K a r l s r u h e r Zeitung. Nr. 334. Samstag, den 2. Dezember 1826. Baden. — Sachsen-Weimar. — Frankreich. — Großbritannien. — Niederlande. — Portugal. — Rußland. — Schweiz. Spanien. Baden. ES wird hiermit zur öffentlichen Kennkniß gebracht, daß die in der üten Gewinnziehung herausgekominenen, auf l. März 1827 zahlbaren Partialloose des AnlehenS vom Jahr 1820 gegen Abzug eines Diskonts schon jezt dahier bezahlt werden. Bei kleinen Gewinnsien wird, ohne Rücksicht, ob die Zahlung näher oder entfernter vom Verfalltermin geschehe, folgendes abgezogen: von 62 fl- - . 30 kr. - 70 - . . 36 « s 60 - . . 40 - 100 . 50 - - 110 - . . 1 fl. Bei Gewinnsien über lio fl. wird der Discont zu S ^ pr. Jahr für die Zeit der Vorausbezahlung berechnet. Die Besizer gezogener Loose, welche hiervon Gebrauch machen wollen, werden eingeladen, die Zahlung gegen Abgabe der Loose bei Unterzeichneter Kasse in Empfang zu nehmen. Karlsruhe, den 1. Dez. 1626. GroHH. Bad. Amortisationskasse. Sachsen-Weimar. Weimar, den 14. November. Am 7-, wosichfür unser» allgefeiertcn Dichterfürsten der Tag erneuerte, der durch die schöne Jubelfeier im vorigen Jahre gleichsam ein deutsches Näzionalfcst wurde, übergab ihm der Groß« Herzog die nun auch in Gold geprägte, hochvvllendeie Gedächtnißmünze mit dem Kopf dcS Dichters auf der einen, die Köpfe des Großherzogs und der Großherzogin, als oajflta iugitts, auf der andern Seite, ganz rein und ohne Umschrift, welche sehr angemessen mit den Worten t 6ail a^uAust uncl Oootlivn ÜM Vll. blov. LIVLtHLXXV. dem über die Fläche hervor- kretenden Rand ausgeprägt steht. Schwerlich ist in diesen Tagen eine vollendetere Medaille irgendwo gefertigt und ausgegeben worden; sie gereicht dem Berliner Graveur Brandt zum großen Ruhme. Die geistreichste, hei, tcrsie Aehnkichkeit VeS Gefeierten und der Feiernden, die bewundernswürdige Kunst in dem nur wenig hervortretenden und doch so plastisch kräftigen Relief — (nichts ist zweckwidriger und geschmackloser als die Verkehrtheit unsrer Medailleurs, den Köpfen ein so hohes Relief zu grben) — die Feinheit und Klarheit in den Gesichlö- zügen, Haarwurf, Gewand, möchten sich in einem solchen Gegenstand schwerlich überbieten lassen. F r a n k r e i ch. Paris, den Zo. Nov. Gestern war der KucS der Sprozent. konsol. zu 99 Fr. 80, 65, 90 Cent. — Zproz. konsol. zu 71 Fr. 10, ZO, 25, ZO, 35 Cent. — Bankaktien 2072 Fr. 50 Cent. — AuS den (Nr. 324) schon erwähnten neuen statistischen Merkwürdigkeilen der Stadt Paris verdient noch Folgendes nachgetragen zu werden: Von 1617 bis 1621 betrug im Durchschnitt die Zahl der Geburten jährlich 24,214; 1622 stieg sie auf 30921 ; 1623 (weiter herein reichen die Angaben nicht) auf 31,416. In gleichem Verhältniß stieg die Zahl der Ehen und die der Gestorbenen. — Im I. 1622 betrug die Zahl der allfgewaltsame Weise umgckommenen Personen 606, worunter 317 sich selbst entleibten; und 1623 — 690, worunter 390 selbst Hand an sich gelegt hatten. — Im I. 1822 war die Zahl der ehelich gebornen Kinder 20,782, die der unehelichen 10,139. Im I. 1623 war die Zahl der unehelichen 10,194 auf 21,224 ehelicke. — Die Etoile vom 26. Nov. sagt: "Bei einer Angelegenheit, die «Mer der Leitung einer Jntrike steht, wäre es sich nichkHi verwundern, wenn diejenigen, welche die 'Agenten'sind, zuweilen pünktliche Nachrichten erhielten. Unter den vielen falschen, die sie