a r l s r u h e r Zeitung. Nr. 296. Mittwoch, den 25. Oktober 4826. Baden. (Manöver. - Aus;, aus dem großherzogl. Staats« und Regierungs- Blatt vom -4. Skt.) — Daiern. — Würtemberg. — Frankreich. — Großbritannien. — Sestreich. — Rußland. — Amerika. (Columbia.) — Dienstnachrichten. Baden. Karlsruhe, den 24. Okt. Die Waffenübungen desGroßherzvglichen Armeekorps sind nunmehr beendigt, und die Truppen haben bereits den Rückmarsch in ihre Garnisonen angetreten. Nachdem im Lauf des vorigen und Anfang dieses Monats sich die verschiedenen Truppen-Gattungen in der Umgebung von Karlsruhe versammelt, ernige Zeit ihre Hebungen im Innern der Waffen gehalten hatten, und am 15- d. M. daS ganze Korps von Seiner Königlichen Hoheit dem Grvßherzog in großer Parade gesehen worden war, rückte dasselbe i» die Gegend von Rastatt. Hier führte es unter den Befehlen des Generals der Infanterie Markgrafen Leopold Hoheit ein Revüe-Manöver und in den folgenden Tagen mehrere Feld-Manöver aus. Bei diesen leztern wurden die gegen einander fechtenden KorpS durch II. HH. die Markgrafen Leopold und Wilhelm, und die Kavallerie des offensiv agirenden KorpS von dem General Markgrafen Max Hvh. geführt. Bei allen diesen Uebungen hatten die Truppen das Glück, sich die Zufriedenheit Seiner Königlichen Hoheit d«S Großherzogs zu erwerben, und von Höchstdenselben die huldvollsten Beweise der Anerkennung und Gnade zu empfangen. Sv wie bei den Truppen, so sprach sich auch bei den Einwohnern in den verschiedenen Standquartie, ren ein trefflicher Geist und die größte Bereitwilligkeit aus, und Seine Königliche Hoheit fanden vielfache Veranlassung, hierüber das höchste Wohlgefallen zu äußern. Das großherzogliche Staats- und Regierungsblatt vom 24. Oktober, Nr. XXVI, enthält folgende Verordnung, die Einschwärzung fremder Weine betreffend: Da seit der eingetretenen Milderung der Zollstrafen die Einschwärzung fremder Weine bedeutend zugenommen hat, so haben Seine Königliche Hoheit der Grvßherzog, in Erwägung der hieraus für die inländischen Weinproduzcnten entspringenden großen Nacklheile, durch Staatsministerial-Rescript vom 12. d. M., Nr. 1351, verordnet wie folgt: Art. r. Die Defraudation des Wein-Eingangszvlls ist ausnahmsweise mit dem 20fachen Betrag des Zolls, Dder der Konfiskation des Weines, und mit der Konfiskation des zum Transport dienenden Viehes, Schiffs und Geschirrs zu bestrafen. Art. 2. Die Steuerdirektion ist ermächtigt, in denjenigen Gegenden, wo notorisch häufige Wein-Einschwärzungen statt finden, bei den Wirthcn von Zeit zu Zeit Weinaufnahmen zu verfügen. Art. Z. Die Obercinnehmer u. Distrikts-Inspektoren sind befugt, bei vorliegenden V er da ch t sgrüu- den die Wirthschaftskeller und sonstige Hofräume, wo Wein verborgen seyn möchte, zu visitiren, oder durch das ErhebungS - und Aufsichtöperfonal visitiren zu lassen. Art. 4. Diese Visitation kann nur unter Anwvh» nung eines Mitglieds des Stadtraths oder OrtsgcrichtS geschehen: der Ortsvorstand hat auf mündliches Begehren jedes Angestellten der Steuerverwaltung ein solches ungesäumt abzuordnen. Eine Untersuchung der Ver, dachtsgründe steht demselben nicht zu. Hiernach haben sich sämmtliche Stellen, die es an- geht, schuldigst zu achten. B a i e r n. München, den 19. Okt. Gestern Nachmittags uk» 2 Uhr langten