Karlsruher Zeitung. Nr. Z04. Mittwoch, den 2. November 1825. Großherzo-thlim. Hessin. (Ma n-.) — Württemberg. (Stuttgart. Nagold.) — Frankreich. — Großbritannien. — Italien. (Z!o- rcnj) — Ocstrcich. — Spanien. — Vcr>chicdeneS. G r v ß h e r z v g t h u m Hess e n. Mainz, den 30. Okt. Das hiesige Wochenblatt enthält nachstehende Bekanntmachung: Großherzogliche Regierung der Provinz Rheinhessen hat unterm 11. d. M. folgendes Ausschreiben an sämmtliche Bürgermeister erlassen: Betreffend die Auswanderung nach Brasilien. "Wir vernehmen, dass hier und cha. diesseitige Unterthanen es versuchen, heimlich «ach Brasilien auszuwandern. Hierdurch, und um die, sem Unwesen zu steuern, haben wir uns veranlaßt gese, hen, in Folge höchster Verfügung nicht nur längs des Rheines die Einschiffung solcher heimlicher Auswanderer zu untersagen, sondern auch mit den Regierungen der benachbarten Länder die Uebsreinkunft zu treffen, daß selbige, wenn siemitkeinen Entlassungsscheinen von «nS versehen ftyn würden, verhaftet und in ihre Hei- math zurückgesendet werden sollen. Einzelnen Bürgermeistern haben wir bereits die Erfordernisse angezeigt, unter welchen allein die Entlassung aus dem diesseitigen Unterthansverbande zum Lehufc der Auswanderung nach Brasilien zugestanden werden könne. Um die dadurch verursacht werdenden vielen Schreibereien zu vermeiden, erachten wir es für nöthig, solche Ihnen insgesammt mitzutheilen. Wir eröffnen Ihnen daher hiermit, daß Niemanden zu jenem Behuf die Entlassung ertheilt wer, den wird, als bis er l) die Vorschriften der allerhöchsten Verordnung vom y. April 1823 (Regierungsblatt Nr. 13 vom Jahr 1623) erfüllt, und 2) durch eine authentische Urkunde nachgewiesen haben "wird, daß er wirklich in Brasilien als Bürger und Unterthan auf- «nd angenommen werden soll. Wir bemerken hierbei, daß diese Urkunde von der kaiserl. brasilischen Regierung selbst namentlich auf den Patenten ausgefertigt seyn muß, und daß wir auf Annahmsbescheinigungen, welche von angeblichen, von den Staatsregierungen Deutschlands nicht anerkannten, brasilischen Geschäftsträgern ausgestellt worden sind, und namentlich auf jene, welche der bekannte Falschwerber, Major Schäfer, zu Hamburg auszustellen sich erfrecht, durchaus keine Rücksicht nehmen werden. Wir beauftragen Sie, den Inhalt des gegenwärtigen Ausschreibens sogleich nach dessen Empfang in Ihren Gemeinden bekannt zu machen. Gez. Freihr.v. Lichtenberg.. In Folge dieser Masregel hat die hiesige Gendarmerie eine Karavaue von etlichen 60 Auswanderern, Männer, Weiber und Kinder, hier eingebracht, um in ihre Heimath, meistens aus dem Kanton Alzey, zurück, gewiesen zu werden. Würtemberg ^ Stuttgart, den 30 . Okt. Se. königl. Maj. haben heute dem königl. baierischen ausserordentlichen Gesandten ». bevollmächtigten Minister, Freiherrn v. Taut- phoeus, eine Audienz ertheilt, worin derselbe die Ehre hatte, Höchfldenselben das neue Beglaubigungsschreiben Sr. Maj. des Königs Ludwig zu überreichen. Nagold, den 1. Nvv. In der Nacht vom 26. auf den 27. Okt. brach in der hiesigen Vorstadt, nahe bei der Post, Feuer aus, welches so schnell um sich griff, daß in wenigen Stunden 11 Gebäude ein Raub der Flammen wurden , und nur durch die grhßte Anstrengung es möglich war, die von zwei Seiten bedrohten Post-Gebäude zu retten. 