Karlsruher Zeitung. Nr. 314. Samstag, Heu 12. November 1825. Bak'n. (Aul;, aas Sem v.rvßhcrjog!. Sraaiö. unö RczicrungSdlatt vom g, No».; Schlug) — Großbcr-ogihum Hessen. —- Frankreich. — Gvojibrirainucn. — Jialicn. — Preujsen. — Rußland. — Türkei. — Amerika., — Verschiedenes. Baden. DaS grössherzogliche Staats - und Regierungsblatt vom 9. Nvv., Nr. XXVI, enthält I!.folgende höchst- landesherrliche Verordnung: L u d w i g rc. Auf den Vortrag Unseres Justiz-Ministerii in Betreff der gerichtlichen Depoftten-Ordnung finden Wir Uns bewogen, den im §. 1 der Verordnung vom 22. Dez. 1814, Regierungsblatt Nr. XXI, enthaltenen Grund, saz, "daß keine andere Gelder zur gerichtlichen Deposi- tion angenommen werden dürfen, alö welche im Streit befangen, zu Hemmung des Zrnslaufes oder zu gesez- mäßiger Sequestrirung an die Obrigkeit abgegeben werden» — thcilS abzuändern, therlS anderweit dafür zu bestimmen, wie folgt: 1) In unmittelbar gerichtliche Verwahrung dürfen nur solche Depositen genommen werden, welche eines öffentlichen Interesses wegen dazu geeignet find, wie z. D. dre von Ausländern zur Sicherheit wegen der Gerichtskosien hinlerleglen Gelder, die sogenannten Succumbenz-Gelder, herrenlose oder gestohlene Sachen bis zur AuSmittelung des Eigenthümers oder Einziehung für Unseren Fiskus u. s. f. 2) Alle andere im Streite befangenen oder gesezmäßig sequestrirten Sachen und Gelder sollen nicht mehr zu gerichtlichen Händen angenommen, sondern nach den Vorschriften Unseres Landrechts in den Säzen 1962 und 1965 zur dritten Hand eines gerichtlich bestellten Hüters gegen den gesezlich oder von Gerichtswegen bestimmten Lohn hinterlegt werden. L) Die bereits in gerichtlicher Verwahrung befindlichen Privatgelder sollen hiernach ausgeschieden und besonder» Hütern oder Kuratoren übergeben werden. -) Die Ernennung derselben hat von Amtswegen umin so fern zu geschehen, als sich die Beiheiligten über dessen Wahk nicht vereinigen können. Z) Das Justiz-Ministerium und das Ministerium des Innern werden mit dem Vollzug Unseres Willens beauftragt. Gegeben zu Karlsruhe in Unserm großherzoglichen SlvatSministerium, den 27. Okt. 1625. Ludwig. Vät. Frhr. v. Zyllnhardt. Auf Befehl Seiner Königlichen Hoheit. Eichrodt. III. Eine Bekanntmachung des Finanz-Ministeriums, das Ab- und Zuschreibcn und die Erhebung der direkten Steuern betreffend. IV. FolgeudeBermächtnisse zu wohlthäthgen Zwecken:' Der verstorbene Kommerzienrath Wacker hat zum Besten der Armen zu Sinsheim im Neckarkreis ein'Kapi- tal von 15o fl. gestiftet; die Ehefrau des Franz Kem mer zu Lauda hat dem Schulfond allda 100 fl. vermacht. Diese Vermächtnisse werden zum ehrenden Andenken der Wohlthäter hiermit öffentlich bekannt gemacht. Grvßherzogthum Hessen. Darmstadt, den y. Nov. Das gestern erschiene, ne Regierungsblatt enthält eine Bekanntmachung deS Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten, nach welcher auf Befehl Sr. kön. Hoh. des Großherzogs der mit dem Großherzogthum Baden am 6. Sept.'i624 abgeschlossene Handelsvertrag wieder aufgekündigt worden, ist, und vom 1. Januar 1626 au feine Anwendung verliert. Von diesem Tage an sind daher von allen groß- herzogl. badischen Produkten und Fabrikaten, welche in das Großherzogthum Hessen Angeführt werden, die allgemeinen gesezlichen Verbrauchsteuer-Abgaben zu entrichten. Etwaige Verabredungen über die Begünstigung des kleinen Gränzverkehrs zwischen den beiden Großherzog« thümern Hessen und Laden werden nachträglich bekannt gemacht werden. Frankreich. Paris, den 10. November. Gestern war der Kurs der 5pcozent. konsol. zu 99 Fr. 25 Cent, eröffnet und zu 98 Fr. 60 Cent, geschlossen. — sprozent. konsol. zu 70 Fr. 10 Cent, eröffnet und zu 69 Fr. -0 Cent, geschlossen. — Bankaktien 2150 Fr. — Königl» span. Anleihen von 1625 — 50. — Die Uebereinkunft, die zwischen dem Grafen von St. Erreg und dem Baron von Mackau einerseits, und den Senatoren Daumec,. Rouanez unddemObristcnFce« mont andererseits abgeschlossen wurde (sh. Nr. 506), dehnt,die Begünstigung der halben Zollgebühren für die Waaren- welche auf französischen Schiffen in Hayti cin- und ausgeführt werden, eine Begünstigung, welche in der königlichen Ordonnanz nur für den ehemals französischen Antheil von-Saint-DoMingue bedungen worden, auf die-g anze Insel aus. Sie ftzt ferner auf alle Produkt? Hayti's, die in Frankreich eingeführt werden, mit 1760 ckllemiger Ausnahme des Zuckers, den Zoll auf die Hälfte der differentiellen Abgabe herab; das ist: diese Produkte werden die Mittelgebühr zwischen den Abgaben, welche ähnliche Produkte unserer Kolonien, und jenen, welche die Produkte fremden Ursprungs entrichten, zu bezahlen haben. Großbritannien. London, den 5. Nov. Man liest in dem British Traveller Auszüge aus den Journalen fast aller Provinzen der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Das Schiff, William Thomson, das diese Zeitungen mitbrachte, ist aus Neu-Dork in 17 Tagen auf der Themse angekommen. Hier folgen einige jener Auszüge: Man erfährt von dem Kapitän der von Al- varado zu Neu-Uork angekommenen Brigg Emma, daß