Karlsruher Zei Nr. 112. Montag, den 23. April t u n g. 1827. vaiern. — Würiemdcrg. — Frankreich. — Großbritannien. — Jonische Inseln. — Qcstreich — Spanien. — Türkei. — Griechenland. — Verschiedenes. — Cours der Gr. Bad. Staalspapiere, und der Gold - und Silbermünzen. B a i e r n. München, den >7. April. Am 26. d. M. werden Se. M. der König nach der Sommerresidenz Asckaffen- burg abrcisen, und Tags zuvor I. M. die Königin die Reise dahin antreleu. — Es soll ein neues Jägerbaiail- lvn aus Zvldaieu der verschiedenen Regimen!» unverzüglich errichtet werden. — Der Magistrat von Bamberg hat, zur Abstellung des Bettel,>s, bekannt gemacht, daß jeder, der einem Bettler eine Gabe reicht , um 1 bis 2 Thaler, und im Wiederholungsfälle um 3 auch 4 Thaler bestraft wer, den soll. Würtemberg. Se. k. M. haben dem Gewehr-Fabrikanten Ulrich zu Stuttgart für die ausschließliche Verfertigung der von ihm erfundenen cigenihümlichen Vorrichlunq eines sogenannten SickerheilSstcUers an den Percussions - Schlossern von Gewehren und Pistole» ein Patent auf die Dauer von sechs Jahren zu verleihen gnädigst geruht. Frankreich. Paris, den 2l. April. Gestern war der Kurs der Sprozent. konsol. zu 100 Fr. 25, SO, 3Z, 45, 40 Cent. .— /^Prozent. konsol. 92 Fr. — Sprozent. konsol. 71 Fr.; 71 Fr. 5, 10, 15 Cent. — Bankaktien 20Z0 Fr. — In der Sizung der PairSkammcr vom 19. wurde der vierte Titel des Entwurfs zu einem Miliiär-Ge- sezbuch, dessen Ueberschrisl ist: "Spezielle Verfügungen über die Paks, welche in der Armee angestellt sind», mit einer Mehrheit von 120 Stimmen gegen 56 verworfen. Dann begann die Berathung über zwei Artikel, die Theilnahme an einem Verbrechen betreffend, deren Prüfung an eine Kommission war zurück verwiesen worden. Sie wurde» von der Kammer angenommen. — Am 19. hat H. Laffitte zum erstenmal den Sizun» gen der^Deputirtenkammer beigewvhnt. — DaS französische Schiff, daS Astrolabium, ist am r. Dez. 1Ü26 zu Sydney (Neu-Süd-WaleS) angekom- mrn. Bekanntlich macht dieses Schiff eine Reise um die Welt. — Die französische Akademie hat den H. Royer Col- lard, an die Stelle des H. Markts Laplace, einhellig (es waren 26 Mitglieder anwesend) zu ihrem Mitglied »rwählt. — Am Abend dis 1L. waren viele Häuser in Paris, wegen Zurücknahme des Gesezes über die Polizei der Presse, illuminirt. — An den Abenden vom 17. und lg. d. M. sind lei, der mehrere Personen Opfer von abgebrannte» Feuerwer, ken geivorben: Ein junges Mädchen wurde schwer ver, wundel; ein gewisser H. Marlaux erhielt auS einem Ge» wehr, daö mit großen Schroten geladen war, eine» Schuß in die Scknlicr; auf mehreren Punkten, und namentlich in der Straße Saint Denis, üble man ge, gen Personen, die nicht illuminirt hatte», Geivaltthä, tigkeiten auS, und warf ihnen die Fenster ein; die bk, waffnete Mackt wurde beschimpft und geschlagen. Der H. Pcokurator des Königs hat gegen die Thaler dieser Unordnungen eine gerichtliche Untersuchung ver, langt. H. Deemorlierö, Jnstruktionsrlchlcr, ist bereits mit diesem Prozesse beauflragt. — H-. Blancket, ein junger Advokat, führt in Havre einen sonderbaren Prozeß gegen den Hm. Hoyer, Prä, sidenten der Republik Hayn; er verlangt >50,000 Fr. für die Abfassung eines bürgerlichen GesezduchS, die ihm der Präsident aufgciragcn haben soll. Die Republik Haytt hat in Havre viele Waaren liegen; auf diese hat H. Blancket Beschlag gelegt, und nun wird am 2. Mai über die Gültigkeit desselben vor Gericht debaltirt wer» den. Die Vorfrage ist die Kompetenz. — Die französische Akademie hat am 17. eine öffent» licke Sizung wegen der Aufnahme der HH. Fourrier und Abbv Feletz gehalten. H. Fourrier, alö Nachfolger de- verstorbenen H. Lemontcy nannte als dessen bestes Werk seine Geschichte der französischen Monarchie im vorigen Jahrhundert, wovon der erste Thcil im Jahr ItzlZ er, schien; .sie zeichnet sich durch die bekannte strenge Kritik über Ludwig XlV. auS. Ans dem Privatleben des H. Lemontcy führte er an, daß er auS allen Kräften den wechselseitigen Unterricht, wodurch in unfern Tagen einer der besten Gedanken des Plato in Ausführung kam , befördert habe. H. Fourrier benuzte diese Gelegen» heit, zu bemerken, daß ohne dir Fortschritte der menschlichen Kenntnisse auch Frankreich bald dem Lande, das er selber gesehen, u. daS seither auf's neue in die Hände der Türken gefalle», nämlich dem wieder ganz in Barbarei versunkenen Aegypten, gleichen würde. H. Villemain sczie zu der Lobrede auf H. Lcmontey hinzu, daß dieser alö junger Advokat sich der Vertheidi» gung der unlerdrücklen Protestanten gewidmet und nach» her an allen Bewegungen der Aufklärung Anlheil genom« men habe. Einige Worte des H. Villemain wurden h«, 622 fonders mit lautem Beifall ausgenommen, z.B. folgen, de: "Unsere Tage sind die Tage der Unabhängigkeit deS Geistes. Unser Monarch dessen eigene natürliche Einge- Lungen immer voll Zutrauens und qrvßmüthig sind, hat seine erste Regierungszeit durch die Befestigung der Denk- und Schreibfreiheit ausgezeichnet; diese Wohlkhat der Leiden Könige ist zugleich eine königliche und eine Volks- «nstalt, die künftig niemand mehr Frankreich entreissen wird.