Karlsruher eiru n Nr. 343. Sonntag, den 11. Dezember 1825. Baicrn. — Iraukrclch. — Großbritanniev. — Italien. (Venedig. Rom.) — Oesikeich. — Prcussen. (Berlin. Bonn.) Rußland. — Schweiz. — Amerika. (V. St. von Nordamerika.) — Nekrolog. — Todesfall. B a i e r n. München, den ö' Dez. Diesen Morgen, Nach vollendetem Hochamte geruhten Se. kdnigl. Maj.beiei.- ner Berathung der MUitär-Erfparungskommlssion den Dorsrz zu führen. — I. kbn. Hoh. die verwittwete Frau Herzogin von Pfalz-Zweibrücken traf von Neuburg am 6 . Dezember zu München ein. Frankreich. Paris, den y. Dezember. Gestern wurde der Kurs der Zprozent. konsol. zu 96 Fr. yo Cent, eröffnet, und zu Y6 Fr. 85 C. geschloffen. — Zprozent. konsol. zu 64 Fr. 5 C. eröffnet, und zu 64 Fr. ZO C. geschlossen. — Bankaktien 2095 Fr. — Kdnigl. span. Anleihen von 4623 —51. — Haptisches Anleihen 60 Fr. — Seit einiger Zeit wurde jede Nacht in mehreren Bezirken von Paris häufig gestohlen; seit dem 1. Dez. hat aber die Behörde Maswgeln genommen, um die Einwohner zu beruhigen. Lille Bezirke der Hauptstadt werden die Nacht über durch eine beträchtliche Anzahl Agenten, die unter dem Namen xatrouiilos grioos bekannt sind, auf's sorgfältigste bewacht. Diese weise Masregel hat schon die Verhaftung vieler Diebe und heimathloser Menschen bewirkt, die vorher die Straßen von Paris die Nacht über durchstreiften und unsicher machten, (Etoile.) Der durch seine Reisen durch Süd-Afrika berühmt gewordene Levaillant ist in Paris in einem hohen Alter gestorben. Er war gerade im Begriff, den 7ten Band seines vortrefflichen Werkes: "die Vögel Afrika's« her, auSzugeben. Großbritannien. London, den 5. Dez. Zprozent. konsol. 84'X — Man erhielt Nachrichten aus Rangoon bis zum L 8 . Juni. Die militärischen Operationen sind, wegen dem Beginn der Regenzeit, aufgeschvben worden. Der Friede scheint so entfernt zu seyn, als nur jemals. — Ein armer Bauer, David Barnes, im Fürsten« thnm Wales, da er neulich seinen Acker pflügte, stieß auf einen harten Körper, der den Pflug aufhielt. Die Neugierde bewog ihn, sogleich nachzugraben, und. siehe, er fand einen großen irdenen Topf, voller Goldstücke aus der Regierung Jakobs I. und Karls I., an Werth ungefähr 132,000 fl. Man vermuthet, dieser Schaz ftp gegen die Mitte des I7ten Jahrhunderts zur Zeit der großen Revolution vergraben worden. Jezt verließ der glückliche Bauer sein Geschäft, und übergab sich dem Trünke so sehr, daß er drei Tage darauf am hizsizen Fieber starb. Möchten doch seine Kinder klüger seyn l Italien. Venedig, den 23. Nov. Die Kirche, welche der unsterbliche Canova an seinem Geburtsorte zu bauen verordncte, ist im Baue schon so weit vorgerückt, dass sie künftiges Jahr vollendet seyn wird. Rom, den 26. Nov. Der k. bäuerische Gesandte, Hr. Kardinal Häffclin, überreichte am 21. d. M., in einer Privat-Andienz, Sr. Heiligkeit das Beglaubigungsschreiben seines neuen Souverains, Ludwigs I., der ihn als bevollmächtigten Minister und Gesandten beim h. Stuhle bestätigte. Bestreich. Theodor Graf Baillct-Latour, General-Major und Artillerie-Brigadier, ist zum Inhaber des dritten Feld« Artillerie-Rrgiments ernannt worden. Preufsen. Berlin, den 28. Nov. Vom neuen Finanzminister, Hrn. v. Motz, hört man nur Gutes, nichts von vorschnellen Reformen; durch Konsequenz, Sparsamkeit und einsichtsvolle Regnlirung des KaffewesenS, durch Vereinfachung der Verwaltung sucht er Mängeln, die so häufig sichtbar wurden, abzuhelfcn. Er ist mehr für das Verbessern als für das Niederreissen; aber auch dcrNeu- bau wird unter seiner Leitung da, wo es Nokh