Offiziere nach Acapulco (mexikanischer Hafen am stillen Ozean) geschickt wurden, welche das Linienschiff Asia und die Brigg Constantia um das Kap Horn herum führen sollen. — Die Mexikaner haben die Gefangenen, die sie auf einer gekaperten Schaluppe des Kastells S. Juan d'Ulloa gemacht hatten, zurück gegeben; feit dieser Zurückgabewird aus dem Kastell nicht mehr auf die Stadt Verä-Cruz geschossen. Der Kapitän Doughty, zu Neu-Aork aus der Havana angekommen, meldet uns: daß die Expedition, die am ly. September aus lezterem Hafen nach San Juan d'Ulloa unter Segel gieng, aus drei Fregatten und zwei Transportschiffen bestanden habe. Diese Schiffe hatten 500 Mann Truppen und eine große Menge Lebensmittel an Bord. — Man sagt, daß die Reife des H. Huskisson nach Frankreich zum Zweck hatte, einen Handelsvertrag zu unterhandeln. (Globe and Traveller.) — Die Ernennung eines englischen Ministers bei der Republik Columbia beschäftigte seit einiger Zeit die öffentliche Aufmerksamkeit, und gab den Times und dem Courier zu Diskussionen Anlaß. Das elftere Journal hatte versichert, daß die Ernennung statt gehabt Habe; der Courier behauptete das Gegentheil. Obgleich die Nachricht der Times zu frühzeitig und der Name deS Ministers nicht richtig angegeben war, so hat sich doch, was die Sache selbst anbelangt, dieses Journal nicht getäuscht. Gestern ist H. Alexander Cockburn zum Minister bei der cvlumbischen Republik, mit einem Gehalte von 6000 Pfund Sterling (66,000 st.), und andern zufälligen Einkünften, ernannt worden. (Globe and Traveller) I t a I l e n. Der fardinifche Hof hat dem heiligen Stuhl viertausend Thaler zur Herstellung der St. Paulskirche beigesteuert. P r e u f s e n. Die Staatszeitung schreibt unter der Rubrik "Pari s«: »Diejenigen, welche in zwei oder drei Journalen die Meinungen der Minister suchen wollen, gleichen denen, welche wähnen, in andern Journalen die öffentliche Meinung zu hören. Wer weiß nicht, daß das Journal des Debats im Dienste eines bcsondern Ehrgeizes steht, daß die Quotidienne und der Arristarque die beleidigte Eigenliebe repräsentier», und daß, während in dem, diesem gegenüber stehenden feindlichen Lager, der Constitutionnel RepublikaniSmuS, der Courier BonapartismuS treibt, das Journal du Commerce für den Staat keine andern Elemente deS Ruhmes und der Sicherheit kennt, als die Industrie. Was beweißt dieß Alles? Daß die Freiheit, wenn sie in Zügellosigkeit ausartet, das schlimmste aller Uebel ist, und daß nicht erst jezt die Verschiedenheit der Meinungen die Tochter des Stolzes und der Unabhängigkeit ist.« Köln, den 8. Nov. Zuverlässigen Nachrichten zufolge haben des Königs Majestät zur Forssezung der Reparatur-Arbeiten an der hiesigen Domkirche eine Summe von 70,000 Thlrn., welche binnen 6 Jahren verwendet werden soll, zu bewilligen geruhet. Welch ein neues Merkmal und offener Beweis kön. Huld und Freigebigkeit deS erhabenen LandesvaterS für Köln! Somit sind dann für's Erste die Mittel gefunden, um das allbewunderte Meisterwerk deutscher Baukunst für Mit - und Nachwelt gegen Zertrümmerung aufrecht zu erhalten. Rußland. Petersburg, den 16. Okt. I. M. die Kaiserin Maria verlassen am Schluffe dieses Monats Ihren Herbss- siz Gatschina, und beziehen mit den großfürstlichen Herrschaften die Winterpaläsie in der Residenz. — Die meisten unserer heutigen Zeitungen sind mit Reiseberichten II. MM. des Kaisers und der Kaiserin Elisabeth durch mehrere Städte des Innern gefüllt, die alle den ausserordentlichen Enthusiasmus und die unge- heuchelten Freudensbezeugungcn ihrer Bewohner schildern, die allgeliebten LandcSherrscher in ihren Mauern, wenn auch nur auf Momente schauen zu dürfen, so wie auch die Beweise der Huld und Gnade, welche Allerhöchst- dieselben an allen Orten, die Sie passirtcn, hinterlassen haben. — Man glaubt, der jezt Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth nach Taganrog begleitende General-Adjutant, Fürst Wolchonsky, werde bei seiner Rückkehr das Ministerium des kaiserlichen Kabinets und der Apanagen erhalten. Türkei. Jassy, den 17. Okt. Die hohe Pforte hat, um das Loos der Einwohner der Fürstenthümer Moldau und Wallachei zu erleichtern, und bei der, seit der im verflossenen Jahre bewirkten theilweisen Räumung von türkischen Truppen, daselbst herrschenden Ruhe beschlossen, diese Truppen auf die durch die Verträge mit dem kaif« russ. Hofe festgesezte Anzahl zu beschränken, und sie, so wie ihre Anführer, unter den unmittelbaren Befehl der Lokalregierung zu stellen. 