KarlsruherZeitung. Nr. 325. Mittwoch, den 23. November 1825. Baden. (AuSz. aus dem großher;ogl. Staats« und Regierungsblatt vom Nov.) — Baiern- — Kurheffe». — Kknißretch Sachsen. — Zrankreich. — Großbritannien. — Italien. — Niederlande. — Sestreich. — Preußen. — Spanien — Türkei. — Amerika. (Mexiko. Brasilien.) Baden. DaS großherzogliche Staats « und Regrerungsblatt vom 22. Nvv., Nr. XXVII, enthält folgende Be« kanntmachung, die Vertretung der rheinpfälzischen Staatsschuld I5t. I) betreffend: Nachdem wegen Vertretung der rheinpfälzischen Staatsschuld I-.it. v und l» von dem kdnigl. hannöveri- schen OberappellationS-Gcricht in Celle, als erwählter Austrägal-Jnstanz, nachstehendes Urtheil erlassen worden ist: In Austrägal-Sachen deS Großherzogthums Baden, wider die Krone Baiern, die Beschwerde der rheinpfälzischen Staatsgläubiger und Inhaber der Partial- Obligationen des Anlehens I-.il. v wegen Bezahlung der rückständigen Zinsen und verfallenen Kapitalien betreffend, erkennen Wir Georg der Vierte, von Gottes Gnaden König deS vereinigten Reichs Großbritannien und Irland, auch König von Hannover, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg re. rc. im Namen und Auftrag der deutschen Dundes-Ver- sammlung damit für Recht: Daß zuvörderst die zur austrägalgerichtlichen Entscheidung gestellte'Vorfrage und der Umfang des OKfecli liÜ8 dahin festzusezen>: w:r von den betheiligten Höfen die Befriedigung der reklamirenden Gläubiger und Inhaber der sämmtlichen gegenwärtig annoch unbezahlten Par- tial-Obligatronen des rheinpfälzischen StaatS- Anlehens «uli I5t. v mit Inbegriff der annoch Uneingelöseten Partral-Obligationen des ferner am 1. Juli 1ö02 kontrahirten, mit I-.it. d be- zeichneten, Anlehens — in so weit selbige an die Stelle von Partial-Obligationen des Anlehens I-.it. V. getretest'sind — sowohl rücksichtlrch des. Kapitals als der bis hiezu davon verfallenen und ferner fällig werdenden Zinsen, zu vertreten habe ? sodann aber in Betreff dieser Frage, und in Ansehung der Sache selbst , der Antrag des Großherzogthums Baden, von der Konkurrenz zur Vertretung dieser Schuld ganz frei gesprochen zu werden, für unstatthaft, vielmehr unter Verwerfung der von der Krone Baiern op- ponirten Einreden, auch unter Zurückweisung der von eben derselben angebrachten verschiedenen EditionS-An- träge, die fragliche Schuld für eine auf die Kammer- und Steuer-Einkünfte der gefammten ehemaligen Rheinpfalz kontrahirte Staatsschuld zu erklären, und demzufolge die beiden betheiligten Höfe verbunden und gehalten seyen, die Bezahlung derselben nach dem Nevenüen- Verhältnisse der diesseitigen und jenseitigen Rheinpfalz, nämlich das Großherzogthum Baden für die diesseitige Rheinpfalz zu oder vierzig Prozent, die Krone Baiern aber oder sechszig Prozent, an die noch unbefriedigten Inhaber der gedachten Partial-Obligationen, zu übernehmen; und werden übrigens die auf diesen Rechtsstreit verwandten Kosten gegen einander kompen- sirt und aufgehoben. Von Rechts wegen. Publikat: im Ober-Appellations-Gerichte Celle, den 28. Oktober 1825. 