Karlsruher e t Nr. 87. Mittwoch, den 28. März t u n g. 1827. Baden. (A»Sz. aus dem großherzogt. Staats - und Regiernngs-Vkati vom -6. März.) — Baiern. — Frankreich. — Großbritannien. — Italien. (KLn. beider Sizilien.) — Leßreich. — Portugal. — Schweiz- — Verschiedenes. — Dienßnachrichle». Baden. Das großherzogl. Staats - und Regierungsblatt vom 26. März, Nr. VIll, enthält folgende die Erhebung der Gerichtssporteln in Parthiesachen betreffende Verordnung deS Justizministeriums : Zur Beseitigung der über den Einzug der Gerichts- sportelu in Parthiesachen entstandenen Zweifel wird unter Zustimmung des großherzvglichen Mmisterii deS Innern und auf die aus großherzoglichem Slaatsministcrio erfolgte höchste Genehmigung vom 1. d. M. Nr. 225 hierdurch verordnet: 1) Die Gcrichtsfporteln müssen nach den Vorschriften der Tax - und Sportel-Ordnung vom 17.Julil807 §.6, so wie der diesseitigen, durch das Regierungsblatt vom Jahr 1824 Nr. XIX verkündeten Verordnung vom 27. Aug. 1824 §. 1 — 3, von derjenigen zahlungsfähigen Parlhie, auf deren Ge, such oder Veranlassung ein richterlicher Beschluß er, geht, sogleich bei vessen Zustellung oder Eröffnung, ohne Rücksicht auf die Ersaz-Verbindlichkeit eines andern, entrichtet, und selbst in dem Falle, wenn ein Rekurs - oder Rechtsmittel dagegen eingelegt wird, vorschußweise bezahlt werden. 2) Demnach ist der Kläger keineswegs zum Vorschuß aller und jeder Kosten im Laufe eines Rechtsstreites verbunden; vielmehr muß der Beklagte die Kosten derjenigen Gerichtshandlungcn vorläufig übernehmen, welche er selbst zunächst veranlaßt hat. Aus demselben Grunde müssen nicht minder die durch Anträge beider Theile, oder auch durch Verfügungen von Amtöwegen, veranlaßten Kosten von den Par, thien zu gleichen Lheilen vorläufig bestritten werden. S) Diejenige Parthie, welche durch Ungehorsam, Streit, Verzögerung, Veranlassung vergeblicher—vderVer, eitlung angevrdneter — Gerichtshandlungen, besondere Kosten verursacht, hat solche ohne Rücksicht auf den künftigen AuSgang deS Rechtsstreites a l, lein und sogleich zu berichtigen. 4) Die Kosten der wirklichen Hülfsvollstreckung auS einem vollzugreifen Urthcil, oder einem gerichtlichen Angriffsbefehl, ist der hienvegen anrufende Theil für seinen Gegner vorzuschießen in der Regel nicht verbunden, indem solche Kosten allemal von dem Schuldner getragen, und aus dessen bereitesten Mik- trl bestritten, nur aber in Ermangelung solcher Zahlungsmittel von dem anrufenden Theil vorge- streckt werden müssen. 5) Die in dem §. 4 der Verordnung vom 27. August 1824 enthaltenen weitern Bestimmungen bleiben fortwährend in Kraft, und sind daher in verkommende» Fällen, wie bisher, gebührend in Anwrn- düng zu bringen. II. Folgende den Gebrauch des 30 kr. Stem- pels zu Vollmachten betreffende Bekanntmachung des Ministeriums.des Innern: Man findet sich veranlaßt, die Justizministeriaf- Verordnung vom 11. Nov. 1812 Regierungsblatt Nr. XXXV, worin enthalten ist: "daß in Gemäsheit deS §. 