Karlsruher Zeitung. Nr. 20. Samstag, den 20. Januar 1827. Freie Stadt Hamburg. — Hannover. — Dänemark. — Frankreich. — Großbritannien. — Italien. (Großherzogthum LoSkaira.) — Portugal. — Rußland. — Schweiz. — Spanien. — Amerika. (Peru.) — Dicnstnachrichten. Freie Stadt Hamburg. Am 10. Jan. hat der Dliz in den Lenchtthurm bei Travemünde geschlagen. Daö Dach und der Obertheil desselben ist in Flammen aufgegangen. Hannover. Hannover, den 6-Jan. Die Stände-Versamm- lung ist auf den 1. Febr. d. I. berufen. — Der General v. Bennigsen hiuterläßt ein sehr verwickeltes Vermögen; seine beiden Kinder stehen unter Vormundschaft ihrer Mutter, geh. v. Andrzykvwiz. — ES sind nach einander der kaiserl. russ. Gesandte v. Struve von Hamburg, und der kais. östreichische Gesandte v. Spiegel von Kassel über Braunschweig hier eingetroffen, haben sich aber nur kurze Zeit aufge, halten. — Der Prinz Friedrich von Würtcmberg, welcher zu Göttingen studirt, ist dort wegen seiner Wissenschaftlichkeit und seines anspruchlosen Betragens allgemein beliebt und belobt. Es studiren jezt in Göttingen 700 Ausländer und 760 Inländer; ihre Gesammtzahl beträgt Achte mehr als im Sommerhalbjahre. — Vor Kurzem ist der bisherige Dergsekretär v. Uslar mit mehreren jungen Leuten von hier nach Mexiko abgereist, um daselbst die Leitung der der englisch-mexikanische» Bergwerks-Gesellschaft abgetretenen Bergwerke zu übernehmen. Dänemark. Im Laufe des Jahres 1626 sind folgende Schiffe durch den Sund gegangen: aus der Nordsee, 7Y amerikanische, 14 Bremer, 420 dänische, 1671 englische, 40 französische, 15 Hamburger, 207 hannoversche, 525 holländische, 6b Lübecker, 294 mecklenburgische, 4Y6 norwegische, 9 Oldenburger, 1052 prcussische, 5 portugiesische, 146 russische, 644 schwedische; — aus der Ostsee, 79 amerikanische, 15 Bremer, 551 dänische, 1655 englische, 39 französische, 16 Hamburger, 195 hannoversche, 521 holländische, 44 Lübecker, 271 mecklenburgische, 436 norwegische, 8 Oldenburger, 991 preussische, 4 Portugiesische, 143 russische und 659 schwedische, zusammen 566t aus der Nord - und 5591 aus der Ostsee. — Dem derzeitigen General-Gouverneur der dänisch- westindischen Inseln, Kammerherrn v. Bardenfleth, ist de» Titel und Rang eines* Kontre« Admirals beigelegt worden. Frankreich. Paris, den 13- Jan. Gestern war der Kurs der Zprozent. konsol. zu 96 Fr. 90, 95 Cent.; 99 Fr. — 5prozent. konsol. 66 Fr. 55, 45, 60, 45, 50 Cent. — Bankaktien 2000 Fr. Das Haitische Anlehn ist bis auf 57 Fr. 50 Cent, gewichen. — Der Hof wird wegen des Todes Sr. k. Hoh. deS Herzogs von York die Trauer auf 11 Tage anlegen. — Pairskammer. Sizung vom 1Z. Zuerst schritt man zur-Aufnahme des H. Grafen von Bviffy d'Ang» las, der berufen ist, in der Kammer die Stelle seines seligen Vaters einzunehmen. Hernach hörte die Kammer den Bericht an, den derH. MarkiSvon MarboiS im Namen der Spezial-Kommission erstattete, die zur Prüfung deS Gesezentwurfs, betreffend die Unterdrückung des Negerhandels, ernannt worden war. Die Sizung wurde damit beschlossen, daß man durch das Loos die große Deputation erwählte, die sich nach St. Denis verfügen soll, um dem Trauer-Gottesdienste beizuwohnen, der jährlich am 20. Jan. in der königliche»» Kirche daselbst für II. MM. Ludwig XVl. und Mari« Antoinette gehalten wird. — Die Kommission der