I. M. die verwittwete Frau Königin mir II. kk. HH. den Prinzessinnen Marie und Luise, von Karlsruhe kommend, in hiesiger Residenz an, und seiten, nach dem mit II. MM. dem Könige und der Königin eingenommenen Mittagsmahle, um halb 5 Uhr Ihre Reise nach Tegernsee wieder fort. Würtemberg. Stuttgart, den 20. Okt. DaS heutige Regie» rungsblatt enthält eine Bekanntmachung des Ministeriums d«r auswärtigen Angelegenheiten, betreffend die zwischen den Negierungen von Würtemberg und Baiern we-- gen Bestrafung brr Forstfrevel in den beiderseitigen Gränz-Waldungen abgeschlossen« Uebereinkunft, wor« »ach die in den Gränz-Waldungen von den Unterthanen des andern Staates begangenen Forstfrevel gerade so bestraft werde» sollen, als wenn sie von Inländern begangen worden wären. — Die zu Anfang dieses Jahres in Stuttgart verstor» bene Wittive des Geheimen NathS Hoffmann, Henri, ke, geb. Bischer, hat durch ihr« lezte Willens-Verordnungen folgende Vermächtnisse hinterlassen: der Armenanstalt ui Stuttgart lOOOfl. ; der neuen Armen-Versor- gungsanstalt in Tübingen 500 fl.; de> Privatanstalt freiwilliger Armensreunde in Stuttgart 500 fl.; der Katharinenschule daselbst ZOO fl.; der dortigen Paulinenpflcge 200 fl.; ferner ein abgesondertes Kapital von 14,000 fl. j zu Unterstüzung dürftiger Wittwen und Waise» voa 1638 Kanzleibeamten, mit der Bestimmung, daß von den Interessen dieses Kapitals, über Abzug der Verwaltungskosten und einiger vorübergehenden Leistungen , die eine Hälfte der Staatö-Pensionöanstalt zufließen, die andere Hälfte aber nach den Vorschriften der Stifterin besonders auSgetheilt werden soll. V o m 24. Oktober. Madame Catalani gab lezten Samstag hier ein großes Konzert, welches mit dem Besuche eines Theils der königlichen Familie beehrt wurde, und das der zahlreichen Versammlung vielen Genuß gewährte. Kenner der Musik, welche sie vor 10 Jahren bei ihrer Anwesenheit hier gehört hatten, waren erfreut zu bemerken, wie sehr ihre Stimme sich in diesem Zeiträume gleich geblieben ist. Sie geht von hier über Augsburg und München nach Frankfurt, in welchen Städten sie ebenfalls sich wird hören lassen. Fran kreich. Am20-Okt., Mittags, begab sich der König, begleitet von II. kk. HH. dem Herrn Dauphin, der Frau Dauphine und Madame, Herzogin von Bern-, in die Ebene von Nssy, um die Truppen der Pariser Garnison die Musterung passiren zu lassen. Der Herr Herzog und die Frau Herzogin von Orleans, der H. Herzog von Chartres und Mademoiselle von Orleans waren v--dem Könige angekommen. Nach der Musterung führten die Truppen verschiedene ManövreSaus; hernach desilirten sie vor Sr. M>, Höchst- welche mit ihrer Gewandtheit im Manövriren und der vortrefflichen Haltung der Regimenter sehr zufrieden zu seyn schienen. Eine zahllose Menge Neugieriger wohnte dielen großen MandvreS bei; der König und die königliche Familie erhielten überall vielfältige Beweise der Liebe und Ehrfurcht. — Se. Maj., Höchstwelche dem H. Rossini einen neuen Beweis Ihrer Zufriedenheit mit der schönen Partition, womit er so erst die französische Bühne bereicherte, geben wollten, haben ihn zum Komponisten des Königs und General-Inspektor des Gesanges zu ernennen geruhet. — Graf Doissy d'Anglas, Pair von Frankreich, der sich als Staats- und Privatmann durch hohe Tugenden auszeichneke, ist