1761 Die aus der Verbannung zurückgerufenen Griechen des Fanar sind wieder in den Besiz ihrer Güter in der Moldau und Wallachei gcsezt worden. Die Vistiarie (der Schaz), der während ihrer Ungnade mrt der Verwaltung dieser Güter beauftragt war, hat ihnen ihre rückständigen Einkünfte ausbezahlt. — Es werden hier große Anstalten zu dem Vcrmäh- lungöftste der Prinzessin Helena, Tochter unseres Hospo- darö, mit Grcgvrius Ghyka, Sohn deö Groß-Hetmannö, Alexander Ghyka, gemacht. Amerika. Die Note des Vizepräsidenten von Columbia, Sant Ander, an den Liberator Bolivar, deren wir in unserm gestr. Blatte erwähnten , lautet also: "Mein lieber Freund, und getreuer Verbündetes "Ich las mit der lebhaftesten Zufriedenheit nndFreu- de Ihre aus Lima den 7. Dezember 1624 datirte Note, worin Sie mir melden, wie sehr Sie wünschen, binnen 6 Monaten, wenn es immer möglich ist, die De-' putirten der verbündeten Staaten Amerika's, das ehemals Spanien gehörte, vereinigt zu sehen. Da ichvon den nämlichen Gesinnungen beselt bin, wie Sie, so macht eS mir ein außerordentliches Vergnügen, Ihnen melden zu können, daß ich zum voraus alle geeigneten Masrcgeln genommen habe, um einen für unsere Wohlfahrt und unsere künftigen Schicksale so wesentlichen Plan auszuführen. Die Bedürfnisse der neuen Staaten Amerika's, ihre Lage in Betreff Europa's, und dieHart- näckigkcit deö Königs von Spanien, der sie durchaus nicht als unabhängige Staaten anerkennen will, erheischen mehr als jemals die Annahme einespolitischen Systems, bas jeden Plan zu vereiteln vermag, der darauf abzielte, unö neues Unglück zuzuziehcn. "Der für uns gefährliche Grundsaz der Dazwischen- kunft, den einige Kabinette Europa's angenommen haben, und mit Nachdruck verfolgen, erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit. Indessen, so sehr wir auch wünschen, die Grundlage dieses großen Werkes festzuse- zen, deö größten, das man seit dem Fall deö römischen Reiches sich je vorgenommen hat, so scheint es mir gleichwohl: das allgemeine Beste wolle, daß die Ver- jämmlung der Bevollmächtigten, die zu Panama sich vereinigen soll, die Zustimmung aller amerikanischen Mächte, oder wenigstens deö größten Lhcils, sowohl der Kriegführenden als derneutralen, habe; wcilsieAlle, um ihrer Sclbsterhaltung und ihres eignen Besten willen gleich intercssirt sind, dem Rechte der Dazwifchenkunft, dessen Opfer einige Mächte des mittäglichen Europa's bneits geworden sind, sich^zu widerfezen. "Ich glaubte auch, die Vereinigten Staaten von Nordamerika einladen zu müssen, an dem erlauchten Kongreß von Panama Theil zu nehmen, völlig überzeugt, daß unsre Verbündeten so redliche und so berühmte Freunde den Derathfchlagungen über unsre gemeinschaftlichen Interessen mit Vergnügen werden bete wohnen sehen. Aus den Vcrhaltungsbefehlen, die ich unserm Gesandten zu Washington überschickte, und wovon ich Ihnen eine Abschrift sende, werden Sie die Grundsäze erkennen, worauf sich dieser Entschluß gründet. Achnliche Gründe bewogen mich, dem nämlichen Gesandten zu befehlen, den Stellvertreter des Kaisers von Brasilien bei den Vereinigten Staaten von der guten Gesinnung der Republik Columbia gegen seinen Herrn zu versichern« rc. Note des Staatssekretärs der auswärtigen Angelegenheiten Columbia's an den columbischen Gesandten bei den Vereinigten Staaten deS Rio de la Platt-, (Schluß.) Art. 4. Sie sollen für Alle eine die Konsuln betreffende Uebereinkunft treffen, wodurch die AmtSverrich- tungen und die Vorrechte der respektiven Konsuln .auf eine klare Weise bestimmt werden. Art. 5 . Sie sollen die Mittel erwägen, wodurch das ausgeführt werden kann, was der Präsident der Vereinigten Staaten, in einer Botschaft an den vormjähri- gen Kongreß, hinsichtlich der Masregeln äußerte, die man nehmen müsse, um die europäischen Mächte zu verhindern, andere Kolonien auf dem Kontinent von Amerika zu gründen, und um aller fremden Dazwifchenkunft in unsre innern, bürgerlichen Angelegenheiten zu widerstehen. Art. 6. Sie sollen gemeinschaftlich über solche Grundsäze des Völkerrechts, die einer Diskussion fähig sind , und hauptsächlich über diejenigen, die sich auf zwei Nazionen beziehen, wovon die eine im Kriegs-, die andere im Neutralitäts-Stande ist, Masnahmen an- vrdnen und festsezen. Art. 7 . Endlich werden die Bevollmächtigten bestimmen, auf welchen Fuß die politischen und Handels-Verbindungen derjenigen Theile unserer Hemisphäre festzu« sezen sind, die sich von ihrem Mutterlands trennten, unl> noch von keiner europäischen oder andern Macht anerkannt worden sind. — Die Streitkräfte der Republik Chili bestehen i»r 2000 Linien-Truppen, die in mehrere, meist von französischen Offizieren befehligte, Korps abgetheilt sind, und in' 10,000 Mann organisirter Milizen, sämmtlich zu Pferd. Die Flotte besteht aus drei Fregatten von 44 Kanonen, zwei Korvetten pon 24 , und zwei Briggs von 18 Kanonen. Verschiedenes. — Die Trennung des Kaiferthums Brasilien von der portugiesischen Monarchie erzeugte Zweifelsohne bei unfern Lesern den Wunsch, einige zuverlässige Angaben über die Größe, die Bevölkerung und die Hülfsquellen dieser beiden Mächte zu erhalten. Wir hoffen, durch folgende Tabelle sie befriedigen zu können: 1762 deutsche ^Meilen. Einwohner. 1) Die Königreiche Portugal und Algarbicn Huben . 1,722 3,173,000. 2) DieasrikanischenKolonien, 'nämlich s) Madera ic., l>) die Azoren, o) dieStatkhal- terschastAngola, oderCon- go, 6) dieStatthalterschaft Mosambik, o) die Inseln des grünen Vorgebirgs . 28/489 1,048/000. S) Die Kolonien in Asien, nämlich: a) Goa, d) Macao / v) Timo r . 