Karlsruher Zeitung. Nr. 276. Samstag, den 4. Oktober 1828. Baden. — Würtemkcrg. — Frankreich. — Großbritannien. — Preussen. (Berlin. Münster.) — Rußland. — Schweiz. — Tür- kei. — Verschiedener. Baden. Fverbürg, den 1. Okt. Gestern trafen Se. kön. Hoh. der Prinz Christian von Dänemark mit Gefolge, von Genf kommend, hier ein, und ftzten heute Ihre Reise nach Kopenhagen fort. Würtemberg. In einer von Sr. kbnigl. Maj. dem bisher am königk. Hofe beglaubigten kaiferl. russischen ausserordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister, wirklichen Geheimen Rath, Freihrn. vvn Anstett, den i. Oktober ertheilten Audienz hat derselbe die Ehre gehabt, Höchst- densclben sern Abberufungsschreibcn zu überreichen. Stuttgart, den 2. Oktober. Heute früh sind Ihre Herzogs. Durchlauchten die Prinzen Alexander und Peter von Holstein-Oldenburg, nach einem sechswöchentlichen Aufenthalte am königlichen Hofe, wieder von hier ab» gereist. Frankreich. Pariser Börse vom zo. Sept. Sprozent. konsol. 106 Fr. 55 Cent. — sproz. konsvl. 74 Fr. 35, 40 Cent. — Die Ministerialblätter wiederholen einen Artikel des Blattes "Freund der Religion und deS Königs«, worin es heißt: Es ist falsch , daß der Papst die Protestation der französischen Bischöfe gegen die Verordnungen der französischen Regierung in Betreff der kleinen Semi- narien mißbilligt hat. Vielmehr äuffert ein Schreiben des päpstlichen Kardinal Staatssekretärs: cs hege Se. Heil., ohne über den eigentlichen Grund der Sache entscheiden zu wollen, die Ansicht, daß die Bischöfe sich ruhig auf die anerkannte Frömmigkeit des Königs verlassen können. Die in Paris anwesenden Bischöfe haben hierauf über diese Erklärung berathschlagt, und waren einstimmig der Meinung, man müsse derselben bei« pflichten. Paris, den zo. Sept. Eine Stafette hat so eben neue Depeschen von dem Hrn. General Maisou überbracht; sie find vom 7. Sept. aus dem Lager von Peta- lidi datirt» Die Lage der Truppen war immer befriedig gend: man zählte im Spital nur 36 Kranke. Der Ober-General ließ am 6. alle bei Petalidr ge, mgerten Truppen durch die Musterung gehen. Ihre' Haltung war prächtig, und nach den eigenen Ausdrücken des Ober-Generals hätte man glauben sollen, einer Mm fi«ung auf den» Marsselde brrzuwohnen. Die Unterhandlungen, die Uebergabe der Festungen betreffend, dauern fort. Unterdessen hatte, nach neuern Nachrichten (vom 10. Sept.) vom Hrn. Admiral de Rig» ny, die Einschiffung der Aegyptier begonnen; da aber die Anzahl der vorhandenen Transportschiffe für die Truppen nicht hinreicht, so wird die Beendigung dieser Operation einigen Verzug erleiden Die Division erwartete, binnen wenigen Tagen nach Navarin zu marschiren. (Moniteur.) — Ein französisches Schiff ist zu Toulon eingelaufen, das Nachrichten aus Navarin bis zum >0. September überbrachte. An diesem Tage waren schon booo Aegyptier eingeschifft, und man erwartete nur die Ankunft von Fahrzeugen, um die Armee Ibrahims vollends einzu- sshiffen. (Gaz. de France.) — Man versichert, der H. Graf von la Fervnnays, Minister der auswärtigen Angelegenheiten, werde gegen den 15, Oktober aus den böhmischen Bädern nach Paris zurückkvmmen, um sein Portefeuille wieder zu übernehmen. — H. von Maubreuil, der den bekannten Prozeß mit dem Fürsten Talleyrand gehabt hat, befindet sich jezt irr seinem Gefängnisse in einem sehr unglücklichen Zustande der Gesundheit. Die Ouotidienne sagt: H.v. Maubreuil hat uns damals nicht geschont, doch das Gefühl der Menschlichkeit fordert uns auf, die Verwaltung auf seine traurige Lage aufmerksam zu machen. Troßbrttnnnien. London, den 29. Sept. Sir Robert Gordon, unser Minister in Brasilien , und H. Nugent, General- Konsul in Chili, sind gestern am Bord eines russischen Kriegsschiffes zu Portsmouth angekommen) sie hatten- Rio Janeiro am 5. August verlassen.