Karlsruher e i Nr. 58. Dienstag, den 27. Februar t u n g. 1827. Baier». — Frankreich. — Großbritannien. — Italien. (Kirchenstaat. Königreich beider Sizilien. Lomb. Venet. Königreich.) — Niederlande. — Qestreich. — Preussen. — Rußland. — Spanien. — Schweiz. — Türkei. — Amerika. (Brasilien.) B a i e r n. Se. Maj. haben auf nächsten Sommer die Errichtung eines Lagers zwischen München und Augsburg befohlen. Hierauf lassen Allerhbchstdieselben sich zu Regenöburg krönen. Fr a n kr e ich. Paris, den 24- Febr. Gestern war !dcr Kurs der Sprozent. konsol. zu 101 Fr. 30, 40, 35 Cent. — Zprvzent. konsol. 69 Fr. 10, 15, 20, 15, 10 Cent. — Bankaktien 1965 Fr. — Im I. 18H sind aus den französischen Druckereien 13,451,713 Druckbogen über die verschiedenen wissenschaftlichen Fächer hervvrgegangen; im I. iL25 war die Anzahl bis auf 128,010,485 Bogen gestiegen; die Anzahl von 1626 war nvck um ein Zehntel stärker, den Land zu 12 Logen, 11,657,317 Lände anSmachend. — Das Leichenbegängniß des H. von Caulaincomt, Herzogs von Vicenza, hat am 21. d. statt gehabt. Der H. Graf Dar» und der H. Marschall Herzog von Dalmatien haben Reden am Grabe gehalten. — Am 22. wurde H. von Maubreuil, auf sein Begehren, aus la Force in die Conciergerie gebracht. Am 24. wird er vor dem Aucht-Polizeigericht (6tc Kammer) erscheinen. — Die Etvile sagt: Briefe, die wir so eben (am 22. Febr., Nachmittags Z Uhr) erhalten, melden unö, daß die portugiesischen Insurgenten, von den Truppen der Regentschaft lebhaft verfolgt, am 5. bei den Brücken von Prado und Barea geschlagen wurden, und in den Händen ihrer Gegner eine große Anzahl Gefangene mit mehreren Kanonen ließen. — Die Etvile vom 24. Febr. zahlt unter die Tageslügen folgende Nachricht des Memorial bvrdelaiö: "Briefe aus Badajoz enthalten eins umständliche Schilderung der Schlacht, die zu Tvrre de Mvncorbo (TraS os MonteS) zwischen den Royalisten und den Truppen der Regentschaft geliefert wurde, und worin die leztern fast ihre ganze Artillerie sollen verloren haben. "Man glaubt, die Royalisten werden am 5. oder 6. in Oporto eingerückt seyn.» Großbritannien. In der Sizung der Kammer der Gemeinen vom 19. Febr. hat der Kriegsminister, Lord Palmerston, die Schädlingen der Armee vvrgelegt. Er begehrte für den Dienst, im I- 1827, 36,305 Mann , die Offiziere mit einbegriffen , und 5,155,596 Pf. Sterl. für ihren Unterhalt. Wir gebräuchlich sind die Truppen des Königs, welche in Ostindien dienen, nicht in die Schäzungen einbegriffen, weil die vstindische Kompagnie sie unterhält; sie sind ungefähr 30,000 Mann stark. — Auf dem großen Viehmarkt zu Smithfield wurden im vorigen Jahre 159,822 Ochsen und Kälber und 1,486,559 Sckaafe verkauft. — Es heißt, H. Humphry Davy, der nach Corfu gereist ist, werde seine Stelle als Präsident der kdnigl. Gesellschaft der Wissenschaften niederlegen. — Die Wittwe des berühmten Weltumseglers Cook lebt noch in voller Gesundheit in Clapham. — Seitdem die brittisch-westindischen Kolonien den nordamerikanischen Schiffen geschlossen sind, senden diese viele ihrer Produkte nach Karthagena (Columbia) in Depot, um von da in briltischen oder andern Schiffen nach Jamaika verführt zu werden. London, den 19. Febr. LordLiverpool ist am 17-, während er frühstückte, vom Schlage gerührt worden. Er war allein, und da seine Dienerschaft sich wunderte, daß er niemand rief, um abzutragen, so wurde endlich nachgesehen, und man fand ihn bewußtlos auf dem Boden liegen. Zum Glück war sein gewöhnlicher Arzt, H. Doktor Drevcr, gerade in Fife-House (der Wohnung des LvrdS), und kam ihm sogleich zu Hülse; auch ließ er noch zwei Aerzte, die HH. Henri Alford und Astley Cooper rufen. ES wurde Sr. Herr!, zu Ader gelassen; auch sezts man Blutigel; allein der Lord blieb bis zum 18-, Nachmittags 4 Uhr, ohne ein einziges Wort hervorbringcn zn können. Die ganze rechte Seile Sr. H. ist gelähmt. Es ist gar keine Wahrscheinlichkeit für die Wiedergenesung des edlen Grafen vorhanden, welcher erst in seinem 57- Jahre (geboren den 7. Juni 1770) ist. Als Nachfolger dcS Lord Liverpool im Ministerium bezeichnet man Hrn. Peel, den Herzog von Wellington, Lord Konowby, und hauptsächlich H. Cauning. Wenn man die öffentliche Meinung zu Rathe zöge, so würde dieser die Stelle des Grafen von Liverpool erhalten, und Premierminister werden; allein man glaubt, er werde auf große Hindernisse stoßen. Gewiß ist, daß die englische Regierung gegenwärtig, sowohl in Rücksicht auf die innern als auswärtigen Angelegenheiten, in eineo zu ernsthaften Lage sich befindet, als daß sie lange ohne Organe im Unter - und Oberhause des Parlaments blei, bcn könnte. Kein Minister hat vielleicht jemals in England einer so allgemeinen persönlichen Achtung genossen, wie 310 Lord Liverpool, selbst unter den Gegnern feines politischen Systems. Man spricht von der Ernennung des Lord Granville (Botschafters in Paris) zu der Stelle eines General, Gouverneurs in Ostindien. — Man lieSt in den Times vom 21. Febr. : "Wir haben keine Nachricht von Bedeutung in Bezug auf die so wichtige Krisis deö Augenblicks zu geben. Lord Liverpool