Karlsruher Zeitung. Nr. 305. Freitag, den 3. November 1826. Laden. (Bruchsal.) — Frankreich. — Großbritannien. — Italien. (Troßherzogihum Toskana.) — Hestreich. — Preußen, — Rußland. — Spanien. — Griechenland. Baden. Bruchsal/ den 31. Okt. Ihre königl. Hoheit die verwittwcte Frau Großherzogin sind milden Prinzessinnen Töchtern HH. heute nach Mannheim zurückgckehrt. Frankreich. Paris/ den 1. Nov. Gestern war der KucS der Sprvzent. konsol. zu Y9 Fr. 10, 15 / 20, 15 Cent. — Zprozent. konsol. zu 6L Franken 6o, 70, Lo Cent. — Bankaktien 2040 Fr. — Se. Mas. der König haben am 30. Okt., auf den Antrag deS H. Bischofs von Straßburg, Tharin , welcher bekanntlich Präzeptor Sr. kön. Hoh. des Herrn Herzogs von Bordeaux ist, den Hrn. Barande, gewesenen Zögling der polytechnischen Schule, wirklich Ingenieur im königlichen Korps deS Landstraßen, und Brückenbaues, zum Unter-Präzeptor zu ernenne» geruhet. — I. k. H. die Frau Dauphine, Präsidentin und Beschüzerin der Gesellschaften zur Unterstüzung armer Mütter hat 40,150 Fr. gegeben, um an die besagten Gesellschaften zu Angvuleme, Auxerre, Avignon, Bordeaux, Dourg, Bourges, Carcaffonne, Dijon, Dra< guignan, le Mans, Lille, Limoges, Lyon, Marseille, Montauban, Niors, Poitiers, NcnneS, Rouen, Straßburg, Toulon , Toulouse und Tours zur Unter- siüzung armer Mütter auögetheilt zu werden. — Französische Journale zitiren folgenden Einfall des Herrn Herzogs von Bordeaux, der in einem so zarten Alter gewiß merkwürdig ist: 'Als sein Gouverneur, der H. Herzog von Riviöre, ihm ein Gemälde zeigte, das eine Familie in großem Kummer vorstcllt, den Vater und die Mutter einer heftigen Verzweiflung Preis gegeben, zwei Kinder in Gram versenkt, und ein drittes, das jüngste, die gefalteten Händchen gen Himmel streckend, so deutete der junge Herzog mit dem Finger und mit Lebhaftigkeit auf dieß lez- tere Kind, und sezte hinzu: "Dieses hier thut am besten!« — Frau Canning hat von dem König ein Diamanten- Armband mit dem Bildnisse Sr. Mai- erhalten. Es heißt, für Hrn. Canning werde ein schönes Porzellain- Service in Sevres verfertigt. — DerMo rn ing-He rald erzählt: "Ein englischer Kabinets-Kvurier war von Frankfurt aus durch den dortigen englischen Gesandten an Lord Granville in Paris mit Depeschen abgefertigt worden. Auf der französischen Gränze wurden seine Effekten, wie gewöhnlich , durch bi» französischen Mauthbeamten durchsucht. Darunter war einer mißtrauischer als die übrigen, und wollte wissen, wo sein Bricfpaquet wäre, welches man aus Vorsicht in zinnernen Kisten, welche wieder in lederne Säcke eingeschloffcn waren, verwahrt hatte. Diese Kiste» wurden dem Mauthoffizier verdächtig; er glaubte sie enthielten Konterbande, und forderte ihre Eröffnung. Der Kouricr antwortete, die Depeschen lägen unter amtlichem Siegel, und erklärte, wenn man sich erkühne, sie zu erbrechen , so könnte dieß für diejenigen, die sich eine solche Handlung erlauben würden, gefährlich werden. Die Mauthbeamten ließen sich durch den Widerstand deS Kourrerö zurückhaltcn, sagten aber, das Paket müsse aa die Behörden in Paris unter dem Siegel der Manch ein- geschickt werden. Der Kabinetskurier erklärte dagegen, er würde die Depeschen nicht verlassen und dieselben überall hinbegleiten. Demzufolge folgte er denselben im Eiswagen bis Paris. Bei seiner Ankunft schickte er den» englischen Gesandten die Nachricht, daß er sich mit seinen Brieftaschen