Karlsruher Zeitung. Nr. 181. Dlenstag, den 1. Juli 1828. Kmheffcn. — Frankreich. — Großbritannien- — Oestreich. — Prcuffen. — Rußland. — Schweiz- — Türkei. (Nachrichten vom Kriegsschauplaz.) — Griechenland. — Amerika. — Verschiedencs.(Ncu entdeckte Grabhügel.—Cours der Gr.Bad. Staatdpapiere. Kurhessen. Kassel, den 25. Juni. Se. kön. Hoh. der Kurfürst haben dem Prinzen Wilhelm von Anhalt-Dessau hochfürstl. Durchl. das Großkreuz Allerhdchstihres Haus- ordenS vom goldenen Löwen zu verleihen geruht. Frankreich. Pariser Börse vom 27. Juni. Sproz. konsol. 105 Fr. yo Cent. — 3proz. konsol.71 Fr. c>o Cent.; 72 Fr. io, iS Cent. — Der Messager deS Chambres vom 27. Juni meldet: daß ein französischer Kourier, der am iS. aus dem russischen Hauptquartier abreiste, die beiden Bulletins der russischen Armee (die wir schon in Nr. 174 und 177 der Karlsr. Atg. mittheilten) nach Paris überbracht habe. Privatbriefe, sagt der Messager, die man mit der nämlichen Gelegenheit erhielt, beweisen, daß diese ersten Bulletins keineswegs übertrieben sind. Sie melden, daß die Russen nicht blos iS, sonder» 20 Kanonen in den Werken eroberten, welche die Türken errichtet hatten, um sich dem Uebergang. der Russen über die Donau- za widersczen, die sie aber z'u verlassen gezwungen wurden. Sie sprechen auch von den zahllosen Schwierigkeiten, die man überwinden mußte, um den Bau der Drücke, worauf die ganze Armee, im Augenblick der Abreise des KvurierS, ihren Ucbergang bereits bewerkstelligt hatte, zu beginnen und zu vollenden. Jene Privatbriefe melden ferner: Von dem festen, gangbaren Donauufer bis zur Brücke mußte über Sumpfland ein 2500 Klafter langer Damm aufgcführt werden. Der General Graf.Alexis Orloff, welcher den Kaiser bei der Besichtigung der Arbeiten an der Brüche begleitete, wurde durch einen Karren, der über den Damm fuhr, mit seinem Pferde in einem Fluß-Arm gestürzt. DaS Pferd des Grafen ertrank, und er selber verdankt sein Leben einem Kosaken-Offizier, der ihn noch an der Hand, die er ans dem Wasser streckte, fassen und herausziehen konnte: H. Heinrich von La Rochejacquelin hat, als Volontär bei dem Vortrab der russischen Armee, dem Ucbergang über die Donau be.igcwohnt. Dieser-junge Offizier hat sich bei einer Rekpgnvszirung, die Tags darauf vor der Festung Jfaksza statt hatte, besonders ausgezeichnet. Er war so glücklich, zuerst eine türkische Fahne wegznnch- men und sie dem Kaiser selber, der ihn aus das Schmeichelhafteste empfieng, zu überbringen. Der Kaiser umarmte ihn, und sagte: "Dreß muß in Ihrem Leben Epoche machen; Sie sind's, der mir die erste Fahne des Feindes überbringt.« — Der H. Secminister, benachrichtigt, daß H. Ap- pert, Mitglied der königlichen Gesellschaft der Gefängnisse, sich vorsezte, die Gefängnisse der Gaaleren-Jüchl- linge zu Brest, Lorient und Rvchefort^zu besichtigen, hat den HH. See-Präfekten dieser drei Häsen Befehl er- theilt, dem Hrn. Appcrt aufs Willfährigste an dieHmrd zu gehen, damit er die ihm anfgegebene philantropische Sendung bestens erfüllen möge. — Der H. Graf von St. Priest, Grvßbvtfchafter Frankreichs am spanischen Hofe, ist auf seiner Nesse nach Madrid am 22. zu Bordeaux angekvmmen. — Der H, Herzog von Caraman, Pair von Frankreich, ist am 21. durch Nancy passirt. — Wie sehr es den Herausgebern, unh. Redakteurs Mancher Pariser Blätter nur darum zu thuy iss, Aufsehen zu machen , und der Schadenfreude Nahrung, zu gehen, erhellt daraus, daß jezt der KriegSminister, Vicomte de Caur, wie achtungswerth er auch ist, dennoch in besagten Blättern unsäglichen Spott ertragen muß, weil er bei dei großen Musterung, welche der König gm 14. üb-u- alle hiesigen- Truppen angesselli hatte., unglücklicher Weise vnn Pferde gefallen ssr. t . — Jüngsthinhat man, bei Nachgrabungen im.Schloß- hvfe-vvn Maillezais (Vendse) uyd auf dem'Plaze der Abtei und des bischdüichen Plazcö, ein Duzend antike Münzen gefunden. Sie sind von sehr dünnem Kupfer, ohne Eildniß. Auf Einigen liest man noch deutlich: Iliosrüus I?ox, und auf der Rückseite' Vioisvierikis. D>e Eigenschaft rax^ogliao), verbunden mit dem Beiwort Nietavionsi^ (comes) zeigt klar Richard Löwegherz au. Man fayd auch, in ewiger Entfernung von diesen Nachgrabungen. eine Münze, die zu Melle (Dep. beide Se- vers) unter Karl dem Kahlen war geprägt worden. Endlich hat man, bei Hinwegschaffung eines Steinhaufens mitten in der Ebene, über SO Münzen gefunden. Bei den meisten ist auf der einen Seite, um ein Kreuz, herum, zu lesen, 81'gnum ltei vivi. und auf.der andern, um einen Namenszug herum, kymss Senomsq^is». Sie sind wahrscheinlich von dem Grafen du Maine. Auf andern liest man, auf -er