312 375,900 . Zusammen 30,523 4,796,900. Düse Berechnung ist aus dem vor 3 Jahren erschienenen statistischen Versuche des H. Baibi ausgewogen. Mit der Volks-Zunahme der 3 lezten Jahre, kann man annehmen, daß die portugiesische Monarchie 4 Mill. 900,000 Unterthanen zähle, worunter ungefähr 3 Mill. 600,000 Portugiesen. 600,000 Neger, 400,000 Indier, Chinesen rc. Die Einkünfte beliefen sich, im Jahr 1822, auf mehr als 17 Mill. Crusaden (ungefähr 23,000,000 fl.); die Ausgaben auf 21 Millionen Crusaden (ungefähr 28 Will. Gulden). Portugal hatte 4 Linienschiffe, 11 Fregatten, und 30/100 Mann Landkruppen. DaS Kaiserthum Brasilien, ohne die Banda oriental oder Cisplatana, hat, auf 140,625 Quadratmeilen, eine Bevölkerung, die sich im Jahr I8t7, nach einer vorgenommenen Zählung, aufz Mlll. 617,900 Selen belief, die aber, mit dem Zuwachs der Bevölkerung von 8 Jahren , jezt 4 Millionen überstei, gen muß. Sie besteht aus folgenden Klaffen: Weise, 900,000; Neger-Sklaven, 1,900,000; freie Neger, 160,000; Mularten-Sklavcn, 200,000; freie Mulatten, 500,000; Indianer, 440,000. Die Einkünfte belaufen sich auf ungefähr 13 Mill. fl. Die Ausgaben sind unbekannt. Die Marine besteht aus 2 oder 3 größeren Kriegsschiffen, und mehreren kleinern; die rcgulirte Land-Armee aus 10,000 Mann, wozu noch 50,000 Milizen kommen. Im Jahr 1806 belief sich die Ausfuhr aus Portugal nach Brasilien auf den Werth von 21 Millionen Crusaden; die Ausfuhr aus Brasilien nach Portugal auf den Werth von 35 Millionen Crusaden. Die Sklaven-Ausfuhr aus den portugiesischen Desi, zungen in Afrika nach Brasilien belief sich, ein Jahr in's andere gerechnet, auf 30,000 Köpfe. — Die Anwendung des Eisens, namentlich das Guß, eisens, hat in England, hauptsächlich in London, eine fast unglaubliche Äusdehnung erreicht. Die 708 Fuß lange Southwarkbrücke mit 3 Bogen ist aus Gußeisen, und das Totalgewicht des Eisenwerks daran übcr t06,0tX) Ztr. Die 850 Fuß- lange Vcmxhallbrücke ist von Eisen. Könnte man alle, mit eisernen Staketen an den Haus- Gärtchen und Altanen verzierte Straßen in und um London in eine Linie bringen, so wäre diese 8 bis 9 deutsche Meilen lang. In den beiden Jndien-Doks ist alles Säulenwerk von Eisen; an den AuS- und Einladpläzen ist nicht blos ein großer Theil des Fußbodens, sondern daS Ufer selbst mit Eisenplatten belegt, und alle Krahnen, Züge rc. sind von Eisen. Die Säulen um das große Opernhaus sind von Gußeisen, jede nebst Kapitäl und Fußgestcll aus Einem Stü- cke. Eben so stehen in dem sogenannten Quadranten an jeder Seite 74, an 24 Fuß hohe eiserne Säulen, jede aus Einem Stücke gegoffen. Alle diese Säulen und vieles Gitterwerk sind mit Oelfarbe steinartig überstrichen. Eine unzählige Menge von Privathäusern hat eiserne Säulen, Haustreppen u. s. w. In dem kolossalen neuen Bau am Brittischen Museum ist auf dem nordöstlichen, 700 Fuß langen Flügel, der ganze Dachstuhl von Eisenwerk. In den großen mechanischen Werkstätten sind alle Dreh-, Bohr-, Heb- und Zugmaschinen — bei Spinn«, Web-, Mahl-, Pump-und andern Maschinen und Stühlen, alle bisher hölzernen Fassungen re. von Gußeisen. Dazu kommen noch die großen Eisenbahnen und Kettenbrücken rc. DaS großherzogliche Staats - und Regierungsblatt vom 9. November, Nr. XXVl, enthält noch folgende Dienstnachricht: Der fürstl. Leiningenschcn Präsentation des Pfarrers Roth von Lohrbach auf die katholische Pfarrei Heckfeld ist die Staatsgenehmigung erlheilt und dadurch et, ftere, im Ertrag von etwa 550 fl., erledigt worden. Die Kompetenten um solche haben sich vorschriftmä- ßig an die fürstl. von Leiningensche Standesherrschaft als Patron zu wenden. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 10. Nov. Barv Meter Therm. Hygr. Wind. M> 7 ' 27 Z. 1,5 L. 5,0 G. 61 G.. NO. M. 3! 27 Z. f) 0 8,9 G. 54 G. SW. N. 10 27 Z. 3,7 L. 7,0 G. 54 E» SW. Trüb und neblicht , öfters Regen, es heitert sich , Nachts heiter. 11. Nov. Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 7 27 Z. 4,3 L. 6,0 G. 55 G. NO. . M. 3 27 A. 4,1 L. 8,6 G. 57 G. NO. N. 9! 27 Z. 5,5 L. 8,oG. 63 G. NO. Nebel, heiter, es trübt sich gegen Mittag und regnet, Nachts anhaltend Regen. 1763 Literarische Anzeigen. In allen Buchhandlungen ist zu haben, in Karlsruhe kei G. Braun: Vergißmeinnicht, ein Taschenbuch von H. Clauren, für 1826. Leipzig, bei Fr. Aug. Leo. 4 fl. 3 kr. Hast Freundchen Du, ein Bräutchcn Dir erkohren, zu Deines Lebens Freude Dir geboren, und willst, damit es Deiner immer denke, es Dir durch eins der niedlichsten Geschenke, zu süß gewürztem Kuß nur Dank verbinden; so laß es bald auf seinem Putztisch finden, dies kleine Buch, das zu ihm heimlich bittend spricht, Vergißmeinnicht. Bist Ritter Du vom großen Ehrcn-Orden, es ist Dir eine holde Frau geworden; so kannst Du ihr, als Deiner Liebe Zeichen, nichtS hübscheres zum Angedenken reichen, als dieses Büchlein, schmuck und nett gebunden; und kürzt der Inhalt ihr die Abendstunden; so sagt Dir, wenn Du gehst, rhr freundliches Gesicht: Vergißmeinnicht. Anzeige für Göthe's Freunde und Verehrer. Zur Beantwortung vielfältiger Anfragen wegen einer neuen wohlfeilen, vom Verfasser selbst besorgten Ausgabe tezcer Hand von Göthc'S Werken bin ich jetzt im