in einer mißlichen Lage befinde. Lord Granville begab sich augenblicklich zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten, und beklagte sich sehr ernstlich. Mnn sagt, die französische Regierung habe alle mögliche Geuugthuung angebvten, und der Urheber der Beleidigung solle seine Stelle verlieren. WaS diese Sache besonders wichtig macht, ist, daß die Depeschen deS Staatsboten, di« dadurch viel zu spät ankamen, die Nachricht von der Kriegserklärung Rußlands gegen Persien enthielten. Dock ist es ebenfalls wahr, daß de» Tag vor der Ankunft des Kvurierö Hr. Canning bereits den Staatsboten, Hrn. Waring, mit Depeschen an de» Grasen Liverpool abgefcrtigt halte.« — Die Etoile meldet, der Zollbeamte, welcher neulich, troz des königl. grvßbritannischcn Siegels, die Depeschen eines Kouricrs habe visitiren wollen, sey ab- gesezt worden; aber Lord Granville habe sich für dessen Wicderanste-llung verwendet. — Der Entwurf zu dem neuen Preßgescze ist in der für die Vorbereitung der Gesezcntwürfe üblichen Form in den» Staatsrathe erörtert worden. Lg Mitglieder haben a» dieser Berathung Lheil genommen: — Die Giraffe, welche der Vizekönig von Aegypten Sr. Maj. Karl X. schickt, ist am 23. Okt., mit vier arabischen Pferden, zwei Eseln, drei Kühen, vier Schafen , zwei Lämmern und zwei Antilopen, die alle für den königl. Thiergarten bestimmt sind, zu Marseille angekommen. — H, Trrnaux's siebenjährige Erfahrung im Aufbrr IM währen des GekreideS in Silos oder unlerirdischen Gruben hat ihm so entscheidend geschienen, und er ist von den großen Vortheilen, die sie Zur Benuzung der fruchtbaren Jahre in Mangeljahren gewahren, und auf diese Werse die reichsten wie die ärmsten AckerSleute begünstigen, fo sehr überzeugt, daß er ohne Zaudern, im allgemeinen Interesse, 6ttOO Sacke Getreide vom Pariser Stadlspeicher, unter dem nämlichen Risiko und um die Hälfte des Preises, den man bisher den Aufbewahrern zahlte, zu solcher Aufbewahrung übernommen hat. — In der Nacht vom iö. auf den 19 . v. M. ist der Kirchhof des Paters La-Chaise aufeine schreckliche Weise entweiht worden. Mehrere Leichname von Männern, Frauen und Kindern wurden ausgegraben, und dann , ihrer Todlentüchcr und Kleider beraubt, nackt liegen gelassen. Endlich ist es gelungen, den Thäter, oder einen der Thäter zu entdecken. ES ist ein Individuum, welches den Tag über fast allen Beerdigungen beiwohnte, und dem ein Blick auf den Sarg und insonderheit auf die Personen, die das Leichengeleite bildeten, gleich sägtet auS welchem frischen Grabe es Nachts eine reichere Beute herauswühlen und stehlen könne. Dieser Entweiher der Gräber ist bereits dem Arm der Gerechtigkeit übergeben. — Die Etoile erinnert, wahrscheinlich durch die Ereignisse an Talma's Todtenbette dazu veranlaßt, an folgende Aeusserung Chateaubriand's: "Die lezten Pflichten, die man einem Menschen erweist, würden höchst traurig seyn, wenn sie aller religiösen Formen entkleidet wären. Aber schön ist eS, daß ein Strahl himmlischer Hoffnung auS dem Sargdeckel hervorbricht, und «in Priester des lebendigen Gottes die Asche des Verstorbenen zum Grabe geleitet — Unsterbliches au der Seite der Sterblichkeit.