Karlsruher Zeitung. Nr. 350. Sonntag, den 18. Dezember 1825. Baden. (Ausz. aus dem großherzogl. Staats - und Regierungsblatt vom »6. De;. Forts) — Frankreich. — Großbritannien — Italic». (Florenz. — Genua.) — Skstreich. — Preuße». (Wesel.) — Spanien. — Nordamerika. Verschiedenes. —> Dienstnachrichten. Baden. DaS grvßherzvgliche Staats « und Regierungsblatt vom 16. Dezember, Nr. XXIX, enthält ferner folgende Bekanntmachung des Justiz-MinisteriumS, die Prüfung der Rechts-Kandidaten betreffend: Da es zum öftern vorzukommen pflegt, daß Rechts- Kandidaten bei der Unterzeichneten. Stelle um Zulassung zur Staatsprüfung bitten, welche die im 13. Organisations-Edikt vom 15. Mai löOZ §. 45 festgesezte Zeit von drei und ein halb Jahren auf akademische Studien nicht verwendet haben, und hierdurch für solche Kandidaten, falls sie auch etwa aus besondern Gründen zur Prüfung wirklich zugelaffen werden, noch mehr aber dann, wenn ihrer Bitte vorerst nicht Statt gegeben Werder kann , mancherlei Nachtheile entstehen; so findet man sich bewogen, die RechtS-Kandidaten selbst sowohl, als namentlich auch deren Aeltern und Vormünder, auf jene ediktmäßige Bestimmung nochmals aufmerksam zu machen, und dabei ferner zu erinnern, daß zur Erwirkung einer Dispensation rücksichtlich des siebenten Stu- diensemesters, welches höchstens nachgesehen werden darf, die gesezlichen Gründe jeweils nicht bloS anzuführen, sondern nebstdem gleichzeitig in gebührender Form zu bescheinigen sind. Folgende Privilegien-Verleihung: Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Apotheker Kdlreuter zu Bretten zur Sodabereitung durch kohlensauren Baryt , ein ausschließendes Privilegium für die Bezirke deS Murg- und Pfinzkrei- ses, des Neckar- und des Main - und Tauberkreises, auf zehn Jahre gnädigst erthcilt. Frankreich. Paris, den 16. Dezember. Gestern war der Kurs der Zproz. konsol. zu 95 Fr. 65, LO, 65, öo, 90 C.'—- Lprozent. konsol. zu 62 Fr. 75 Cent, eröffnet, und zu 65 Fr. 5 Cent, geschlossen. — Bankaktien 2075 Fr. — Kön. span. Anleihen von 1825 — 49/»» — Haptisches Anleihen 80 Fr. — Am 13. haben Se. M., in einer Privat-Audienz, Se. Em. den päbstlichen H. Nunzius mit dem üblichen Zeremvniel empfangen. — Man liest im Aristarque, baß die Kammern bestimmt auf den nächsten 25. Jänner werden zusammen- beruPn werden.. Das nämliche Blatt meldet, daß Se. Em. der H. Erzbischoff von Reims so eben den Kardinalshut erhalten habe. — H. Rcymond, Kassier oder Kommis bei Hrn. von Rothschild, angeklagt sehr beträchtliche Summen entfremdet und am 4. d. M. sich aus dem Staube gemacht zu haben (sh. Nr. Z41) ist am 12. in der Straße Bour- tibourg, wo er bei einem seiner Freunde sich versteckt hielt, entdeckt, verhaftet und auf die Polizei-Präfektur gebracht worden. Am 13. führte man denselben in den Justiz-Palast, wo er von dem Instruktions-Richter, H. Michelin, verhört und hernach im Gefängniß la Force eingekerkert wurde. (Etoile.) — Das schnelle Wachsen und Austreten der Loire hat schreckliche Verwüstungen angerichtet. Bei Orleans wurden 71 mit Wein beladene Schiffe von den wilden Fluten verschlungen; die Schiffleute, welche diese Weine führten, sind umgekommen, und mehrere großmüthige Personen, die ihnen zu Hülfe kommen wollten, wurden ein Opfer ihres menschenfreundlichen Eifers. Straßburg, den 6. Dez. Das Hauptgeschäft der Missionärs bestand in Predigten, die sie zu verschiedenen Stunden deS