11 L > Nrmflstum 8aorao Ilegiss O«/ LIgjostatis proprium (gez.) L. W- H., Ltrsstlonlieior. Stramp e. haben Seine KöniglicheHoheit der Großherzog gnädigst zu befehlen geruht, daß diesem Urtheil von Seiten Höchstihrer Finanz-Behörde in möglichst kurzer Frist vollständiges Genüge geleistet, und zu diesem Ende mit den großherzogl. hessischen und herzogl. nas- sauifchen hohen Höfen, als Theilhabern des diesseitigen Theils der vormaligen Rheinpfalz, sogleich das erforderliche Benehmen gepflogen werden solle. Indem man dieses vorläufig zur Kenntniß sammtli- cher Inhaber von 15t. I). und li. Obligationen bringt, wird zu einstweiliger Beruhigung derselben angefügt, daß man ohne Zweifel bald in der Lage seyn werde, eine Bekanntmachung über die zur Befriedigung ihrer Ansprüche führenden Masregeln erlaffen zu können. Karlsruhe, de» iy. Nov. 1625. Großherzogliches Finanz-Ministerium« v. Löckh. Vflc. Frey. Baiern. Eins Berliner Zeitung sagt: Se. k. H. der Prinz Karl, Bruder Sr. M., wird, dem Vernehmen nach, Generalissimus der baierischen Armee, welche bis auf daS Bundes-Kontingent reduzirt, dagegen aber, wie man sagt, das preussifche allgemeine Rekrutirungs - und Landwehrsystem eingeführt wird. Kurhessen. Eine vor einigen Monaten bereits erlassene kurfürstlich? Verordnung, die Ban-Polizei der Residenz Kassel 1S24 betreffend, «hält jczt eine ausnahmslose Vollziehung in allen Quartieren der Neustadt. Nach derselben sollen alle vor den Hausern befindlichen Treppen abgebrochen und in den inner« Raum verlegt werden, so daß in Zukunft die Trottoirs ihrer ganzen Breite nach frei werden, und die Fußgänger ihren Weg längs denselben fort» sezen können. Königreich Sachsen. Dresden, den 16. Nov. Am y. d. wohnten Se. Maj. und die kdnigl. Familie einem Konzerte bei, bei dem gleich zu Anfang Feuerlärm entstand. Die Veranlassung dazu war folgende: Eine Damewar vor.Hizein dem gedrängt vollen Hause in Ohnmacht gefallen, und Jemand hatte laut: Wasser! gerufen; dazu kam das Knistern eines Balkens an der Lecke und herunterfal- lender Staub, welchen man für Rauch hielt, worauf Ser Ruf: Feuer! ertönte und das ganze Haus in schreckt licher Eile sich zu leeren begann. Alles war in Vcrwir» rung und Betäubung. Da man ans dem einen Saale den andern nicht übersehen kann, so glaubte jeder Lheil das Feuer in dem, in welchem er sich nicht befand. In diesem Augenblicke traten der General-Adjutant und General-Major von Ziegler und der Qherfvrstmeister von Reizenstein zu Sr. Maj. dem Könige, und verpfändeten ihre Ehre und ihr Leben, dag mcht die mindeste Gefahr vorhanden fey, daß aber, wenn Se. Maj. und der Hof den Saal verließen, daä Leben einiger hundert Menschen in Gefahr schwebe und das Unglück groß seyn würde. Sogleich sezten sich Se. Maj. der König, ungeachtet der starken Bewegung im Saale, mir der ruhigsten Fassung wieder, und in erner Viertelstunde nahm die Munk ihren -Fortgang. Es fehlte nicht an schrecklichen und lächerlichen Scenen, doch verlor Niemand das Leben dabei, wenn auch schon mancher Shawl und manches Tuch auf der Flucht zurückgelassen und nicht Alles wieder gefunden wurde. Am geschwindesten verschwand die Kapelle Mit Zurücklassung ihrer Waffen, und ein italienischer Gänger mußte in seiner Behausung ausgesucht werden. Frankreich. — Ein Pariser Journal vom 19. sagt: "Man sah heute bei dem H. von Dillele eine geheimnißvolle Person ankommen, die mit Sr. Exz. eine ziemlich lange Unterredung hatte. Diese Person, sagte man, ist der H. Markts von Livron, der bekanntlich General in Diensten des Pascha von Aegypten ist, und sich seit zwer Lagen in Paris befindet. — Die Gerichte beschäftigen sich emsig mit der Auffindung