am 20. Okt. gestorben. — Die Etoile vom 22. versichert, daß H. Canning den H. Vicomte von Chateaubriand nicht besucht habe. — Man hat so eben zu ParrS ein Exemplar von den Werken des berühmten persischen Dichters Gulistan er, halten. Dieses zu Teheran in persischer Sprachegedruck, te Werk ist das erste daS aus der einzigen Druckerei hcr- vorgieng, die in Persien vorhanden ist, und die unter dem Schuze deS Kronprinzen Abbaö Mirza errichtet wurde. Die Buchstaben, deren man sich bei'm Druck der Gulistan'schen Gedichts bediente, sollen in Rußland gegossen worden seyn. (Etoile.) — Die Etoile vom 23. sagt: Ein Kourier, der am 1Z. Abends von Wien abgereist ist, hat am 21. die Nachricht gebracht, daß daS russische Ultimatum, den 6., zu Akjerman von den türkischen Kommissarien angenommen wurde; die russischen Bevollmächtigten'waren schon am 7. wieder von dort abgereist, um sich nach Odessa zu begeben. Großbritannien. London, den 16. Okt. Hier folgt das Verzeichniß über die Staats-Einkünfte aus Irland im dritten Trimester 1826, und der Vergleich mit dem Einkommen deS nämlichen Trimesters un I. 1625 : 1625. -«»6 Mehr, Minder- Douanen Accise Stempel Posten Verschiedene Einnahmen 65,795 1626 'einnahme einnahme 413,855 Pf. St. 420,555. 6,696. 367,651. 51,921. 85,697. 7,547. 16,000. 1,538. 315,940 93,154 17,533 75,356. 10,439. 926,272. 965,457. 56,619. 19,524. Die Mindereinnahme abgezogen mit 19,524 Bleibt Mehreinnahme im Trimester von 1626 . . . . 39,095 Pf. St. — Nachstehende Uebersicht der Marine-Stationen ln Süd-Amerika, Westindien und Halifax (in Nord- Amerika), so wie auch in Ostindien, nebst der in den englischen Häfen und Werften disponiblen Seemacht, stellt ein unermeßliches effektives Ganze dar; und ob sie gleich jezt unter dem ist, was sie im Jahre 1614 war, da der Krieg endigte, so sieht man dock, daß sie noch immer bedeutender als die ganze Seemacht der europäischen Mächte zusammen, oder wenigstens derselbe» gleich ist. Dieser effektive Bestand beträgt mehr als 160 bewaffnete Fahrzeuge jeder Größe, ohne 200 andere zu rechnen, welche in den Häfen/zu verschiedenen Diensten bestimmt oder im Bau begriffen sind. Es ist zu bemerken, daß England auS Sparsamkeit, in Friedenszeite», wenige Schiffe in See gehen läßt, dagegen beständig in Bereitschaft ist, eine große Anzahl vom Stapel zu lassen und zu bemannen, wenn es die Umstände erheischen. Die englische Seemacht in S ü d - Am eri ka bestand am 1. Oktober 1826, nach dem lezten der Admiralität zug« kvmmenen Berichte, und unter dem Befehl deS Kvntre« adnnralS Sir R. W. Otwcy, aus nachfolgenden Schiffen: Cambridge, von 62 Kanonen; Marmite, von 76; Wellesley, von 74 ; Blanche, von 46 ; Diamond, von 46 ; Loris, von 42; Ranger, von 23; Belage, von 28; Mersey, von 26; Eclair, von 16; Heron, von 16; Jaseur/vonl8; Adventu re, von 6 Kanonen. Die mit der regelmäßigen Korrespondenz beauftragten, aber nicht durch Offiziere der kdnigl. Marine befehligten Paketboote, sind in diesem Etat nicht begriffen. Die Zahl der bewaffneten und bemannten Schiffe in den verschiedenen Häfen Englands, die bei'm ersten Signal zur Abfahrt bereit sind, war am 1. Oktober 76, und 10 davon batten über 74 Kanonen. Die westindische Station ist 25 Kriegsschiffe stark, unter den Befehlen des Vizeadmirals Sir