Pairskammer, die mit der Prüfung des GesezentwurfeS über die Geschworuen- Gerichte beauftragt ist, hat zum Berichterstatter den H. Grafen Simeon ernannt. — Deputirtenkammer. Sizung vom 15. DerH. Präsident lieSt einen Brief des Obersi-ZeremonienmeisterS von Frankreich vor, der die Kammer benachrichtigt, daß der König mit Vergnügen die große Deputation der Kammer dem Hochamte werde beiwohnen sehen, das am 20. für II. MM. Ludwig XVI. und Maria Antoinette gehalten wird. Die 2o. Mitglieder, welche mit dem Präsidenten und den Sekretärs, die großeDepulation ausmachen, werde» sofort durch das Loos ernannt. Die Tagesordnung ist die Diskussion mehrerer Gesez- entwürfe, welche blos Lokal-Interessen berühren. — H. Hyde de Neuville hat am 15. auf den Schreib, tisch der Deputirtenkammer eine Petition des H. Mar, kis von Banne de Puy-Giron, verantwortlichen Herausgebers des Aristarque, gelegt, welcher von der Kammer die Ermächtigung begehrt, den H. Siegelbewahrer gerichtlich zu verfolgen, den er anklagt, die von dem Ge« seze anerkannten verantwortlichen Journal-Herausgeber vrrläumdet zu haben. 106 — Die Akademie Franoalfe hat in ihrerSizungvom 16. mit einer Mehrheit von lö gegen 10 Stimmen beschlossen, daß von dreien ihrer Mitglieder gegen das neue Preßgesez eine ehrfurchtsvolle, unterthämge Bittschrift an den König solle redigier werden, um dieselbe «lSdann Sr. M. untcrthänigst zu überreichen. Die ernannten Mitglieder sind die HH. von Chateaubriand, Lacretelle und Villemain, die am iZ> d. den Supplik-Entwurf der Akademie vorlegen sollen. Unter den Mitgliedern der Akademie, die gegen die Adresse an den König stimmten, sind: der Direktor der Akademie, Markts de la Place, dieHH. Lainö, de Levis und Lally-Tolcndal, welche bekanntlich alle ürer Pairs von Frankreich sind. H. Laino äußerte Zweifel über die Schicklichkeit dieses Schrittes der Akademie: Er glaube nicht berufen zu seyn, hier feine Stimme über das neue Preßgesez zu geben; allein wenn der Augenblick hiezu auch für ihn gekommen sey, so werde er das erwähnte Gesez in der PairSkammer auf's äusserste bekämpfen. Der H. Markis von Lally - Lolendal äusserte: Er sey einer von den eifrigsten und unwandelbarsten Freunden der Preßfreiheit, und werde eö auch in der Pairskam- mer bei der Diskussion des PreßgesezeS beweisen; erklärte aber, daß eine solche MaSrcgel, wie jczt die Akademie ergreifen wolle, ungebräuchlich (insolito) sey, und er könne ihr also nicht beipflichten. — Die Etoile vom 17. sagt: In Ermangelung von Nachrichten erfindet man: dicß ist der Ursprung der Börsen- und Zeitungs-Gerüchte. Man verbreitete gestern die falschesten und widersprechendsten Nachrichten. Es wurde davon gesprochen, daß H. Lamb Madrid verlassen habe, was grundlos ist. ES hieß: der Fürst von Polignac würbe nach Madrid gehen, während man uns doch versichert, daß er morgen auf'S Land verreise. Man ließ Spanien England den Krieg erklären, und es sind doch aus Madrid keine spätem Griefe nach Paris gekommen, als die vom 4. Januar, die nichts hievon, wohl aber das melden, daß H. von Lima, Geschäftsträger Portugals, den 5. am Madrider Hofe empfangen werden solle. Alle Vermuthungen, die man auS der Truppensendung an die portugiesische Gränze ziehen wollte, werden durch die förmliche Erklärung des Madrider HofeS widerlegt , daß diese