des Meuchelmörders, der neulich den jungen Grafen de las Cafes angefallen hat. Bis jezt scheint man »«dessen noch keine weitere Spur von demselben zu haben, als die, daß ein Kabriolet am 12. Nov. zwei Personen bis vor ein Thor von Passy geführt, und sie dort von drei bis halb neun Uhr erwartet hatte. — Ein junger Mensch in Septemes (Isöre) hatte sich mit einem Mädchen verlobt und schon waren sie mit Genehmigung der Aeltem zweimal aufgeboten, als der junge Mann sein Work zurücknahm. Die verlassene Braut kam nach einigen Monaten nieder und fühlte sich in dieser Entehrung doppelt unglücklich. Kaum war sie genesen, so suchte sieden Verführer auf; da er nochmals sich weigerte, sie wieder zu Ehren zu bringen, drückte sie ein Pistol auf ihn ab, und da dieß fehlte, drang sie mit einem Messer auf ihn ein, und verwundete ihn. — Vor dem Assisen-Gericht in Aix erschien sie, ihr Kind auf dem Arme, und führte ihre Vertheidigung mit solcher rührenden Beredtfamkeit, daß die Geschwvrnen sie freifprachen. — Der Sturm vom 9. und 10. wütete entsezlich auf der Küste von Rochefort, und mehrere Schiffe sind mehr oder weniger stark beschädigt worden. Dieser Orkan hat seine Wirkungen bis zu den Pyrenäen ausgedehnt, und war so heftig, daß man sich seit itz2v keines ähnlichen erinnert. Der Schnee, der die Pyrenäen bedeckte, ist, während der Nacht, fast ganz geschmolzen. Zu Pa» fürchtete man, es möchte im Gebirge großes Unglück sich ereignet haben. Großbritannien. London, den 17. Nov. Sprozent. konfol. 65/^,, - '/»» — Am 12. hat der rusnsche Gesandte im Bureau der auswärtigen Angelegenheiten lange mit H.Camüng ge, ärbeitet. Die Unterhandlungen mit den großen Mächten deS Kontinents werden mit großer Thätigkeit betrieben. Man glaubt, der Gegenstand derselben scy der Zustand Spaniens. . (I- d. Dcb.) — Die Regierung hat das Gesuch der Seidenfabri« kanten um Verbot der Einfuhr fremder Seidrnwaaren abgeschlagen. — Die British Preß behauptet, die brittische Negierung fey mit der spanischen Regierung dahin übcreinge- kommen, dag Spanien mit den aus der Vigo-Dai zu habenden Schazen die Forderungen der brittische» Kausleute bezahlen solle, und daß die brittische Negierung dem zu Folge zuM Schuz deS Unternehmens ein Linienschiff nach der besagten Bai senden würde. In dem Prospektns der Vigo-Bai-Kompagnie heißt es, daß im Meere daselbst 14 Millionen Stücke von Achten begraben lägen, welche ungefähr Z Mill. Pf. Sterling (ZZ Millionen Gulden) ausmachen. — Die Reisebeschreibung nach dem Südpol des H. Weddel, der Kapitän in der Handels-Flotte ist, und in der königlichen Marine gedient hat, ist so eben erschienen: ste ift einfach, bescheiden, ohne Lupus gedruckt; sie bietet aber ein wichtiges Resultat: dieser kühne Seefahrer war bis zum 7-. Grad südlicher Breite vvrge- drungen, also drei Grad weiter, als der Kapitän Cook. Erfand dort ein eisfreies Meer; und wenn er ein stärkeres Schiff und die Freiheit gehabt hätte, einen rein wissenschaftlichen Zweck zu verfolgen, so wäre er vielleicht dem Südpol nahe gekommen. Er glaubt, daß in der Nähe dieses Pols noch einige Länder sich befinden. — Man will hier wissen, der Diktator von Paraguay habe an den Liberaler Bolivar einen Gesandten geschickt. 