Vorderseite, bald I.ulloviLuz- rox, bald k?lnliypus rox , 8115 auf der Rückseite,, l u- ronnl» (stvi. Wäre es nicht rvronensös oivitss?. Großbrita n n i e n. L 0 n d 0 n, den 25, Juni. Aus dem Karen«beraub wättigen Angelegenheiten wurde heute Morgen, außBr- 1053 fehl des Ministers Grafen von Aberdeen, -n bas Aste- kuranzbureau von Lloyds die Bekanntmachung geschickt: daß Oporto von Sr. kbnigl. Hoh. dem Prinz-Regenten von Portugal in wirklichen Blokadeftand erklärt wurde. Man fürchtet sehr in der City: daS Dampfschiff Belfast, welches kürzlich mit dem Grafen Palmella und andern portugiesischen Flüchtlingen von hier nach Oporto absegelte, möchte eine Beute des Blokade-Geschwaders werden. Der Belfast hat 60,000 Pf. Sterl. an Bord» (Globe and Traveller.) — Kammer der Gemeinen; Sizung vom 24. Lord John Ruffel sprach über das Betragen Don Miguels, und fragte Hrn. Peel, ob der englische Botschafter den Befehl erhalten habe, Portugal zu verlassen, und in rvelchem Falle er es verlassen sollte. H. Peel antwortete: "Die Amtsverrichtungen des Botschafters haben aufgehört; es ist aber nicht dienlich zu sagen , in welchem Falle die ertheilten Verhaltungsbefehle ihm vorschreiben, Portugal zu verlassen. "Die brittische Regierung anerkennt Don Miguel nur als Vizekdnig von Portugal, und anerkennt als König nur Don Pedro.« — Das zu Cowes angekommene schwedische Schiff Calcutta hat Briefe aus Bengalen bis zum 24. Febr. mitgebracht. Ein Brief aus Rangoon meldet, daß eine zweite Ambassade im Begriff ist, sich nach Ava zu begeben. Die Kapitäne Rowlandson und Montmorency sind zu dem Ende von Sir Archibald Campbell, der am iS. Jan. zu Moalmein war, abgeschickt worden. Der Zweck dieser Sendung wird verschiedentlich angegeben. Das Wahrscheinlichste ist aber, daß diese Gesandten Verhaltungsbefehle erhielten , um von dem Könige von Ava die Auslieferung brr Militärs zu begehren , die im lezten Kriege von der englischen Armee de- sertirten, und welche, troz der Verträge, wvrnach sie sollen ausgeliefert werden, noch immer zu Ummerapoora (Hauptstadt von Ava) verbleiben. O e st r e r ch. Wien, den 2Z. Juni. S. k. k. M. haben gnädigst zu bewilligen geruhet, daß der k. k. Hofrath und oberste Feldarzt der Armee, Doktor Johann Jsfordink, das von der kbnigl. preussischen Akademie der gemeinnüzigen Wissenschaften zu Erfurt ihm zugesendete Diplom eines ordentlichen kvrrespondirendenMitglieds, dann das von der königl. preussischen medizinisch-chirurgischen Gesellschaft zu Berlin erhaltene Diplom eines korrespondirenden Mitgliedes, und^das ihm von der kaiserl. medizinisch-chirurgischen Akademie in St. Petersburg zugekommenc Diplom eines Ehren-Mitgliedes annehmen dürfe. Wien, den 25. Juni. Metalliques 92^; Bankaktien lOÜS'/z. P r e u s s e n. Berlin, den 2ü. Juni. Der kaiserl. russische wirkliche Staatsrath, ausserordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am kbnigl. baierifchen Hofe , Poteim kin, ist, von London kommend, dahier angelangt. Rußland. Petersburg, den 14. Juni. Am 4. April traf der General-Adjutant, Graf Paskewitsch-Eriwansly, wieder zu TistiS ein. — Diese Stadt gewinnt jezt täglich an Bedeutung, und eS halten sich daselbst viele Fremde asia- tischen Ursprungs auf. In der Umgegend wohnen deut, sche Kolonisten. Zwei Werste von dort liegt die deutsche Kolonie Neu-TifliS und 40 Werste werter die Kolonie Marienfeld. Die freundlichen Häuser der Kolonisten fammt ihren Umgebungen zeugen von Lhätigkeit und Ordnungsliebe der Bewohner, und sind dem Europäer in Asien angenehm überraschende Erscheinungen. Weinbau ist ihr Hauptgeschäft, ausserdem auch Feldbau. Bei Neu-Tiflis, nahe an der Kura, wird jezt eine große Sei, den-Manufaktur errichtet, die wegen der Vortrefflichkeit der auS Kachetien zu beziehenden Seide ganz vorzüglich« Artikel zu liefern im Stande ist. Petersburg, den 17. Juni. Diesen Morgen wurde wegen des von unsern Truppen am L. Juni bewirkten UebergangeS über die Donau und des an demselben Tage über dev Feind davon getragenen Sieges m der Kapelle des Palastes, in Gegenwart Ihrer Majestät der Kaiserin Mutter, II. kk. HH. des Großfürstcn-Thron- erben und der Erbgroßherzogin von Sachsen-Weimar, so wie Ihres erhabenen Gemahls und der Prinzessin Auguste kk. HH. ein feierliches Te Deum abgehalten. Die Mitglieder des Conseils, die Minister, die Generale, der Hof und das diplomatische Korps wohnten dieser Feierlichkeit bei. Schweiz. Der französische Botschafter, Baron von Rayneval, ist am 22. Juni von Paris nach Bern zurückgekehrt. In Zürich ist am 26. Juni der neue königl. niederländische Minister, H. von Neinhold, eingetroffen. Der große Rath des