ist immer in einem Zustande, die keine andere Hoffnung erlaubt, als die, zu glauben, daß er nicht leidet. Hrn. CanningS Wiedergenefung macht schnelle Fortschritte, und die Veränderungen, die rm Ministe- ilnm statt haben sollen, sind der Gegenstand aller Gespräche. Keiner von den wirklichen Ministern kann wohl, wie wir schongesrern gesagt haben, über den Hrn. Cannlng gcsezt werden. Möglich ist's, daß H. Robinson daS Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten übernimmt und zur Pairswärde befördert wird; allein wer wird ihn als Kanzler der Schazkammer ersezen? und das neue Mitglied des Ministeriums wird es ein Anhänger der Eman, cipation der Katholiken» oder dieser Maöregel entgegen seyn? Wenn H. Canning erster Minister wird, und einen neuen Minister zuläßt, der seine eigenen Ansich« ten in Betreff dieser Emancipation nicht theilt, alsdann wird man nicht mehr an die Aufrichtigkeit der Er, klärungen glauben, die H. Canning hierüber gegeben hat. "Der Globe meldet: Das Steigen der englischen Staatspapiere rühre von der Nachricht her, "die sich in der City verbreite, daß H. Canning die Stelle des Lord Liverpool erhalten und zugleich auch Minister der auswärtigen Angelegenheiten bleiben würde. London, den 21. Febr. (Durch ausserordentliche Gelegenheit. ES macht uns Vergnügen melden zu können , daß der Graf von Liverpool verflossene Nacht gut geschlafen hat. Der Graf befindet sich wirklich wohl genug, um vollkommen Alles zu verstehen, was man ihm sagt. (Globe and Traveller) Eine Berathschlagung vvn Aerzten hat Heute Mittags zu Fife-Hausestatt gehabt. Sir Henri Halford, SirAstley Cooper und der Doktor Drever haben ihr beigewohnt. Man verkündigte über den Zustand des Grafen vvn Liverpool folgendes Bulletin: "Se. Herrl. hatte eine gute Nacht und befindet sich heute ein wenig (rallwr) besser.« — Die heute in Downing-Street erhaltenen Nachrichten, betreffend die Gesundheit des H. Canning, sind noch günstiger als diejenigen, die man bisher erhalten hat. (Globe and Traveller.) Italien. (Kirchenstaat.) Rom, den 17. Febr. Die Akademia Tiberina hielt SM 1. d. dahier ihre gewöhnliche Sizung. Die berühmte Improvisatrice, Rosa Taddei, improvisirte bei dieser Gelegenheit zwei GedichteCanova's Zusammentreffen mit Michel Angelo im Elisium, und den Sturz der Gi, ganten, mit ungemeinem Beifalle. — Am 4. nahm Fräulein Karoline Haim, eine junge Deutsche, im Kloster St. Bernhard von Siena den Schleier unter dem Namen der Schwester Maria Seraphi, na. Der Kardinal Zurla hielt bei dieser Gelegenheit eine sehr rührende und tief erschütternde Rede. — Am 11. und 12. d. kamen zwei Bataillone des öst- reichischen Regiments Erzherzog Franz Karl zu Rom an, und sezten (nachdem sie den Geburtstag ihres erlauchten Souverainö in der Kirche S. Maria dell' Anima, deutscher Nazivn, mit einem Tedeum gefeiert, und auf dem Belvedere-Plaze unweit der St. Pelerskirche, von dem Kardinal della Somaglia aus speziellem Aufträge Sr. Heil, den päpstlichen Segen erhalten hatten) am 15. und 15. d. ihren Marsch weiter fort. (Königreich beider Sizilien.) Von Neapel gieng gegen den y. Febr. das Regiment Kaiser Alexander auf 16 Tansportschrffen, und die Spitäler, das Gepäck ic. auf 10 andern Schiffen, nach den dalmatischen Häfen unter Segel. (Lombardo-Venetianisches Königreich.) Der diesjährige Carneval zu Venedig ist nicht sehr lustig. Die einzige Maskerade, welche Aufmerksamkeit erregte, war ein Zug von Fröschen, Karpfen, Stören, Lampretten und Hechten. Alle diese Masken saßen auf prächtigen Pferden, und zogen verschiedene Male durch die Stadt. Ihre Anzüge waren über alle Beschreibung glänzend; so bestanden z. B. die beiden Augen der Grä, sin Grimaldi, die als Karpfe maskirt war, aus zwei Diamanten, wohl 40,000 Thlr. an Werth. Im Gedränge wurde ihr ein Auge ausgekrazt. Dieß war auch der einzige Unfall, der sich ereignete. Die PvlichinelleS trieben wenig Unfug. Niederlande. Brüssel, den 20. Febr. Man hegt neuerdings Hoffnungen über den Erfolg der zur Absckließung eines Konkordates angeknüpften Unterhandlungen. Privatnachrichten aus Rom, die aus guter Quelle kommen, versichern, daß man bald einen glücklichen Ausgang der, selben vernehmen werde. — Nach den leztcn Berichten sollte der Waterloo am ü. d. von Helgoland nach Cuxhafen unter Segel gehen, um sein Mastwerk wieder in Stand zu sezen, und dann nach unferm Lande zurückzukehren. O e st r e i ch. Wien, den 21. Febr. MetalliqueS LLX» Bank, aktien 1066. — Se. k. k. Hoh. der Erzherzog Johann, jedes De, streben in Wissenschaft und Kunst, das dem Vaterlande zum Nuzen und zur Ehre gereicht, mit hoher K-nncrein, sicht würdigend, geruhten den 12. d. M. die "Numm«, 311 rirungS-, Kontroll- u. Geheim-Bezeichnungs-Maschine, des Freiherrn von Schwaben, Rechnungs-Offizialen der k. k. Staatskredits- und Zenkral-Hofbuchhaltung, zu be, sichtigen, und dein Erfinder die höchste Zufriedenheit mit derselben ln den beifälligsten Ausdrücken zu erkennen zu geben. Diese aus mathematischer Berechnung hervvr- aegangene, und nach den Gefezen der Natur mit der Mechanik schwesterlich