Karlsruher Zeitung. Nr. 99. Montag, den 9. April 1827. Daiern. — Acic Stadt Frankfurt. — Großherzogthum Hessen. — Frankreich. — Großbritannien. — Niederlande. — Lest» reich. — Portugal. — Rußland. — Türkei. — Amerika. (V. St. v. Nordamerika.) — Verschiedenes. B a i e r n. Schon unter'm lg. Febr. 1622 fand sich das königliche StaatSmüüsterium des Innern zu der Erklärung veranlaßt, daß seit dem Jahre 1609 nicht weniger alö 1103 Rechtskandidaten die zum Eintritt in den Staatsdienst vorgeschriebene Prüfung bestanden haben; daß aber von diesen bis 1822 mehr nicht alS 658 im unmittelbaren Staatsdienste angestellt werden konnten. Es sind während dieses Zeitraums im Durchschnitte jähe, lich 50 geprüfte Rechtskandidaten angestellt worden. Hat daS nämliche Verhälkniß auch von 1822 an fortgedauert, so sind dermalen von jenen 1103 Kandidaten noch 1Y5 ohne Anstellung, und erst 1830 werden alle im unmittelbaren Staatsdienste unterge- brachl seyn. Wie viele Bewerber indessen seit 1822 noch hinzugekvmmen seyn mögen, kann man ungefähr aus der Zusammenstellung der Anzahl der Gym- nasial-Schüler in München von 1808 bis 1627 abnehmen. Diese Zahl, die im ersten Jahrzehend von 1608 — 1617 nur 2379 betrug, ist im zweiten, von 1618 — 1827 auf 6670 gestiegen. Verhältmßmäßig ebenso in den übrigen Lehranstalten. Die meisten wollten sich dem geistlichen Stande widmen. (Wo soll der Staat und die Kirche für so Viele Lrod hernehmen?) — Der kürzlich mit Tod abgegangenen vortrefflichen Sängerin Klara Vespermann wird ein Denkmal errich, tct. Bereits verfertigte der Bildhauer H. Leeb zwei sehr schöne Zeichnungen alö Entwürfe zu einem solchen, u. hat darüber das beifällige Unheil Sr. k. M., dieses erhabenen Kenners und BeschüzerS der Künste, zu vernehmen das Glück gehabt. Freie Stadt Frankfurt. Frankfurt, den 6. April. Se. Exz. der königl. preuß. General-Postmeister und ausserordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister, Hr. von Nagler, ist heulp Morgen nach Berlin abgereist, um die bei der Bundesversammlung eingetretenen Osterferien dem Post- Departement zu widmen. G r o ß h e r z o g t h u m H e s f e n. Der Antrag der Regierung, zur Bewerkstelligung des -rvjektirten Rheindurchstichs am Geyer, oberhalb Oppenheim, die Summe von 203,466 Gulden zu bewilligen , ist schon in den frühem Sizungen der Kammer berathen und genehmigt worden. Diese Arbeit, welche kein Wasser einen schnellem Abzug verschafft und die Nachtheile der Ueberschwemmung vermindert, wird auch der Schifffahrt von großem Vortheil seyn, indem mau einen Weg, zu dem man bis jezt 4 Stunden brauchte, künftig wird in höchstens einer halben Stunde zurücklegen können. Die Natur ist bereits diesem nüzlichen Unternehmen zur Hülfe gekommen; es haben nämlich daS Eiö und hohe Wasser sich in der Richtung des projek- tirten Durchstichs, und zwar ans beiden Seiten und auf eine bedeutende Tiefe, die an einigen Stellen 16 bis 20 Fuß beträgt, eingegraben, und, wie man versichert, beinahe bis zur Hälfte durchgewühlt. Frankreich. Paris, den 7. April. Gestern war der KurS der Sprvzent. konsol. zu 100 Franken; 99 Franken 95 C. /^Prozent. konsol. 92 Fr. — zprozent. konsol. 70 Fr. 90, 65 Cent. — Bankaktien 2020 Fr. — Se. M. find von dem leichten Gicht-Anfall, der Höchstste einige Tage in Ihren Zimmern zurückgehalten hatte, gänzlich hergestellt. — Inder Sizungder Lcputirtenkammer vom 4. April erstattete H. von Vanblanc einen Bericht im Namen der Kommission, die beauftragt war, den Vorschlag des H. Markts von Boösstere zu prüfen. "Lei einem solchen Vorschlag, begann der Berichterstatter, hat die Redaktion eine besondere Wichtigkeit; sie muß dessen Wesen und Charakter festsezen; sie soliden Geist nicht auf unbestimmten Vorauösezungen hcmmir- ren lassen, welche Furcht und Sorge einflößen könnten. Deswegen beginnen wir damit, den fraglichen Vorschlag Ihnen so vvrzulegen, wie wir glaubten, daß er redigirt werden könne: 1. Es soll eine Kommission gebildet werden, welche, wenn Anlaß hiezu da ist, die Kammer auf den Vollzug der Art. 7, 15 uud 16 des Gesezes vom 25. März 1622 aufmerksam zu machen hat. Sie besteht aus 7 in der Generalversammlung, einen Monat nach jedesmaliger Eröffnung der Sizungen, für ihre ganze Dauer zu er- nennenden Gliedern.« Die Kommission hat demnach gar keine Gewalt, sie ist nur da, um Ihre Aufmerksamkeit auf die Befolgung mehrerer Artikel jenes Gesezes hinzuziehen. Die Artikel handeln von der Macht der Kammer, entweder selber, oder aufgewöhnlichem Gerichtswege, die Unpünktlichkeit oder den bösen Willen in den Berichten über ihre Sizungen, so wie die Beleidigungen, zu verfolgen, welche ihr durch die periodischen Blätter oder auf den in dem Gcsrze vom ;7. Mai 1819 angegebenen Wegen wiederführen» Der Hr» de la- Lvesßere 546 Latte blos S Mitglieder vorgeschlagen, wir haben aber die Verhinderungsfälle in Erwägung gezogen, und ihre Zahl auf 7 vermehrt; sodann haben wir vorgc- schlagen, die Kommission erst einen Monat nach Eröffnung der Kammern und wenn die Kammer vollzählig ist, zu ernennen, indem wir beide Zusäze für ndthig hielten» Bevor ich lezteres darlhue, will ich die Einwürfe aufzählen, welche gegen den ganzen Vorschlag gemacht worden sind. Man hat gesagt: "Es wird damit eine