W. Halsted. Die Station von Halifax 1639 und bei' Sandbank von Terra -Nueva besteht aus 9 Kriegsschiffen; der Kontreadmiral W. T. Lake hat das Kommando darüber. Die vstr irdische Station besteht auStöKricgsschiffen, unter dem Kontreadmiral W.Hall Gage. Am Kap der guten Hoffnung sind nur 4 Kriegsschiffe, unter dem Kommando des Kommodore D. H. Christian. Die ü Fahrzeuge in besonderem Dienste sind: die Fregatten: Blonde, von 46 Kanonen (unter Lord Byron); Th etiö, 46; Live ly, 46; Rom- nep, 50 Kanonen; die Korvetten: Bvlsom, 24 ; Herald, 10 Kanonen. (Den Bestand de^ englischen Seemacht im Mitlclmccr und aus der Station von Lissabon haben wir schon in Nr. 290 der KarlSr. Ztg. angegeben.) 62 Kriegsschiffe, worunter 14 Linienschiffe, dienten am 1. Jänner zu Spitälern, zu Gefängnissen, zu Kirchen u. s. w., und stehen auf dem Effektiv-Etat. 112 Kriegsschiffe waren am 1. Jänner im Bau auf den Wersten, worunter 16 Linienschiffe, 55 Fregatten, die 40 bis 50 Kanonen führen sollen. Das übrige besteht auS Korvetten. Einige dieser Fahrzeuge werden nach einem neuen Plan gebaut. Gegenwärtig rüstet man die neuen Schiffe so viel als möglich mit jener Art von Kanonen aus, die man a laLIrllor nennt. — Man liest in den Times: "Die Staaten Massachusetts und Maine haben versucht, sich in Best; des Theiles der englischen Provinz Neu-Braunschweig zu se- zen, der sich zwischen dem PcnobScot und St. Lorenz- Fluß ausdehnt. Sie haben jenseits der Gränze der englischen Besizungen Souverainetäts-Akte ausgeübt, brit- tische Ländereien verschenkt, königliche Waldungen verkauft oder konfiszirt, die Einwohner zu den Milizen einberufen. Das Gebiet, auf welches sie nach einer gesuchten Auslegung des lezten FriedcnsvertrageS Anspruch machen, faßt 10,000 Quadratmeilen vortrefflichen Landes in sich, und ist von brittischen Unterthanen bewohnt. ES beherrscht den St. Lorenz-Fluß, und verbindet Kanada mit Neu-Schvttland. Endlich kann man 6 Monate im Jahre hindurch nur mittelst dieses Landes mit Kanada in Verbindung bleiben., O e st r e i ch. Wien, den 19. Okt. Metalliques 90^; Bank, akticn 1062'/,. — Der Jnfant Don Miguel von Portugal hat sich seit seinem hiesigen Aufenthalt mit größtem Eifer auf die Erlernung mehrerer europäischen Sprachen gelegt, deren Kenntniß Sr. kdn. Hoh. bekanntlich ehehin fast gänzlich abgieng. Hbckstdcrselbe weiß sich nunmehr mit besonderer Geläufigkeit im Französischen sowohl mündlich, als schriftlich auszudrücken; auch hat er beträchtliche Fortschritte in der deutschen Sprache gemacht; mit der englischen war der Prinz schon früher bekannt. Diese wissenschaftlichen Bestrebungen des Infamen haben, nächst seinem festen und gemäßigten Betragen und seiner ganz besonder» Frömmigkeit, nicht wenig dazu bei« getragen, ihm die ausgezeichnete Liebe aller Mitglieder der durchlauchtigsten kaiserl. Familie, so wie die Achtung aller Derjenigen zuzuwenden, die deS Vorzugs genießen, zu Sr. kön. Hoh. m näherer Berührung zu stehen. » Rußland. Petersburg, den 4. Okt. Schon ist die Marschroute für die RückreiseII. MM. des Kaisers und beider Kaiserinnen aus Moskau hieher vom hiesigen Oberpostamte herauögegeben, aber der Tag ihrer Ankunft darin noch nicht bestimmt. Mm, glaubt, dieselbe werde zwischen dem 15- und 20. d. gewiß erfolgen. Unterdessen werden hier überall