Karlsruher Zeitung. Nr. 245. Mittwoch, den 3. September 1828. Baden. — Königreich Sachsen. — Frankreich. — Großbritannien. — Niederlande. — Oestreich. — Preußen. — Rußland, —: Türkei. — Griechenland- — Verschiedenes. Baden. Bekanntmachung. Die öffentliche lyte Vertorfung der im Jahr 182Y planmäßig zurückzuzahlenden 2060 Stück Amvrtisations- kasse-Obligationen von dem Anlehen sck 6 Millionen Gulden vom Jahr i6oö, so wie der damit verbundenen planmäßigen Gewinnste, wird Montag , den 6. Oktober d. I., Morgens 8 Uhr, dahier im landsiändischcn Gebäude, in Beiseyn der ernannten Kommission statt finden, wobei jedermann freien Zutritt hat. Karlsruhe, den l. Sept. 1828. Großherzogl. Badische Amortisativnskasse. Königreich Sachsen. Leipzig, den 22. Aug. Den Inhabern altschlest- scher Partialobligationen aus drei zu Amsterdam in den Jahren 1734 bis 1737 von Oestreich negoziirten Anlehen hatte im Jahre i6t6 die kbnigl. preuß. Regierung alles Forderungsrecht an Preußen schlechthin abgesprochcn. Auf eine von den Gläubigern eingereichte Reklamation, um eine feste Bestimmung zu erhalten, ob Oestreich oder Preus- scn, oder beide sich ihnen als Schuldner gegenüber stellen sollten, hat vor Kurzem die kön. preuß. Regierung nunmehr sich zur Bezahlung der gedachten Schulden für verpflichtet erklärt, mit Vorbehalt einer Liquidation auf Forderungen an die vormalige Republik Holland. Hierauf ist der Börsenpreis der allschlesischen Obligationen bedeutend gestiegen. Frankreich. Pariser Börse vom 50. August. Zprozent. kensol. i»7 Fr. 65 , 90, Y5 Cent.; 108 Fr. — Zproz. konsol. 73 Fr. 5, i« Cent. — Der H. Herzog von Laval - Montmorency, Groß- boischafter Frankreichs am Wiener Hofe, hatte die Ehre von dem Könige in einer Privat-Audienz empfangen zu werden, um von Sr. M. Abschied zu nehmen. — H. v. Chateaubriand hatte am 30. seine Abschieds- Audienz bei dem Könige. Man glaubt, daß Se. Exz. zwischen dem io. und 15. September auf den Gesandtschaftsposten in Rom abrcisen werden. — Der Messager des Chambreö vom 31. Aug. sagt: Die Nachricht in den Londoner Zeitungen, daß die Franzosen die Inseln Majorka und Minorka militärisch be, sezt hätten, ist grundlos. Die Schiffs-Division, welche Algier blokirt, ist nach Port-Mahon gesegelt, um sich wieder mit Mund- und Kriegsvorrathen zu versehen, wird aber nur sehr kurze Zeit dort bleiben. Wir wissen nicht, was zu der sonderbaren Nachricht in den englischen Zeitungen Anlaß geben konnte. — Die Anklagekammer des königl. Gerichtshofs hat den Herausgeber der Gazette de France wegen dem Artis kel über die lezte Sizung der Kammer, weshalb die Beschlagnahme einer Nummer verordnet wurde, vor das Zuchtpvlizei-Gericht verwiesen. — Seit einiger Zeit hatte man den Beweis, daß falsche preussische Banknoten zu 'Paris im Umlauf seyen. Der Verdacht fiel auf einen Preußen, der seit einiger Zeit zu Paris wohnt. Dieser Mensch wurde angehalten und auf die Polizei-Präfektur gebracht. Man versichert, er habe bereits Einiges eingcstanden. — Ein schreckliches Unglück ist am 25. d. M. dem Hrn. Grafen Emmery, Pair von Frankreich, begegnet. Er kehrte von Metz nach seinem Schlöffe zu Groyeux in einem zweispännigen Wagen zurück. Am Eingänge der Esplanade-Straße gicng ein Rad des Wagens los, und die Pferde wurden scheu; alle Anstrengungen um sie an- zuhalken waren vergeblich; der Wagen wurde heftig um- gcworfen, und zerbrach, wobei der H. Graf Emmery schwer, jedoch nicht tödtlich verwundet wurde. Er hat. eine Achsel auseinander, eine beträchtliche Wunde an dev Stirne, das Nasenbein ist entzwei. Die Pferde rannten mit einem Thcil der Wagen-Trümmer noch weiter fort, und konnten erst bei la Horgne au Sablon angehalten werden, nachdem sie, in ihrem Laufe, 3 Sappeurs vom dritten Ingenieur-Regimente zu Boden geworfen und schwer verwundet hatten. — Der Kapitän Pany, so bekannt durch seine Entdeckungsreisen nach dem Nordpol, befindet sich seit einigen Tagen zu Paris. Großbritannien. London, den 28. August. Auf der Börse zirkuli- ren Gerüchte von der Ankunft eines Kouriers aus Wien ln sechs Lagen , und von einem Kongresse zu Odessa. — Zu London ist ein Gedicht "die Schlacht bei Na- varin. erschienen. Der Autor ist ein See-Offizier, der Sohn eines ausgezeichneten Generals, der unter Sir E. Codringtons Befehlen stand. Die darin enthaltene Beschreibung der Schlacht unterscheidet sich in vielen wichtigen Einzelnheiten von Allem, was bisher darüber war berichtet worden. 