« — H. Tissot führt in einer so eben erschienenen Broschüre über Talma an, daß dieser berühmte Schauspieler sich mit Napoleon oft über die dramatischeKunst unterhalten habe; er hätte besonders mit ihm über den Mißbrauch des Geberdenspiels und des Schreiens bei der Deklamation gesprochen. Napoleon sagte über die Rolle -es Nero im Britalinicus: "Ich wünschte in Ihrem Spiele mehr den Kampf der schlechten natürlichen Eigenschaften mit einer guten Erziehung zu erkennen; ich möchte, daß Sie weniger Geberdcn machten; dergleichen Anlagen sprechen sich nicht äußerlich aus, siefchlie, ßen sich mehr ins Innere ein. Sie haben bereits die Tragödie zu den einfache» und natürlichen Formen zurückgebracht; ich lobe Sie sehr deshalb. Zwar sprechen «allerdings solche Personen etwas lauter, welche durch Leidenschaften bewegt sind, oder wichtige Lange in der Seele erwägen, sie mögen nun von GeburiS wegen oder durch ihr Talent hoch oben anstehen; aber ihre Sprache muß deshalb nickt minder wahr, nicht minder natürlich seyn.« — Einst sagte Napoleon zu Talma: "Ringsum mich her sind Leute mit mißlungenen ehrsüchtigen Planen, voll heftiger Eifersucht, hier sind ganze Katastrophen lebendig sichtbar; der Eine verbirgt seinen Schmerz tief im Herzen, der andere läßt seinen Kummer äußerlich ausbrechen. Gerade daö ist ja das Trauerspiel; mein Palast ist damit angefüllt, und ich selber bin gewiß die allerlragischste Rolle. Ir nun? sehen Sie mich die Arme in die Höhe heben, meine Gebehrden studiren, gewisse Siellungen nehmen, mich stellen, als wollte ich die Größe ausdrücken? Hören Sw uns schreien? Nein! gewiß nicht; wir sprechen natürlich, wie Jeder, mann, wenn ihn ein Vortheil oder eine Leidenschaft treibt. So machten es vor mir die Personen, welche wie Ich, ebenfalls Tragödien auf dem Throne gespielt haben.. Gott bewahre dieWeltvorTraqöden auf dem Throne! — AlleS, sagt dieQu 0 tid ie nn e, was feit einigen Monaten in Kvnstantinopel vorgeht, zeigt unS, daß das oltomanifcke Reich auf zwei mächtigen Triebfedern: Feuer und Wasser, beruht. Will daS Volk seine Unzufriedenheit an den Tag legen, so fezt es zwei oder drei Stadttheile in Flammen; will die Regierung der Opposition Einhalt thun, so läßt sie alle Widerspenstigen inS Wasser werfen. Das ist eine leicht zu begreifende Charte. — Ein Hr. v. Marent de la Roche, der selbst Jesuit gewesen , hat eine Schrift gegen die Jesuiten herauSge- geben. DaS Werk enthält eine Menge ThaisaKen, die zum Theil wegen ihrer Abscheulichkeit ganz unglaublich find. Lader vorzüglichsten, bedeutendste» Mitglieder sind genannt, ihr ganzes Leben vor und nach der Aufnahme, ihr Charakter, ihre Talente, ihre Verrichtungen sind bezeichnet. Der Umstand, daß die Namen genannt sind, und sie nun jedermann prüfen kann, ist von Wichtigkeit. (AUg. Zrg.) Großbritannien. London, den 28- Okt. Man erhielt Briefe aus Calcutta, welche melden, daß der Hof von Ava begehrt habe, der für di« Zahlung der Kontribution bewilligte Termin möchte verlängert werden. Der Genei al- Gouverneur hat dieses Ansinnen abgelehnt, und erklärt, daß die brittischen Truppen bis zur Berichtigung der Kontribution zu Rangoon bleiben würden. — Ein langer auS LuenoS-Ayres erhaltener Brief, datirt vom 5- Äug., ist diesen Morgen am Kaffeehaus von Süd - und Nordamerika angeschlagen worden; er bestätigt die Nachricht von der Niederlage des Admirals der Republik Buenvö-Ayreö, und von der! am 30. Juli erfolgten gänzlichen Blokade der Hauptstadt dieses Namens. — In der Nähe von Hamilton hat man mehrere Versuche angestcllt, wo an einem und demselben Tage auf dem nämlichen Felde ein Theil mit dem Späten umgegraben