verkündigen, gibt es also welche, die einige Aufmerksamkeit verdienen, weil sie vertraulichen Entdeckungen gleichen. Als solche haben wir folgende Stellen in einigen Journalen bemerkt: "Man lieSt in der Quotidienne: "Wir sind so eben benachrichtigt worden, daß das Korps Portugiesen, das von Ayamonte auf Ecija instradirt war, in dieser Stadt sich nicht lange verweilte: mit der Genehmigung unseres KabinetS, hat eS sich wieder auf den Marsch gemacht, um sich nach Cazalla, einem Punkt, welcher der portugiesischen Gränze näher ist, zu begeben. Don dieser Stadt aus können die royaklstischen Portugiesen, je nachdem eS nöthig, nach Algarbien oder Dadaioz mar- schiren; es ist aber wahrscheinlich, daß sie durch diese leztere Stadt in ihr Vaterland zurückkehren werden. Ist» habe Ihnen schon gesagt, daß der Gouverneur von Ta- vira, der sie befehligt, an die Spize von einer der drei Divisionen, die auf dem Punkte sind, die Gränze zu überschreiten, gestellt werden soll. "Briefe aus Tvrv vom 12- Nov. melden, daß die 1842 Generäle von Chaves Und Silveira sich unverzüglich in Marsch sczen werden. Man versichert sogar, daß der rrstere am 18. zu Braganza ankvmmen soll, um dort Don Miguel als König von Portugal zu proklamiren. Die Freunde der auSgewanderten Royalisten und die Emiffarien, welche diese voraus geschickt haben, stimmen in der Aussage überein, daß das Volk überall mit Ungeduld die royalistische Armee erwarte, und sich anschicke, mit ihr gegen die Revolution gemeinschaftliche Sache zu machen.« Im Aristarque: "Die in die Provinzen Galicien und Alt-Kastilien auSgewanderten Portugiesen fahren fort, ihre Kriegs-Iurüstungrn zu machen. Sie Alle sind von dem Wunsche beseelt, ihr Vaterland zu befreien. H. von Souza wirb Zweifels vhneauf seiner Durchreise allediese Znrüstungcn sehen, und der Bericht, den er bei seiger Ankunft in Lissabon hierüber erstatten wird, dürfte nicht geeignet seyn, die Besorgnisse der rcvoluzivnärcn Par- ther zu beruhigen.« "Die Briefe aus Ecija, die wir heute, den 27.Nov-, erhielten, meldenunS: Alle portugiesischen Truppen, die sich dort befanden, hätten sich so eben in Marsch gesezt, um sich nach Cazalla zu begeben. Die topographische Lage dieser Stadt gibt dieser Bewegung große Wichtigkeit: Auf den Gränze» von Estremadura gelegen, ist sie Portugal viel näher, als Ecija; indem die Ausgewanderten Cazalla zum Sammelplaze wählen, erreichen sieden Vor- theil, nähere Gelegenheit zu haben , in Portugal einzurücken , und leichtere und schnellere Verbindungen mit ihren in der Provinz Estremadura versammelten Landsleuten zu unterhalten.« Wir glauben, sagt die Ekoile, auS diesen verschiede, neu Artikeln schließen zu können , daß es wirklich auf der Gränze Spaniens Bewegungen unter den portugiesischen Ausgewanderten gegeben (was von Menschen, die ihre Meinungen behaupten wollen, nichts Erstaunliches ist), und daß die spanische Regierung ihr Möglichstes geihan hat, um neuen Feindseligkeiten, die nur die Unordnung verlängern können, sich zu widersezen. Großbritannien. Die Times vom 23. Novst enthält einen satyrischen Artikel, der augenscheinlich auf H. Hume und seine Rede in der Kammer der Gemeinen anspielt. Er endigt sich also: "Es gibt eine moralische Gefühllosigkeit, welche diejenigen, die von ihr behaftet sind, unfähig macht, die Schande zu fühlen. Es schien uns, so wie vielen Personen, unglaublich, daß ein Mann, der, wie Hume, sich die Fonds der armen Griechen zugeeignet hatte, in irgend einem Lande als der Vertheidigec der Volksrechte, als der angebliche Bewahrer des Geldes eines leidenden Volkes, als ein Feind jedes Eingriffs auf den Reichthum einer Nazion erscheinen könne. Wahrlich, das englische Volk kann mit Recht auSrufen: "blon tali snxilio.