thnt, angeordnet. — Das Justizministerium beschäftigt sich mit einem Plane zu einer veränderten Verfassung des obersten Rechtsrvllegiums des Staates, des geheimen Obertribunals, das bei der Größe seines Geschäfts-Kreises, und bei den sich täglich mehrenden Prozessen, nicht mehr im Stande ist, mit sonstiger Schnelligkeit Urtheile zu sprechen. Als vorläufiges Auskunftsmittel werden Hälföarbeiter nach Berlin berufen, aus den Mitgliedern der Oberlandes-Gerichte, mft Ausnahme derer, von welchen neuerlich erst Mitglieder in das I. O. Tribunal versezt wurden, in welche Kategorie die O. L. Gerichte zu Neuenburg und zu Halberstadt gehören. Berlin, den 6. Dez. Se.H. der General derJn- fanterie und kvmmandirende General des Garde-Korps, Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz, sind von Neu- Strelitz hier eingetroffen. — Der wirkliche Geheime Ober-Finanzrath, Präsident der Haupt-Verwaltung der Staatsschulden und Chef des 1912 Stehandlungs-Instituts, Rother, ist nach Hamburg ab, gegangen. — Sc. Mäj. der König haben dem bei Allerhöchstihrer Gesandtschaft m London angeftellten Legatrons-Sekrekär, Leopold v. Roulet, die Kammerherrn-Würde zu erthei, len geruht. — Ihre kön. Hoh. die Kronprinzessin, die durch den so unerwartet eingctretenen Trauerfall Ihres durchlauchti, gen Vaters sehr angegriffen war, befindet sich seit Ihrer Rückkehr aus München wieder wohl, und die Reise scheint, troz beS schlimmen WetterS und der noch schlimmem Wege — zumal auf dem Wege von Regensburg über Hof und Zeitz nach Leipzig — von den erwünschtesten Folgen für die Gesundheit I. kön. Hoh. gewesen zu seyn. Bonn, den /p. Dezember. Gestern, Morgens zwischen 9 und 10 Uhr, hat sich hier ein großes Unglü-L ereignet, indem ein Nachen, mit Landleuren veseft, '«ne von Dvllendorf nach dem hiesigen Markte fuhren, gleich oberhalb der Stadt, fast mitten auf dem Rhein-'., um- geworfen wurde, und 24 Personen in den Gliom gestürzt sind. Sieben derselben wurden, mit vieler Mühe, von hcrbeieilenden Schiffern auftzefischt, und schienen schon völlig todt. Im städtischem RettungSlokaie wurden indessen, durch die Sorge der zusammengerufenen Uerzte, sechs Personen dem Leben wieder gegeben; dei der siebenten blieb alle Mühe ohne Erfolg. Siebenzehn Menschen wurden von den Wellen verschlungen. Ueber den Hergang dieses ftnglücks erfahren wir Folgendes: Am 3. d., gegen halb 9 Uhr Morgens, erhob sich ein heftiger Sturm, der den Schiffer Jakob Reichert von Mainz nöthigte, sein mit Getreide beladenes, nachKöln bestimmtes Schiff in der Nähe von Ober-Kassel vor Anker gehen zu lassen. Während die Leute dieses Schiffers mit der Ankerung beschäftigt waren, sahen sie den obenerwähnten, durch den Schiffer Hemmersbach von Niederdollendorf geführten Nachen, wie er mitten auf dem Rheine von den Wellen zuweilen überspühlt wurde und vergebens gegen den Sturm kämpfte, um das Ufe» zu erreichen. Die Gefahr erkennend, m welcher der Nachen schwebte, beeilten sich die Leute des Schiffers Reichert, das eigene Schiff in Sicherheit zu bringen, um alsdann mit ihrem Ankerkahn zur Hülfe und Rettung nachzufahren. Bevor sie aber den bedrohten Nachen erreichen konnten, war dieser schon gesunken, und nur sieben der darin befindlichen Personen schwebten noch über Wasser. Diese gelang es ihnen, in ihren Kahn zu ziehen. Eine Frau unter denselben gab bereits kein Lebenszeichen mehr. Unter den sechs übrigen war der Schiffer selbst und noch eine Person männlichen Geschlechts; die vier andern waren Weiber. Alle waren durch den harten Kampf gegen die Wellen erschöpft und erstarrt. Die