und der andere gepflügt wurde. Davon wurde wieder ein Theil von dem gegrabenen Lande sowohl, als von dem gepflügten mit der Gartenhaue gedrillt (oder in Reihen gesäei). Die Aernie hat man überall an demselben Tage vorgenvmmen. Beim Ausdreschen ergab sich, daß der Körner-Ertrag auf dem ge, grabenen Lande sich zu jenem auf dem gepflügten verhielt 1691 wie 56 r 42 , und die gedrillte Frucht auf dem gegrabenen Lande zu der auf dem gepflügten wie 20 '/.: 12 / 4 . Das Stroh war auf dein gegrabenen Lande ebenfalls weit reichlicher und der Boden reiner von Unkraut. Alles zusammengeschlagen war der Unterschied mehr als -in Drittheil Gewinn im Durchschnitt. s^orwich, den 23. Okt. Ein seltsamer Spuck hätte einen hingen Bürger Namens Hantt, der schon ein alter Mann ist, beinahe auö seinem Hause vertrieben. Wo er gieng oder stand, bei Tag wie bei Nacht, rief ihm eine Stimme zu: "Hantt! gehe i» dich, sey nicht mehr so gottlos, lies in der Bibel!, Seine Nachbarn stellten im ganzen Hause Nachforschungen an, ohne der Sache auf den Grund zu kommen. Die Stimme begleitete sie überall, und forderte hhhnend Schinken, Butter und Brvd. Ganz zufällig kam ell^ick die Wahrheit heraus. Eine Magd, die mit dem Bauchrr5?u umgehen konnte, hatte den Spuck getrieben. Italien. (Gr oßherzogthum Toskana.) Florenz, den 11 . Okt. Se. k. k. Hoh. der Grvß- herzog sind am verflossenen Samstag ans Wien wieder dahier angekommen und im Residenzschlvsse Pitti abgestiegen. O e st r e i ch. Wien, den 26. Okt. Metalliques 69^; Bankaktien 1062 . Se. k. k. Maj. haben mittelst allerhöchster Entschließung vom 17. Okt. dem dirigirenden Stabsfeldarzte, vr. Kelterer, der in Ansehung seiner vieljährigen Dienstleistung sich erworbenen Verdienste, die große goldene Aivil-Ehren-Medaiüe mit der Kette zu verleihen geruht. P r e u s s e n. Berlin, den 28- Okt. Se. M. der König haben dem kaiserl. russischen Obersten Tschewakinsky, Kommandeur des König Friedrich Wilhelm Grenadier-Regiments, — dem Major ausser Dienst, von Frankenberg- Lüttwitz zu Bielwiese, so wie auch dem Hofprediger vr. Strauß zu Berlin den rothen Adler-Orden dritter Klasse zu verleihen geruhet. — Se. kbnigl. Hoh. der Herzog von Cumberland sind von Hannover und Se. Erz. der General-Postmeister und Bundestags-Gesandter, von Nagler, ist von Frankfurt «M Main hier eingetrvffen. Rußland. Petersburg, den 2 l.Okt. Am 16. Morgen wehte die.Flagge wieder von dem Winterpalais, und von Mund zu Munde gieng die frohe Botschaft, daß der vielgeliebte Monarch glücklich aus Moskau in Zarökoje-Se- lo angclangt, noch an jenem Tage mit Seiner Ankunft die treuen Unterthanen der Hauptstadt erfreuen werde. Um 11 Uhr langten II. MM. der Kaiser und die Kaiserin nebst Sr. k. H. dem Thronerben bei der Moskaui- schen Barriere an, wo unzählige Volkshaufen die geliebten hohen Personen mit Freudengeschrei empfiengen. 22. MM. geruhten Sich gerade in. die Kasansche Kathedrale zu begeben, woselbst eme große Menge auö al, len Ständen in froher Erwartung versammelt waren. Iubemd drängte sich das Volk dem offenen Wagen nach, m welchem das geliebte kaiserliche Paar fnhr, und den Thronerben vor sich hatte. Nachdem in dem Tempel, woselbst der hockwürdige Metropolit Seraphim, nebst den Archimandrilen und der Geistlichkeit der Kathedrale die durchlauchtigsten Reisenden empfiengen, durch Se. Eminenz das Dankgebet zu dem Herrn der Herren erhoben worden war, m welches