1825 Die Regierung von Duenos-AyreS soll gesonnen feyn, Patagonien zu kvlonisircn, wodurch ihr Gebiet einen Ku« wachs von mehr als 20,000 Quadrat-Lienes erhalten würde. Das Klima von Patagonien iffwilder und der Boden frnchtbarcr, als man gewöhnlich glaubt. ^ Italien. M Turin, den 6. Nov. Der König hat sämmtliche ^ Offiziere, welche sich in der Expedition nach Tripvli auszeichneten , ansehnlich belohnt. So z. B. erhielt der OberbefehlShaber derselben, Ritter Sivori, eine jähr- DDe Pension von 1500 Lire aus dem Ordensfond des h. Mauritius und Lazarus; der Schiffs-Lieutenant Ma- mells. der in der Nacht vom 27. auf den 26. Sept. die ExpeoMm im Hasen von Tripvli kvmmandirte, daS Kreuz oveses Ordens mit 1000 Lire Pension; der Unter- Lieutenant, Carlo Corradino Chiggi, ebenfalls dieses OrdenSkreuz mit 500 Lire Pension ,c. — Bei Civita-Vechia hat in der Nacht vom 22. auf den 25. Okt. ein Sturm gewüthet^, wie sich die ältesten Leute keines erinnern. Hätte er noch 2 Stunden gewährt, so würden Hafen und Stadl ganz und gar zerstört worden seyn. Nicht allein Kamine, sondern auch ganze Dachstühle, riß er weg, und Schiffe, welche im Hafen lagen, wurden troz der Taue und ungeheuren eisernen Ringe, vom empörten Meer auf's Land geworfen. Niederlande. Im Luxenburgischen haben sich bereits so viele Wölfe gezeigt, daß man daselbst ein mehrtägiges allgemeines Klvpfjagen angeordnet hat. O e st r e i ch. Wien, den 15. Nov. Die Gesellschaft der adeli- ' chen Frauen zur Beförderung des Guten und Nützlichen ^ hat auch in diesem Jahre das Namensfest Ihrer Maj. der Kaiserin-Königin durch die Vcrtheilung von Prämien an zehn verdiente Dienstboten gefeiert. Sie Hatteam 4. d. in der Wohnung der Vorsteherin der Gesellschaft, So- hie Gräfin von Schönborn, gebornen Gräfin von der eyen, statt. Die betheiligten Personen waren: Andreas Paulus, welcher 69Lebens- und 62 Jivil-Dienst- jahMzählte, in die er aus früherem Militärdienste trat; IvfM) Hayder, 8t Jahre alt, welcher 46Jahre andrer Dienjiorten diente; Franz Kalt, 65 Jahre alt, welcher von 36 Dienstjahren 25 bei einer Familie zubrachte; Johann Pflaum, welcher durch 32 Jahre derselben Herrschaft, im Ganzen 36 Jahre diente; und Johann Veyer, welcher 54 Jahre gedient; dann die weiblichen Dienstboten: Margaretha Kobersinn, welche 55 Jahre diente, und ihre leztc Dicnstgeberin durch 26 Jahre liebevoll pflegte; Magdalena Hicsclberger, jezt im 76. Jahre, welche 52 Jahre diente ; Katharina Schultz, mit 72 Lehens - und 51 Dienstjahren; Joseph« Freisauf, welche 45 Jahre gedient, und Anna Maria Postl, welche 41 Jahre vorzügliche Dienste leistete. Die meisten dieser weiblichen Dienstboten haben sich während ihrer langen Dirnstjahre als sorgfältige Pflegerinnen dersiranken verdient gemacht. Die Rede, welche diese Feierlichkeit vorbereitete, hielt Joseph Pletz, k. k. Hof-Kaplan, erster Studien-Direktor an der weltpriesterlichen höheren Bildungs-Anstalt zum heiligen Augustin, ProfessorderDog- matik an der Wiener Universität. Sie war sowohl der Feierlichkeit der Handlung, als der zahlreich versammelten Gesellschaft angemessen. — Am 23. Sept. d. I. wurde die Stadt Zwittau, Olmützer Kreises, von den Schrecknissen einer Feuersbrunst betroffen, die um 1 Uhr Nachmittags in dem am Plaze, in der Mitte der Stadt gelegenen Hause des dortigen Gastwirths Mathias Schindler, plözlich auS- brach, und deren furchtbare Gluth, bei einem heftigen Winde mit reißender Schnelle gewaltig um sich greifend, die ganze Stadt mit Verheerung bedrohte. Obwohl