Karlsruher Zerrung. Nr. 248. Donnerstag, den 7. September. 4826. Baden. — Baiern. — Freie Stadt Frankfurt. — Dänemark. — Frankreich. — Großbritannien. — Hestreich. — Portugal. — Preusscn. (Münster. Köln.) — Rußland. — Türkei. — Griechenland. — Verschiedenes. Baden. Karlsruhe, den 6. Sept. Se. Hoheit der Herr Markgraf und die Frau Markgräfin Leopold kön. Hoh. sind mit Höchstihrer Familie gestern Abend vom Svm- meraufenthalt in Baden in bestem Wehlftyn zurückge- kvmmen. Es war auf den 27.Aug. rin« Spazierfahrt von Konstanz nach LudwigShafen ausgeschrieben worden, und eS befanden sich an 27 Lustreisende am Bord des Dampf- bvvteS, als man nach einer Fahrt von l'/. Stunden, in welcher sich die Maschine besser als je erprobte, und in einer Entfernung von ^ Stunde von Ueberlin- gen mit einem Male ein schreckliches Gckrach vernahm. Der Maschinenleiter stieg augenblicklich in dieselbe hinunter, wo eS sich fand, daß beide Kammräder in Stücken gebrochen waren. Die Maschine und Dampf- Erzeugnisse wurden nun sogleich abgestrllt, was kerne andere Folge hat, als daß daS Schiff nicht weiter geht. Hierauf löste man die Kanone dreimal, worauf'von üebrrlingen, Dingelsdorf und Mauchrach Segelschiffe iamru, welche die Passagiere an Bord nahmen, und das Boot nach Konstanz zurück bugsirten. Man hatte, nachdem der nothwendrge Stillstand der Maschine einge- treten war, allen Dampf svglerch entladen lassen, und dieser Umstand mag dann bei den beobachtenden Uferbe- rvohnern zu der Sage Veranlassung gegeben haben, daS Dampfbovt sey abgebrannt. Indessen wird dasselbe in wenigen Lagen wieder im Gange seyn. Baiern. München, den zi. August. Se. kön. Hoh. der Prinz Karl (dessen Ankunft in Regensburg wir neulich angezergt) haben eine Reise nach Dresden und Berlin angelreten, um Ihren durchl. Schwestern, der Prinzessin Johann von Sachsen und der Kronprinzessin von Preussen kk. HH., einen Besuch abzustatten. Das neueste Bulletin aus Aschaffenburg vom 31. August lautet: 'Ihre Maj. die Königin befinden sich heute nach einer vollkommen rnhigcn Nacht, wie auch die Prinzessin Alexandra königl. Hoheit, im besten Wohlseyn. ». Hartz.. Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, den 4. September. Durch eine hohe Senats-Verfügung vom 3l. v. M. wurde dahier nicht nur dis seither auf drin SpeditivnSgut verschiedener Ggt» tung, namentlich auf Manüfaktur-Waaren, noch gelegene Niederlag-Gebühr von 11 und resp. 22 kr. pr. Colle von allem reinen Speditionsgut auf 2 kr. pr. Zentner heruntergesezt, sondern auck der Ueberschlagzoll der zu Wasser ankommenden und allda übergeschlagen werdenden Güter von 4 und resp. 6 kr. pr. Zentner auf 2 kr. pr. Zentner ohne Unterschied der Güter vermindert. Dänemark. Kopenhagen, den 26. Aug. Unter'm 26. April ist zu Washington zwischen Dänemark und den V. St. von Nordamerika ein allgemeiner Freundschafts-, Handels- u. Schifffahrts-Vertrag abgeschlossen worden, wonach beide Nazionen sich wechselseitig wie die am meisten begünstigten behandeln wollen. Diese aus 12 Artikeln bestehende Konvention wurde von Seiten Dänemarks von dem k. dänischen Minister-Residenten bei erwähnten Staaten, Geh. Legatlonsrath P. Pe» decsen (der vor Kurzem über Hamburg nach Kopenhagen zurückgekehrt ist), und von Seiten der nvrdamerika- nischen Freistaaten von dem Staatssekretär, Hr. Hcnry Clay, zu Stande gebracht. Frankreich. Paris, den 5- Scpt. Gestern war der Kurs der Sprvzent. kvnsol. zu 