Leute des Schiffers Reichert fuhren daher so rasch als möglich mit ihnen nach Bonn, um sie angemessener Psiege zu übergeben. Rußland. Peterößurg/ den 15. Nov. Der animserrnKai- serhoft neu akkreditirk großbritannische Botschafter, Lord Slrangford , traf aon L> d. auf einer englischen Fregatte in Kronstadt, und am 9. hier ein. Sein Gefolge von diplomatischen Ängesiellten und englischen Seeoffizieren ist zahlreich 'and glänzend. — Sc. Maj. der Kaiser hatten in der lezten Hälfte des vorigen'. MonatS Neutscherkask, die Hauptstadt der dörfischen Kosaken-Prvvinz besucht, und daselbst einige Tage unter den Freudensbezeugungen inniger Ergebenheit u-nd Treue seines guten Kosackenvolks recht froh verbracht. Gleich nach Ihrer Rükkehr in Taganrog wollten Höchstsieaufzwei Woche» die Krimm besuchen, u. dann wieder nach Taganrog zurückkehren. Die Ankunft des Kaisers Hieselbst ist biS jezi völlig unbestimmt, man' glaubt, sie werde nicht lange vor dem Schluß dieses Jahrs erfolgen. — Se. kaiserl. Majestät haben geruht, dem Mini* ster des öffentlichen Unterrichts, Admiral Schischkow, der in diesen Tagen seine Gattin durch den Tod verlor, durch ein höchst schmeichelhaftes Rescript vom 7. vorigen MonatS, seine innige Theilnahme zu bezeugen. — Unser General-Konsul zu Smyrna, Destuni, desgleichen die bei dem orientalischen Lehrinstitut deö Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten stehenden Professoren Demange und Charmoi, Schüler deS berühmten Pariser Orientalisten Barons Sylvestre de Saci, sind zu Kvllegienrathen erhoben. — Der bekannte Verfasscrdes Marc-Anrel, I)r. I. A. Feßler, jezt Superintendent der lutherischen Gemc-ndW im südlichen Rußland, läßt gegenwärtig, 70Jahre all, sein von ihm selbst geschriebenes Leben (bei Korn in Breslau) drucken, und verspricht, sich seinen Fiiunden und Feinden darzusiellen, wie er war und ist. Schweiz. Die Konferenz in Luzern hat am i. Dez. ihr Geschäft beendigt, und die Mitglieder sind nach Hause gereist. Eine Kommission aus drei Gliedern derselben (den HH. Rathsherr Rahn, Staatsrath Eduard Pfyf- fer und Vcrhörrichter v. Wattenwyl) bestehend, wird durch Korrespondenz, oder wo cS nöthig würde,' durch Zusammentritt, allfällige Einfragen der Jentral-Verhör- komnfissionen, zumal derjenigen über den Kellerschcn Prozeß, beantworten, und die erforderlichen Weisungen ertheilcn. Der tägliche Rath deS Standes Luzern hat unterm 30. Nov. gegen die Regierung von Zürich, di« Einwilligung zu Uebertragung des Untersuchungs-Prozesses nach Zürich verdankt, und er übertrug alSdann dem Luzernschen Appellationsrath die Ernennung des Assessors, welchen Luzern in die Verhörkvmmission geben soll; dieser bezeichnet« dafür den Rathsherrn und bisherigen VerhSrrichter, H. Xaver Mohr. Nachdem di« Mitglieder der nun vollständig bestellten zweiten Verhörkvmmission ihren Pstichteid geleistet, haben sie ihre Geschäfte in Luzern begonnen, wo solche örtliche Envah- rungen und Aufheiterungen der Umstände vorzunehnien sind, durch welche der verworrene Zustand der Sachen m's Klare gebracht werden soll. Am 5. Dez. Abends sind IW dir beiden beschuldigten Rachsglieder von Luzern nach Zürich gekracht, und in den Arrestzimmern auf dem Nachhause verwahrt werden. — Der kleine Rath des Kantons Lern, welchem unter'm 7. Nov. über neuerlich vom Appellationsgericht mit einer Buße von 15,000 Fr. belegte wucherische Verhandlungen Bericht erstattet ward, hat erkannt: es soll diese Buße nicht in dir Staatskasse stießen, sondern ru wohlthaligen Zwecken verwendet — und zwar 10,000 Fr. der Anstalt des auffern