Karlsruher Zeitung. Nr. ZZO, Montag, den 28. November 1825. Baiern., — Freie Stadt Frankfurt. — Großherzozthum Hessen. — Frankreich. Großbritannien. — Italien. — Scstrckch — Preußen. (Glaz. Achen.) — Rußland. — Spanien. — Verschiedenes. Baiern. München, den 24. Nov. Da das konstitutionelle Edikt über die Freiheit der Presse und deS Buchhandels (5te Beilage zu der Verfassungs-Urkunde deS Königreichs Baiern) im zweiten Paragraph nur für die politischen Heilungen, und die periodischen Schriften politischen odc» statistischen Inhalts, die Zensur verordnet, so haben Se. Maj. der König die seit dem Jahre 1823 für die zu München erscheinenden nicht politischen Blättergleichfalls anbcfohlcne Zensur, in der Voraussrzung, daß die Herausgeber derselben sich innerhalb den Schranken einer anständigen Freimüthigkeit bewegen werden, wofür sie ohnehin verantworlich bleiben — wieder allergnä-z digst aufzuheben geruht. — Die Berathungs-Kommif- sion für den Staatshaushalt war gestern wieder, unter Sr. Majestät des Königs Vorsize, über fünf Stunden versammelt. Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, den 2t. Nov. Von den nähern Bedingungen, unter denen die neue vstreichische Anleihe zum Betrage von 20 Millionen Gulden mit dem Hause Rothschild abgeschlossen wurde, weiß man hier noch nichts Bestimmtes. Jezt heißt es indessen, es sey dieselbe zum Preis von 60 und zu 4 pCt. jährlicher Zinsen übernommen worden; sie soll aber vor der Hand noch gar nicht in den Börsen-Verkehr gebracht werden. GroßherzogthumHefs en. Darmstadt, den 24. Nov. Nach einer sechsmonatlichen Abwesenheit auS der Residenz sind I. k. H. die Frau Grvßherzogin, am 22. d. M., in erwünschtem Wohlseyn vom Hoflager zu Auerbach wieder hier ringetroffen. Frankreich. Paris, den 26. November. Gestern wurde der Kurs der 5prozent. konsol. zu Y6 Fr. SO Cent, eröffnet und y6 Fr. geschlossen. — 3prozent. konsol. zu 66 Fr. 65 Cent, eröffnet und zu 66 Fr. 10 Cent, geschlossen. — Bankaktien 2100 Fr. — Königl. span. Anleihen von 1Ü23 — 49/<- — HaytischeS Anleihen So Fr. — Se. k. H. der Herr Dauphin hat den unglücklichen Arbeitern der abgebrannten Kattunfabrike zu Vizille 4000 Franken zu schenken geruhet. — Die Lyoner Journale sprechen von dem Vorhaben, in dieserStadteinemedizinischeFakultät und eine Rechtsschule zu gründen. — Man meldet aus der Landschaft Touraine, daß die neuen Weine dort von Fremden zu sehr hohen Preisen gekauft wurden. — Der H. Doktor Villermö hat am 22. der Acade- mie de mödecine die authentischen Resultate der offiziellen Nachforschungen mitgetheilt, die er über die Sterblichkeit, welche die Kinderblattern, vom 1. Jänner 1625 bis zum 1. Oktober, zu Paris verursachten, angestcllt hatte. Die ganze Anzahl der Opfer jener grausamen Krankheit, binnen bemeldeter acht Monate, beträgt 1264; und zwar 764 männliche, und Zoo weibliche Individuen. (Constit.) — Lord Cochrane ist zu Boulogne angekommen. — Das Memorial Bordelaiö behauptet in seinen Nachrichten aus Madrid: die konsultative Junta sey aufgelöst worden; und der Jndicateur will wissen, daß der H. Herzog von Jnfantado fortwährend unterhandle, um es zu erhalten, daß die spanischen Festungen von den französischen Truppen geräumt werden. Die Etvile vom 26. Nov. sagt: "Wir glauben, daß diese Nachrichten grundlos sind, da unsere Privatbriefe auS Madrid, die vom 20. d. M. datirt sind, hievon nichts melden.., Großbritannien. London, den 25. Nov. Heute sind die