101 Fr.; 100 Fr. yo, LZ, 80, L5 Cent. — 3prvz. kvnsol. zu 66 Fr.; 65 Fr. Y5 Cent.; 66 Fr.; 66 Fr. 5, 10 Cent. — Bankaktien 2012 Fr. 50 Cent. — Die Pferdewettrennen um die königl. Preise von 5000 und 6000 Fr. haben am 3. auf dem Marsfelds statt gehabt. Den Preis von 5000 Fr. erhielt die Sn a il, ein dem Hrn. Cremieux gehöriges Pferd, wel, chcs in 5 Minuten 40 Sekunden den Umkreis des Marsfeldes (2052 Klafter) zweimal durchlief. — Den Preis von 600oFr. gewann der Odisseu s, ein dem H. Her, zog von Guiche gehöriges Pferd, welches den Umkreis der Rennbahn in 5 Minuten 13 Sekunden zweimal durchrennte. — Der Kapitän Parry, berühmt durch seine Reise» gegen den Nordpol, befindet sich in diesem Augenblicke zu Paris. (Etoile.) — Die Etoile vom 5. enthält folgenden Artikel: Die Nachricht, welche der Drapeau blanc und der Con- stitutionnel vom 4. geben, daß 4000 Mann unter den Befehle» des Misas Catalonien durchziehen, Karl V. proklamirsnd, ist falsch. Der Constitutionnc! sagt sogar; "diese Bands hätte es versucht, durch einen M2 Uekerfall sich der Festung Seu d'Urgel zu bemächtigen, scy aber durch eine Abtheüung spanischer und französischer Truppen zurükgeschlagen und hernach zerstreut worden.» Wir bemerken dem Novellisten, sagt die Etoilc, daß m Scu-d'Urgel eine französische Garnison ist. — Der Läufer Rummel will am 4-, Abends um 4 Ähr, sechsmal den Umkreis des MarsfeldeS (3X Stunden) in 4L Minuten durchlaufen. — Das Memorial GordelaiS vom 30. Aug. meldet, daß der H. Abbe de la MennaiS zu Bordeaux angekommen ist. — In einem Berichte, den der Kapitän Ogö, unter'm 9. Juni 1826, an den Sceminister erstattet hat, bezeich- nete er Sr. Exz. Thatsachen, die im Spital zu Pointe » Pitre (Stadt auf der westinb. Insel Guadeloupe) sich ereigneten, und die beweisen, daß daS Oliven-Oel, häufig zu trinken gegeben, in den verzweifeltsten Fällen hin- rcicht, um die grausamen Wirkungendes gelben Fiebers und der chvioia- morbus zu besiegen. Die von dem H. Kapitän Ogo gemachten Versuche wurden, wie er versichert, immer mit dem besten Erfolge gekrönt, und derselbe erklärt förmlich: er habe auf feinem Schiffe, der Arthur ausHävre, nicht allein von den schon an das Klima gewöhnten, sondern selbst von denen, die zum erstenmal nach den Antillen kamen,, auch nicht einen einzigen Mann durch das gelbe Fieber verloren; sondern sogar Personen durch den reichlichen Ermiß des Oliven-Oelö gerettet, welchen die geschicktesten Aerzte schon daS Leben abgesprochen hatten. Dicß sind Thatsachen, deren Bewahrheitung von großer Wichtigkeit ist. — Die Zeitung von Bar-leDuc (lw Rsrrateur äo la lllvuso) vom 3. kömmt auf die Geschichte der mit der Schlaf- u.Starrsucht befallenen Somnambule von Morley (sh. Karlör. Itg. Nr. 24Z) zurück, indem sie das Bulletin der lezten Momente der Krankheit und der Krisis, die sie endigte, mitthcilt. Es erhellt daraus, daß das Erwachen, welches sie selber auf den 15. August, Punkt H Uhr Morgens, vorher verkündigt hatte, und dessen erste Symptome man den 14. August, Abends, in leichten konvulsivischen, von Klagegeschrei begleiteten Bewegungen wahrnahm, die ganze Nacht über, in stets steigendem Verhältnisse vor sich gieng. Um 6 Uhr Morgens erhielt sie den Gebrauch der Sprache wieder. Man eilte ihr Nahrungsmittel anzubieten , deren sie, dem Vernehmen nach, seit dem 6. Dezember 1625 gänzlich entbehrt hatte; allein sie lehnte diese von sich ab, ankündigend, daß sie