Karlsruher e i t u n g. Nr. 61. Freitag, den 2. März 1827. Baven. — Nassau. — Würtemberg. (Hohenheim.) — Frankreich. — Großbritannien. — Niederlande. — Oestreich. — Portugal. — Rußland. — Spanien. — Dienstnachrichlcn. Baden. Bei der heute erfolgten zweiten Serien - Ziehung für das Jahr 1627 wurden nachstehende Nummern gezogen: Scrie-Nr. 99 enthaltend Loos-Nr. 9801 bis 9900 - - 601 , « - 60001 , 60100 - , 604 - , - öosoi - 60400 - - 659 - - - 63301 - 63900 - - 636 - , - 63501 , 6Z6OO - - 149 - - - 14Ü01 - 14900 - - 449 - - - 44601 < 44900 welches hiermit zur öffentlichen Kenntmß gebracht wird. Karlsruhe, den 1. März 1827. Großherzogl. Badische Amortifationskasse. Karlsruhe, den 1. März. Das seit dem 26. v. M. cingelretene Thau- und Regenweiter hat zwar ein Arischwellen der inner» Flüsse durch den bedeutend gelagerten Schnee und die hie und da statt gehabte Eis- stockungen verursacht, welches jedoch bis jezt von keiner Bedeutung ist, indem es auch auf den Rheinstrvm bis dahin keinen erheblichen Einfluß hatte. Die Gefahr der Beschädigungen durch den Eisgang ist beinahe sowohl an den innern Flüssen als auch am Rhein vorüber. Nur bei Mannheim fiel biS zum 26. Febr. d. I. Abends keine Veränderung an den Flüssen vor; am Rhein und Neckar stand das Eis noch fest, wird sich aber nun auch bald durch die fortdauernde gelinde Witterung, und hoffentlich ohne Schaden, fortschaffen. Nassau. Se. Hochs. Durchl. der Herzog von Nassau haben die Eröffnung der dießjäbrigen Versammlung der Landstände auf den 12. März festgesezt. Würtemberg. Hohenheim, den 19. Febr. Der gegenwärtige Winter gehört, in Absicht auf das Lammen bei unfern feinen Schaafheerden, zu den glücklichen. Hier ist daS Lammen zu Ende, und von 469 zur Paarung gekommenen Schassen sind wirklich 450 Lämmer vorhanden, die durchaus eine kräftige Entwicklung versprechen. Dir Schurwolle der LandcS-Stamm-Schäserei vom Jahr 1826 wurde kürzlich-an ein AugSburger Haus verkauft, und zwar die vom sächsischen Stamme zu 165 fl. pr. Zentner, die vom ältem Stamme zu 12s fl. Auch von inländischen Fabrikanten sind in der lezten Zeit einige Parthien feiner Wolle im Lande zu Preisen aufgekauft worden, die auf bessere Konjunkturen im Wollhandel hindeuten. Frankreich. Paris, den 23-Febr. Gestern war der KucS der Svrozent. konsol. zu 10t Franken 40, 45 Cent. — Zprozent. konsol. 69 Fr.; 69 Fr. 5, io Ct. — Bankaktien 1990 Fr. — In unserm gestrigen Blatt haben wir das Urtheil gegen Hm. v. Maubreuil, wegen thätiger Beschimpfung des Fürsten v. Talleyrand bekannt gemacht. Der Ver- laufder gerichtlichen Debatten war folgender: Ehe Hr. v. Maubreuil seinen Namen nannte, begann er mit einer Beschwerde gegen seinen Advokaten, der seinem Vertrauen nicht entsprochen habe. Vier Zeugen aus der königlichen Garde, die bei der That zugegen waren, wurden vernommen und erzählten solche, so wie sic bereits allgemein bekannt ist. Auch gestand der Beschuldigte sie ein, nämlich daß ec dem Fürsten Talleyrand eine Ohrfeige gegeben habe, mit dem Zusaz, eS sey ihm leid, nicht Zeit genug gehabt zu haben, denselben noch weiters zu beschimpfen. Die Staatsbehörde trug wegen dem Wiederholungsfälle auf Zjäh- rige Einsperrung an. Die Verthcidigung des Beschuldigten bestand in Folgendem: Er sey blos das Opfer für Personen, die die Macht in Händen hätten. Hr. Talleyrand habe ihn am 12. April 1814 unter großen Versprechungen bewogen, sich der Ermordung Bonaparte'S und dessen SohneS zu unterziehen. Ich habe, sagte er, jedoch diese Sendung nicht erfüllt, und deshalb ist man mir abhold. Man habe ihm im Gefängniß Gold und eine Pension angeboten, unter der Bedingung, nichts von den Personen zu sprechen, mit dem Zusaz, daß, wenn er verurtheilt würde, man ihn entwischen lassen werde. Er habe dem Hrn. v. Villele geschrieben, allein sein Advokat habe ihm den Brief zurückgebracht. Auch seine andern Briefe seycn nicht abgegeben worden. Der Staatsanwalt las hierauf eine Note vor, die von Maubreuil herrührt, und die Ereignissedes Monats April I614 betrifft. Es beißt darin, er sey am 12. April vor Hrn. Laborie, Sekretär der provisorischen Regierung, in die Tuilcrien berufen worden, dieser Hab« mit Hrn. Talleyrand gesprochen, und nachher ihn, Mau- breuil, allein genommen, wo er ihm dev Auftrag gegr, ken, die Familie Bonaparte zu ermorden, und baß man zum Vorwand dieser Sendung die Nachspürung der Krvndiamanten nehmen wolle, die, wie es hieß, unter der Leitung des Mammelucken Rustan entwendet worden seyen. Indessen, fährt der H. Staatsanwalt fort, ist nichts geschehe», als daß Maubreuil und seine Gesellen die Königin von Westphalen und deren Dia, rnanlen arretirtcn, so wie ihr 64,000 Fr. Wegnahmen, die von Maubreuilund Dasie auf die Seite gebracht wurden, und weshalb ersterer vcrurtheilk worden ist. Ursprünglich sprach Maubreuil nichts von jener Sendung, lind er scheint nun während seiner ersten Verhaftung diese Fabel erfunden zu haben. Die Rathskammec erkannte, daß keine Anzeigen einer solchen Sendung vorlägen. Die Mission deS Maubreuil bestand in der Wirklichkeit nur darin, die zwei entkommenen Kistchen von Krvndiamanten aufzusuchen. Der Beschuldigte fährt in