Untersuchungs-Kommission angeordnet, die zur Nachlesung aller Journale gehalten feyn würde. Sie wird in Ihren Sizungen die Publizität zerstören, ohne welche die Kammer nicht bestehen kann. Eine solche Kommission ist eine gefährliche Neuerung. Ihre Ernennung geschieht auf eine bisher ungebräuchliche Weise. ES wird ein Streit entstehen, worin die Privatinteressen die Oberhand über die öffentlichen gewinnen werden. Wenn je in den Kammern eine Partheiungs- Majoritat entstände, sie fände in ihr eine schreckliche Waffe, und würde nicht lange anstehen, diese zu mißbrauchen. Dabei handeln Sie rn Ihrem eigenen Interesse, und bedenken nicht daö gemeine Beste. Die Kammer soll sich allerdings in der Achtung erhalten; allein dafür sichen ihr gesezliche Mittel zu Gebote. ES steht jedem Deputirten frei, über die Journale, welche ihn kränken, oder ungetreue Berichte über unsere Sizungen machen, Klage zu führen; allein es ist Sache eines jeden Abgeordneten, ob er sich beschweren will, oder nicht; die Ver- theidigung seiner Ehre kann er aber nicht in die Hände dritter Personen legen.« Die Kommission hat alle diese Einwendungen geprüft, und nach einer langen Beratung gefunden, daß sie sämmtlich »«gegründet sind. — Der Redner geht sie nun einzeln durch, und sucht sie zu widerlegen. Hinsichtlich der Manier, die Kommission zu wählen, bemerkt er: Es ist ein großer Unterschied zwischen den Fällen, in denen Kommissionen erwählt werden. Wird ein Gesez vvrgeschlagen, so geschieht dessen vorbereitende Diskussion in den Bureaux, und es ist natürlich, daß ein Mitglied des Bureau, welches von den angehörten Verhandlungen ganz durchdrungen lst, ernannt wird. Es verlauten nun Klagen , daß nicht Kommissäre aus allen Meinungen gewählt würden; allein in der Art, wie unsere Verhandlungen beschaffen sind, ist eS nicht anders möglich, als daß jeder einen Kandidaten seiner eigenen Denkungsart verschlage; statt daß die Pairskammer, tue in allgemeinen Versammlungen ihre Berathungen hält, im Stande ist, durch die gemischte Ausammensczung der Liste eine Nüancirung in der Kommission hervorzubringen. Man entgegnet, die ganze Kammer habe daö Recht sich in der Achtung zu erhalten. Dieses ist wahr, allein schwer auszuführen, Lndem ein Mitglied nicht leicht eine Unterbrechung in den Derathungen durch den Vortrag einer Anklage wird verursachen wollen, da lezterer hingegen der Kommission zur Pflicht gemacht wird. Weiter heißt es : die Ehre eines jeden Deputirten gehöre ihm selber an. Ist dioses denn wirklich der Fall 2 soll er großmüthig cme Kränkung seiner Persönlichkeit übersehen, indem er diese von der Kammer so auSscheidet, als gebühre eS nicht ihrer Würde, die Beleidigung zu bestrafen? Auch die Oeffcntlichkeit unserer Sizungen leidet darunter nicht, denn jene besteht nicht in der Beschreibung, wie sie die Journale von leztcrn machen, was dann gewiß nicht so forkgehen darf. Denn man verfälscht unsere Vorträge, man entstellt die Verhandlungen, und stellt uns dem Publikum in einer Gestalt dar , die ihm einen Übeln Begriff von unfern Arbeiten beibringen. Was kann ein guter Bürger bei der Abstimmung zu Gunsten eines Gcsezes für eine Meinung fassen, wenn er fortwährend Argumente gegen den Vorschlag vor Augen gehabt hat? — Die zu ernennende Kommission wird erwägen, daß die Würde der Kammer ihre» Händen anvertraut ist: sie wird die Artikel, welche Kränkungen zu enthalten scheinen, genau, aber nicht kleinlich, und mit Rücksicht auf die Umstände abwägen; sie wird nicht den bösen Willen vermnthcn, sondern nur da, wo er jedem auffallen muß, erkennen. Noch ein bedeutender Umstand ist wohl zu bemerken : wenn die öffentlichen Blätter Beleidigungen gegen eine der Gerichtsbehörden, gegen die Departcmentalräthe, die Armeen oder die Marine enthalten, so ist das öffentliche Ministerium zurVer- folgung bereit. WaS aber die gesezgebende Kammer angeht, daö darf nicht anders, als milderen ausdrücklicher Zustimmung, die nie gegeben wird, untersucht werden, und so bleibt die Kammer stets unvertheidigl. Die Kommission hat sodann eine fernere Verfügung vorgeschlagen; nämlich: 2) Für die laufende Sizung soll zu ocr Ernennung der Kommission sogleich »ach Annahme des vorhergehenden Artikels gesckritten werden. Der Bericht soll gedruckt und ausgetheilt werden, und nach dem Forstgeseze zur Diskussion kommen. — Am 4 . hielt der H. Graf von Ofalia eine lange Konferenz mit dem russischen Gesandten Grafen Pozzo di Borgo. — H. Estefani, welcher den Auftrag von der spanischen Regierung hat, eine Summe von 230 Millionen Realen als Anleihen aufzunehmen, ist in Paris ange, kommen. DieHH.Santa-Eruzund Perales, welchedie Einschreibungen unterzeichnen sollen, waren schon zuvor angekommen; sogar H. Uriarte, Direktor des gro, ßen BuchS von Spanien, ist in Paris gegenwärtig. — Von dem Journal der Militär-Kriegs- wissen sch asten sowohl zur See als zu Lande Journal lles Sciences militsices cies svrnees äs tor- ro et äe mor) sind kürzlich die Nummern 17 und lg erschienen. Diese Sammlung verdient durch die Wichtigkeit ihres Inhalts und durch de» wahren, Nuzen den sie stiftet, den ihr in Frankreich sowohl als in dem nördlichen Europa gewordenen Beifall; denn die darin enthaltenen Abhandlungen haben ausgezeichnete Offiziere der französischen Armee zu Verfassern, worunter wir die Namen von Anbreossi, Rogniat, Marescot, Gassendi, Lamarque, Allix, Senermont, Mortier, Dupont, Scherer, Lecouturier, Hochenennen. Diebeideii leztenNllM 547 mertt ««halten folgende Abhandlungen: 1) Ueber die Artillerie, vom General Grafen Gassendi. Der Verfasser schlägt den Gebrauch eurer neuen Kanone von feiner Erfindung vor, die am Stoß geladen würde; dann Abänderungen an den Lavetten, und Abschaffung der reitenden Artillerie, unter gewissen Modifikationen. 