Standes Tessin hat zu Gesandten an die Tagsazung den Hrn. Landammann Qua« dri und den Hrn. Staatsrath Pioda — der große Rath des KantonS Graubünden die HH. Lundeslandammann I. U. Sprecher von Bernegg, Oberstlieutenant Ulrich von Planta und Landrichter Vielt — und der große Rath des Kantons Basel die HH. Bürgermeister Wieland und Rathsherr Lukas Merian ernannt. In der neuen Zürcher Zeitung vom 2ö. Juni liest man Folgendes: "Der als Verhörschreiber in der Kellerschen Kriminal- Prozedur unselig bekannt gewordene Unterschreiber Rickenbach von Luzern ist vor wenigen Tagen an einer Gehirnentzündung in München gestorben. Der Appellationsrath von Luzern hatte dem HrN. Rickenbach einen zweijährigen Urlaub zur Vervollständigung seiner Studien gegeben, deren Abgang bei'm früheren Eintritt in die praktische Laufbahn, unter der Leitung oder Mißlcitung eben so unkundiger Vorgesezter, jene traurigen Mißgriffe herbeiführte, durch welche H. Rickenbach zuerst bekannt 105S > / ward, und die ihm, nachdem er die begangenen Fehler einsah, durch redlichen Willen und tüchtige Bestrebung wieder gut zu machen leider nicht mehr vergönnt war... Türkei. Neueste Nachrichten vom Kriegs-Schauplaze. Im Lager bei Babadagh, den 15. Juni iö2ö. Der lezte Kriegsbericht enthielt die Uebergabe von Jsatschi und die Vollendung der Brücke über die Donau. Die ganze Nacht vom 11. auf den 12. Juni hat das Korps des Generals Rudzewicz, welches sich auf dem linken Donauufer befand, diese Brücke passirt. Am 12. d. M. früh wurde das Hauptquartier des Kaisers von Satunnow bis unter die Mauern von Jsat- schi verlegt. Se. Maj. wurden daselbst von einer Deputation von Moldauern erwartet, welche sich in der Gegend des Klosters zum Heiligen Nikolaus vhnweit Jsatschi niedergelassen hatten. Diese Deputation brachte dem Kaiser Brvd und Salz dar, und empfahl sich dem Schuze Sr. Majestät. Sie wurde mit Gnade empfangen, und sämmtlichen Militärbehörden der Befehl erteilt, das Kloster zum Heiligen Nikolaus besonders zu schüzen. Am 13. Juni folgte das Korps des Generals Rudzewicz seiner unter dem Befehl des Generals-Lieutenants Rüdiger stehenden Avantgarde, welche Tags zuvor den Weg nach Babadagh eingeschlagen hatte. Se. Maj. nahmen am 13. Juni mit dem Hauptquartier dieselbe Richtung. An diesem Tage ist nichts von Bedeutung vorgefallen. Wir passirten «inen Hohlweg , der sich von Jsatschi an durch Wälder und Berge ungefähr 30 Werste lang nach dem Dorfe Frikaczedozü zieht, und einen romantischen Anblick gewährt. Auf einer Anhöhe in der Nähe dieses Dorfes wurde am Abend dieses Tages das Lager des Kaisers aufgeschlagen. Wir sind nirgends auf den Feind gestoßen, und ist derselbe nicht einmal bemerkt worden. Die Einwohner von Fri- kaczerdozs und der in der Umgegend belegenen Dörfer haben bei unserer Annäherung die Flucht ergriffen. Bald erfuhren wir von den Türken, welche die Kosaken einbrachten, daß die Einwohner der Bulgarei, sowohl Ehristen als Muhamedaner von demselben Hassan-Pascha, welcher uns den Uebergang über die Donau zu verwehren suchte, gezwungen worden waren, ihre Wohnungen zu verlassen. Am 14. Juni sezte sowohl der Kaiser, als auch das Hauptquartier Sr. Maj. und das Korps des General Rudzewicz, den Weg nach Babadagh fort. Das Land war weniger durchschnitten, jedoch stießen wir ebenfalls nicht auf den Feind. Unweit Babadagh begegnete der Kaiser einer Sr. M. entgegengesandten Deputation der Kosaken des Nekrazower Stammes, (sie führen diesen Namen nach ihrem Chef). Diese Kosaken haben in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts Rußland in Folge eines Aufstandes verlassen.. Seit dem fanden unsere Truppen sie in der Bulgarei nicht nur als hartnäckige, sondern auch als gefährliche Feinde, welche sich in Wäldern aufhielien,'einzelne Abheilungen qnfielen und die Kommunikationen abzuschneiden suchten. Sie waren der Vereinigung mit ihren ehemaligen Landsleuten stets abgeneigt. Als diese Deputation des Kaisers ansichtig wurde, warf sie sich Sr. Maj. zu Füßen, überreicht« Brvd und Salz, und bot, indem sie die Gnade Sr. M. anflehte, Allerhöchstdenselben ihre Dienste und unbedingte Huldigung an. Die freiwillige Unterwerfung dieses Ko- sakenstammeö ist eine höchst wichtige Begebenheit, weil dadurch nicht nur die Linie unserer Operationen gesichert, sondern auch bedeutende Vortheile erlangt werden können. Fernere Deputationen der Kosaken des Nekrazower Stammes aus andern von ihm bewohnten Gegenden treffen unaufhörlich im Lager Sr. Maj. ein. Die Deputaten des Dorfes Kamien haben zwei aus Matszyn nach Schumla mit Depeschen zurückkehrende türkische Kouriere aufgegriffen uns uns