24 Familien verloren durch diesen Brand ihr Obdach, mehrere derselben auch ihre sämmtliche Habe, Und ein würdiger Bürger, der Säcklermeister Christoph Carl hat, während er seinen Mitbürgern Hülfe leistete, durch den pldzlichen Einsturz eines Gebäudes sein Leben eingebüßt. Frankreich. Das Kostüme, daS Se. kön. Hoh. der Herr Herzog von Bordeaux besonders liebt, ist das eines Grenadiers der königl. Garde; der Prinz ist allerliebst in dieser Uniform. Eines Tages, wo er vom Fuße bis auf das Haupt ausgerüstet war, wendet er sich an H. von Hautponl, Obrist des dritten Garde-Regiments, der den Dienst hatte, und sagte zu ihm mit einer entschlossenen Miene: Wollen Sie mich nicht durch die Musterung gehen lassen? — Ich kann nicht, gnädigster Herr; Sie haben einen zu schlechten, nicht nach der Vorschrift gemachten Habersack. Wenn Sie mir es erlauben, so will ich Ihnen einen agbieten, der die strengste Musterung soll passiren können. — "Sie werden mir ein großes Vergnügen machen., antwortete der Prinz. Wenige Tage nachher hatte er den niedlichsten, ordonanzmäßigen Habersack, versehen mit allen Gegenständen (im Kleinen), aus denen die Mobilien eines Soldaten bestehen. Um seine Erkenntlichkeit für dieses Geschenk zu bezeigen, ließ der Herr Herzog von Bordeaux sich auf die Liste des dritten, als erster Grenadier des Regiments, einschreiben. — Die HH. Casimir und Germain Delavigne sind den 80 . zu Marseiile angekommen. Man spielte 1708 den andern Tag auf der Bühne dieser Stadt dis Lcolo äos Vioiüsräs. Dieses berühmte Brüderpaar will sich «ach Neapel einschiffen. — Man meldet aus Troyes, daß in dem Theile des Aubc-Deparicmertts, der dieser Stadt nordöstlich liegt, eine beträchtliche Menge Schnee gefallen sey. Der Forst von Othe, die Wälder von Ervy und Vauchassis liegen so voller Schnee, daß die Kommunikationen schwierig geworden sind. Ein Theil der Kantone von Mcaux u. Montmirail (Seine-u. Marne-Departement) ist gleichfalls mit Schnee bedeckt. Im Forste von Normal (Belgien) und der Umgegend hatten die Eichen, die jezt noch ihr Laub haben, eine solche Schneelast zu tragen, daß die stärksten Aeste brachen. Zu gleicher Zeit bedeckten sich auch die Berge des Departements der Lo- züre mit Schnee. Man hat die Bemerkung gemacht, daß es voriges Jahr in diesen Gegenden erst am 23. Dezember zu schneien anfieng. Auszug auS einem Briefe des Hrn. v. Langsdorf an Herrn Oppermann zu Paris. "Noch habe ich Ihnen die Entdeckung einer Medizinal-Wurzel nicht gemeldet, die ein speciftsches, durch zahlreiche Erfahrungen erprobtes Heilmittel gegen die Wassersuchtenist. Sie heißt Cain ca oderCahinca, und auch Raiz preta (Schwarzwurzel). "Ich wünschte zu wissen, ob Hr. v. Saint-Hilaire, in feinen Lieferungen, von dieser Psianzen-Wurzel und ihren wunderbaren Wirkungen gesprochen hat; wen» nicht, so ist es von dem größten Interesse, daß dieß Läldestens bekannt werde. Es ist die Wurzel einer Ehio- cocca ramosa (Riede!) , oder der Chrococea an- guifuga (Martin), zwei verschiedene Pflanzen. "Wenn ich nichts.gethaii hätte, als den Gebrauch dieser Pflanze in Europa 'einführen, würde ich glauben, genug gethan zu haben; gewiß werden die Journale von ihren erstaunlichen Wirkungen sprechen. "Die Ca hin ca ist ein nicht schwächendes, abfäh» rendes Mittel, und enthält eine Bitterkeit, die den Magen vielmehr stärkt; es ist ein flüchtiges Reizmittel, das einen Gcschmak hat, der Neigung zum Brechen