vereinte Erfindung erscheint geeignet, durch ihre Verwendung unberechenbare Vorthelle zu gewähren, indem mit Maschinen dieser Art alle Papiere von Wichtigkeit, entweder mit Ziffern, oder mit Worten allein , oder aber mit beiden höchst sinnreich verbunden, stets arithmetisch und orthographisch richtig und schnell, nicht allein "nummerirt«, sondern sogar Stück für Stück mit immer neuen, sich nie wiederholenden, deshalb unerfvrschlich geheimen Zeichen versehen, folglich vor aller Verfälschung, d. i. Nachahmung, die nicht gleich zu erkennen wäre, geschüzt werden können. Da auf diese Art auch eine untrügliche Kontrolle erzielt wird, so kann die Anwendung dieser Maschine bei einem oder dem andern Gefälle eines Staates vom größten Nu- zen seyn. Trieft, den 19- Febr. Durch ei» in 21 Tagen auS Alexandrien angelangtes Schiff erfährt man, daß die ganze ägyptische Flotte von Morca und Suda glücklich daselbst eingelaufen war: zwei Brigg von derselben kreuzten zwischen Alexandrien und Candia gegen die Korsaren. Das wohlbefestigte, in den Händen der Griechen befindliche Carabusa ist noch immer der Hauptsiz der Piraten, von deren Deraubungen man täglich hört. P r e u s s e n. — Die Anwesenheit der russischen Militärs, die bekanntlich nach Berlin geschickt worden, um die preusfi« scke Taktik zu studiren, erfüllt eines jeden Preuffen Brust mit gerechtem Stolze, weil dadurch zugleich un« ferm Kriegsruhme von Seiten einer Nazion gehuldigt wird, die der Lorbeeren so viele bereits geärntet. Ueber- dieß zeichnen sich diese Militärs durch einen hohen Grad gesellschaftlicher Bildung aus, so daß man sich in allen Zirkeln, die sie besuchen, becifert, ihnen die den Berlinern eigenthümliche gastfreundliche Aufnahme mit der größten Zuvorkommenheit zu erweisen. — Preusien hat mit dem Freistaate Mexiko einen Handelsvertrag abgeschlossen; er besteht aus einem einzigen Artikel, der vollkommene Gegenseitigkeit und die nämlichen Bewilligungen , wie die am meisten begünstigten Nazionen genieße», festsezt. (Franks. O. P. A. Ztg.) Halle, den 17. Febr. Die Zahl unserer Studiren« den betrug bei dem Schluß deS vorigen Jahres 1103. «Inter diesen widmen sich 769 der Theologie und Philologie, 203 den Rechten, 82 den medizinischen, 59 den philosophischen und mathematischen Wissenschaften. Das theologische Seminar hat seit Michaelis eine neue Organisation erhalten, und steht unter der Leitung der Professoren Wegscheider, Gesenius, Thilo, Tholuck, Wagnitz und Marks. Das p ädag og isch e Seminar leiten fortwährend die HH. Niemeyer und Jacobs. Die Sternwarte unter Professor Rosenberger hat eine reiche Ausstattung an neuen Instrumenten zu erwarten. Die Bibliothek ist durch ein ansehnliches Vermächtniß des Geheimen Raths La Mothe in Berlin bedeutend vermehrt. Die Stadt hat durch die Thätigkeit eines Mitbürgers ein russisches Bad erhalten, das viel besucht wird. — Wir sehen in diesen, Jahre einem doppelten Jubiläum entgegen, deS Senior» der theologischen Fakultät Kanzler Niemeyer, am 16. April, und des Seniors deS geistlichen Ministeriums, des Professors Wagnitz, im Juni. Rußland. Petersburg, den 31. Jan. In der vorlezten Woche haben Ihre kais. Majestäten , die seit Ihrer Rückkehr auö Moskau Ihren eigenen, Anitschkowschen Palast bewohnten, den Winterpalast, und zwar das obere Stockwerk der nach der Reichsadmiralität und dem Newastrom zugewandten Seite bezogen. Es ist dieselbe Seite, deren ersten Stock der Kaiser Alexander und die Kaiserin Elisabeth einst bewohnten. Die von Ihren jezt- regierenden Majestäten bewohnten Gemächer, im dritten Stock, wurden im vergangenen Sommer auf's Kostbarste hergestellt; sie gewähren ihrer bedeutenden Höhe und freien Lage wegen eine unvergleichlich herrliche Aussicht auf eine» großen Theil unserer prachtvollen Kaiserstadt und den majestätischen Strom, der gerade hier mit der gegenüber liegenden neuen Börse daS Bildeines überaus gewühlvvllen Lebens darbietet. — Der Kaiser hat unsrer Akademie der Wissenschaften zur Ausschmückung ihres neuen Konferenzsaales die Bildnisse der Kaiserinnen Elisabeth und Katharina H., so wie des Kaisers Paul, in Lebensgröße geschenkt. — Nach einer dreiwöchentlichen unansgesezten un- strengen Kälte zwischen 12 und 15 Graden Reaumur, ist seit ehegestcrn wieder sehr milde Witterung eingetreten. Zu den unfern dießjährigen Winter auözeichnenden Eigenschaften gehört eine unglaubliche Schneemasse, die täglich noch anwächst. Den io. Febr. Gestern wurde hier das Geburtsfest Sr. kaiserl. Hoh. deS Großfürsten Michael auf's Festlichste begangen. — Die Universität Dorpat hat aus dem Reichs-Bau- kapital 55,000 Rubel zum Ausbau und zur Vergrößerung ihres anatomischen Gebäudes erhalten. — Im Jahr 1626 betrugen die sämmllichen Zolleinkünfte des Peteröburgischen Handels 31,969,364 Rubel. Spanien. In der Nacht vom 10. Februar hat zu Barcellona ei» so schrecklicher Orkan gewütet, daß über 40 Schiffe im Hafen untergegangen sind; der Verlust ist ausserordentlich groß; auch sind über 100 Menschen umgekomme». 