Karlsruher Zeitung. Nr. 313. Freitag, den 11. November 1825. Baven. (AM. aus vem groZH-rzozl. L-taatS. und Regierungsblatt vom g. Nov.) — Baiern. —Frankreich. — Großbritannien. — Oestreich. — Preujsen. — Schweiz. — Türkei. — Amerika. — Verschiedenes. — Diensriigchrichten. - -^ > - .... ----- - . . - — Baden. , Das großherzogliche Staats , und RegrerungSblait vom 9- Nov., Nr. XXVI, enthält folgende höchst- landesherrliche Verordnung: Ludwig rc. Nachdem durch die Verordnung v.20. Febr. lZo7 den Handwerkern jedes Zunftdistrikts, gestattet worden, Beste!, jungen auf Gegenstände ihres Gewerbs von Bewohnern anderer Junftdistnkte anzunchmen, und es ihnen in der Regel nur verboten war, die bestellten Waaren und Produkte dem Auftraggeber selbst zu überbringen; dieses Verbot aber durch besondere Verfügung vom 27. Juni 1822 für die hiesige Residenzstadt bereits mit gutem Erfolge aufgehoben worden ist; so sehen Wir Uns veranlaßt, jene Verfügung nunmehr auf das ganze Groß- herzvgthum auözudehnen und zu verordnen wie felgt: "Es ist jedem inländischen Gewerbsmann von nun "an erlaubt, diejenigen Waaren, Erzeugnisse, oder "Arbeits-Produkte, worauf er von Bewohnern ei« "nes andern Zunftdistrikts Bestellungen erhalten hat, "selbst an den Besteller abzufenden oder demselben zu "Überbringer:. Damit aber der wesentliche Zweck "des erwähnten hiermit aufgehobenen Verbots er« "reicht werde, so haben die Polizeibehörden darauf "zu wachen, daß diese zum Vortheil des Publikums "und der betriebsamen Gewerbsleute getroffene Verfügung nicht durch unerlaubtes Hausiren mit den Erzeugnissen der zünftigen Gewerbe mißbraucht wird.. Gegeben zu Karlsruhe in Unferm großherzoglichen Staatsministerium, den 20. Okt. 1825. Ludwig. In Abwesenheit des Ministers. Der Ministerial-Direktor. L. Winter. Auf Befehl Seiner Königlichen Hoheit. Eichrodt. D a t e r n. München, den 7. Nov. Heute hatte abermals, unter dem Vorsize Sr. Majestät des Königs, eine Si- zung zur Berathung der Ersparungen im Staatshaushalte statt. — I. M. die Königin Friederike hat, aufJhrer Rückreise von München nach Karlsruhe', mit Ihren Prinzessinnen Töchtern kk. HH. am ö. Nov. im Gasthofe zu best drei Mohren in Augsburg übernachtet. Frankreich. Aus dem Verkauf der Bibliothek des zu Paris verstorbenen Orientalisten Hrn. Laugleö sind 117,623 Fr. 90 Cent, gelöst worden. — In einem Journale, sagt die Etvile vom 8., las man gestern: "Es^ wisse von guter Hand, und könne als eine ganz sichere Nachricht melden; daß man in unfern Häfen eine der wichtigsten Ausrüstungen bereite, die nach dem stillen Meere bestimmt fep, und daß diese Expedition, deren Zweck man nicht kenne, von dem H. Admiral Duperrs, welchem man unumschränkte Vollmachten ertheilen würde, solle befehligt werden.« Wir glauben zu wissen, entgegnet die Etoile, daß wirklich in keinem unserer Häfen irgend eine Ausrüstung betrieben werde. Weit,entfernt, daß es sich also verhalte, entwaffnet mau vielmehr in diesem Augenblicke zu Brest die Schiffe, die auf Saint-Domingue gewesen sind. Wenn eigige Rüstungen in unfern Häfen gemacht werden, so kann es nur für die gewöhnlichen Stationen seyn, die man in dieser Jahreszeit erneuert, und wenn der H. Admiral Duperrü ein Kommando bekömmt, so wird es Zweifels ohne der Oberbefehl über eine dieser See-Stationen feyn. — Die Pariser Journale vom 7., 8. und 9. erzählen folgende schreckliche Geschichte: , Eine Köchin ' Namens Henriette Cornier, zwischen 25 und 26 Jahr alt, diente feit 14 Tagen oder 3 