2) und 3) Ueber die Vertheidigung Frankreichs, vom General Allix. — Denkschrift über die Organisation der preussiscben Armee. — Handbuch über den praktischen Lhcil der Kriegskunst. — Uebecblrck über die ältern und neuern Kriege von H. Sicard. — Denkschrift des Generals Lccouturier über den französischen Generalstab und die Mittel, dessen Organisation zu verbessern. — Bemerkungen über das Werk des Generals Grafen Lamar- que, von dem Obersten Carion-NisaS. — Denkschrift über die Dampfwaffen, vom Hauptmann Madelaine. Der gewandte Verfasser erklärt den Gebrauch einer äus« serst sinnreichen Maschine, deren Vvrtheile die Erfahrung einzig beweisen kann. Seiner Behauptung nach würde die Wirkung einer Dampfbattcrie von der Kraft von sechs Pferden sechözehnmal größersepn, als die Wirkung von 60 Mörsern. — Plan der Organisation der Gesundheitö- anstalten in der niederländischen Armee, vom H. Ritter von Kirchhof, ehemaligen Oberarzt in den französischen Armeespitälern. — Denkschrift über die Befestr- gungS-Systeme, von einem Ingenieur-Offizier, enthaltend zugleich eine Prüfung der Denkschriften deS Inqe- nieur-OffizierS Choumara, und deS Werkes: Versuch über die Vertheidigung der Staaten durch Festungen. — Der jährliche Abonnementspreis, portofrei, ist in Paris -2 Fr., für die Departements 48 Fr., und für's Ausland 54 Fr. Das halbjährige Abonnement kostet die Hälfte. Großbritannien. London, den 3. April. In der Kammer der Gemeinen begehrte H. C. Grant, Vize-Präsident der Handelskammer, daß die neue Gelreidebill zum zweitenmal verlesen werde. Dieser Antrag wurde von der Kammer Mit 243 Stimmen gegen 78 genehmigt. — H. Huskiffon, Präsident der Handelskammer, ist noch immer krank. — Gesiern hatte der russische Gesandte Fürst Lieven eine lange Konferenz mit H. Canning. Niederlande. Se. Maj. haben beschlossen, daß, von 1627 an, jährlich eine Summe von 20,000 ff., aus dem öffentlichen Schaze zahlbar, zum Ankauf solcher Werke lebender Künstler, die ein wahres anerkanntes Verdienst besitzen, verwendet werden solle. Der Hr. Geheime Referendär Germain, Gesandt- schaftsrath der Niederlande bei'm Heiligen Stuhle, ist am 2. April mit Depeschen von Brüssel nach Rom abgereist. In Batavia sind glückliche Versuche mit dem Anbau der Pflanze gemacht worden, aus welcher man das Opium zieht. ES ist ein weißer Mohn, den man in Aegypten, in Persien und einigen andern Theilen Asiens pflanzt. Man hat bereits Opium erhalten, das dem gewöhnlichen Opium an Güte gleichkömmt. O e st r e i ch. Wien, den 3. April. Metalliques 89'/; Dank, aktien ioü4> Se. k. k. Maj. haben den Gouverneur von Venedig, Grafen Jnzaghy, in gleicher Eigenschaft nach Brünn zu übersezen, zum Präsidenten des GuberniumS von Venedig den bisher bei'm Tyrvler Gubernium angesiellten Hofrath, Grafen Spauer, und an die Stelle deS mit Dezeigung der allerhöchsten Zufriedenheit und Verlechunz deö Kommandeur-Kreuzes des St. Stephan-OrdenS in den Ruhestand tretenden ob der ennsischen Regierungs- Präsidenten, Freiherrn von Hingenau, den bisherigen Vize-Präsidenten des böhmischen GuberniumS, Grafen Ugarte, zum Regierungs-Präsidenten in Linz, milden mit diesen Stellen verbundenen Genüssen zu ernennen geruhet. Portugal. Lissabon, den 21. März. Die englische Armee ist längs dem Tajo ausgestellt; ihr Hauptquartier ist in Leina, die Rckrutirung wird thätig forlgesezt. In den nördlichen Provinzen herrscht noch einige Gährung. Rußland. Ein Petersburger Blatt berichtet über die Fortschritte des Seidenbaues im russischen Reiche Folgendes: Nirgends unter allen südlichen russischen Provinzen gedeiht der Maulbeerbaum und der Seidenbau besser alS rn Taurien, Cherson, Astrachan und Grüßen (Georgien), besonders aber m Launen. Dieß kann in dieser Hinsicht unbedenklich mit Italien verglichen werden. Der weiße sowohl als der schwarze Maulbeerbaum wachsen hier iir großer Anzahl und ohne alle Wartung. In den kauka, fischen Provinzen hat fick seit 3 Jahren eine neue Quelle des ReichthumS in der Seidenzucht eröffnet. Der Maul, beerbaum wächst dort wild und deckt große Strecken, auch wird bereits eine bedeutende Menge Seide gezogen. Die dortige Seide ist, bei gehöriger Behandlung, der italienischen völlig gleich. Türkei. Der östreichische Beobachter vom 3. April enthält folgenden Artikel: Konstantinopel, den 10. März. In dieser Hauptstadt haben sich, seit Abgang der lezten Post, gar keine Ereignisse von Erheblichkeit zugetragen. Die Regierung fährt fort, mit Wachsamkeit und Strenge die öffentliche Ruhe und Ordnung aufrechtzu erhalten. Noch immer werden Individuen, besonders aus der Klasse der HandwerkSzünste, die entweder mit den Janitscharen in enger Verbindung gestanden, oder sich durch Bürgen über ihre Rechtlichkeit nicht