Tags hielten, und worin sie einander ab- löSten. Im Anfänge ihrer Mission wurde das gesammte Publikum zu jeder Predigt zugelassen, doch so, daß Frauenzimmer und Mannspersonen gänzlich getrennt waren, und nicht durch dieselben Einsgangspforten in's Münster eingelassen wurden. In der lezten Zeit hingegen hielten die Missionarien besondere Predigten für Mannspersonen, wobei keine Frauenzimmer, und besondere für das weibliche Geschleckt, wobei keine Mannspersonen zugelassen wurden. Unter den Zuhörern befanden sich viele Neugierige von andern Religionen, die sich eins Idee davon machen wollten, was denn auch die Mission bedeute, und wodurch sich die Predigten der Missionaricn von denen anderer katholischen Geistlichen unterscheiden, da man hier noch nie Missionarien gesehen hgtte. Im Anfänge ihres hiesigen Aufenthalts besorgte man Reibungen mit den zahlreichen Protestanten, welche über der hiesigen Bevölkerung bilden; allein diese Besrrgniß realisirte sich nicht, denn die Missiona- rien erwähnten der Protestanten nicht, und ließen sich auf keine Kontroversen ein. Der vornehmsteZweck ihrer geistlichen Verrichtungen schien zu seyn, die Katholiken in ihrer Religion zu befestigen und den Lauen unter ihnen größer» Eifer einzuprägen. — Für das Militär hielten sie besondere Predigten, in welche sich abwechselnd sämmtliche hier in Besazung liegende Regimenter begeben mußten, und zu denen sonst Niemand zugelaffen wurde. 1952 Großbritannien. London, den 12. Dez. Diesprvz. konfol. waren heute bis auf79/gewichen; indessen muß man bemerken, daß sie gegen 4 Uhr wieder zu 63/ stau den. Der Bankerott des großen Wechselhauses Peter Pole und Thornton hatte, im ersten Schrecken, dieses Sinken der Fonds verursacht, indem man fürchtete, es möchten noch andere Bankerotte folgen. — Griechische Bons 15/ Diskonto. Es ist merkwürdig, daß, während in den neusten Zeiten die Sache der Griechen verzweifelt zu stehen scheint, die griech. Bons wieder beträchtlich gestiegen sind. — Wir erfahren aus guter Quelle, daß eine dev ersten Maöregeln , die dem Parlament vvrgelegt werden sollen, die Vermehrung der Militärmacht Englands zum Zweck hat. Man wird die Infanterie-Regimenter, die rn Ostindien stehen, um ein Bataillon vermehren, und drei neue Dragoner-Regimenter errichten. Wir vermu- then, daß man vorhat, unfern großen Destzungen in Hndien das Reich der Birmanen beizufägen. Wenn das Parlament jene Masregel genehmigt, so wird sie Gelegenheit zu einer großen Promotion in der Ärmer geben. (Globeand Traveller.) — Es scheint, daß die Kompagnie, welche es versuchen will, die Schäze an's Tageslicht zu fördern, die sich auf den am Eingänge des Hafens von Vigo untergegangenen Galionen befinden, Hoffnung zu den glücklichsten Erfolgen habe. Die Taucher haben schon ziemlich viel silbe.nes Tafelgeräthe aus dem Abgrunde des Meeres heraufgeholt. Dieses Silberzeug hat den spanischen Wapen und die Jahrzahl 1691, und machte einen Theil der Ladung eines Schiffes aus, das im I. 1701 untergegangen ist. Schon hat man zwölf Schiffe entdeckt, und die Stellen, wo sie versenkt liegen, mit Ankerbojen bezeichnet. Italien. Florenz, den 5. Dez. Am 27. v. M. hatte der königl. prcussische Geschäftsträger, Marchese Francesco Luchesini, die Ehre, dem Großherzog und der Großherzogin, so wie auch der Erzherzogin Marie Louise, vorgestellt zu werden. — Durch ein Dekret des Großherzogs vom 4. Dezember wird zur