1434 Niederlande. Einem Schreiben aus Rom vom 16. August zufolge wird Hr. Franz Cappacini binnen Kurzem sich nach Brüssel begeben, um zur Vollziehung des Konkordats zu schreiten. O e st r e r ch. Wien, den 28. Aug. Metalliques 93X; Bankaktien 107 Preussen. Stettin, den 26. Aug. Se. kdn. Hoh. der Kronprinz trafen gestern Abend hier ein und traten in dem zu Höchstihrer Aufnahme eingerichteten Landhause ab, in welchem Se. k. H. von den höchsten und hbhern Militär, und Zivilbeamten empfangen wurden. Heute begannen die Divisions-Herbstübungen der hier garnisonirenden und der von auswärts hierher beorderten Truppentheile, nachdem die Uebungen in den einzelnen Waffen vom iö. bis 24. d. M. vorangegangen waren. Tilsit, den 2 t. August. Es ist früher, bei Gelegenheit der ersten Anzeige von dem Brande im Schlosse Ragnit (Nr. 228 der Karlsr. Atg.) der menschenfreundlichen Handlung eines Maurergesellen erwähnt, der mit eigener Lebensgefahr eingeschlvssene Gefangene rettete, und jede Geldbelohnung ausschlug; der Name dieses Edeln verdient der Mitwelt bekannt gemacht zu werden, daher wir nachträglich anzeigen, daß er Alwies heißt, ein geborner Litthauer. Rußland. Das Journal von Odessa vom 16. August meldet: "Man hat gestern in der Kathedralkirche in Gegenwart II. MM. des Kaisers und der Kaiserin , so wie Sr. kais. Hoh. des Großfürsten Michael, ein Tedeum wegen der Einnahme der Festung Poti gesungen. Der englische Botschafter, der dänische Gesandte, die fremden Konsuln, die Generale, bürgerliche und Militärbeamten waren bei dieser Zeremonie anwesend. — Wir beeilen uns, unfern Lesern folgende Details über die Einnahme der Festung Poti durch unsere Truppen am 15. Juli mitzutheilen. Nach den Verfügungen des General- Adjutanten Sipiaghine hatte der General-Major Hesse eine Abtheilung aus den in den Königreichen Jmireticn und Mingrelien stationirten Truppen gezogen, und damit ein Korps mingrelischer Milizen unter der persönlichen Anführung ihres souverainen Fürsten, Dadion, vereinigt. Mit diesen berannte er die Festung Poti am 6- Juli, gegen die er sogleich das Feuer von drei Batterien eröffnete. Nach einer sechstägigen Beschießung, wobei die Häuser der Festung sehr beschädigt, und eine beträchtliche Bresche eröffnet ward, streckte die aus Einwohnern der verschiedenen benachbarten Provinzen bestehende Lesazung unter der Bedingung das Gewehr, daß man sie in ihre Heimath zurückkehren lasse. 44 Kanonen, 13 Fahnen und eine beträchtliche Menge Mund- u. Kriegsbedürfnisse fielen in unsere Gewalt. Die Lage von Poti, das die Mündung des Phafis beherrscht, macht diese Eroberung für Rußland sehr wichtig. Unser Verlust während der ganzen Belagerungszeit betrug nur 7 Tobte und 14 Verwundete, unter denen sich kein einziger Offizier befindet. — Die kaiserliche Fregatte Standart ist gestern, von Kistendji kommend, auf unsere» Rhede vor Anker gegangen. Unter den Fremden an Bord dieses Schiffes befinden sich der Prinz Philipp von Hessen-Homburg, der Herzog von Mortemart, ausservrdent, sicher Botschafter Sr. allerchristlichsten Majestät bei dem russischen Hose, der Generallieutenant v. Dörnberg, ausserordentlicher Gesandter Sr. brittischen Majestät, als Königs von Hannover, und der Graf von Nostiz, Gene- rallicutenant in preussischem Dienste., Türkei. Konstantin opel, den 11. August. Seit meinem lezten vom 6. d. ist hier nichts von Bedeutung vorgefallen, ausgenommen daß auf die Nachricht von den bedenklichen Fortschritten der Russen in Asien, wo General PaSkcwitsch miteinigen Häuptern der Janitscharen in Unterhandlung stehen soll, die ohnehin wenig günstige Stimmung der Hauptstadt einen sehr ängstlichen Charakter angenommen, und der Großherr befohlen hat, daß alle noch in Asien befindlichen Pascha's ihre Truppenkontingente gegen Armenien , und nicht, wie früher angeordnet war, nach Europa führen sollen. Eine Kolonne von 600O Mann asiatischer Truppen, die an der europäischen Küste gelandet hatte, ward sogleich wieder eingeschifft, um an die asiatische zurückzukehren. Die Kriegsrüstungen dauern inzwischen fort, allein der Großherr will sie so geleitet wissen, daß die Hauptstadt dadurch nicht gefährdet werde, und die große Anzahl Mißvergnügter keine Gelegenheit finde, sie zu verräterischen Anschlägen zu benu- zcn. Wie schon früher gemeldet, geschieht die Bewaffnung des allgemeinen Aufgebots zu Adrranopel; wohin der Gcoßwessier zwischen dem 13. und 16. von Daud- Pascha aufbrechen soll. Der Großherr, der dem Feinde von Austen und Innen die Spize zu bieten hat, wirs sich nach Ramir Schiftlik, einem kleinen Vorwerke unfern der Hauptstadt, das aufs Sorgfältigste befestigt wird, begeben, um aus dieser neu geschaffenen Zitadelle den Kriegsoperationen Nachdruck zu geben, und zugleich die Hauptstadt im Zaume zu halten. Es heißt, Ramrr Schiftlik solle zu diesem Ende mit einem verschanzten Lager, welches ungefähr i5,ooc>Mann fasten kann, in Verbindung gesezt werden, und alleregulairen Truppe», die noch in der Hauptstadt sind, würden in einigen Tagen aufbrechen, um an diesem Lager zu arbeiten; sie werden in der dortigen Kaserne, und unter Zelten untergebracht werden. Die Hize ist sehr drückend, und bei der Armee sollen sich viele Krankheiten zeigen. Es wird daher ein Quantainegebäude auf der Straße nach Daud Pascha errichtet, um alle von der Armee kommenden Individuen der Quarantaine zu unterwerfen; diese Anordnung wird die Verbindungen mit Adrianopel sehr erschweren, und uns die ohnehin kärglichen Nachrichten 1435 von der Armee ganz entziehen. Seit einiger Zeit sind wir ohnedies in völliger Ungewißheit über die Verfalle auf demKriegsschauplaze, und nur die Physiognomien der Geschäftsmänner deuten mehr oder minder den Stand der Dinge an. Nach diesen zu urtheilen, scheint man in dem Lager bei Schumla jezt weniger Besorgnisse als früher zu hegen, und die Russen scheinen keine entscheidenden Vortheile errungen zu haben; die Türken