Karlsruher Nr. 69. Donnerstag, den 8. Februar t u n g. 1827. Baden. — Baiern. — Frankreich. — Großbritannien. — Lestreich. — Preuffen. — Rußland. — Amerika. (Columbia.) — Verschiedenes. B a. d e n. Die zweite Serienziehung für das Jahr 1827 , von dein am 8. September 1620 bei den Banquiers Ioh. Goll und Söhne in Frankfurt und S. Haber senior dahier cröffnctcn Anlehen von 5 Millonen Gulden, wird planmästg Donnerstag, den 1. März d. I, Nachmittags 3 Uhr, im landständischen Gebäude öffentlich statt finden. Karlsruhe, den 7. Febr. 1627. Großherzogl. Bad. Amortisationskasse. Baiern. Der Hauptverein zur Unterstüzung der Griechen hat Rechnung über die vom 30. September bis 51. Dezember v. I. emgegangcncn Beiträge von 22,156 st. 29/? kr. abgelegt. Mit dem Erträgnisse der frühem Liste von 46,450 st. 39 kr. erheben sich die aus Baiern eingegangenen Beiträge auf die Summevvn 70,567 st. 8'^ kr. Ueber die richtige Verwendung dieser Summe wird demnächst Hr. Eynard, alö Bevollmächtigter des Vereins, Rechnung ablegen. — In Angsburg wurden im I. 1826 755 Kinder geboren, worunter sich der vierte Theil uneheliche, nämlich 190, befanden; katholischer ScitS beträgt die Anzahl der Gebomen 446, evangelischer Seits 309 ; gestorben sind in Allem 1005 , womnier 652 Katholiken und 375 Protestanten. Ehen wnrden geschlossen 245; hierunter sind von katholischer Seite 149 und von pro- icstantischer Seite 96. Frankreich. Paris, den 4. Febr. Gestern war der Kurs der Sprozent. konsvl. zu 100 Fr. 70, 65, 60, 55, 60.Cent> — 3prozent. konsvl. 68 Fr. 40, 50, 40 Cent. — Bankaktien 1997 Fr. 50 Cent. — In den Sizungm der Deputirtenkammer vom 1. und 2. Febr. wurde der Gesezmtwurf, betreffend den Briefpost-Tarif, diskutirt. Bessder Erörterung des Art. 6, welcher den Tarif der Journale auf 5 Centimes für jedes Blatt von 30 gevierten Dezimetces (das Format des Moniteur) sestsezt, behaupteten mehrere Redner, daß dieJournalediesenTarifnicht ertragen könnten. Hierauf erwiederte der H. Finanzminister: Es ist mir leicht durch Rechnungen zu beweisen, daß man ihnen die Taxe von 5 Cent, wirklich austegen kann, ohne sie zu unterdrücken. Die Rechnungen sind einfach; ich will sie sogleich der Kammer verlegen. bin Journal, das 20,000 Abonnenten hat, zahlt jährlich für Papier und Druckkosten vom ersten tausend Exemplare, wenn eS sich der vervollkommneten Methoden bedient, 46,995 Fr. Für die andern 19,000 zahlt eS 109,440 Fr. Särnnttltche Kosten für Druck, Papier rc. belaufen sich jährlich auf 158,400 Fr. Die Stcmpelko- sten zu 6 Centimes (sie zahlen nur 5/,o Cent.) gerechnet, betragen 432,000 Fr. Zwei Centimes Pvstkosten für zwei Drittel der Abonnenten, denn täglich wird ungefähr ein Drittel der 20,000 Exemplare in Paris abgesezt; diese 2 Centimes zu allen vorhergehenden Kosten hinzu gerechnet, geben eine To- tal-Ausgabevon 666,405 Fr. Der Ertrag der Abonnements zu 72 Fr. ist 1,440,000 Fr. Es bleiben also als reiner Gewinn, von dem nur die Redaktivnskosten noch abzuziehen sind: 753,595 Franken. (Lärm zur Linken.) , Ein Journal-Eigenlhümer, der 5600 Abonnenten hat, zahlt für alle seine Kosten 456,784 Fr., und eS bleibt ihm für die Redaktion und als reiner Gewinn die Summe von 79,670 Fr. Ein