- Die Kommissarien der Republik Duencs-Ayres, welche den Frieden unterhandeln sollen, wurden, als Sw R. Gordon abreiste,. jeden Augenblick zu Rio erwartet. Preussen. Se. Maj. der König hatten dem Hrn. Alexander v- Humboldt 25,000 Thaler angewiesen, um beider Zusammenkunft der Naturforscher und Acrzte die Honneurs zu machen. Ausserdem wurden dis Gelehrten auf kbnigl. Kosten gespeist, und konnten dabei noch Gäste mitbringen. Jeden Mittag speisten im neuen Cxerzierhause über Zoo Personen. Berlin, dm Ly. Sept. Der Kammer-Herr, ausser- 1610 ordentliche Gesandte u'nd bevollmächtigte Minister am kaiserl. östreichischen Hofe, Freihr. von Maltzahn, ist nach Wien abgereist. Münster, den 20. Sept. D-n von so vielen Sei« ten Sr. Exz. dem Hrn. General-Lientenant von Horn zu dessen Jubelfeste übersandten Ehrengeschenken hat die allerhöchste Gnade Ihrer Maj. der regierenden Kaiserin von Rußland, noch eines hinzugefügt. Es besteht in einer vortrefflich gearbeiteten Pendule, von einem Gehäuse aus dem, nur im russischen Reiche einheimischen, kostbaren Malachit umgeben. Die Bronzeverzierungen, kriegerische Attribute, ein Adler, welcher einen Drachen besiegt, und den Tag des Jubelfestes darstellend, bezeichnen die Veranlassung des Geschenkes. Das Kunstwerk, ein Produkt deö russischen Lodens und Fleißes, ist von einem aus Odessa daürten höchst gnädigen Schreiben Ihrer Maj. begleitet. Rußland. Odessa, den 1Z. Sept. Vorgestern, als an dem Namenstage Sr. kaiserl. Hoheit des Großfürsten Thronfolgers und dem Geburtstage der Großfüistin Olga Ni- kolajewna kaiserl. Hoheit, wurde ein Tedeum in der Kathedrale, in Gegenwart der bürgerlichen und Militärbehörden , gesungen. Abends war die Stadt erleuchtet. — Bis zum 6. Sept. sind in dem Hafen von Kronstadt 1092 Schiffe eingelaufen und yo6 Fahrzeuge von dort abgesegelt. — Die Tissiser Zeitung enthalt folgende Notiz über die lezthin von den russischen Truppen eingenommene Festung Gertwissy: Das Gebirge Tschildyr, welches einen Theil der PaschalikS KarS und Akhaltzikh durchschneidet, bildet keine förmliche Kette, sondern dehnt sich nach verschiedenen Richtungen aus; indessen erhebt cs sich doch beträchtlich über die Mceresfläche, wie man sowohl an den Schueelagen sehen kann, die an den hohem Stellen selbst während der größten Hize nicht wegschmelzcn, als auch an den reißenden Strömen, die auf dem Gipfel jener Berge entspringen, und wovon die Koura der bedeutendste ist. Der höchste Theil des Gebirges zwischen Kars und Achalkalaki befindet sich bei dem See Tschildyr, so Werste von der Festung dieses Namens. Hier trifft man die ersten Frühlingsblumen erst im Monat Juli, und wenige Tags verstreichen daselbst ohne dicke Nebel und plözliche mit Hagel untermischte Regengüsse. Am Fuße dieser Berge dehnt sich eine weite Ebene aus, in welcher die Bergströme sich mit den Bachen vereinigen, die aus dem See Taporowane kommen, und den Fluß dieses Namens bilden, welcher auf der einen Seite die Mauern der Festung Achalkalaki bespült, und seine Gewässer hier mit denen des Ghendara-Tschat vereinigt. Ans dem Gipfel des Tschrldyr und in der Ebene von Achalkalaki findet man keine Waldungen; aber weiter Hin nach der Gränze von Karthly zn, findet man Baume, die in den nördlicheren Gegenden gedeihen, als Bikken, Fichten u. dgl. An den Ufern des Koura und der Taporovane wachsen Bäume aus der gemäßigten Jone, als Pappeln, Nußbäume, Aprikosenbäume, Reben u. f. w. An der Stelle, wo diese beiden Flüsse sich vereinigen, liegt auf einem unzugänglichen Felsen die Festung Gertwissy, welche zu dem Paschalik Akhaltzikh gehört, und wo die Straßen nach Ardagan, Akhaltzikh und zwei Wege »ach Achalkalaki zusammenstoßen; von den beiden lezteru würde der auf dem rechten Ufer des Taporovane, obgleich er zwei Werste lang abschüssig hmuntersührt, weniger Reparaturen erfordern, als der andere, um ihn zum Transporte der Artillerie geeignet zu machen. Ueber die Koura und den Taporovane find vor der Festung selbst ziemlich dauerhafte Brücken geworfen; der lezte dieser Flüsse bietet überdieß mehrere Führten dar. Wie die Einwohner behaupten, ist die Stadt Gertwissy zur Zeit, als die Griechen noch die Herrschaft über Klein-Asien hatten, erbaut worden und sodann unter die der Georgier gekommen, wovon noch jezt eine alte Kirche zeugt, welche unter der Königin Tamar von Georgien aufgeführt und später in ein Magazin verwandelt worden ist. Vor etwa 500 Jahren öffnete die Festung ihre Thore den Türken, nachdem diese Akhaltzikh genommen hatten. Einer Volks-Ueberlieferung zufolge soll der Schach von Persien Takhmad-Kouli vor 150 Jahren die Festung vergeblich beschossen haben. Gertwissy hat nie mehr als 200 Mann Besazung