leben jedoch in der Erwartung wichtiger Ereignisse. Am y. waren mehre russische Kriegsschiffe im Angesichte der Leucht» thürme des Bvsphorus, und schienen günstigen Wind abzuwarten, um mit der Strömung einzulaufen. Die ganze türkische Marine ward dadurch in Bewegung gesiezt; die Kanoniere wurden auf die Batterien komman- dirt, und mußten die ganze Nacht auf ihren Posten verwesten. Die Schiffe haben sich zwar entfernt; doch soll man sie noch immer auf dem hohen Meere sehen. Der Pascha von Braila, der hieher gebracht wurde, um von einer Kommission gerichtet zu werden, ist frei gesprochen, jedoch nach Asien verwiesen worden. Der ehemalige Kiaja Bey Achmed Chelungi Effendi ist zum Kaima- kan in der Residenz ernannt, um in Abwesenheit des Großwessirs den Geschäften vorzustehen. Bucharest, den 2 . August. Nach den lezten vom Kriegsschauplaze eingelangten Nachrichten ist, ausser unbedeutenden Vorpostengefechten, nichts vorgefallen. Das russische Hauptkorps steht, in Verbindung mit den auf ungleicher Höhe vorgerückten Flügeln, gegenüber und an der Seite der türkischen Stellung bei Schumla, die Hussein Pascha aus allen Kräften zu vertheidigen, und dadurch den Uebergang über den Hämus hindern zu wollen scheint. Seine Armee ist durch fortwährend eingetroffene Verstärkungen bedeutend angewachsen, und wird nach einigen Angaben auf mehr als t00,ooo Mann geschäzt. Beide Theile kennen die Wichtigkeit der befestigten Stellung von Schumla, deren Erhaltung oder Verlust ohne Zweifel der Entscheidungspunkt für den diesjährigen Feldzug seyn wird. Während die russischen Feldherren alle ihre Streitkräfte sammeln, um mit Nachdruck einen entscheidenden Schlag zu führen, scheint auch der Seraskier Alles anzuwenden, um einen kräftigen Widerstand vorzubereiten. Die Kommandanten von Silistria und Giur- gewo zeigen fortwährend den Entschluß, die ihnen anvertrauten festen Pläze bis auf das Arusserste zu halten. Varna ist ebenfalls blokirt. — Der Gesundheitszustand in dem Fürstenthume hat sich bedeutend gebessert. Seit mehreren Tagen hört man von keinen verdächtigen Todesfällen in unserer Stadt, und auch vom Lande lauten die Berichte beruhigend. Der freie Verkehr in der Stadt ist wieder hergcstcllt, und viele Kausteute reisen nach der Leipziger Messe, wo sie bedeutende Einkäufe machen wollen. G r i ech en lan d. Ancona, den 18 . Aug. Nach Briefen aus Corfu scheint es , als ob Ibrahim Pascha nicht freiwillig das Feld räumev, und Morra vor Ankunft der französischen Expedition verlassen wolle. Dagegen heißt es in Briefen aus Poros: der ägyptische Feldherr werde Griechenland unverzüglich verlassen, und die griechische Regierung sey davon so überzeugt, daß sie sich bereits mit Versteigerung der Hasenabgaben von Navarin, Modon und Coron beschäftige: ein Engländer habe schon ein Gebot auf den Pacht des Tonnengeldes für die in dm Hafen von Navarin einlaufenden Schiffe gemacht, das er nach einem zehnjährigen Durchschnitt vor Ausbruch der Insurrektion berechnete. Auch soll das Terrain in der Umgebung von Navarin an Fremde, die es zum verbesserten Weinbau benüzen wollen, auf 100 Jahrein Erbpacht gegeben worden seyn. Ibrahim Pascha hat jedoch bis zu diesem Augenblick noch kein Transportschiff aus Alexandria erhalten, und wenn ihm auch nach dem Abfalle der Albaneser, und in Folge der unter den Arabern ein- gerisienen Krankheiten, nur wenige Truppen übrig seyn mögen, so dürfte er doch noch eine ziemliche Anzahl von Schiffen gebrauchen, um alle in der lezten Zeit zusammen geplünderten Effekten, die er ungern in den Händen der Europäer zurücklassen würde, nach Hause zu bringen. Die Befehlshaber der von türkischen Truppen besezten Pläze sollen durch daö verbreitete Gerücht von dem bevorstehenden Abzug Ibrahim Pascha's mit dem ägyptischen Heere, sehr beunruhigt seyn, und sich auf lange Zeit zu verproviantiren suchen, was einen verdoppelten Druck über die armen Landbewohner bringt. Verschiedenes. — Die Iris enthält über die Giraffe in Schönbrurm in einem Schreiben aus Wien vom 7 . August folgenden Artikel: Diese Giraffe, männlichen Geschlechts, ist jczt ungefähr 17 Monate alt, und mißt in der Höhe y*/, Fuß. In einzelnen Theilen mit manchen ganz verschiedenartigen Thieren verwandt, steht sie, ein wahrer Kontrast, beinahe isolirt in der Reihe der Geschöpfe. Kopf und Leib scheinen vom Pferde, Hals und Schwielen vom Kameele, die Ohren vom Ochsen, der Schwanz vom Esel, die Füße von der Gazelle entlehnt zu seyn. Nah turhistorisch klassifizirt gehört sie in die Abtheilung der wiederkauenden Säugethiere, und bildet eine eigene natürliche Familie, welche zwischen den Hirsch» und ochsen- artigen Thieren eingereiht iss, und sich durch den Mangel der Eckzähne, und bleibende, mit einer Haut überzogene Hörner von den übrigen Familien dieser Abheilung unterscheidet. Die Hörner sind von jenen aller übrigen wiederkäuenden Thiere sehr verschieden; denn sie sind, gleich den Geweihen der Hirsche, eigenthümlichr, besondere Knochen, welche mit den unter ihnen liegenden Knochen durch eine Schuppennaht verbunden sind. Vor diesen Hörnern, mitten auf der Stirne, findet sich ein Knochenhöckev, der sich bei dem Männchen zu einem