« Diese Worte wurden gerade in dem Augenblick ausgesprochen, als der H. Siegelbewahrer in der Pairs» kawmer die Zurücknahme des Preßgesezes ankündlgte. Ein ganzer Sturm von Beifall folgte hierauf. — Der jezt erschienene Llmsnav ro^sl für 1827 enthält folgende Notizen über die Deputirtenkammer. Sie besteht aus -ZO Mitgliedern, darunter sind Z Minister, 6 Etaatsminister, 7 Gereralöirektoren, 2 Gesandte, 11 Slaatsräthe, 7 Maitres de Requetes, 16 Präsidenten der Gerichtshöfe, 13 königl. Prvkuratorcn und General, advokaten, 17 Präsekten und Unterpräfekten,' y Präfck- turräthe, 2 Generalsekretäre von Präfekturen, 6 General- oder Spezialeinnehmer, hy Generäle und Oberoffiziere, 23 Gouverneurs, Direktoren, Unterdirektoren, Konservatoren, Inspektoren, Verwalter, Einnehmer, Zahlmeister u. s. w.r rm Ganzen 175 besoldete und widerrufliche Beamten. Großbritannien. London, den 17. April. Wir können, die Zusam- mensezung des neuen Ministeriums betreffend, noch immer Nichts Näheres melden. Es heißt, daß »och folgende Abdankungen statt gehabt haben: Sir Karl Wetherell begibt sich seines Plazes als General-Prvkurator, und H. I. Beckett seines PlazeS <»lS General-Advokat. Der Graf von Shaftesbury, Präsident der Komites der Pairskammer, und H. Karl Arbuthnot, Oberkommissär des Obrrsorstamtes, dankten gleichfalls ab. (Auszug aus dem Globe and Traveller.) Die Korrespondenz zwischen H. Canning und dem Herzog von Wellington ist von diesen beiden Herren ihren Freunden mitgetheilt worden. Folgendes ist der wesentliche Inhalt dieser Briefe: Die erste Note ist von Hrn. Canning, und meldet dem H. Herzog von Wellington: Er» Canning, hätte so eben von Sr. M. Befehle erhalten, ein neues Mi- rusteriuui zu bilden, und Se. Herrl. zu fragen, ob Sie fortfahren wollten, Mitglied des Konseil Sr. Maj. zu seyn? Die zweite Note enthält die Antwort des Herzogs von Wellington. Se» Herrl. fragen: welches die Grundsäze des neuen Ministeriums seyn werden, und Wer an dessen Spize stehen solle? Die dritte Note enthält die Gegenantwort. H. Can- «üng drückt fein Erstaunen über jene Fragen des Herzogs sns, Mil es sich von selbst verstehe, daß Derjenige, der vom Könige mit der Bildung des Ministeriums beauftragt ist, nvthwendigenveise dessen Haupt seyn müsse. H. Canning sezt hinzu: Weil der Herzog geglaubt hatte, bei dieser Gelegenheit Zweifel erheben zu müssen, so habe er seine Note dem Könige vo,gelegt, und Se. M. hätten befohlen , Sr. Herr!, zu melden, daß Er, Canning, der Chef des Ministeriums seyn solle. Die vierte Note ist vom Herzog von Wellington; der Herzog erklärt darin: "daß er nicht mehr Mitglied des Konseil Sr. M. seyn wolle.« — Man hält für H. Canning den Rückzug deS LordS Wellington für besonders gefährlich. Auch finvet Lord Eldon noch viele Vertheidiger. An H. Peel rühmt man alles zusammen, seinen Charakter, seinen Reichthum, seine Jugend, seine Kraft, und noch besonders seine langen Arbeiten, um die Justiz zu verbessern und die Ge- seze von ihren Widersprüchen und ihrer Unverständlichkeit zu reinigen. Ionische Inseln. Aus Corfu wird unter'm 7. März geschrieben: "Der Befehlshaber der englischen Brigg Pelikan, L. Ir- by, zeichnet sich durch seine Thätigkeit in Verfolgung der in diesen Gewässern schwärmenden Seeräuber aus. Drei Schooner und eine Schebecke von 36 Rudern fielen bereits in seine Gewalt, und wurden nach Zante geschickt. Am 2. d. machte er auf einen algienschen Seeräuber mit schwarzer Flagge unter den Batterie» von Missolunghi Jagd; es kam zu einem blutigen Gefechte, und als der brittifche Befehlshaber an Bord seines Schiffes sechs Mann todt und seinen Lieutenant nebst mehreren Offizieren verwundet sah, feuerte er auS allen Batterien und versenkte das feindliche Schiff mit aller Mannschaft, nur den Rais und einige Matrosen ausgenommen, die sich auf einem Nachen retten wollten unk» gefangen wurden.« (Hiernach ist der Artikel in Nr. 10§ der Karlsr. Ztg. zu berichtigen.) O e st r e i ch. Wien, den 17. April. Metalliques ; Bankaktien ioö4. Spanien. Dis Regierung hat auf der portugiesischen Gränze Vorsichtsmasregcln getroffen, um die Auswanderung der spanischen Maulthiertreiber, welche sich mit ihren Maul- thieren in Menge nach Portugal begeben, um dort unter den englischen Brigaden zu dienen, zu verhindern. Türket. Der östreichifche Beobachter vom 16. April enthält folgenden Artikel: Konstantinopel, den 26 . März. Der Reis Efendi (Minister der auswärtigen Angelegenheiten) Seid« Efendi hat auf fein wiederholtes Ansuchen, »veil er sich Kränklichkeit halber der Last der Geschäfte nicht mehr gewachsen fühlte, am 23. d. M. die Entlassung von der seit dem Dezember 1323 von ihm bekleideten Stolle erhalten. Alle, die ihn näher kannten, vdsr in 623 Geschäfts-Verhältnissen mit ihm standen, lassen feinen Latenten, seiner Rechtlichkeit, feinen gemäßigten Gcsin, innigen, so wie der Annehmlichkeit seiner Forme» Gerechtigkeit widerfahren. Der sicherste Beweis, daß dre diesem Minister bewilligte Entlassung von keiner Ungnade von Seite deö Grvßherrn begleitet war, ist, daß er seitdem in seinem Hotel von sämmtlichen Großen deS Reichs unausgesezl Besuche empfängt. Der Posten eines Reis Efendi ist an demselben Morgen dem bisherigen Beglrkdschi Efendi (Direktor der