Erleichterung der Grundbesizer vom I.Jän. 1326 an die Rassa Meclislo (Grundsteuer) um 1 Dier- theil ermäßigt, da, wenn nicht ausserordentliche Umstände eintreten, der gegenwärtige Stand der Finanzen dieses gestatte. Genua, den 3. Dez. Die hiesige Handelskammer hat dem Ritter Sivvri, der sich mit seiner Mannschaft am 27. Sept. vor Tripvli so ehrenvoll auszeichnete, einen goldenen Degen zum Geschenk gemacht. O e st r e i ch. Die Prager Zeitung vom 6. Dezember enthält folgenden Artikel: Nach dem Privilegium von 1824 ist der Unternehmer der zwischen Budweis und Mauthaufen zu erbauenden H 0 lz- und Eisenbahn, Ritterv. Gerstner, verbunden, binnen Jahresfrist wenigstens eine Meile der Bahn zu er, bauen, und innerhalb sechs Jahren die Bahn zwischen der Moldau und der Donau ganz zu beendigen. Di< jezt cmgestellte UNterftichung hat ergeben, daß die gan^ Länge der jezt im Bau stehenden Strecke 6173 Klafter betragt, daß davon 4763 wirklich gelegte Holz- und Eisenbahnen enthalten, und daß somit der Unternehmer die kontraktmäßige Bedingung noch mehr als- erfüllt hat. Zu einem über die Güte der Dahn angestellten Versuch wurden 25 ffür die Verführung des Schuttes u. der Steine auf der Lahn eingerichtete zweirädrige Wagen in. Verbindung gesezt, und mit einer Gesammtlast von 293^ Zentner beladen. Diese Last, verbunden mit jener der 25 Wagen von 92/ Zentner, zusammen alßo von 581/ Zentner, wurde von einem Pferde abwärts, zuerst in einer geraden Linie, dann in der größten Krümmung ohne alle. Anstrengung fortgeführt. Ferner wurden von diesen Wagen zehn zurückgelassen, und mit den übrigen 15 Wagen, deren Gezvicht zusammen 226/ Zentner betrug, die Fahrt aufwärts mit demselben Pferde versucht, welches m derselben Linie und Krümmung diebezeichnete Last ohne bedeutende Anstrengung fortzog. Dieser Versuch, be« welchem mit einem so geringen Kraftaufwande eine ausserordentliche Last sortgeschafft wurde, gewährte also ein äuffersi günstiges Resultat; auch ist hiebei noch zu bemerken, daß der Bauunternehmer die schwierigste Strecke auf der ganzen Baulime rn Böhmen zum Beginne des Baues gewählt hat, um das Publikum von der Ausführbarkeit und Nüzlichkcit seines Unternehmens zu überzeugen. P r e u s s e n. Wesel, den 30. Nov. Das Dampfboot Fi^i e d- rich Wilhelm, welches gestern, von Köln kommend, hier vorbeifuhr, hätte leicht großes Unglück anrichten und dabei selbst bedeutend Schaden nehmen können. Dasselbe stieß nämlich mit so großer Heftigkeit auf unsere Rhein-Schiffbrücke, daß solche zur Hälfte mit fortaeris- sen wurde. Für das Publikum ist dieses Ereigniß, welches, wie man sagt, durch Unvorsichtigkeit des Schiffers herbeigeführt wurde, höchst unangenehm , da nach Zerstörung der Schiffbrücke, welche erst Ende dieses Jahrs hätte abgenommen zu werden brauchen, die Passage nur durch Uebersezen bewirkt werden kann. Während dieses Winters ist die Herstellung der Brücke nicht thunlich. Spanien. Briefe aus Gibraltar melden, daß die vier spanischen Schiffe, welche gegen die columbischen Korsaren, die in der Meerenge kreuzen, ausgeschickt wurden, dem Korsaren der General Soublette ein Treffen lieferten, der aber ihren Angriff abschlug und in Gibraltar einlief, um sich wieder auszubesscrn. Sein Kapitän hat im Gefechte einen Arm verloren. (Glvhe and Traveller.) 