verursacht, ohne daß es jedoch ganz zum Brechen kommt. Der Geruch gleicht ein wenig jenem des Baldrians. Es ist ferner ein vortreffliches harntreibendes Mittel, und hat eine ganz besondere Wirkung auf das Harn-System. Ich kenn? kein sichreres bluttreibeudes (die monatliche Reinigung beförderndes) Mittel: Diese Arzcnei hat junge Personen wieder hergestellt, die, im Aller von 14 oder IZ Jahren, sich in einer verzweifelten Lage befanden, Man fängt damit an, daß man eine Halbs Maas siedendes Wasser auf zwei Quentchen von dieser Cahinca aufgießt, und so lange fliehen läßt, bis sich die Kraft herausgezogen hat; man lrinkt davon, täglich zweimal, ein? Tasse; oder man macht daraus ein konzantrir- tes Dekokt, wovon man täglich drei oder vier Eßlöffel Voll nimmty, Der H, Doktor Koreff erhielt von dem H. Oppermann eins kleins Nuanftiät"voi> dieser Mn, rzek , «nd hat sie an die HH. Planche, Deral und Cavenlon, Apotheker zu Paris, ausgetheilt, damit die Acrzte die Wirkung der Pflanze in geeigneten Fällen erproben, und die Kraft dieses neuen Heilmittels,das nicht wohl gegen alle Arten von Wassersucht dienlich feyn kann, genau bestimmen könnten. H. v. Langsdorf, in seiner ersten Wohlihätigkeits-Begeisterung, hat sich täuschen können. Es wäre ungerecht, in einem freundschaftlichen Briefe, worin man Vie Freude ansbrechen sieht, welche die Ent, deckungeines Hcilmittelts gegen eine soschrechliche Krankheit einflößcn muß, eine strenge Pünktlichkeit in wissenschaftlicher Hinsicht zu fordern. Der H. Doktor Koreff hat so eben nach Brasilien geschrieben, daß man ihm eine große Menge dieser Wurzeln schicken solle, Hamit er die Beobachtungen vervielfältigen könne. Drapeau-Blanc.) Großbritannien. London, den 27. Okt. zprozent. konfol. 67'/,. Griechisches Anleihen r 29 Diskonto. — Der offizielle Bericht über die Einnahme von Prome durch Sir Archibald Campbell ist eingetroffen. Diese Festung wurde, wie wir bereits gemeldet, den 2Z. April erobert; 101 Kanonen sind in unsere Hände gefallen. Ucbcr ein Viertel der Stadt ist durch daö Feuer zerstört worden. Der Prinz Sarrawuddy zog sich mit den Trümmern seiner Armes auf die Hauptstadt zurück. Er beschäftigte sich damit, die Dörfer, die Schiffe, das Getreide und andere Lebensmittel, die sich auf seinem Wege befanden, zu zerstöre». Ein Korps frischer birman'scher Truppen mitZoKa« noncn war nicht sehr weit von Prome, als der General Campbell dort einzog; jene Truppen haben sich zerstreut, ein großer Theil ihrer Artillerie und ihre Kriegsschiffe sind durch die Flottille unter den Befehlen desKapitanö Alexander genommen worden. Man stellt die Lage von Prome als sehr furchtbar vor; die Hützel, die eS umringen, waren bis an die Gipfel befestiget worden. Diese Stadt ist von Natur so fest, daß, nach dem General Campbell, .eine Garnison von io,ooo disziplinirter Soldaten sie gegen 100,000 hätte vertheidigen können. Es macht uns Vergnügen hinzusezen zu können, dag wir diese Festung ohne den geringsten Verlust erobert haben. Ein Beilage zur offiziellen Londner Zeitung wird diesen Abend sehr spät, oder morgen früh, die einzelne» Umstände bemeldeter Operationen, nebst andern Depeschen von Sir A. Campbel mittheilen. (Courier.) — H. Thompson, den die englische Gesandtschaft z» Mexiko abschickte, um den Zustand von Guatmrala zu untersuchen, und der englischen Regierung darüber Bericht zu