2l der Stempelordnung vom Jahr 1807 das Stempelpapier nach den vorgeschriebenen fünf Klassen zu 3, 6, 15, 30 und 60 kr. vorschriftmäßig gebraucht, insbesondere zu Vollmachten bei den obersten Landesstellen, sich deS Stempelpapiers sä zokr. xer Logen bedient werden soll, und zwar mit dem Anfügen, daß im gegeutheili« gen Fall unnachsichtlich die gesezliche Taxe des 20fachen Betrags des entweder nickt gebrauchten Stempelpapiers, oder so weit es in höherem Betrag hätte genommen werden sollen, angesezt und erhoben werden solle,« zu Jedermanns Nachachtung wiederholt öffentlich bekannt zu machen. D a i e r n. Am 20. Marz verstarb zu München der königl. wirkliche Staatsrath im ausserordentlichen Dienste, Hr.Joh. Nep. Frhr. v. Käser, im 79. Jahre seines Lebens. — Der Eos zufolge wird Demviselle Schechner, jezt in Wien, Nackfolgerin der unvergeßlichen Vespermann bei der königlichen Hvfbühnr zu München. Frankreich. Die von der Pairskammer zur Prüfung des Ge- sezes über die Polizei der Presse ernannte Kommission besteht aus den HH. Graf Pvrtalis, Baron Portal, Graf Bastard, Herzog von Briffac, Abbe Herzog von Montesquieu, Herzog von LcviS und Herzog von Broglie. Es waren 171 Pairs versammelt: absolute Majorität, 86. GrafPortaliS erhielt 164 Stimmen; Baron Portal 154; Graf von Bastard 122; Herzog von Bris- sae 100; Abbe Herzog von Montesquieu 99; Herzog vvn LeviS 96; Herzog von Broglie 86. Der Graf von Laforcst hatte 76, der Vicomte vo» Chateaubriand 67 und der Gras Mole 63 Stimmen n- -alt»n. 478 In ihrer Sizung vom 24. beschäftigte sich die Pairs- kammer mit dem den Negerhandel betreffenden Gesez- entwürfe. Der H. Markts von Marders wurde gehört sowohl über den Gesezentwurf selber, als auch über die von der Deputirlenkammer angenommenen Amendements; worauf daö Gesez mit einer Mehrheit von 154 Stimmen gegen 4 genehmigt wurde. — Die ivlchtrgsten Bestimmungen des nunmehr genehmigten GcsezeS zur strengern Bestrafung deö Sklavenhandels sind: Dre Raufleute, E'genthümer, Fakto« reu u»ü alle Diejenigen, die sich auf irgend eine Weise mit dem Negerhandel befaßt haben, der Kapitän oder Befehlshaber, so wie die andern Schiffs-Offiziere, alle Diejenigen, welche wissentlich an diesem Handel als Versicherer, Aktionärs, Lieferanten oder unter jedem andern Titel Thnl genommen haben, werden mit der Verbannung bestraft. Der Kapitän und die Offiziere werden für unfähig erklärt, auf den köuigl. oder Handelsschiffen irgend eine,(Dienst zu erhalten. Die übrigen Individuen der Mannschaft werden zu einer Einsperrung von 5 Monaten bis 5 Jahren verurtheilt. Ausgenommen sind diejenigen Individuen, welche binnen 1Z Tagen nach Ankunft des Schiffes dem Marinekommis- sar oder den Behörden in den Häfen, dem Gouverneur, Kommandanten oder andern Behörden in den franzöf. Inseln oder Bcsizungen, oder den königl. Konsuln in fremden Häfen, die zu ihrer Kenntniß gekommenen Lhat-- sachen des NegerhandelS entdeckt haben. Die Verdam- mungS-Urtheile wegen verübten NegerhandelS werden in den offiziellen Theil des Moniteurs auszugsweise einge, rückt. Dieser Auszug enthält die Namen der Verunheil« ten, des Schiffes und des Hafens, woraus sie abgegangen sind. Die in diesem Gcseze ausgesprochenen Strafen find von denjenigen unabhängig, die laut des Strafge- sezbuchs wegen am Bord der Schiffe verübter Verbrechen erkannt werden können. — Sv streng auch dieses Gesez lautet, so behaupteten doch Mitglieder der Opposition, rö werde fruchtlos seyn, so lange die bisherige Kolv- nial-Gesezgebung beibehalten werde. — Die PairSkammer hat eines ihrer ehrwürdigsten Mitglieder in der Person deS H. Christian von Lamoignon verloren. Dieser Paic war erst 56 Jahre alt, und hatte den ganzen Adel deS Charakters und alle Tugenden, die gleichsam die Apanage seiner