195Z Nö r d a M c r i k a. In einem Briefe des Kapitän Wal ton vom Schiffe James an Lessen Eigenthümer, datirt Miramichi den 11. Oktober, liest man über den großen Waldbrand, der einen beträchtlichen Theil dieser Stadt zerstörte und sogar mehrere Schiffe auf dem Flusse in Flammen sezte, Nachstehendes: "Die Nordscite von Miramichi ist nichts mehr als ein Aschenhaufcn. Gegen 20 Meilen und darüber Strom auf - und abwärts ist nichts mehr zu sehen als die Nuiuen von steinernen Kaminen, deren hölzerne Häuser verbrannt sind. Wie weit rückwärts das Feuer sich verbreitete, vermag man noch nicht mit Sicherheit anzugeben. — Einige sagen Lo, Lindere 200 (englische) Meilen. Eben so wenig ist noch die Zahl der umgekommenen Männer, Weiber und Kinder, deö verunglückten Viehes rc. zu bestimmen. Mein Packer half gestern 30 Menschen in einer kleinen Ansiedelung de, graben. — Drei Schiffe sind total verbrannt! Cana- d a vvn Nerd Schields, Concord von Whitby, und Jane von Alloa. DieE a nada war schon beladen, die andern waren im Begriffe, Ballast auszuladen, auf demselben Flecke wie der James. Dieser war an drei verschiedenen Stellen zu drei verschiedenen Zeiten in Feuer, doch gelang es uns, Gott fey Dank! eS zu loschen , bevor eS den höchsten Grad erreichte. Verbrannt ist unS der Vordertheil des Bogspriets, der Mttelmast und das Trpsegel. Das Feuer brach den 7. d., gegen Ü Uhr Abend, aufder Flußseite aus. Den ganzen Nachmittag hörte man schon ein Getös oder Donner nordwestlich von uns, auch gewahrte man Dampf und Ruß z aber Niemand ahnete die schreckliche Nähe der Gefahr ohne Gleichen, denn bevor wir eine Flamme erkennen konnten, kamen die Feuerfunken vom Lande aus an Bord dichter und häufiger, als ich jemals in meinem Leben ein Schneegestöber gesehen habe — Reste von Baumstämmen , Aeste und brennendes Laub auf- und niederwärts des Flusses — Alles das augenblicklich, von einem fürchterlichen Orkan begleitet. Das Feuer muß in einer schrecklichen Wuth rmd Eile die Wälder durchflogen haben, denn Leute, welche Nachsehen wollten und durch den häufigen Dampf kaum etwas Feuerähnliches erblickten, rannten zurück so schnell sie konnten, aber bevor zwei Minuten verlaufen waren, war das Feuer ihnen auf den Fersen. Die, welche entkamen, verdankten ihr« Erholung einzig dem raschen Entschluß, sich bis cw's Kinn in den Fluß zu stürzen, wobei sie ihre Köpfe immer anfcuchren mußten. Mütter rissen ihre Kinder aus den Betten und eilten dem Flusse zu; dort angelangl, Nachdem unterwegs c>ie Flammen ihre Hemden ergriffen und die armen Kinder zum Theil sehr beschädigt hatten, mußten sie am Strande liegen, von ihren Aeltern aus Hut und Schuhen immer mit Wasser begossen, bis an den Morgen, wo sie endlich auf Schiffe gezogen und so gerettet wurden. Ich habe jezt eine Familie an Bord — Mann, Weib und vier Kinder, die in diesem Zustande wären.« — Die Leute, die sich in den Wäldern befanden, waren noch weit furchtbarer daran. Ganze Lager, von Männern, von 10 zu 40 in einem Lager, dre ausgegangen waren, um Holz für den Winter zu fällen, sind fammt dem Vieh verzehrt worden. Nun sieht man von allen Seiten fast nur Unglückliche und Verwaisete; diese hat den Mann, jener die Frau, andere haben Kinder verloren.