Journal, daö 4000 Abonnenten hat, wirft dem Destzer für die Redaktion und als reinen Gewinn ab 56,156 Fr. ab. Endlich ein Journal, das 5000 Abonnenten hat, 16,000 Fr. Man sicht, wir wollen den Journalen durch die imGe- fezentwurf vorgeschlagens Sicmpelgebühr nicht den Gar- aus'machen, wie man es behauptet hat; sondern nur bis zu einem billigen Punkte die Staatsverwaltung am ungeheuren Gewinn der Journalbesizer Theil nehmen lassen. Will man jezt auch wissen, wie hoch sich das Kapital belaufe, das die Journal-Eigenthümer aufwenden müssen, um einen solchen Gewinn zu machen? 5000Fr. jährlichen Hauszins , 20,000 Fr. für die mechanische Presse, 7000 Fr. für die Lettern; 3000 Fr. für das kleine HauSgeräth und andere Nebenkosten : dwß, meine Herren, ist das ganze Kapital, dessen der Jvurnal-Eigenthümre bedarf, um jenen Gewinn zu macken. Doch gehen wir zu andern Erwägungen über; unb weil man uns beschuldigt, der Zirkulation der Schrif« ten Und Kenntnisse in Frankreich Abbruch thnn zu wollen, so laßt unS den» das Land betrachten, das man uns immer als Muster anführt, England. Ich selber bin einer von denen, die von dem Gedanken durckdrnnaen sind, daß wir nichls Besseres kbun können, als die Erfahrung zu studieren, die England in einer Menge vo» Verhältnissen unS dgrbietei, und sie bei den Mvdifik«^ 210 tio.irn und dem Gange unserer Institutionen zu beim- zcn. Lied' wird besonders ersprießlich seyn in dem, was die Preßfreiheit belrifft, die große Vorlheile, aber zu gleicher Aett auch große Gefahren bringt, und von der »nan sagen könnte, was einer der Weisen Griechenlands von der Zunge sagt. (Man lacht.) In England kosten die Zeitungen 14 Sous (20 kr.) das Blau. Jedes Blatt ist einer Stempelgebühr von L SouS unterworfen, und diese Auflage trägt dem m Namen der Regie« 212 ning und der Nazion, der sie angehbren, abgestattet haben. Die Vereinigten Staaken, die Kinder Großbritanniens, waren die ersten, die uns den Weg der Unabhängigkeit zeigten, und dieses Freiheits- und Tugend- Land, das den Ruhm hat, zuerst von dem großen Co- lumbuS entdeckt worden zu seyn, wird sich durch Nachahmung der Beispiele von Ruhm, Freiheit und Tugend, die es von den Vereinigten Staaten erhalt, dankbar erzeigen. Ich bitte Sie, mein Herr, das Organ meiner Gefühle und Gesinnungen bei derRegierung dieser glücklichen Nazion zu seyn, und den Wunsch Columbia's auszudrücken, mit ihr Verbindungen der engsten und aufrichtigsten Freundschaft zu unterhalten.» Verschiedenes. Der Pfarrer zu Montagano, in der Grafschaft Mo- lice, im Königreich Neapel, pflegte den Landlcuten, die zu ihm zur Leichte kamen, als Buße aufzugebeu, daß sie einen Oelbaum, oder irgend einen andern Baum, pflanzen, fleißig warten und pflegen sollten. Seine Pfarrei, die ehevor die unwirlhbarste und kahlste im Königreiche war, verwandelte sich in wenig Jahren in «inen Garten. Auszug auS den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 6. Febr. Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 7 ; 26 3. 