vollkommenen dritten Hörne ausbildet. Die Augen sind groß, glänzend und lebhaft, und sehr scharf in Auffassung entfernter Gegenstände. Sie haben einen sanften Blick und ähneln dem Auge des Pferdes. Die Ohren 14Z6 sind 8 bis y Zoll lang, zugespizt und aufrecht stehend, und beständig nach vorne gekehrt. Die Nasenlöcher sind oval. Der Mund ist klein, die Zunge lang, spizig und nut kleinen Wärzchen besezt, schwärzlich und 6 Zoll weit ausstreckbar, so daß die Giraffe sie bequem in die Nasenlöcher stecken kann. Im Zahnbaue gleicht das Thier am Meisten den Hirsch-, gazellen-, schaaf- und ochsenartigen Thieren. Der Hals ist unverhältnißmäßig lang. An seinen oberen Theilen lauft vom Kopfe bis zur Schultergegend eine Mähne von drei Zoll langen Haaren, welche Büschel bildet. Der. Leib, der ungefähr den dritten Theil der Höhe des Thieres beträgt, ist unverhältnißmäßig kurz. Die Brust ist, wie bei'm Pferde, ziemlich breit, und, wie bei'm Kameele, mit einer fast haarlosen wülstigen Stelle (Schwiele) versehen; der Hintertheil ist unproportiouirt schmal; daher wird, wenn man daS Thier von vorne betrachtet, der Hinterleib gar nicht bemerkt. Die Füße sind dünn und tragen am vorderen und Hinteren Deuggelenke eine Schwiele, welche am vorderen Beuggelenke (fälschlich Knice) mit einem Haarkranze versehen ist.. Die Mähne ist abwechselnd fahl und braun. Die Füße sind amObertheile wie der Leib gesteckt, am Unterthcile einfarbig. Der Bauch und das Innere der Schenkel ist weißlich. DaS Vaterland der Giraffe ist Nubien und die Wüsten südlich von Simrie, wo man sie in kleinen Gesellschaften antreffen soll. Geschmack und Geruch sind bei der Giraffe sehr fein. Ihre Nahrung besteht in Zweigen, Knospen und Blättern von Mimosen- und Mazien-Arten, und vom wilden Aprikosenbaume. Besonders liebt sie die Blätter des Giraffenbaumes (cVoa- cia Oirsstao. Wilfl.). Nach Einigen soll sie auch Gras fressen. Das hiesige Exemplar wird mit Milch, Brod, Bohnen und Datteln ernährt. ES ist ausserordentlich sanft und seinem Wärter ungemein zugethan, dem es Datteln aus dem Munde nimmt. Die Giraffe ruht liegend, wobei ihr, wie dem Kameele, das sogenannte Knie und die Brust zur Stüze dienen. Ihr Fleisch, welches die Eingebornen ihres Vaterlandes genießen, soll, besonders von jungen Thieren, wohlschmeckend, zart, sehr weiß und dem Kalbfleische vergleichbar seyn« Die Haut wird zu Schuhen, Wassergefäßen und Schläuchen, und die Schwanzhaare zu Linden verwendet. Uebri- gens war die Giraffe schon den Alten bekannt, und auch in der Bibel geschieht ihrer deutlich Erwähnung. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 2. Sept. Barometer Thenn. Hygr. Wind. M. 7/2 27 I. 8,6 L. 10,6 G. 53 G. NO M. 1/2 27Z. 8,9 L. 15,3 G. 56 G» Windstille N. 9 27 Z. 9,tL. 13,6 G. 60 G. Windstille Halbheiter — Nachmittags und Abends trüb und regnerisch. Mchrometrische Differenzen: 8.4 Gr. S.Z Er. 1.3 Gr. Theater-Anzek ge. Donnerstag, der>4. Sept. (mit allgemein aufgehobenem Abonnement — zum Vvrthcil der Dem. Roser): Die diebische Elster, Oper in2 Akten, aus dem Italienischen von Ritter von Seyfried; Musik von Rossini. — Dem. Roser, Ninetta, zur lezten Gastrolle. Sonntag, den 7. Sept., kein Theater. Karlsruhe. sLotterie-Anzeige.) Der Unterzeichnete, welcher eine Hauptkollektur der Amtmann G 0 ll ischcn Güterlotterie übernommen hat, ladet hiermit, in Bezug auf die in den diesseitigen Blättern erschienene Bekanntmachung vom 16. Mai dieses JahrS, und in Bezug auf jene vom >5. Juli dieses Jahrs, — über die erfolgte Rücktritts-Entsagung und Bestimmung der ersten Ziehung auf den 2 Jan 1829 — die verehrlichen Sezlustigen zur Abnahme von Loosen a z fl. hbflichst ein. Alle Jene, welche sich mit dem Absaz der Loose gegen eine billige Provision zu befassen geneigt sind, belieben sich an ihn zu wenden. Auf 10 Loose wird ein Freiloos, und Plane werden unentgeldlich abgegeben. Karlsruhe, den 20. Aug. 1828. Karl Pos seit. Zähringer Straße Nr. 74. Literarische Anzeigen Bei Hofbuchhändler P. Macklot in Karlsruhe find folgende Werke noch im Subskriptionspreis zu haben: Walter Scotts Werke. is - - 94 s ä 9 kr. Karolinc Pichler dito is - - Zvs ä 9 kr. Claurens dito is - - 61s ä 9 kr. Schillings dito is - - 29s ä 10 kr. Jrwings dito is - - 18s ä 9 kr. Dito Kolumbus oder lyr — zos -l 2 fl. 42 kr. Coopers dito is — Z6s » 9 kr. Shakespeares dito ir, 2ru.4r a 48 kr. Damenbibliothek von A. Schreiber, ir — ivr ä Z6 kr. Römische Prosaiker. iS — 27s ü »3 kr. Griechische dito. is — Z8s ä 14 kr. Unsere Zeit. is — Z8s ä 15 kr. Geschichtskunde von der Regierung Friedrichs des Großen bis auf unsere Zeit, is — izs ü 15 kr. Oollection portative st'oeuvros elioisies sie ls Ulkera- ture kruneaise, rmcievne et nrostorne. I. 8er. iS — 85s ä 12 kr. Dito ll. 8erio. is —- 24s ä 12 kr. Van der Velde's Werke. N.A. ir 2 r Zr Band ä Zo kr. Das Weltall, is u. 4S s 18 kr. Pantheon ausgezeichneter Erzählungen der Lieblingsdichter Europas, is Zo kr. 1437 Bei I. Velten in Karlsruhe ist zu haben: Lehrbuch der höheren Baukunst, für Deutschs, von K. M. Heigelin; erster Band mit 25 Kupfer- tafeln. Subscriptionspeis 5 fl. 24 kr. 