feiner Vertheidigung fort, und behauptet, die Sendung zur Ermordung der ganze» Familie Donaparte's sey wirklich am 12. April gegeben worden ^ man läugne sie nur, weil man später eine Uebcreinkunst mit Bonaparte abgeschlossen habe. Die Existenz der Sendung erhelle aus den ihm gegebenen Befehlen, wodurch man alle Behörden, und sogar die al- lürtcn Truppen, thm gleichsam untergeordnet habe, was bei einer minder wichtigen Sendung gewiß nicht geschehen wäre. Diamanten habe er keine entwendet; andere haben es gethan, wobei er sich über Hrn. Pas- quier beklage. Die 4 Goldsäcke, wovon die Rede ist, und wegen denen ec verurtheilt worden sey, seyen um Mitternacht auf den Tisch des Hrn. v. VltrolleS nieder- gelegt worden. Der Staatsanwalt zeigte nun ausführlich das Ungegründete und Fabelhafte der Maubreuil'schen Anbringungen; er bemerkte, daß Fürst Talleyrand an jenen Tagen gar nicht mehr Mitglied der provisorischen Regierung gewesen, daß man allerdings die Fahndung aus die entwendeten Kronjuwelcn vvrgenommen, daß sich aber Maubreuil die bekannten Exzesse erlaubt, und namentlich das Geld unterschlagen habe. Das Gericht sprach hierauf das gestern erwähnte Urtheil(5 Jahre Einsperrung -c.). Maubreuil wird appellircn. Großbritannien. Nach den englischen Blättern vom 22. und 24. v. M. ist Hoffnung zur Herstellung des Lord Liverpool vorhanden. DieTheilnahme in der Nazion ist allgemein, der Verlust dieses Ministers würde auf's aufrichtigste bedauert werden , indem keiner der gegenwärtigen Minister sich in gleichem Grade der allgemeinen Verehrung erfreut, wie Lord Liverpool. Er war stets der Repräsentant der acht englischen und edlen Gesinnungen. Der Courier erzählt von ihm folgenden schönen Cbarakterzug: "Lord Liverpool war gestern bereits im Stand einen Gang durch's Zimmer zu machen. Ein bemerkenswerther Umstand bewog ihn zu dieser ersten Kraftanstrengung seit seinem Unfall; er wollte ein Luch suchen, das feine Bedienten nicht fanden. — Und welches Buch war eS? sein Gebetbuch, das der edle Lord mit Freude und Inbrunst erfaßte, und unter seinem Kopfkissen verbarg.« Wir können, fährt der Courier fort, uns nichts rührenderes denken, als dieses erste.Leuchten der wiedcrerwa- chenden Vernunft, diese erste Denuzung der rückkehren- den physischen Kräfte, angewendet um ein Buch zu suchen, das der Leitstern deS reinen, edlen Privatlebens, und der ehrenvollen öffentlichen Laufbahn des würdigen Ministers gewesen war. — H. Canning hatte in Brigkon am 25. eine zweistündige Audienz bei'm Könige. Er ließ l» einer Sänfte sich zu Sr. M. tragen, und wäre im Heimweg beinahe verunglückt, weil einer seiner Träger betrunken war. Am 1. März will dieser Minister die Gctreide-Geseze im Unterhaus Vorbringen. Am 5- wird Sir Francis Bur- deit die Emanzipations-Frage erneuern. Die Münze zu London wird durch Dampf getrieben, der unter 5 Maschinen vertheilt ist, und einer Kraft von 50 Pferden gleickkömmt. Die Ziehbänke, die Abschneidsscheeren, die Münzschwengel sind sehr merkwürdig; leztere schlagen 60 Mal in einer Minute, und geben 60 Stücke, so daß die 8 Münzschwengel, von g Kindern unterhalten, 23,600 Stücke in 1 Stunde, und bei ununterbrochener Arbeit in 24 Stunden 791,200 Stücke geben. Die Genauigkeit ist sehr groß, denn unter 1000 ausgeprägten Goldstücken (Souveräns) hatten 400 das rechte Gewicht biö auf weniger als einen Gran, 570 bei einen Gran, 160 bei zwei, 40 bei drei, 9 bei vier, und nur bei einem Stücke zeigte sich ein Unterschied von fünf Gran. Sv erhält man mit einem Male alle Stücke fertig, ohne dieselben noch einmal in die Hand nehmen zu müssen. — Man meldet aus Portsmouth unterm 18. Febr.: die Fregatte Diamond, eine der schönsten in der englischen Marine, fty dort verbrannt, ohne baß man sie habe retten können. Sie war lezthin auS Südamerika zurückgekommen, und war abgetakelt worden, um ausgebessert, und sogleich nachher wieder abgesandt zu werden. Zum Glück «st Niemand dabei umgekommen. Niederlande. Hr. Julius Didot, einer der berühmtesten Pariser Buchdrucker, hat jezt auch eine Druckerei in Brüssel errichtet. Er transportirt dorthin ein zweites vollständiges Sortiment seiner Patrizen, und wird also die nämlichen Leitern wie zu Paris haben. Der König hat dem Hrn. Didot die Einfuhr deS ganzen Materiale, daS er zur Errichtung einer Schriftgießerei und einer Druckerei nöthig hat, mit Befreiung von allen Zollgebühren, bewilligt. O e st r e i ch. Wien, den 25. Febr. Metalliques 8ö"/is! Bankaktien 106S. 331 Portugal. Die Pairskammer Hai in ihrer Sizung vom Y.Febr. beschlossen, daß sie in geheimem Komitv folgenden Antrag deS Grafen von Linhareö diskutiren wolle: 'Daß die vollziehende Gewalt über den Stand unserer Verhältnisse mit Spanien Auskunft gebe, und im Fall dieselbe im Augenblick keine bestimmte geben könne, daß sie sage: 'Ob der Gang der Unterhandlungen die Erhaltung deS Friedens hoffen läßt, oder nicht; daß sie die Zeit anzcige, wo man erwarten darf, die Invasion unserer Rebellen von einer befreundeten Nazion nicht mehr begünstigt zu sehen, welche das Mittel hat sie zu entwaffnen und zu zwingen, unser Gebiet in Ehren zu halten. 