auszuweiscn vermögen, aus der Stadt verwiesen. Einer neuen Verordnung zufolg«» müssen alle Klassen von Gewerbsleuten TeSkeres vd«! Scheine von ihren Vorstehern lösen, und sowohl der 548 Ober-Mauth-Direktor als der Intisab-Agasfi (Polizei- Intendant) haben neue und ausgedehntere Vollmachten erhalten, um über die Ausführung der neuen Poltzei- Einrichtungcn zu wachen. Die Arbeiten im Arsenale, so wie der Bau der Kasernen werden mit größter Thatigkeit betrieben, und die Hebungen der Truppen, durch die ungewöhnlich gelinde Witterung begünstiget, aufs eifrigste sortgesezt. Nachrichten auS Bosnien zufolge waren dre Bewohner dieser Provinz, welche sich anfangs den neuen Einrichtungen der Pforte nicht günstig gezeigt hatten, seit der Ankunft deS neuen Statthalters, Abdurrahman- Pascha, umgestimmt und für die von dem Großherrn angeordneten MaScegeln empfänglicher geworden. Aus der Gegend von Athen sind keine neueren Nachrichten cingelaufen; aber die von allen Seiten eingehenden Berichte bestätigen die Niederlagen, welche die beiden, von den Griechen zum Entsaze der Akropolis zu Lande und zu Wasser ausgerüsteten Expeditionen in der ersten Hälfte Februars erlitten hatten. Amerika. (Vereinigte Staaten von Nordamerika.)» Aus unserer Kolonie Liberia, an der afrikanischen Küste, sind bis zum 6. Dezember v. I. sehr günstige Nachrichten eingetroffen. Die amerikanischen farbigen Ansiedler waren mit ihrer Lage sehr zufrieden; allenthalben zeigten sich Spuren eines sich verbreitenden Wohlstandes. Auf Faktory Island wurden drei neue Dörfer angelegt, und die Kolonie zählt bereits zwölf öffentliche Erjirhungs- und Wvhlthätigkeits-Anstalten. Verschiedenes. Ein Pastetenbäcker zu Desaucon bedient sich mit großem Vortheil eines Backofens von gegossenem Eisen. Er empfiehlt die Nüzlichkeit seines Ofens auch für die Brvd- bereitung, besonders hinsichtlich der Holzersparung. — Professor Enke in Berlin wird die astronomischen Jahrbücher des sel. Professors Bode fortsezen. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 7. April Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 6 27 Z.ii,ö L. 7,0 G. 57 G. O. M. sz 27 Z. 11,6 b. 17,2 G. 45 G» NW. N. 10 2ö S- 0,5 L. 12,0 G. 54 d» NW. Etwas duftig, sonst heiter und sehr angenehm. Bekanntmachung. Durch den publizirten Aktienplan zum gemeinsamen Betrieb vcr Hoffnungswerke St. Bernhard, M Josefa, David und Eintracht, wurde das öllnftnum der zu begebenden Aktien auf die Zahl von 400 festgesetzt; nachdem diese Zahl erreicht war, schien es dein §- §. Berganite zu Woifach ander Zeit, unter Mitwirkung des bestehenden Gewerkenausschusser nunmehr auch die entgegeiigefczre G-änzlinic zu bezeichnen» über welche hinaus die Aklicnzahl nicht schreiten solle Diese Bezeichnung findet sich in den an die Interessenten abgegcbe- ncn Aktien,chcinen vom 5 °. August v. I., wonach auf 4 Gruben nicht mehr als 204 Aktien in dem festgrscjlen Preise von jährlich io si. begeben werden dürfen. Gegenwärtig sind 457 Aktien abgeiekt, folglich noch 67 frei. Der Betrieb der 4 Bergwerke auf Kosten des Vereins hat seinen Anfang mit Oktober v. I genommen. Zur Verminderung der großen Kosten, welche früher durch den Einzug der Zubußgetder mittelst eigenbs auögesandtcr Dothen veranlaßt wurden, hat man beschlossen, von den Thcil- habern des auf gcnanntc Bergwerke gerichteten Aktienunecr- nchmenü, die halbjährigen Aktienquolen burch Kommissionärs — gegen eine billige Provision — einzichen zu lassen. Hiezu wurden bestellt: HerrL-Baffer mann in Mannhein, für dort, Heidelberg und Nußloch. « Clausing, Berg - und Hüttenwerksrevisor in Karlsruhe, für dort, Durlach, Pforzheim und Baden. - Engeimann et Nöh ringer in Stuttgart, für dort, Cauüadt, Eßlingen und Marbach. » Maier, Llemcntarlehrcr in Frcudcnstadt, für dort, Besenftld, Forbach, Gernsbach, Göttelfingen, Hil- perzau, Roth, Rörh und «Schwarzenberg. - Ioh. Lubw- Höckle in Ebingen, für bort, Gutenstein, Stetten a. K., Lauchcnthal und Thiergarten b. M. - B a u e r et S chm i d t in Tübingen, für dort, Gönln» gen, Hechingen und Reutlingen. - Georg Friedr. Rund in Heilbronn, für dort, Oehrin« gen und Distelhausen. - Georgii, §. F. Bergrath in Calw, für dort und Nagold. . Louis Pommer in Urach, für dort « Ernst Heinr. Hörltn ln Schwäbischhall, für dort und Oevenvorf. » Wich. Hölder in Ulm, für dort, Bkaubeuren, Söflingen, Günzburg, Alpeck, Erbach, Lauphcim, Ach- sictten und Dischingen. - Ioh. Frievr. Finckh in Schiltach, für dort, Alp« irsbach, Schramberg und Hornberg. - I. G. Wagner in Kippcnhctm, für bort und Mühlberg. » Kapferer, Gebrüder, in Freiburg i. B-, für dort, Kantern, Kollnau, Waldkirch, Wehr, Schvpfheim, Alibreisach, Hausen i. W., Günthersthal, Dogern, Hochsal und Waldshiit. , Ioh. Heinr. Nä gelt in Schaffhausen, für dort, Alb- druck, Constanz, Frauenfeiv, Friedrichshafcn, Icstct« tcn, Lindau, Lichtensteig, Weinfelden, Ravensburg, Zug und Zürich. - S ß tan der et Schönecker in Villingen, für dort, Donaueschinge», Dürrhcim, Eisenbach, Herzogenwei« ler, Hohentwiel, Hüfingen, Löffingcn, Neustadt, Roth« weil, Tuttlingen und Döhrenbach Von dieser Anordnung werden die Herren Interessenten Mit dem Bemerken in Kenntniß gesetzt, daß der Einzug noch in diesem Monat beginnt, und daß ei» gedrängter