312 Schweiz. Briefe aus Neuchatel versichern, daß der Thermometer am 10. Febr. in La Chaux-de-Fond auf 21, in Loele auf 22, und in La Brevine auf 25 Grad gestanden habe, und mehrere Personen in diesen Bezirken erfroren wären. Türkei. Die allgemeine Zeitung vom 25. Febr. enthält folgenden Artikel: Odesfa, den 10. Febr. Nachrichten aus Konstan- tiuvpel vom 50. Jan. zufolge, scheinen die Gesandten der Höfe von Paris, Wien und Berlin Instruktionen «»halten zu haben, nach welchen sie an den Unterhandlungen, welche in Folge des Petersburger Konferenz- Protokolls vom 4- April 1826 zwischen dem Grafen Nesselrode und dem Herzog von Wellington, zur Pazifika- tion Griechenlands in Konstantinopel eingekeitet werden sollen, vor der Hand nicht Theil zu nehmen haben. Der französische Botschafter, Graf Euilleminot, und der preussische Geschäftsträger, Freiherr v. Miltitz, sollen jedoch schon früher einige, diesem Protokolle sich annähernde Ansichten dem Reis-Effendi mitgetheilt haben. Wie dem auch sey, vor der Hand werden die Anträge zu Gunsten der Griechen nur durch die HH. v. Niveau- pierrc und Stralfvrd Canning eingeleitet werden, und da die griechischen Angelegenheiten in Livadrcn eine etwas günstigere Wendung genommen haben, so darf man an einem erwünschten Resultat nicht ganz verzweifeln. — In Konstantinopel dauerten übrigens die Hinrichtungen und Verbannungen fort. Am e r i k a. (Brasilien.) Am 21. Februar erhielt man zu London folgende Nachricht a»s Rio Janeiro, datirt vom 1» Dez. 1626: Die brasilianische Flotte, bestehend ausdem Don Pedro von 74 Kanonen, der neuen Fregatte und einem Kriegssloop, nebst Mehrern Transportschiffen und 2000 Mann Landungstruppen, ist aus Rio-Grande, mitdcm Kaiser an Bord, unter Segel gegangen. Die Flotte der vereinigten Staaten am Rio de la Plata besteht auS der Fregatte, der Mazedonier, der Korvette Cyane, und dem Kriegsslvop Boston. Die Truppen deS Kaisers und jene von Buenos-Ayres stehen kon- zentrirt am Rio-Grande, und man erwartete die Feindseligkeiten beginnen zu sehen. Der Platastrvm wird von 6o Segeln blokirt, so daß er allen Schiffen verschlossen ist. Die Armee von Buenos-Ayres ist, wie man versichert, 12,000 Mann stark, die fremde Legion (500 Mann) mit einbegriffen. Der brasilische Kriegsslvop Genteel American, von 20 Kanonen, ist am 29. Sept., in Folge eines Sturms, «ntergegangen, und andere Schiffs sind gestrandet. (Courier.) Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 25. Febr. Barometer Therm. Hygr. M. 8 28 Z. 0.0 L. — 5,5G. 64 G. M. 2f 26Z. 1,1 L. ff 1,5 G. 56 G. N. y; 23Z. 2,9 L. 0,0 G. 62 G. Rauher Wind, sonst anhaltend heiter. Todes'Anzeige. Die Wittwe Katharina Süß, geb. Gräber, Hebamme dahier, starb den 24. d., in einem Aller von Zy Jahren, an den Folgen einer Brustcntzündung. Sie hinterläßt vier unversorgte, nun ganz verwaiste Söhne, welche, unter Dankbezeugung für das der Verewigten bewiesene Zutrauen und Güte, zu geneigtem Wohlwollen empfohlen werden. Karlsruhe, den 26. Febr. 1827. Die Anverwandten. Bekanntmachung. Mittwoch, den 4. April 1827, findet die Hauptziehung der großen Lotterie der HerrschaftNeumarktl im Königreiche Jllyrien, und die PrLmienziehung der blauen Gratis-Gewinnstloose unabänderlich statt. ES werden ausgespielt und den Gewinnern sogleich nach der Ziehung ganz schuldenfrei übergeben, oder ihnen, wenn sie es vorziehen sollten, die beigefügten Ablösungssummen baar ausbezahlt, als: 1) Die große Herrschaft Neumarktl, oder als Ablösungssumme 350,000 fl. W. W. 2) Der große Eisenhammer in Neumarktl, oder als Ablösungssumme 80,000 fl. W. W. Mit diesem Spiele find, nebst den bedeutenden Neali- tätentreffera, noch sehr große Geldgewinnste von 20,000, 10,000, und so abwärts bis 20 fl. W. W., dann 4000 Gewinnst« für die 4000 Stück blau abgedrucklen Gratis- Gewinnstloose von 1200 Dukaten abwärts bis 4 fl. K. M. verbunden; diese Ziehung enthalt in Allem 6411 Treffer, im Gcsammtdetcage von 581,785 fl» W. W. in baarem Gelbe. Ein jedes blaue Gratis Gewinnstloos muß einen Treffer von 1200 Stück k. k. Dukaten in Golde abwärts bis 4 fl. K. M. erhalten, und spielt überdies auf alle Haupc- «nd Nebentreffer mit. 3L3 Wer zwölf Stück Loose auf ein Mol gegen baare Be» Zahlung abnimmt, erhält ein blaues Gratis-Gewinnstloos, und noch überdies ein schwarzes Fceiloos, beide unentgeld- lich, und zwar in so lange, als die hiezu bestimmte kleine Anzahl von 4000 Stück nicht vergriffen skyn wird. Jedes Loos kann drei Mal, und wenn es ein Gras tis-Gewinnstloos ist, vier Mal gewinnen. Das Loos kostet 12'^ fl. W. W. Eine Vermehrung der Gratis-Gewinnstloose findet in feinem Falle statt. Besondere Vortheile der blauen Gratis- Gewinnstloose. 