Karlsruher Zeitung. Nr. 288 . Mittwoch, den 17.Oktober 1827. Baden. — Baiern. — Frankreich. — Großbritannien. — Italien. (Kirchenstaat.) — Niederlande. — Sestreich. — Portugal. — Rußland. — Spanien. — Amerika. (Columbia.) Baden. Karlsruhe, den 17. Okt. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben die in Freiburg stattfindcnde feierliche Konsekration des dortigen Metropolitan-Erzbischofs, Herrn I>r. Bernard Bell, auf nächsten Sonntag, den 21. dieses, feüzusezen geruht. — Gestern ist Se< Exzellenz, der Erzbischofvon Köln, Herr Graf von Spiegel, welcher die Weihe vornehmen wird, dahier «ngetroffen. Baiern. München, den 12. Oktober. Ihr« k. k. Hvh. die Erzherzogin Sophie von Oestreich sind zum Besuch bei Ihrer durchlauchtigsten Mutter, der verwittweten Königin Maj., in Tegernsee nngetroffen, von Ihrer konigl. Hol), der Prinzessin Marie von Baiern begleitet, welche bekanntlich einige Wochen bei Ihrer Schwester in Pyra- ivarth und Wien zugebracht hatten. — Dem Vernehmen nach wird der brasilianische Oberst Delhoste nächstens auS Wien hier erwartet. Frankreich. — Der Moniteur vom 12. Okt. enthält einen vergleichenden Etat der Einkünfte, welche die indirekten Steuern in den y ersten Monaten der Jahre 1627 und 1826 eingetragen haben. Die indirekten Steuern haben in den 9 ersten Monaten des Jahrs 1827 eingetragen: 422,142,000 Franken; im I. 1826 beliefen sie sich auf: 429,675,000 Franken; sie haben sich also gegen fernd vermindert um 7,753,000 Franken. Der stärkste Minderertrag zeigt sich bei den Zoll - und Schifffahrts-Gebühren; diese allein haben im Jahr 1627 6,230,000 Fr. weniger eingetragen, alö im Jahr 1826. Bekanntlich haben die Einkünfte des Jahrs 1625 bei dem Budget von 1327 zur Basis gedient. Wenn man nun den Betrag der indirekten Steuern in den 9 ersten Monaten von i627 mildem Betrage dieserSteuern in den ersten 9 Monaten von 1625 vergleicht, so ergibt sich für 1627 ein Mehrertrag von 636.ÖOO Fr. — Der H. Herzog von San Carlos ist am 10. zu Bordeaux angekvmmen, und begibt sich als Botschafter Sr. M. des Königs von Spanien nach Paris. — Die Gazette de France vom 14. hat ihien Lesern folgenden Brief mitgetheill: An den Redakteur. Mein Herr! Wir lasen mit Erstaunen in der Quo- tidiinnr vom 4. einen Artikel, worin man aufstekte, daß der Vorzug der englischen Wollen insonderheit in ihrer Längk bestehe. Nichts ist unrichtiger. In England, wenn nur dir Wolle die zum Kämmen nöthige Länge hat, bekümmert man sich wenig, ob sie noch länger sey, oder nicht. Ihre Vorzüglichkeit besteht vielmehrdarin, daß sic fein, weich, zart wie Seide, und insonderheit sckön weiß ist. Diese Eigenschaften zeichne» die Kenler Welle aus, die von de» Fabrikanten zu Lcicesier, Nottingham, Norfolk und Mvrkshire so sehr gesucht wird, und deren man sich auch in der königlichen Fabrik de la Savonncrie mit so vielem Dvnheilr bedient. Um sich hievon zu überzeugen, sehe man in dieser lcztern Anstalt die Wollen, die von der Heerde von der Kenler Race herrühren, welche Math, Miette und Kompagnie aus Canlorbcry zu Doulogne-sue-Mer haben. Diesen verdankt man die Einführung der prächtigen Schaaf- heerden von der Kenler Race, welche die Frau Gräfin von Cayla, Schwester des Herzogs DecazeS, der H. Marschall Marmont, dieHH. de Larochcfvucaukd, d'Am- bray, de Turenne und mehrere andere große Grundeigen- thümcr in Frankreich, in verschiedenen Departementen besizen rc. — H. Margat hat am 7- zu Nantes mit dem größten Erfolge