Wochen in einem Haufe in der Straße Pepiniere; sie holte, was sie für den Tisch ihrer Herrschaft an Obst bedurfte, bei einer Obsthändlerin, deren Haus all dasjenige stößt, wo sie wohnte. Diese Obsthändlerin hatte ein Töchterchen von 22 Monaten, welches,, durch feine Artigkeit, sich die Liebkosungen aller Personen erwarb, die in ihren Laden kamen. Henriette Cornier schien dieses Kind sehr zu lieben. Den 4. dieses Monats bat sie die Mutter, ihr Töchterchen ihr anzuvertrauen, um es mit sich auf den Spaziergang zu nehmen. Auf die Bemerkung der Mutter, daß ihr Töchterchen nicht sauber gekleidet fey, entgegnete Henriette: sie wolle es mit sich in ihr Zimmer nehmen, und es gehörig puzen r Da eine halbe Stunde verfloß, ohne daß die Khchin mit dem Kinde von ihrem Zimmer zurückkam, so gierig die Mutter hinüber, um lezteres zu holen. Indem sie die Kammerthüre der Köchin öffnet und eintritt, fragt sie: wo ist meine Tochter ? . . Henriette antwortet kalt, das Kipd sey todt; im nämlichen Augenblicke sieht die Mutter den.hsuttriefenden Leichnam auf einem Tische; der Kopf war vom Rumpfe getrennt ... der Mutter wird übel, und die Cornier ergreift diesen Augenblick, um den Kopf des Kindes zum Fenster hinaus zu werfen, der vor der Thüre deS Obsthändlers, zwischen diesem und dem Herrn Doktor de la Crorx, der gerade vorbeigieng, zur.Erde fiel. Der Obsthändler hob ihn mit Entsezen auf, ohne zu wissen, daß es der Kopf seines Kindes sey: Als er ihn erkannt hatte, war er in einem schreck, lichen, schwer zu schildernden Zustande. Der Zustand der Mutter ist noch betrübender: sie ist schwanger, Hen- nette Cornier wurde fast auf der Stelle verhaftet. Sie erklärte schwanger zu seyn, und hat das von ihr begangene Verbrechen dem unordentlichen Gelüsten zuge, schrieben, das schwangere Frauen zuweilenzu haben pflegen. Uebrigens ist sie vollkommen ruhig. Sie wurde dem königlichen H. Prokurator überantwortet. Parrö, den 9- November. Gestern war der Kurs der 5prozent. konsol. zu yy Fr. 60, 55, 60 Cent. — —-zprozent. konsol. zu 70 Fr. 90 Cent, eröffnet und auch geschlossen. — Bankaktien 2150 Fr. — Königl. span. Anleihen von 1L2Z — 50/^. — Die Etoile vom 9. sagt: ein neues Linien-Regi- ment, das 5iste, hat sich, unter dem Geschrei "es le- Hk der König«,! nach den Antillen eingeschifft. Großbritannien. London, den 5. Nov. Nachdem Sir Charles Stuart, in Bezug auf die Unabhängigkeit Brasiliens alles in Ordnung gebracht hatte, war er, dem Ver- nehmen nach, un Begriff sich nach BuenvS-Ayres zu begeben, um als Vermittler eines Vertrags zwischen der Republik des Silberstroms und dem Kaiser von Brasilien aufzutreten. O e st r e i ch. Wien, den'S. Nov. Metalliques 95^, i Bank, aktien iitz7. Preussen. Berlin, den 4. November. Se. königl, Hoheit der Prinz August von Preussen sind von Magdeburg Hier eingetrvffen. Schweiz. Der neapolitanische Gesandte in der Schweiz, Herzog von Calvello, hatte jüngsthin zu Zug sein Kapitulations-Begehr , hinsichtlich des neapolitanischen Kriegsdienstes erneuert und darauf gedrungen, daß diese Angelegenheit dem dreifachen Rath des Kantons vorge- legt werde. Darauf hat nun der Kantonsrath geantwortet: "daß, da das Wappen des Hrn. Herzogs selbst die Worte: nun^nam rotrai zum (me rückwärts) tra< ge, er einen üblen Begriff von den Grundsäzen der Bürger von Zug gewinnen würde, wenn sie, nachdem sie dreimal schon dieselben Kapitulations-Anträge förmlich abgelehnt hätten, nun doch in dieselben eingehen wollten. T ü r k e i. Ein Schreiben