1) muß ein jedes blaue Gratis-Gewinnstloos ohne Ausnahme, bei der so kleinen Anzahl von 4000 Stück, wodurch die Wahrscheinlichkeit des Gewinnens der höher» Treffer so bedeutend erhöbt wird, einen Treffer von 1200 Stück k. k. Dukaten, 400 Dukaten, 150 Dukaten, und so abwärts bis 4 fl. K. M. oder 10 fl. W. W sicher gewinnen; von einem Thcile dieser blauen Gralis-Gewinnst- loose aber muß jedes (da die Nummern der blauen Gratis-Gewinnstloose aus der Gesammkzahl aller Loose ausgeschieden sind) als Vor- oder Nachlreffer, in der Haupl- ziehung, noch insbesondere wenigstens 2o fl. W. W., demnach mindestens Zo fl. W. W, gewinnen; ferner aber spielt 2) jedes blaue Gratis-Gewinstsloos, so wie jedes andere Loos, in der Hauplziehung auf alle Realitätentreffer und Geldgewinnste mit. Z) Wer 12 Stück schwarze Loose auf ein Mal gegen baar, Bezahlung von 62 fl. K. M., oder iZo fl. W. W. abnimmt, erhält planmäßig ein blaues Gratis. G.winnst- loos, und ein schwarzes, mit rolhem Stempel versehenes Fceiloos, beide unentgeldlich ; man spielt daher mit 14 Stück Loosen (da ein jedes blaue L00S in der Prämienziehung wenigstens 4 fl. Ä. M. oder 10 fl. W. W. gewinnen muß) um 5d fl. K. M. oder 140 fl. W. W. in der Hauptziehung auf alle Realitäten - und Nebentreffer mit, folglich ein einzelnes Loos für die Hauptziehung nur auf 4 fl. K. M. oder 10 fl. W. W. zu stehen kommt; eS ist demnach das Vortheilhafkeste, wenn mehrere Spiellustige zusammen treten, um durch Abnahme von 12 Stück Loosen dieser besondrrn Begünstigung theichaftig zu werden. Wien, den n. Febr. 1827. M. Lackenbachec u. Komp. Loose zu vorstehender Lotterie sind zu haben bei Karl Posselt, Waldhornstraße Nr. 21 in Karlsruhe. Literarische Anzeigen. So eben ist erschienen, und in Karlsruhe bei Braun zu haben: Wagner, Adolf, Lehrbuch der italienischen Sprache, zum Selbstunterricht und für höhere Schulen. Zweite unveränderte Auflage, gr. 8 . Geh. 2 fl. 42 kr. Die Vorzüge, wodurch sich diese Sprachlehre vor andern auszeichnet, sind seit Erscheinung der ersten Auflage so sehr anerkannt worden, daß wir einer Auseinanderse- tzung derselben überhoben sind. Wir begnügen uns daher, zu erinnern, daß diese Sprachlehre gedrängt, wie sich schon auS dem Jnhaltsverzeichniß ergiebt, Gegenstände ab- handelt und bearbeitet, welche in allen übrigen Gramatiken, deren Werth übrigens auf sich beruhen mag, selbst in der Fernowschen, entweder ganz unberührt bleiben, oder doch minder befriedigend behandelt werden. Leichte Uebersicht, Gründlichkeit, Reichthum des Stof» fes bei Gedrängtheit der Form, tiefe Kennlniß beider Sprachen und das große Talent, dem Lernenden auch das Schwerste leicht zu machen, sind Eigenschaften, welche das Buch zum ersten seiner Art erheben, und der Erfolg, wie die Kritik rechtfertigen den eigenthümlichen Weg, welchen der Verfasser bei der Abfassung eingcschlagen hat. Leipzig, im November 1826. Weygandsche Buchhandlung. Bei CH. G. Kayser in Leipzig erscheint auf Subscription : Eine sorgfältig geordnete splendide Ausgabe des Vater Unsers für Christen höherer Bildung (Stande) Der Subscriplionspreis dieser Ausgabe mit lateinischen Lettern auf Velinpapier gedruckt und einem schönen Titel- kupfer, ein Band 30 Bogen, ist auf Z fl. zü kr. festgesetzt. Die D. R Marx'sche Buchhandlung in Karlsruhe und Baden nimmt hierauf Subscriprion an, woselbst auch ein Prvbeblatt gratis zu haben ist. Geschichte des deutschen Forst- und Jagd-Wesens. Von I)r. Ernst Moritz Schilling. Die Geschichte des deutschen Forst- und Jagdwesens wird, so wie sie hier dargestellt werden soll, entfernt von einer trockenen, einzelne Begebenheiten oder besondere Rechts, fälle aufzählenden Weitläufigkeit, so wie von einer mit blo- sen Uebersichken angefüllten Kürze, ein längst gefühltes Be- dürfniß befriedigen, und als deutsches Nationalwerk zu de, trachten seyn. Mit der Geschichte der Forsten ist die der Jagd, des Vogelfanges, der Waldbienen und der Fischerei verbunden. Z14 Das ganze, in zwei Bänden, jeder zu SZ —zo Bogen, bestehende Werk soll spätestens zu Ostern 1828 erscheinen. Der SubscriptionspreiS ist 6 fl., und bleibt bis zu Erscheinung des Ganzen offen; der Ladenpreis wird wenigstens um die Halste erhöht. Der ausführlichere Pro- spektus ist in untenstehender Buchhandlung zu haben. Leipzig, Monat Januar 1827. I),. E. M. Schilling. Jvh. Ambr. Barth. Liebhaber im Großherzogthum Baden wenden sich mit Bestellungen an Karl GrooS neue akadmische Buchhandlung in Heidelberg. Karlsruhe, sAnzeige.) Wegen besonderer Zufriedenheit, von einer wcrrhen Bürger-Gesellschaft ausgesordcrt, werbe ich Mittwoch, den 7. künftigen Monats, den 3 ten und lejten Ball für diesen Winter halten. Ich lade meine verehrlichen Gönner und Freunde hiemit dbfitchli ein, und ersuche dieselben, sich während dieser Zeit bet mir zu melden Karlsruhe, den 2S. Febr. 18,7. Doll et sch eck Wittwe, Gastgeberin zum reihen HauS. Karlsruhe. lAn zeige.) Farbiger Kloster-, Braban- 1er- und weißer Strangfaden, sodann farbig und weiß englisch Nähgarn, von vorzüglichen Qualitäten und zu den billigsten Preisen, sind zu haben bei Samson Herrmann. Durlach. sAnztige.) Fichiensaamen, mit und ohne Flügel, so wie auch ewigen und dreiblättrigen Kleesaamen, ha« der Unterzeichnete zu billigen Preisen in Kommission zu Verkaufen. Friedrich Weysser. D u r l ach. s A nze k ge. ) Der Unterzeichnete macht einem verehrlichen Publikum die ergebenste Anzeige, daß er für mehrere Gebäude solide gefertigte Schlofferarbeit vorräthig hat, sich auch zu besonder» Aufträge» dergleichen Arbeit, nach je- dem