'Ob wir ferner sehen sollen, daß man das System beibehält, die Rebellen nickt über die Gränzeu zu verfolgen, ein Anfangs verständiges System, das aber nach dem Völkerrechte aufhören muß, weil die Gewährleistungen Spaniens null und nichtig sind. 'Welches ist die wirkliche Stärke der Armee, und welches sind die Mittel der Regierung, um diese Armee vollzählig zu machen? 'Was ist Schuld, daß die Rebellion in einem Theil der Armee fortdauert, und welche Hoffnung hat die Regierung , den Aufruhr unterdrücken zu können? 'Endlich, welches ist der Zustand unserer Finanzen»? Rußland. Petersburg, den 14. Febr. Am 9. d. gieng wieder ein offizieller Kriegsbereit auS Georgien, von dem dort en Chef befehligenden General der Infanterie, Uer- molow, datirt auS Tiflis vom Jan., nachstehenden Inhalts hier ein: "Nachdem der General-Lieutenant Fürst Madatow am 9- Jan. über den Arax gesezt hatte, vereinigte er sich mit dem Detaschement deö Chefs vom Aschperonschen Infanterie-Regimente, Obristen Mitschenko, der aus Dschawat herübergekommen war. Im forcirten Marsche rückte dieses Truppenkorps durch diedarautskischen Felsenklüfte zum Flüßchen Sambur vvr, längs dem sich ein Theil der Sckackfewanzen, Adscha- linzen und andere Nomadcn-Völkerschaften ausgebreitet hatte. DaL plözliche Erscheinen unserer Truppen brachte unter ihnen eine große Verwirrung hervor. Die Kara- bachfche und Schirwannsche Reiterei, unterstüzt durch die Karabachfchen Armenier, thal einen mit so glücklichem Erfolge begünstigten Angriff auf sie, daß ihnen 15,000 Sckaafe und eine ansehnliche Menge von Kamee- len und Pferden abgetrieben wurden. Gegen 500 Familien, die von Persern aus unfern Eränzen von den nomadisirenden Karabachen fortgcführt waren, erschienen in voller Unterwürfigkeit, und wurden nach Karabacha zurückgeschickt. Der General-Lieutenant Fürst Madatow verbreitete das Gerücht, als wenn er in das Chanat Talüschinsk ziehe, sezte aber seinen Marsch in der frühem Richtung langsam fort, und hatte dabei die Absicht, die in der Gegend von Talüschin nomadisirenden Perser zu bewegen, ihren Zufluchtsort im Bezirk von Meschkinsk zu suchen, wo man sie mit größerer Bequemlichkeit angreifen könnte; fein Vorhaben gelang ihm. In der (griechischen) Neujahrsnacht vom 12. auf den 13. Jan. rückte er in den Kanton Meschkinsk, erfuhr die Ankunft der Nomadenvdlker, und sandte sogleich die leichte Reiterei und das armenische Fußvolk zum,Angriff gegen sie ab. Der unvermuthet angegriffene Feind widersezte sich nur kurz und schwach, 11g Todte blieben von feiner Seite auf dem Plaze, und eine Menge wurden verwundet; wir erlitten keinen Verlust. Allen Schachsewanzen- Nomaden hat man überhaupt gegen 2000 Kameele, 10,00a Stück Hornvieh und 60-000 Stück Sckaafe abgenommen. Der General-Lieutenant Fürst Madatow hat Desiz von der im Kanton Meschkinsk belegenen kleinen Stadt Lahar oder Lori genommen. Alla.Chan, der diesen Kanton regiert, und sein Bruder Schunkur Chan, erschienen bei dem Fürsten und baten um seinen Schuz. Der Fürst nahm sie gütig auf, und unter den Fahnen unseres Heeres leisteten sie Sr. Maj. dem Kaiser den Eid der Un- terthanentreue. Daö Vertrauen, mit dem sich diese Chane unter den Schuz Rußlands begaben, kann einen näzlichen Einfluß auf andere Völker haben , die die Kricgsumstände der nächsten Zukunft gleichfalls bewegen könnten, sich unö zu unterwerfen. Der durch daS unerwartete Erscheinen unserer Truppen erregte Schrecken hat sich bis Agar verbreitet. Emirzade-Seifumnlot, Mirza, der cs besezt halt, hat sich aus demselben mit seiner Famile nach Tauris geflüchtet. Die sich bei ihn, befundenen 1500 Mann regulärer Truppen sind auseinander gegangen. Der Fürst Madatow beschreibt den Marsch nach dem Städtchen Lahar als sehr beschwerlich, so wie auch die Passage über den Berg Salwat Gä- ditschi. Das ihm anvertraute Korps besteht aus 11,00a Mann verschiedener Truppen-Gattungen, bei dem sich 53 Stücke Infanterie- und reitendes Geschüz befinden. — Mehrere Masregeln der Regierung scheinen überhaupt auf eine kräftige Fortsczung dieses Feldzugs hinzudeuten , der im bevorstehenden Frühlinge zu den ernst- lichsten Operationen führen wird. Im Laufe dieses Winters sind mehrere Truppenkorps aus dem Innern zu den schon im Spätherbst in Georgien aufgestellten Strcit- kräften beordert worden; so berichtete auch in diesen Tagen General Uermolow, daß die zu ihm in diese Provinz detaschirten Regimenter der 2ten Uhlanendivision mit der zu ihnen gehörenden reitenden Artillerie im musterhaftesten Bestände und mit möglichster Schonung der Mannschaft und Pferde in Tiflis eingetrvffen wären. Se. kais. Maj. bezeugten in dieser Beziehung durch Ihren allerhöchsten Tagsbefehl vom 10. d., dem diese Uhlanendivision befehligenden Generalmajor Rosen Vl>, und dem ihre 2te Brigade anführenden Generalmajor Osten- Sacken I. Ihr höchstes Wohlgefallen; den Subalternen bewilligten Sie eine Gratifikation von zwei Rubeln auf den Mann. 332 Spanien. Madrid, den 12. Febr. Der englische Gesandte war am 11. d. bei Hofe rm Pardo erschienen. Seitdem England so vielen Antheil an der portugiesischen Angelegenheit nimmt, nchtel man immer seine Blicke an den Tagen der Cour zuerst auf das diplomatische Korps, und man giebt vorzüglich darauf Acht, ob Hr. La mb gegenwärtig ist, und wie der König und die Infamen ihn behandeln. Man war ganz überrascht, daß der König, der in der lezten Präsentation immer an ihm vorübergeijangen war, ohne ihn anzureden, sich dießma! bei ihm auf'S freundlichste aufhielt, und mit ihm ganz zutraulich und länger als mit irgend einem der andern Gesandten sprach. Alle Anwesende schlossen daraus, daß die wechselseitige Stellung der beiden Ka- binette sich geändert habe. Das großherzogliche Staats- und Regierungsblatt vom 27> Februar, Nr. V, enthält folgende A i v i l - D i e n st n a ch r i ch t e n. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich gnädigst bewogen gefunden, den bei dem Ministerium des Innern, kathol. Kirchensektion, an- gestellten Sekretär R ip a m o n t i zur Registratur derselben zu versezen, und an dessen Stelle den RechtSprakti- kanten Küßwieder zum Sekretär zu ernennen; fer, «er den Ministerialrevifor Strohmaier zum Oberrevisor, den Sliftungsrevisor Troll in Offenburg zum Ministerialrevifor, den Revisivnsgehülfen Schmidt und den Revisivnsgehülfen Stroh zu Revisionsaccessi- sten bei gedachter Stelle zu befördern; dann den KreiS- stiftungS-Revisor Gebhard in Durlach in gleicher Eigenschaft nach Offenburg, den Kreisstiftungö-Revisor Elg in Freiburg in gleicher Eigenschaft nach Durlach, und den KreiSstiftungs'Revisionsaccefsisten Schwarz in Konstanz in gleicher Eigenschaft nach Freiburg zu versezen ; endlich den Oberrevisor Kirschbaum , bei seinem vorgerückten Alter, unter Bezeugung Hdchstihrer Zufriedenheit über dessen treu geleistete Dienste in Ruhestand zu versezen; die auf den Hofrath Ehrhart gefallene Wahl als Prorektor der Universität Heidelberg für das Studienjahr 1827 — 28, so wie die aufden Professor orstinsrius Welker in Freiburg gefallene Wahl zum Prorektor für daö Studienjahr 1827 — 28 gnädigst zu genehmigen; der von Sr. Durchl. dem Herrn Fürsten von Färstenberg geschehenen Ernennung des bisherigen Amtsassessors Thadä Frey zu Hüfingen zum Amtmann in Stühlingen die landesherrliche Bestätigung zu crthei- lcn; den Amtmann Bauer zu Säckingen als 2ten Beamten nach Freiburg, und dagegen den dortigen Assessor Stehle, unter Ernennung zum Amtmann, nach Säckingen zu versezen; den Amtsrevisor Wengler zu Bruchsal in Ruhestand zu versezen, welches mit dem Bemerken bekanntgemacht wird, daß dessen Stelle nicht wieder besezt wird; den Lehrer der Blinden in Marienhof, j Franz Müller, zum Hauptlehrer des in Bruchsal gegründeten Blindemnstituls zu ernennen; den Domai« nenverwalter Sievert zu Oberkirch wegen seiner Kränklichkeit in Ruhestand zu versezen, und an dessen Stelle den bisherigen Buchhalter Gerst» er zu Kork zumDo- mainenverwaltcr in Oberkirch, so wie den Oberwund- und Hebarzt Herr zum zweiten Staböchirurgen in dem Amte Bonndorf und zwar in dem Orte Grafenhauftn zu ernennen. Durch die wegen hohen Alters und Kränklichkeit erfolgte Pensionirung deS PhysikuS Di. Köberlrin ist das Physikat Gerlachsheim mit der normalmäßigen Besoldung von 399 ss. und 120 fl. für eine Pferdefourage in Erledigung gekommen. Seine Königliche Hoheit haben gnädigst geruht, das Stabsphysikat Stetten am kalten Markt dem bisherigen Assistenzarzt Joseph Krieg in Appenweyerz« übertragen. Zu der bet dem großherzoglichen Justizministerium im November v. I. vorgcnommenen Prüfung hatten sich fünfzehn Rechtskandidaten eingefundcn. Von diesen wurden durch Beschluß vom 6. Februar d. I. Nr. 549 nachbcnannte unter die Zahl der Rechtspraktikanten ausgenommen : Ludwig Fritz, von Renchen; Anton Christ, von Oberkirch; August Teuffel von Birkensee, von Emmendingen; Karl Stockhorner von Starein, von Karlsruhe; Graf Maximilian v 0 n Waldkirch, von Mannheim; Karl Theodor Müller, von da; Anton Schneider, von Siege lau; Graf August von Lein in gen-Neiden au; Bernhard Thicrgärtn er, von Beuern; Simon Anton von Tubeuf, aus Boxberg. Seine Königliche Hoheit haben die erledigte katholische Pfarrei Beuggen, Amts Säckingen, .im Dreisamkreis, dein Pfarrer Niklaus W i rz zu Oberlauchringen, gnädigst zu übertragen geruht, dadurch wird die katholische Pfarrei Oberlauckringen, Amts Waldshut, im Dreisamkreis, mit einem etwaigen Einkommen von 600 fl. in Geld, Naturalien, Zinse und Gütercrtrag erledigt. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 26. Febr. Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 7 27 Z.10,9 L. ^4,oG. 69 G. W. M. 3 27 Z. 9,7 L. ff 6,0 G. 66 G. W. N. 9; 27 Z. 9,9 L. -b 7,7 G. L9 G. W. Anhaltend dicht bewölkt und Regen, Abends und Nachts starker Wind. 333 Theater- Anzeigen. Da diesen Winter im Großherz. Hofiheater keine Maskenbälle stall finden, so wird auf höchste Genehmigung, statt des gewöhnlichen Balls, auf Sonnlag, den 4. März d. I., eine theatralische Vorstellung, und zwar die Aau- beroper: Das Sternenmädch en im Maidlinger Walde, romantisch-komisches Volksmährchen mit Gesang in 3 Akten, Musik von Kauer, zum Vortheil der hiesigen Armen gegeben werden. Wir bringen dieses mit der Aufforderung und Bitte an alle Wohlthäter und Freunde der Armen zur öffentlichen Kemuniß, daß sie auch bei dieser Gelegenheit ihre milden Beisteuern denselben nicht versagen mögen. Zugleich fügen wir die Nachricht bei, daß bei Allmo- senverrechner Aeuner und Hoflhealerkassier Crecelius E.nzangsbillele zu dieser Vorstellung zu haben sind. Karlsruhe, den 17. Febr. 1827. Großherzogliche Acmenkommission. Ankündigung. Ich zeige hiermit an, daß Vierzig TiLelkupfer zu der angekündigten neuen Ausgabe Göthe's Werken in Taschenformat und groß Octav bei mir «scheinen werden. Meine lange Abwesenheit von Leipzig ist Ursache, daß ich dieses schon lange vorbereitete Unternehmen, erst j-tzv bekannt mache. Nach Ramberg'schen Zeichnungen werden diese Kupfer, von denen ein Theil schon in Arbeit und einige bereits beendigt sind, von den vorzüglichsten deutschen Künstlern gestochen. Es ist die Einrichtung getroffen, daß stets mit dem Erscheinen einer Lieferung der ELlhe'schen Werke, auch die zu derselben gehörigen Kupfer ausgegeben werden können, die in jeher Buchhandlung, wo man auf die Werk- selbst Bestellung gemacht hat, zu erhalten seyn werden. Damit man sich zuvor vom Werlhe dieser Kupfer über- zeugen könne, verlange ich keine Vorausbezahlung. — Der Preis, welcher für jede Lieferung besonders geleistet wird, soll billig und zur Zufriedenheit des Publikums gestellt werden. Gerhard Fleischer, Buchhändler in Leipzig. Die D. R. Marx'sche Buchhandlung in Karlsruhe und Baden nimmt hierauf Bestellungen an. Zu der Bekanntmachung. Ausspielung der berühmten Rastatter Stahl - und Kutschenfabrik im gerichtlichen Schätzungswerth von 30,000fl., nebst sechszehn Chaisen zu 6720 fl. taprrt, worunter 8 Stück im allerneuesten Geschmack und von der bekannten vortrefflichen Arbeit sind, welche die Fabrik liefert, mit noch Eintausend zweihundert fünf Geld, und sonstigen Gewinnsten, für welche sämmtlich das Handlungshaus C. I. K isl i n g in Kehl die Gewährleistung übernommen hat, sind Loose s 2 fl. und Plane grsüs bei folgenden HH. Emittenten zu bekommen: Karlsruhe bei Hrn, C. B. Gehrcö im inner« Zirkel Nr. §. Mannheim - - I. Th. Gesell. Frribnrg - - Buchh. Friedrl Wagner. Heidelberg » - Joh. G. Simon Mosbach - - Stern «um Prinz Karl. Sinsheim - - Gebr. Ziegler. Buchen - - C. Kiefer. Brerren - - Ehr. BeuNenmüller. Durlach - - Reicharbr zur Karlsburg. Pforzheim - - Dritter zur Traube. Baden - - Math. Grosholz. Bühl « - Jak Wenk. Bruchsal - - Franz Christoph Mohr. Rbeinfelden - - Gränzzollcr Baumer. Offenburg - » F. S. Aachmann u. Hr. M- Walter. Hornbcrg - »IC- Hindenlang. Villingcn - - Joh Bapt. Wiumer. Oderkrrch - -> F. X. Schrempp. DonaueschingM - Maggi-Graselli et Comp- Konstanz - - Posthalker Ferdinand Mayer. Lahr » - Ludw. Schmidt. Emmendingen - - C. F. Rist. Müllheim » - Posthalter Engler. Sraufen - - Joh. Marti». Lörrach « - Wm. Schulz S)Hn. Gränzach - - Gränzzvller Grether. Attenhausen bei Stockach bei Hrn. Verwalter Termet. Die niedrige Einlage von nur 2 fl. pr. Loos und die so bedeutende u viele Gewinliste (das 2-ste Loos ist nämlich schon ein Treffer und Ein Loos kann bis auf mehrere hundertmal gewinnen) haben, wie sich nicht anders erwarten ließ, diesem für den Einsetzer so ungemein vortheilhafr eingerichteten Unternehmen, sowohl im In - als Ausland, den günstigsten Fortgang gegeben, und der bereits statt gefundene Absatz cmes beträchtlichen Lheils der Loose macht cs mehr als wahrscheinlich, daß die Iiehung sehr bald wird vor sich gehen können. im Echi.kmK-M. Karlsruhe. LAnzeige.il Wegen hesonbere'r Zustle- 3-34 benhelt, von ein» werthen Bürger-Gesellschaft aufgefordert, werde ich Mittwoch, de» 7. künfiigen Monats, den 3 ten und lezten Ball für diesen Winter halten. Ich lade meine »»ehrlichen Gönner und Freunde hiewit höflich/! ein, und ersuche dieselden, sich während dieser Zeit bet mir zu melden. Karlsruhe, den -L. Febr. 18-7. Doll et sch eck Wlttwe, Gastgeberin zun, rothcn Haus. Karlsruhe. fAn zeige, st Ei» neuer Landauer Stadt- und Rcisewagen und eine Droschke sind billigen Preises zu verkaufen; wo, sagt das Zcitungs-Kompioir. Karlsruhe, sAnze! ge. st Austern, Cabckjau, Tur- Lot, Sols, Pricken, Vickingc, russische Caviar, sind wieder frisch angekommen und zu haben bei Jakob Gianl. Durlach. 5 Anzege. st Der Unterzeichnete macht einem verehrlichcn Publikum die ergebenste Anzeige, daß er für mehrere Gebäude solide gefertigte Schlojscrarbeit vvrräthig bat, sich auch zu besonder,, Aufträgen dergleichen Arbeit, »ach jedem Verlangen, auk das beste empfiehlt; m,t dem Anfügen, daß er die billigsten Preise macht, bemerkt er zugleich, daß er auch das Anschlägen der gefertigten Arbeiten in Gebäuden auf 6 bis 6 Stunden im Umkreise übernimmt. Durlach, den 23 . Febr. ,807. Jakob Langenbach, Schiosscrmeister. Zell, im Wiesenthal- fBIcich-Anzeige.st Ich benachrichtige hiermit ein verchrliches Publikum, daß ich nun- mehr auch die Einrichtung getroffen habe, die mir auf meine beliebte Bleiche, welche jedes Jahr einen größer« Zuspruch erhält, anvertraut werdende Leinwand, nach Gefallen der Aufgeber, und zwar ohne Extra-Kosten, zu mangen. P. M 0 ntford. In Beziehung auf obige Bekanntmachung zeige ich an, daß ich auch dieses Jahr die Besorgung der Leinwand, Garn rc. nach