erstatte«, ist zu London angekvmmen. — Der H. Markts WelleSley, Lord-Lieutena,tt von Irland und Bruder des Herzogs von Welligion, ver- Mhltßch, dem Vernehmen nach, nächster Lage z§ Dn- 1709 blin mit der Mistriß Paterson. Dieß ist nicht die Person dieses NamenS, die Hieronymus Bonaparte gehei- rathct hatte, sondern die Stiefschwester jener Dame. Die künftige Gemahlin des MarkiS von Wellesley ist eine Amerikanerin, katholischer Religion, und Wittwe. Mistriß Paterson wurde neulich dem Hofe vorgestellt, Und der König scheint ihre Schönheit, die in der Thal ausserordentlich ist, sehr bewundert zu haben. Die Zurüstungcn zur Hochzeit sind sehr prachtvoll; fümmtlicher Puz und aller Schmuck sind Erzeugnisse ir- ländischer Manufakturen und Fabriken , welche zart« Aufmerksamkeit unfehlbar in Irland allgemein wird ge- würdiget werden. Italien. Florenz, den 21. Okt. Der in der Literatur, wie in der Diplomatik berühmte Marchese Girolamo Lucche- sini (in der Revolutionszeit preussischer Ambassadeur zu Paris) ist, von einem Schlagflusse getroffen, in der Nacht vom 19. d. M. gestorben. O e st r e i ch. Ein Zirkulare der k. k. Landesregierung im Erzherzogthum Oestreich unter der EnnS ist folgenden Inhalts: "Se. k. k. Maj. haben mittelst allerhöchsten Kabnietsschreibens vom 9. Sept. d. I. den aus höchstihrcn Antrag in der Sizung des deutschen Bundestages vom 18. Aug. d. I. einstimmig gefaßten Beschluß zu eröffnen geruhet: Daß den in Folge der Auflösung deS deutschen Reichs mittelbar gewordenen, vormals reichsständischen Familien, ein ihrer Ebenbürtigkeit mit den souverainen Häusern angemessener Rang und Titel gewähret, und den Fürsten das Prädikat "Durchlaucht« ertheilt werde. Zugleich haben Se. Maj. das nachstehende Verzeichniß derjenigen Fürsten-Familien, auf deren jedesmaligen Chef dieser Bundesbeschluß seine Wirksamkeit zu äussern haben wird, herab zu geben und zu befehlen geruhet, daß, um mit dieser Bestimmung auch ein angemessenes Kanzlei-Zeremoniel in Verbindung zu sezen, so wie den svuverainen Fürsten in der Anrede der Ausdruck, "Durchlauchtigster Fürst« zustehet, den mediatisirten Fürsten von den Stellen in den Ausfertigungen, und zwar in der Anrede der Ausdruck "Durchlauchtig hochgeborner Fürst«, und im Kontexte der Titel "Durchlaucht« gegeben werden soll.« — "Verzeichnis! der mittelbar gewordenen ehemals reichsständischen fürstlichen Häuser: I. Mediatisirte Fürsten, welche in der dstreich. Monarchie dvmizilirt sind: Auersberg, Colloredo-Mannsfeld, Dictrichstein, Esterhazy, Kaunitz-Rietderg, Khevenhüller, Lobkowitz, Metternich, Rosenberg, Schwarzenberg, Schönburg, Starhemberg, Trautmansdorff, Windischgrätz. II. Mediatisirte Fürsten, welche ausserhalb der bstreichischen Monarchie dvmizilirt sind: Aremberg (Herzvg), Bentheim-Stein- furt, Bentheim-Teklenburg oder Rheda, Croy (Herzog), Fugger-Babenhausen, Fürstenberg, Hohcnlvhe-Laugen- burg - Langenburg, Hvhenlohe-Langcnbmg-Oehringcn, Hohenlohe-Langenburg-Kirchberg, Hohenlohe - Waldenburg-Bartenstein , Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstcin- Jaxtbcrg, Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst, Jsen- burg-Offcnbach-Birstein, Leyen, Leiningen, Looz-Cos- warem (Herzog), Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, Ld- wenstein-Wertheim-Freudenberg, Oettingen-Spielberg, Oettingen-Wallerstein, Salm-Salm, Salm-Kyrburg, Salm-Reiferscheid-Krautheim, Salm-Horstmar, Sayn- Wittgenstein Berleburg , Sayn-Wittgenstein-Hohcnstein, Solms-Braunfels, Solms-Lich - und Hohensolms, Waldburg-Wolfegg-Waldsee, Waldburg-Zeil-Trauch- burg, Waldbürg-Zeil-Wurzach, Wied, Thurn und Taxis. Wien, den 20. Okt. 1823. Augustin Reichmann Freiherr v. Hochkirchen, niederöstreichischer Regierungs- Präsident. — Ernest Graf v. Hoyos, niederöstreichischer Regierungsrath und Kanzlei-Direktor.