zprozent. konsol. noch tiefer gefallen; um 2 Uhr war der Kurs zu 64'/». Die südamerikanischen Papiere fielen gleichfalls. Griechische Bons: 22^, Diskonto. — Briefe aus Greenvck (Stadt und Hafen in Schottland), die heute, den 25. Nov., hier angekommen sind, melden die Ankunft mehrerer Schiffe aus Miramichi; die Kapitäns sagen: vor ihrer Abfahrt sey dem Waldbrande (sh. Nr. 517) durch die anhaltenden Regengüsse und den Schnee Einhalt gethan worden. — H. Peel, der bedenklich krank war, fängt an wieder zu genesen. — Die Patent-Dampfwagen-Kompagnie hat sich, wie mehrere andere der in der lezten Zeit so voreilig errichteten Gesellschaften, aufgelöst. Die Aktionäre kommen meist mit dem Verlust von 1 Schilling auf bat Pf. Sterl. davon. — Der Prediger Carr hat seine auserlesene Gemälde- Sammlung , die ihn 25,000 Pf. Sterl. gekostet hat, dem Staate geschenkt. — Das Bier hat in England um 5 Schilling (2 ff. 48 kr.) für das Faß aufgeschlagen, und dieses Ereigniß eine Menge Reklamationen veranlaßt. Alle Blätter nehmen Theil daran, und in einem derselben liest man den Brief eines "Biertrinkers,, der die Bestrafung der 1844 Bräuer verlangt, wie man kürzlich die Handwerker, ihrer Verbindungen wegen, belangt hatte. Man wird seicht emschen, daß diese Erhöhung allerdings wichtig ist, wenn man bemerkt, daß in London 1,567,791 Tonnen Bier gebraut werden. I t a l t e n. In der Nacht vom 7. Nov. entdeckte Hr. Professor Po»S zu Florenz im Sternbildedes Endanus einen neuen Kometen, den fünften in diesem Jahre. Nachdem die trübe Witterung geraume Zeit dessen regelmäßige Beobachtung verhindert hatte, wurde endlich am 16. Nov. Abends auf dem Ossorvswriv stelle Leuole kio dessen Stellung folgendermaaßen bestimmt: Gerade Aufstei, gung 52"2/ 16", südliche Abweichung 17° 32^ 35", UM 10, 29^, 35" mittlerer Zeit. Am Abend d:S 17. Novembers gab eine neue Beobachtung: gerade Aufsteigung 51° 52^ 9", südliche Abweichung 17° 39^ 15", um 11, 4ö^ 56" mittlerer Zeit. Der Komet ist bis jezt für daS bloße Auge unsichtbar, er hat keinen Schweif, aber einen glänzenden, mit stockigem Haar umgebenen Kern. — Der H. Herzog von Blacaö, Gesandter am Hofs Sr. sizilianischen Majestät, ist am y. zu Neapel a«ge, kommen. — H. Stevenson, Kommandant der englischen Gor« lette der Prinz Regent, ist zu Livorno eingelaufeu, um zu melden, daß der Nachfolger des Admirals Real, der bis jezt den Oberbefehl über die englischen Schiffs- Stationen im Mittelmeer hatte, augekommen ist. O « st r e i ch. Wien, den 20. Nov. Se. Mai. unser allergnä» digster Kaiser beehrten gestern das k. k. Burgtheater, zum ersten Male seit Ihrer Rückkehr auS Preßburg, mit Al« lerhochstihrer Gegenwart. Der Enthusiasmus, mit welchem der geliebte Herrscher und Vater seiner. Völker von dem zahlreich versammelten Publikum empfangen wurde, läßt sich Mit Worten nicht beschreiben; er erneuerte sich mit gleicher Herzlichkeit nach jeder Strophe des Volksliedes: Gott erhalte Franz den Kaiser! welches sogleich bei'm Erscheinen Sr. Maj. von dem gesammten Publikum angrftimmt wurde. Allerhöchst, dieselben verweilten bis zu Ende des Stücks und wurden , als Sie Sich entfernten, mit denselben Aeussrrun, gen inniger Liebe, Verehrung und Anhänglichkeit be« gleitet. — Der von Sr. Maj. zum Hofkriegsraths-Prästden« ten ernannte k. k. General der Kavallerie, Prinz von Hohenzollenr-Hechingen, hat am ly. v. M. den Eid in die Hände Sr. k. k. Maj. abgelegt. Sodann ist derselbe, durch den k. k. ersten