erst in zehn Tagen welche genießen würde; und in der That, den 26. August, wo der Redakteur der erwähnten Zeitung sie beobachtete, hatte sie noch nichts zu sich genommen, und Wächter beobachteten sie Lag und Nacht. Um zu beweisen, daß bei diesem Uebel alles natürlich ist, führt der Narratcur ein Beispiel von Schlaf- und Starrsucht an, das nicht minder ausserordentlich ist, und sich im Jahr 1719, bei Nancy, an Maria Mrionereignete, welche 3 Jahr? und 3 Monatelang ohne Speise blieb; ferner mehrere in den MemoireS der Akademie der Wissenschaften und in dem Diclionnaire von Trevoux berichteten Beispiele, und mehr als 20 Thatsachen von der nämlichen Gattung, die Sigaut-Lafond ge, sammelt hat. Wir fügen diesem Verzeichnisse die ausserordentlichen LeispielevonKatalepsiebei, über welche der Doktor Pelctin ein Buch herausgab, worin er so seltene und sonderbare Phänomene erzählt, daß viele Personen, troz der wohlbekannten Wahrhaftigkeit des Verfassers, ihn hartnäckig als einen Compilator von Träumereien ansahen. Die Katalepsie hat die größten Aehnlich, kciten (aüinilo,) mit dem magnetischen Somnambulismus, und deswegen kann die Geschichte der Marie Her, belot nicht ermangeln, in diesem 'Augenblicke lebhafte Kontroversen zu erregen. Bordeaux, den 30. Aug. Der hiesigen Polizei ist es so eben gelungen, einen entlaufenen auf die Ga- leren verurtheilten Verbrecher wieder zu verhaften. Nichts ist einfacher, und die .Sache ereignet sich häufig; ungewöhnlicher aber ist das, was der Verurthcilung dieses Menschen vorausgieng. Stockmeister oder Aufseher des Gefängnisses zu Pvitiers hatte er zuweilen unter seiner Gewahrsam geschickte Leute, mit welchen er nächtliche Expeditionen unternahm, und das so gut, daß man nicht daran dachte in den Gefängnissen die Thätec meh« rerer kühnen Diebstähle zu suchen. Endlich wurde der Kerkermeister mit seinen Kostgängern auf der That erwischt, undzu zwanzigjähriger Zwangsarbeit vcrurtheilt. — Man schreibt aus Toulouse unter'm 29. August: 'Ein schreckliches Gewitter, das über 48 Stunden dauerte, ist in der Nacht vom 25. auf den 26., theils über unserer Stadt, theils über mehreren umliegenden Gemeinden ausgebrochen, welche insonderheit der Schauplaz un, glücklicher Ereignisse geworden sind. Der Donner schlug in den Kirchthurm des Dorfes Saint-Orens ein; daö Pfarrhaus stößt an den Kirchthurm und Se. Ehrwürden der H. Pfarrer Boisset hatte, aus Furcht vor Dieben , in sein Schlafzimmer eine kleine Ocffnung machen lassen , durch die ein Eisendraht gieng, der an der Glocke befestigt war, und bis an sein Bett reichte, so daß er selber von seinem Bett aus läuten konnte. Diese übertriebene Vorsicht brachte ihm den Tod. Denn dieser Draht war der Weg, den das elektrische Fluidum genommen hat, das einen noch jungen Geistlichen dcS Lebens beraubte, den ganz Saint-Orens sehr bedauert. Der Donner hat auch wiederholt in den Dörfern Castelmaurou, Lapeyrouse und Gragnague cingeschla, gen. In Castelmaurou wurden zwei Müller von diesem schrecklichen Meteor getroffen; der eine stürzte todt nieder, der andere, tbdtlich verwundet, läßt wenig Hoff, nung zur Genesung übrig. — Seit einiger Zeit erscheint eine Menge rle>n«« Biographiecn, besser Pasquille zu nennen, die um den Spottpreis von 50 Centimes verkauft werden. Dsr Ruf der angesehensten Personen der Gesellschaft wird darin mit der imfamsten Niederträchtigkeit angegriffen, di? aber ihren Verfassern