berühmten Familie sind, ^u Anfang der Revvluzion folgte Ehr. von Lamoignon den Prinzen in der Auswanderung, mit seinen beiden Brüdern August und Karl. Dieser leztere gab in dem Treffen von Quiberon ein rührendes Beispiel von Heldenmuts» und brüderlicher Freundschaft: Christian war von einer Kugel in den Schenkel getroffen worden; Karl nimmt ihn auf seine Schultern, trägt ihn zu den englischen Schaluppen, und kehrt, nachdem er ihn in Sicherheit gebracht, auf Vas Schlachtfeld zurück. Die Kapitulation hat statt. Karl von Lamoignon, zum Gefangenen gemacht, wird mit Sombreuil und feinen ta- pfcrn Waffenbrüdern erschossen. Durch feinen grvßmülhigen Bruder gerettet,, wurde der Vicomte von Lamoignon in einem Hafen Groß- ' britanniens an's Land gebracht. Er war so schwer verwundet, daß man davon sprach, ihm das Bein abzu- nchmen: man hätte wohl daran gelhan; denn dieses Glied, von dem man sich gezwungen sah daS Fleisch und die Muskeln abzuschneiden, hat, zu sehrgeschwächt um sich nähren zu können, seine Lähmung immer weiter verbreitet, und zulczt de» Tod LeS edlen PairS verursacht. — Es heißt, der H. Abbü Frutrier, gewesener Pfar, rer der Magdalenen-Kirche dahier, und gegenwärtig Bischof von BeauvaiS, scy als Lehrer-Adjunkt bei Sr. k. H. dem Herzoge von Bordeaux angestellt. Aus diese Art würde er entweder der Gehülfe des H. Abbe Tha- rin seyn, oder den H. Bischof von Straßburg (wegen dessen zerrütteter Gesundheit) gänzlich ersezen. — Der Almanac du Clergv für 1627 (auS dem die KarlSr. Ztg. schon in Nr. 79 Auszüge enthielt) belehrt unS, daß am 1. Jänner in Frankreich 3 Kardinälc, 14 Erzbischöfe und 66 Bischöfe vorhanden waren. DieSe» Mlnarien enthielten 6576 Zöglinge in der Theologie, und 3570 in der Philosophie; die Studenten allerKlas- sen beliefen sich auf 20,675 in den Seminarien, auf 7339 in den sogenannten Kollegien, und auf 2241 bei den Pfarrern. — Hier folgt die Gegeneinanderhaltung der in Frankreich und England, im Laufe des Jahres 1625, begangenen Verbrechen und der hierauf erfolgten Urtheile: In Frankreich gab eö, bei einer Bevölkerung von 30,500,000 Seelen, 7234 Angeklagte, worunter 2640 freigesprochcn und 4594 vrrurtheilt wurden. In England zählte man, bei einer Bevölkerung von 12,000,000 Seelen, 14,437 Angeklagte, worunter4473 Freigesprochene und 9964 Verurtheille. Unter diesen Verurtheilten gab es In Frankreich 176 zum Tode, 1622 zur Galeere. 1370 zur Einsperrung, und 1426 zu korrektionellen Strafen Verurtheilte; In England 1036 zum Tode, 1674 Zur Transportation, 6973 zur Einspcrrung und 281 zu korrektionellen Strafen Verurtheilte. Man ersieht aus der Zahl der Angeklagten, daß im l. 1625 in England gegen die Personen und das Ei« genthum doppelt so viel Verbrechen als in Frankreich verübt wurden; da aber die Bevölkerung Frankreichs )0 Millionen Seelen beträgt, während die von England und Wallis sich nur auf 12 Millionen beläuft, so ergibt sich hieraus, daß in Frankreich auf 4400 Einwohner nur ein Angeklagter kömmt, während in England von 631 Individuen einer vor die Assisen gestellt wurde. Gehen wir in dieser merkwürdigen Vergleichung weiter. Im I. 1625 sprachen die französischen Gerichte 176 Todesurtheile aus, und von diesen wurden 111 wirklich vollzogen. Im nämlichen Jahre erfolgten in England 1036 Todes-Urtheile, wovon aber nur 50 zur Vollziehung kamen. Hier bietet sich eine peinliche Betrachtung