aus Kvnstantinopek vom 10. Okt. iw östretchischen Beobachter enthält, nebst andern meist schon bekannten Nachrichten, Folgendes: "Von dem Auslaufen der vereinigten ägyptisch-konstantinopolitanischea Flotte aus Alexandrien hat man hier noch keine Kunde erhalten, was sich leicht erklären läßt, da selbiges schwer, lich vor Ende Septembers erfolgt seyn dürfte. Die Zahl der am Bord dieser Expedition eingeschifften Landungs« truppen wird auf 9000 Mann von verschiedenen Waffengattungen angegeben; auch heißt es, jedoch unverbürgt, daß sich 15 Brander und 2 Dampfschiffe bei selbiger befinden sollen. Zwei griechische Eskadren, die eine von 56, die andere von lö Fahrzeugen, die Brander mit inbegriffen, kreuzten, Nachrichten aus dem Archipelagus zufolge, in den lezten Tagen des Septembers zwischen Milo und Santvrin, um die Bewegungen der türkisch- ägyptischen Flotte, wenn sie sich jenen Gewässern nähern sollte, zu beobachten. Diese Schiffe sind durchaus hv« drivtische; die Spezioten und übrigen Insulaner sollen den vorherrschenden Einfluß, den Hydra sich angemaßt hat, seit einiger Zeit mit sehr ungünstigen Augen an- sehen.« Der östreich. Beobachter vom 4. Nov. enthält ferner folgenden Artikel: Wir haben auS Napoli di Romania, unter'm 24. Sept., von einem zuverlässigen Korrespondenten folgende Nachrichten erhalten: "Der hiesige Stand der Dinge ist noch weit scdlim, mer, als man ihn mir in Smyrna geschildert hatte. Die Individuen, welche heute das Regiment führen, sind eben so allgemein verachtet als verabscheut. Wi« sollte es auch anders seyn, da sie sich mit nichts als ihrem persönlichen Interesse, mit Kabalen gegen ihre Nebenbuhler, mit wirklichen oder erdichteten Verschwörungen beschäftigen, und an ernsthafte VertheidigungS- Masregeln so wenig denken, als ob kein Ibrahim Pa, scha und keine Türken mehr in der Welt wären. Das Volk, durch sein gegenwärtiges, unbeschreibliches Elend gebeugt, sieht der Zukunft mit stumpfer Trostlosigkeit entgegen. Umsonst suchen die ephemeren Regenten eS durch Fabeln, an welche sie selbst nicht glauben, durch eitle Hoffnungen auf fremden Beistand, Cochranc'sche und Wilson'sche Expeditionen u. dgl. hinzuhalten. Selbst griechische Leichtgläubigkeit findet endlich ihre Gränze. "Die Umtriebe der französischen und englischen Philhellenen haben die Verwirrung aufs Höchste gesteigert'). ,) Wir haben längst die Ueberzeugung ausgesprochen,, daß Sie Einmischung so vieler Unberufenen in eine durch planlose Leidenschaft und wülhendcn Parthcizwist ohnehin unheilbar gewordene Sache den Anin derselben nur bcschleu, nigen würde. Diese Ansicht ist durch die Erfahrung der lczlcn Monate bereits hinlänglich bestätigt, und wird sich auch fortdauernd bestätigen. Die Eifersucht, welche dir Abgeordneten der franzSsischen und englischen Philhclte» nen-AuSschüsse beseelt, hat die anfänglich kaum erklärbar geschienenen Ereignisse im Monat Juli erzeugt. Der Eindruck, welchen die von der brittischcn Regierung ergriffenen Masrcgcln in Griechenland machen werden, ist leicht zu berechnen. Die Parrhei, welche für die Englische gilt, iritd einen Hanen Kampf zu bestehen haben. Dt« 1757 Die leztern sind, oder scheinen wenigstens, so lange Manrocordato und Conduriotti sich behaupten, in Napoli und den benachbarten Inseln die stärksten zu seyn; jene haben überwiegenden Einfluß in den nördlichen Provinzen. Ecu gewisser Sophia nvpoulo, ein rastloser Intrigant, ehemals Vertranter des Odysseus, u. von welchem während des Aufenthalts