Beschrieb über den Zustand der zum Verein gezogenen Bergwerke demnächst, so wie der Rechenschafts-Ausweis über bic verwendete» Aktiengelder am Schluffe d. I. Nachfolgen werden. Hausach, den i. April 1827. ^ . . ... Der Gesellschafts-Kassier. Sattler. Karlsruhe, sAnzelge.H Unser Kommissions-Lager ist durch kürzlich erhaltene Zufuhre von gestickten Musselins zu Vorhängen, in den geschmackvollsten Dessins, Pereal, 549 Iaronntt, Moll, Nastüchern und Cravatten von Percal und Jaconnet, dann von vorzüglich guter mittelfeiner und fciner Leinwand, neu ausgestattet. Für Sämmrliches können wir die billigsten Fabrikpreise machen. Jos. vo» Salvini et Komp. Karlsruhe. sMin eral-Wasser, n Selterser-, Fa- chinger- und Geilnaucr-Wasser ist ganz frisch angekommen bei C. D o ll mä t sch, Zähringerstraße Nr. 58 . Karlsruhe. ^Anzeige, i Liechte Florentiner, wie auch Pariser genähte Damen- und Kindcrhüic in allen Gattungen und zu ganz billigen Preisen sind angekommcn bei I. Möhler, im Bierbrauer Künzlischen Hause nächst der Herrenstraße. Dur lach- sWarnung. ^ Es wird hiemit Jedermann freundschaftlich gewarnt, meinem Sohne, Anton Fcinin- ser, der als Roihgerbergesell sich auf der Wanderschaft befindet, auf meinem Namen Geld zu leihen, oder was immer zu borgen, indem ich sür nichts mehr hafte. Durlach, den 6. April 18-7. M. Feininger. Karlsruhe, s. Versteigern» g.^s Dienstag, den 17. dieses MonatS, Vormittags 9 Uhr, werben in dem Großher- tvglichen Marstall mehrere brauchbare Pferde, sodann verschiedene Pferdegeschirre und Sättel re., gegen baare Bezahlung, versteigert , wozu die Liebhaber eingeladen werden. Karlsruhe, den 6. April 1827. Großherzoglichc Stallverwaltung. Koch. Karlsruhe. sLi cg en sch a ftö- V erstei ge rung .1 Die Relikten des verstorbenen Silberarbciter Heer von hier haben sich entschlossen, der Erbveriheilung wegen, öffentlich versteigern zu lassen: ,) Ihre Zstöckigte Behausung mit -stöckigtcn Hinter- und Nebengebäuden, in der langen Straße, neben Hrn, Hof- banquicr Haber und Hafner Gatscndörsers Wittwe. s) - Viertel Garten und Acker im Sommerstrich, neben Oberrevisor Pfeiffer und Anstreicher Kämmerer, auf den Landgrabcn stoßend. Dieses wird andurch bekannt gemacht, daß die Vcrsteige- rung in der Behausung selbst Dienstags, den ,7. d. M., Nachmittags 3 Uhr, «bgehallc» werden wird. Karlsruhe, den 3 . April ,827. Grvßherzvgliches Sradtamtörevisorat. K e r l e r. Karlsruhe. sSilberwaaren-Dersteigerurig.l Die Erben des verstorbenen Silberarbciter Heer lassen, der Erbveriheilung weg-n, ihr besitzendes Silberwaarenlager und andere Fahrnißgegenstände Mittwoch den 18. d. M., Vormittags g Uhr, und die folgenden Tage, In ihrer Behausung bffentlich versteigern; was andurch bekannt gemacht wird. Karlsruhe, den 3. April 1827. Großherzogliches Sladtamtsrevisorat. Kerler. Karlsruhe, sB r 0 d l ie fer un g bctr. ^ Die Lieferung des BrodS für die Garnisonen Mannheim, Bruchsal, Kißlan und Rastatt in den Monaten Mai und Juni d. I. wird den ,7. laufenden Monats April tei Unterzeichneter Stelle durch Svumissionen an den Wenigst- «khmenden begehen; worüber die AnzeigebiStter des Ncckar- kreises, dann des Murg - und PfinzkreiseS, das Nähere M« halten. Karlsruhe, den 3 . April ,827. Großherzvgl. Badisches Kriegsministerium, v. Schöffer. Lahr, sVersteigerung.) Montags, den 3 o. April d- I., Nachmittags 2 Uhr, läßt Unterzeichnete auf bahiesigem Rathhaus öffentlich zu Eigcnthum veisteigern: ») Ein zweistöckiges, an dahiesigem Marktplatz gelegene- Wohnhaus, welches in zwei Hälften abgeiheilt ist, und daher sowohl im Ganzen, als auch getrennt versteigert werden kann. Dasselbe enthält in der ersten Abtheilung einen geräumigen, sowohl auf den Marktplatz, als die Nebenstraße aufstoßenden. Laden, sieben Zimmer, 2 Küchen, 3 geschlossene Kammern, nebst Bühne und einem Keller. In der zweiten Abtheilung befinden sich 6 Zimmer, » Küche, 3 geschloffene Kammern, » Bühne und ein Balkenkeller. Das Ganze sowohl, als jede der beiden Abtheilungei» ist «Heils wegen der Lage, thcilS wegen innerer Einrichtung zum Handel und jedem bürgerlichen Gewerbe sehr zu empfehlen. s) Ein Wohnhaus, an der Entengasse gelegen, mit, Küche, 2 Zimmer, 4 Bühnen, Stallung und Einfahrt enthaltend. 3) Ein zweistöckiges Magazin an der obstgaffe, nebst zwei geschloffenen Kammern und Bühne. Die sehr annehmbaren Sleigerungsbedkngnisse sollen «Ni Tag der Versteigerung bekannt gemacht werden. Lahr, den 6. April 1827. Joh. Georg Schintzler'S Wittib. Stein. sErblehenmÜhlen-V erkauf.) Jakob Friedrich Bühler in Stein hat sich entschlossen, seine bisher besessene Erblehenmühle, vie sogenannte Wtesenmühle, bestehend in einem beinahe ganz neu erbauten Haus mit zwei Mahl- und Gerbgange, sammt Scheuer und Stallung nebst Garten , der ganze Platz ohngesähr «in halber Morgen groß, Mittwochs, den 2. Mai dieses Jahrs, Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhanse zu Stein unter annehmbaren Bedingungen öffentlich zu verkaufen; wozu Vie Liebhaber mit öem Bemerken hiermit eingeladen werben, baß sie sich dabei mit legalen VermözenSzcugniffcn zu versehen haben. Brette», den 3 ». März,627. Großherzogliches Amtsrevisorak. E cc a r d. Ettenheim. sWein-Versteigerung.) Bel Unterzeichneter Bedienstung werden Mittwochs, den - 5 . April v. I., Vormittags 9 Uhr, 600 Sehmle neuer Wein öffentlich versteigert; welches dem kauflustigen Publikum hiermit eröffnet wird. Ettenheim, de» 28. März »827. Großherzoglichc Domalnenverwaltung. Kleiner. Rastatt. sHolländer- und Bau-Ekchen-Der» steig erung -1 Mir obervormundschaftUchcr Bewilligung vom 6. Mai v I. wird auf ^ . Mittwoch, den 25. d. M-, Vormittags g Uhr, im Leiberstunger GcmeindSwalde, eine starke Parthic Holländer- »nb Bau-Eiche», welche auch zu Wagnerholz tauglich sind, stammweis auf dem Stock bffentlich versteigert. 