« Spanien. ZI- Die Etoile vom 31. Okt. meldet: "Eine telegraphische Depesche kündigt an, daß H. von Jea Bermudez, erster Minister Spaniens, so eben durch den H. Herzvg von Jnfantado ersezt worden scy." Verschiedenes. Der Drapeau-blanc giebt eine Uebersicht> der Ziyil- liste der regierenden Fürsten Europa's. Aus ihr erhellet, daß der Kaiser von Rußland die stärkste (40 Millionen), und der Herzog von Oldenburg die kleinste (300,000 Fr.) hat. Nach der russischen ist die französische Jivilltste die stackste (32 Millionen). Als ich vor eiwger Zeit den Rheingau bereiste, um daselbst Einiges nach der Natur zu zeichnen, zog unter andern Gegenständen auch der Scharfenstein, eine aus einem Thurm und wenigem Gemäuer bestehende Ruine unweit Kindrich, eine kleine Stunde von der Landstraße, durch seine schöne Lage mcme Aufmerksamkeit auf sich. Sobald meine Zeichnung fertig geworden >Ärr, nahm ich meinen Weg über die Ruine selbst, um etwas näher nach dem Dorfe zu gehen. Dei'm Hinaufsteigen trat ich auf einen Haufen von Steinen, die sich durch ihren graulich weißen Glanz und durch die eigne Form ihres Bruchs von andern Steinen merklich unterschieden. Ich erkannte in ihnen sogleich versteinertes Holz, und zwar Eichenholz, was sowohl die Bildung der Poren, als auch der den Hügel der Ruine ganz umgebende Eichenwald bestätigen könnte. Die Ruine ist von diesem versteinerten Holze gebaut, und selbst in dem Dorfe Kindrich habe ich mehrere Mauern von diesen Steinen gesehen. Der Hügel sammt allem Gemäuer ist-von einem adclichen Gutsbesizer im Rheingau angekauft worden, und wird durch seine schönen 'Anlagen in dieser so vielfach besuchten Gegend jedem Reisenden ein lieber Ort des Verwcilens mehr scyn. Ich mache daher jeden Fremden noch besonders s»wohl aus eine nach der westlichen 1710 Seite des Hügels liegenden Mauer, die durch die an «rehreren Sternen abgebrochenen, ungefähr noch 1 Zoll lang hervorstihenden Aestchcn einen sonderbaren Anblick gewährt, als auch auf ein nach dem vordem Abhang deS Hügels gelegenes Canapce aufmerksam, dessen rechte Seitenlehne von einem runden Steine gebildet wird, an dem man noch ganz deutlich den Hieb einer Axt und den ab, springenden Span erkennt. Aber noch von größerem Interesse, als für den bloßen Naturfreund, dürfte für den Mineralogen die Erscheinung seyn, daß die dortigen Bäume in der Wurzel versteinert sind, waSmich ein ifolirt und senkrecht stehender Baum, an dem ich diese Bemerkung gemacht habe, auch auf die andern, die ebenfalls nur wenig von der senkrechten Lage abweichen , schließen läßt. Diese senkrechte Richtung fiel mir daher sehr auf, da man die bisher entdeckten versteiner, ten Baume in mehr horizontaler Lage gefunden hat. Da ich selbst keine weitere Kenntniß von diesem Fache habe, so bleibt eine nähere Untersuchung und Bekanntmachung einem Sachkundigen Vorbehalten. To viel ich weiß, findet sich diese Bemerkung in keiner Reisebeschrei, bung; dieß hat mir Anlaß gegeben, sie dem Publikum mitzutheilen. Karlsruhe, den 26. Oktober 1825. C. D. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. r. Nov. Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 7' 27 Z. 11,4L. 5,2 G. 66 (H. SW. M. 3 27 Z. 10,9 L. 7,4 G. 62 G. SW. N. 10 27Z. 9,3 L. 6,2 G. 61G. SW. Windig und trüb, es wird etwas heiterer, Nachts heiter und stürmisch. Todes-Anzeige. Der Unterzogene erfüllt für sich und die Hinterbliebenen drei Kinder die traurige Pflicht, auswärtige Verwandle und Freunde von dem heule Abends um 7 Uhr, nach kurzen Leiden, in einem Alter von 68 Jahren, erfolgten Ableben seines Schwiegervaters, des in Ruhestand versetzten ÖberamtmannS Bernhard Sie gl, unter Verkittung aller Beileidsbezeugungen, zu benachrichtigen. Rastatt, den Zl. Oktober 1825 . Kramer, Postamtsverwalter, als Tochtermann. Theater, Anzeige. Donnerstag, den Z. Nov.; Tankred, Oper in 2 Akten, von I. Rossini. Sonntag, den 6. Nov. (zum erstenmale): Der Alke muß, Lustspiel in 2 Akten, von Costenoble. Hierauf (zum erstenmale): Sieben Mädchen in Uniform, Vaudeville-Posse in einem Akt; nach dem Französischen frei bearbeitet, und mit bekannten Melodien versehen, von L. Angely. Literarische Anzeige. In der P. G- Hilscher'schen Buchhandlung ia Dresden ist erschienen, und in allen Buchhandlungen z« bekommen, in Heidelberg und Speyer bei Aug. Oßwald: A n d a ch t s st u n d e n für betrübte und frohe Herzen von F. G i v a r d e t. 12 Predigten. gr, g» 182z. ir Theil. Preis 2 fl. 6 kr, — ELZ« 2r Theil. Preis 2 fl. 6 kr. Karlsruhe. sVIehmarkt bete.) KünstlgenMon. tag, den 7. November d. I., als dem iten Meßkage, wird dahier auf dem gewöhnlichen Mehmarktplatz rin weiterer Rindvieh« und Pfcrdcmarkt abgehalten werden. Karlsruhe, den -9. Okt. aörS. Bürgermeisteramt und Gtadtrath. Gross. Achern. sEntm ün dgung.) Philipp Nie hss e von Saebach wird hiermit wegen Gemüthsschwäche für entmündiget erklärt, und ihm dessen Frau und deren Rechtsbctstanv Michael Dietmaicr daselbst als Pfleger bestellt, welcher dir Verwaltung des Vermögens übertragen wird. Achern, den 17. Oktober >6r5. Großherzoglichcs Bezirksamt. Kern. Karlsruhe. sBücher« und Kunstwerke - Versteigerung.) Den -5. Nov. u. f. wird dahier eine Vor. steigerung von guten, zum Theil seltenen, gebundenen Büchern in deutscher und französischer rc. Sprache, nebst einigen Kunstwerken, seyn, worüber bas Verzeichnis zu haben ist: Karlsruhe, in den Buchhandlungen von G. Braun und D. R- Marx; Durlach , bei Buchbinder Seufcrt; Freiburg, bei Buchhändler Fr. Wagner; Heidelberg, bei L. Meder und Antiquar Wolfs; Lahr, bei Buchdrucker I. H. Geiger-; Mannheim, in den Buchhandlungen von Schwan u. Ghtz und Tob. Lbffler; Speyer, bei Antiquar Harrth; Stritt- gart, bei Antiquar Fcrd. Stein köpf. Wössingen. sF.ah rnlß-V erst e iger ung.) Ans der Derlaffcnschast des verstorbenen Kiefer Heinrich Jost dahier wird Donnerstag und Freitag, den ,0, und 11. November, sämmtliche Fahrniß versteigert, und zwar am ,0. zwei Bründ- iveinkcffel, r Paar Ochsen, 3 Kühe, mehrere Schweine, ungefähr -oo Ctr. Heu und Stroh, Früchte, Fuhrgcschirr und Daugholz zu 100 Fuderfässcrn, wovon ein großer Theil 6 — 3 Schuh Länge hat, sodann ein großer Vorrath Reift und Band, und mehrere Klafter Holt- Wössingen, den öl. Okt. >Ü25. Vogt W«inbr e ch t. . Verleger und Drucker; PH. Macklot.