des Loro Byron und Oberst Stanhope zu Messolunghi häufig die Rede war, hatte gerade zu der Zeit, wo in Nauplia die Adresse, worin man den englischen Schuz anrief, beschlossen ward, in Livadia eine zahlreiche Versammlung von Kapitänen veranstaltet, denen er den Vorschlag that, den Sohn eines französischen Prinzen, unter der Vormundschaft Cvletti's und anderer Anti-Englischen Parteigänger zum Könige von Griechenland zu ernennen. Er hatte Goura, den Nachfolger des Odysseus, und Herrn von Athen, ganz auf seine Seite gezogen; nur die Besorgnis, durch einen förmlichen Bruch mit Conduriotti seine rückständigen Geldfordcrungcn rinzubüßen, bewog diesen endlich, der Protektions-Akte, die er in einem öffentlich verbreiteten Schreiben an die Chefs von Meffo- longhi als Hochverrat geschildert hatte, zum Schein bei, zutreten. Die Regierung zu Napoli läßt jenen Sophia- nopoulo und verschiedene seiner tätigsten Gehülfen al, lenthalben als Verschwörer verfolgen. 'Der bekannte B»ander-Hauptmann Canari ist gegenwärtig hier. Vor einigen Tagen gab General Roche ihm em feierliches Gastmahl, wobei er ihm, im Namen einer von den Heldentaten der Jpsarivten entzückten Pariser Philhellenin, ein Souvenir mit einer griechischen Zuschrift überreichte; dieß war von Canari's Bildniß und seiner Biographie begleitet; die Dame soll von hohem Range, und eine der schönsten in Paris seyn. Als Beweis seiner Erkenntlichkeit verehrte Canari dem General Roche seine alte Tabakspfeife, die dieser wie eine Reliquie aufzubewahrcn verhieß. 'Wie es auf den griechischen Flotten steht, weiß ich nicht mit Zuverlässigkeit anzugcben. Man sagt, sie erwarte die zahlreiche türkisch-ägyptische Expedition, die von Alexandrien auslaufen soll. Es wird also wahrscheinlich noch zu Seegefechten kommen. Wenn diese nicht den Griechen wieder einen Aufschwung geben, oder der bevorstehende Winter ganz neue Konjunkturen herbeiführt, so muß die Insurrektion in sich selbst zerfallen». Amerika. DaS in Neu-Uork erbaute Dampf-Packetbvot, das ihr entgegen wirkende Franzbsische wird sich des Sieges rühme», und seichen für die Fiederung ihrer Plane, ob sie gleich um kein Haar besser berechnet oder ausführbarer als die ihrer Gegner sind, zu bernuen suchen. Vermehrte Zwietracht, unadsehliche Anarchie, Aeakrionen Über R-atiion,!! weide» die Folgen dieses unglücklichen Wckisircilks mm, den iwci fremde Faklivncn, auf Unkosten eins Voiles, dem sic Beistand leisten zu wolle» vorgcbcn, mii einander treiben. (Anmerkung drS -streich. D-vb.) zur Schifffahrt auf dem St. Magdalena-Fluß in Columbia bestimmt ist, ist von Carthagena nach Bogota unter Segel gegangen. Wenn dieser Versuch gelingt, so wird der Hafen von Carthagena einer der wichtigsten Märkte von Amerika. — Eine nordamerikanische Zeitung meldet, daß der Gouverneur Caß und der Gouverneur Clarke, welche von der Regierung der Vereinigten Nordamerikanischen Staaten beauftragt waren, zu vermitteln, um einem Krieg zwischen den neun indianischen Stämmen, welche am ober» Missisippi wohnen, zuvvrzukvmmen, dieselben zum Abschlüsse eines allgemeinen Friedensvertrags gebracht hatten. — Der englische Courier verkündigt offizielle Dokumente, den Kongreß von Panama betreffend. Das erste ist eine Note des Vizepräsidenten von Columbia, als Antwort auf eine Mittheilung Bolivars. Der Vizepräsident erhärtet in feiner Note die Nothwendigkeit, den Beitritt aller amerikanischen Staaten, sowohl der Krieg führenden als neutralen, zur Versammlung