550 Die Steigerungslustigen wollen sich auf besagte Zeit lm Mrthshause zum Pflug daselbst einfinben. Rastatt, den 2. April 1827. Großherzogliches Oberforstamt. v. Degen seid. Karlsruhe. fAu ffor d er ungJ Wer etwas an die Nerlasscnschaflömasse des verstorbenen Silberarbeiter Heer zu fordern oder zu bezahlen hat, wirb anburch aufgefordert, am DicnStag, den 17. b, M-, Vormittags g Uhr, ln der Behausung des Verstorbenen Richtigkeit zu pflegen, wi- »rigenfallü die Gläubiger u»berück,ichliget bleiben, die SchUld- -ier der Masse aber gerichtlich eingeklagt werben müssen. Zugleich werben diejenigen, welche dem Verstorbene» Maaren zur Reparatur übergeben haben, ohne baß etwa diese den Hinterbliebenen als fremd bekannt find, aufgesorbert, solche an obigem Lag und Stunde abholen zu lassen, indem sonst dieselben mit den eigenen Maaren öffentlich versteigert werden würden. Karlsruhe, den S. April 1827. GroßherzoglichtS Sradtamtsrevisorat. Kerler, Schwetzingen, ^Aufforderung.) Wer an die Werlaffenschaft des unter 22 November v. I. dahier verstorbenen Sergeanten und Kasernen. Aufsehers Jakob Mieser, vngeblich von Kleinbokenheim, Ansprüche mach«, wird aufge- fordcrl, solche binnen 6 Wochen um so gewisser geltend zu machen, als solche — in 40 fl. »8 kr. bestehend — für lediges Erb erklärt, und dem Gtvßherzvgl. Aerar heimgewiesen werden würbe. Schwetzingen, den Si. März 1827. GroßherzoglichcS Bezirksamt. M i - r n r d t. Neckarbischofsheim, s Gläubig er-Aufforderung.'s Da der bürgerliche Einwohner, Friderich Schwei- kert, von FlinSbach, die Staatöerlaudniß zu vorhabenber Auswanderung nach den Nordamcrikanischen Freistaaten mit seiner Familie erhalte» hat, so werben dessen sämmrliche unbekannte Gläubiger aufgefordcrt, etwaige Ansprüche an ihn in 4 Wochen Lahier UM so mehr geltend zu machen, als sie sich nachmals, nach dem erfolgten wirklichen Wegzug, allen Nachtheil einer Mersväiung selbst zuzuschreiben haben. Neckarbischofsheim, den 5 >. März 1627. Großherzogliches Bezirksamt. B e t t i n g e r. Sinsheim, ^Schulden-Liquidation.) Wer «n den in Gant erkannten Johann Fleck zu Grombach «ne Forderung zu machen hat, wirb hiermit aufgeforbert, die- Montag, den So April. Morgens 6 Uhr, Lahier vor Amt, bei Vermeidung des Ausschlusses den der Aktivmasse, zu liquidiren. Sinsheim, den ,2. März 1827. Großherzogliches Bezirksamt. Sigel. Rothen felS. sSchulden-Liquidatkon.) Zur Richtigstellung des SchulbenwesenS deö hiesigen Bürgers und Strauswirths Sebastian Kalmbacher und seiner Kinder tst eine Liquidation nöthlg, welche auf Freitag, den 27. April d. I.. Vormittags S Uhr; etnberaumt wurde. Derselben Gläubiger werden daher aufge« fordert, ihre Forderungen an obigem Lage vor der Unterzeichneten Kommission, im Gasthaus zum Wagen dahier, um so gewisser anzugeben und richtig zu stelle»; als sie sonsten bei den zu bestimmenden Zahlungsmitteln nicht berücksichtigt werden können, und daher den dadurch entstehen könnende» Schaden sich sechsten zuzuschreiben haben. Zugleich wird mit den nichtbevorzuglen Gläubigern «i» Nachlaßvergleich versucht werden. Aothenfels, de» S. April 1827. Der beauftragte LheilungSkommIssär Oberle. Rastatt. sSchuldtn-LIquidation.) ES ist über das Vermögen des Jakob Riester von Stollhofen Gant erkannt worben. Dessen sämmrliche Kreditoren haben daher bei der auf Freitag, den 20. April, Früh 8 Uhr, auf diesseitiger Kanzlei anberaumtcn Tagfahn ihre Ansprüche an den genannten Gemeinschuldner, bei Strafe des Ausschlusses von der Masse, anzumelden und zu erweisen. Rastalt, den 28. März 1627. Großherzogliches Oberamt. Müller. Achern. ^Schulden-Liquidation.) Gegenden Krämer MalheS Walz von hier wird Gant erkannt, und zur Liquidation Lagfabrt auf Mittwoch, den , 5 . April d. I , anberaumt, wozu dessen Gläubiger, bei Vermeidung dkS Ausschlusses von der Masse, vorgeladen werde». Achern, den 28. März 1827. Großherzogliches Bezirksamt. Kern. Ueberlingen. sErkenntniß.) Nachdem Joseph Anton Eberle von Ueberlingen, Soldat bei dem Großher- zoglichen Linien-Jnfanterieregimente Markgraf Wilhelm Nr. s, erster Schützen-Kompagnie, sich auf die öffentliche Vorladung vom 12. Januar d. I. nicht sistirr hat, wird er hierdurch des Verbrechens der Desertion für schuldig erkannt, desfalls b«S Orisdürgerrechts für verlustig erklärt, und ln eine Geldstrafe von i2üo fl. verfällt, welche Strafe auf den dereinstigcn Ver. mögens-Anfall nach den geseziichen Bestimmungen erhöhen werden solle Die persönliche Strafe wird nebenbei Vorbehalten. V. R. W. Ueberlingen, den r6. März 1827. Großherzogliches Bezirksamt, v. Ehrismar. Karlsruhe. sEdiktalladung.) Peter Nagel von Graben, welcher sich vor ungefähr 3 o Jahren auf die Wanderschaft