die größten Vorbereitungen getroffen, um den Einzug II. MM. in hiesige Residenz so feierlich und würdevoll als möglich zu begehen. Am 3. Oktober wollten Ihre Majestäten sich aus Moskau nach dem großen Kloster Troizk, gegen 16O Werste von dieser Hauptstadt entfernt, begeben, um daselbst eine Abschiedsmesse zu hören, und vom Allerhöchsten eine glückliche Heimkehr zu erflehen. So sehr unsers erhabenen Monarchen Bemühungen darauf gerichtet waren, auf der von seinem glorreichen Vorgänger begründeten wclifriedlichen Basis fortzu- schreiten, seinem Reiche, mit unvcrleztcr Behauptung seiner Integrität und Würde, die gewünschte Ruhe mit den Nachbarstaaten zu erhalten, so sind diese Bemühungen doch nunmehr, bei dem sich immer mehr entfaltenden treulosen Benehmen des persischen Hofes gegen uns, gescheitert. Dieses treulose Benehmen hat hier alle Go- müthcr in Unwillen versezk, und das kaukasische Armee» korpserhält die bedeutendsten Verstärkungen. EineMen- ge vormaliger Offiziere, denen wegen früherer Vergehen durch kriegsgerichtliche Sentenz der Rang und die AdelS- würde abgenommcn ward, und die in der Armee als Subalterne enrolttrt wurden, werden jezt in dieses KorpS beordert; die erste ausgezeichnete That sichert ihnen völlige Begnadigung, und die Wiedcrverleihung ihrer früher» Prärogativen zu. Derselben Verfügung unterlagen bekanntlich auch jüngst mehrere der von dem Oberkriminalgericht in die leichteren Strafkategorien gesessen Hoch- verräther. Eine Menge anderer Militärs meldeten sich freiwillig dahin, um zu den früher» Trophäen neueLor- beern der Auszeichnung und des Ruhmes zu sammeln. Odessa, den 9-Okt. Es bestätigt sich vollkommen, daß die türkischen Kvmmissarien in Akjermann am 6. d. Abends, also vor Ablauf des ihnen gesessen Termins, die Antwort auf die ihnen im Laufe des Monats August vorgclcgke» Propositionen übergeben haben; sie ist sogleich an Se. Maj. den Kaiser abgefertigt worden. Man hält sie, obgleich bis heute noch nichts darüber bekannt gemacht wurde, um so mehr für genügend, weil seitdem durchaus keine Truppenbewegung statt gefunden hat. Einige glauben, daß die Publikation über die Annahme von Seite der Pforte erst von Moskau, oder vielleicht von Petersburgaus, erfolgen werde. Die Pforte hat sich sonach vorläufig, obgleich ihre Minister in Konstantinopel während des Verlaufs der Unterhandlungen bitter gegen die Art derselben pro- testirten , in den Drang der Umstände gefügt. Den Eindruck, den der bisherige Gang der obschwebenden Ange- 1640 legenheiten im Orient machen wird, muß die Zukunft zeigen. — Hr. v. Minciaky hatte nach den lezten Nachrichten aus Konstantinvpel vom Rcis-Effendi nur ausweichende Antworten erhalten, und in Folge derselben seine Anstalten zur Abreise sortgesezt. Man ist aber überzeugt: auch er werde am 6. eine Abschrift der in Akjer, man übergebenen Antwort erhalten haben» Amerika» (Columbia.) Folgende Tabelle gibt eine Uebersicht der Bevölkerung der Republik Columbia, deren Gebiet in 13 De, Partemente eingetheilt ist r Bevölkerung Departement!» Hauptvrte. der Departements. Apure VarinaS 60,000 Asuay Cucnca 195,000 Doyaca Tunja 444,000 Cauca Popayan 193,000 Cundinamarca Santa Fe de Bogota 371,000 Aequator Quito 278,000 Guayaquil Guayaquil 90,000 Magdalena Cartagena 339,000 Orenoco Cumana 174,000 «Panama oder Isthmus Panama 60,000 Sulla Maracaibo 162,000 Venezuela Caracas 350,000 Dieser offiziellen Uebersicht zufolge hätten die zwölf Departement! des Freistaates Columbia 2,756,000 Ein, wohner» Das großherzogliche Staats- und Regierungsblatt vom 24. Ott., Nr. XXVl, enthält folgende Dienst, Nachrichten: Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben gnädigst geruht, dem Baumeister F r in z die Lau, lnspektion Lörrach definitiv zu übertragen. Nach ordnungsmäßig erstandener Prüfung ist dem Praktischen Arzt Friedrich Wilhelm Kreuzer von Elzach die Eclaubniß zur Ausübung der Wundarz- iielkunst und Geburtshülfe, und zwar als Wundarzt erster Klasse mit dem Prädikat "vorzüglich« und als Ge, lburtshelfcr mit dem Prädikat "gut befähigt« ertheilt worden. Dem Wundarzt erster Klasse Johann Nepomuk W i, denhorn von Sipplingen ist nach ordnungsmäßig erstandener strenger Prüfung die Erlaubniß zur Ausübung der Gcburlshülfc ertheilt worden. Seine Königliche Hoheit haben gnädigst geruht, der Präsentation deS Professors Rdther am Gymnasium zu Heidelberg auf die zweite Pfarrei Mosbach die Staaksgenehmigung zu ertheilen, und die hierdurch erledigt gewordene Lehrstelle an bemerktem Gymnasium dem bisherigen zweiten Pfarrer zu Mosbach Friedrich Heinrich Wil Helmi huldreichst zu übertragen. Auszug aus den Karlsruher Witterungs« Beobachtungen. 23. Okt. Barometer Therm. Hygr» Wind. Bk. 7 26 Z. 0,0 L. 6,0 G. 65 G. Sk. M. 3- 27 Z. 11,4?. 15,0 G. 56 G. NO. N. 10 . 26 Z. 0,2 ?» 10,6 G. 60 G. NO. Neblicht, sonst anhaltend heiter. Todes-Anzrkgr. Heute Mittag, um 1 Uhr, starb meine geliebte Gat» tin, Kunigunde, geborne Kirchgeßner, an den Folgen eines apoplektischen Anfalles, sanft und Gott ergeben, in ihrem, seit Z Monaten angetrelenen, 65. Jahre. Ich zeige diesen für mich und die Meinigen höchst schmerzlichen Todesfall allen meinen Verwandten und Freun» den hierdurch an, und bitte um stille Theilnahme. Mannheim, den 2Z. Skt. 1826. I. P. Mayer, Großherzogl. Bad. Hvfkammerrath. z Anzeige. Das Bildnjß Seiner Königlichen Hoheit Ludwig des Großherzogs von Baden, von meinem Sohne, Gustav Nehrlich, in Paris lilhogcaphirt, ist bei mir um 1 g. 21 kr. zu haben. Karl Nehrlich, Lei Nagelschmidt Renner am Rüxpurrer,Thor. Karlsruhe. sKasernen requisitcn-Lieferung betrJ Hoher Weisung zusolge wird Montag, den so- M-, Vormittags 10 Uhr, die Lieferung von So Slück Slallschaufeln, 200 - Gabel - und Schalifelsiiel, 200 - Besenstiel, «4 - HolMlen und 6 - Fiiiierwanncn auf der Kanzlei der Kasernenvcrwalttmg (Spitalstraße No- rS) Lffenllich versteigert, wozu die Liebhaber eingeladen werde». Karlsruhe, de» 24. Skt. 1826 GroßherzoglicheKasernenverwaltung. Ja »er. Freiburg. sRele g a,i 0n.^s Gegen den Nellieto»« Srulliosus Mathias Witkmann von Montabaur, imNas« säuischen, ist wegen Schulvenmachcns, und weil er auf die an ihn ergangene, an der Universität öffentlich angcschlagene, und seiner kompetenten Behörde, dem Herzog!- Nassautschen Amt Moniadaur insinuine Gdiklatlabung nicht erschienen ist, in Gemäßheit deö § 66 der akademischen Gesetze die Relegations- strafc erkannt worden; welches nach der Vorschrift des Nämlichen K. hierdurch öffciiiiich bekannt gemacht wird. Freiburg, den 12. Skt. 1826- Prorekior und Konsistoriulli. jverleger und Drucker; PH. Macklot.