Zell sowohl für die hiesige Stadt als die Umgegend übernommen habe. Karlsruhe, im März 1627. August Hofmann. Mühlburg. fKleesaamen feil.st Bei KarlSut- ter dahier ist Ewiger - und Breiter-Kleesaamen um billigen Preis zu verkaufen; für die Güte der Waare garantier er. Wie sloch. fObst. Stämm chen zu verkaufen.st Bei Franz Koch in Wiesloch sind mehrere tausend Apfel-, Birnen-, Nuß-, Kirschen - und Zweischgen-Slämmchcn in billigen Preisen zu haben. Pforzheim- HD i en st-An t ra g.st Bei hiesigem Obereimte wird demnächst eine Aktuarftelle, mit fixem Gehalt von Soa fl-, erledigt werden. Wer Lust zu dieser Stelle hat, beliebe sich, unter Vorlage der erforderlichen Zeugnisse, dahier zu melden. Pforzheim, den 27. Februar ,8-7. Großherzogliches Oberamt. Deimling. Karlsruhe. fHaus- Versteigerung, st Da zu der unlängst stattgefundenen Versteigerung des vormaligen — an der Ecke der neuen Adler - und Zähringer-Siraße gelegenen — Postgcbäudes ein Nachgeboi gemacht worden ist, so soll dieses Gebäude zum drittenmal, unter Ratifikations - Vorbehalt, auf Steigerung gesetzt, und solches wieder auf dem hiesigen Rakhhause am Mittwoch, de» 7 März d. I., um 2 Uhr Nachmittags, lMgeridinnien werden- Die Verkaufsbedlngungen und der Plan des Hauses kkn« nen auf diesseitiger Kanzlei eingesehen werben. Karlsruhe, den 26. Februar 1827 Großherzogliche Oberpostdircktion. Frhr. v. Fahnenberg. Vär. § i ß. Karlsruhe. fFourag eliefcrung betr.st Die Lieferung der Fourage für die Garnisonen Karlsruhe mit Gortsaue und Umgegend, und Mannheim, in den 3 Monaten April, Mai und Juni d. I., wirb den ,6. nächsten MonatS März, bei Unterzeichneter Stelle, auf die bisherige Art, durch Sou- missioncn, an den Wenigstnehmende» begeben. Das Nähere hierüber enthalten die Anzeigeblättcr des Murg - und Pfinz- kreises, dann des Neckarkreises. Karlsruhe, den 25 . Febr. 1627. Großherzogl. Badisches Kriegsministerium, v. Schaffer. Karlsruhe. sLeihhauspfSnder. Versteigerung, st Moniag, den 26. März d. I., nimmt die Versteigerung der verfallenen Leihhauspfänder ihre» Anfang; welches mit dem Anhang bekannt gemacht wird, daß nach dem 17. März keine verfallene Pfandscheine zum Prolongiren mehr an, genommen werden können. Karlsruhe, den 27. Febr. 1827. Großherzogliche Kommission. Kaufmann. Karlsruhe. fWein-Versieigerung.st In dem herrschaftlichen Keller zu Ettlingen werden Mittwoch, den 7. März d. I., gegen LI ika Ohm 1825er ^ und > Wein, Ettli'nger Gewächses, 22 Ohm 1826er ) versteigert, lind bei Erreichung annehmbarer Gebote sogleich, gegen Bezahlung, abgegeben. Karlsruhe, den 24. Febr. ,827. Großherzogliche DomainenvcrwaltUNg. F r i c s c n e g g e r. Karlsruhe, f Häufe r-V er ste ig erun g.st In Gemäßheit des Beschlusses Großherzogl. Stadranuü vom 7. d. M., Nr. , 853 , werden die der Elkan R e u t I i n g e r'schei» Wittwe gehörigen zwei Häuser: 1) ein dreistöckigtes Haus in der langen Straße, einseitS neben Rathsverwandten Bayer und anderseits neben Weist Reutlingers Wittwe gelegen, mit Nr. 33 bezeichnet , 2) ein dreistöckigtes Haus in der Waldhvrnstraße, einseits neben Herrn Geheimen Rath v. Gail ing und anderseits neben Herrn Staaisralh v. Wechmar gelegen, mit Nr g bezeichnet, nochmals Montag, den,2. März d. I-, Nachmittags r Uhr, auf diesseitigem Bureau, auf Steigerung gesetzt; wovon die «Lteigerungslikbhaber mit dem Bemerken hiemit in Kenntniß gesetzt werden, daß auf das Haus in der langen Straße i 5 goo fl., und auf jenes in der Waldhornstraße ,2,100 st. bereits geboten, und daß bei dieser Steigerung, auf annehmliche Gebote, der definitive Zuschlag erfolgen werde. Karlsruhe, den -c>. Febr. 1827. Großherzogliches Stadtanitsrevisorat. K c r l c r- Freiburg, im Breisgau. sVücher - Verstcige. rung.st Die in dem unlängst ausgcgebencn gedruckten Kataloge auf den 5 . März und die folgenden Lage angcsctzie öffentliche Versteigerung theologischer Doublctten der Universi- 335 täts-Bibliothck zu Freiburg im Breisgau mußte, eingetrcte- mr Hindernisse wegen, verschoben werden, und es wird nun« uiekr diese bedeutende Sammlung theologischer Bücher Montag, den - 4 > Mal, und die folgenden Tage, Vormittags von g bis 12 und Nachmittags von s bis 4 Uhr, aus der Univcrsiiüts-Bibliothek zu Freiburg im Breisgau, ge« acn gleich baare Bezahlung, öffentlich versteigert werden, wo« »u die Büchcrliebhaber höflichst emgcladen sind. Der gedruckte Katalog wurde schon zum Theil vor einigen Monaten an die Universi täten, und an die Buchhandlungen vonGroos und Winter in Heidelberg, von Levrault in Siraßburg, von Herrn, a» n uud Barren trapp i» Frankfurt, von Stetti n in Ulm und vonHinrichö in Leipzig, zur ge- lälligstcn Mittheilung an Bücherfreunde, versendet, und kann auf der hiesigen akademischen Bibliothek und in allen hiesigen Buchhandlungen täglich cingesehen, so wie die zu versteigernden Bücher im Biblioiheklvkale besichtiget werden. Fretburg, im Greisgau, den 26. Febr. 1827. Die akademische Bibliotheksbeamtung. Freiburg. sBauabsteigerung eines neue« und Versteigerung des stehenden Pfarrhauses jn Ebnet.fs Durch hohen Beschluß des Großherzogl. hoch- preißlichen Ministerii des Innern, katholischen