ausgeliefert. Die türkischen Einwohner von Babadagh sind von Hassan Pascha zur Flucht gezwungen worden; einig« Einwohner der Bulgarei sind jedoch nach Babadagh zurückgekehrt, welcher Ort in einem angenehmen Thal« liegt, und sich durch sorgfältig und sogar prachtvoll aus- gebaute Kasernen auszeichnet. Dieselben waren für die neuen türkischen regulairen Truppen bestimmt. Drei tausend Mann können Plaz darin finden. Unsere Vorposten rücken vorwärts; der Feind läßt sich nirgends sehen. Ein gestern Abend von Anapa eingetroffener Kourieo bringt Nachricht von bedeutenden Vvrtheilen, die unsere Truppen und die Flotte, welche diese Stadt belagern, rrfvchten haben. Nach dem am 3o. Mai stattgefundenrn bereits bekann, ten Gefechte, ist Anapa enger eingeschloffen worden, und alles ließ erwarten , daß sich die benachbarten Tscherkes ßen ruhig verhalten würden. Nichtsdestoweniger sah man am y. Juni mit Tagesanbruch die Anhöhen, welche Anapa umgehen, von diesen Bergbewohnern besezt, und sie attaquirten unsere Vorposten. Die Besazung von Anapa benuzte diesen unerwarteten Angriff zu einem Ausfälle. Der Feind wurde jedoch völlig geschlagen. Di« Türken, von Anapa abgeschnitten, konnten nicht dahm zurückkehren, und wurden mit dem Bajonet gegen daS Meer gedrängt, woselbst viele den Tod fanden, während diejenigen, welche sich durch die Flucht längs der Küste retten wollten, von unseren bewaffneten Schiffen eingeholt wurden. Es ist eine bespannte Kanone und ein Munitivnswagen genommen worden. Die Bergbewohner wurden ebenfalls zerstreut und 12 Werste weit von unfern Truppen verfolgt. Dieser Sieg ist durch die zweckmäßigen Anordnungen und die persönliche Tapferkeit des General-Adjutanten Fürsten Menzikow erhalten worden. Man sah ihn überall, wo Gefahr drohte. Der Kaiser hat ihm den Georgen-Orden dritter Klasse verliehen. Der Feind hat 30v Mann auf dem Schlacht, selbe gelassen, ohne diejenigen, welche ertrunken sind, oder sich von Felsen in den Abgrund gestürzt haben. Unter den Gebliebenen befindet sich der Tscherkeßen-Fürst Gvmruk. Bei der Absendung des Kouriers war dem Fürsten Menzikow unser Verlust noch nicht vollständig 1060 bekannt, er wußte jedoch, daß 5 Offiziere und 70 Soldaten verwundet worden. Die Belagerung von Anapa rückt bedeutend vorwärts; unsere Arbeiten sind bis auf üo Klafter von den Mauern vorgeschritten. Die auf den Bastionen befindlichen Kanonen sind durch unsere Artillerie demontirt, und die La-, ge des Plazes ist dadurch schwieriger geworden, daß der größte Theil der Truppen , welche bei'm lezten Gefechte gewesen, nicht in die-Festun/zurückgekehrt, sondern nach dem Gebirge geflohen sind. Von den zehn türkischen Schiffen, welche im Hafen vor Anker gelegen, sind drei von unserer Flotte in den Grund gebohrt und drcr durch unsere vom Kapitän Nemitnow befehligten bewaffneten Schaluppen in der Nacht vom 6. auf den 7 . Juni genommen worden. Das Tau derselben wurde abgeschnitten, und die Schiffe troz des türkischen Kanonen - und Gewehrfeuers fortgeführt. Griechenland. Triest, den 22. Juni. Briefe aus Zante vom Z. d. M. sagen, Jbrahun Pascha habe mehrere tausend Mann in das Innere von Morea abgeschrckt, um Lebensmittel herbei zu schaffen, da- durch die Sperre der Häfen von Navann und Modon in dem ägyptischen Lager die Noch auf's Höchste gestiegen sep, und Ibrahim nur die Wahl bleibe, sich den Unterhalt seiner Truppen mit Gewalt der Waffen zu verschaffen, oder sich der Forderung der Mächte, Morea zu räumen, zu fügen. Die Befehle, welche an Ibrahim Pascha von seinem Vater, und von der Pforte erlassen worden sind,' scheinen ihm das leztere auf das Bechmmteste zu verbieten, und er soll die Admiräle der kombinirten Eskader» davon mit dem Ersuchen in Kenntniß gesezt haben, ihn nicht durch das Abschneiden der Zufuhr in die Lage zu sezen, sich diese mit Gewalt von den unglücklichen Bewohnern des Landes zu verschaffen. Er könne nicht gegen die von seiner Regierung erhaltenen Befehle handeln, und müßte sie selbst in dem Falle ttusführen , wenn er dabei unter-> lugen sollte. Die Admiräle sollen dem- ägyptischen Feld- ^ Herrn geantwortet haben, daß auch sie ihre Befehle streng beobachten müßten, daß die Räumung Morea's im Interesse der Pforte und Aegyptens liege, und daß sie seiner Hoheit nur rathcn könnten die gehörigen Schritte zn tbun, die Truppen zurückziehen zu dürfen. Ibrahim Pascha soll nach dem vereitelten'Versucht, sich mit den Admirälen zu verständigen, einen'Abgeordneten an den Lolch-Oberkommlssär Sir Frederik Adams nach-Esrfu geschickt, und von diesem die Antwort erhalten haben, baß er sehr beöaure, den Wünschen desselben nicht entsprechen zu