Truppen jene Bestimmung blvS erhalten, um die portugiesischen Flüchtlinge zu entwaffnen, und die Erfüllung des Willens und der Versprechungen des spanischen KabinctS zu sichern. — Die Etoile vom 17. erklärt als eine Läge des Tages folgende Nachricht des Journal du Commerce: "H. -- Lamb hat eine Korrespondenz aufgefangen, welche bewies, daß H. von Polignac und H. von Moustierö den nämlicken geheimen Verhaltungs-Befehlen gehorchten. Diese Aktenstücke wurden dem H. Canning zugeschickt, welcher deshalb von dem französischen Botschafter Erklärungen verlangte, der aber, statt sie zu geben, fiach Paris abreiste. Man will jezt dem H. von Polignac entweder eine hohe Stelle am Hofe, oder eine ausserordentliche Gesandtschaft zu Madrid geben.« — Die Stadt Alby will dem berühmten Weltumseg» ler La Peyroufe, dessen Geburtsstadt sie ist, ein Denkmal errichten. Auf den Antrag des H. Decazes, Präfekten des Tarn-Departementö, votirte der Generalrath des Depart. 2000 und der Stadtrath von Alby 10,000 Fr. für jenes Monument. Se. M. haben einen Beitrag von 1000 Fr. und I. k. H. die Frau Dauphine gleichfalls 1000 Fr. zu geben geruhet. — Die zu Madrid befindliche Sckwei'zcr.Brigade erhielt Befehl, am li. Januar sich tn Marsch zu ftzen, um nach Frankreich zurückzukchren. (Etoile.) Großbritannien. London, den 1Z. Jan. (Durch ausserordentliche Gelegenheit.) Man liest in den hiesigen Zeitungen ein Dekret dcS Generals Paez, daS er als militärisches Oberhaupt von Venezuela erlassen hat. Dieser General hat Venezuela für unabhängig erklärt undruft dicWahl- kollegien dcS Staates zusammen, um zur Wahl der Abgeordneten in den konstituuenden Kongreß zn schreiten. General Paez erklärt, daß jeder De- putirte, der zur fcstgesczten Zeit nicht auf seinem Posten feyn werde, eine Geldbuße von 200 Dollars erlegen müsse, und daß alle Personen, die sich auf irgend eine Weise dem Vollzug dieses Dekrets widerse« zen, als Berräthcr sollen gestraft werden. Die Trennung Venczuela'S von Bogota ist also vollendet; wird Bolivar einwilligen, oder nicht? Im leztcrn Fall muß man auf einen Bürgerkrieg sich gefaßt machen. — Der Tod des Herzogs von Kork schmerzt in Wahrheit Jeden tm Volke, weil dieser Prinz — einige menschliche Schwächen abgerechnet — tn der Erfüllung seiner Amtspflichten, als Chef der Armee, durch Thätigkeit, Pünktlichkeit und Unpartheilrchkctt allen Staatsdienern ein Muster war. Indessen ist er auch in politischer Beziehung sehr wichtig, denn die Gegner der Emanzipation verlieren an ihm ihre größte Stüze. Diese Angelegenheit war die einzige politische, in welcher der verstorbene Herzog eine bestimmte und entschiedene Roll« spielte; seine merkwürdige vorjährige Rede im Oberhaus« zeugte, in seiner Stellung als Thronerbe, mehr für dir Aufrichtigkeit feines Herzens, als für die Nichtigkeit seiner Ansichten über StaalSklugheit. Nun ist noch der Lord Kanzler als Verfechter der antikatholischen Parthei übrig. Aber Lord Eldon hat schon ein hohes Alter erreicht, und nach feinem dereinstigen Hinscheiden wird keiner feiner Nachfolger sobald einen so großen Einfluß auf den Thron wie auf das Oberhaus ausübcn. Der Augenblick, in welchem das freie Großbritannien sich von dem gerechte» Vorwurfe der Unduldsamkeit befreien wird, rückt näher — vielleicht ist er näher als geahnet wird. — Der