neben einer tröstenden Wahrheit an. In Frank- 479 reich gab eS nur Einen zum Tode Derurtheilten auf 170,000 Individuen; in England hingegen auf blos 11 565 Individuen einen zum Lode Verurtherltcn. dieß ist'daS Vcrhältniß von 1Z zu 1. Die Engländer wollten wissen, welches während 20 Jahren ihre moralische Lage gew.s.n ist. Ließ ist sehr werfe; denn um die Krankheiten des gesellschaftlichen Körpers zu heilen, muß man die Fortschritte und die Ausdehnung deö UebclS kennen. Man hat also die An» zahl der Verbrechen und Verurtheilungen, seit 1605 biS 1625 einschließlich, konstalirt. Wir wollen blos das erste und lezte Jahr dieses Zeitraums Miteinander vergleichen , indem daS Vcrhältniß der andern vcrmulhet werden kann und überdieß nur eine stets wachsende Progression darbietet, wie die Staatsschulden, wie die Anzahl Oer Maschinen und die jährliche Ausfuhr der Fabrik- und Manufaktur-Erzeugnisse im nämliche» Lande. Im I. 1605 gab rS 4-05 Anklagen; 350 Individuen wurden zum Tode, 595 zur Transportation, 1638 zur Einspcrrung verurtheilt; 1622 wurden freigefprochen. Im I. 1625 gab cs 14,457 Anklagen; 1056 Individuen wurden zum Tode, 1674 zur Transportation, 7274 zur Einsperrung verurtheilt; 4473 wurden freigesprochen. Wahrlich, dieß ist schrecklich! — Madame Louis Ternaux, Schwiegertochter deö rühmlich bekannten Tuch-Manufaktur-Lelizers Ternaux, ist, kaum 27 Jahre alt, gestorben. Sie war eine von den edlen Pariserinnen, die den größten Eifer zeigten, Unterstüzungen für die unglücklichen Hellenen zu sammeln. — Es hat sich zwischen Madame Fodor Mainvielle und der Verwaltung der Akademie royale de Musique ein Prozeß erhoben. Folgendes ist von diesem RechtS- handel zu unserer Kenntmß gekommen: Madame Fodor, auf 5 Jahre bei dem königlichen Theater der italienischen Oper engagirt, für 46,000 Fr. jährlich, ist erst ein einziges mal, gleich nach einge- gangcnem Engagement im Dezember 1625, auf dem Theater erschienen; sie Hai von ihrem Jahrgehalt schon 20,000 Franken für diese einzige Vorstellung bezogen; zu wiederholten malen aufgefordert zu spielen, weigerte sie sich beharrlich unter dem Vorwände der Kränklichkeit; im November 1626 zeigte ihr die Verwaltung die Aufhebung ihres Engagements an, weil sie es nicht gehalten habe; nun behauptet sie aber berechtigt zu seyn, di« ganze Jahrs-Besoldung von 48,000 Fr. zu beziehen. Die Gerichtshöfe werden entscheiden, bis in wie weit ein solcher Anspruch zulässig ist. Großbritannien. H. Doktor Lyall, bekannt durch seine Schriften über Rußland, geht als Agent der klinischen Regierung an den Hof des Königs Radama auf der Insel Mada- gascar. Der Vertrag, den dieser für die europäische Zivilisation sehr empfängliche König zur Abscliaffrrng des Sklavenhandels geschlossen, machte schon seit mehreren Jahren die Gegenwart eines brittischen Residenten da» selbst nvthwendig. Italien. (Königreich beider Sizilien.) Neapel, den 7. März. Im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten haben folgende Veränderungen statt gehabt: Der Fürst Antonio Pignatelli, Geschäftsträger am dänischen Hofe, geht mit dem nämlichen Charakter nach Lissabon. Der Fürst von Palazzolo, Don Fulco Ruft fo dl Calabria, Gesandtschafts-Sekretär zu Madrid, ist zum Geschäftsträger in Dänemark ernannt. Der Graf Don Feröinando Lucckesi Palli de'i Prompt di Camvo- franco, gegenwärtig General-Konsul