eine Luftfahrt gemacht. Um ^ auf5 Uhr stieg er in südöstlicher Richtung in die Höhe, der Wind trieb ihn aber nachher nach Nord-Nordvsten. Den andern Tag erfuhr man, daß der L»ftsckiffer sich Witten in die Loire heradgelassen hatte, dekn Flecken Maures gegenüber. Seeleute, die sich in der Nähe befanden, eilten ihm zu Hülse. — Eine Feuersbrunst hat 40 Häuser des Fleckens Se- nsrpont, im Bezirke AmienS, in Ascke gelegt. — Ein Pnvalbrief aus Genf meldet, daß die Lyoner Kaufleute Sivoux, Vater und Sohn, die einen betrügerischen Bankerott gemacht und sich aus süchtigen Fuß gesezt haben, zu Genf, auf gerichtliches Ansuchen deS H. Laforge, verhaftet wurden. Seit ihrer Verhaftnah- me werden sie strenge bewacht, und man glaubt: in Betracht der Umstände dieses Bankerotte werden sie ausge- liefert werden. — Die Gazette de France sagt: Wir haben die Zeitung aus der Havana vom 22. August vor uns liegen, und finden darin von dem Doktor Thomas Romay, Oberarzt im Militär-Spital dieser Stadt, einen sehr interessanten Artikel über das gelbe Fieber, und über die Frage zu wissen: vb diese Krankheit ansteckend ist, oder 1606 »licht. Der Doktor Romay ist in den Spitälern der spanischen Kolonien alt geworden; wahrend einer langen Reihe von Jahren konnte er über die Ursachen und die Wirkungen dieser Krankheit Nachdenken; seine Meinung ist also von einigem Gewichte bei der Diskussion, die sich in Europa rn Betreff deS gelben FieberS erhoben hat. Der Doktor Ramay ist der Meinung, daß dieseKrank« heit nicht ansteckend ist, und drückt sich hierüber aus, wie folgt: "In der Entfernung von zwei Meilen von der Küste hat man vom gelben Fieber Nichts zu fürchten. Dieses unstreitigeFaktuin beweist auf das augenscheinlichste, daß diese Krankheit nicht ansteckend ist. Liese Wahrheit habe ich in einer Denkschrift behauptet, die ich dem Doktor L'hcrvin im I. Iöl9 zustelite, als derselbe, bei der Rückkehr von seinen Ausflügen in die Antillen und die verschiedenen Häfen Süd-Amcrika'ö, nach der Havanakam, und mich über die Frage, ob daö gelbe Fieber ansteckend sey, oder nickt, zu Rathc zog. Ich wünsche mit Ungeduld das Werk zu kenne», das H. DoktorChervin wird her« ausgegeben haben, und ich schrieb bereits nach Europa, um ein Exemplar zu bekommen. In diesem Artikel gibt der Doktor Romay einige be- scndern Umstande über die Verheerungen, die daö gelbe Fieber dieses Jahr in der Havana «»gerichtet hat, und er beweist nicht allein, daß cS nickt ansteckend war, sondern daß es auch gelungen ist, die Bösartigkeit desselben zu vermindern., "Ick habe, sagt der Doktor Romay, vom Kontrolleur deS Militär-Spitals eine besondere Note über die zu den Bataillonen der Regimenter Galicien und Union gehörigen Individuen verlangt, die in den z lezten Monaten in dieses Spital gekommen sind. DaS Regiment Galicien ist eines von den beiden, die jüngsthin aus der Halbinsel eingetroffen sind. Man muß bemerken, daß diese 5 Monate über die Temperatur ausserordentlich heiß und trocken gewesen ist. Die Hize stieg, nach dem in hundert Grade eingetheilten Thermometer, auf5t°, 5", und nach dein Thermometer von Farenheit auf 95". Die Hize konnte durch die Regen, die fast täglich seit dem Ende deS Maimonals hätten fallen sollen, nicht gemäßigt werden, weil eS von da an bis jezt nur Sgmal, und fast immer nur wenig und thauarlig, geregnet hatte. "Von 747 zu diesem Korps gehörigen Kranken , die während der 5 lezte» Monate in Len Spital kamen, sind dlvS 5t Personen gestorben. Diese Kranken wurden erst in das Spital geschickt, als es mit ihnen so weit gekommen war, daß i.e der Hülfe, die nur im Spital geleistet werden kann, n>wt entbehren konnten. Bekanntlich erfordern die hizigen Krankheiten, und hauptsächlich daS gelte F eber, daß man in den drei ersten Tagen die kräftig,!