können, da die Adnuräle ihre Instruktionen hätten, und die Mächte fest entschlossen wären, Griechenland die Ruhe wieder zu geben, was nur durch die förmliche Räumung Morea's und der Inseln geschehen könne. Auf diese Antwort soll ein Theil der Aegyptier aus dem Lager von Modon auftzebrochen, und in das Innere der Halbinsel gedrungen seysi. ' Der-Seraskirr Reschid Pascha wollte sich von Atta nach Ianina begeben, um daselbst die neu angekommenen Truppen zu mustern. Amerika. (VereinigteStaaten von Nordamerika.) Neuyork, den 16. Mai. Kapitän Stevens» Brigg Mary Ann, der am 6. in 95 Tagen von Zanzibar (Ost-Afrika) ankam, berichtet, daß dcr'Sultan von Muskat (Muskate in Ost-Arabien, der Imam von Oman) um die Mitte Januars mit feinem Linienschiffe Liverpool, zwei Fregatten, zwei Kanonier-Briggs und einer großen Zahl armirter Transportschiffe mit 5000 Mann aus Mombaoa und Pata nach Unterwerfung beider Pläze dort angekommen war. Er ist demnach jezt im Besize aller Haupthäfen von der Insel Sokotora bis zum Cap Delgado. Die Stadt Melinde ist nicht mehr; nur die Mauern der Häuser sind übrig, da sie vor mehreren Jahren zerstört worden. Der Sultan von Muskat hegte den Wunsch und die Absicht, eine Fregatte nach den Vereinigten Staaken zu senden, um einen Handcls- traktat mit uns abzuschließen, und sich auf denselben Fuß mit uns, wie mit England zu sezen. Verschiedenes. Einige Zeitungen haben vor einigen Tagen einer Verschwörung in Neapel erwähnt. Diese beschränkt sich, wie man vernimmt, auf die Verhaftung von 9 kürzlich in Neapel angekommenen Fremde», welche n» Verdachte stehen, mit den Carbonari auf mehrere» Punkten Italiens » namentlich in Piemont, Verbindungen zu unterhalten.. Neuentdeckte altdeutsche Grabhügel in Sinsheims SsMwaldung der drei Bückel. (Fortsezung.) Wiewohl alle unsre alten Todtenhügel in gewissen Hauptmerkmalen Übereinkommen und nur Ein gemeinsames Resultat liefern, so hatte doch auch ein jeder wieder seinEigenthümliches. Keiner.war durchaus ganz, wie irgend ein andrer; jeder überraschte uns durch etwas Besonderes, und so blieb die Erwartung stets, von Anfang bis zu Ende, gespannt. Der fünfte stark, mit Holz bedeckt gewesene Hügel Hot uns .nur vier Gräber. Wir gedenken vorzüglich des ersten derselben. Denn einer jener großen dicken hohlen inwendig zusammen geldthxtxn Ringe von Erz'), welcher de» Hals umschlossen hatte, glänzte uns, als von dem frischesten Drünspan überzogen, sogleich in diesem Grabe herrlich entgegen, und eben solche, natürlich nur im Verhältnisse engere Ringe") umgaben wieder die Handwurzeln und Fußknöchel. In der linken Hälfte des 1) Er hat, auswendig wurm Durchmesser von 7 , inwendig von 6 Zoll rheinisch; der Reis ist sechs Linien 2) Sie'sind an'den Enden in einander geschoben und also geschlossen. Ml Halsringes lag eine eiserne Agrafe, so wie noch weiter links, sechs Zoll von dem Halsringc, eben eine solche zweite. Der die Ringe verzehrende Grünspan (sorugo nollttis) erhält immer die Gebeine sehr, und man konnte nicht blos auf daö Deutlichste wahrnehmen, wie noch die beiden Rohren der untern Arme durch die starken, einander sehr nahen Handringe gierigen, sondern sogar auch noch d'.r Fingerknochen der Hände bemerken, welche auf der Ärust übereinander, etwas schief aufwärts, gelegen hatten. Der sechste mit weniger Holz überzogen gewesene Hügel, der seine Gestalt noch besonders gut erhalten hatte, zeichnete sich durch eine ungewöhnliche Menge von Gräbern und Tobten aus. In dreizehn Gräbern ruheten fünfzehn Todte. Zwei Gräber enthielten nämlich (was wir noch nicht angetroffen hatten und nicht weiter antrafen) jezwei Todte. Die einen waren zwei Erwachsene, von welchen der zur Linken .liegende zwar nur einen großen gewundenen Ring von Erz um den Hals trug, der andere aber auf das reichste geschmückt war. Auster den gewöhnlichen massiven erzenen Arm - und Fußringen hatte er auch den massiven erzenen federartig gehärteten Halsring mit den Schlußknd? pfen. In dem leztern befand sich noch ein runder Eiscn- draht, in welchen theils blaue runde gegossene Glaskorallen, theils dünne und gebogene Kupferbleche gefaßt waren, und an welchem wundersame Dinge hicngen, z. D. ein oben in Eisen gefaßter Eberzahn ^), ein einem Rüdekopfe ähnliches Figürchen von Erz rc., u. nicht weit davon lagen: ein runder platter gelblicher weicher Stein mit herzförmigem Lahn zum Anhängen , von ganz kleinen Ringchen von Kupferdraht umgeben, so wie eine, wie eine doppelte abgerundete, mit ihren Grundflächen an einander stoßende Pyramidenförmige Gestalt von Thon, ein dünner erzener Rlng mit einem eisernen Kettcherr, und eine ungewöhnlich kleine Agrafe. Alle jene Gegenstände zum Anhängen sind offenbar Amulette, und die thvnerne Gestalt ist inwendig hohl, so daß sie klappert, wenn man sie bewegt. (F. f.) Frankfurt am Main, den 28. Juni. EourS der Großh. Bad. Staatspapiere. 