begeben, und seit dieser Zeit nichts mehr von sich hat hören lassen, oder seine etwaigen Leibeöerben, werden hiemit aufgefordert, sich binnen Jahresfrist zu melden, und sein nach der lezte» Pflegrechnung in 666 fl. 5 i kr. bestehendes Vermögen in Empfang zu nehmen, bei Vermeidung , daß er sonst für verschollen erklärt, und dasselbe seinen nächsten bekannten Intestatcrben werde auSgejolgt werden. Karlsruhe, den So. März ,827. Großherzogliches Landamt. v. Fischer. Freiburg. sEdiktalladung.) Die schon längst abwesende Rosa Will von hier, oder ihre LeibeSerben, «erden hierdurch aufgefordert, sich binnen Jahresfrist bei diesseitiger Stelle zur Empfangnahme ihres rückgelassene» Vermögens zu melden, alS dasselbe sonst ihren bekannte» nächsten Verwandten, gegen die gesetzliche Kaulivn, in färsrrgli- chen Besitz gegeben wird. Freiburg, den 28. März ,827. Großherzogliches SladtaM. Reuig. 551 r- Schwerin gen. sEdiktalladung.) ChrißophFil- . Inger, welcher als lediger Bäckergesell im Jahr iöio auf vie Wanderschaft gegangen, und sich der im Jahre -8i3 ergangenen öffentlichen Vorladung zufolge zur ausserordentlichen Lonscriplivn pro iöiZ nicht gestellt har, wird hiermit aufgc- sordert, sich hinnen Jahresfrist bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen, über sein Ungehorsams Ausbleiben zu verantworte». Schirezingen, den 4. April 1827. GroßhcrzoglicheS Bezirksamt. V i e r 0 r d t. Eppingen. sEdiktalladung.) Der seit langer Zeit abwesende Peter Wanner von Eppingen, über dessen Leben ober Tod keine bestimmte Nachricht bekannt ist, oder seine gesetzliche Leideberben, «erden hiermit ausgeforbcrt, sich binnen einem Jahre zu melden, und dessen unter Verwaltung stehendes Vermögen in Empfang zu nehmen, entgegengesetzten Falles aber zu gewärtigen, baß solches den nächsten Verwandten, gegen Kau- lion, in fürsorglichen Besitz gegeben werde. Eppingen, den 2. April >827- GroßherzoglichcS Bezirksamt. Thilo. Achern. sEdiktalladung.) Kornelius Joseph Schmidt von Grosweicr hat sich nach seiner Schulentlassung vor Mich und dreißig Jahren von Hause entfernt, ohne bisher etwas von sich hören zu lassen. Derselbe wirb daher aufgefordert, sich binnen Jahresfrist dahier zu melden, und sei» in 60 fi bestehendes Vermögen in Empfang zu nehmen, andernfalls es seinen Geschwistern in fürsorglichen Besitz überlasten wird. Achern, den 3 l. März ,827. Großherzozlichcs Bezirksamt. Kern. Müll beim, sVerschollenheits-Erklärung.) Da Johann Jakob Gyß, Wagnergesell von Obereggenen, auf die öffentliche Vorladung vom 8. März 1826 nicht erschienen ist, so wird derselbe für verschollen erklärt, und sein Vermögen den erbberechtigten Verwandten, gegen Kaution, überleben. Mütlheim, den 21. März 1827. Großherzogliches Bezirksamt. L c u ß l e r. Sindelfingen, Oberamt Böblingen im Königreich Würlemberg. s V i e hmä r k t c.) Der hiesigen Stadtgc- rneinbe ist gnädigst erlaubt worden, ihre zeitherigcn 4 Vieh- märkre um 4 vermehren, und sodann die ü Viehmärkte, je 2 Lage nach dem Pforzhcimer Markte, in den Monate» Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, September und November halten, auch mit dem September-Markt noch einen Schaafmarkt verbinden zu dürfen. Statt der im Wünembergischen Kalender angezeigten diesjährigen Viehmärkte werden nun am 9 Mai, 6. Juni, 4. Juli, 5 . September und (statt 7., wegen anderer Märkte aus- oahmsweise) am 2. November 1627, Pferde- und Rind- »iehmärkte, im September mir einem Schaafmarkt » beginnende Unterpfandsbuch, und in so fern sic solche unter der so eben genannten Vorsehung nicht bereits angemcldct haben, aufge- fordert, ihre Rechte binnen der Frist von 90 Tagen bei der Untcrpfandsbchörde zu Korb, untet Vorlegung der erforderlichen Bcweisurkunden, nachträglich anzumelden, widrigenfalls die Pfandbereinigung ohne Rücksichtnahme auf ihre Rechte geschloffen würde, und leztere im Fall einer etwaige» spätcrn Anzeige (gegenüber von den Schuldnern) nur in fo weit in bas Unterpfandsbuch eingetragen werben könnten, als solches ohne Nachtheil derjenigen Gläubiger, welche ihre Rechte innerhalb des Termins augemelder und deren Eintragung bewirkt haben, so wie überhaupt ohne Beeinträchtigung der auch nach diesem Termin entstandenen und bereits eingctragr- nen Rechte dritter Personen geschehen könnte. Eben so könnten nicht öffentliche spezielle Pfandgläubiger, die ihre vor dem Jänner ,610 entstandenen Rechte bereits eingetragen glauben, solche gegen dritte Besitzer nicht mehr geltend machen, wenn sic die Anmeldung innerhalb der bezeich- netcn Frist unterlassen würden, wobei noch zu bemerken ist, baß gegen die angedrohtc» RcchtSnachtheile eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nicht statt finden wird. Korb, den 20. März ,827. Gesehen von dem K. Oberamtsgericht Neckarsulm. rsarwey. Kön. Pfanbkommissariat Möckmühl. Knap p. Vorstand der Unterpfandsbchörde zu Korb. Schultheiß Bayer. N e ck a r s u l m. sSlufruf zu nachträglicher Pfand-Anmeldung.) Das ältere Unterpfandsbuch von dem Ort Züttlingeo vom Jahr »6io an rückwärts wir» vermißt. Indem nun dieses hiermit zur öffentlichen Kennt,»'ß gebracht wird, werden unter Bezieh»»» auf den öffentlichen Aufruf des Kön. Obertribunals vom 4- 2»n, i8r5 die in solchem näher bezeichncten