Krankenhauses, die übrigen 50S0 Fr. aber der allgemeinen Schulmeisterkaffe übergeben werden. — Lei Laufenburg, erzählt ein aargauisches Blatt, wo der Rheinstrom zwischen Granitfelsen sich durchdrängt und den bedeutenden Waffersturz bildet, über den die zuvor ausgeladenen Schiffe an Seilen herabgelassen werden, wo auch vor beiläufig 20 Jahren ein verwegener Britte, der, auf einem Schifflein stehend, den Sturz niederfuhr, von den Wellen verschlungen wurde, und sein Wagestück mit dem Leben bezahlte — standen unlängst zwei Aargauer Schiffleute am Stromfturz, be, trachteten sein Toben, dachten: was wäre zu thun, wenn es seyn müßte? Sie untersuchten den Lauf, beobachteten rechts und links die Klippen und sprachen: Es ist möglich, ihn ohne Gefahr hinabzuschiffen. Ei, ner derselben, ein aargauischer Pontonnier, der Schiff- mann Jakob Hässtg von Aarau, ein junger rüstiger Mann, sprach: So soll's seyn! Sein Gefährte, Jakob Ioho von Vilnachern im Aargau, sprach: Undich fahre mit. Am 8. Okt. d. I. nahmen beide ein geringes Schifflein, ihre Ruder dazu, stellten sich hinein, und auftecht stehend, jauchzend, fuhren sie die Wogen und Wirbel des wilden Stroms hinab in Gegenwart vieler Zuschauer. Glücklich und wohlbehalten, dlizschnell erschienen sie jenseits der umschäumten Klippen, und lenkten ihr Schifflein zum Dorfe Murg, auf großherzogl. badischem Ufer, wo sie landeten. Amerika. (Vereinigte Staaten von Nordamerika.) Neu-Uork, den 1. Nov. Der Grand der Urwälder Amerika's ist ein's jener Ereignisse, welche dem Menschen die Allgewalt der Naturkräsle fühlbar machen. Es ist zwar hier im Gebrauch, die Wälder abzubrennen , da das Niederhauen derselben zu viel Mühe machen würde; aber gewöhnlich endigt sich ein solcher Brand, nachdem er sich über ein Paar Meilen erstreckt hat, von selbst. Diesesmal gaben aber zufällige Umstände, worunter ein heftiger und anhaltender Wind in der Richtung der großen Wälder der vorzüglichste war, gleich Anfangs dem Feuer eine solche Heftigkeit, daß die breitesten Flüsse, ja selbst mehrere Landseen keine Gränze bilden konnten. Das Fever ergriff die hohen Urwälder, so wie das kleinere Gebüsch, und lief mit gleicher Schnelligkeit über die Grasstücke hin, da die große Hize alles brennbar gemacht halte. Es war Anfangs ein herrlicher Anblick, ganz bewachsene Hügel in einem Augenblick in Flammen und ein Feuermrer über mehrere Mellen »usge-pritek zu sehen. Das Geprassel der Ln Feuer gtrath-enen jungen Harzwälder, das Geheul der entfliehenden Thiere, und derer, die vom Feuer umschloss ftn, keinen Ausweg mehr fanden, vermehrte noch daß Eindrucksvolle dieser Scene. Dichte Rauchwolken entzogen zu Zeiten alles den Blicken, ».machten es den Bewohnern der wenigen Ortschaften dieser waldigen Gegenden unmöglich, den Gang dcöFeuerSzu erkennen, ungewiß, ob sie nicht schon vielleicht von demselben umzogen seyen, und zweifelhaft, wo sie einen sichern Ausweg finden würden. Viele sind vom Feuer eingeholt oder durch den dichten Rauch vom rechten Wege abgekommen, ein Opfer desselben geworden; noch weiß man aber hierüber, so wie über den ferneren Gang des Feuers zu wenig Gewisses, da dasselbe sich von den bewohnten Orten entfernt hat, und die wenigen, die in der Nähe liegen, verlasscnwor« den sind. Der Wind, der mehrmals wechselte, hat cs in verschiedenen Richtungen ausgebreitet, doch scheint es nirgends viel unverbrennte Stellen zurückgelassen zu haben, obgleich einige Wälder, wunderbar genug, von ihm gleichsam überhüpft wurden. Doch sind auch diese zum Theil versengt. Das thierische Leben ist auf dem