Divans-Kanzler) Mohammed Seid Perkew Efendi, welchen der Großherr schon seit mehreren Jahren bei den wich, tigsten Geschäften deS Departements der auswärtigen Angelegenheiten verwendet hatte, verliehen worden. Zum Beglrkdschi Efendi wurde der bisherige Ameddschi Efendi (KabinetS-Sekretär deö Reis Efendi) Mchmed Akif Efendi und der älteste Beamte der Divans-Kanzlei, Salih Efendi, zum Ameddschi Efendi befördert. Ausser diesen Veränderungen in Besezung einiger der wichtigsten Staatsämler verdient noch die Ernennung Ahmed Efendl's, Chasincdar's (Schazmeistcrs) deS vorigen Groß-Admiralö, zum Pascha von zwei Roßfchwei- frn, in welcher Eigenschaft er dem Chvsrew Pascha (bekanntlich Oberbefehlshaber des Obscrvativnskorpö auf der asiatischen Küste des Bvsphorus) zur Seile bleibt, und Emtn Bei'S zum Statthalter von Dschidda erwähnt zu werden. Die .^beiten im Arsenale werden fortwährend mit größter Lhätt'gkcit betrieben. Zwanzig Kriegsschiffe von Verschiedener Größe haben bereits das Innere des Hafens verlassen, und sich im BosphvruS, Bcschicktasch gegenüber, vor Anker gelegt. Binnen drei Wochen soll die Flotte, ZV Segel stark, deren Kommando der zum SeraSkier derselben ernannte Patron« Deg (Vizeadmiral) Mohammed Tahir, und der Riala Beg (drit, ler Admiral der Flotte) führen werden, zum Auslaufen bereit seyn. Die Bildung der regulären Truppen hat in den europäischen sowohl als in den asiatischen Provinzen schnellen Fortgang; in Adriancpel stehen 3600, und in Brus- sa 2400 Mann derselben, in den Waffen geübt, zum Aufbruche bereit. Von hier sind am 1ä. d. M. gegen Lvoo Mann dieser Truppen nach dem Hauptquartier Larissa abgegangen, nachdem sie von dem Großherrn, dem Grvtzwessir und den Ministern der Pforte, thcilS bci'm Aufmarschiren vor dem Eski-Serai (alten Serail), theils bei Daud Pascha, vor den Thoren der Stadt, gemustert worden waren. Diese Truppen, welchen die »wthige Artillerie und eine Abtheilung Reiterei beigegc- ben worden, sind weit mehr, als bisher je bei türkischen Armeen der Fall gewesen, auf europäischen Fuß organi- sirt und ausgerüstet; eine eigene Kasse für regelmäßige Bezahlung des SoldeS wird ihnen nachgcführt; die Richter und Obrigkeiten der Ortschaften, durch welche sie ziehen, haben Befehl erhalten, die erforderlichen Lebensmittel für selbe in Bereitschaft zu sezen, die ihnen haar bezahlt werden; jedem Regimcnte ist ein Oberarzt mit 1000, nnb die nöthigen Unter-Wundärzte mit 40 s Piastern monatlicher Besoldung beigegeben; Medica- mcnte und chirurgische Instrumente sind angeschafft un» werden den Truppen nachgeführt. Daß diese neuen, zum Theil sehr kostspielige» Einrichtungen die Regierung nölhigen würden, auf Ver, mehrung ihrer Einkünfte zu Deckung dieser Ausgaben zu denken, war vorauszusehen. Auch'kamcn nach und nach verschiedene neue Auflagen zum Vorschein, die bisher in der Türkei ganz unbekannt waren. So wird von den Kaufbnden, Häusern, Chau's und Magazinen eine täglich, nach Verhälnuß ihrer Lage und Größe bemessen» Abgabe, von jedem Kaikdschi oder Bootsmann vier Para, von jedem Arabadschi oder Fuhrmann für jeden Mieihwagen drei Para gefordert. Die Kopfsteuer soll für die hockst« Klasse auf 36 Piaster, für die mittler« auf 24 , und für die geringste auf 12 Piaster erhöht werden. Andere Masregeln betreffen die Konscribirung der Griechen, Armenier und Juden, nicht etwa, um sie zum Kriegsdienste zu berufen, sondern über ihr Betragen, ihre Beschäftigungen und die Einrichtung de» Steuern besser wachen zu können. Endlich werden auch die Mauthgebühren von mehreren Erzeugnissen des türkischen BodenS, z. D. von der rohen Seide, auf da- Doppelte, andere in geringem Verhältnisse, erhöht. Diese neuen Anordnungen, so wie die Anstalten zu dem dießjährigen Feldzuge gegen die Insurgenten, haben in der lezken Zeit am meisten die Aufmerksamkeit des Publikums beschäftigt, welches von dem lebhaftesten Wunsche beseelt ist, dem Zustande der Unruhe und Der, wirrung, der seil so vielen Jahren in den insurgirtcu Ländern herrscht, ein Ende gemacht zu sehen, — ei« Wunsch, der von allen Freunden der Menschheit gelheilt, und von den Gesandtschaften der europäischen Mächte, deren unablässiges Bestreben auf Wiederherstellung und Erhaltung der Ruhe in Europa abzielt, bei der Pfort« fortwährend unterstüzt wird. Die lezten aus Ler Gegend von Athen eingelaufenen Nachrichten reichen bis zum y. März. Karaiskaki war an diesem Tage, nachdem er dem Omer Pascha bei Di, stomo bedeutenden Verlust bcjgebracht hatte, ihn aber nickt hindern konnte, sich .mit dem Ueberreste seiner Truppen über Daulia nach Talandi durchzuschlagen, bei Eleusis eingekcoffen. Die in den ersten Tagen des Februars im PiräuS gelandeten Griechen und Philhelle, n«n befanden sich fortwährend im Bcsize dieses HaftnS und des Phalerus, und man glaubte daß sie, mit Ka- raiSkaki vereint, einen abermaligen Versuch zum Entsaz der Zitadelle von Athen, in welcher Fabvier das Kommando führt, unternehmen dürften. Die neuesten Blätter der allgemeinen Zeitung Griechenlands, die bis zum 10. März (neuen Styls) reichen, enthalten über die lezten Kriegsvorfalle in Attika und Livadien umständlichere Angaben, aus denen sich, wenn man sic von der