« — In dem Gazometre zu LcedS hat eine Explosion statt gefunden, und mehrere Individuen wurden schwer verwundet. Die der Anstalt zunächst gelegenen Häuser sind gleichfalls sehr beschädigt worden. Niederlande. Brüssel, den 22. Nov. H. Willock Lake, groß, britannischer Geschäftsträger in Persien, ist vorgestern, als Kourier von Konstantinvpel nach London, hier durchgereist. — In der gestrigen Sizung der zweiten Kammer der Genrralstaaten legte der Präsident einen von dem König ihm mitgetheilten Gesezentwurf vor, worin diejenigen Abänderungen an den Eingangs« u. Ausgang S- Zvlltarifen enthalten sind, welche Se. Maj. "nach Dem, was die Nazional-Jntercssen heischen«, de» Kammern vorzuschlagen für gut finden. Der Inhalt des Gesezenlwurfes selbst ist noch nicht bekannt geworden. — DerH.Doktor Bailly, derimJ.1821 mit denHH. Parisct, Franovis undAndouard dicruhmvolle Sendung theilte, das gelbe Fieber zu Barcellona zu bekämpfen, ist zu Brüssel angekommen. Man glaubt, sagt das Journal de la Belgiqne, daß er von der französischen Regierung beauftragt ist, sich nach Groningen zu begeben, um die dort herrschende Krankheit zu beobachten. — H. Martin Stuart, Geschichtschreiber des Königreichs der Niederlande, Sekretär der dritten Klasse des königlichen Instituts, Pfarrer bei der reformirten Gemeinde der Remvnstranten, ist am 22. Nov. zu Amsterdam gestorben. Portugal. Lissabon, den 11. Nov. (Privat-Korrespondenz.) Man bemerkt feit einigen Tagen eine verdoppelte Thä- tigkcit in den Mittheilungen durchausscrordentliche Eilboten, sowohl zwischen unserm und dem spanischen Kabinette, als auch zwischen dem englischen und spanischen Gesandten an nnscrm Hofe, und der portugiesischen Regierung und dem englischen Gesandten zu Madrid. Ein Theil der Truppen, der die Bestimmung hatte, in Algarbicn zu agiren, ist gestern wieder in diese Hauptstadt eingerückt. Die Provinzial-Milizen, die hiehcr waren beordert worden, um sie zu ersezen, kehren wieder m ihre Heimath zurück. Der General Juan Carlos Saldanha, Kriegsmini- ster, ist noch nicht zurück; er ist krank geworden. Die englische Kriegs-Fregatte, la Forte, die den General Bcreöford hiehcr geführt hat, soll am 14. wieder nach England unter Segel gehen. In der lezten Sizung der Kammer der Abgeordneten ist folgender Antrag als dringend erklärt und an eine Kommission von 5 Mitgliedern übersendet worden: "Der Kammer die Bildung einer Macht vorzuschlagen, welche die neuen Institutionen beschüzen und vertheivigen kann, und die Geseze zu bestimmen, welche die dringendsten sind, uni die vollständige und ganze Vollziehung der konstitutionellen Charte zu verbärgen.