zahllose treue Herzen mit einstimmten, und nachdem der Metropolit in wenigen Worten seinen Glückwunsch ausgesprochen und den erhabenen Ankömmlingen den priesterlichen Segen ertheilt hatte, begaben sich Allerhöchstdieselben auS der Kirche nach dem Anitschkowschen Palais und beglückten die zuströmende jauchzende Menge mit dem Anblicke der geliebten Züge, in denen jedes Äuge so gern den Verein dcS Wohlwollens und der Würde liest. — Diesen wie die beiden folgenden Abende war die Residenz prachtvoll erleuchtet. — 22> kk. HH. die Großfürstinnen Helena Pawlow- na, und Maria und Olga Nikolajewna sind, ersiere am Sonntage und leztere am Mittwoch in dieser Hauptstadt angelangt. — Sc. Mas. der Kaiser haben, durch einen Tagsbefehl vom 1 v. Oktober, den General-Major Fürsten Ma- datoff, zeit Belohnung seiner ausgezeichneten Dienste, zum General-Lieutenant befördert. Spanien. Barcelona, den ib. Okt. Ein sonderbarer Vorfall, über den man aber noch keine bestimmten Angaben hat, macht heule den Gegenstand aller Unterhaltungen aus. Um 1 Uhr Morgens hatte der General-Kapitän Markis von Campo-Sagrado, nur von einem Korporal seinesPostenS begleitet, sich aus seinem Palaste entfernt, und von da sogleich zu dem General-Lieutenant v. Reizet begeben, wo er bis zum Tage blieb. Unmittelbar hierauf wurden Schildwachen an allen Zugängen deS Palastes bis zum Morgen aufgestellt und 4 Kompagnien erhielten Befehl, unter daS Gewehr zu treten, blieben jedoch rn ihrem Quartiere. Man versichert, dem.Mar, kis von Campo-Sagrado sey spät in der Nacht die Anzeige gemacht worden, es solle ein Angriff gegen fein Leben sowohl, wie gegen das des Erzbischofs und des Gcneral-Polizei-Jntendanten gemacht werden; hierauf werde man sich gegen die Schazkammer wenden. ' Diesen Morgen hat Hr. Rodriguez Hrn. Campo-Sagrado über die Falschheit dieses Komplotts beruhigt. ES beißt auch, daß ein Haus, in dem der Angabe nach Pulver und Waffen verborgen ftyn sollten, durchsuch:, aber nichts gefunden worden scy. Griechenland. Nachrichten aus Malta zufolge batte der erste Sekretär des dortigen Gouvernements, Sir F. Hankey, dem Ausschüsse deö dortigen Handelsstandes, nachstehendes Schreiben des Kap. Hamilton mitgctheilt: "Am Bord deS Cambrian, den 1 Z. Sept. l62ö. Mein Herr! Ich habe die Ehre, Ihnen zur Benachrichtigung des HandelS- standeS zu melden, daß sechs große bewaffnete griechische 1692 Brigantinen, gegen die Befehle ihrer Regierung, von Spezia abgesegelt sind, und daß sie, als ihnen das Gefezwidrige dieses Verfahrens vorgesiellt wurde, erwie- dert haben: "Gebt uns nur zu essen; wenn ihr uns nichts gebt, so werden wir auf Kaperei auslaufen.« Man glaubt, daß sie getrennt agireu werden. Sie ha- haben jezt nur für einen Monat Lebensmittel; ich bin in Spezia gewesen, um ihr Signalement und ihre Na« ,nen zu erhalten; derjenige Thcil unserer Seemacht, der für den Augenblick von anderem Konvvldienst frei ist, lichtete bereits.die Anker, um diesen Raubschiffen nachzu« sezen. Ich habe die Ehre rc.. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 1'. Nov. Barometer Therm. Hygr. Wind M. 7 ' 27 Z. y,o L. 6,4 G. 64 G. W. M. 3 27 Z. 7 , 4 ?. 