bei Berichten dieser Art gewöhnlichen Nebcrtrcibung entkleidet, der eigentliche Stand der Dinge in jenen Gegenden ziemlich genau entnehmen läßt. 624 Griechenland. Odessa, de» 6. April. Nachrichten aus Konstantinopel vom 2 . April bringen in Lelresf.GrlechcnlandöGerichte von wichtigem Inhalte. Nach der Aufreibung Omer Pascha'S bei Distomo sollen Karaiökaki und Kara- tasso gegen Athen vorgerückt seyn, und die Akro.poliS entsezt haben. Der Seraökier soll sich auf seinem Rückzüge zulezt zehn Stunden von Athen, von allen Seilen umringt, befunven haben. Daö lczte Gefecht soll am 16. März vorgcfallcn, und er darin abermals von Ka- raiökaki ln die Flucht getrieben worden seyn. Während dieser Zeit rückte Panuria über Salvna gegen die Insel Eubda vor, und die Griechen hofften, daß der SeraS- kicr daö Schicksal Omer Pascha'S theilen werde. Lord Eochrane befand sich am ly. März in Napoli. Verschiedenes' Unter den belletristischen, historischen und andern Werken, die der diesjährige, ly Bogen füllende Leipziger Ostermeß-Katalog anzeigt, bemelkcn wir: Ar- nault,'s Leben Napoleons, von Ungewitter übersezt; Baggesens humoristisches Gedicht Adam und Eva; Böttichers Geschickte der Carthager; Korrespondenz von Schiller'und Gdthe; Nachrichten auö dem Leben und den Musikwerken Karl Maria v. Wcber's; Napoleons sämmtliche Werke, deutsch von Widemann; Pölitz Geschichte PreuffenS; K.M.v Weber's hinterlasfene Schriften, herauSgegebcn von Th. Hell; H. Clauren, Lieschen; Baronin Fouquö, 3 Erzählungen, Anna Rad- cliffe, Angelina, dann Gaston von Blondeville. Frankfurt am Main, den 20 . April. CourS der Großh. Bad. Staatspapiere. 50 fl. Lott. Loose bei Gollu. Söhne 1820 . . 6 -/« « ditto herauSg. Serienloofe . . . : . 69^ CourS der Gold- und Silb Neue Louisd'or. Frledrichsd'or.- Kaiserliche Dukaten .... Holländische do. altem Schlag do. neuem Schlag Zwanzig Frankenstücke . . Souveraind'or. Gold al Marco W2. . . Laubthaler, ganz« . . . ditto halbe . . . Preussische Thaler .... Fünf-Franken-Thaler . . . Fein Silber 16 Löth. . . ditto 13 — 14 Löth. ditto L Löth. . . ermün ii fl. y » zen. llV,kr. 51 » j 5 » 35 y » 16 » 318'4» 2 » 1 » 1 » 2 fl. 20 » 20 » 20 » 30 » 30 » — » 44'4 » 17 » 43/4 » 21'/« kr. 18 » 12 » ü » Auszug aus den Karlsruher Witterung-« Beobachtungen. ly. April Barometer Therm. Hygr. Wind M. 6 ) 27 Z. 7,7 L. 6,5 G. 55 G. NO. M. 3L 27 Z. 6,7 ?. 13.0 G. 48 G. NO. N. 10 27 Z. 6 .Y L. 6 ,yG. 55 G. NO. Mehr und weniger heiter, eS bewölkt sich Mittagdicht, von halb 1 Uhr bis gegen 4 Uhr gcwirrer« Haft, ziemlich naher Donner, öfters schwacher Regen, Nachts wird eS etwas sternheiter. 20 . April Barometer Therm. Hygr. Wind. Nk. 6 27 Z. 6,2 ö. 8,3 G. 58 G. W. M. 3 27 Z. 6,1 ?. 14,5 G. 50 G. NO. N. 9 ; 27 Z. 6,3 L. il,yG. 53 G. N. Wenig heiter, dann Aufheiterung, mitunter ziemlich Wolken, NachiS etwas heiter. Theater« Anzeige. Dinstag, den 24. April (zum erstenmal): Die Unzertrennlichen, Lustspiel in l Akt» nach dem Franzifischen, von Th. Hell. Hierauf: Der Dorfdarbier, komische Oper in 2 Akten; Musik von Schenk. Donnerstag, den 26. Ap-il: D e r T a u b st u m m e, oder: Der Abbö de l'Epöe, historisches Drama in 5 Akten, nach dem Französischen, von Kotzebue. Verloosung Gutes Schelsberg im Amte Achern unter Garantie des Handelshauses Theodor C Hug in Lahr. Das Gut Schelsberg liegt am Eingang des romantischen Sasbachwalder-ThaleS in einer der reizendsten und mildesten Gegenden des Landes. Es ist eine Viertelstunde vom Eclenbad, eben so vom Denkmal des Marschalls Tu- renne, eine Stunde von der Stadt Achern, z Stunden von Baden, u. 5 Stunden von Slcaßturg entfernt, und besteht ausser dem massiv gebauten, mit zwei großen gewölbten Kellern versehenen HerrschaflShause, und mehrere» Oekonomiegebauden, in: Awri großen Gärten mit vorzüglich veredelttN Obst- bäumen. Zwanzig Jauchert Ackerfeld, nur mit der izten Garbe zehnibar, worauf ungefähr 1500 Obstbäume von den besten Gattungen stehen. Sechszehn Tauen Matten, ganz zehnlfcei. Fünf Morgen Waldboden. Neun Morgen oder i 5 c> Haufen Neben von den edel« 625 ßen und besten So,len. Der hieraus gewonnene Wein wird mir Recht der vorzüglichste des Landes genannt; schon oft wurde die kleine Ohm an der Trotte zu l6 bis l8 st verkauft. Der bisherige, auf 2go bis Zoo Ohm anzunehmenbe Ertrag wird sich mit jedem Jahr vermehre», wie diese« bei allen neu angelegten Weinbergen der Fall ist, und kann künftig auf 400 Ohm und darüber steigen Vorstehend beschriebenes, auf 40,600 fl. gerichtlich ta- kirtes Gut, bildet den ersten und Hauptgrwinnst dieser Ausspielung, die über dies noch 754 Geldgewinnste von 2000 fl., 1000 fl,, 500 fl,, 25o fl,, lomal 100 fl., lomal 50 fl , lomal 25 fl,, lomal 20 fl-, lomal 15 fl. und so abwärts bis 4^ fl, enthalt, so daß die Anzahl der Gewinnst» im Ganzen den Betrag von 50,000 fl. bildet. Die Ziehung geschieht in Lahr, unter Leitung deS Grvßherzogl. Bezirksamtes, Der Preis eines Looses ist 4'/? fl , und bei Bezahlung von 10 Loosen wird daS nts als FceilooS unentgelVliL abgegeben, lieber das Ganze bezieht man sich auf den vollständigen Haupiplan. Zu vorstehender GulSverlvosung habe ich die Hauptkollekte für den Murg, und PfrnzkceiS