50 fl. Lvtt. Loose bei S. Haber ->ei>. und Goll u. Söhne 1820 ........ dito herausgekommene Serien ..... Y 6 g) Vergt, 1 'aoit. 8 s mor. Oerm. 46, wo von den Ästyern gesagt wird; sie' kamen in ihren Sitten den Sueven, in ihrer Sprache den Britcmnen näher, verehrten die Mutter der Götter-lOstan? Cluver !, 2Z7t) und trugen Eb erb ilder (konniuo opi'M'mul die sie, nach ihrem Glauben, mehr wie jede Waffe ^ -schüzten, und den Verehrern der Göttin — auch selbst umcr den Feinden Sicherheit gäben (sie fest machten). Auszug aus den Karlsruher Kitkerungs- Beobachtungen. 30. Juni Barometer Therm. Hygr. Wmv. M. 7 27 Z. '8,9 L. i7,oG. 55 G. W. M. 2 27 Z. 9,2 L. 20,4 G. 48 G. 'SW. N. 10 27 Z. 9,5 L. l6,oG. 52 G. W. Halbheiter. Psychrometrische Differenzen : 2.3 Gr. 4.Y Gr. 2.4 Gr. Todes-Anzeigen. Die Unterzeichneten benachrichtigen alle nahe und entfernte Verwandte, Freunde und Bekannte, daß heutchen Gcsammt-Oberappclla- tionsgerichts zu Jena. 4 Bande in gr. 4. Da die Bogenzahl sich nicht genau voraus bestimmen läßt, so läßt sich auch noch kein Preis festsehen, doch soll für diejenigen, die bis zur Erscheinung des ersten DandeS darauf unterzeichnen, ein Subfenptionspreis statt finden, der um ein Viertheit geringer ist, als der nachher erntrc- tende Ladenpreis. Es wird übrigens von meiner Seite alles geschehen, um dieses wichtige Werk auch hinsichtlich der typographischen Ausstattung würdig dem juristischen Publikum vorzulcgen. Heidelberg, im Juli 1828. C. F Winter, Universitäts - Buchhändler. Karlsruhe. sLotterie - Anzeige.) Zu der bekannten Amtmann Gollischen Güter-Lotterie sind Loose « 3 fl. und Plane gratis zu haben bei Chr. Reinhard. Eine Bücher sammlung von circa 400 Bänden, bestehend IN Romanen und andern Unterhaltungs-Schriften re-, von d. I. 1600 — 1820, ist pr. Band, mit Auswahl, s 12 kr. zu haben bei I. Holde neck er in Basel. Anzeige. Unterzeichneter ist im Begriff einen neuen Katalog seiner Lesebibliothek, schon die irte Fortsetzung, herauszugcben. Da aber dieselbe schon über i 5 , 8 oo Nummern angewachscn ist und mehr als i 5 ,ooo Bände enthält, der Raum aber zu enge wird, so wird diese ältere deutsche und zum Theil französische Bibliothek im Ganzen zum Verkauf feil geboten, wodurch diejenigen, ble gerne eine Leseblbsiothek sich verschaffen möchten, 1663 wegen ihrer Theure aber nicht im Stande sind/ NUN eine wohlfeile große Bibliothek sich anschaffen können. , Die Liebhaber können sie jeden Augenblick cinsehen, oder sich deswegen in Korrespondenz setzen. Frciburg im Breisgau, den i. Juli 1828. W a g n e r der altere, Buchhändler. Ein Landhaus, Garten und Weinberg am Neckar zu Heidelberg zu verkaufen. Ein schönes Landhaus mit einigen Seitengebäuden, Garten und Weinberg, in der schönsten Lage an hiesiger Neckarbrucke auf der Sommerseite gelegen, aus dessen Fenstern man dieBru- cke, die ganze Stadt, das Schloß, die Berge und die ganze Gegend wie in einem Panorama überblickt, ist, da der Eigen- thümer auf sein« weit entfernten Güter in Frankreich wegen Familien-Verhältniffen zurückkehren muß, aus freier Hand zu verkaufen. Liebhaber dazu werden gebeten, sich an den Unterzeichneten zu werden. Heidelberg, den »6. Jun. 1628. . C.F. Winter, Universitäts - Buchhändler. Karlsruhe, HLehrlingS-Gesuch.il In eine hiesige Spezereihandlung wird ein junger Mensch, welcher die nothi- gen Vorlenntniffe besizt, in die Lchre gesucht. Nähere Auskunft gibt das Zeitungs-Korntoir. Heidelberg. fAnzeigc.il In der Fabrik des Unterzeichneten sind ausser elastischen Katheders und Bo u- gies, Wachs- und Darmsaitcn-Bougles, Pessa« rien, Warzcndeckeln und künstlichen Brustwarzen, Milch- und Harn-Rezipienten, Hörrohren, Pcrdskathetern und dergleichen elastischen Instrumenten zu haben: ... Bruchbänder, die ohne Bcinriemen ihren Zweck sehr gut erfüllen, zu 8 fl. das Stück, so wie auch solche, deren Stahlfedern mit elsgtiorrrn überzogen, und somit vor dem durch Schweiß bedingten Roste gesichert sind, zu 9 fl.; dergleichen für Kinder unter 7 Jahren 2/3 des angesezten Preises. Tragbare Appar ate für einfache und zusammengesezte Dampfbader, mit dem dazu gehörigen Gcräthe, wie sie in den bereits tn Lyon und andern Städte» bestehenden Anstalten mit so großem Nutzen in verschiedenen Krankheiten gebraucht werden, zu 4 bis 8 Louisd'or, je nachdem diese entweder zum Liegen oder Sitzen eingerichtet sind. Heidelberg, im Juni 1626. Scgin, Dock. Aloä. et