5,5 G. 65 G. SW. N. 10 27 Z. 6,2 L. 5,0 G. 64 G. W. Trüb und regnerisch, dann förmlicher Regen, Nachmittags Schlagregen, cs heitert sich, Nachts heiter. Todes-Anzeigen. Am 28 . d. M. entschlummerte, nach gehörig empfan» zenrn Sakramenten, in ein besseres Leben, die Gemahlin LeS Freihercn Otto von Gemmingen-Hornberg, Maria Charlotte, geborne Gräfin von Sickingen. Ihr Hinscheiden war sanft und Gott ergeben, wie ihr Leben. Indem der Verstorbenen Galle, Sohn, Töchter und Schwiegersohn nebst Enkel diesen schmerzlichen Verlust ihren Verwandten und Freunden bekannt machen, empfehlen sie sich denselben zu fortdauernder Wohlgewogenheit, Heidelberg, den Zo. Okt. 1826. Heute Abends nach Z Uhr starb unser geliebter Sohn Friedrich Benedikt Schmidt, im 22. Jahre seines Alters , an den Folgen mehrjähriger Drüsen-Beschwerden. Sein Tod war sanft und ruhig. Wir setzen unsere entferntere Anverwandten und Freunde von diesem Todesfälle mit der freundschaftlichen Versicherung in Kenntniß, daß wir im Voraus überzeugt sind, welchen innigen Antheil sie an unserm schmerzlichen Verluste nehmen werden. Bruchsal, den 31. Okt. 1826. Franz Peter Schmidt, Bierbrauer, Katharine Schmidt, geb.Prestinari. Kaum sind eS 2'.^ Jahre, daß uns unser guter Vater, ältester Bruder und Onkel durch den Tod unerbittlich aus unserer Milte entrissen wurden, als heute derselbe zrun vier. lenmale bei uns einkehrte, und die lezks Stütze, unser« liebe Mutter, in ihrem 47. Jahre, um 12^ Uhr Nachmittags zur Ewigkeit abrief. Fünf noch unversorgte Kinder beweinen am Sarge den unersetzlichen Verlust ihrer im Leben so thalig gewesenen Mutter. Wer die Verblichene kannte, wird unfern Schmerz gerecht finden, und stille Theilnahme unS nicht verfagen. Graben, den Zv. Okt. 1826. Die Hinterbliebenen 5 Kinder: Wilhelm, Ludwig, Katharina, Karolina und Karl Holz. Theater « Anzeige. Sonntag, den 5. Nov. (neu einstudirt): Johann von Paris, komische Oper in 2 Akten, nach dem Französischen des St. Just; Musik von Boieldicu. — Mlle. Heunisch, Prinzessin von Navarra, zum Debüt; Hr. St au da cher, Senefchall, zur lezten Gastrolle: Hr. Haizinger, Johann von Paris. Bekanntmachung. Der zwischen Frankfurt und Basel den Sommer über bestandene drille Lilwagtnkurö wird mit dem Ende dieses Monats wieder eingestellt. Der am Samstag von Frankfurt und Heidelberg abge- hendc Eilwagen wird daher, während des Winters, nicht mehr am Sonntag über Bühl und Achcrn bis Basel — sondern nur bts Karlsruhe, und von da am Soniung Nachmittag wieder nach Heidelberg und Frankfurt zurücksahren. Dagegen wird, vom Monat November anfangend, die Eiswagens-Gelegenheit sowohl nach als von Achern und Bühl durch einen jeden Freitag Morgens von Rastatt über Bühl und Achern nach Offenburg — und am Dienstag früh von Offenburg eben so nach Rastatt fahrenden — auf die Hauxt- kurse paffenden Jnfluenzwagcn unterhalte» werden. Karlsruhe, den 25. Oft. 18-6. Grostherjvgliche Sbcrpostdireklion. Frhr. v. Fahnenberg. Karlsruhe. (Anzeige.) Bei Unterzeichnetem ist wieder eine Parrhre eingemachter Ostindtscher Ingber, und von den vortrefflichen Magcnstärkenden Liqveurs, 6 urax»o ä'Iiollanüe äouble« Orange, Quitten, Calmus, Dopoel- Kümmel, Werimith, ^nisottv, Jimmclwaffer, angekommen und billig zu haben. Karlsruhe, den r. November 1826. Jakob Giani, neue Waldgaffe Nr. 47. Karlsruhe. (Anzeige.) Unterzeichneter gibt sich die Ebr« anzuzeigcn, daß er firne Kolonial vaaren.Handlung es Detail aus der Zähringcrstraße an den Ludwigsplaz, Nr. SS, verlegt hak, und bittet, unrer Versicherung guter Bedienung, UM zahlreichen Zuspruch. Karlsruhe, den 1. Nov. »826. Karl Lemb ke. Verleset und Drucker; PH. Mucklo«.