Stande, die zuverlässige Nachricht zu er- theilen: daß selbige in 40 Bändchen als Seiten stück zu Schiller's Werken (18 Bändchen) im Druck, Format, und einem nach Verhaitniß des größern Umfangs ebenfalls möglichst billigen Preise, wirklich erschienen und nächstens der Presse übergeben werden wird. — Hierauf werden in meiner Buchhandlung Bestellungen angenommen und binnen wenigen Wochen eine ausführliche Anzeige über die Subscnptions-Bedingungen gratis ausgrgeben. Best-llungsbriese werden franco erbeten. Heidelberg, den Zv. Okl. 1325. Karl Gross neue akad. Buchhandlung. N. S. Auch sind alle andern wohlfeilen Ausgaben der deutschen Klassiker, nämlich die Werke von Schiller, Wieland, Klopstock, Lessing, Engel, Kleist, Jakobi, Matlhisson, Geliert, Bürger, Uz, Geßner und Zschokke — dann die wohlfeilen Ueber« setzungen von Shakesp eare's undWalter Scott's Werken von Meyer (von beiden lezten das Bändchen zu lg kr. Subscriptionspreis) in meiner Buchhandlung zu ha- haden. -— Nicht minder sind die verschiedenen Ausgaben dcr "Stunden der Anbach^, so wie das "Cvn versa- tions-Lexikon^ stets roy und in guten Einbäncen vorrälhig. Der Stubengärtner, > oder deutliche Anweisung zur Kenntniß, Behandlung und Wartung derjenigen Blumen und Ziersträucher, welche in Topfen vor Fenstern und in Zimmern erzogen und gehalten werden können, nebst genauer Anweisung dieselben zu durchwintern, damit die Liebhaber zu allen Jahreszeiten (selbst im härtesten'Winter) immer neue Blumen erhalte; herausgegeben von Fr. Poscharsky, Kunstgärtner in Dresden. Ist für 54 kr. zu haben in der Oßrvald'schen Buchhandlung in Heidelberg und Speyer, bei Löffler in Mannheim und G. Braun in Karlsruhe. Bekanntmachung. Die verehrlichen Mitglieder des Kunst- und Jndustnever- eins werden hierdurch in Kenntniß gesetzt, daß das neue Vcr- cinSlokale, neue Hcrrcnstraßc Nr. 4; im obern Stockwerke, nunmehr bezogen worden sey und statutenmäßig die sonntäglichen kleinen Ausstellungen um die bestimmten Stunden für die Mitglieder, vom iS. d. M. an, statt haben werden. Karlsruhe, den n. Nov. 1828. Von Vorstands wegen. Karlsruhe. fWeßivaarcn.) I. Frank, Optikus aus Fürth, empfiehlt sich währeb der Messe mit seinen nach optischen Kunstregeln geschliffenen Augengläsern und Konserva- tionsbrillen, auch pircskopischen Gläsern, nach dem neuen System, durch dcrcn Gebrauch die Augen nach ihrer verschiedenen Beschaffenheit nicht nur das erforderliche Licht, sondern auch vorzüglich gut erhalten werden. Desgleichen mit verschiedenen kleinen und großen Mikroskopen, Perspektiven, doppelten und einfachen Lorgnetten, Lesegläscrn, Schießgläsern, Teleskopen, Sonnen-Mikroskopen, Lupen, Lamer-as vKsewi-L», Prismata, Pvljehedern, Zylindern, Wafferwagev, chemischen Feuerzeugen, Mimarurgläscrn, auch Zauberpcrjpek- tiven, womit man durch undurchsichtige Gegenstände scheu kan», und dergleichen mehr. Auch reparirt er solche schadbast gewordene optische Instrumente, und versichert die billigsten Preise und reciste Bedienung. Er warnt zugleich einen Jeden vor jenen Menschen, welche in den Häusern unter seinem Namen herumlaufcn, indem er nur auf Verlangen kömmt. — Seine Bude ist an dcr Seite deS Theaters die 4te abwärts deS Schlosses. , Karlsruhe. sAnzeige.) Unterzeichneter hat hiermit die Ehre ergebenst anzuzeigen, daß er heute sein Spezerci- Detail-Geschäst eröffnet hat, und bittet, uiile» Zusicherung guter reeller Waare u. billiger Preise, um geneigten Zuspruch. Karlsruhe, den ü. Nov. iürS. C. 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Müllheim. fPferd-Diebstahl. f> Dem Anton Grotzinger von Grißhcim, Gutspächter in Zicnken, wurde «m verflossenen Sonntag Nachts, ungefähr zwischen ai und ar Uhr, aus dem Stalle ein Pferd mir einer Halfter, einem vollständige» Ackerokummct und einem Zaum ciuwendet. Das Pferd ist ein Wallach, ein Rapp von Farbe, mit 2 weißen Hinterfüßen , har auf der Stirne einige weiße Hvare, welche man aber aus der Ferne gar Nicht bemerkt, ist ungefähr 14 dis iS Fsuste hoch, gut besetzt, und har ein starkes Äammhaar und eben so einen starken Schweif, und ist ungefähr 5 bis 6 Jahre alt- Diesen Diebstahl bringt man mit dem Ersuchen zur öffentlichen Kenn»,iß. den Besitzer dieses Pferdes, wenn er betreten werden sollte, mit dem Pferde anzuhallrn, und Nach- vicht anher zu ertheilen. Müllheim, den Z. Nov. ,82?. Großherzoglichcs Bezirksamt. W u n d t. Kenzingen. fDiebstahl.fi In verflossener Nacht wurden zu Wyhl auö zwei Häusern, mittelst Einsteigens und Einbruchs, nachstehende Gegenstände entwendet, nämlich; 1) Ein Bündel graue und drei Bündel weiße lange Reisten, zusammen 70 Pfund. s) Ungefähr So Ellen gebt achtes langrcistenes Tuch. S) Ungefähr >6 Ellen gebleichtes Kudenuch. 4) Ein Kommiegewehr mit messingenen Ringen. 5) Zwei mit L. 2 . und ein mit LI. 8t. bezeichnet» langer Fruchtsack. 