Obersthofmeister, Fürsten zu Tssutmannsdorff-Weinsbem, in dem HofkriegsrathS« Gebäude dem versammelten r. k, HoflriegSrathe feierlich vyrgestekt werden. P r « u s s e v. Glaz, den 20. November, Seit langer Zeit ist der Leinwand - Verkehr der Grafschaft Glatz nicht so lebhaft gewesen, als gegenwärtig. Der Umsaz dieses Artikels kann allein im Lesmer Bezirk« auf 30,000 Schock (Stücke von 60 Ellen) angenommen werden. Auf den orei Bleichen zu Gcllenau wurden iö,000 Schock gebleicht. In dcrGegend von Lftherbcnay »ahm ' die Baumwvllen-Weberei sehr zu, weil sie mehr Gewinn als die Lein-Weberei gewährt. — In Lupar, Stvlp'schen Kreises in Pommern, ist eine Frau in einem Alter von 113 Jahren und 7 Monaten gestorben. Sie war, bis acht Tage vor ihrem Ende, stets gesund gewesen, und bereits seit 20 Jahren von der dortigen Gutsherrschaft, als ohne Verwandte allein und mittellos dastehend, unterhalten worden. Achen, den 19. Nov. Ein dreifaches Verbrechen ist gestern vor dem kömgl. Afsifenhofe abgeurtheilt wor, den. Kaspar Hecker, 44 Jahre alt, seiner Profession ein Jimmermann, in Grachelen wohnhaft, war der Angeklagte. AuS den Akten geht hervor, daß er früh schon zum Kriegsdienste gezogen wurde, unter den Heeren des ehemaligen französischen Kaisers die meisten der bedeutenden Schlachten mitfocht, und als Soldat einen großen Theil Europa's durchzog , bis endlich die Ueberr gab« von Antwerpen ihn dem bürgerlichen Leben zurückgab. Kein bekannt gewordener Umstand bürdet ihm ein Verschulden während seines Svldatenstandes auf; er ist in keiner der Schlachten verwundet worden, die er mit- gemacht. In Brachelen verheiralhete er sich, ernährte von seinem Ammermanns-Gewerbe seine Frau und drei ihm nach und nach geborne Kmder, lebte ruhig, friedlich und fleißig, wie des Bürgermeisters Kappel von Lrachelen Aeugniß selbiges bestätiget. Als er in der ersten Hälfte des Monats August dieses Jahres feinen Arbeitslohn für mehrere Wochen empfangen hatte, führte sein Unstern ihn zur Theilnahme an einem Kegelfpiele, bei dem er nicht nur feinen ganzen Verdienst verlor, sondern seinen Mitspielern ausserdem noch schuldig blieb. Lhcils hie ihm empfindliche Kränkung, schuldig zu ftyn, theils die Noch der eigenen Familie, die dadurch unbestimmt sich verlängern konnte, da der Meister den Wo- chcnlvhn nicht regelmäßig auSzahlte, theils die ihm gewordene Gewißheit, sein Mitarbeiter Gerhard König habe erspartes Geld vorräthig liegen, brachte ihn zu einem Verbrechen, welches zuerst wohl nur im Vorsaze beS Einbruchs uns der Beraubung bestand. Wie aber derjenige, der fick einem Verbrechen hingibt, dadurch gleichsam den Mächten der Hölle sich weiht, so ergieng »s hier dem bis dahin ordentlichen, friedlichen und arbeitsamen Hecker. — Er war angeklagt: 1) am 16. August d. I. im Hause des Holzschneiders Peter König an dessen Lstjähriger Ehefrau einen Mordversuch durch Einschnitt in die Kehle gemacht; 2) auf dem Speicher des HauseS eine Kiste erbrochen, und aus selbiger eine Summ«Veldes (4 Kronenthaler) gestohlen; und 3) den Versuch gemacht zu haben, das Haus in Brand zu stecken. Dir Ermittelung der Thatumffande, die dieses dreifache Verbrechen konstiluiren, war nicht schwierig. Der Angeklagte selbst hatte sie, da er noch am nämlichen Tage, ws er jeno That begirng, verhaftet worden, dem BÜr« 184 ) Hermeister des Orts freiwillig eingestanden. Er wußte, daß am Morgen jenes Tages im Hause des Peter Kömg nur dessen alte