übernommen, und sind daher Loose ä 4 fl Zo kr. im 24 fl. Fuß — nebst Pläne unenlgeldlich — zu haben; wer io Loose gegen portofreie Einsendung des Betrag- auf einmal nimmt, erhält das tlte Al'üüs. Karlsruhe, den n. April 1827. H, C. Dürr, Kreuzstraße Nr. y. kiterarische Anzeigen. Müde der schlechten Uebersetzungen trilllscher und französischer Romane, mit welchen die deutsche Lesewell in Zwei Groschen, und Neun-Kreuzer-Ausgaben überschwemmt ist, hat sich längst der bessere und größere Theil des Publikums nach dem herrlichen Genuß und Besitz vaterländischer Mesterwerke zu einem gleich woh lfeilen Preis »esehnt. Diesen Wunsch erfüllt nachstehende- vortreffliche Unternehmen: Bibliothek Deutschen Classiker; eine Auswahl des Schönsten und Gediegensten aus ihren sämmtlichm Werken. Mir den von Rosmäslers Meisterhand gestochenen Por- traits sämmtlicher Schriftsteller. Gotha und Neu -Uor k. 1627 . Diese klein, Bibliothek, die den Hausbedarf eines Heden, dem nicht allein um eine unterhaltende, sondern z u- ,l«ich um rin» den Verstand dildende, Geist und Herz > erbebende Lektüre zu thun ist, befriedigt, erscheint auf dakostbarste englische Velin gediuckk, in drei verschiedene« Ausgaben, nämlich: 1) Die Miniaturausgabe (sehr niedlich), das ele» ganl broschirle Bändchen von 6 bis 8 Bogen zu y Kreuzer rheinl. 2) Die Ka bine k« ausgabe, daS schön und dauerhaft gebundene Bändchen von 8 bis 10 Bogen in größerem Formal und mir größerer Schrift zu iS Kreuzer. Z) Die Prachtausgabe, im Imperial-Octav, daß bro- schirte Heft zu 27 Kreuzer. Vom r. Mai an wird wöchentlich ein Bändchen geliefert. Schiller's Gedichte machen den Anfang. Man bestellt vor dem r. Mai bei irgend einer (in Karlsruhe bei der unrcrzeichneren) Buchhandlung. Später erhöht sich der Preis um die Hälfte. Man verpflichtet sich immer nur für das nächste Bänd» chen. Jedes Bändchen ist ein Ganzes für sich, und enthalt daS Beste eines berühmten Schriftstellers. Subscri» bentensammler erhalten bas siebente Exemplar von uns frei. Ein solches Unternehmen noch besonders empfehlen zu wollen wäre Verschwendung. Braun'sche Buchhanblun- in Karlsruhe. Während nach ein Paar Jahrzehnten jene Ulbeisetzan- gen, jene fremden Pfropfreiser der beulschen Literatur verdorrt und vergessen sind, und ihr Käufer das dafür bezahlte Geld als we ggeworfen bedauert, kann hingegen der Inhalt unserer Bibliothek niemals veralten, oder ihr Werth sich verringern; er ist unvergänglich: denn di« Werke, deren Schönstes sie btelet, bleiben ewig; unsterblich sind Schiller, und Gölhe, und Voß, und Klopstock» wie Griechenlands Homer. Wie sie uns erfreuen, so erfreuen sie nach Jahrhunderten noch unsere Enkel; und derselbe Genuß, den unsere Bibliothek ihrem ersten Be, fitz-r gewährt, überträgt sich ungeschwächt auf all- folge n d e n. Der Familienvater, der sie als werlhvolles Geschenk für seine Kinder kaust, der Freund der sie dem Freunde, der Gatte der sie der Galtin, der Liebende der sie der Geliebten verehrt als Mal der Erinnerung und der Liebe, sie alle tragen das schöne Bewußlseyn in sich, daß eine solche Lektüre nur die Keime des Großen, des Schönen, des Guten wecken könne in der Seele der Jugend, nur Veredlung schaffen werde im Geiste des Mannes und der Hausfrau, — denn verbannt ist alles Unheilige, alle gifldergenden Blüthen sind gewissenhaft geschieden aus unserem Kranze. DaS bibliographisch« Institut. Danksagung. Kbnigl. Franz'vsische Versicherungs-Gesell, schaft gegen Branschaden, vom Großhcrzogl. Ministerium des Jnnnern ermächtigt In der Nacht vom 27. auf den -ö, Februar d. I. hat« ich Vas Unglück, durch einen Branv überfallen zu mrvt«. 626 «»durch meine meisten Mobilien ein Raub der Flammen wurden. Doch von der so wohllbätigen Anstalt der König!. Fran- tösischcn Brandversicherungs-GeseUschaft erhielt ich, durch Ver- «litllung des Herrn General-Agenten Moritz Hecht in Straß- hurg, und des Herrn Joseph Dreher, Agenten dahier, in freundschaftlicher Verständigung und nach den in der Police vvrgeschriebenen Bedingungen, ohne allen Abzug baar einen Schadenersatz von iSöa fl »7 kr., wodurch ich wieder in die „Sthigen Vcrmögensumstänbe versetzt werde, um mein Gewerbe hetreiben zu können. Ich suhle mich daher verbunden, gedachter Ge,ellschaft meinen innigsten Dank zu bezeigen, und bringe dieses zur öffentlichen Kcisntniß, daß dieselbe mit Recht das Zuiraucu genießt, welches ihr allgemein zucrkannt wird. Oppenau, den 12. April 1627. F. F. Xaver AntreS, Karthauswirib- Karlsruhe, l L e h r l i n g s - G e such.) Es wird in eine nicht weit von hier entfernte Apotheke ein Lehrling ge- sucht. Das Nähere hierüber erfährt man bei Fromme! et Komp. Deutsch-Neureutb sAnzeige für Aurikel- Licbhaber. i In 'dem Pfarrgarten zu Deutsch - Neuremh flehen die Aurikel gegenwärtig in der Blüthe. Dieß wird dieses Jahr von mir selbst mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß bei bedeutender Vermehrung nunmehr von denscl- hen abgegeben werden können. Deutsch-Neureutb, den 20. April 1827. Bender, Pfarrer. Rastatt, sAnzeige. 