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Was den Gehalt dieser, in ihrer Art gewiß einzigen, für jeden Stand passenden, und jedem Geschmackc genügenden Unterhaltungs-Bibliothek betrifft, so wird dieselbe von den werthvollsten Erzeugnissen, welche Deutschland, Frankreich, England, Italien, Spanien, Rußland re. in der Novellistik, diesem schönen Zweige der belletristischen Literatur, hervorgebracht hat, eine sinnige und wohlgeordnete Auswahl enthalten. Die aus fremden Sprachen entlehnten Erzählungen werden nicht fabrikmäßig übcrsezt, wie solches leider so häufig geschieht, und eben so wenig nach bereits erschienenen Uebcrtragungen abgedruckt, sondern nach den Originalwerken, von tüchtigen Männern neu, und größ- tentheils in freien Bearbeitungen geliefert. Von vier und zwanzig der anerkannt vorzüglichen Schriftstellern Deutschland-, die in diesem europäischen Ehrentempel eine Stelle finden, wird eine der besten Erzählungen oder Novellen (in jedem der 24 Bände also nur eine einzige von deutschen Verfassern) gegeben. In einer Periode, welche, wie die gegenwärtige, jedes vorzügliche Geisteserzeugniß, ohne Rücksicht auf den Boden, dem es entsprossen, als Gemeingut der gesammten gebildeten Welt betrachtet,' wo dem Dichter und Denker der Lorbeer in der Fremde wie in der Hcrmath blüht, darf ein Unternehmen wie das vorliegende gewiß allgemein beifällige Aufnahme erwarten. Was diese Sammluug enthält, ist in hundert und wieder hundert kostspieligen oder seltenen Schriften des In- und Auslandes zerstreut, aus denen sie das Schönste und Gediegenste, was die Muse der Erzählung hervorgerufcn hat, auf eine eben so würdige als ansprechende Weise mitthellt. Die ganze Sammlung, von welcher monatlich l bis 2 Bände erscheinen, wird aus vier und zwanzig elegant bro- schirten Bänden, jeder von etwa dreihundert Seiten, bestehen. Den Subscribenten steht es jedoch frei, vorläufig nur auf 6 Bände zu unterzeichnen, in welchem Falle der Subseriptionspreis Z6 kr. oder ra gGr. für denBand ist. Die Unterzeichner dieser ersten 6 Bände müssen jedoch, wenn sic später (aber jedenfalls vor dem Eintreten des unten erwähnten zweiten Subscriptionstermins) gesonnen seyn sollten, sich die ganze Sammlung anzuschaffen, auch die folgenden 18 Bände mit z6 kr. pr. Band bezahlen. (Einzelne Bände werden unter keiner Bedingung abgegeben). Wer dagegen sogleich auf alle 24 Bände unterzeichnet, erhalt den Band zu Zo kr. oder 9 gr. Dieser Subscriptionstermin besteht, da die erste Auflage großentheils schon vor dem Erscheinen des ersten Bandes bestellt war, nur noch bis 1. Nov. d. I., wo dann unwiderruflich ei» zweiter Subscriptionstermin ü 48 kr, ob. l2 gr. pr. Band eintritt, welcher mit Ende Dezembers gleichfalls erlischt, wo dann der Ladenpreis auf 1 fl. oder 16 gr. erhöht wird. Der Verleger ersucht daher alle Freunde der belletristischen Literatur, welche sich mit einem — sogar im Verhältnisse zu den allerbilligsten Taschenausgaben — noch immer unerhört geringen Aufwands diese vollständige Bibliothek der ausgezeichnetsten Novellen Europa's verschaffen wollen, die Bestellungen darauf recht bald in der ihnen zunächst gelegenen Buchhandlung zu machen. Ausserdem, daß die Anschaffung dieses Werkes sich vorzüglich für alle Leihbibliotheken, öffentliche und Privat- Lcsegescllschaften, literarische Vereine, Casino's u. s. w. eignet, dürfte sich wohl selten ein angenehmeres Geschenk für Geburts-, Weihnachts- und Neujahrsfeste finden lassen, als das vorliegende — mag es daher auch zu diesem Zwecke recht Vielen empfohlen sep. Stuttgart, im August 1828. Karl Hoffmann. Bestellung nimmt Macklot, Marx, Th. Gross u. G. Braun in Karlsruhe an. Bei 3. A. Barth in Leipzig ist so ebenerschienen: Laun, Fr., Gedichte. Ausgabe lezter Hand. 8. broch. sein Velindruckpapier 1 fl. 48 kr. (In Karlsruhe zu haben bei G. Braun.) In allen Buchhandlungen ist zu haben, in Heidelberg bei C. F. Winter: Orain inairs allsinanäs, ouvrgAv entierement neuk, svee rme tlreorie simple et luoile «les verlies irreAuliers; un trsite eomplel sur I empioi flu sudjanotik, et fles exeinples tires äeH ineiileurs eorivains äe IHIemsZne, ou conkor- 1438 -i» mos su IrmASßo äo Is bonno com^gAnio er su s>Ius ^ur äisleoto 6o Is 8sxo xsr ss. 1. Hermann, xrokessoirr äo literaturo sllomsvä. Revue er consiolersblement üUZlueMee xsr L. Lclrinillr. s Reixsie clrer: Oörsrä Rleisclrer. 1828. Geb. i Thlr. ^ coin^lets geillrickii Aramrriur in s s^stemskioal oräer kor tlio use ok eoZIisIiem L. Lelirniät, in dvvo volumes. I-eixsio xrintoä kor 6orsr8 kleiselier. 