Buchhändler White zu London war, weil «r sein eigenes Haus in Brand gesteckt hatte, um eine Assekuranz-Gesellschaft zu betrügen, zum Strange verur« theilt worden. White, der um S Uhr Morgens die Tr»« 107 stungen der Religion empfangen, bat den Sheriff und die Unter-Sheriffs, ihm zu gestatten, daß ferne Arme, statt mit Stricken, mit 2 Schnupftüchern gebunden würden. Diese Erlaubniß ward ihm bewilligt; da er weinte, so scheinen die Henker gerührt gewesen zu seyn, und ihr Amt schlecht verwaltet zu haben. In dem schrecklichen Augenblicke, und als der brelterneBoden unter den Füßen des armen Missethäters einstürzte, machte White, der die ihm über die Augen gezogene Müze weggenommen und weit weggeworfen Halle, seine Hände frei, und klammerte sich an den Strick an; aber die Henker eilten vom Schaffet herunter, zogen ihn an den Füßen, und sein unglücklicher Versuch verzögerte nur seine schreckliche Strafe um einige Augenblicke. Italien. (Großh erzvgthum Toskana.) Am y. Jan. wurde I. k. Hvh. die Großherzogin von einer Prinzessin entbunden, die bei ihrer am folgenden Tage vorgenommenen Taufe die Namen Marm Maximilian« Thekla Johanna Joseph« erhielt. Portugal. — Die erste Kammer der portugiesischen Cortes hat der portugiesischen Nazion durch ihre Nichtannahme des in der Kammerder Deputaten durchgegangenen Gesezes, wegen Bildung einer SlcherheitSgacde, einen großen Dienst geleistet. Diese würde, während des in der Nazion unglücklicher Weise herrschenden Zwiespalts, ein Gegenstück zu den spanischen royalistischcn Freiwilligen, und ein Instrument der demokratischen Parthei geworden seyn. In einer konstitutionellen Monarchie , mit einer geschichtlich ausgebildeten Gesellschaft, wo die Partheien nie aufhören werden, gegen einander in den Schranken des GesezeS zu wirken, darf keine derselben einen Einstuß über das Bajonett haben; dieser kömmt ausschließlich der Regierung zu. Rußland. Petersburg, den 2. Jan. Am 26. v. M. ist der General-Adjutant und Senator Demidow 1, mit Beibehaltung dieser Posten, zum Obcrdirektor des Pagen« kvrps, des 1. und 2. Kadettenkorps, des adelichen Regiments, des kaiserl. Waisenhauses, des Mosk-owischen Kadettenkorps und des Zarskvje-Seloschen Lyzeums und der adelichen Pension, welche sich unter dem Oberbefehl Sr. k. 5p. des Zesarewitsch befinden, ernannt worden. — Sc. M. der Kaiser haben unter'm 18. v. M. dem General der Infanterie, Grafe» Langeron, die diamantenen Insignien des St. AndreaS-Ordens, ferner dem General der Kavallerie, General-Adjutanten Bvrozdin, und dem Geheimen Rath Kikine den St. Alexander- Newsky-Orden, und dem Generalmajor und Kommandeur der i. Brigade von der i. Grenadier-Division den St. Annen-Ordcn erster Klasse zu verleihen geruhet. Schwei z. Man spricht davon, bei dem neuen Straßenbau am Hauenstein, auf der Eränze der Kantone Basel und Solothurn, den Weg nicht über, sondern unter dem Berg hindurch zu führen. Die unterirdische Gallcrie würde nur zwölf, höchstens fünfzehn Minuten lang seyn, und der Weg von Laufelfingen bis Trimbach würde immer eben bleiben, wogegen er jezl über den Berg i^ Stunde lang, und sehr steil und beschwerlich ist. Auf gleiche Weise will man den Splügen, zwischen dem Rheinwaldthal im Kanton Granbünden, und dem Sk. Ma- rialhal im lombardo - venetianischen Königreich, eine Stunde lang, von