Gläubiger, deren Rechte älter find, als das mit dem Monat Januar iöio beginnende wirklich vorhandene neue Unlerpfavdsbuch, und welche in der Voraussetzung, daß ihre besondere Rechte bereits in dem vermißten Unterpfandsbuch eingetragen waren, solche nicht «„gemeldet haben, auf- gefvrdert, ihre Rechte binnen go Tagen bei der UnterpfandebehLrde zu Zütilingen, unter Vorlegung der erforderlichen BeweiSurkundcn, nachträglich anzumelden, widrigenfalls die Pfandbcrcinigung ohne Rücksichtnahme auf ihre Rechte geschloffen würde, und leziere im Fall einer etwaigen später» Anzeige (gegenüber von den Schuldnern) nur in so weil in das Unterpfaudsbuch eingetragen werden könnten, als solches ohne Nachiheil derjenigen Gläubiger, welche ihre Rechte innerhalb des Termins angemeldet und deren Eintragung bewirkt haben, so wie überhaupt ohne Beeinträchtigung der auch nach diesem Termin entstandenen, und bereits einge- tragenen Rechte dritter Personen geschehen könnte, so wie auch nicht öffentliche spezielle Pfandgiäubiger, deren Rechte etwa en dem vermißten Unkerpfandbuch eingetragen gewesen seyn könnten, solche gegen dritte Besitzer nicht mehr geltend machen könnten, wenn sie die Anmeldung innerhalb der bezelch- «eten Frist unterlaffen würden. Wobei bemerkt wird, daß gegen die angedrohien RechtSnachtheile eine Wiedereiutezung iw den vorigen Stand nicht statt finden wird. Aültlingen, den März 1827 . Gesehen von dem K. Oberamtsgericht Ncckarsulm. Sarwey, " Kön. Psandkommiffariat Möckmühl. K n a p p. Vorstand der UnterpfandsbehördezuAüttlingeir. Schultheiß Schwab. Gasthof zum König von Würtemberg in Stuttgart- Mit dem gegenwärtigen Inserate beabsichtige ich kei- neswegeö eine wiederholte Empfehlung meines Hauses, da solches bereits seit 15 Jahren von Herrschaften und Reisenden aus allen Standen mit der größten Zufriedenheit besucht wird, und anerkanntermaßen in die erste Klasse der hiesigen Gafthöse gehört. Es ist mir bloß darum zu thun, den Gönnern und Freunden desselben, besonders den auswärtigen, einige neue Beweise von den Umtrieben zu liefern, durch die man mir rioch immer Passagiere und andere Gäste zu entziehen trachtet, Bor Kurzem wurde nämlich einem mit dem i Eilwagen hier angekvmmenen Reisenden (Hrn.Purdcn aus Birmingham), welcher einen bei mir abgetretenen Bekannten (Hrn. Grundon aus England) aufsuchte, die Existenz meines Gasthofes nicht nur verschwiegen, sondern auch, auf seine fortgesezten Nachfragen, sogar verläugnet; und bald nachher (am 13. dieses) geschah es, daß man einen, ebenfalls mit dem Eilwagen eingetroffenen Herrn Cram er beinahe zwingen wollte, anstatt — seiner Absicht gemäß — bei M i r, im Gasthanse zum Waldhorn abzutreten- Überhaupt fehlt es nicht an Leuten, welche Reisende, die auf dem Eilwagen oder mit der Diligence hier ankommen, ausschließlich für das ermeldte Waldhorn unter allerlei Vorspiegelungen zu gewinnen, und, wenn diese nicht fruchten wollen, mit einer Art von Gcwaltthätig- keit für dasselbe zu pressen suchen. Ich bin weit entfernt, aus den Eigenthümer selbst auch nur den leisesten Verdacht einer Theilnahme an derlei Machinationen zu werfen, und würde auch diesen Unfug mit Stillschweigen übergangen haben, wenn nicht mein Gasthof nach jenem der nächste bei der Post wäre. — Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht umhin, einen Artikel in dem »Vcrzeichniß der Gasthöfe am Rhein und im südwestlichen Deutschland« (Heidelberg, bei Joseph En- gelmann) zu berichtigen. Dort heißt es nämlich von dem mchrerwahnten Gasthause zum Waldhorn: »Es ist »dieß der einzige dahier, der eine verschlossene Remise »hat, wo alles Gepäck auf dem Wagen gelassen wer- »den darf, und kann, der König von England ausge- »nommen, sich hier kein Gasthof mit ihm messen.« Diese Vorzugs-Anmaßung, mit gänzlicher Hintansezung meines Hauses, fällt hauptsächlich dadurch in's Lächerliche, daß er unmittelbar mit der Beschreibung der Remise zusammenhängt, indem gerade mein Gasthof derjenige ist, welcher sich durch seinen geräumigen, wohlverwahrten und mit einer eigenen Einfahrt versehenen Hof, so wie durch die vorhandenen Remisen, die sich nicht, wie die Waldhorn-Remise, in einem andern und entlegenen Gebäude, sondern in meinem Hofe selbst befinden, ganz besonders vortheilhaft auszeichnet. Stuttgart, den 23. März 1827. Karl Sigele», zum König von Würtemberg. Z. Bing junior Frankfurt «/M. Döngesgasse Lit- H Nr. 167, der Geliihäuser Gaffe gegenüber, empfiehlt sein wohl assortt'rtes Lager: aller Sorten französischer und englischer Quiucaillerie-, Parfümerie-und kurzer Maaren, Pendules, Lnstres, Lampen, so wie auch dänischer, französischer und englischer Handschuhe rc-, in welchen Artikeln stets das Neueste bei ihm anzutreffen ist. Zugleich beehrt sich derselbe, die ergebene Anzeige zu machen, daß die rnhmlichst bekannte Foescpsche Pariser Porzellanfabrik ausschließlich bei demselben ein für hiesigen Platz bestimmtes Kommisstonslager errichtet hat, welches beständig in vollständigen Tafel-, Kaffee- und Theeservicen, Vasen rc., sowohl weiß, vergoldet als de- korirt — auf Verlangen auch mit Wappen, Namen u. Vuchstaben — in reichster Auswahl sortirt ist, und wv> stets zu den billigsten Fabrikpreisen verkauft wird. Verleger UW Drucker 1 A Wucklrt.