, so entsez- lich groß, daß, wenn die Polizei nicht die Vorsicht gehabt hätte, den Eintritt in Len Kreml zu verwehren, Unglücksfälle unvermeidlich gewesen wären. — Nach dem Gottesdienst war große Parade, und die'kaiserl. MM. und kaif. HH. begaben sich hierauf in die Gemächer des Czaarenschlosses zurück. Bei dem großen Manöver bei Petrowski, welches Se. M. der Kaiser am 11. d. mit 60,000 Mann hielt, waren alle auswärtigen Minister, Generäle und Offiziere zugegen. Neben Sr. M. dem Kaiser ritt Se. kaif. H. der junge Großfürst Alexander Nckolajewilfch in der 1364 Uniform des Garde-Husaren-Regiments, dessen Chef er ist. Sobald dieses Regiment zum Vorrücken beordert wurde, sprengte der junge Großfürstin gestrecktem Galopp zur 1. Schwadron, nahm die Stelle des Kornets «in und defilirte vor Sr. M. dem Kaiser vorüber. Schweiz. Dermuthlich, wird aus Luzern geschrieben, bärste der Spruch des Appellationsraths über die Vollständigkeits-Erklärung im Kellerschen Prozeß am 2. September erfolgen. — Die Gränzzölle , welche der eidgenössischen Kriegs- kasse zufließen, haben voriges Jahr 142,904 Franken «tragen. Griechenland. Florenz, den 22. August. Nach einem Berichte, den die hiesige Zeitung mittheilt, haben die 2000 Araber, welche ägyptische Schiffe bei Cinovo, wenige Stunden von Armiro, an das Land gesezt hatten, eine gänzliche Niederlage erfahren. Von den von allen Seiten herbeieilenden Griechen auf das Ufer zurückgedrängt, hatten bereits über 1000 Araber die Waffen gestreckt und das ganze Korps würde diesem Beispiel haben folgen Müssen, wenn nicht einige türkische Kriegsschiffe ihnen zu Hülfe gekommen wären. Nichts desto weniger richteten die Griechen bei der Eile, mit der die in U11- vrdnung fliehenden Araber das Ufer zu gewinnen und sich in die Bote zu werfen suchten, em großes Blutbad unter ihnen an, und nur 200 Mann sollen von dem ganzen Korps entkommen seyn. Die Etoile vom 1. Sept. enthält eine Menge Nachrichten aus Griechenland. Der englische Schiffsbefehlshaber Hamilton erhielt vom Kapudan-Pascha die Schwester des Jpsarioten Monarchidis und die Mutter des Ca« varis, nebst noch 20 andern griechischen Sklavinnen, gegen Austausch von 25 Türken aus Athen, die in der Sklaverei der Griechen waren. Hamilton hat hierauf diese Griechinnen nach Hydra gebracht. Kiutahy-Pascha, nachdem er fast ganz Attika unterjocht hatte, bewerkstelligte seine Vereinigung mit Omer- Pascha unter den Mauern von Athen. Diese unglückliche Stadt wurde in Brand gesteckt, und die Ottomanen bombardiren die AcropvliS (Zitadelle von Athen). Der Commodore Hamilton hat, dem Vernehmen nach, einen durch den englischen Gesandten in Konstan- linopelerhaltenen Firman nach Athen gebracht, der dem Kiutahy-Pascha befiehlt, die Alterthümcr Athens zu verschonen und zu erhalten. Hamilton hat im Piräus (Hafen von Athen) eine Menge 'griechischer Familien, die der Einzug der Türken in Athen zur Flucht zwang, an den Bord seiner Schiffe genommen. Der Osservatvre Triestino erzählt aus dem Munde eines am 2t. August zu Triest angekommenen glaubwürdigen Reisenden, der sich am 22. Juli zu Napoli di Romania und am Zt. aufSyra befand, im Wesentlichen Folgendes: »In Napoli lagen 10,000 Soldaten. Colocotroni, ihr Oberbefehlshaber, bestand dar, auf vorwärts zu gehen und Ibrahim Pascha anzugrei- fen, der vier Stunden von der Stadt stand; aber die Truppen weigerten sich, und wollten nur hinter den Wällen fechten. Um die Stadt lagen unter elenden Baracken unzählige Flüchtlinge aus dem Innern von Mo- rea. Die Festung war reichlich mit Lebensmitteln und Munition versehen. Triest, den 25. Aug. Nachrichten aus Syra vom 7. d. behaupten: der Versuch des Topal Pascha gegen die Insel Samos sey zum drittenmale mißlungen, und er habe sich nach Verlust von einer Fregatte und zwei Briggs, welche die Griechen verbrannt hätten, nach den Gewässern von Scio zurückgezogen. Bestätigt sich dieses, so wäre wohl Samos für dieses Jahr gerettet; der moralische Eindruck, den daS Mißlingen des Dersucks auf die Türken machen wird , dürfte wahrscheinlich eine Erneuerung desselben verhindern. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 1. Sept. Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 6 27 Z. 9,3 15,7 G. 5t G. NO. M. 3 27 Z. 7,1 L. 22,6 G. 41G. O. N. 10 27 Z. 6,5 L. 16,5 G. 45 G» SW. Ganz heiter, spater mehr bewölkt, Nachts etwas sternheiter, am Horizont starkes Wetterleuchten und finsteres Gewölk. Bekanntmachung. Bei der gestrigen Ziehung der großen Güterlottcrie in Mannheim fielen auf nachstehende Nummern d»« beigesezten Preise r Nr. 19,110 fl. 1000. - 2,055 , 100. , 11,921 « 100. - 43,352 « 100. Karlsruhe, den 3. Sept. 1826. H. Rosenfeldt. Bruchsal. sD erscholl en he it S-Erkläruag-ä Da Anton Bürckenmeper von Bruchsal, ungeachtet der diesseitige» Lbiktalladung vom April ,824 Nr. 7620, sich bi« jekt nicht sistirt hat, so wird derselbe anmit für verschollener« klärt, und verordnet, baß dessen Vermögen seinen bekannten nächste» Verwandten zum fürsorglichen Besitz übergebe« werden soll. Bruchsal, den,g. Aug. 1826. Großherzogliches Obekamt. Gemehl. Verlege, und Druck» l PH Macklbk.