es den angewandten außerordentlichen 'Anstrengungen gelang, die verheerende Gluth von den rückwärtigen hölzernen Gebäuden abzuhalten, so wurden dennoch 16 Häuser ganz in Asche gelegt, und ausser diesen 5 Hä», ser, mit Einschluß des Rathhauses, um dem Weiter- greifen der Flamme Schranken zu sczen, abgedeckt. Leider war unter sämmtlichen abgebrannten Gebäuden kein einziges assekurirt. P r e u s s e n. Berlin, den 17. Nov. Se. Maj. der König haben dem königl. niederländischen General-Lieutenant und Gesandten am franzds. Hofe, v. Fagel, und dem kön. niederländischen Obermundschenk, Baron d'Ivoy de Mydrecht, den rothen Adlerorden erster Klasse zu verleihen geruht. — ^e. M. der König haben gestern geruhet, dem von Allerhöchstdero Hofe zurückbecufenen königl. baierischen Gesandten, Hrn. Grafen v. Rechberg, eine Abschieds- Audienz zu ertheilen. Spanien. Der neue spanische Premierminister, Herzog von Jn- fantado, ist der Sohn einer Fürstin von Salm-Salm, und in Frankreich erzogen worden. Den 7. Juni 1606, als sich die spanischen Behörden nach dem Schloß Mar- rac (bei Bayonne) verfügten, um den König Joseph zu begrüßen, führte Jnfantado das Wort im Namen der Granden. Er wurde darauf Oberster der Garde/ und Unterzeichnete den 7. Juli desselben Jahres die von Napoleon den Spaniern aufgedrungene Verfassung. Jn- deß war er auch einer der ersten, welche sich gegen die fremde Herrschaft auflehnten, kvmmandirte im folgenden Jahre eine Schaar Insurgenten, focht unglücklich, verlor das Kommando, zog sich nach Sevilla zurück, und entfloh bald darauf nach London. Im Jahr 1811 erhoben ihn die Cortes zum Präsidenten des RathS von Spanien und Indien, und übertrugen ihm eine Sendung nach London. Den 14. Juni 1612 kam er wieder in Cadix an. Im I. 1814 gierig er nach Madrid, aber als ein Chef der Parthei, die gegen die Verfassung der Cortes war, mußteer diese Stadt bald wieder verlassen. Als König Ferdinand zurück kam, erhob er den Herzog zum Präsidenten des Raths von Kastilien. Seine 1826 nachherigen Schicksale während der wiederhergestellten CorleSherrschaft sind bekannt. — Briefe aus Cadix melden, daß die französische Gar, »ifon daselbst gewechselt wurde; sie ist zahlreicher, als vorher. (Globe and Traveller.) Türkei. Livorno, den 14. Nov. Mit einem gestern von Alexandrien augekommcnen Schiffe erhalten wir Berichte von da bis zum 22. Okt. Morgens. Die große Flotte, angeblich 220 Segel stark, war den lö. und ly. nach Morea unter Segel gegangen. Es waren 10,000 Mann Infanterie und 2000 Mann Kavallerie ^mgeschifft. Brander und ein Dampfboot mit 3 Kanonen begleiteten die Expedition; ein zweites Dampfbrot konnte wegen Fehlern in der Maschinerie nicht mitgehen. — Der Ml war sehr schnell zurückgetreten, so daß die nächsten Aernten noch geringer als die dießjährigen seyn werden. Dieses dürfte auf die Finanzen des Landes bei den ausserordentlich vermehrten Ausgaben eine sehr nach, l rheilige Wirkung äussern. Die Ausfuhr von Getreide wird, wenn nicht ganz unterbleiben, doch nur in geringer Quantität statt finden. Die Triest er Zeitung enthält unterm 11. Nov. Folgendes: "Ein heute von Tripoli in acht Tagen an- gekvmmener Schiffer sprach in der Nacht vom y. d. auf der Höhe von Lissa einen östreichischen Kapitän, der vor ly Tagen Alexandrien verlassen hatte. Dieser erzählte ihm, daß die türkisch-ägyptische Flotte glücklich bei Navarino vor Anker gegangen sey.