1 Die Unterzeichneten ehcvorigen Arbeiter »n der hiesigen Chaisenfabrik von Schlaff und Kompagnie haben ein gemeinschaftliches Etablissement dahier errichtet; sie versprechen die nämlichen Arbeiten, wie die benannte Fabrik, um die billigsten Preise zu liefern; sie nehmen daher auch Bestellungen auf neue Wage« von jeder Art an, und empfehlen sich andurch mit der Bitte um geneigten Zuspruch. Rastatt, im April 1827. . ^ - Joseph Bouisson, Schreineru.Kastenmachcr. Heinrich Hammer, Sattler. Johann Gattung, Wagner. Johann Fritz, Schlosser. Rastatt. s^vis.I l,eo Loussignes, pvoinlov» «uvviov» äs la tabni^uv ä'iei, conirrre soua Is rsioon äs tabri^uo äs clisisvs äs kclilaü' et sornpsAnie, oirt I'lionneur ä'annonosr au pulilio , < 7 u'ils viennent ä'on- »rsprsnäre eir soiainun rin seindlabls stalrlissernvnt. Hs nroinettent äs tourniv Iss memo» ouvra^os ^ue cerir äs la äits taliriHuo arn pvii Iss plus inväsrs«, st >1» rs sliDNASnt äs eonkectisiinvv Iss vsiture» äs touts e«pecs , e^u'oL vonära liisn leur oominsnäsv. Illen ns svra nsgligs psur ivsrltvr 1a vvnüanvo äont va vouäre» Vien Iss Üsnorev. Rastatt, äaas I'^vrll 1827. äos Louisson, menniaslor et esrosoler. Iksnrl Ilamrnsr, sslllov. llvan Kattung, sbarron. Isan Vrltr, svrrurisr. Dadenweilek. s B a d - A n z e i ge. 1 Meinen GLn- risrn und Freunden, so wie einem verehrung'swürdigen Publikum, habe ich die Ehre die ergebenste Anzeige zu machen, daß meine Dad-Eröffunng den 20. Mai statt haben wird. — Die innere Einrichtung des Hauses, welche bisher so vielen Beifall erhalten hat, habe ich, so wie auch die Badeanstalt, noch mehr zu verschönern und zu vervollkommnen gesucht. Das allgemeine Zutrauen, welches mir seit dem Entstehen dieses Etablissements geworden ist, werde ich mich stets bestreben, durch Aeinlichkcie, Billigkeit und prompte Bedienung aue- ferner zu verdiene». Badenweiler, den , 5 . April 1S27. C. W. Schnell, zum Römer-Bad. Karlsruhe. sAnzeige-H Oberländer Kirschenwasser 1822er ist in der Akademiestraße Nr. 3 s zu verkaufen, in Krügen a 48 kr., in Bouteillen ä 3 Z kr. Eben daselbst sind , Stück neue weingrüne 20 Ohm-Fässer, in Eisen gebunden, z»' sehr billigen Preisen zu haben. Karlsruhe. sAnzeigr. 1 Eine bedeutende Sammlung getrockneter eingelegter Pflanzen ist um billigen Preis z» erkaufen. Wo, ist im Zcitungs-Komptvir zu erfragen. Mannheim. fAn zeige und Empfehlung von PianofortcS.) Die verschiedenen Anzeigen und Lobprei» ßungen von verbesserte» oder neu erfundenen Klavier-Instrumenten, welche seit einigen Jahren erschienen sind, vcranlas. sen den Unterzeichneten zu der Bekanntmachung: daß schon seit länger als fünf Jahren Instrumente in Flügel - und La- sclsorm mit 3 oder 4 Veränderungen mit der beliebte» neuen (englischen) Mechanik bet ihm verfertigt und mit Beifall ausgenommen worben sind. Mit einem aus die möglichste Dauer berechneten Bau zeichnen sich dieselben Lurch eine» starken klangvollen Ton aus, welcher nicht nur die Ausführung der schnellsten und glänzendsten Komposttionen leicht hervorzubringen, sondern auch durch Fülle, Rundung, Kraft und Zartheit seiner Schwingungen das Gefühl mehr aufzuregen, und ausgezeichnet große Spieler in den schwierigsten Vorträgen zu befriedigen vermag. Bei der Mechanik meiner PianoforicS ist der Hammer von der Taste ganz abgesondert, und wird nur vpn der auf der Taste bcstnoiichen Auslösung in Bewegung gesetzt. Der Anschlag geschehe wie er wolle, so Hai dieses auf den Hammer keinen Emfluß, sondern derselbe muß immer senkrecht auf die Saiten anschlagen, und einen festen bestimmten Ton hervor- dringen. Durch einen Hammerrechen, in welchem die HLmmerstiele an messingenen Stiften sich bewegen, ist dem Stocken und unrichtigen Anschlag rer Hämmer vorgcbeugl — und weder Zeit noch Staub können den prompten Anschlag derselben verhindern, wie es bei den Instrumente» mit der bekannten Wiener Mechanik öfters der Fall ist. Jeder Hammer kann einzeln auf das schnellste heraus genommen werden, und der härteste Angriff vermag ihn nicht aus seiner Lage zu bringe», noch aus dem Rechen zu schlagen. Eben so wenig ist die Dämpfung einer Veränderung oder dem Stocke» unterworfen. Dieses sind die Haupteigcnschaften meiner PianoforicS, welche sich wobl noch Lurch eine größere Dauer als manche andere complicirtere — wie auch durch ein gefälliges Aeusscre in schönen beliebigen Holzarten, und durch einen verhältilißmäßig wohlfetlcrn Preis empfehlen. Mannheim, im April 2827. L. Mey, Hofinstrumcnlknmacher. Karlsruhe. sWarnung. ^ Da mir immer noch Rechnungen Vorkommen, wovon ich und meine Frau nichts wissen, so warnr ich hiermit nochmals Jedermann, ohne schriftliche Erlaubniß von mir, meinen Angehörigen weder etwas zu borge», noch zu gehen» indem ich für nichts Zahlung leister» werbe. LH. Oelenhelnt. Ettiniettdlnger». sFahndling.) Die unten ssgnali- ssrte Magdalena S ch m i dl e von Hicrbach, welche sich hier «egen Betrügerei in noch nicht gecnbigler Untersuchung de- 627 fand, wurde am n. d. M. wegen Schwangerschaft in die Ge« dShr-Anstalt nach Freiburg verbracht, fand aber daselbst schon am Nachmittag desselben Tages Gelegenheit, heimlich zu entweichen. Sämmtliche Polizeibehörden werden daher ersuch,, auf diese Person scMigst fahnden zu wollen, und sie im Bktretlinas. falle hierher cinzuliesern. " Emmendingen, den i 3 . April,827. Großhcrzogliches