Verlangen, aus das beste empfiehlt; mit dem Anfügen, daß er die billigsten Preise macht, bemerkt er zugleich, daß er auch das Anschlägen der gefertigten Arbeiten in Gebäuden auf 6 bis 8 Stunden im Umkreise übernimmt. Durlach, den s 3 . Febr. 1827. Jakob Langenbach, Schlvssermeister. Karlsruhe. sDienst-Gesuch.) Ein rezipirler Scribent, der schon geraume Zeit in Domainenvcrwaltungen gearbeitet hat, und vorzügliche Attestate besitzt, wünscht auf den , Juli d. wo möglich in der Nähe von Karlsruhe, Nähere Auskunft ertheilt das Zitrine Stelle zu erhalten lUngS-Kowptoir. Karlsruhe. sWirthschftS-Bestandbegebung.) Auf den - 5 . Oktober ,827 geht der seitherige WirlhschaftS- Bestand in dem Museum zu Ende. Diejenigen, welche solchen zu übernehmen geneigt sind, können die nähern Bedingungen und Verhältnisse bei Herrn Kaufmann Glöckler dahier erfahren. Karlsruhe, den 5 . Febr. »827. Die MuseumS-Kommisston. Karlsruhe, s HS use r-V er st e i g er un g.) In Gemäßheit des Beschlusses Großherzogl. Stadtanus vom 7. d. M-, Nr , 853 , werden die der Elkan ReutUn ger'schm Wittwe gehörigen zwei Häuser: ») ein dreigöckigtes Haus in her langen Straße, einseits neben RathSverwandten Bayer und anderseits neben Deist Reutlinger« Wittwe gelegen, mit Nr. 38 he« zeichnet, r) ein breistöckigtes Haus in der Waldhornßraße, einseit« neben Herrn Gebeimen Rath v. Gailing und anderseits neben Herrn SlaatSrath v. W ech m a r gelegen, mit Nr. g bezeichnet, nochmals den 10. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, auf diesseitigem Bureau, auf Steigerung gesetzt; wovon die Stcigeruiigölikbhaber mit dem Bemerken hiemit in Kenntniß gesetzt werden, daß auf das Haus in der langen Straße ,5 goo fl., und auf jenes in der Waldhvrnstraße ,s,ioo fl. bereits geboten, und daß bei dieser Steigerung, aus annehmliche Gebote, der definitive Zuschlag erfolgen werde. Karlsruhe, den 20. Febr. ,827. Großherzogliches SladtamtSrevisorat. K e r l e r. Neckarbisch ofsheim. sBaiiakkord-Verstekge- rung.) Samstag, den 3 . März d. I., Vormittags 9 Uhr, wird auf der Amiskanzlei dahier die Erbauung eines neuen SchulhauseS dahier an die Weiiigstnehmendc» begeben. Bau- verständige werden andurch hiezu cingeladen, und bemerkt, daß Plan und Ueberschlag bis zur Tagfahrt auf diesseitiger Kanzlei cingeschen werden können. Auswärtige müssen sich mit VermögenSzeugniffen versehen; die nähern Bedingungen werden bei der Versteigerung selbst bekannt gemacht. Mit dieser Versteigerung wird zugleich die Begebung des alten Schul- hauseS an den Meistbietenden versucht. Neckarbischoffsheim, den ,4 Febr. ,827. Großherzogliches Bezirksamt. Be ttin ger. Emnitndin gen. sW c in-V e r steigerung.) Die in nachgenannten Kellern liegenden Weine vom Jahre ,«26 werden faßweise, b. f. Quanta zwischen 20 und So Saum, gegen Baarzahlung an den Mristgeber versteigert, und sogleich verabfolgt, wenn die Angebote dem Werth des Weines entsprechen : den ,2. März d. I. zu Bahlingen, Vormittags 3 Uhr, gegen soo Saum zu Eichstciten, Vormittags ,0 Uhr, - ,S„ - zu Bötzingen, Nachmittags Z Uhr, eines -,3 - Je nach Umständen kann man die Keller bis zu Anfang des Augustmonats d. I. dem Steigerer überlassen. Emmendingen, den 20. Febr. 1627. GroßherzoglicheDomainenverwaltung. B a r b 0. Karlsruhe. sW c in-Versteigert,« g.) In de« herrschaftlichen Keller zu Ettlingen werden Mittwoch, den 7. März d. I., gegen 2, ,k2 Ohm , 6 r 5 er ) und > Wein, Ettlinger Gewächses, 22 Ohm ,626er 1 versteigert, und bei Erreichung annehmbarer Gebote sogleich, gegen Bezahlung, abgegeben. Karlsruhe, den 24. Febr. ,8-7. Großherzogliche Domainenverwaltung. F rieseneg ger. Müllheim. sBadhaus- und WirthschaftS« Versteigerung.) Das zur Gantmassc des Wilhelm Chri- stian Schnell gehörige Gast - und Badhaus zum RLmcrbad in Badrnwriler, wird bis Momag, den 3 ,. März d. I., Vormittags ,0 Uhr, in Loco Badenwciler, einer öffentlichen Versteigerung ansgcsetzt. Das Gebäude, unter welchem eine wohlcingerichtetc Badc- Anstalt angebracht ist, ernhälr nebst dieser zwei WirlhschaftS. Mliirr und einen Speisesaal, nach dem neuesten Geschmack X 315 «baut, von vorzüglicher Größe, 24 Gastzimmer, ohne die Mansarden, Chaisen, und Holzremise, Stallungen und zwei gewölbte Keller. ^ Mit diesen Gebäulichkeiten werden zugleich verkauft 6 Jubelten GemüSgartcn und Wiesen, weiche mit Obstbäumen verschiedener Arien angepflanzt „nd. , ^ ^ Die Lage des Gasthvfes gehört zu den reizendsten des Ba. dischen Oberlandes, und die Heilquellen dieses berühmten Ba- deplatzes und deren Besuch sind im In - und Auslände zu sehr bekannt, als daß eines oder das andere besonderer Her» aushebung bedürfte- Die respeknven Kaufliebhaber sind eingeladen, sich an oben gedachtem Ort, Tag und Grunde einzufinden, und wird für auswärtige SleigerunzSiustige nur noch bemerkt, daß sich die- selben mit legalen Vermögens- und Leumundszeugnissen auS- zuweiscn haben. Müllheim, den -0. Febr. 18,7. Großherzoglichcs AmtSrevtsorat. R upp. Rastatt. sUnierpfandbuchs - Erneuerung.) Wir haben die Erneuerung des St oll b ofer Unterpfandbuchs verfügt, und fordern zu diesem