üüjahrige Ehefrau allein gegenwärtig war, die seit Jahren gichlbrüchig, die größere Zeit des TazeS «uf ihrem Lager in einer stnstern Kammer znbrachlc. — Hecker öffnete die, nur durch euren zugelchnlen Laden verschlossene Fensteröffnung, stieg in daö Wohnzimmer der Familie, und sah auf einem Tische ein kleines Tascheninesser liegen. Hier ist ihm wahrscheinlich erst der Gedanke der Ermordung veralten Frau aufgesticgen, um desto ungestörter feinen Diebstahl begehen zu können. Er faßte daö kleine Messer, gieng durch, die Küche und einen kleinen Gang in die dunkleKammer, ergriff die alte Frau bei dem Kopfe, indem er ihr mit einer Hand die Augen zuhielt, riß sie auS dem Bette aufdie Erde, sezte ihr das Knie aufdie Brüste begann ihr mit dem klei« liest Messer den Hals abzuschneiden, welches er, weil selbiges zu stumpf war, nicht vollfährcn konnte, weshalb er zulczt, nach mehreren Mißhandlungen, die Frau mit den Fausten zu erdrosseln suchte, und diese dann, seiner Meinung nach todt, eigentlich aber nur ohnmächtig, am Boden liegen ließ. Darauf begab er sich mit einem Beile, das er in der Küche hervorsuchte, auf den Speicher, erbrach die oben befindliche Kiste, und nahm eenen ledernen Beutel mit 4 Kronenthalern und etwas kleiner Münze zu sich. Jezt erst schien ihm der Gedanke aufzusteigen, er könne die schreckliche Schuld des Mordes, so wie den begangenen Raub, am leichtesten durch Einäscherung des Häuschens dem forschenden Auge der Gerechtigkeit verbergen. Er zündete daher, mittelst des bei sich habenden Feuerzeugs, Schwamm an, ergriff auf dem Speicher eine Hand voll Werg, und suchte dieses zur Flamme zu bringen. In dieser Zwischenzeit war die unglückliche, in ihrem Blute auf dem Boden liegende ölte Frau aus ihrer Ohnmacht zu sich gekommen, und sah, alssie sich aus ihrer Schlafkammer begab, aufdem Speicher einen unbekannten Menschen, der eine Hand voll Funken sprühendes Weg hin und her schwang, um dasselbe in Flammen zu bringen. Di« Alte gerieth darüber in neuen Schrecken, gieng zur Hausthüre, öffnete diese und rief Nachbarhülfe herbei. Den Mordbrenner faßte Entsezen, als er die todtgeglaubte Frau nachHülfe rufen hörte; — mit einem Sprunge sezte er von dem Lwr 7 Fuß von der Erde entfernten Speicher herab und ergriff die Flucht. Die herzueilenden Nachbarn fanden die alte Frau schrecklich entstellt, begaben sich auf den Speicher, fanden diesen voll Rauch, und warfen das noch glimmend auf den Brettern liegende Werg zurGie- Lelöffnung hinaus. Frauen, die stchzurKirche begaben, hatten Hecker durch das Feld laufen sehen, was zu seiner Verhaftung Anlaß gab, nach welcher er die ganze Thal dem Bürgermeister des Orts sogleich eingestand. Der alten Fran wurde ohne Zeitverlust ärztliche Hülfe geleitet, und sie ist mit dem Leben davongekommen. — In der gestrigen Assifensizung versuchte der Angeklagte, einige der früher von ihm angegebenen Umstände zu entstellen ; aufgefordert indeß durch eindringliches Zureden ' des Herrn Oberprokurators, die Wahrheit zu gestehen, bekannte er die That gerade so wieder, wie er sie früher > schon eingestanden halte. Das G-schworn-ngericht sprach . das "Schuldrg des Raubmordes u. derBrandstiftung« über ihn aus, und er wurde dem gemäß von dem Gerichtshöfe zum Tode verurtheilt. Möchte dieses schauderhafte Beispiel der immer mehr überhand nehmenden Spie lsucht Einhalt thun, un- hauptsächlich solchen Personen, welchen die Obhut jün- - gerer Individuen anvertraut ist, die