tstrir. Oppenau. fEmpfchkung.il Unterzeichneter, nahe Lei der neu erbauten Pfarrkirche, gibt sich die Ehre die ergebenste Anzeige zu machen, daß in gegenwärtiger Badzcit, wie im verflossene Jahre, während der Dauer der ganzen Kurzeit, täglich Mittags tadle ä'düto — oder wie hochverehrte Fremde jeder Zeit ankommen, nach Belieben — geben wird. Auch kann inan Fuhren, Pferde, wie man es verlangt, als Vorspann haben. Verspricht hier, wie immer, prompte und billige Bedienung. Oppenau, im Juni 1626. .. J.A. Peter, " Gastgeber zum goldenen Engel. Lahr. sFahndung.il In lcztvcrwichener Nacht sind die unten beschriebenen, wegen Diebstahls dahier verhaftet gewesenen beiden Pursche, mittelst gewaltsamer Erbrechung ihres Gefängnisses entwichen. Wir ersuchen deshalb sämmtliche Großherzogliche Vchördten, auf diese Pursche, von denen Xaver Köpfte wegen Landstreichern schon im Komktiottshause eingesessen, fahnöe», und im Betretungsfalle wohlverwahrt hieher cinliefern lassen zu wollen. Lahr, den 26. Juni 1628. Großherzoglichcs Bezirksamt. Stein. Signalement des Tavek Köpfle von Ottenheim, Schneider seiner Profession. Alter, 241/2 Jahre; Größe, 5^ 5 "; Satur, schlank; Haare und Augenbraunen, braun; Augen, blau und groß; Gesichtsform, länglich; Gesichtsfarbe blaß; Stirne, hoch; Nase, dick und gebogen; Mund ,, groß; Zahne, fehlerhaft, Kinn, rund mit einem Grübchen; Bart, schwach. Kleidung. Er trug.eine blautüchene Kappe mit einem großen Schild, einen hellgrünen leinenen Wammes, hellgrüne Sommerhosen mit blaßgrünen Streifen, Schuh und Socken. Signalement des L0u is I«anet, angebl 1 ch von Gallrer im Elsaß, Schneider seiner Profession. ^ Alter, 3 o Jahre; Größe, - 5 ' 3 "; Statur, schlank; Gesichtsform, länglich; Gesichtsfarbe, blaß; Haare und Augenbraunen, schwarz; Stirne, hoch; Augen, braun und klein; Nase, mittelmäßig; Mund, ziemlich groß; Zähne, gut; Kinn, spitzig; Bark, schwarz. Sonstige Kennzeichen, blatternarbig. Kleidung. Er trug einen runden schwarzen Filzhut, rothgebupstes Halstuch, einen leinenen hellblauen Frackrock, tüchene braunmelirte Beinkleider, schwarze Kamaschen und Schuh. Hornbcrg. ^Nachträgliches Signal eine nt.j Unter Bezug auf unfern Steckbrief vom 28. v. M., Nr. 4S96, bringen wir anmit nachträglich das Signalement des Franz Karl Pfiyer zur öffentlichen Kcnntniß. Derselbe ist »5 Jahre alt, und hat einen geringen Körperbau, ein gesundes Gesicht, braune Augen, blonde Haare und eine große Nase. Hornberg, den >7. Juni 1828. Großherzoglichcs Bezirksamt. B a r ck. Emmenbingen. fDiebstahl. il In der Nacht vom 20 auf den 2>. d. M. sind aus einem wohlverschloffcnen Zimmer in einem hiesigen Gasthaus« folgende Effekten entwendet worden: fl. » kr. ein neuer brauntüchcner Ucbcrrock mit seidenen Knöpfen, im Werth von . . . 36 - — ein blautüchcncr, ziemlich neuer Frack mit vergoldeten Knöpfen . . . . eine paar dunkelbraune tüchene Hosen ein paar ziemlich neue Halbsiicfel ein paar neue Schuhe . . . .7 ein kleiner Schuhlöffel von schwarzem Horn - . ein weißes leinenes Sacktuch mit AI. 8. V. blau gezeichnet ..... eine Kleiderbürste mit gelbem Holz und einem kleinen Spiegel ..... ein gelber hölzerner Pfeifenkopf, worauf ein Jagdstück ausgeschnitten, mit Wcichselrohr und silberner Kette . . . . . — Man bringt dieses mit dem Ersuchen zur öffentlichen Kennt- niß, aus die entwendeten Gegenstände zu fahnden, und im Entdeckungsfalle Nachricht anher zu erthcilen. Emmendingcn, den 26. Juni 1826. Großherzoglichcs Oberamt. Stößer. Karlsru h'e. ^Entwendete Kleid ungsstückc.l Sonntag, den 29- Iun>, Nachts, ist auf der Durlacher Stra- 3 d - — 8 - — 4 - — 2^ - 3 o — - 12 — - 18 — - 24 6 - — 1664 Kstein schwarzer modirner Ueberrock mit blaustt'dmem Futter vsbst einer schwachen Weste und einer schwarzen Kappe, im Schlaf entwendet worden. Sollte jemand etwas davon in Erfahrung bringen, so bittet man ^ es im Jeirungs-Komtoir dahier anzuzeigen. Tauberbischofsheim. LStraf-Erkenntniß.