« Man hat gleichfalls eine Kommission von 5 Mitgliedern ernannt, um einen vom Seeminisiec im Namen des Kriegsministers überreichten Gesezentwurf als d ri n- 1813 tzrnd noth wendig zu prüfen, dessen Gegenstand ist: vor de» Militär-Kommissionen und den KriegSräthen mil großer Festigkeit und aller möglichen Geschwindigkeit gegen Verbrechen des Aufruhrs und Hochverrathö, dessen bewaffnete Korps sich schuldig machen, zu verfahren. Er schlug insonderheit den HH. Leputirten der portugiesischen Nazion folgenden Gesezes-Artikel vor: "Alle diejenigen, welche Häupter von einer Verschwörung, oder Verrätherei, oder eines Aufruhrs seyn, oder daran Theil nehmen werden, oder wissen, daß man solche anzettelt, und dennoch nicht auf der Steile die Schuldigen angeben, sollen gehangen werden.» H. Manoel Christovao de Maöcarenhas Figueredo, Abgeordneter AlgarbrenS, welcher, seit seincrErnennung, Regentschafts-Mitglied der Insurgenten war, und deswegen im Gefängniß zu Limociro sizt, ist der Gegenstand einer sehr lebhaften Diskussion gewesen, welche die ganze Sizung vom 9. wegnahm, und erst in der vom 10. beendigt wurde. Soll dieser Deputirtevon der Kammer ausgeschlossen oder soll er ausgenommen werden, dieß waren die beiden Meinungen, die sich 6 Stunden lang bekämpften; endlich beschloß die Kammer, daß von der Regierung vorerst genaue Aufklärungen über das politische Benehmen des H. Figueredo bei der Empörung in Algarbien sollten begehrt werden, ehe man über die Zulassung oder Ausschließung dieses Deputaten abstimme. Rußland. Petersburg, den 15. November. (Beschluß.) Proklamation an die Georgier rc. "Ihr wißt eS, daß die Perser mitten im tiefen Frieden und der Ruhe unsre Truppen angegriffen, das platte Land von Schuragev verwüstet, und die friedlichen Bewohner gefangen fortgefchleppt haben, die, auf das obwaltende Freundschafts-Verhältniß beider Monarchen trauend, immer sorglos dicht an den persischen Gränzen lebten. Um dieselbe Zeit rückten persische Truppen in die Provinz Karabach. Die sich verbreiteten einfältigen Gerüchte, als wenn die russischen Armeen zur Dämpfung der in- nern Unruhen gebraucht würden, und ein gewisser Seid, ein durch die Geschenke der vornehmen persischen Großen erkaufter Mulla, haben diesen Krieg angestiftet, ungeachtet der des besonder« Vertrauens Sr. kaiscrl. Maj. gewürdigte General (Fürst Mentschikow) sich für die Unterhandlung der Gränzberichtigung in Persien befindet, und dieser Zwecke wegen vom Schach selbst nach Sulta- nieh geladen ward. Ich weiß es, daß die Perser schamlos alle Mittel der Verführung und Lüge gebrauchen; seyd vorsichtig, laßt euch nicht verführen. Man wird euch zum Verrath, zur Flucht auffvrdcrn; sodann wird man euch in die innern persischen Provinzen versezen, an Orte fern von eurer Heimath. Befragt die De- murtschesalzen, sie werden euch sagen, daß viele von ihnen aus Chorasan zurückgekehrt sind, wohin man sie fortschleppte. Welche Vortheile könnten euch die Perser antragen? Werden sie euch bessere Ländereien als die hiesigen einräumen, da sie selbst an vielen Orten in unfruchtbarem Erdreich, in Bettelei und Armuth leben? Ein trauriges Loos erwartet die Verräther und Ueber« läufer, denn wohin werden sie noch flüchten können, sobald die russischen Truppen in das Gebiet ihrer Feinde rücken? Bleibt eurem großen Kaiser getreu, und steht fest gegen eure Feinde, schüzt eure Familien und euer Vermögen, und ihr werdet über die Leichtgläubigen spotten, die der verführerischen Lüge der Perser trauten.» Beide Aufrufe sind in ihren Originalien also gezeichnet: "General Uermolow.' — Das Komptoir der St. Petersburgischen Senats- Druckerei zeigt an, daß die wöchentliche Herausgabe der St. Petcröburgifchen Senats - Zeitung in russischer Sprache auch im