— Manche schleppen sich nackend und verbrannt umher. Eine Mutter, die ihre zwei Kinder auf ihrer Flucht nicht anders mehr vor den sie ereilenden Flammen fchü- zen konnte, legt« sie nieder und bedeckte sie mit ihrem eigenen Körper; ihr edler Zweck wurde erreicht — aber die Arme hat die Rettung derselben wahrscheinlich mit dem eigenen Leben erkauft. Noch athmet sie zwar, aber mit dem Tode ringend; sie ist von den Fersen bis zum Haupte so verbrannt, daß auch nicht ein bischen Fleisch auf ihrem Rücken mehr übrig ist. Einige die in Boote gelangten, sanken unter und ertranken, weil die Boote überladen waren. Ein anderes Privatfchreiben aus Miramichi vom 17. Oktober enthält noch manches zur Erläuterung des Obigen. Nachdem der Verfasser des Briefes versichert, daß gewiß seit dem Untergange von Sodom und Gomorrha die Welt nichts Furchtbareres und Schrecklicheres gesehen habe, dass über auch blos eine mit so dichten Wäldern umgränzte Gegend, wie Miramichi, einen ähnlichen Brand erleben könne, erzählt er weiter: "Das Wetter fey 2 Tage vor dem Brande sehr unfreund« lech und stürmisch gewesen, und Jedermann habefür wahrscheinlich gehalten, daß im Norvwesten von Miramichi ein großer Brand entstanden feyn möge; nach dieser Gegend hin scy am Freitag, den?., bei Svnnen-Untergang, eine dichte Wolke am Himmel bemerkt worden, diewohk allerdings für Rauch erkannt worden fey, was jedoch Niemand beunruhigt habe, da Jederman überzeugt gewesen , daß der Brand noch 20 — 30 (engl.) Meilen entfernt feyn müsse. Kaum fey es Nacht geworden, als man in den Wäldern ein immer zunehmendes donnerähnliches Geräusch vernommen Habs; da jedoch kein Feuer gesehen worden, so habe Niemand die drohende Gefahr geahnt rc. Dieses Getös (fährt der Erzähler fort) dauerte von 6 —9 Uhr, zu welcher Zeit sich ein heftiger Wind aus Nerdwesten erhab; ganz kurz darauf wurden sckon glimmernde Funken quer über den Fluß geweht, der fast zweimal so breit als die Them«e ist. Nun entstandLäcm; die Feuerpikets wurden ausgefandk und alle Löschanstalten für den Nothfall gemacht; aber wenige Minuten waren hinreichend, uns zu überzeugen, daß menschliche Hülfe hier nichts vermöge, denn das Feuer rasete mit aller zerstörenden Wuth, und der zum Orkan verstärkte Nordrvcstwind trieb eine solche Masse von Dampf und Asche vor sich her, daß man die eigene Hand nicht erkennen konnte. Nie sah ich solche chaotische Finsterniß; selbst die Respiration wurde schwer, und oft glaubte ich ersticken zu müssen. Nichts war zu sehen, als die einem Jeden vor die Füße fallenden Feuer- 1954 inaffen — kurz die Sprache ist zu arm, um die Schrecken jener Nacht zu schildern. Vielleicht wäre der Krater eines Vulkans, während des heftigsten Ausbruchs, der beste Vergleich; aber dann muß man sich das Geschrei der Männer,.iPeiber, Mütter, Kinder und Greise, selbst des Viehes, noch hinzudenken, die vergebens dem Tode zu entrinnen strebten.» Verschiedenes. Der seit dem Jahre 1802 in Barem von Nachts 12 Uhr auf Morgens 5 Uhr des ChrisitageS verlegte Gottesdienst der Christmette wird zu Folge eines königlichen Befehls, vom heurigen Jahre angefangen, dem altkirchlichen Gebrauche gemäß, wieder Nachts 12 Uhr gehalten werden. — In Madeira ist ein Schiff mit Rennpferden aus England angelangt, die nach Neu-Süd-Wales bestimmt sind. Das großherzogliche Staats - und Regierungsblatt vom 16. Dezember, Nr. XXIX, enthält folgende Dienstnachrichten: Seine Kbnigliche Hoheit der Grvßherzog haben gnädigst geruht, den bisherigen Zettelverwalter bei derHofdomainen-Kammer, Oberrevisor Gpßer, als Ober-Rechnungsrath zur Kaffen.