--. Mite! anwcnde; es könnte also leicht geschehen fty, baß mehrere Soldaten zu spät Hülfe erhalten hätten... ic. G r r i. r r t a n n i e n. Hk. Galati», ^ andler der Vttejrygtrn Staaten von Nordamerika am Hofe Sr. britt. Majestät, ist am7. Oktober nach Amerika zurückgerciSt. Der Gesandlschastö- Sekrelär Lawrence ist bis zur Ankunft eines neuen Gesandten Geschäftsträger. London, den 12. Okt. (Durch ausserordentliche Gelegenheit.) Der Fürst Lieven, Botschafter Rußlands, und der Herr Geschäftsträger Frankreichs haben gestern mit dem H. Grafen von Ludley im Bureau der auswärtigen Angelegenheiten gearbeitet. — Heule ist ein ausserordentlicher Eilbote von hier ab, gereist, beauftragt mit Depeschen für H'Stralford Can« ning, unfern Bvlsckaftcr m Konstantinopel, und Sir E. Cvdrmgtvn, Oberbefehlshaber der englischen Eska- dre im Mutelmeer. Italien. (Kirchenstaat.) Rom, den 3. Okt. Am verflossenen Freitag Morgens verkündeten Artilleriesalven vv» der Engclsburg den fünften Jahrcslag der Erhebung des h. Vaters Leo XU. zur päpstlichen Würde. Se. Heil, emfiengen die Glückwünsche des Kardinal-Dekans des h. Kollegiums im Namen desselben, des römischen Magistrats, der Prälatur und der Militärbehörden. Niederlande. Brüssel, den y. Okt. I. k. H. die Kurfärstin von Hessen wird diesen Abend mit Ihrem ganzen Gefolge aus dem Palast zu Lacken nach Deutschland abreisen. — Der H. Freiherr v. Laugenau, k. k. bstreich. General-Major und Bevollmächtigter bei der Militär-Kommission der hohen deutschen Bundesversammlung, ist den 2. in Luxemburg angekommen. O r st r « i ch. Wien, den il. Okt. Metalliques 91/,; Bankaktien ic>7y. Triest, den 9 . Oktober. Durch einen heute in 12 Tagen von Mvdon angekommenen Scbiffskapitän erhält man Bestätigung, daß sich die aus 22 Segeln verschiedener Größe bestehenden englischen und französischen Geschwader zur Beobachtung der ägyptischen Flotte vor Navarin und Modvn befanden. Ibrahim hatte sogleich nack Ankunft dieser Flotte die mitgebrachtcn Truppen ausgeschifft, und durch andere schon bereit gehaltene «r- sezt, um sich damit gegen Hydra zu wenden. Als bc, reits einige Schiffe ausgelaufen waren, begaben sich die zwei Admiräle von England und Frankreich zu ihm, worauf — in Folge der stattgefundenen UnlerreSnng — jene Sckiffe wieder in den Hafen zurückgerufen wurden. Ibrahim stattete dem französischen Admiral einen Gegenbesuch ab, und wurde mit einer Artilleriesalve begrüßt. Bei Abreise des obigen Kapitäns von Mvdon fuhren die Türken dennoch fort ihre Flotte zu verpioviantiren, und die, wie sie sagten, zum Angriffe auf Hydra bestimmten Truppen einzuschiffen. Das Diario dr Roma vom 6. Oktober meldet nun auch, daß die russische Eskadre im Hafen von Palermo vor Anker gegangen sey. 1607 Portugal. Lissabon, den 27. Sept. Der General Stubbs ist gestern vom Kriegsgerichte freigefprochen worden. Rußland. In der Sizung der nalurforschenden Gesellschaft zu Moskau am 11. April 0. I. erlheille der Direktor die Nachricht, daß eine Uoa eonLtrictvr (Riesenschlange), welche zu einer wandernden Menagerie gehört, 2ö Eier gelegt habe, ein Ereigniß, das nr Europa noch me statt