Obcramt. Stößer. Signalement. Alter: -4 Jahre. Stirne: nieder. Augenbraunen: schwarj. Augen: schwarzbraun. Nase: spitzig. Mund: mittelmäßig. Typingen. sFahndung.) Der unten lignalisirte Michael Belstner von Sulzfeld hat sich wegen eines Effek- tendicbstahlS auf flüchtigen Fuß gemawt. Sämmtlichc Polizeibehörden werden ersucht, denselben auf Betreten arrcliren und anher einliesern zu lassen. Tppingen, de» 18. April 1827. GroßherzozUches Bezirksamt. Thilo. Signalement. Alter: ig Jahr. Größe: S' 6". Statur: untersetzt. Gesicht: oval. Farbe: gesund. Haare: blond und borstig. Stirn: schmal. Augenbrauncn: blond. Augen: blau, verschmitzten Blick. Nase; stumpf. Mund: groß, die Oberlippe aufgeworfen. Kinn: rund, mit einem Grübchen. Jähric: gesund. Karlsruhe. (Bekanntmachung.) Da bisher kei« «t Ansprüche auf das von der Löw 2 »da Wittwe ihren beirr» Söhnen Aron und Veit Löw überlassene, in der Kronen- straße dahier gelegene halbe Haus gemacht worden sind, so wird nunmehr in Bezug auf die öffentliche Aufforderung vom 2. Febr. d. 2 - Nr- ,276 die Ucöerfchreibung des Cigcnthums des fraglichen Hauses im Grundbuchc auf den Namen des Aron und Veit Löw gerichtlich angcordliet, und dieses ^ur öffentlichen Kenntniß gebracht. Karlsruhe, den 12. April 1827. GroßherzoglicheS Stadtaillt. B a u m g ä r t n c r. rudwigssalineDürrheim (BekanntmachunkgJ Man findet sich in Gcmäshcit Beschlusses der Großherzoglichen Direktion der Salinen-, Berg- und Hüttenwerke, ite Lbthciliing Salinendircktion, vom So. Mürz d. I,, Nr. 5 - 8 , veranlaßt, sämmtlichen Salzhändlern in den der diesseitigen Saline zugetheülcn Kreisen, welche SaUfrachtvergüttlngen an- »usprechen haben, Folgendes zur Wissenschaft und pünktlichen .Nachachtung bekannt zu machen: ,) Bei Einholung der Anweisung bei der dassgen Salinekaffe zu Abfassung des Salzes aus dem hiesigen Lagerhaus muß der Salzhändlcr oder dessen Beauftragter sogleich deklarircn, für wen und an welchen Ort das Salz seine Bestimmung hat, wornach sodann der Ladschein ausgestellt wird. Kömmt das Salzquantum nachher nicht Laut — sondern nur theilweis an dm «Megebenc» Bestimmungsort, so wird bei Vorlage desLadscheknS dahftt keine Frachtvergütung geleistet. ,) Wenn ein Salzhändlcr einen früher erhaltenen Ladschek» über schon bezogenes Salz d>es>ms vorlegi, um die re« gulirte Frachlvergülung darauf zu erheben oder zu ver- rechnen, so muß die vorgeschriebe,>e Beurkundung auf dem Laoschein, daß das Salz wirklich am Bestimmungsort anzelangt und magazinirk worden, von dem OrtSvor« stand mit Bemerkung des Lags der Ankunft des Salze- unterzeichnet seyn. Wird dieses nicht beobachtet, jo UN» terbleibt die Auszahlung der Frachlvergülung. Z) Derjenige Salzhändlcr oder Salzhczicher, auf welche» der Ladschein ausgestellt ist, muß de» Empfang der ihm nach dem Ladschein gebührenden Frachlvergülung sechste» bescheinige», da die Unterschrift eines Dritten ungültig ist Im Unierlaffungsfaiie wird keine Frachlvergülung geleistet. Die Ortsvorgesetzten werden Gegenwärtiges den Salzhälid- lern und Salzbeziehern gehörig eröffnen. Ludwigssaline Dürrheim, ven 12. April 1827. Großhcrzogliche Salineverwallung. Mangold. Karlsruhe. sLiefcrungS - Versteigerung») Mittwoch, den g Mai dieses Jahrs, Vormittags g Uhr, wirb in dem diesseitigen Bureau das vom >. Juni 1827 biS dahin 1828 im Großhcrzoglichcn Marstalle erforderliche Baumöl, Breniiöl, Leinöl und Fischthran, ferner Schmeer, Wagenschmier, Wachs, Flambeaux, Pferdcschwämme. Schießpulver und Hcfenbrandwein an den Wenigstnehmenden zur Lief«-- rung versteigert ; wozu die Liebhaber'eiugeladen werde». Karlsruhe, den 17. April 1827. Großhcrzogliche Sialiverwaltung. Koch. Karlsruhe. (Papier-Lieferung.) FürdasGrost« herzozl. Munilionsiadoraiorium sind 1Z0 Rieß dünnes und gut geleimtes Konzeptpapier nach vorliegendem Muster zu Infan- terirpalronen erforderlich. Es werden daher diejenigen, welche diese Lieferung übernehmen wollen, aufgefordert, ihre Soumissionen schriftlich und versiegelt unter der diesseitigen Adresse und Bemerkung „Papierlicferung betreffend" am So. d M-, Vormittags präzis ,o Uhr, hieher zu übergeben, La sPätM Einreichungen nicht berücksichtigt werden. Karlsruhe, den 17. April 1827. Großherzoglichc Zcughausdirektlou. Offenburg. (Wein-, Hefen-u. Frucht-Versteigerung.) Von Seiten der diesseitigen Verrechnung werden Dienstag, den ,. Mai b. I-, Vormittags g Uhr, So Fuder theils Hof- thcils Gefällweine, 1826er Gewächs, io « (beiläufig) Wkinhefe, dann ,2 Vrtl. Weizen und 35 - Korn versteigert, und wenn die Gebote annehmbar sind, sogleich gk gen baare Bezahlung abgegeben werden. Offenburg, den,8. April 1627. Großherzogliche Domainenverwaltung. Brückner. Offenbur g. (Holländer-Elch klötze-Derster- ge rung.) Nach hoher KreiSdirektorialvenügung vom 7. d , Nr. 4227, hat die Gemeinde Biberach, Amts Gcngenbach, in dem Revier Zell am Harmersbach, die obervormundschaftliche Bewilligung zu Versteigerung von 2S bereits zu Boden liegenden HolläNder-Eicvklötzen erhalte». Zu diesem Geschäft ist Donnerstag, der 10. Mai, bestimmt, und werden dir Liebhaber eiMiade«, sich an bi«- 628 ftM Tagt, früh 6 Uhr, zu Bibtrach kn de, Krönt cinzufin- kk», von wo sie in den Wald gesührr werden sotten. Ussenburg, den >g. April 18-7. Großher,ogliches Forstamt. v. Neveu. Karlsruhe. tKlaftcr- u. W etlen h0lz-Verstei- -crung-H Montag, den 5 v. b. M., Morgens 8 Uhr, werden »1» herrschaftlichen Rirtiirrwald, Grötzln. - Forsts, 55 1/4 Klafter buchen, 35 1/4 - eichen, >34 » alpen, 4 Z/4 - Klotzholz und 16 72b Stück Welten rscntlich versteigert werben, wozu wir die SteigerungSliebha. her nur dem Bemerken einlaben, daß sie sich an odgevachtem Tag und Slunoe zu Berghausen am Raihhaus elnfindcn können, und von dort aus zu dem Verstelgerungsort IN den Wald geführt werben. Karlsruhe, de» 20 April ,827 GroßherzoglicheS Forstamt. 