Wege des Feuers überall nicht blvs ober, sondern unter der Erde und im Wasser zerstört. An den Teichen sicht man die Ufer mit tobten gesottenen Fischen, Fröschen ic. bedeckt, und bei manchen scheint das Wasser förmlich gesotten zu haben. Ein Gleiches ist an mehreren Steilen der Flüsse der Fall. Uebrigens ist dieser Waldbrand für den Pflanzen-Wachsthnm selbst ohne Nachtheil, denn so wie der diesen Winter fallende Schnee und Regem die Asche etwas verwaschen hat, beginnt ans den abgebrannten Stellen im Frühjahr der kräftigste Pflgnzen-WachS- thum. Nekrolog. AmZO. Sept., Abendsö/i Uhr, gierigem mdas über« irdischcLebendcrhochwürdlge HerrI o achim Schaffer, Vorstand des Großherzoglichcn Gymnasiums zu Offenburg. Derselbe war geboren zu Siraßburg am 3. September 1773, wo sein Vater in sehr beschränkten Vermögens-Verhältnissen eine Zvllbedienstung bekleidete. Schon in seiner frühen Jugend zeigte derselbe eine entschiedene Neigung zu den Wissenschaften; einem andern seinem nach höherem Wissen strebenden Geiste nicht passenden Berufe sich entziehend, kam der edle Jüngling im Jcihr 1792 an das Gymnasium des nun aufgehobenen Franziskaner-Klosters, um die unterbrochenen Studien fortzuse« zen. Sein rastloser Eifer und sein glückliches Talent erwarben ihm in jedem Jahre seines Studiums drei Preise. Nach vollendeten Gymnasial-Studien begab er sich, zur Fortsezung seiner Laufbahn, nach Luzern, sodann nach Regensburg , um den philosophischen Kursus, und end, lich nach Würzburg, um dte Theologie zu absolviren. Im Jahr 1798 wurde er zum Priester geweiht, und im Jahr 1800 übernahm er als Professor die unterste Klaffe beS Offenburger Gymnasiums, dessen Vater, den eiser- 1914 «en Fleiß und den gebornen Pädagogen in ihm sehr eifrig berücksichtigend, ihn großen Theils in den Stand gesezt hatten, bei seiner Mittellosigkeit seine Studien fortzuftzen. Bei der Aufhebung des Klosters und der neuen Organisation des Gymnasiums wurde er, imJahr 1815, von Seiner Königlichen Hoheit dem durchlauchtigsten Großherzoge Karl zum Vorstande des gegenwärtigen Gymnasiums ernannt. Doll des regesten Fleißes und unermüdet in seinen Berufsgcschäften versah er, troz der dringendsten Vorstellungen seiner Freunde, schon ein halbes Jahr an der Brustwaffrrsucht leidend, die ihm obliegenden Funktionen, ja selbst an seinem Todestage hielt er, obschonj das beschwerliche Athmen ihm fast die Sprache versagte, seine Lektionen, so daß Man von ihm sagen kann, er starb in seinem Berufe in der kühnsten Bedeutung des Wortes. Redliche Forschung, wo ihm der Geist der Wissenschaft winkte, rücksichtslose Unparteilichkeit und tadelloser Wandel zeichnen ihn als Lehrer vorzüglich aus. In seines Herzens Ueberfluß nur weniger bedürfend lebte er gerne in Gesellschaft einiger Freunde, anspruchslos und heiter im Umgänge, gleich liebevoll und liebenswürdig. Wenn schon in einem engeren Wirkungskreise war er doch mit eben so weitem, die Menschheit umfassenden Herzen, die Liebe und Lust Aller, die ihn kannten. Offenburg, den 9 . Dez. 1825. Professor Sch a rpf. L e d e s f a l l. Am 6 . Dez. starb Pfarrer N. Joh. Wilh. Andler zu Kürnbach, Dekanats Breiten, 62 Jahre alt. Auszug a>us den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 9. Dez. Barometer Therm. Hygr. Wind. Ät. 74 27 3 . 2,8 L. 2,0 G. 70G. NW. M. 3 27Z. 3,9 L. 4,0 G. 70 G. W. N. 9 ; 27 b* 4/4 ö. 4,6 G. . 