1 6) Drei ganz neue langreistene, am Busen Mit I. V. bezeichne» MannShemder. ) Eine neue rcistene lange Handzwchle. ) Eine do. kudcrtüchene. g) Eine neue zweischläfrige weiß - und rüthgewürfelte Pful- bcnzieche. ,0) Ci» einfaches, schon abgetragenes, Brusttuch von weiß- geripvtem Piqueü Der Verdacht dieses Diebstahls fällt auf die hiernach näher Pcschricbcneu zwei Pursche, welche am verflossenen Montag, den Zi. v. M , zu Wyhl in verschiedene» Hausern, wahrscheinlich nur um Gelegenheit zum Stehlen ausfindig zu machen, dem Schein nach ungefähr 6 Zentner Reisten gekauft, aber keinen Heller darauf bezahlt und vorgegeben haben, baß sie die Reisten für Lahrer Herren aufkaufen. Diese Pursche sollen Len Dialekt, welcher in der Gegend von Rust rc. gesprochen wird, und überdies' auch französisch zcsprochen haben. Der eine lener Pursche, angeblich Johann, soll 5 Schuh S bis 6 Zoll groß etwas besetzt, S, bis 56 Jahre alt gewesen feyn, schwarzbraune a la Titus geschnittene Haare, eine hohe Stirn, mittelmäßige spitzige Nase, schwarzgraue Augen, einen ilrrcndeu Blick, mittelmäßigen Mund, spitziges Kinn, längliches blatternarbiges Gesicht und keinen Bart haben, eine weiße ganz von Schafwolle gemachte Kappe ohne Schild, mit einer silbernen Borte, ein weißgrautüchencs Tschbble, lange schwarzbraune zwilchene Hosen, dergleichen Kamaschen und Schuld« getragen, und der Kleidung nach viel ähnliches mit einem Müller und Bäcker gehabt haben. Der zweite Pursche, Namens Joseph, soll ungefähr 5 Schuhe 2 bis 5 Zoll groß, stark besetzt, Zo bis Z4 Jahre alt gewesen feyn, eine dunkelblautüchene Kappe mit einem Schild und oben mit einer Fosel, einen langen blautüchencri Janker, lange Hosen von blau- und weißgestreiftem Haus« Siamas, dergleichen Kamaschen und Schuhe getragen, und einen rothen gegen den Mund zu laufenden Backenbart gehabt haben. Indem wir dieses zur allgemeinen Kenntniß bringen, ersuchen wir die betreffenden Behörden, auf diese Pursche oder die aUcnfallsigen Besitzer der entwendeten Gegenstände fahnden, und im Entdcckungöfalle uns die Anzeige machen zu wollen, Kenzingen, den 2. Nov. 1820 Großherzoglichcs Bezirksamt. W 01 fi n g e r. Kenzingen. fDiebstahl.fi In der Nacht vom 24. auf den 2S. d. M- wurden dem Kronen,virth Sebastian Götz in Nordweil, mittelst Einsteigens, nachbcschriebcne Gegenständ» entwendet: 1) Ein ganz neues zweischläfriges, gut mit Federn gefülltes Oberbeit von blaugcstreifiem Barchet. 2) Ein zweischläfriger, ebenfalls stark mit Federn gefüllter Psulben vom nämlichen Barchet. 3 ) Ein noch ganz neuer Bett- und Pfulbenanzug von kleinem blau - und weißgestreiftem Haus-SiamaS mit einem weißen reistencn Unterbett. 4) E>» schon etwas gebrauchtes feinzwilchenes Leintuch. 5 ) Lin nicht gar stark mit Federn gefülltes Unterbett von weiß - und blaugestreiftem Barchet. 6) Ein noch gutes, jedoch nicht mehr neues stark mit Federn gefülltes zweifchläsriges Qberbett von weiß - und biange- streiftem Barchet. 7) Ei» zweischläfriger mit Federn gefüllter barcheter Psulben. 8) Ein. noch gutes ziemlich mit Federn gefülltes zwelschläsrt- ges Unterbett von Barchet. gf Ein noch gutes zwilchenes Leintuch. 10) Ein Belt- und Pfulbenanzug von großem, blau- und weißgestreiftem Haus-Siamaü. Indem wir diesen Diebstahl zur allgemeinen Kciininiß bringen , ersuchen wir die betreffenden Behörden , auf die eniwei»- deien Gegenstände fahnden zu lassen, und im Enldkckunbsfüll» uns die Anzeige machen zu wollen. Kenzingen, ded 2g Okt. 1825. GrophcrzoglicheS Bezirksamt. W 0 l f i n g e r. Frei bürg. fF a h n du n g, fj Cölestin Wert her, von Hofweier hat sich mehrerer Diebstähle im K u n z er' schcn Mer- Hause zahier höchst verdächtig gemacht. Wir ersuchen sämtliche Behörden, auf diesen Mensche» fahnden zu lassen, UNS ihn »M BetretungSfalle gefällig einliefcrn zu wollen. Freiburg, den 4. Nov. 162S. Großherzoglichcs Stadlamt. Rctrig Signalements. Groß, S Schuh 5 Zoll; Haare, blond; Gesicht, röthlich; Nase, spitzig; Augen, grau; Zähne, gesund. Derselbe trägt gewöhnlich ein grünes manchestcrncS Tschöd- chen und eine russische Kappe von gleicher Farbe. Auf einem seiner Backen hat er eine Narbe, wie von einem Stich her- rührend. Kenzingen. sDiebstahl. fl In der Nacht vom ,9. auf den 20. d. M. wurden aus dem Gräflich von GemwtIlgen scheu Schloßhofe zu Hcklingcn fünf Glück weiße welsche Hühner entwendet, und in der Nacht vom 24- auf den rS. v. Ä. auf dem alten Schlosse bei Hellingen, durch Einbruch u» 11765 ein kn der Mauer angebrachtes Kabiuet, 4 mit Roßhaar gepolsterte und mit schwarzem Wollcnkorr überzogene Sitze gestohlen. Indem wir diesen Diebstahl zur allgemeinen Kenniniß bringen , crmchen wir die betreffenden Behörden, aus die entwendeten Gegenstände zu sahndcn, und im Entdeckungsfalle «ns Sie Anzeige machen zu wollen. Kenzingcn, den -9. Okt. 1622 Großherzogliches Bezirksamt. W o l f i n g e r. Lörrach. HZ legel Hütten re. Verpachtung.^ Dem ledigen Ziegler Wilhelm Roth zu Landern wird Montag, den 2. Januar d. I, früh » Uhr, auf dem dasigen Ralhhause folgendes an den Meistbietenden verpachtet werden: a. Gebäulichkeiten: 1) Eine Zicgclhütte mit Stockwerken Häusle und dem dabei befindlichen geräumigen Wohnhause mit Scheuer, Stallungen, Keller rc-, mit der Gerechtigkeit zum Betrieb des Zicglergewerbcs, so wie die Laun- und Sleingrube, dazu sämmtlich vorhandenes Geschirr und Gerüche zur Aiegclhütte, auch 2800 Stück ungebrannte gute Backcn- steine, 9800 Stück ungebrannte gute Zigeln, 120 Wägen voll Laim rc. Der jährliche Ertrag ist angeschlagen zu 180 fl. L Grundstücke: 2) aö Ruthen Kraurgarren bc^m Haus . 