Äirchensektion, vom 2». Januar Nr. 6-7 d. I., ist der Bau eines neuen Pfarrhauses nebst OekonomiegebäudeS — zugleich aber auch der Verkauf des allen Pfarrhofs in Ebnet angcordnet. Die Absteigcrung des neuen Baues an Weuigstnebmenden und die Versteigerung des stehenden Pfarrhauses an Meistbietenden wird zu Ebnet Freitag, den 16 März, Nachmittags s Uhr, vorgenommen, wozu die steigerungslustigen Handwerksmeister und Kauflustige hicmit mit dem vorgeladen werden, daß der Bauriß, die Ueberschläge und die Bedingungen bet diesseitigem Amte täglich einzusehen sind, und bei der Abstcigerung noch vorgrlegt und bekannt gemacht werden. Freiburg, den 22. Febr. 1827. Großherzoglichcs Landamt. Wetzet. Brette». fFrucht-Versteigerung.fi Montag, den r2. März d. I., Vormittags ic> Uhr, werden auf diesseitigem Bureau von dem herrschaftlichen Speicher zu Johlt n g e 11 isto Malter Dinkel und 3 o Malier Gerste gegen baare Bezahlung bei der Abfassung in Steigerung verkauft werden. Breiten, den 26. Febr. 1827. Großhcrzoglichc Domainenverwaltung. Hoher. Müllheim. sfBadhauS« und Wirth schüftö- D erstei ger ung.,fs Das zur Gantmaffe des Wilhelm Christian Schnell gehörige Gast - und Babhaus zum Römerbad in Badcnweiler, wird bis Montag, den 3 -. März d. I., Vormittags ,0 Uhr, inLoco Badenweiler, einer öffentlichen Versteigerung ausgcsetzt. Das Gebäude, unter welchem eine wohleingerichtetc Bade- Anstalt angebracht ist, enthält nebst dieser zwei WiNhschafts- zimmer und einen Speiscsaal, nach dem neuesten Geschmack erbaut, von vorzüglicher Größe, 24 Gastzimmer, ohne die Mansarden, Chaisen - und Holzremife, Stallungen und zwei gewölbte Keller. Mit Liesen Gebäulichkeiten werden zugleich verkauft 6 Ju- cherten Gemüsgarlen und Wiesen, welche mit Obstbäumen verschiedener Arten anzcpflanzt sind. Die Lage des Gasthofes gehört zu den reizendsten des Ba- KWcn Oberlandes, und die HcilMllcn dieses berühmten Badeplatzes und deren Besuch sind im Jn - und Ausland« zu sehr bekannt, als daß eines oder das andere besonderer Hcr- aushebung bedürfte. Die respekiiven Kaufliebhaber sind cingeladen, sich an obe- gedachtem Ort, Tag und Stunde cinzufinden, und wird für auswärtige Sleigerungsiustige nur noch bemerkt, daß sich dieselben mir legalen Vermögens- und Leumundszeugnissen aus« zuweiscn haben. MüÜheim, den 20. Febr. 1827. Großherzoglichcs Amtsrevisorat. Rupp. Radolphzell. sfJn Verstoß gekommene Pfand- urkunde.j Die gesetzlich ausgeferiigte Psandurkunde des Konrad Do sch von Rielasingen zu > 5 o fl., auf die SiiflSda- me von Rcichlin zu Konstanz lautend, ist in Verstoß gekeilt» men. Derjenige, welcher eine Ansprache hierauf zu machen gedenkt, wird unter dem Rechlsnachtheil mit Frist von 3 Monaten hiezu aufgefordert, daß diese Pfandurkunde dann für wirkungslos, und die Zahlung des Kapitals an die dermalen bekannte Gläubigerin für rcchtSgiltig erkannt würde. Radolphzell, den 23. Febr. 1S27. Großherzoglichcs Bezirksamt. R i g g l er. Karlsruhe. sB e kan n nn a ch,1 n g.fl Mit Einwilligung der Elkan Reutlinger'schenWiitwe von hier wurde die Verwaltung ihres sämmtlichen Vermögens unter eine aus ihren und ihrer Gläubiger Bevollmächtigten bestehende gemeinschaftliche Administration gestellt. Alien denjenigen, welche aus irgend einem Grunde an besagte Elkan R e u t I i n- ger'fche Wittwe Zahlungen aller Arr zu machen haben, wird dieses mit der Aufforderung bekannt gemacht, an Niemand anders, als an den gerichtlich bestellten 6urstor mssoso, Handelsmann Karl Posselt dahier, ihre Zahlungen zu leisten, indem nur an diesen dieselbe gültig geschehen kann- Karlsruhe, den 17. Febr. ,627 Großherzogliches Stadtamt. Baumgärtner. Lörrach. sAuffordrung.fi Am ,1. d. M. starb i- Kandcrn der pensionirtc Großherz. Bad. Obereinnehmer Karl Ludwig Ptktius, als Wittwer und kinderlos, ohne cinci» lezten Willen zu hinterlaffen, nachdem seine Ehefrau Elisabe- tha, geb. Fritsch, aus Lichtenstadt in Böhmen schon früher vor ihm gestorben war. Alle jene, welche aus Erbrecht oder aus sonst irgend einem RechtSütcl Anspruch auf die Verlassen- schafi der PittiuS'schen Eheleute machen zu können glauben, werden daher «ufgefordert, » dato binnen 6 Wochen um so gewisser dahier entweder selbst oder durch gehörig Bevollmächtigte sich zu melden, und die ihre Ansprüche belegenden Urkunden zu produzircn, alS sonst die Verlaffenschaft, rechtlicher Ordnung nach, den schon bekannlc» nächsten Jntk- stalerben auögcsolgt werden wird. Lörrach, den 18. Febr. ,827. Großherzoglichcs Bezirksamt. Teurer. Ettlingen. sMundt 0 dt-Erklärung u. Schul- d cn-L i q u i d a t io n.fl Ignaz Becker von Reichenbach, Sohn des AloiS Becker, ist im ersten Grade für mundtodt erklärt, und unter die Pflegschaft deSIgnaz B e ck er, Schuhmachers von da, gesezt, ohne dessen Einwilligung kein gültiges Geschäft mit jenem abgeschlossen werden kann. Zur Liquidation der Schulden des mundtodt gemachten Jz- naz Becker ist Tagfahrt auf den 2S. März d. I., Vormittags ro Mt ZZ6 vor hiesigem Amte anberaumt. Wer hierbei seine Forderung nicht liquidirt, muß sich gefallen lassen, daß solche für eine erst nach der Becker'schen Mundtodt-Erklärung entstandene Schuld geachtet