in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, ist zum Geschäftsträger in Brasilien ernannt. O e st r e i ch. Wien, den 22. März. Metalliques 66'/^; Bank, aktten 1052. — Unser Beethoven liegt beinahe schon volle vier Mo, nate an einer äusserst langwierigen und schmerzhaften Krankheit, der Wassersucht, darnieder, welche, wenn sie nicht sein Leben bedroht, ihn doch für lange Zeit in der Thätigkeit seines regen Geistes hindern dürfte. Kaum eifuhr man in London den traurigen Zustand dieses hochgefeierten Meisters, alS einer seiner wärmsten Freunde und Verehrer, Hr. MoscbeleS, mit regem Eifer die Sache der dortigen philharmonischen Gesellschaft vertrug, welche dann in einer großen Versammlung einstimmig beschloß, ihn nicht nur für de» Augenblick, sondern auch für die Zukunft mit allem zu unlerstüzen, was er nur immer bedürfe. In Folge dessen ließ die Gesellschaft Hrn. von Beethoven durch das Haus Rothschild einstweilen 1000 fl. K. M. übcrmachen, mit dem Beisaze, nichts zu sparen, was ihm seine Gesundheit, und damit wieder sein freies Wirken im Reiche der Töne, verschaffen könne. — Mit welcher innigen Rührung Beethoven diese cdelmüthige Handlung vernahm, läßt sich wohl kaum beschreiben, und hätten die würdigen Männer in London davon Zeugen seyn können, so würde dieß schon allein hinreichende Belohnung für sie gewesen seyn. Beethoven ist in ärztlicher Hinsicht 01 den besten Händen. Seine Umgebung besieht ans seinem Jugendfreunde, dem kais. kdnigl. wirklichen Hoftathe von Breuning, und seinem vieljährig erprobten Freunde, H. Musikdirektor Schindler, der ihm mit aller Aufopferung die Dienste eines wahren Freundes erweiset. Möge cs der Vorsehung gefallen, uns und der gesammten Kunstwelt diesen Heros der Tonkunst »och lange zu erhalten. — Mehrere aus Konstantinvpel gekommene Privat- hriefe vom 1. März hatten gemeldet, daß der französische Botschafter Graf Guilleminot den in Betreff der Pa- zifikatlvnGrieckenlands von Seiten Englands und Rußlands der Pforte gemachten Anträgen beigetretcn scy. At- lein dem ist .nach zuverlässigen Angaben nicht so; man weiß hier bestimmt, daß Frankreich jenen Anträgen noch nicht beigetreten ist. Portugal. Lissabon, den io. März. Die Pairskammer hat die Fortsezung deö gegen den Deputirten MascaranhaS begonnenen Prozesses noch nicht wieder vorgenvwinen. — Erst am 7 . März ist, durch das vimier stumi- nense vom i l. Dezember, die Nachricht von dem Tode der Kaiserin von Brasilien zu Lissabon angekommen. Die Lissaboner Zeitung vom L. ist mit einem schwarzen Streifen eingefaßt. Schweiz. Genf, den 20. März. Der Sohn des Admirals Tombazi, 13 Jahre alt, ist vor einigen Tagen ange- ^ kommen, um hier seineErziehung zu erhalten; mit ihm sind auch die 6 griechischen Waisen angelangt, die das DaSler Komite adoptirt hat, und die dort sollen erzogen werden. In einigen Tagen erwartet man zu Genf den Sohn Colocotroni's. Verschiedenes. Briefe aus Frankfurt a. M. vom 24 . Mär; melden: Nach den Behauptungen unserer Bdrfenmänner wären vier in den gestrigen Nachmittagsstundcn von 2 bis ü Uhr hier von Wien eingetroffene Kouriere, wovon den Einen das Haus Rothschild erhielt, Ueberbringer höchst wichtiger Depeschen gewesen. Es sollen diese Depeschen nämlich die Nachricht enthalten, daß das kaiserl. ösi- reichische Kabinet seinem Gesandten bei der hohen Pforte die bestimmtesten Instruktionen ertheilt habe, mit den