-Kommissivn zu versezen, und den Zettclverwalter F üßlin bei vorgedachter Stelle zum Oberrevisor, so wie den bisherigen Amtsrevisor Orff zu Schwezingen zum Amtmann und Amtsvorstand bei dem Oberamt Offenburg, den bei dem Landamt Karlsruhe angestellten Assessor von Vogel zum Amtmann, und den bei diesem Amte angestellten Rechtspraktikanten von Wbllwarth zum Assessor bei demselben zu ernennen. Ferner haben Hoch st dieselben gnädigst geruht, die vakante israelitische Oberraths-Stelle dahier dem Handelsmann Zimmern in Heidelberg zu übertragen, und den Ministerial-Kanzlisten, Kanzlei-Sekretär Miller et, als Polizei-Kommissär zu dem Madtamt Heidelberg zu versezen, dagegen aber den Polizei-Kommissär Seeg er zu Heidelberg zum Kanzlisten bei dem Ministerium des Innern zu ernennen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben gnädigst geruht, den bisherigen Postamts-Offizialen Adel mann in Rastatt zum ersten Offizialen bei dem Postamt Offenburg, den Praktikanten Scherer in Karlsruhe zum Offizialen bei dem Postamt Rastatt, den vormaligen Landwehr-Offizier Barth von Meersburg zum vierten Offizialen bei dem Oberpostamt Karlsruhe, den Praktikanten von Bömble in Heidelberg zum zweiten Offizialen bei dem Postamt Heidelberg, den Praktikanten Becker in Offenburg zum zweiten Offizialen bei dem Postamt Offenburg, und den Praktikanten Scheu rer in Mannheim zum zweiten Offizialen bei der Postwagens-Expedition Mannheim — huldreichst zu ernennen. " Weiter haben Seine Königliche Hoheit gnädigst geruht, den bei dem Landamt Karlsruhe als Aktuar angestellten Scribenten Gustav Kirchenbauer zum Kanzlisten bei dem Ministerium des Innern zu ernennen, und dem bei dem General-Landesarchiv arbeitenden Diurnister Ludwig die daselbst erledigte Kanzlistenstelle zu übertragen. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 16. Dez. Barometer Lherm. Hygr. Wind. M. 7; 27 Z.11,0L. 6,0 G. 66 G. SW. M. 3 27 Z.1l,2§. 9,0 G. 63 G. SW. N. 9 s 27Z.11,5L. 6,5 G. 72 G. SW. Dicht bewölkt und windig, meist trüb und Regen. Ankündigung. Mit Hoher Genehmigung erscheint im Verlage des Unterzeichneten mit dem Anfänge beS Jahres 1826 ein Rast alter Wochenblatt, jeden Samstag ein halber Bogen in 4 »°- Der jährliche Preis ist 1 fl. 40 kr. Anzeigen werden gegen Z kr. Einrückungsgebühr für die gedruckte Zeile ausgenommen. Die verehrten Abnehmer hiesiger Stabt und der nächsten Umgegend belieben dieses Blatt bei dem Unterzeichneten Herausgeber und Verleger, entferntere auswärtige aber bei dem zunächst gelegenen löblichen Postamte zu bestellen, Rastatt, Len lü. Dez. 1825 . Birks, Buchdrucker. Karlsruhe. sKunst-Anzeige.H HerrLebcsnler wird morgen, den rg. Dezember, die lejte Vorstellung tm Badischen Hofe zu geben die Ehre haben.. Das Nähere besagt der Anschlagzettel. Seine auch hier mit allgemeinem Beifall gegebenen ausserordentlichen Leistungen bedürfen keiner Empfehlung. Karlsruhe. sAnzcige. Strackino (Italienlnischer Rahm-Käs), von allen Sorten seine Italienische kandirte Früchte, Cittonat, Pomeranzenschalcn, große süße Drangen, von ollen Sorten neue Spanische Produkte, sind angekommen und billig zu haben bei Jakob Giarit, neue Waldgaffe. . Karlsruhe. sAnzeige.ss Austern, wovon nun in jeder Woche frische elnrreffcn, sind angekommen, so wie auch schbncr frischer Lapperda», und billig -u haben bei K. A. Fellmeth. Karlsruhe. sVlllard.Gesuch. 1 Es wird ein noch ganz gutes brauchbares Billard, nebst Jugehör, zu kaufen gesucht. Das Nähere kann im Aeitungs-Komptoir erfragt werden. Verleg rr und Drucker r VH. Mackl 0 t.