nachstfolgengen Jahre fortdaucrn, die Herausgabe in deutscher Sprache aber, wegen Geringzahl der Interessenten, aufhdren werde. Schweiz. Sonntags den ly. Nov. wurde zu Bern ex die neue Lancastersche Schule eröffnet. Diese Feierlichkeit hat lebhaftes Interesse erregt. Das Lokal ist groß und wvhlge- legen. Bereits sind 105 Schüler eingeschrieben, und alles läßt für diese Anstalt den schönsten Erfolg hoffen. — Der Griechenverein in Genf ist viel beschäftigt, den Gang der wöchentlichen Unterschriften zu ordnen. DaS Maximum ist 3 Sous; verschiedene Einnehmer ziehen solche alle Montage ein. Die Regierung von Napoli di Romania hat dem Griechenverein in Genf ihren Dank abgestattet für Alles, waS derselbe zu Griechenlands Bestem bisher gethan hat, und genau den Empfang alles Zugesendcten bescheinigt. Die Nachrichten, welche die griechische Regierung giebt, sprechen dieselbe von der Beschuldigung Ser Unordnung frei; denn indem sie alles Empfangene genau verzeichnet, wird sie schon hiedurch zu gewissenhafter Verwendung verpflichtet; auch in Griechenland erscheint alles im Druck. Auö kund gemachten Belegen ersieht man, daß der Griechenverein zu Genf bis zum 26. Juli durch Hrn. Eh- nard nach Napoli di Romania gesendet hat: Mehl 2,422,555 Pfund, Zwieback 585,969 - Reis 72,309 Mais 63,605 - Käse 2,684 - Blei 6,057 S welches alles glücklich an Ort und Stelle angekommen ist. Der Betrag obiger Gegenstände beläuft sich auf 200,000 französ. Franken. Vergleicht man mit dieser kleinen Ausgabe den enormen Aufwand, , der in England ganz nuzlos gemacht wurde, so sieht man, was Eifer und eine genaue Verwaltung erzielen können, und welche Ue- bel durch Unordnung, Unvorsichtigkeit und Nachlässigkeit erzeugt werden. Wirklich befindet sich zu Genf einer der heldcnmü- thigsten Vertherdiger von Missolunghi, Neffe des Generals Karaiskaki. Der schlimme Zustand seiner durch Hunger und alle Art von Mühseligkeiten zerrütteten Gesundheit hat ihn genöthigt, Griechenland zu verlassen, 1844 und in der Schweiz feine Kräfte herzusiellen, die er der Vertheidigung seines Vaterlandes bis zum Tode zu weihen gesinnt ist. Er brachte Empfehlungsschreiben von KaraiSkaki, Kolokvtroin und Manli, und zugleich ein Bildniß dieses Seehelden, welches ein erlauchter Grie- chenfreund will ltthographtren lassen. Diesem sehr wohl- gelroffenen Bildniß werden diejenigen anderer griechischen Generäle folgen, worunter sich vornehmlich das von Gouras und seiner Frau, welche, der Versicherung zu Folge, die schönsten Kopfe von ganz Griechenland sind, auSzeichnen werden. MiauliS hat der Kummer, daß er Missolunghi nicht retten konnte, auffallend mager gemacht. Der junge Krieger, der in Genf angekommen ist, heißt Mestanopulo, und hat nicht nur sein eigenes Unglück, sondern daS einer der interessan, testen Familien in Griechenland zu beweinen. In dem Augenblick, ba sich dre Trümmer der Besazung von Misfolunghi den blutigen Weg durch das feindliche Heer bahnten, sah er drei seiner Brüder morden, deren einer inseinen Armen verschied. Seine Schwestern und seine Mutter wurden gefangen nach Aegypten geschleppt, und auf dem Markt von Alexandrien verkauft. Spanien. Seit dem 11. Nov. ist die Gesundheit der Königin von Spanien zerrüttet; man hofft aber, daß die Krank, heit keine Folgen haben werde. ES scheint indessen, daß das Fieber sich regelmäßig eingestellt habe, und daß die