Behuf alle jene Gläu- diger, welche Pfandrechte innerhalb der Gemarkung der Ge- nieinde Stollhofen besitzen, auf, die hierüber in Händen ha- benden Urkunden zum Eintrag ins neue Pfanbbuch vom so. bis - 5 . März d. I., der blezu ernannten Kommission, tm KronenwirthShause zu Stollhofen einzureichen. Die Forderungen der nicht erscheinenden Gläubiger werden zwar aus dem alten Pfandbuch in das Neue übertragen werden, es haben sich aber diesclbin die aus ihrem Ausbleiben eiwa entspringenden RechiSnachthcile selbst zuzufchrelben Rastatt, den »6. Febr. ,627. Großherzoglichcs Oberamt. Müller. Schopfheim. üMundtodt-Erklärung.I Der ledige Johann Friedrich Kl ais, Schuster von hier, wird im ersten Grad für muubtodt erklärt, und ihm der hiesige Zim- mcrmann Johann Klais als AufsichtSpflegcr beigcgeben, dessen EinwiUlgung zur Gültigkeit eines mit dem erster» abgeschlossenen , im LandrechtSsatz 5,3 bemerkten Geschäftes erforderlich ist; was man anmit zur öffentlichen Kenntniß bringt. Schopfheim, den, 5 . Febr. ,827. Großherzogliches Bezirksamt. B ü r k l e. Ettlingen. fMundtobt-Erklärung u. Schul- de 11-Liquidation.^ Ignaz Becker von Reichcnbach, Sohn des Alois Becker, ist lm ersten Grade für mundlodt erklärt, und unter die Pflegschaft desJgnaz B e ck e r, Schuhmachers von da, gesezt, ohne dessen Einwilligung kein gültiges Geschäft mit jenem abgeschlossen werden kann. Zur Liquidation der Schulden des munvtodt gemachten Ignaz Becker ist Tagfahrt auf den 22. März d. 2 -, Vormittags ,0 Uhr, vor hiesigem Amte anberaumt. Wer hierbei seine Forderung nicht liquidirt, muß sich gefallen lassen, daß solche für eine erst nach der Becker'schen Mundtodt-Erklärung entstandene Schuld geachtet werde. Ettlingen, den 24 Febr. ,8-7. Großherzoglichcs Bezirksamt. Keller. Karlsruhe, s Aufforderung.^ Hvfvergolder Thomas Böhmer, von Mannheim gebürtig, ist am 24. vorigen Monats ledigen Standes dahier gestorben, ohne über seinen DermbgcnSnachlaß Verfügung getroffen zu haben. Da dessen gesetzlich« Erben unbekannt sind, so werden diese tiemit ausgefordert, binnen 6 Wochen ihre Erbansprüche bei Unterzeichneter Stelle durch Vorlegung der Beweisurkundcn gellend zu machen, widrigenfalls man nach Umlauf dieser Frist de» Erbpfleger anweiscn wird, die Gelder gegen Sicherheit ausziilcihe». Karlsruhe, den 20. Febr. 1827. Grvßhcrzoguches StabtamtSrevisorat K e r l e r. Lörrach. sAuffordrung.) Am d. M. starb in Kandern der pensionirre Großherz. Bad. Sbereiniiehmer Karl Ludwig PittiUS, als Mittlrer und kinderlos, ohne einen lczren Willen zu hintcrlassen, nachdem seine Ehefrau Elisab«- tha, geb. Fritsch, aus Lichlenstadt in Böhmen schon früher vor ihm gestorben war. Alle jene, welche aus Erbrecht oder aus sonst irgend einem Rechtöiitcl Anspruch auf die Verlaffen- schaft der Pittius'schen Eheleute machen zu können glauben, werden daher ausgefordert, a üsto binnen 6 Woche» um so gewisser dahier entweder selbst oder durch gehörig Bevollmächtigte sich zu melden, und die ihre Ansprüche belegende» Urkunden zu produziren, als sonst die Verlaff-uschafi, rechtlicher Ordnung nach, den schon bekannte» nächsten Iiile- staterben ausgefolgt werden wirb. Lörrach, den ,8. Febr. 1827, Großherzoglichcs Bezirksamt. D e u r e r. Achern. sSchulden-Liquidation.sl Gegen den Bürger und Krämer Anton Bürck von Kappel-Rodeck wird Gant erkannt, und Tagsahrt zur Schulden-Liquidaiion auf Montag, den 5 . März d. 2 , auf diesseitiger AmtSkanzlei anberaumt, wozu dessen sämnftli- che Gläubiger, bet Vermeidung des Ausschlusses von der Masse, vorgeladcn werden. Achern, den 8. Febr. 1827. GroßherzogUcheS Bezirksamt. Kern. Sinsheim. ^Schulden - Liquidation.^ Die Gläubiger der in Gant erkannten Peter Huxels Wittwe zu Steinsfurt haben ihre Forderungen am Mittwoch, den 2». März, Morgens 8 Uhr, dahier vor Amt, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Aktivmaffe zu liquidiren- Sinsheim, den i 5 . Febr. 1827. Großherzogliches Bezirksamt. Sigel. Sinsheim. sSchulden-Liquivation.H Die Gläubiger des in Gant erkannten gewesenen Gerichtsmanns «. Waisenrichtcrs 2 akob Weis jung zu Steinfurt werden hiermit ausgefordert, ihre Forderungen am Donnerstag, den 2g. März, Morgens 6 Uhr, dahier vor Amt und bei Vermeidung des Ausschlusses von der Aktivmasse zu liquidiren. Sinsheim, den , 5 . Febr. ,827. Großherzoglichcs Bezirksamt. Sigel. WieSloch. fSchulden-Liquidation.