1826. Geb. l Thlr. 8 Gr. Freiburg. fAnzeige. ss Ich gebe mir die Ehre, einem verchrungswürdigen Publikum ergebenst anzuzeigcn, daß rch durch Beschluß des Großhcrzoglichen höchstprcißiichcn Justizministeriums vom iS. d. M- unter die Zahl der HofgerichtSad- vvkaten und Prokuratoren dahier ausgenommen worden. Alle mir übertragenen Prozeß-, Wechsel - und Ädmistrativ- sachen werde ich mit gewissenhaftem Eifer und unermüdetem Fleiße besorgen. Ich wohne bei meinem Vater, Amtmann Dr. Ru ef, Schiffgasse Nr. Z04. Freiburg, den sg. August »826. R u ef. Karlsruhe. sGesuch.ss Eine honette Familie wünscht 'einige zunge Leute, die auf künftigen Herbst zum Besuch des Lpceums oder polytechnischen Instituts hichcr kommen, unter billigen Bedingungen in Kost und Logis, und gibtchieVersiche« rung einer guten Wartung, Pflege und Aufsicht. Diejenigen Aeltern, welche ihr das Zutrauen schenken wollen, belieben sich in srankirtcn Briefen an das JeitungS-Komtoir zu wenden. Horn'berg. fBekanntmachung.s Der dahier wegen Dieberei insizcnde Andreas Matt von Schönbcrg, Ober- mmtS Freudcnstadt, hatte mehrere gestohlene Effekten in einem Walde verborgen; unter diesen befinden sich auch die unten be- zeichneten Gegenstände, über deren rechtlichen Erwerb Jnquisit sich größtenthcils auf eine solche Art auszuweisen suchte, daß seine Angaben weiter nicht verifizirt werden können; sollte Jemand in diesen sein Eigenthum erkennen, so hat er sich binnen vier Wochen chahier zu melden, indem nach Umfluß dieser Zeit die Untcrsu- -chung geschloffen wird. Hornberg, den -4. Aug. 1828. GroßherzoglicheS Bezirksamt. Böhler. '7 Ellen weiß Misten Luch, 1 paar schwarzlederne Hosen mit buntem Hosenträger '6 schaaflederne roth und weiße Geldbeutel; paar leinene Mannsstrümpfe; 1 paar baumwollene dito; i paar steinene dito von Tuch; '1 Kartenspiel ohne Stempel; 1 schwarzscidcncS Halstuch mit Zfachem rothcm Laufe; 1 dito mit roth und weißem Laufe; 2 Schnupftuch, Boden roth mit weißen Streifen, SI.; 1 schwarzkuderner Zwcrchsack, i porzellanener Pfeifenkopf, mit einer Bouteille roth gezeichnet und dem Motto: dauerhafte Gesundheit Allen; 1 Rasiermesser mit hornenem Heft. Heidelberg. fLandcSverweisung.j Der unten sig- nalisirte Karl Spangenberg aus Northeim ist durch Er- kenntniß des Großherzogl. hochpreiSlichen HofgerichtS zu Mannheim vom 6. Febr. v. I. Nr. 364 I. 8an. des Landes verwiesen worden; was anmit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Heidelberg, den 27. Aug. 2828. GroßherzoglicheS Universitatsamt. Lang. Signalement Karl Spangcnberg, aus Northeim gebürtig. Alter: 26 Jahre. Größe: 5 Schuh 5 Zoll. Statur: schlank. k form: oval. Gesichts-) Haare: schwarzbraun- Stirne: nieder. Äugcnbrauncn: dunkel. Augen: braun. Nase: dick. Mund: breit. Bart: braun. Kinn : breit. Zahne: gut. Besondere Kennzeichen: keine. im Hannoverschen Mannheim. ^Gefundener Leichnam.^ Er ist heute ein männlicher Leichnam, in dem Alter von 20 bis 24 Jahren, dahier am Rheinufcr gelandet worden, über welchen man ohne alle Kenntniß bezüglich auf seine Herkunft ist, und weswegen öffentliche Bekanntmachung erfolgt, um wie weit thunlich ist, diese zu erforschen., Dieser Leichnam ist wegen stark eingetretcner Fäulniß seiner GesicktSbildung nach nicht näher zu bezeichnen; er ist aber 5 ^ 32/2" groß, und hat dunkelbraune Haare. Bekleidet war derselbe mit einem grüntuchenen Frackrock mit gelben Metallknöpfcn, einem schwarztuchenen Gillct mit Perlmutterknöpfen, gestreiften Nanquirrbeinkleidern, einem guten hänfenen Hemde, guten hohen Stiefeln mit eisernen Absätzen. In der Rocktasche fand sich ein gutes rothes NaStuch mit weißen Streifen. Mannheim, den 27. Aug. 1828. GroßherzoglicheS Stadtamt. Wund t. Vär. Hoffmann. Gernsbach. sFaß- und Fa ßholz-Verkauf.k Bei 'Unterzeichnetem ist gutes altes Faßtaugen - und Bodenholz, von 20 Schuh 4 Zoll lang, durch alle Maaßc abwärts bis auf 4 Fuß Länge, so wie auch ganz neue, gut gefertigte Fässer, von 6 bis 20 große Ohmen im Maas haltend, in billigen Preise« zu verkaufen. Die Liebhaber wollen sich wenden an Fried. Schickert, Holzhandlcr in Gernsbach bei Rastakt. Karlsruhe. sFasser-Dersteigerung.ss Freitag, den 5 . September d. I., Nachmittags r Uhr, werden im Gästehaus zum Zähringer Hof dahier, 10 Stück in Eisen gebundene, -weingrüne Fässer, in der Größe hon 25 bis?» Ohm, und zu- 14ZS sammen ungefähr >g5 Ohm haltend, versteigert, wozu die Lieb» Haber cingetaden werden. Karlsruhe. HWein-Versteigerung.fi Montag, den ö. September, Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Haus Nr. ,33 in der langen Straße, nächst dem Mühlburger Thor folgende Weine: 18 Ohm Laufen er 1628er, 14 - do. 1811er, ,2 - do. iLigcr und 29 - Lürkheimer 1828er, gegen baare Bezahlung, öffentlich versteigert werden; wobei be«. merkt wird, daß die Weine von vorzüglicher Qualität sind. Karlsruhe, den 21. August 1628. Großherzogliches Oberhofmarschallamt. Rechtliche Sektion. Frhr. v. Gapling» Vär. Zieg ler. Durlach. fAlleehaus-Vcrkauf oder Versteigc« rung.f Der Eigenthümcr des zwischen Karlsruhe und Dur« lach in der vortheilhaftesten Lage an der großeniLandstraße be« findlichen, und mit der ewigen Wirthschaftsgercchtigkeit begab« teil schönen Alleehauses ist gesonnen, solches privatim zu verkaufen , oder öffentlich zu versteigern. Ausser dem ansehnlichen, modcllmäßig erbauten, und m>t steinernen Statuen gezierten Haupt- und Wirtschaftsgebäude, welcher nebst einem großen geschmackvollen Tanzsaal noch 20 große und kleine Piecen, Keller, Waschhaus und alle sonstige Bequemlichkeiten enthält, besten dessen Nebengebäude die erforderlichen Remisen, Scheuer und Stallungen, lezrere zu 18 bis 20 Stück Vieh geräumig, imglcichen ist dabei ein 3 Morgen großer Garten mit verschiedenen Anlagen, und einer soliden Einfassung; Alles in vorzüglichem gutem Zustande. Nach Verlangen können auch alle