70 G. NW. Trüb und neblicht, Vormittags starker Nebel, noch anhaltend trüb. Karlsruhe, sAn zeiget Geräucherte Pommersche Gänsebrüste sind bei wir eingetroffen. Gustav Sch Mieder. ZD Karlsruhe, fAnzeige. ss Bei hcraunahenden Wcthnachts. und NeujahrS-Feiertage» glaubt Unterzeichneter auf sein bestens affortirtes Lager von Gegenständen, die sich zu Geschenken für diese Zeit am besten eignen, auch diesmal um so mehr aufmerksam machen zu müssen, da er den Wün- schen eines verehrlichen Publikums auf das Befriedigendste entsprechen kann. Ausser den beliebtesten Gesellschaftsspielen, Kinderschriften re-, besitzt derselbe auch Näh - und Schrcib- kästchen, Etuis für Damen, alle Arten Brieftaschen, No- tizenbücher kn Saffian-, Seiden«, Leder« und Pvpier- Umschlägen mit daraus gedruckten schönen Ansichten, Stammbücher, KunstbillciS, so wie alle Gattungen Zeichen-, Schreib» und farbige Papiere, Englische und Wiener Bleistifte, Oblaten, Siegellack und Schreibfedern, auch liiurre und unlinirte Schreibbücher in jeder Form. F. Verholz, Buchbinder, Lamm-Straße Nr. 8. Durlach. sB eka nntmach un g.k Die durch die Ne« berschwcmmung des vorigen Jahrs zerstörte steinerne Brücke oberhalb Grbzingen ist nun wieder hergeftellt; dies wird mit dem Anfügcn zur öffentlichen Kennkniß gebracht, daß Seine Königliche Hoheit der Großherzog durch Reftript vom Z. d. M gnädigst geruht haben, der Gemeinde Grbzingen auf 5 Jahre die Erhebung eines Brückengeldes in dem Betrag des Chauffcegeldes von Einer Stunde Weges zu gestatten. Durlach, den 8. Dez , 3 - 5 . Großhekzoglichcs Qberamt. Baumüller Offcnburg. sH olz - Versteigern»! g. 1 In Gemäßheit verehrltcher Verfügung LcS Großherzvgl. Hvchlbblichen Kinzigkreis-Direktoriums vom 5 o. Nov., Nr. 17,862, werden Samstag, den ->4. Dezember, in dem GemetndSwald zu Nordrach Sr, bereits zu Boden Ire« gende tanncue Floßholzstümme nebst 100 Klaftern buchen Schei- lerhvlz öffentlich versteigert. Welches man mtt dem zur allgemeinen Kenntniß bringt- daß die Liebhaber das befragte Holz in dem Waldbistrikt, genannt Wizzcrsdach, unterdessen einsehen und sich an dem bestimmten Lag, früh 10 Uhr, in dem Stubcnwirthshaus« zu Nordrach bei der Verhandlung cinfinden mögen; wobei übrigens vorläufig zur Nachricht dient, daß durchaus Bürgschaft beigeb-acht werden müsse. Offcnburg, den 8. Dez. ,828. GroßherzoglicheS ForstaiM. v. Neveu. Leonberg. sSteckbrief. H Aus der Ganlmaffe des im Jahr 1816 mit Hinterlassung eines bedeutenden Kaffen- Rests dahier verstorbenen Amtspflegers Johann Christian Greiner wurde, nach neuerlich gemachten Entdeckungen, von der im Dezember »8ri zu Weinheim, beiHeidelberg. verstorbenen Wiitwe eine Summe von eircu» 4000 fl. Aktiv-Kapitalien unterschlagen. Nach dem Tode der Wittwe wurde von der ledigen Tochter Christiane Reglne Gr ein er, den 14. März »790, ein bedeutender Lheil dieser Kapitalien cingezogen, bei andern Kapitalien aber wurde» von ihr, zu Verdeckung der Unterschlagung, Novationen theilS vorgenommen, »Heils versucht. Da diese Jnculparin auf die ihr am -6. Oktober d. I. durch bas Großherzoglich Badische Bezirksamt Kork ziigekom- mene Vorladung nicht erschienen ist, sondern inzwischen ihren bisherigen Aufenthalt in Kork verlassen hat, ohne anzuzeigen, wo sie sich jezt aushäit, so werdon nunmehr die in - und ausländischen Polizcistellcn ersucht, auf diese Person zu fahnden, und wenn sie aufgesunden wird, sie zu arretire» und gegen Erstattung der Koste» hieher auszuliefern, bei ihrer Arreti- rung aber ein vorzüglich wachsames Auge darauf zu richten, daß mit ihr die Papiere, die sich in ihrem Besiz befinden, vollständig zur Hand gebracht werken. Leonberg, den 7. Dez. 1628. Kbnigl. Würtcmbergisches OberamtSgericht, Obcramtörichter, G melin. BE kr und Drucker; PH. Macklol.