Fieberanfälle bei'm Einbruch der Nacht sich verdoppeln ; die Zeitung vom 16. meldet, daß die Aerzte in der Lage I. M. keinen Grund zu Besorgnissen sehen. Diese offizielle Versicherung hat den angenehmsten Eindruck gemacht. — Der berühmte Vertheidiger von Saragossa, General Palafox, ist für einen Solchen erklärt worden, der nicht rein gesprochen werden könne (impuriLesllo); und zwar deswegen, weil er zur Zeit der Versezung des Hofes von Sevilla nach Cadix, von den CorleS zum Gouverneur des Palastes ernannt wurde. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 30 . Nov. Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 7 '- 27 Z. 8,4 L. 4 - 4,0 G. 65 G. W- M. 3 27 Z. 6,1 ?. 4 - 8,0 G. 66 G. NW. N. 10 27 Z. 6,0 L. ff 6,3 G. 66 G. W. Ziemlich heiter, etwas Gewölk, eS bewölkt sich mehr, NachtS Regen. TodeS-Anzeige. Rach mehrjährigen Leiden entschlief am 26. d. M., mit den heil. SterbsakramentM versehen, unsere gute Mur, rer, die Hoftath Birn stiel Wittib, geborne HornuS, in ihrem 72. Alkers-Jahre. Wir.bitten unsere Verwand, ten und guten Freunde, uns ihre still- Theilnahme an diesem uns unersetzlichen Verlust nicht versagen, und ihre Gewogenheit gegen uns forlsetzen zu wollen. Bruchsal, den 27. Nov. 1826. Dir Hinterbliebenen. Theater« Anzeige. Sonntag, den Z. Dez. (anstatt der Oper --SargineS»): Humoristische Studien, Schwank in 2 Akten. Hierauf: Sieben Mädchen in Uniform, Vaude- villkpoffe in t Akt. Anzeige. Ich übernehme die Hauplkollckle der Amlmann Goll, scheu Güterlotterie, wovon ich hierdurch die Anzeige habe machen wollen, und diejenigen Herren, welche für diese äußerst einladende Lotterie, die sich sicher einer baldigen Ziehung zu erfreuen haden wird, kollekliren wollen, hiermit einlade, sich gefälligst an mich zu wenden, um die diesfallssen Bedingungen zu vernehmen. Karlsruhe, den 27. Nov. 1826. H. C. Dürr. Weinheim. (Wein-Versteigerung, st Bei u«- terzeichneier Stelle werben bis Donnerslag, den 7. Dez. d. I., Vormittags ir> Uhr, 6 Fuder weißer und 2 Fuder rothcr Gefällwcln, von 1626, i» kleinen und großen Parlhien öffentlich versteigert. Welkheit» den 2Z. November 1626. Großhcrzogtiche Domaincnverwattunz. H 0 yer. Steinbach. (Akkord-Steigerung, st Mittwoch, de» 27. Dezember d. I., wird der Kirchenlhurm in Stein- dach, Amts Bühl, mit Sturzblech oder Schiffer zu decke» an den Wenigstnehmcndcn versteigert. Diejenigen, welche zu dieser Arbeit Lust tragen, könne» sich am bestimmten Tage, Nachmittags » Uhr, im Slernen- wirthshause zu Srctndnch einfinden. Sieinbach, den 27. Nov. 1828. Mayer, Bürgermeister. Emmen dingen. sE di kta lla d un g.st Andreas Roser vv» Ottoschwandcil, weicher sich im Jahr 1812 als Bäcker auf die Wanderschaft begeben, und zeither nichts mehr von sich hat hören lassen, wird aufgefordert,. binnen Jahresfrist sich dahier zu stellen, und fein in 85g st. bestehendes Verwö- gen i» Empfang zu nehmen, wibrigens solches den gesezttchk» Erben in fürsorglichen Besitz, gegen Kautionoleistung, zuge« wiesen, und er für verschollen erklärt werden wirb. Emmcndiiigcn, den 28. Nov. »626. Großherzoglichcs Oberamt. Stößer. Karlsruhe, sAn, cigc. j Bei dem Herannahen der Weihnachten empfiehlt sich der Unterzeichnete seinen vcrehrli- chen Gönnern mit seinem bedeuten Vorrath Kinderspielwaare» und eines sehr guten Honigs zu den billigsten Preisen. I. L Dbrinst. Dttieger md Drucker: PH Nacktst.