Botschaftern von Großbritannien und Rußland ge« meinschaftliche Sache zu machen, um durch kräftige Vorstellungen bei der türkischen Regierung dem ferner» Vergießen des Christen-BlutS in Griechenland Einhalt zu thun. Auch der Korrespondent v. u. f. Deutschland vom La. Marz zeigt an, daß die neuesten aus Wien zuNürn, berg eingegangenen Briefe melden: eS sey daselbst die obige Nachricht allgemein verbreitet, daß das öst- reichische Kabinet seine Mitwirkung zu den von Seiten Rußlands und Englands «öffneten Einschreitungen bei der Pforte zu Gunsten der unglücklichen Hellenen ausdrücklich erklärt habe. — Eine der schrecklichsten Plagen der Einwohner von Luenos-AyreS und Chili ist die Binchuca, eine geflügelte Wanzenart, welche an Gestalt der gewöhnlichen Stubenwanze ähnlich ist, aber die Größe ernes Maikäfers hat. Dieses Insekt verbirgt sich bei Tag in den Stroh - und Rohrdecken der Häuser, und kömmt erst am Abend zum Vorschein. Dienstnachrichten. Die ftandesherrliche Präsentation des bisherigen Rektors zu Moßbach und Pfarrverwesers zu Obrigheim, Karl Kühlenthal, auf die Pfarrer Boxberg, ferner die grundherrliche Präsentation deS Vikarius Johann Michael Frank, von Heidelberg, auf die Pfarrei Helmstädt, Dekanats Neckarbrschoffsheim, hat die StaatSgenehmi« gung erhalten. Theater, Anzergr. Donnerstag, den 2y. März: Die Quaker, Schauspiel in i Akt. Hierauf: Sieben Mädchen in Uniform, Vaudeoille-Poffe in r Akt, nach dem französischen frei bearbeitet, und mit bekannten Melodien, von Angely. Sonntag, den i. April: Don Ranudo de Colibra« dos, Lustspiel in 4 Akten, nach HoUberg, frei bearbeitet von Kotzebue. Hierauf: Divertissement» Anzeige. Mittwoch, den 4. Apri! d. I., wird das MuffkkorxS der großherzoglichen Leibgrenadiergarde eine große musikalische Adendunterhaitung in zwei Abkheilungen im grvßher- zoglichen Hoftheater geben. Der Anschlagzettel wird die Auswahl der Musikstücke näher bezeichnen. Karlsruhe. sMuseum.st Nächsten Freitag, dm 2o. d. M.. ist das -re Konzert im Museum. Karlsruhe, den - 7 .. März,8-7. Die MliseuiuS-KoMtNi'i'fion. Karlsruhe, sAn zeige, st Cabetjau, Dickinge, kal>» berdan in Salz, Pricken, Russischer Caviar, I^angnes tour- r«o« und Pommersche Gänsebrüste, das Stück zu > st. 3o kr.» sind wieder ciiigcrroffcn bei Gustav Sch mied er. Mannheim. sReisegel egenhei t.st Künftigen S. April geht eine leere Chaise von hier über Hessen-Kassel und Haiiilover nach Bremen. Wer sich dieser Gelegenheit bedienen will, beliebe sich bei der Redaktion der Mannheimer Tageblätter zu melde». Frciburg. sS te in d rucke r-G esnch. st ES wer- den zwei Steindrucker unter annehmbaren Bedingntssen ge« suwt, welche sowohl im erhabenen als vertieften Druck genü- gendc Probe» ihrer Fähigketten in diese» Manieren darthun können. Lusttragenbe erfahren das Nähere in der Herder'schen Kunst- und Buchhandlung in Frciburg !m Breis. au. Karlsruhe. sErchen Bau- und Nuzholz-Der«- stcIgerung.st Mit hoher Genehmigung wird am nächsten Montag, den a. April d. I., in dem Ettlingenweyrer Gcmeindswaid, d. s. g. Brcitloch, S 7 zu Bode» liegende Stück Eichen versteigert. Die Liebhaber wollen sich oben gedachten Tag früh g Uhr im Wtrthshaus zum Adler in Eitlingenweycr einfinven, von wo auS sie auf den Plaz geführt werden sollen. Karlsruhe, den -7 März 1627. Großherzogticheö Forstamt Ettlingen. v.-Holzin g. Verleger und Drucker; P. Wacklet.