große Pflicht anschaulich machen, vor diesem schrecklichen Laster der. Spielsucht die Jugend zu bewahren! Rußland. Petersburg, den y. Nov. Mil dem ersten Januar nächsten Jahres wird -überall das neue Slempcl- papier eingefährt. — Ungeachtet das gegenwärtige Finanz-Ministerium, die strengsten Masregeln zur Unterdrückung des Schleichhandels auf allen Punkten unsrer Gränzen ergriffen hak^ zeigen sich doch noch immer häufige Vcrlezunge» derfel- ' ben; besonders soll dieß der Fall an unfern Ostsee- Gränzen seyn. i — Die noch vor wenigen Jahren ganz wüsten Gegenden an der Südküste der Krimm werden jezt immermehr-" und mehr angebaut, und es haben viele ausgezeichnete Personen Ländereien dort angekaust. — Die Witterung ist hier fortwährend schlecht; seit mehreren Wochen haben wir anhaltenden Regen, begleitet von heftigen Seewinden. Spanien. Madrid, den 14. Nov. (Privat-Korrefpondenz.) Die englische Kompagnie, welche die Erlaubniß erhielt, vom Meeresgründe die Schäze herauf zu holen, die mit den Gallonen, unter de? Regierung-Philipp V., am ' Eingänge des Hafens von-Vigo versunken sind, hat, vermittelst des Suchers, schon drei dieser Galionen entdeckt. Ein ausserordentlicher Courier hat diese Nachricht so eben der Regierung überbracht. ss — Man bereitet zu Madrid, dem Vernehmen nach^ . - den ehemaligen Palast'des Fncdensfürsten für Se. k.H- ^ den Prinzen Maximilian von Sachsen, der die Prinzess- ' sin von Lucca, eine N-chte unsers Königs, geheirathet hat. DieserPrinz und seine erlauchte Gemahlin werden, wie versichert wird, in Balde in unserer Hauptstadt an- ? - kommen. Man schmückt für diese erlauchten Reifenden auch, mit sehr großer Thätigkeit, eine Wohnung in» Palaste des Prado aus. (Etoile.) . ^ Verschiedenes. Der Kurfürst von Hessen legt zu Fulda eine reine Merinostamm-Schäferei an, aus welcher sich die Landes-, besonders die Domainen-Pachtschäscreirn rekrut>rrn, l, und so eine ächle allgemeine Merinoschäferci. Herbrifül)- ren sollen. Eine griechssche Krkgsvrigg ist an der Küste der England gehörigen Insel Mderney (nahe an der stanz. Küste) gescheitert. Die Mannschaft wurde gerettet, die Ladung aber von den Kästcbewohneni, unter denen man selbst gut gekleidete Leute sah, geplündert. — Genf, diese kleinste, aber reichste der Schweizer- Republiken, die glanzlos und im Stillen deS Guten fo Viel schafft, hat ein StrafarbeitS - und Desserungshaus erbaut, das nach feiner innern Einrichtung ganz der berühmten ähnlichen Anstalt zu Neu-Aork gleicht, nur in -Verkleinertem Maasstabc. Auf einer der schönsten Stellen, dicht am See, erbaute der junge talentvolle Architekt Vauchier dieses Gebäude, das in dorischer Einfalt, ernst und schön, in der lachenden Natur mitten unter Bäumen und Blumen dasteht. Die Sträflinge beenden sich in Hellen luftigen, doch sichern Kammern, die nur etwas zu behaglich für sie seyn möchten. Sie haben passende Arbeiten, die sie im Innern ihrer Kammern Verrichten. Arbeitssale bestehen nicht. In den Wohnungen , in den Höfen, die mit Blumen geziert sind, und in der Kirche , sind sie nach Geschlechtern und Sektionen scharf von einander geschieden, so daß zwei Verbrecher, die eine.Uebellhat gemeinschaftlich verrichteten und, zu lebenslänglicher Gefangenschaft bestimmt, mit einander in diesem Häufe anlangen, in ihrem Leben nie mehr zusammen kommen. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. S6. Nsv. Barometer Therm. Hygr. Wind. Br. 7; 26 3- 2,2 L. 1,3 G. 66 G. O. M. s 283. 