8'schrr. Pforzheim, fHoiz-Vcrsteigerung.) Aus den herrschaftlichen Waldungen des Singemer Reviers werben auf künftigen Donnerstag und Freitag, als den r6. und 27. Avril, 35 Klafter Buchen, 44» Klafter Forlen, ,08 Klafter Aspen, und ,3 000 Stück Wellen, ParrhienweiS, gegen baare Zahlung, versteigert. Dl« Liebhaber wollen sich am ersten Tag in Dernspach, »der im Herrmannsgrunöwalb, früh gegen 9 Uhr rinfinden, und können bis dahin bas Holz, welches »umerirk ist, täglich cinsehen. Pforzheim, den so. April 1827 ^ GroßherzoglicheS Forstamt. v> Bil t t e r S d 0 r ff. Labr. f G ebä u de-Ve r stet g erung.Z Auf Nr. S, 4 und 5 der herrschaftliche» Klofiergebäudc zu Seb-Mern. r-o- von schon mehrere Abthnlungen verkauft sind, so wie aus een großen Fruchlspeicher daselbst, erfolgten von verschiedenen Seiten annehmbare Gebote, was die unterfertigte Stelle zu eenem Verkaussvcrsuch, im Wege öffentlicher Sreigcrung, vcr- «mlaßr. Derselbe findet Montag, de» 7. Mai d. I., Vormittags g Uhr, IM ErbpriNjenwir'höhausc zu Schütter» stau; wozu man die Liebhaber unter dem Aussigen entladet, daß der Plan übcr die Gebäude, nebst ven Bedingungen, unmittelbar vor d-r Steigerung werben vorgelegl werben, jedoch auch früher dahier kin- gesehen werbe» können Lahr, den ,7. April »817, Großherzogliche Domainenverwaltung. K r 0 m e r. Durlach. fWein- und Weinhefe-Verßeige- rung. j Mittwoch, den 2 Mai b. I., Vormittags ,0 Uhr, werden von unlekzeichneler Stille V So bis 40 Fuder Wein, Durlacherund Ellmcndinger >8r6er GewäLS; sodann »> i/s Fuder Weinhese von gedachtem Jahrgang, Fuderweise öffentlich versteigert. Die Liebhaber werden cingeladen, sich bet der hiesigen Groß- herzogl- Kellerei einzufinden. Durlach, den ,4. April >827. Großherzogliche Domainenverwaltung. B a »z. Rastatt. fSchulden-Liquidation.) Ucber das Vermögen des Pfiugwirths Michael Welngärlncr von Stollhofen habe» wir Gant erkannt, und zur Liquidation sei« ner Schulde» Tagfahrt auf Freitag, den 4. Mai, Morgens 8 Uhr, in diesseitiger Kanzlei anberauml; wobei dessen Kreditoren, bei Strafe des Ausschlusses von der Masse, zu erscheinen rm» ihre Forderungen richeiq zu steilen habe». ' Rastatt, den 12. April 1827 Glshhcrzoalichcs Qbcramt. Müller WieSloch. fSchuIdcn-Liquidatsoii.si Wir baden gegen Andreas Füll Hauer von Maisch den Ganiprvzet erkannt, und Tazfabn zur Schulbenliquidano,. auf Mittwoch, den 2. Mai 7 . I , früh 8 Uhr, auf hiesiger NmtSkanzlei festge.eyk', wobei dessen sämmtliche Gläubiger, unter dem Reu tSnachlh.eiie des Ausschlusses, mit ihren Schulduikunden zu erscheinen haben. Wiesloch, den 28. März 18L7 GroßherzoglicheS Bezirksamt. Böhler. Bühl. ^UlitcrpfandSdüchcr- Erneuerung.) Die Unlerpfandsbücher der Gemeinde Lauf bedürfen einer Renovation. Eö werden daher alle dufentgen. welche Untcr- psanderechte auf Liegenschaften in, Lauser Ban» haben, auf- gesorben, dieselben, unicr Vorlage ihrer deofalls besitzenden Urkunden, in Original bei der Renovalionskvmmlfsion am »., 2., Z., 4. und 5 . Mai d. I. im LindenwirthShauS zu Lauf anzumelde». Im Fall beS Nicht« anweldenS wirb der etwa schon im alte» Psanbbuche zu Gunsten des Ausbleiben den vorhandene und nicht gestrichene Eintrag gleichlautend in das neuc.Pfandbuch übertragen werden. Hiebei Hai sich aber jeder Pfandgiäubiger diejenigen NachtheUr selbst beizumcffcn, welche daraus, baß er sich ailjumelden unterließ, für ihn entspringen könnten. Bühl, den 5 . April 1827 GroßherzoglicheS Bezirksamt. Hüfr li». Eppingen. fEdiktalladung'H Der seit langer Zeit abwesende Peicr Wan „er von Eppingen, über dessen Leben oder Tod keine bestimmte Nachricht bekannt ist, oder seine gesetzliche LeibeSerdcn, »erden hiermit aufgcforbert, sich binnen einem Jahre zu melden, und dessen unter Verwaltung stehendes Vermögen in Empfang zu nehmen, entgegengesetzte» Falles aber zu gewärtigen, baß solches den nächsten Verwandle», gegen Kaution, in fürsorglichen Besitz gegeben werde. Eppingen, den 2 April >627 GroßherzoglicheS Bezirksamt. Thilo. Schwezingen. fEdiktalladung.s Christoph Fit- zinger, welchcr als lediger Bäckergeselt im Jahr 16,a auf die Wanderschaft gegangen, und sich der im Jahre -ttiZ ergangenen öffenilichen Vorladung zufolge zur ausserordentlichen Kv»ser,plion pro i8»Z nicht gestellt hat, wirb hiermit aufge» fordert, sich binnen Jahresfrist bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen, über sein ungehorsa» mes Ausbleiben zu verantworten. Schwezingc», den 4. April 1827. GroßherzoglicheS Bezirksamt. Vierordi. Verleger und Drucker: P. Macklot.