kürzlich, wo sie auch eine Bio, 1383 Hraphle der Hofdamen Herausgaben, schlechte Früchte trug: Sie erhielten nämlich von den Freunden der von ihnen geschmähten Frauen eine tüchtige Portion Peitschenhiebe. — Der Inhaber eines Kleidermagazins in Paris kündigt in einer dortigen Zeitung an, daß bei ihm Hemden, die so fein sind, daß man sie durch einen Fingerring ziehen kann, zu 5 und 7 Fr. 50 Cent, zu haben sind. ' Großbritannien. Die englischen Blätter nennen die in Dublin herrschende Krankheit das gelbe Fieber. Die Sun behauptet, die genommenen Masregeln hätten wenig geholfen; die Kranthcit wüthct heftig fort. — Die beiden nach dem Vorgebirge der guten Hoffnung abgesandlen Untersuchungs-Kommissarren, Bigge und Cclebrooke, haben jezt ihren Bericht abgcsiatlet. Auö demselben ergibt sich, daß die Anklagen gegen den Gouverneur, Lord Charles Somerset, fast alle entweder ungegründet oder übertrieben sind. Der Hauptankläger, H. Bsshvp Burnett, Hatgegen den Bericht durch eine im Druck erschienene Schrift protestirt, und will ihn widerlegen. — Nach den Berichten unsers Konsuls in Tripolis, H. Warrington, will Major Laing von Tombuctu den Niger hinab in's atlantische Meer schiffen. O e st r e i ch. Wien, den 1. Scpt. Metalliques yl/^; Bankaktien 1075. r Se. k. k. Majestät haben dem Hofrathe und Hofdol-, metsch, Jos. Ritter von Hammer, die allerhöchste Bewilligung crtheilt, das demselben von Ihrer Maj. der Frau Erzherzogin und Herzogin von Parma verliehene Kommandeur-Kreuz deS Constantinianischen St. Georg- Ordens annehmen und tragen zu dürfen. — In Hcrmanstadt in Siebenbürgen wurde am 14. v. M- eine Bekanntmachung erlassen, worin cs heißt: Da laut den amtlichen Anzeigen der k. k. Hof - Konsular- Agentien aus der Moldau und Wallachei sich das daselbst ausgebrochene Pestübel überaus verbreitet, so hat die hohe Landesstelle aus väterlicher Fürsorge für die Em- Vorhaltung des Gesundheitszustandes in dieser Provinz, vermöge Dekrets vom 7. August d. I., verordnet: daß, vom 25. l. M. angefangen, wider die Uebertreter der bestehenden Sanitäts-Vorschriften daS Standrecht ausgeübt werden soll; welches zu Jedermanns Wissenschaft und Warnung hiemit bekannt gemacht wird. Auch soll sich in Zukunft Niemand ohne einen von der Ortsvbrig- keit zu erhebenden Reise - oder Sanitätspaß von seinem Wohnorte wegbegeben. — Zwischen Triest und Monfalcone wird unverzüglich eine regelmäßige Dampfschifffahrt eingerichtet werden. In einem Schreiben aus Triest vom 23. Aug. heißt eS hierüber: "In Kurzem wird ein Damvfsckiff täglich von hier nach Monfalcone und wieder zurück fah- Kir. Für die Reisenden aus dem nahen Friaul sowohl, «rs aus den entferntem lombardisch-venctianischen Provinzen, wird dieß eine große Erleichterung feyn, indem sie bei dieser Fahrt das unbequeme Gestade von Opfchi- na vermeiden, und einen Weg, wozu man sonst fünf Stunden braucht, in zwei Stunden zurücklegen. Inzwischen hat daS k. k. pnvilegirte Packetboot, Erzherzog Franz Karl, daS die gewöhnlichen Fahrten nach Venedig macht, und gestern in Triest ankam, das erste Mal die Fahrt nach Monfalcone versucht, in welchen erst gegen Ablauf deS vorigen Jahres eröffneten Hafen es wie im Triumphe einfuhr, und von dem Freudenrufe der zahlreichen Zuschauer und mit Pöllerschüssen empfangen wurde. Die auf dem Packetboote befindlichen 70 Passagiere riefen ein begeistertes: "Es lebe dev Kaiser Franz!