hatte. Er wieö zugleich diese Eier vor, und noch während der Sizung wurde eines geöffnet. Man fand darin eine junge vier Zoll lange, ganz auegebildele Schlange, deren Bewegungen bewiesen, daß Ile noch lebte. DaS Embryo sowohl, als die Schaale werden in Weingeist aufbewahrt. Petersburg, den 24. Sept. Dieser Tage ist hier von der chinesischen Gränze die Nachricht erngelaufen, daß die Cholera, welche sich in der mongolischen Stadt Kukuthvto gezeigt hatte, ihre Verheerungen nicht weiter ausgevrettet hat. Obschon eine beträchtliche Anzahl Bewohner der genannten Stadl Opfer jener Geißel geworden sind, so haben dock die Trockenheit und die kalte Luft in genannter Gegend, besonders aber die heftigen Steppcnwmde, welche eme Menge Schnee Mit» bringen, das Uebel so getilgt, daß in der ganzen Mongolei nicht mehr die mindeste Spur davon ist. — Aus Georgien lauten die Nachrichten fortwährend günstig für unsere Truppen, obgleich der Krieg daselbst einen ernsthaften, Charakter annimmt, alö man bei dessen Beginn vermuthete. Der religiöse Fanatismus der Perser, daö Klima deS Landes und der große Mangel an Lebensmitteln sind Hindernisse, die den größten Muih, die erprobteste Ausdauer einer Armee in Anspruch nehmen, und sich nicht leicht besiege» lassen. Wir sind jedoch berechtigt zu sagen, daß unsere Krieger diese Militärischen Tugenden im höchsten Grade bestzen, und die lezlen Berichte vom Kriegsschauplaze benachrichtigen unö, daß es ihnen gelungen ist, neu« Lorbeeren tinzusammeln. Der General - Lieutenant Kraffowsky, der bekanntlich aus Mangel an Lebensmitteln die Belagerung von Erivan aufgegeben und sich nach Djanghi zurückgezogen hatte, zwang die Perser, die Belagerung des vorwärts von Erivan gelegenen Klosters Eschmiad- zin mit großem Verluste aufzuheben. Sie zogen sich auf die Hauptmasse der persischen Armee zurück, und führten alles Bclagerungsgeschüz mit sich fort. General Paskewitsch soll um jene Zeit noch in seiner alten Stellung auf dem rechten Ufer des Araxeö gewesen scyn. Odessa, den lg. Sept. Man beschäftigt sich hier, eine Tuchfabrik auf Aktien aiizulegen, d,e nach dem vorliegenden Plane eine der größten in Europa werden dürfte. Das Erzeugniß soll nur in M-tteltüchern bestehen. Die Vermehrung und fortschreitende Veredlung der russischen Schafzucht liefern dazu ein äusscrst wohlfeiles und zweckmäßiges Material. ES wäre nrchl unmöglich , daß die Regierung die Leitung des Ganzen übernähme, und daß später große Depots von Tüchern in Amerika, in der Levante, Italien rc. errichtet würden. — Der General Graf Wittgenstein, der sich vor ei» nigcr Zeit durch einen Sturz vom Pferde am Arme bk» schädigt hatte, ist völlig hergesiellt. Spanien. Barrel lona, den 4. Okt. Wir wissen, daß der Col de Lalaguer im Augenblick, wo der König auf seiner Reife bei diesem schwierigen Engpaß ankam, von den Rebellen besezi war. Der Wagen Sr. Maj. befand sich rn der Mute von sieben Bataillons , welche Lee Graf von Eöpana befehligte. Vermöge einer kombinie» len Bewegung sollte der General Manso, von Tarra- gona aus, sich Mit seinen Truppen bei'm Col de Belti» guer finden, >m Augenblick, wo der König dort ankom- men würde. Die Eskorte Sr. M. kam zuerst an, und einige Flintenschüsse wurden auf den Vorlrab abgcfeuerl. Sobald der König daS Feuern hörte, verließ er den Wa» gen, stieg zu Pferde, und stellte sich mit blankem Degen an die Spize der Bataillone, welche die Rebellen an» griffen: Liese hielten keinen Augenblick