^ Nachdem die beiden Refractairs Martin Stumpf von Dittigheim und Mich. Jos FalkeNmai er von Königheim, ber Ediktalladung vom 17. Fe'dr. d. I. ungeachtet, sich bisher immer nicht dahier gestellt haben, so werden sie des Gemeinde dürgerrechts-für - verlustig erklärt, und cs wird die gesezliche Geldstrafe aus den Fall Vorbehalten/ wenn ihnen noch Vermögen zukommen sollte, i Tauberschofsheim, den 24. Juni 1828. Großherzogliches Bezirksamt. D re per. Bruchsal. (Endbescheid.) Georg Mosbrucktr von Stettftld wird,.da er sich auf die diesseitige Ediktalladung vom 5 . November 1824, Nr. 21,282, nicht siflirt hat, nun der Desertion von dem vormals Fürstl. Spepcrschcn Militär für schuldig erkannt, und daher sein Vermögen, nach den damals geltenden Gcsezen, für konfiszirt erklärt. Die auf die Desertion gesäten weitere Strafen werden auf Len Betretungssall Vorbehalten. Bruchsal, de» b. Marz 1828. Großherzogliches Oberamt. ,,, Gemehl. Tiefenbach, bei Eichelberg. s.W e i n-V e r st e ig e r u n g.) Dirnsfag, den ig. Juli d. I., Morgens io Uhr, werden in dem ehemaligen herrschaftlichen Keller dahier nachbemerkte Weine, tanlm'tlick Ausstich des Ortsgewächses, in Parthien, nach dem Wunsch der Kauflustigen, versteigert: , 6 Fuder ibaör, , 20 - 1826k, 4 - 1827k, Zo Fuder. - Karlsruhe. s.Eichen St u mp e nh olz- V ersteig e- rung.g Nächsten Montag, den 7. Juli d. I., Morgens 7 4!hr, werde» im herrschaftlichen HaardtwalL,. und zwar in Fah- ,iri>chgenschlag,.,Egg«nstciner Forstes, , 220 Klafter eichen Stumpenholz ,'öffeytlsck versteigert; wozu wir die Stcigerungslicbhabcr mit dem Bemerken hiermit cinladcn, daß ^e sich an obgedachtem Tag u. Stunde an der s. g. Hühnerhaghütte auf der Grahencr Allee zur Versteigerung einfinden können. 1, > . Karlsruhe,, den 3 ». Juni 1828. Großherzogliches Forstamt, .. Fischer. Lstchern.. s'Hol-z - Versteigerung.) Montag, den >7. Juki l. I., Vormittags g Uhr, werden aus dem Sulzbacher Herrschaftswald-.zunächst dem dasigen Bade, ' - - i§6 Klafter buchene Scheiter, 45 - tannene do. 65 - buchene Bengel und 22-/000 Stück buchene Wellen, unter Ratisslationsvoibehalt und sicherer Bürgschastleistung, öffentlicher Steigerung ausgesezt; wozu man die Liebhaber cinladet. ' Achern, den 26. Juni 1828. - Großherzogliches Forstamt. Sch nickest. Offenburg. sW ei n - V erst ei geru n g.s Samstag, een- 12. Juli d. I., Vormitlvgs 10Uhr, werden vom dem dics- feitigen 1627k Weinvorrath 12 Fuder Durbacher Hdfwnn, 2 - Durbachcr Gesällwein, 1 - Zeller rother, und . , 1-6 Oehmle Hefen, öffentlich versteigert, und bei annehmbaren Geboten sogleich lesgeschlagen; wozu die Liebhaber ungeladen werden. Offcnburg, den 26. Juni 1628' Großherzoglichq Domainenverwaltung. Brückner. , Schwe; ingen. sVerkauf einer Bierbrauerci-1 Körperliche Umstände- veranlassen mich, meine dahier gelegene Bierbrauerei, Essigsiederei und Braimttveinbrennerei, mit der Schlld'gcrechtigkeit zum wilden Ma»!», hiermit zum Verkauf anzubicten. Die Wirthschast ist mit einem Billard und der dazu erforderlichen Einrichtung versehen. Die Baulichkeiten, so wie die innere Einrichtung des Geschäfts, sind in ganz gutem Zustande, und der damit verbundene starke Absaz meiner Waar« (dessen ich mich hjs jczt zu erfreuen hatte), so wie die Kaufte- dingniffe, werden -gewiß, jedem dazu Lusttragenden entsprechen. Liebhaber belieben sich an mich selbst zu wenden. Damit verbinde ich die Anzeige- daß das Geschäft ununterbrochen, wie bisher, bis zu einer schicklichen Ucbsrgabe, durch mich fortgesezt wird. Schwezlngen, den 28. Juni 1628. Ch. Dan. H elmrc i ch. Offenburg. (Jagd-Verpachtung.) Durch hohe Verfügung des Großherzoglickcn.Finanzministeriums, Oberforst- kommission, vom 6. d.-M., Nr. 4771, ist die Verpachtung der Jagd.in dem Revier Lichtenau durch öffentliche Versteigerung 'angeordnet morden. Zu diesem Geschäfte haben wir Tagfahrt auf Donnerstag, den >o. Juli, früh g Uhr, angeordnet-, und laden die nach dem Gesez zu Jagd-Packtungcn geeigneten Liebhaber ein, sich um gedachte Zeit zu Lichtenau, in dem Wirthshaus zum grünen Baum, einzufineen, wo ihnen die nähern Bedingungen bekannt gemacht werden sollen. Offcnburg, den 26. Juni 1828. Großherzogliches Forstamt. v. Ncveu. Gen genba ch, s S ch u lde n-L'iq uidat io n.) Gegen das verschuldete Vermögen des Johann AdamHäring von Bi- berach hat man Gant erkannt, und zur Schuldenliquidation Tagfahrt aus Dienstag, den , 5 . Juli d. I., auf diesseitiger Amtskanzlci festgesezt, wozu die etwaigen Gläubiger aufgefordert werden, ihre Forderungen oder sonstigen Ansprüche an dieselben, unter Vorlage der Beweisurkunden, an. benanntem'Tage auzumelden, richtig zu stellen, auch ihre etwaigen Vorzugrcchte zu dokmncntiren, bei Straft des Ausschlusses von der Masse. Gengcnbach, de» 11. Juni 1828. Großherzogliches Bezirksamt. Boss i. Tauberbisch 0 fsheim. (S ch u l d e n -L k q u i d a t i 0 n) Nachdem über das Vermögen des hiesige» Bürgers und Seifensieders Georg Veit Brückner Gant erkannt worden, hat man zur Liquidation der Passiven Taafahrt auf . Dienstag, den 22. Juli, früh st Uhr, in diesseitiger Amtskanzlci anbcraumt, wobei Hessen Gläubiger ihre Forderungen^ bei Strafe des Ausschlusses von der Masse,, richtig zu stellen haben. Laubcrhischofshcim, den 21. Juni'1828. Großherzogliches Bezirksamt. Dreye r. Mtleger und Dmckk:. P. M a rk (et..