« und am Ausgange des Kanals wehte die glorreiche östreichifche Flagge. Nach kurzem Verweilen kehrte das Packetboot nach Triest zurück, nachdem es be: der Hin - und Herfahrt auf einer Strecke von 1K Seemeilen nicht einmal volle 2 Stunden zugebracht hatte.« — Der Osservatore Triestino vom 26. August zeigt an, daß das erste Dampf-Packetboot nach dem neuen Hafen von Monfalcone an gedachtem Tage Nachmittags 5 Uhr von Triest dahin abgehen, und am folgenden Tage in der Früh um 5 Uhr wieder nach Triest zurückkehren werde. Diese Fahrten sollen täglich fortge- sezt werden. — AuS Agram meldet die dort erscheinende Zeitschrift "Luna« Folgendes: "Am 14. d. M. hütete in dem, über eine Stunde von Agram entfernten Dorfe Jvancz, Barbara Dusek, ein Mädchen von 7 Jahren, das Hornvieh auf der Weide. Plözlich wurde das Kind von einer in gieriger Hast hcrbeieilenden Wölfin überfallen und» gebissen. Als ein merkwürdiges Ereigniß, oder vielmehr als rettende Hülfe der allwaltendcn Hand GotteS muß hier angeführt werden, daß daS dem Raubthiere beinahe schon erliegende Kind durch dieweidenden Ochse» und Kühe dem Untergange entrissen wurde, indem sich diese auf die Wölfin stürzten, und sie mit ihren Hörnern in die Flucht jagten. Das jammervolle Geschrei deS Kindes und die ungewöhnliche Bewegung unter der Heerde zog mehrere in der Nähe mit Feldarbeiten beschäftigte Dauern herbei, die noch am nämlichen Tage eine Jagd auf das Unthier veranstalteten, und so glücklich waren, es am folgenden Morgen in dem Stenyevcczer Walde durch Flintenschüsse zu erlegen. Ein schnell herbeigerufener Arzt und die angewcndeten Mittel lassen des Kindes baldige Heilung hoffen.« Portugal. Lissabon, den 20. August. Am 15. b. M. feierte man das Gebnrtsfrst der Königin von Portugal, Denn Maria da Gloria. Die englische Station im Tajo war den ganzen Tag über glänzend pavoisirt, und erwie- derte die 3 Artillerie-Salven, welche Morgens, Mittags und Abends von den Forts und portugiesischen Schiffen gegeben wurden. / (I. d. Deb.) P r e u f s e n. Münster, den 26. August. Der Königs Majestät 1384 Haben allergnädigst geruht, für den ersten westfälischen, biS zum 2Y. Okt. d. I. einberufenen Landtag den Herrn Staatsminisier Freiherrn von Stein auf Cappenberg zum Landtags-Marfchall, und den Hrn. geh. Regierungsrath Freiherrn v. Korf auf Harkotten zu dessen Stellvertreter zu ernennen. Köln, den 2. Sept. Die Aktionäre der rheinisch- Preussischcn Dampfschifffahrt-Gesellschaft haben in einer Deneral-Versammlung <,«, 29. Aug., dem Artikels der -Statutengemäß, den Verwaltungsrath gewählt. Diese Wahl ist auf die hiesigen Kaufleute, Herren Kock, Mer- kenS, Boisseree, Heimann, DL-Mont, Cassinone, Löh- nis, Engels und Becker, so wie auf Hrn. Molinari, als Supplementar-Rath, gefallen. Rußland. Odessa, den 5. Aug. Das Standbild des Herzogs von Richelieu und die zu dem Monumente gehörigen Basreliefs sind angekommen. Sie waren am 26. Febr. aus Petersburg aus Schlitten abgcfertigt worden, allein, der schlechten Wege halber, sind sie erst nach Ver, lauf von 4/r Monaten angelangt. Türkei. Kvnsiantinvpel, den io. Aug. Die Hauptstadt ist ruhig. Die Organisation der neuen Truppen und die übrigen Reformen gehen rasch vorwärts. Man rechnet die Zahl der bereits mit Seitengewehr und Bajonett versehenen, und in neuer Uniform gekleideten Muselmänner auf 6000. Auf Befehl des Sultans müssen sie jede Woche zweimal auf den Wiesen bei Bujukdere, wo die europäischen Gesandten