Jsola bis zum Dorfe Splügen, durchsprengcn. — Der berühmte polnische Dichter Simon Zoborows- ki ist in daS zu Alldorf gestiftete Haus der Jesuiten getreten, um dort daS Kleid dieses Ordens anznlegen. S p a n r e n. Madrid, den 6. Jan. Ein Arkilleriepark von ö Kanonen ist heute von hier nach Talavcra abgegangen, wo, wie es heißt, das Hauptquartier der Reserve der Beobachtungs-Armee seyn wird. A m e r i k a. (Peru.) Das Regierungsblatt hat folgendes Dekret bekannt gemacht: Simon Bolivar, Befreier von Columbia und Peru, Erwägend l) daß ich nach Columbia zu, ückkehren muß, welches mir ruft; 2) daß das Dekret des peruanischen souverainen Kongresses, datirt vom 10 . Februar 1325, mich ermächtigt, mir im Obcr-Kommaudo der Republik einen Substituten zu ernennen, verordne ich: 1 ) Der Großmarschall Don Andrea Santa-Cruz und die Minister sollen in der höchsten Gewalt der Republik meine Stelle vertreten. 2) Der Vize-Präsident des RatheS der Regierung soll, wenn der nöthige Fall eintritt, aus den Mitgliedern des besagten RatheS durch das Loos gewählt werden. 3) Der Präsident des Rathes wirdeinen Minister für die Departements deS Kriegs und der Marine ernennen. 4) Der Rath der Regierung wird den gesezgebcnden Körper für den Monat September des nächsten Jahres zusammen berufen. 5) Der General-Sekretär ist beauftragt, dieses Dekret allen denen mitzutheilen, die eS angeht, und es in Vollzug zu ftzen. Gegeben im General-Quartier zu Lima, den 1. September 1826 . Simon Bolivar. Das großherzoglichs Staats- und Regierungsblatt vom ly. Januar, Nr. Il, enthält folgende Dienst- nachrichtcn: Seine Königliche Hoheit der Grvßh erzog haben allergnädigst geruht, dem Garrendirektor Z ey h ec in Schwezingen den Charakterals Geheimer Hofrath, und dem Kammerjunker Grafen Klemens August v. Wald« kirch die untertänigst nachgesuchke Entlassung gnädigst zu erteilen, — den Kreisrach Duttle in Freiburg we- 103 * gen vorgerücktem Alter u. Kränklichkeit, und den Kreisrath von Dawanöin Mannheimin den Pensionsstand zu versezen. Aller höchstdieselben haben Sich unter'm 27. Nov. v. I. gnädigst bewogen gefunden, den Oberforst- merstcr von Drais in Freiburg, auf dessen eigenes Ansuchen, unter Bezeugung der höchsten Zufriedenheit mit seinen langjährigen treu geleisteten Diensten, in Pcnsionsstand zu sezen. Die Forstinspektivnen Heiters- heim, Oberried, Kenzingen und Walokirch treten durch die mit der Pensionirung des Obcrforstmeisters v. Drais verbundene Auflösung des Oberforstamts Freiburg einstweilen in das Verhältniß unmittelbarer Forstinspektioncn. Seine Königliche Hoheit haben ferner gnädigst geruht, dem Forstinspektor v. D r a r g in Waldkirch die durch Vcrsezung des Forstinspektvrs Lern auf das Fvrst- «mt Mosbach erledigte Forstinspektion HeiterSheim, mit Bestimmung des Wvhnstzes nach Frciburg, zu übertragen, — den Revierfdrster Christian Wagner von St. Georgen, in Berücksichtigung wiederholten Bittens um Verfezung auf ein Revier in der Ebene, auf das Forstrevier Aue., und den Revierförster Christian Eichrodt von Forbach auf daS Forstrevier St. Georgen zu verse- zcn, — so wie daS durch die Vcrsezung deS Revierfor- sterS Christian Eichrodt von Forbach nach St. Georgen erledigte Forstrevier Forbach dem bisherigen Forsts verseher zu Langenalb Maximilian Eichrodt, unddas Forstrevier