^ Gegen Christoph M ansmann vom Sberhof, haben wir Gant erkannt, und Tagsahrt zur Schuldenllquidatlon auf Mittwoch, den 21. März l. 2 - auf diesseitiger AmtSkanzlei anberaumt. Die Gläubiger haben daher an diesem Lage entweder selbst, oder durch gehörig Bevollmächtigte, mit etwa habenden Beweisurkunden, bet Vermeidung des Ausschlusses von der Masse, zu erscheinen. WleSloch, den 7. Febr. 1627. Großherzogiiches Bezirksamt. Z16 Acher >1. fEdiktalladung.) Franz Ludwig Feder von hier, welcher in den 1790er Jahren bei dem Kaiserl. König!. Sclircichischeii Infanterie-Regiment Denver als Gemeiner gedient hat, und unterm 4. März 1807 als Korporal mit Abschied entlassen wurde, hat von dieser Zeit an nichts mehr von sich hören lassen. Derselbe wird daher aufgefor- Lert, sich binnen Jahresfrist dahier zu melden, und sein in 22S fl. bestehendes Vermögen in Besitz zu nehme», andernfalls er für verschollen erklärt, und dasselbe seinen Verwandten, gegen Kaution, ausgefolgt wird. Ächern, den, 5. Febr. 18-7. Großherzogliches Bezirksamt. Kern. Mosbach. sEdiktalladung.) Simon Felleisen von Katzenihal, dermalen 44 Jahre alt, ist seit i8«5 alS Schmidt in öer Fremde, ohne bisher von seinem Aufenthalt Nachricht gegeben zu haben; derselbe wird daher aufgefor- Deri, sich binnen i2 Monaten däh-cr zu melden, und sein in 542 fl. bestehendes Vermögen in Empfang zu nehmen, ansonst er für verschollen erklärt, und sein Vermögen an die nächste» Verwandten, gegen Kaution, rcrabrolgt werden wird. Mosbach, den i5. Febr. 1627. Großherzvglichcs Bezirksamt. S ch a a ff. Rhein bisch 2 fs heim, fEdiktalladung.) Friedrich Götz aus Lichtenau, 48 Jahre alt, ein Büchsenmacher, der sich vor 2g Jahren von Haus entfernt, und vor iS Jahren die leite Nachricht aus Nordamerika von sich gegeben hat, so wie dessen Bruder Ludwig Götz aus Lichtenau, 46 Jahre alt, von welchem vor 10 Jahren die lezte Nachricht ans Südamerika einlief, werden auf Betreiben ihrer nächsten Verwandten hiemit aufgcfvrdert, binnen Jahresfrist von ihrem Libcn und Aufenthalt Nachricht hieher gelangen zu lassen, und ihr ihnen angefallenes Vermögen in Empfang zu «ehmen, da es sonst, unter Ihrer Verschollenheitserklärung, ihren nächsten Verwandten, gegen Äautionöbestcllung in fürsorglichen Besitz gegeben werden soll. Rheinbifchofshcim, de» i5. Febr. 1827. Großherzogliches Bezirksamt. I ä g e r s ch m i d. Sffenburg. sEdiktalladung.) Georg Marz- luf von Marie», Stabs Golvscheuer, welcher 1791 in K. K. Destrcichische Kriegsdienste getreten, und seither keine Nachricht von sich gegeben hat, wird aufgefordert, sich binnen Jahresfrist MN Empfang seines unter xflegschastiichcr Verwaltung stehenden , »ach leiter Pfiegrechnung 658 fl. 42 kr. betragenden Vermögens zu melden, sonst wird er für verschollen erklärt, und dessen Vermögen seinen sich darum meldenden Anverwandten, gegen Kaution, in fürsorglichen Besiz gegeben werde». Offenburg, den 19. Febr. 1827. Großherzogliches Qberamt. 0rff. Bruchsal, sVerschollenheits - Erklärung.) Da Anton Aust von hier auf die diesseitige Eviktalladung rom 7. Dezember 1826, Nr. 22782, sich nicht sistirt hat, so «irs derselbe anmit für verschollen erklärt- und dessen Vermögen seinen bekannten nächsten Verwandten zum fürsorglichen Besitz zucrkannt. Bruchsal, den 12- Febr. 1827. Großherzogliches Sberamt. G e m e h l. Bruchsal, f V e r scho > l en h ei t s - Erklärung. 1 Philipp Waas und Katharina Waas von Destringen, welche sich in Folge der Loikrallabung vom 5. Juli vorigen Jahrs, Nr. 166,9, nicht sistrrl haben, werben anmit für verschollen erklärt, und wird deren Vermögen den bekannten nächsten Verwandten zum fürsorglichen Besitz zuerkannt. Bruchsal, den 12. Febr. 1827. Großherzogliches Oberamt. G e in e h l. St 0 ckach. s Er k en n t n i ß.) Da sich der nach hoher Kriegsministcrialweilung unterem 24 Dez. 1625 vorgeladcne Soldat Izna; Stehle von Homberg seither nicht gemeldet bat und nichts weiter von ihm in Erfahrung gebracht worden ist, so wird nun sein Vermögen den gesetzlich Berechtiglenin fürsorglichen Besitz überantwortet. Stockach, den 12. Febr. 1827. Großherzogliches Bezirksamt. E ck st e i n. K. K. Oestrcich. Rothschild. 100 fl.Lotterie-Anlehen. Die 7ke Ziehung dieser Loose findet den i. März d. I. in Wien statt, und enthält folgende sehr bedeutende Preise, als: fl, 86,000, 26,000, iü oo», 9000, 2inal 7200, 2mal 26oc>, 5mal 2000, 7mal 2400, loinal 1600, i5mal 1200, 2oinal84o, -somal 600, 7omal 260, i4»mal 200, 25omal 240, 68411101 160, Wgomal 162, im Gesawmibcirage fl. 1,971,200 im fl. 24 Fuße Loose zu dieser Ziehung sind bei mir, nebst Pia» gratis, zu haben. Briefe und Gelber werden portofrei erbeten. M. Bing d. Jung, i» Frankfurt a?M, Döngesgaffe I-it. 8. dir. 167. Deidesheim. fWein-Wersteigerung.) Montag, den 12. März 1827, und die unmittelbar darauf folgenden Lage, Vormittags um g Uhr, werden in der Behausung des zu Forst (bei Dürkheim an der Haardt, im Rheinkrcise des Königreichs Baien» verlebren Gutsbesitzers Herrn Heinrich Reich ardt nachbeschnebenc in seiner Hinlerlaffenschaflsmassc vorhandene, in. besagter Behausung gelagerten, in den Gemarkungen von Forst, Deidesheim und Ruppertsberg selbst gezogene rein gehaltene Weine von vorzüglichsterLualiläl vor Unterzeichnetem Königl. Notar unter annehmliche» Bedingungen öffentlich versteigert, als: 1) 1 Stück 1822er. 2) i » 1824er. 3) 3 - 1827er. 4) 22 » »klier. 5) 8 » 1618er. 6) 26 » 1819er. 7) 46 » 2822er. si) 4 « 2825er. g) 22 » 2825er. 22) iü - 2826er» Zu gleicher Zeit werden auch zwei Stücke theilS Hefen-, theils Trösterbrannlweine, in der gedachten Hinterlaffenschaf«-- massc vorhanden, mit versteigert. Die Proben «erden am Lage der Versteigerung von de» Fässern gegeben werden. Deidesheim,. den r3. Jan. 2827. Ab Hier, Noiarius. Verleger und DrMr; P. Mack lat.