eines-General-Kongresses zu Panama zu erhalten. Die zweite Note ist eine Mittheilung der peruanischen Regierung an die vollziehende Gewalt der Vereinigten Provinzen des Rio de la Plata , um sie cinzula- deu, dem Beschlüsse, hinsichtlich des Kongresses von Panama, beizutreten. Das merkwürdigste in dieser Note ist, daß man daran zu denken scheint, eine Kongrcßstadt für ganz Amerika auf der Landenge von Panama zu bauen. Die Note sagt: "Es scheint: wenn die Welt eine Hauptstadt wählen wollte, so würde die Landenge von Panama für diese Bestimmung gewählt werden. Da sie im Mittelpunkt deS Erdballs liegt, und ihr auf der einen Seite Asien und auf der andern Afrika und Europa gegenüber liegt, so schlägt Columbia die Landenge von Panama vor, um dort die große Kongreßstadt zu bauen.» Die dritte Note ist vom Staatssekretär der auswärtigen Angelegenheiten Columbia'ö an den columbischen Gesandten bei den Vereinigten Provinzen des Rio de la Plata gerichtet, und enthält ö Artikel über das Betragen, daS der Kongreß von Panama beobachten soll. Art. 1. Die Bevollmächtigten werden, im Namen der Staaten, die sie bevollmächtigt haben, ein Manifest erscheinen lassen, um die Gerechtigkeit ihrer Sache zu entwickeln, und die Plane Spaniens, so wie unser politisches System in Bezug auf die andern Mächte der Christenheit, vor Augen zu legen. Art. L. Die Bevollmächtigten werden, rücksichtlich der Inseln Cuba und Porto-Nico einen Beschluß fassen, um zu untersuchen: in wie fern es angemessen und zuträglich seyn möchte, die Stre-tkräfte Aller zu dser- emigcn , um jene Inseln vom fpanischcnIoche zu befreie«, und falls man diesen Entschluß fassen sollte, wie viel Truppen jeder Staat zu liefern hat; man wird hernach bestimmen, ob die Inseln mit einem der verbündeten Staaten vereinigt werde» sollen, oder ob sie sich eine Lokal-Negiernng wählen können. 1758 Art. 3. Die Bevollmächtigten werden die Handelsverträge als Alliirte oder Föderirte schließen, oder erneuern. (Schluß folgt.) Verschiedenes. Die Nachricht von dem Falliment des Hauses Williams in London, hat in Hamburg und Leipzig allgemeinen Schrecken verbreitet. Seit dem bekannten Bankerot des Hauses Tbpferzu Warschau, dessen Masse l2 Mill. Dukaten betrug, hat die neuere Geschichte der Hanbels- welt kein Ereigniß der Art aufzuwcisen, das dem hier befragten an die Seite zu stellen wäre; denn einschließlich der Engagements, die das Haus Williams für fremde Rechnung auf dem Festlande von Europa, in Indien und beiden Amerika's eingcgangen war, beträgt die ganze Masse desselben nahe an 52 Millionen schwere Thaler. — Auf dem Odeon-Theater in Paris wird eine neue Opervvn Mayerbeer, Margaretha von Anjou, einstudirt. Das großherzogliche Staats - und Regierungsblatt vom y. Nov., Nr. XXVI, enthält folgende Dienst- nachrichten: Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben durch höchste Entschließung aus dem Staatsministerium vom 13. v. M. den bisherigen Stadtkaplan Lump zu Rastatt als Professor an dem dortigen Lyzeum, und zweiten Musiklchrer bei diesem und dem Präpa- randen-Jnstitute, gnädigst zu ernennen geruht. Durch die Beförderung des Pfarrverwesers Gockel zu Thiengen, ist die Pfarrversehung daselbst, mit einem jährlichen Gehalt von ZZO fl. in Geld und Naturalien bestehend, erledigt worben. Die Bewerber um dieselbe haben sich binnen 4 Wochen durch ihre Dekanate bei der obersten evangelischen Kirchenbehörde zu melden. Seine Königliche Hoheit haben gnädigst geruht , das erledigte 6oi^or,8 Oüristi