Wirtschafts-Requisiten und Mobilien mit abgegeben werden» Dieses wird andurch öffentlich mit dem Anfügcn bekannt gemacht, daß Termin zum Verkauf oder zur Versteigerung auf Dienstag, den 16. Scpt. d. I-, Nachmittags 2 Uhr, auf dem Mechaus selbst angcsezt worden, und ist man bei den gcsezten annehmlichen Bedingungen ermächtigt, auf den Grund des pflichtmäßigt» Brandvcrsicbcrungs-Anschlags von 16,800 fl» den Zuschlag ohne Ratifikationsvorbehalt zu crtheilen. Durlach, den 3 a. Aug. 1828. Grvßherzogliches Oberamt. Vau müller. Durlach. HWein-Versteigerun g.f> Die untcrzeich« nete Stelle versteigert Samstag, den 20. Sept., Vormittags 10 Uhr, 12 Ohm Wein vom Jahrgang 1827 von vorzüglicher Qualität, sodann etwa 12 Fuder Wein vom Jahrgang 1826 in kleinen schicklichen Abteilungen, nach dem Wunsche der sich einfindendcn Steigerungslicbhabcr» Durlach, den rb. Aug. 1828. Großherzoglichc Domainenverwaltung. Ban z. Eppingen. sLiegc >1 scha ft s-Verstei g er u n g.f> Be« auftragt von den Erben des verstorbenen grundhcrrlich v. Gölcr- schen Rentbeamtcii Bo sek er in Sulzseld, wird man der Erb- Verteilung wegen Montag, den 2g. Scpt. l. I., früh g Uhr, auf dem dafigcn Rathhause einer iwchmaligen Versteigerung aussetzen: Das ihnen zustehende, allda mitten im Dorf liegende, ganz neu erbaute zweistöckigte Wohnhaus mit 11 geräumigen Zimmern, unter denen sich 3 heizbare befinden, sammt Scheuer, Stallung für 12 Stück Vieh, Keller zu 3 a Fuder Wein, so wie sonstige Hofraithe, nebst bei'm Haus liegenden Gemüsgarten und darin befindlichen Bis«- ricnstand. Nicht allein die vorteilhafte Lage des Hauses, sondern auch jene des Orts, welches eine Stunde, von der Amtsstadt Eppin- gen, und eine Viertelstunde von der von Karlsruhe über Breiten nach Rappenau und Heilbronn ziehenden frequenten Straße liegt, 1660 Seelen in sich faßt, und 6aoo Morgen Aecker, Wiesen, Wingert und Waldungen bcsizt, eignet dasselbe zu jedem Gewerbe, vorzüglich aber zu einer Wirihschaft oder Handlung, welch leztere, als bis jeztnn Sulzfeld nicht vcrhanden, allda guten Fortgang geben würde. Je nachdem sich Liebhaber vorfinden, können alle Gebäulichkeiten auch in Zeitbcstand begeben werden. Die Steigerungsbedingungen können in der Zwischenzeit bei Gcricktsschreiber Setz in Sulzfeld eingcschen werden. Eppingcn, den 2g. Aug. 1828. Schleicher, Lhcilungskommissär. Bulach. fWirthshaus-Versteigerung.fi Wegen Dienstverhältnissen und andcrntheils zur Vermögensauslieserung an meine Kinder erster Ehe bin ich gesonnen, mein dahier besitzendes Wirthshaus mit der Rcalschildgercchtigkeit zum Lamm, bestehend in: einer zweistöckigte» Behausung sammt Scheuer, Stallungen , Keller und vollständig eingerichteten Branntweinbrennerei, mit Hofraithe, Gcmüs- und Obstgarten, mitten im Dorf Bulach und an der Straße gelegen, Dienstag, den 9. Sept. l. I., Nachmittags 2 Uhr. im Wirthshaus zum Lamm dahier, freiwillig öffentlich zu ver-- stcigcrn; wozu die Steigerungsliebhaber mit. dem Bemerken cin- gcladcn werden, daß die sehr annehmbaren Zahlungsbedingnisse am Steigerungstage, oder auch früher, bei. mir selbst zu erfahren sind. Bulach, den 24, Aug. 1628.. Bernhard Bohner, Accisor. Heidelberg. fNeue Oefe«-Li esc r u n g zurJr- renanstalt Heidelberg undVersteigerung 3 alter großer Oefcn aus s 0 lcher.j Die aus dem Gebäude herausgenommen werdende drei- große Ocfen, an welchen allein 13,407 Pfd.. Gußeisen befindlich, werden Montag, den 3 . Sept. d.. I., Vormittags 11 Uhr, auf dem Bureau der Jrrcnhausverwaltung dahier, in öffentlicher Versteigerung an den Meistbietenden verkauft; dagegen an. diesem Tag die — bis dahin eingehende Soumissioncn'zu der Lieferung der bedürfenden 20 Stück — gewöhnlicher eiserner Rund-Oefcn nach neuem Guß und mit einem Gewicht pr. Stück zu 280 — 27a Pfd. geöffnet. Wer daher diese binnen 12 1/2 Monat zu bewirkende Lieferung an Ort und Stelle hierher übernehmen will, wolle sein Offen mit Preisbestimmung unterdessen anher übermachen und das Weitere gewärtigen. Heidelberg, den 29. Aug. 1628, Großhcrzogl. Jrrcnhausverwaltung und Vez. Vauinspektion. Thierp. Dennig. Ackern. fGasthaus -Verst ei g eru ng.s Unterzeichneter ist gesonnen, den ib. des nächsten Monats September sein Gasthaus zum Ochsen dahier, nebst Scheuer, Garten, 1 Billard und erforderlichen Wirthschaftsgeräthschaften, unter annehmbaren Bedingungen öffentlich versteigern zu lassen; wobei die Steigerer über die Hinlanglichkeit des Vermögens sich gehörig auszuweisen haben. Ächern, den 5 i. Aug. 1828. Valentin Dernhinger, Sohn, Gastgeber zum Ochsen. Karlsruhe. fAu ffo rd exu n g.) Auf Verlange» dev 1440 Erben des verstorbenen Großherzogl. Geheimen Rath Herrn Chri, siian Friedrich Walz werden die etwaigen, Gläubiger desselben hierdurch aufgefordert, fich mit ihren Ansprüchen innerhalb drei Wochen bei diesseitiger Stelle zu melden, damit darauf bei der erfolgenden Erbtheilung Rücksicht genommen werden könne. Karlsruhe, den 28. Aug. 1626. Großherzogliches StadtamtSrevisorat. K e r l e r. Stocka ch. sPfandbuchs-Erneuerung.fi Da die von der höhcrn Behörde angcordnete Erneuerung des Unterpfandbuches von den Gemeinden Orsingen, Münchhöf und Mahlfpü- ren gegenwärtig vor sich geht, so fordert man, unter Bezug auf eine früher ergangene öffentliche Auflage alle diejenigen, welche bis jetzo ihre Pfandurkunden noch nicht vorgelegt haben, hiemit wiederholt aus, solche der Erneuerungs-Kommission den 17. September d. I. in Orsingen, Len 18. in Münchhöf, den rg. und 20. in Mahlspüren, um so gewisser in Original oder vidimirter Abschrift vorzule- gen, widrigens dieselben in den Stand der Nichteintragung zurückfallen, und die Ortsgerichte von jeder Gewährleistung entbunden werden. Stockach, den 23 . Augstst 1828. Großherzoglichcs Bezirksamt. Eckstein. Rastatt. fUnterpfandsbuch - Erneuerung.