ihre Sommerwohnungen halben, unter seinen Augen ihre Uebungen machen; sie sollen gut von statten gehen. ES versteht sich, daß obige Zahl nur die der bereits Abgerichteten oder im Abrichten begriffenen Soldaten ist; die Zahl der Eingeschriebenen ist weit größer. Trvz Allem dem herrscht Mißmuts) unter den nieder» Volköklasstn, und Handel und Wandel stocken. — Aus Morea wissen wir nichts NeueS; auch schwieg bisher die Pforte über die Operationen des Ka- pudan Pascha gegen Samos. Griechenland. Au Toulon sind mehrere Schiffe aus dem griechischen Archipel eingelaufen, welche die Nachricht bestätigen , daß der Kapudan Pascha bis zu Anfang Augusts „och nichts wider die von dreißig griechischen Schiffen heldenmüthig vertheidigte Insel SamoS ausge- nchtet hatte. Der tapfere Gouras soll bei einem Treffen, welches rr dem Reschid Pascha lieferte, umgekommen seyn. Verschiedenes. Unter den prächtigen brasilianischen Schmetterlingen teichriet sich besonders der Nestor, der MenelauS und der Teilus aus. Die Flügel des ersten glänzen im schönsten Violett; d,e des zweiten im herrlichsten Blau, in verschiedenen Abstufungen; die des dritten sind schwarz und goldgrün gestreift. In vollem Glanze der Mittagssonne insonderheit erscheinen diese großen Schmetterlinge in wahrhaft zauberischer Schönheit. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 6. Sept. Barometer Therm. Hygr. Wind. SN. 6 27A. 9,2 L. 14,0 G. 55 G. W. M. 3 27 Z. 7,7 b. 16,5 G. 51G» W. N. 10 27Z. 6,7 L. 14,5 G. 52 G. SW. Etwas heiter, dann mehr bewölkt, Nachmittags regnerisch, Nachts trüb und Regen. Karlsruhe, sAn zeige, st Einem verehrungswürdigen Publikum der Residenzstadt Karlsruhe und der Umgegend ha» ben wir die Ehre ganz ergebenst anzuzeigcn, daß wir seit heute die Restauration in dem Lager auf der Forchhcimer Heide, oberhalb Bulach, während der Uebungszeit der Artillerie-Brigade übernommen haben, und versichern allen denjenigen, welche uns mit ihrem Besuche beehre» wollen, gute und billige Bedienung. Au mehrerer Bequemlichkeit werden jeden Tag Fuhren am Mühldurgcr und Elllinger Thor bereit stehen. Lips, Rcstaurareur. Müller, Hirschwirib zu Beyenheim. Karlsruhe. sAn zeige.st Neue Holländische Vvkl- bäringe kommend fortwährend an, und sind stets zu den rück- gehcnden Preisen zu haben bet C. A. Fellmetb. Karlsruhe, sAn zeige, st Es besitzt Jemand eine Großherzogi. Badische Anioriisalionskasse'Obligation » 4 >t» pCt. Nr. 47,5, mit de» Coupons von Nr. 4844 Derselbe fordert daher den Inhaber der Coupons von Nr. 47,5 auf, solche gefälligst gegen die Coupons von Nr 4644 umzutau- scheu. Das Nähere ist tm IcitungS-Komptvir zu erfahren. Karlsruhe. sC b a i se z u v c r ka u fc n. st Inder neuen Waldstraße, Nr. S-, ist eine gut unlerhalirne Chaise für 7 Louisd'or zu verkaufen. Durlach. sBauakkord-Versteigerung, st Die für das Rechnungs-Jahr »826 und »827 genehmigten Herr- schastlichen Baureparaiionen im Durlacher Domainenverwal» lungs-Bezirk, welche jeden Jahres einen Aufwand von etwa 2662 fl. erfordern, werden durch die Großhcrz. Bauinspekliou Mittwoch, den 27. September d. I-, auf dem Bureau der unierzeichneten Stelle, in bffentlicher Steigerung verakkordirt; wozu die geeigneten Baubandwcrks- Uutc', Maurer, Zimmermeister, Schreiner, Schlosser, Gl«» ftr, auf Vormittag g Uhr hicrmit «ingcladen wcrdrn. Durlach, den Li. August -8-6- Großherzoglichc Domainenverwaliung. Banz. Vrllegcr und Druckrr: PH Mack ist.