8 fl. S) 1 Jauchert 1 VrU. 40 Ruthen Grasgarten hinterm Haus . . . . . 56 - 4) Ohngcfähr 2 ,?2 Viertel Bündten und Grasboden ob der Laimgrube . . . 24 - 5 ) 1 Viertel i 5 Ruthen Bündten, der Rudebuck genannt . . . . . 12 - 6) » Jauchert 2 Viertel Matte», die Leltcnmatt 02 - 7) r Viertel Acker auf dem Großacker . 6 - 8) 2 Viertel -5 Rmhen Acker am Rebweg . 20 - g) 1 Jauchert 4- Ruthen Matten auf der hintern Eichmatt .... ._Zo « Summa 54g fl- Bemerkt wird, daß dieses sehr betriebsame Gewerbe auf Georg! 1826 angetrcten werden muß, und die weitern Bedingungen an obgedachtem Verlehnungstag bekannt gemacht werden. Die Liebhaber werben hierzu eingeladen. Lörrach, den 2. Nov. ,82s. Großherzogliches Amtsrevisorat. Euler. Mannheim sGasthaus-Versteigerung.il In Beziehung auf die frühere Ankündigung läßt der Eigenthümer des Gasthauses zum schwarzen Bären dahier dasselbe Dienstag, den 21. Nov., Nachmittags 3 Uhr, k> dem Hause selbst, öffentlich freiwillig versteigern, und bei annehmbarem Gebot sogleich definitiv zuschlagen; wozu die Liebhaber hvflichst eingeladen werden. Mannheim, den 5 . Nov. 1822. Bruchsal. sVerkauf veredelter ÄbstbSu tuchen.) Im hiesigen Hofzarie» befindet sich eine große Par- thie veredelter Kern- und Steinobstbäumchc», welche, zu 16 und 2v kr. das Stück, täglich verkauft werden können. Bruchsal, den 7. Nov. 18-8. Großherzogliche Domanialverwaltung. R 0 ch l i tz. Dretten. sFrucht-Vcrsieigerung.Z Montag, dt» 2-. November, Vormittags 10 Uhr, werden auf diesseitigem Bureau von dem herrschaftlichen Speicher zu Jöhlingen »vo Mltr. Zehntdinkrl, gegen baare Bezahlung bei der Abfassung, in Steigerung SM kauft werden. Breiten, den 5 . Nov. , 8 - 5 . Großherzogliche Domainenverwaltung. Hoycr. Karlsruhe. sHolz-Vcrsteigerung. H Nächster» Freitag, den 18. d. M., werden, mit hoher Genehmigung, in dem Schöllbronner Gemeindswalde 60 Stück eichene Vau - und Nutzholjklötze öffentlich versteigert werden; woz» man die Liebhaber einladet. Karlsruhe, den n. Nov. 1826. Grvßherzvgliches Fvrstamt. v. Holzing. Offenburg. sBekanntmachungJ Christin« Keller, Ehefrau des Jakob Wöhrle von Diersburg, wurde durch die Andreas Hi I d en br a n djschen Eheleute daselbst förmlich an Kindesstait angenommen, und dieser Anwünschung vo» höherer Behörde Stau gegeben; was anmit zur öffcntli- chin Kenntniß gebracht wird. Offenburg, den 24. Skt. 1826. Großherzogliches Oberamt. Eckste in. Rastatt. fErkenntiliß.) In Folge hoher Kreis- direktorialverfügung vom 20. v. M, Nr. 18497, und die darauf geschehene Erhebungen wird der im Jahr 1814 von dem Großhcrzvgl. Dragonerrcgiment von Geusau Nr. 2 Veser- tirte Jakob Volz von Bietigheim des Gemeindsbürgcrrechts für verlustig erklärt, und sein etwa zu hoffendes Vermögen der Konfiskation nnterworfe». Rastatt, den 3 >. Okt. 1828. Großherzogliches Oberamt. Müller. Oberkirch. sVakante Aktuarsstell eJ Bis Anfang Februars künftigen Jahrs wird die erste Aktuaröstelle da« kaut. Man wünscht sie wo möglich wieder mit einem Rechrs- praktikanien zu besetzen. Die dazu Lusttragenden wollen sich daher Mit Belegen kt Bälde bei unterfertigter Behörde melden. Oberkirch, den 6. Nov. 1828. Großherzogliches Bezirksamt. Fauler. Aehern. fAmortisirte Obligation.^ Die von dem Ignatz Striebe! zu Sasbach seinem Einßeber bei dem Grvßherzoglichcn Militär, Joseph Stirn er von Sasbach- walde», unterm 1. April 1829 über 3 oo fl. Einstandskapital! auf verschiedene Grundstücke des Striebel ausgestellte Obligation, wird hiermit, da sich auf die diesseitige Aufforderung vom 22. Juli v. I. deren etwaige Besitzer oder andere Berechtigte nicht gemeldet haben, für amortisirt erklärt. Sichern, den -3. Okt. 1828. Großherzogliches Bezirksamt. K e r n. Radolphzell. sUntervfandbuchs- Erneuerung. Der Zustand des Unterpfandsbuches in der Gemeinde Ucberlingen am Ried macht eure Erneuerung desselben nöthig. Alle diejenigen, welche daher Vorzugs- und Unterpfandsrechte auf Ligenschaften derUebcrlinger Gemarkung aus was immer für einem Titel anzusprechen haben, werde» hiermit ausgefordert, solche, mittelst Vorlage der Originalurkunden, oder beglaubigten Abschriften, bet der Erneunrungs- Kvmmissivn zu Ueberlingen am s., 6. und 7. Dezember d. I. um so gewisser anzumelden, widrigens später auf solche unangemeldeten Unterpfandrechie keine Rücksicht genommen, und 1766 das Pfandgtrlcht aller Haftbarkeit derselben entbunden wird. Radolvhzcll, den 27. Okt. 1828. Großherzogliches Bezirksamt. * Riggler. Gernsbach. ^Schulden.Liquidation.