werde. Ettlingen, den 24. Febr. 1827. Großherzoglichcs Bezirksamt. Keller. Wies loch. sSchulden-LiquidationH Gegen Christoph Mails mann vom Oberhof, haben wir Gant erkannt, und Tagfahrt zur Schuldcnliquidation auf Mittwoch, den 21. März l- I., auf diesseitiger Amtskanzlei anberaumt. Die Gläubiger haben daher an diesem Tage entweder selbst, oder durch gehörig Bevollmächtigte, mit etwa habenden Beweisurkunden, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse, zu erscheine». Wiesloch, den 7. Febr. 1627. Grvßhcrzvgliches Bezirksamt. Böhler. Rastatt, s S ch ul d e n-L i q u! da ti on.H Uebcr das Vermöge» des Anton Meßbecher von Oelkigheim ist Gaitt- prozeß erkannt, und Tagfahrt auf Dienstag, Len 27. März d. I , früh 9 Uhr, bestimmt, wozu die Gläubiger, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse, ihre Forderungen auf diesseitiger Ober- aitttskanzki zu liquidiren haben. Rastatt, den -6. Febr. 1827. Großhcrzogliches Oberamt. Müller. Sffenburg. s Ed ikta ll a dung.) Georg M a r z- luf von Marlen, Stabs Golbscheuer, welcher 1791 in K. K. Oestreichischc Kriegsdienste getreten, und seither keine Nachricht von sich gegeben hat, wird aufgefordert, sich binnen Jahresfrist zum Empfang seines unter pstegschafiiicher Verwaltung stehenden, nach leztcr Pflegrechnung 658 fl. 45 kr. betragenden Vermögens zu melden, sonst wird er für verschollen erklärt, und reffen Vermögen seinen sich darum meldenden Anverwandten, gegen Kaution, in fürsorglichen Besiz gegeben werden. Offenburg, den 19. Febr. ,827. Großherzogliches Sderamt. Orff. Gengenbach. sEdiktalladung. Z Die seit 28 und 38 Jahren auf der Wanderschaft, unwissend wo, abwesenden Gebrüder, Joseph Benedikt Heid, Kiefer, und Friedrich Georg Heid. Schlosser, von hier, oder ihre etwaigen Leibes- erben, werden hiermit aufgefordert, sich binnen Jahresfrist . dahier zu melden, und ihr angefallencs Vermögen in Empfang zu nehme», widrigens sie für verschollen erklärt, und das weitere Gefezliche über ihr Vermögen verfügt werden wird. Gengcndach, den 6. Febr. 1627. Gtvßhcrzoglichcs Bezirksamt. Bossi. Nbcinbischofsheim. f E d ikt a lla dun g. Z Fried- rich Götz aus Lichiciiau, 48 Jahre alt, ein Büchsenmacher, der sich vor 29 Jahren von Haus entfernt, und vor i 5 Jahren die leite Nachricht aus Nordamerika von sich gegeben hat, so wie dessen Bruder Ludwig Götz aus Lichtenau, 4 k> Jahre alt, von welchem vor 10 Jahre» die lezte Nachricht ans Südamerika einlief, werde» auf Betreiben ihrer nächsten Verwandten hiemik aufgeforderk, binnen Jahresfrist von ihrem L.ben und Aufenihalt Nachricht hieher gelangen zu lassen, und ihr ihnen angcfallcneS Vermöge» in Empfang zu nehme», da es sonst, inner ihrer Verschollenheitserklärung, ihren nächsten Verwanden, gegen Kautionsbestellung in fürsorgliche» Besitz gegeben werden soll. Rheinbischofshcim, den r 3 Febr. 1827. Großherzoglicheö Bezirksamt. I ä g e r s ch m i d. Gengenbach. fV er scholl en h ei ts- E r klä run g.) Da der im Jahr 1794 unter die Conde'ischen Truppen getretene Soldat Marti» Huber von Berghaupten sich auf die ergangene Ediklalladung vom 29. Sept. i6-5 weder gestellt, noch sonst Nachricht von sich gegeben hat, so wird nunmehr derselbe für verschollen erklärt, und dessen in eirea 1100 fl. bestehendes Vermögen seinen sich darum gemeldet habenden Verwandten in fürsorglichen Besitz, gegen Kautlon übergeben. Gengcnbach, den 22. Febr. 1Ü27. Großhcrzogliches Bezirksamt. Bossi. Bruchsal- sVerschollenheits - Erklärung. Z Philipp Waas und Kaiharina Waas von Ocstringen, welche sich in Folge der Ediktalladung vom 5 . Juli vorigen Jahrö, Nr. 16.61g, nicht sisiirt haben, werde» anmit für verschollen erklärt, und wird deren Vermögen den bekannte» nächsten Verwandten zum fürsorglichen Besitz zverkannt. Bruchsal, den 12. Febr. >827. Großherzvgliches Oberamt. G e in e h l. Schaffhausen. sAnzeige.^ In der lithographischen Anstalt des Unterzeichneten ist die Stelle eines im Schriftfache besonders geübten Lithographen unter sehr vortheilhaftcn Bedingungen zu besetzen. Die dazu Lustiragenden und Fähigen belieben sich zu wenden an Franz Hurter, Steindruckerei-Vesitzer in Schaffhausen. Homöopathische Taschen-Mag net-Stäbchen und galvanische Antidoten, deren heilsame Wirkungen sich in vielen, bisher für unheilbar gehaltenen Kraukhutszuständcn, vorzüglich aber in dem langwierigen sogenannten nervösen Kopf- und Zahnweh, so wie i» gichtischen und rheumatischen Schmerzen auszeichnen, und zu deren Auwendungsart der Unterzcichte Anleitung gibt, sind zwölf Lage nach in portofreien Briefen gemachter Bestellung und Uebcrscndung des Betrags zu haben bei Vr Karl Aug. Metz, in Dreieichenhayn bei Frankfurt. Zu mehrerer Bequemlichkeit hat Unterzeichnete Anstalt von Hr». vr, Metz diese homöopathische Magnetstäbchen in Kommission übernommen, und sind solche auf portofreie Briefe und Beifügung des Betrags, nebst 4 kr- Einschrcibgcld, zu haben auf dem Allgemeinen Geschäfts- und Jndustric-Komptoir. (Expedition des Frankfurter Journals- Preise: Stäbchen ohne Armatur ä 5 fl. 4S kr. ) diilo mit Armatur s 4 fl. 4S kr. ? pr. Stück. Antidoten - « s s fi. 4, kr. i LiNeger und Drucker: P. Mack so», e - >