Stand, und liefen, nach allen Richtungen hin, auseinander. DaS von Sr. Maj. gegebene Beispiel begeisterte die Truppen, und diese mulbvolle Handlung wackle auf die Gemächer einen Eindruck, der auf d,e Angelegenheiten dieser Provinz einen großen Emfluß haben wird. Nackschrrft. Wir erfahren fo eben und auf eine bestimmte Weise, daß' Rebelleil-Bande» auf verschiedenen Punkten vor den Behörden ihre Unterwerfung angezeigt und ihre Waffen luedergrtegt haben. Bon einem Augenblick zum andern erwartet man Se. Ni. in Barccllona ; die Gegenwart des Königs wird bei der Bevölkerung dieser getreuen Stadt die lebhafteste Begeisterung erregen. — Die Gazette de Franc« vom 15- Okiober meldet: Man schreibt auö Madrid, unter'm 6- Oktober: Die Junta zu Manresa hat sich unterworfen, und die Rebellen legen von allen Seiten die Waffen nieder. — Der NunziuS Sl> päpstl. Heiligkeit ist zu Madrid angekvmmen. A m e r i k a. (§ 0 btt m b l a.) Die Briefpost aus Jamaica, welche am 12. Oktober zu London arigckommvn ist, hat Briefe auö Carthagena vom 19. August und aus Bogota vom 2ö. Juli milgebracht. Bvlivar begibt sich auf dem Magdalenenfluß nach Bogota; man hat Nachricht von seiner Ankunft zu Mom» poz erhalten. ES scheint: das Heranrücken Bolivars an der Spize eines zahlreichen TrüppenkorpS habe Befürchtungen zu Bogota erregt. Die Unruhen dauern in dem Departement Guayaquil fort. Diese Provinz weigert sich, die von der Regierung zu Bogota ernannten Behörden anzuerkenncn. Der Cvnstitutivrinel von Bogota enthält einen lan- 1603 gen Artikel über den Ausland der südlischen Provinzen, und «S scheint t dort herrsche die völligste Anarchie. Pläne B o l i v a r s. ES ist beinahe ganz gewiß, daß Bolivar sich entschlossen hat, Columbia alö Diktator zu regieren, und alle die Institutionen, welche bisher nur dazu bettrugen, Anarchie und Elend in den unglücklichen Ländern Süd- Amerika'S zu verbreiten, theils abzuschaffen, theilS zu mvdifiziren. Folgender aus Carthagena erhaltener Brief gibt eitilge Details über das, was man von ihm erwartet: "Der General Bolivar ist am y. Juli von Tanbaco nach Bogota abgereisl. Der General Santander wird wohl gezwungen scyn, Bogota zu verlassen, wenn er seine Person in Sicherheit sezen will; denn Bolivar ist entschlossen, ihn mit der größten Strenge z» behandeln. Das General-Quartier der Regierung wird nach Oca- na verlegt werden, wo Bolivar vorhat, den General- Kongreß zu versammeln. Bolivar hat den Ton eincS Diktators angenommen, und spricht klar heraus von seinen Absichten. Er hat beschlossen, drei permanente Armeen zu errichten, um seine Gewalt zu behaupten. Wir können die republikanische Freiheit nicht ertragen; nur der mächtige Arm eines Herrschers vermag uns GulcS zuthun, und wir hoffen: Bolivar werde uns von den Folgen unserer inner» Zwietracht erretten.. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 15. Okt. Barometer Therm. Hygr. Wind M 6z 27 Z.li,oL. 5,0 G. 6 t G. W. M. 3 ; 28 Z. 0,0 ?. 10,5 G. 55 G. SW. N. 10 28 Z. 0,6 L. 6,0 G. 59 G. NW. Ziemlich frisch, sonst meist heiter, Nachts sternhell. Literarisch» Anzeige. Bei uns ist erschienen, und an alle Buchhandlungen versandt: - Ueber die Ansprüche der Krone Baiern a n Landestheile des Großherzogthums Baden. Eine staatsrechlliche Erörterung mit 5 Beilagen, gr. ö. broch. 56 kr. Mannheim, den iZ. Okt. 1827. Schwan und Götz'sche Hofbuchhandluna. (Ist auch bei Hosbuchhändler P. 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