Lanefloillm in Villingen, mit der damit verbundenen Lehrstelle, dem bisherigen Pfarrverweser Felix Orth in Schwarzach zu übertragen. Nach ordnungsmäßig erstandener strengen Prüfung ist dem Kandidaten der Medizin, Karl Kusel von Karlsruhe, die unbeschränkte Licenz zur Ausübung der ixinern Heilkunst und der Wundarzneikunst mit dem Prädikat "vorzüglich gut« und die zur Ausübung der Ge« Lurtshülfe mit dem Prädikat "gut befähigt, ertheilt worden. Desgleichen ist dem Kandidaten der Medizin, Joseph Seitzvon Mannheim, die unbeschränkte Licenz zur Ausübung der innern Hcilkunst mit dem Prädikat "gut befähigt« ertheilt worden. Theater - Anzeige. Sonntag, den iz. Nov. (zum erstenmale): Der Troß« papa, Lustspiel in l Akt. — Hr. Waller, den Herrn Frohmann. — Hierauf: Staberls Reiseaben- theuer, Posse in 2 Akten. — Hr. Walter, den Staberl. Donnerstag, den 17. Nov. (zumDortheil desHrn.Ober» mayer, zum erstenmale): Aline von Beperlheim, Feen-Posse mit Gesang in zAkten (nach Bäuerle's "Wien in einem Weltlheile. bearbeitet); Musik vom Kapellmei« ster W. Müller. Freiburg. (Fahndung,)! Cölestin Wert her, von Hofweier hat sich mehrerer Diebstähle im K u n; e r> scheu Bierbause zahier hbchst verdächtig gemacht. Wir ersuchen sämtliche 'Behörden, auf diesen Menschen fahnden zulasten, und ihn im Betretungssalle gefällig einliefern zu wollen. Freibnrg, den 4 . Nov. >6-5. Großherzogliches Stadtamt. Rettlg Signalements. Groß, 5 Schuh 5 Zoll; Haare, blond; Gesicht, rhlhlich; Nase, spitzig; Augen, grau; Zähne, gesund. Derselbe trägt gewöhnlich ein grünes Manchester»«- Tscbbb« chcn und eine russische Kappe von gleicher Farbe. Auf einem seiner Backen hat er eine Narbe, wie von einem Stich her» rührend. Karlsruhe. (Patronbeutelzeug-Lieferung.)! Da auf den Zeitraum vom 1 . Dez. dieses Jahrs bis «Ulme» November , 6 s 6 wieder ein neuer Akkord über die Lieferung von Patronbeutelzeug, als Kamlot, Zeug und Rasch aufzu« stellen ist; so werden diejenigen, welche diese Lieferung übernehmen wollen, aufgefordert, ihre Soumissionen schriftlich und versiegelt unter diesseitiger Adresse und Bemerkung, „Patron- beuteljeug-Lieferung betreffend', längstens bis zum 18 . v. M- hierher clnzugeben, die Lieferungs-Bedingungen können Indessen bei der Unterzeichneten Stelle vernommen werden. Karlsruhe, den 4 . Nov. ,8-5. Großherzogliche Zcughausdirektion. Karlsruhe. (Damen-Korsetten-E m pfehlung.) Unterzeichneter hat die Ehre hierdurch bekannt zu machen, daß er mit scincn bekannte», der Gesundheit ganz unschädlichen Damcn-Korsettcn die Messe wieder besucht hat. Da er für Zweckmäßigkeit und Dauer seines Fabrikats bürgt, so bittet er, unter Zusicherung der billigsten Preise, um gütigen Zuspruch. Seine Bude ist, wie immer, in der ersten Reihe die lczte rechts dem Schlosse zu. M. Häuser mann, Damen.Korscttcn-Fabnkant, aus Heiibronn. Karlsruhe. (Meßwaare 11 .) Unterzeichneter empfiehlt sich einem hohen Adel und vcrehruiigSwürdigcn Publikum zur gegenwärtigen Messe mit seinen seidenen und percale- nen Regenschirmen bestens. Durch billige und elegante Waare hofft er das Zutrauen zu erhalten; auch werden nach Wunsch Regenschirme in Tausch angenommen. Seine Bude ist zur Seite der Schloßkirche, dem Hrri. Nathan Levis gegenüber. Heinrich Horn, Parapluic-Fabrikant aus Mannheim. Karlsruhe. (Anzeige.) Hamburger Rauch - oder Pökelfleisch ist wieder bei mir eingetroffen; eben so bester Lond« ner Porter und Burton Ale in Boutcillen. Gustav Schmieden Berlk ftr und Drucker; PH. Macklvt.