« Triest, den 14. Nov. Ein von Alexandria am L2- Okt. abgesegeltes und hier eben eingclaufenes Schiff bestätigt die Nachrichten unserer Zeitung mit dem Bei- saze, daß die vereinigte ägyptisch-ottomannische Flotte am 21. Oktober von Alexandrien in See gegangen fey. Der Kapitän schäzt die von ihr an Bord genommenen Truppen nur auf 5000 Mann Infanterie und YOo Mann Kavallerie. stickten Worte: Unabhängigkeit oder Tod! ab, legen soll. Auszug aus den Karlsruher Witterungö» Beobachtungen. 22. Nov. Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 7 ; 27 Z. 10,2 L. 4,4 G. 69 G. W. M. 3 27 Z. 10,3 L. 4,0 G. 68 G. SW. N. Sä 27 Z. 10,4 L. 3,0 G. 67 G. SÄH Meist viel bewölkt, öfters Regen, Nachts heiter. sehr veränder.lMV Tode».Anzeige. Am 20 d. M. starb, in Langensteinbach,> der bishert» ge Pfarrverweser, Herr Karl S ch ei ch enber ger, im Z5- Lebensjahre, an einem Nervensieber. Die unlerzeich» nett Stelle gibt hievon den verehrten Gönnern, Verwandten und Freunden des Entschlafenen mit dem AnsügM Nachricht, baß sein Tod sein aus drei Gemeinden bestehen» des Kirchspiel in tiefe Trauer gesetzt habe. Durlach, den 21. Nov. 1825. DaS Gtvßherzogliche Dekanat Fr. Sachs. Theater, Anzeige. Donnerstag, den 24. Nov. (zum ekstenmale): Baros Marlin, Posse in 2 Akten. Hr. Walter, Martin. — Hierauf: Der Dorfbarbier, komische Oper ins Akten; Musik von Schenk. Hr. Walter, Adam, lezte Gastrollen. — Aum Beschluß wird das Diver, tissement wiederholt, arrangirt von Herrn Hostänzer Thoms aus München. Tanzende Personen: Mlls. Burkhardt, Mlle. Müller, Hr. Thoms. Amerika. (M ex i k 0.) — Der Agent der Republik Mexiko in den Niederlanden, Hr. M. E. Gorostitza, widerspricht in öffentlichen Blättern.den durch Madrider Zeitungen verbreiteten Nachrichten, als habe der Bischofs von la Puebla de los Angeles eine Empörung erregt; vielmehr habe sich dieser Prälat seit seiner Rückkunft auS Spanien beständig friedliebend und als guter Patriot bewiesen. Briefe aus Mexiko vom 2 . September, welche der Agent erhal, ten, beweisen, daß die Provinzen Puebla und Guada- laxara, so wie die ganze Union, der vollkommensten Ruhe genossen. (Brasilien.) Da nunmehr die Unabhängigkeit Brasiliens auf eine so glänzende Weife erlangt ist, so haben So. Mas. der Kaiser befohlen, daß die Armee dir auf den Aermeln ge- Karlsruhe. sAn trag.) Ei» junger Mann, w,«»f eher sich in der französischen Sprache und den kaufmäniüsitzm Wissenschaften auSzubildcn wünscht, findet in einer tcr ersten Fabrik-Städte Frankreichs, gegen eine angeipeffeiie PMion, sogleich eine Anstellung. Nähere Auskunft gibt auf pM-l"ie Briese ^ Karl Helnr. Erhard. Gaggenau. sAnzeigc.ss Da unsere Glasfabrikativn in ber jüngsten Zeit eine bedeutende Ausdehnung erhalten hat, so können wir nunmehr nicht nur alle Gattungen weißes und grünes Hohlglas, sondern neben dem gewöhnlichen grünen und halbweißen Fensterglas auch feines halb- und ganjwetßcSTafclglas, wovon lcztere Sorte sich vorzüglich zu Kupferstichen eignet, liefern. Wir bringen die'es mit dem Bemerken hiedurch »ur öffentlichen Kenntniß, daß wir hiernach und bei unfern billigen Fabrikpreisen auch die feiner» Sorten ausländischen Tafelglases ganz entbehrlich gemacht zu haben glauben. Gaggenau, den 20 Nov. 1826. Rinr> enschwender' sch« Glashütttn-Fakiork. —— . . . . . » , > Verleg er uns Drucker; ivh. Macklst.