^ Zur Er. ledigung des Altvozt Rastia Nischen Schuldenwesens von Aichelbach, und um wo möglich einen Stundungsvertrag zu Stande zu bringen, werden hiermit alle diejenigen, welche eine Forderung an Altvogt Bastian zu haben glauben, auf- Donnerstag, den 1. Dez. d. I., Vormittags 9 Uhr, dahier zu erscheinen , und unter Vorlage ihrer Beweisurku». den ihre Forderungen richtig zu stellen, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse, resp. Verlustes ihrer Vorzugs. "^Gernsbach, den 2g. Oke. ,826. Grostherzogllches Bezirksamt. Frhr. v. Fischer. Offen bürg. fSchulden-Li quidation. Z Gegen Regina Wöhrle, Ehefrau des gewesenen Adlcrwinhs Io. seph Huber von Elgersweier, ist der Gantprozcß erkannt. Die Gläubiger derselben werden daher aufgesorbert, ihre Forderungen und allenfallsige Vorrech-sansprüchc Montag, den 28. Nov., Morgens 8 Uhr, dahier anzumelden und zu begründe», bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse. Offcnburg, den S. Nov. 1826. Großherzogliches Oberamt. Eckstein. Konstanz. IfVorladung.fi In Sachen der Katha- ri»a G-rteisen zu Konstanz gegen ihren Ehemann Ignaz Stork daselbst, Ehclrennung betreffend, wird der abwesende Ehemann Ignaz Stork anmtt aufgcsordcrt, binnen 6 Wochen, n äsw, auf die neuerlich eingelegte Ehescheidungsklage auf diesseitiger Amtskanzlei persönlich Rede und Antwort zu gebe», und zwar unter dem Präjudiz, daß bei seinem Nichterscheinen die Akten zur Fällung des Eontumaeial - Erkennlniffes höher» Akts vorgelegt werden müssen. Konstanz, den 29. Okt. 1825. Großherzogliches Bezirksamt, v, Jttner. Durlach. sEdiktalladung.fi An den im I. ,788 axbornen Audreas Mühl eise» von Hohenwetlersbach, wel- cher während seiner ,3jährigen Abwesenheit keine Nachricht von sich in seinen Heimathöort gegeben hat, oder seine etwaige Lcibeserben, ergeht anmit die Aufforderung, binnen Jahresfrist von heute zu Empfangnahme des in Z84 fl. -3 kr. bestehenden Vermögens bei Unterzeichneter Stelle sich zu melden, widri- gens dieses Vermögen den bekannten nächsten Erben, gegen Kautionsletstung ausgefolgt werden wird. Durlach, den 5 . Nov. ,825. Großherzogliches Oberamt. B a u m ü l! e r. Achern. jfVcrschollenheits-Erklärunz.fs Nachdem Joseph Spieß von «autcnbach. welcher unterm 10. No« vember 1822 durch die öffentlichen Blätter vorgeladen worden, seither nicht erschienen ist, auch nichts von feinem Aufenthalte ausgemittclt werden konnte, so wird derselbe hiermit für ver- schollen erklärt, und sein Vermögen seinen sich gemeldeten Anverwandten , gegen Kaution, in fürsorglichen Besitz gegeben werden. Achern, den 3 ». Oktober 162S. Großherzogliches Bezirksamt. Kern. Tübingen. sEdiktailadung.fi Rosine König von Grumdach, Oderamts Neuenbürg, hat bei der Unterzeichneten Stelle um Erkennung des EhescheidungSProzesscs gegen ihren vor 8 Jahre» entwichenen Ehemann, Matthias Kdnig von Grumdach, gebeten. Da man nun diesem Gesuche entsprochen, und zur Verhandlung dieser Ehcschcidungsklagsache Tazfahrt auf Mittwoch, den iS, Februar 182S, anberaum hat, so werden nicht nur gedachter Matthias König, sondern auch dessen Verwandle und Freunde, welche ihn im Rechte zu vertreten gesonnen sey» sollten, hich- mit aufgefordcrt, an gedachtem Tage, Vormittags 9 Uhr, bei jener Verhandlung sich einznfindcn, bei welcher übrigens, sie erscheinen oder nicht, rechtlicher Ordnung gemäß in der Sache weiter verfahren werden wird. So beschlossen, im ehegcrichtlichen Senat des Königlichen Gerichtshofs für den Schwarzwaldkreis. Tübingen, den -6. Oktober » 8 - 5 . v. Georg i-z Zürich. sVokladung.fi Da gegen den im April dieses Jahrs faillit gewordenen Ladenhändler Konrad Wälder von Raad, der Pfarre Stadel, dießscitigcn Oberamis Regcnsbcrg, von vielen seiner unversicherten Kreditoren Klagen, wegen vorsätzlichem betrüglichem Bankerott, bei richterlicher Behörde erhoben worden, der dermalige Aufenthaltsort des genannten Failliken aber unbekannt ist; so wird derselbe andurch, ein- für allemal, aus Mittwoch, den ,8 Jänner 1826, Morgens um 6 Uhr, peremptorisch und sud xoenä contuinnaiav vorgeladen, um sich über erwähnte Klagen persönlich vor dem Odergericht des eidsgenössischen Standes Zürich zu vcranlwortcn, und den richterlichen Endscheiv zu gewärtige». Gegeben in Zürich, Dienstag, den 1. Nov. , 8 r 5 Das Obergericht des Eidsgenössischen Standes Zürich. Ir. dessen Namen unterzeichnet. Der Oberschreiber desselben, F ä si. Augsburg. (Anzeige, fl Während unserer lezten Reise in Frankreich, und längen« Luftnihalle zu Paris, de- nüzien wir die Gelegenheit, nur die geschmackvollste Auswahl in den neuesten und elegantesten Bijouterie-Waan» zu treffen, wovon wir auch ein sehr starkes Sortiment miigcbracht haben; die Schönheit derselben sowohl, als die äuffcrste Billigkeit der Preise lassen uns bestimmt eine zufriedene Abnahme erwarten. Mit diesem verbinden wir auch zugleich die Anzeige, daß wir eine möglichst vollkommene Musterkarte von den verschiedene» Maaren aus 1 >em neu erfundenen Metall Arge »tan besitzen, und jede beliebige Bestellung darauf zur promptesten Ausführung zu übernehmen uns erbieten. Nicht minder empfehlen wir unser ganz vollständiges Magazin in Silbcrwaaren, welches wir durch ganz neue und noch nie gesehene Vaisclleö in den mannichfaltigstcn Formen aus- zeichnend vermehrten, zu geneigtesten Aufträgen. Augsburg, den,» Nov. 182S. Seeth aler und Sohn, königl. baierische privilegirie Fabrikanten in Silberwaaren. Verls er und Drucker; PH. Mackrot.