1,1 L. 6,0 G. 63G. W. N. 10 27 Z. 11,6 L. 4,3 G. 65 G. SW. Nebel, ziemlich heiter, es trübt sich, Nachts trüb und Regen. TvdeS-Anzeigr. ' Gestern Abend, 8 Uhr, entschlief mein innigst gelieb- 1 er Gatte, der Großherzogl. Badische Kriezsrath und Ritter des Zähringer Löwen-Ordens, Golthold Hauer, nach einer beinahe 2 Jahre lang angedauerken Krankheil, in seinem zurückgelegten 42. Lebensjahre, in eine bessere Well. Indem ich dieses meinen und meines sei. Gatten nahen und fernen Freunden und Bekannten hiermit anzeige, bitte ich um deren stille Theilnahme und Fortsetzung ihrer Freundschaft und Gewogenheit. Karlsruhe, den 25. Nov. 1825. Die tiefgebeugte Wikkrve, Karoline Hauer, ged. Winker, mit ihren g unerzogenen Kindern. Theater« Anzeige. Dienstag, den 29. Nov. (zum erstenmalt): Humoristische Studien, Schwank in 2 Mw, von L. L-dnin. Hierauf: Der Ruß und di- Ohrfeige, Spiel in Brisen und in l Akt, von L. Schall. — Vor Anfang, der Vorstellung, und zwischen beiden Stücken, wird Hc. Johann Sediaczck, Töukü'stlec aus Wien, ein Concertino und Fantasien für die F.ckte spielen. Donnerstag, den i. Dez.: Die diebische Elster, Oper in 2 Akten, aus dem Italienischen, vom Ritter von Seyfried; Musik von Rossini — Mllei Echechnrt, Kpnigl. Baier. Hof.ängerin, Ninetta , zur 2len Gastrolle; Hr. Sichert, Podest»: Hc. Haizinger, Gianet-o. Sonytag» den 4. Dez.: Der Fceischüz, romantische Oper in g Akten; Dichtung von F. Kind; Musik von Kar! Maria v. Weber. — Mll«. Schechner, Agathe, zur lezien Gastrolle; Mad. Schling, Aennchen; Hc. Haizinger, Max; Hr. Sieben, KaSpar. Karlsruhe. (Fabrn iß-V e rsteigern» g.) In Bezug auf die bereits erlassene Bekanntmachung bringt man hiermit zur öffentlichen Kcnnlniß, baß Montage und Dienstage, Sen 28. und 29 d. M-, Vor- und Nachmittags, im Hause der verstorbenen Model,'ändlerin Madame Fell- lneth schöne Meubles, Spiegel, Uhren, fünsSchildkrotdosen mit Gold fournirt, nämlich mit Portrait des höchstseligen Großhrrzogs Karl Ludwig K- Hoheit, 2) eine Madonna in Emaille, 5 - eine Schlacht, von Klein, 4> ein Pferdestatt, von demselben, S! Mit LandschafiSgemälde, uns auch vorzügliches Weißzeug, gegen baaee Zahlung, Ss- fcuellch versteigert nerven. Karlsruhe, den r6. Nov. , 8 - 5 . Großhcrzoglichcs Sladtanitsrevlsorat. A. A. Rheinländer. Sulzfeld. (Mühle. Versteigerung.) Freitag, den 2. Dezember d. I., Vormittags ,0 Uhr, wird man, unter Vorbehalt amtlicher Ratifikation, die Güßiibelmühle, welche dem Georg Michel K I i n ge n f u s zugehört, aufder Muhle selbst, in Versteigerung ausbirten. Dieselbe besteht i»: Einer einstöckigen Mahlmühle mit 2 Mahl - und > Gerd« gang, nebst «incr zweckmäßig eingerichteten GhpL. und Reibmühle, und enthält eine geräumige Wohnung nedst Zugchörde. Auf der Hofraitbe befindet sich eine Scheuer mir Stallungen, und abgesondert von dieser mehrere Schweiosiällc. Bet der Mühle liegen folgende zu derselben gehörige Grundstücke: S Morgen s Vrtl. 7 Rrhn. Aecker. — . s . — » Wiesen. » 0 — . — » Gärten. Diese Mühle liegt an der Landstraße nach Brette», zunächst denr Nenhof, an der Elsen;. Zu dieser Versteigerung werden ««durch die Liebhaber mlt dem Anfügcn eingeladcn, daß sie sich über ihre Vermögens» umstände durch legale Zeugnisse auSzuweise» haben. Die wei» lern Bedingriiffe werde» am Steigerungstage bekannt gemacht. Sulzfeld, den >> Nov. iLnH. Won OrtsgerichlS wegen. S e i tz ^ GerichtSschreidcr. Verleg rr und Drucker; PH. Mackl»t.