Langenalb dem bisherigen Hvfjäger Karl Löfsel zu übertragen. Nack ordnungsmäßig erstandener Prüfung ist dem Kandidaten der Heilkunde, Eduard Franze, von Durg- scheidungen bei Naumburg an der Saale, dermalen in Königsfcid, rn Gefolge höchster Entschließung aus dem großherzogl. Staatsministerium vom 14. Dez. v. I., Nr. iüLö, die Erlaubnrß zur unbeschränkten Ausübung der Medizin, Chirurgie und Geburlshülfe in dem Groß- herzvgthum, und zwar in den beiden ersten Fächern der Heilkunde mit dem Prädikat "vorzüglich«, und in dem lezten mit dem Prädikat "gut befähigt« ertheilt worden. Nach ordnungsmäßig erstandener rigoroser Prüfung wurde nachbenannten Kandidalender Arznei-Wissenschaft die unbeschränkte Lizenz ertheilt: s) zur Ausübung der inner« Heilkunde: dem Joseph Thomann von Freiburg, mit dem Prädikat "vorzüglich« befähigt; - Johann Baptist Aä hri nger von da, mit dem Prädikat "vorzüglich« befähigt. - Joseph Starck von St. Blasien, mit dem Prädikat "gut« befähigt; - Amand Mayer von Freiburg, mit dem Prädikat "gut« befähigt; - Karl Gobüe von Bruchsal, mit dem Prädikat "hinlänglich« befähigt; dem Franz Ludwig Herr von Achern, mit dem Prädikat "hinlänglich« befähigt; - Valentin Witzel von Mannheim, mit dem Prädikat "hinlänglich« befähigt. k>) zur Ausübung der Wundarzneikunde: dem Joseph Thomann von Freiburg, mit dem Prädikat "vorzüglich« befähigt; - praktischen Arzt Eduard Jos. Seitz von Mannheim, mit dem Prädikat «vorzüglich« befähigt; - Johann Baptist Zäh ringer von Frciburg, mit dem Prädikat "gut« befähigt; - Karl Gobse von Bruchsal, mit dem Prädikat "hinlänglich« befähigt; » Valentin Witzel von Mannheim, mit dem Prädikat "hinlänglich« befähigt; und c) zur Ausübung der Geburtshülfe: dem Joseph Thomann von Freiburg, mit dem Prädikat "vorzüglich« befähigt; - praktischen Arzt Eduard Jos. Seitz von Mannheim, m>t dem Prädikat "gut« befähigt; , Johann Baptist Z ä h r i n ger'von Frciburg, mit dem Prädikat «gut« befähigt; - Karl Gobäe von Bruchsal, mit dem Prädikat "gut« befähigt; - Valentin Witzel von Mannheim, mit dem Prädikat "hinlänglich« befähigt. Nach ordnungsmäßiger strenger Prüfung ist dem praktischen Arzte Anton Kamm von Beuren, Amts Baden, die unbeschrankte Lizenz zur Ausübung der Chirurgie dun Geburtshülfe, und zwar als Wundarzt erster Klasse mit dem Prädikat "gut« und als Geburtshelfer mit dem Prädikat "hinlänglich« befähigt ertheilt worden. Theater- Anzeige. Sonntag, den 2l. Jan.: Maria Stuart's erste Gefangenschaft, historisch-romantisches Drama in 4 Akten, nach Walter Scott, von Lembcrt. Karlsruhe. sKapital-Gesuch.ß In einer benachbarten Stadt »»erden zu Anfang des Marz 2200 fl., gegen doppelte gerichtliche Versicherung, aufzunehmcn gesucht. Im Zcitungs-Kompioir das Nähere. Karlsruhe. sEichen Bau- und Nu tz b 0 1 z - Versteigerung. ^ Zufolge des genehmigten Waldwinhschafw- plans werden in den herrschaftlichen Waldungen des Auer Rk- vicrs (in dem s. g. Winkel) und Matzenrokhwaldc bis Dicntag, den 3 o. Januar, Vormittags ro Uhr. 35 schöne Bau- und Nutzholz-Eichen versteigert. Die Liebhaber mögen sich gedachten Tag und Stunde -u Rüppurr, m dem Wirthshaus zur Krone, cinfinden, von wo nuS sie in den Wald geleitet werden sollen. Karlsruhe, den 16. Jan. itt-7. GroßherzvgUches storliamt Ettlingen, v- Holzing. Vetteger und Drucker: P. Wacklet.