^ In Folge der von uns angeordnetcn Untcrpfandsbuch-Erncue- rung für die Gemeinde P l i t t e rs d 0 r f werden alle jene Gläubiger, welche innerhalb der Gemarkung Plittersdorf Pfandansprüche machen zu haben glauben, andurch aufzesordert, die hierüber besitzenden Urkunden den 28. und 26. September d. I. der Pfandbuchs-Renovations-Kommission im Ankcrwirthshause zu Plittersdorf cinzureichen. Jene Psandeinträge, worüber keine Urkunden cinkommen, werde» zwar aus dem alten in das neue Pfandbuch wörtlich übertragen werden; es haben aber die betreffenden Gläubiger die etwa hieraus entstehenden Rechtsnachtheile sich selbst beizumeffen. Rastatt, den 28. August 1628. Großhcrzogliches Oberamt. Müller. Karlsruhe. sSchulden-Liquidatlon.Z Durch Beschluß vom heutigen ist über das Vermögen des verlebten Bürgers und vormaligen Polizeidieners Martin Braun von Graben Gant erkannt, und Tagfahrt zur Schuldenliquida«, rion auf Dienstag, den 2. Okt l. I., Vormittags 8 Uhr, anbcrauml worden. Alle Gläubiger des genannten Falliten werden aufgefordert, bei dem unlcrzcichnctcn Amte auf obigen Lag und Stunde persönlich, oder durch gehörig Bevollmäch- jigte, ihre Forderungen resp. Vorzugsrechte, unter Vorlage der betreffenden Urkunden, richtig zu stellen , widrigenfalls dic- selben von der vorhandenen Masse ausgeschlossen werden. In gedachtem Termine wird auch über die Wahl des (lurstor unassae, so wie über die Gebühr desselben für die Verwaltung der Masse verhandelt, von dem weder selbst, noch durch Mandatare liquidirenden Gläubiger aber angenommen werden, daß er in dieser Hinsicht der Mehrzahl der Kreditoren beitrete. Karlsruhe, den 21. Aug -8-8. Großherzogliches Landamt. v. Fischer. Vär. Hausmann. Tau b er bi s ch 0 fs heim. fS ch ul den-L i q u i dati« n.fj Sammtli'che Gläubiger des MerdeS Spinner von Di'ttigheim werben zur Richtigstellung ihrer Forderungen, wie zum Nach, weis etwaigen Vorzug«, auf Dienstag, den 23 . Seht., bei Vermeidung des Masseausschluffes, andurch vorgeladen. Tauberbischofsheim, den 6. Aug. 1828. Großherzoglichcs Bezirksamt. D r e p e r. Tauberbischofsheim. fSchulden-Liquidativn.il Zur Richtigstellung der Schulden des Lorenz Eck von Bietigheim, wie zum Vorzugsstreit, werden dessen sämmtliche Gläubiger auf Dienstag, den 23 . Sept., bei Vermeidung des Masseausschlusses, andurch aufgerufen. Tauberbischofsheim, den 6. Aug. 1826. Großherzogliches Bezirksamt. D r e p e r. Offcnburg. fAufgehobene Mundtodt-Erklä- rung. j Die von dem vormaligen Großh. Vezirlsamt Appenweier unterm g. Fcbr. i 8>5 ausgesprochene Mundlodtmachung des Bürgers und Schuhmachcrmeisiers Franz Noll von Ebersweier ist durch Beschluß vom heutigen wieder aufgehoben worden; welches anmit zur öffentlichen Kcnntniß gebracht wird. Offenburg, den 24. Aug. 1828. Großherzoglichcs Oberamt. Orff. Beerfelden. fVerloren gegangene Schul d- und Pfandverschreibung, ij Eine von dem Ortsbürger Johann Georg L u d c b ü h l zu Rothenberg dem Karpfenwirth Knecht zu Eberbach untcr'm 16. Juli 1606 über vorgclichene 600 fl. ausgestellte Schuld - und Pfandverschreibung ist verloren gegangen. Da die Schuld längst abgetragen scvn soll, dieses aber im Hypothckcnbuche nicht gewahrt ist, so werden alle diejenigen, welche die bemerkte Obligation etwa in Händen haben, oder die darauf Ansprüche machen zu können glauben, hierdurch öffentlich aufzesordert, solche binnen 3 Monaten, a «lato, dahier um so gewiß zu produziren und ihre rechtlichen Ansprüche daran nachzuweiscn, als sie sonst nicht weiter damit gehört und die erwähnte Obligation für erloschen erklärt werden soll. Beerfelden, den ist. August 1628. Großherzogl. Hess. Gräfl. Erbacb-Furstenauisches Landgericht Frclcnstein. Wolf, Großherzoglicher Landrichter. ^ V I 8. ^ veirckro, eori'te sur parolieirrin rvulö, In AeuWo- eie et äosoente ilos anticzues rois cle Osulo, » present äonvmmeo la monsrekie stel'r-enco, äopuis 1 :> oreatiou 8 u moutle juslzu'au rößno ste steren II. eilt Io Ikon, e» iZZo; steui üreviairos mrinusorits, rolies; tres-kerru tour ä guillocüe» »reo outils ä manclies cl'ödvunez Iresu ot AraucI tour 00 I'sir nroo mscliioo ovale et 1^0 outils: petits tour» ü larcüer; ßraiiüo maclnuo s äiri- «or les cerelos; mioroscopo «olaire; ohamlrrss oliseu- res; eluis äe mstlremsü^ue z inaeliiuo ä trnvsiller Io« Serres; Krsnä dauo ü irrer töus los luetaux sveo ou- ßreusge, pi>-.ses et cirnz, lilieros äe tout oalibro; pe» tites tilioros simple» et stoublos et Iroaueoup cl'autros outils. 8 'särossor ruo moroiürv uo. rv, malso» Olo- liu ä Ltrssbourg. Verleger und Drucker: P. Macklot»