0 , 5 ?. —10,5 G. 62 G. NO. M. 3 27 Z. 11,6?. — 3.0 G. 56 G. W. N. y; 27 3-11,9?. - 3,0 G. 60 G. NW. Meist ziemlich heiter, Vormittags drehte sich der Wiud pldzlich und kam von SW. Anzeige. Um vielseitigen, an die unterzeichnet« Buchhandlung ergangenen Anfragen zu begegnen, zeigt dieselbe hiermit an, daß sie den zweiten Subscriptionspreis sei 12 fl. der in ihrem Verlage erschienenen Vollständigen Sammlung der Greßherz 0 gl. Bad. Regierungsblätter von 1605 — 1625 nebst einem alphabetischen Sach - u. Nanunsregister «och auf unbestimmte Zeit fonbestchen lasse. Der Preis des Namensverzeichnisses sämmtlicher Gkvß- herzogl. Slaarsdiener bleibt wie bisher 2 fl. Karlsruhe, im Februar 1827 . D. N. Marx'sche Buchhandlung. Karlsruhe. (Eichen Stammholz. Versteigerung, i Hoher Genehmigung des Großherzogl. hochlöblichen Kreisdircktoriums zufolge wird man hrs Dienstag, dci: > 5 . Febr., in dem Auerbachcr Gemeuidswatde 3 o Stämme Eichen als Bau - und Nutzholz öffentlich versteigern. Die Liebhaber wolle» sich im Wirihshause zum Hirsch in Auerbach einstnden, von wo aus sie in den Wald geführt werde» sollen. Karlsruhe, den 6. Febr. 1827. Großherzogtlches Forflamt Ettlingen, v. Holzing. Karlsruhe. (Eichen L> tammh 0 lz - Versteigerung.^ Des genehmigte» Waldwirthschaftsplans zufolge werben bis Mittwoch, den »4. d. M., früh Uhr, in dem Weücmer Gemeindswalde 60 Stämme Eichen, welche sich zu Holländer Bau, und Nutzholz eignen, öffentlich vcr- steigerl werden. Die Zusammenkunft ist zu Weiler, MsrzenS g Uhr, im Wirthehaus zum Großherzog. Karlsruhe, den 6. Febr. 1827. Großherzogliches Forstamt Ettlingen- v. H 0 izing. Karlsruhe. (Eichen S ta m m h 0 Iz - Ve r st c i g e- rungss In Gemäöhcit hoher Genehmigung des Großherzogi. hochlöblichen KreisdirektoriiimS werben in dem Reichenbacher Gemcindswalde bis Donnerstag, den iS. d. M.. 36 Stämme Eichen, welche sich zu Bau- und Nutzholz quall- fiziren, öffcnt.ich versteigert werden. Die Liebhaber wollen sich vorgedachten Tag, früh 9 Uhr, in dem Wlnhshanse zur Krone einstnden, von wo aus man sie in den Wald leiten wird. Karlsruhe, de» 6 Febr. ,827. Großherzogliches Forstamt Ettlingen, v. Holzing. Gengenbach. (Schutben-Liquidation. ss Gegen das verschuldete Vermögen des Jakod Flach von H.ü- gerach wurde Gaue erkannt, und zur Schuldknliquidütion Tagsahrr auf Freitag, den 2. März d. I , früh 6 Uhr, auf diesseitiger Awiskanzlei fesigcsczt, wozu die etwaigen Gläubiger aufgefordert werden, ihre Forderungen oder sonstigen Ansprüche an denselben, uiuer Vorlage der Beweisurknnden, aa benanntem Lage onzumelden, richtig zu stellen, auch ihre etwaigen Vorzugsrechte zu dokumenliren, bei Strafe des Ausschlusses von der Masse Gengenbach, den So. Jan. 1827. Großherzogliches Bezirksamt. Bo ssi. Boxberg. sLdiktallablingJ Johan Hörner >on Schweigern, der sich vor 6 Jahren als Nagelschmidtsge- cll auf die Wanderschaft begeben, und seiihcr keine Nachricht >on sich gegeben hak, oder dessen Leibeserbcu, werden «»durch iufgcfordert, binnen Jahresfrist ich zur Empfangnahme des angefallcnen Vermögens dahier »melden, widrigenfalls dasselbe de» nächsten Anverwandten, >egcn Sicherheitsleistung, ausgefolgt werden wird. Boxbcrg, den 20. Ja». 1827. Wi - s10 ch. (Obst- Stämm »en zu verkaufe „I Bei Franz Koch in Wieöloeh sind niedrere tausend Apfel-, Birnen-, Nuß-, Kirschen - und Zwetschgcn-Siänimchcn in billigen Preisen zu haben- Dll!k-er M Drucker; P. Mstcklsi.