gehabt; die Festungswerke bestehen aus der Festung und einer Zitadelle, welche, auf dem steilsten Punkte des Felsens erbaut, sich über die Festung bedeutend erhebt, und mit derselben mittelst zweier Schlupfthore in Verbindung steht, die sich am östlichen und südlichen Ende befinden. Die Zitadelle wird von vier großen Thürmen flankirt, von welchen drei Kasematten haben, und mit Geschüz be- sezt sind. Ausserdem hat sie noch fünf kleine halbrunde Lhürme mit Schießscharten für die Musketen. Die Mauern an der Südseite sind fast 20 Fuß hoch. Zur Vertheidigung des westlichen Thurms ist auf der Südseite der Zitadelle, auf dem Vorsprunge eines Felsens, eine kleine Steinmauer mit Schießscharten errichtet. Jin Innern der Zitadellebefinden sich sechs aus Holz gebaute, mithin nicht bombenfeste Proviant-Magazine. Die Festung ist von einer steinernen, 0 bis 10 Fuß hohen und 4 Fuß dicken, Mauer umgeben. Im Süden und Westen lehnen sich mit Schreßlöchern versehene Gebäude an die Mauer, welche von b runden Thürmen, die aber zu klein für Gcschüz sind, flankirt wird. Die Festung nimmt nur die Süd- und Westseite der Zitadelle ein. Sie hat zwei Thore, eine Moschee und 20 Häuser, von denen eins, dem geflohenen Naib angchdrig, sehr zu Kasernen für die Besazung geeignet ist. An der Nordseite sind, von der Zitadelle und der Festung aus, am Flusse Taporovane zwet aus Stein gewölbte Gänge angelegt worden, welche am Ufer in zwei Thürme aus- laufen. Dadurch kann die Besazung ohne Gefahr sich mit Wasser versorgen. Im Süden und Westen schließt sich an die Festung eine mit weiten Gärten umgebene Vorstadt mit Lo Häusern, einer Moschee, einer Synagoge , zwei Bädern--- einem Baz*p von etwa 30 Buden 1611 and 11 Mühlen am Taporovane an- Die Bevölkerung von Gertwissy, von 600 Einwohnern beider Geschlechter, besteht auS Türken, Georgiern, Armeniern und Juden. Diese Glaubenöverschiedenheit macht die Bewohner sehr tolerant, und man bemerkt bei ihnen weit weniger Fanatismus als sonst in der Türkei; sie zeichnen sich sogar durch eine gewisse Freundlichkeit aus. In militärischer Beziehung gewahrt die Festung Gertwissy der russischen Armee zwei wichtige Vortheile. Sie hat -erstlich die Verbindung zwischen den Festungen Akhaltzikh und Ardagane abgeschnitten, welche sich durch das Thal der Kura gegenseitig unterstüzen konnten. Die Türken werden jezt nicht mehr wagen, daS Feuer von Gertwissy zu passircn, und die andern Straßen sind durch tiefe Gräben sehr unwegsam gemacht. Seitdem wir das Thal der Kura beherrschen, beginnen die Einwohner dieser bevölkerten und fruchtbaren Ebene, welche der Krieg in die Berge verscheucht hatte, wieder m ihre Wohnungen zurückzukehren , das Getreide zu arnten und unfern Truppen zu verkaufen. Auf diese Weise können in Gertwissy und in einem Schlosse Aöpindje, ,2 Werste weiter unten an der Kura, Korn-Niederlagen und Mühlen errichtet werden, welche die Verproviantirung unserer Armee erleichtern. Schweiz. Die Großfürstin Helena ist am 2l. Scpt. wieder von Bern abgereiöt, nachdem sie die Stadt und ihre Umgegend gesehen hatte. I. k. H. geht nach Bienne, von wo sie nach der Insel Samt-Pierre und von dort nach Nenfchatel, Averdon, Lausanne und Genf sich begeben wird; von Genf reist sie nach Italien, um dort den Winter zuzubringen. Am 23. ist I. k, H. zu Lausanne ««gekommen. Türkei. Der Courrier de Smyrne vom 30. August enthält folgende Nachrichten aus Alexandrien vom 13. gedachten Monats: "Am Z. ist eine schwedische Eskadre, bestehend aus einer Fregatte, einer Korvette und einer Goelette, unter Kommando des Contre-Admiralö Fischerston, hier eingelaufen. "Ernsthafte Schwierigkeiten hatten sich in Bezug auf die Redaktion des Räumungs-Traktats erhoben, und man befürchtete einen Augcnbrck, daß die mündlich festge- sezten Stipulationen ganz und gar rückgängig gemacht werden dürften; allein durch die Bemühungen des englischen und des französischen Konsuls ist die Konvention «m y. um neun Uhr Abends definitiv unterzeichnet wor- den. Greift noch nichtöffentlich bekannt, mankcnntaber dl« Hauptbedmgung derselben, welche darin besteht, daß dr« gegenwärtig von den Truppen Ibrahim Pascha's be- sezten Festungen in den Händen der Türken bleiben, und aus vier Monate mit Lebensmitteln versehen werden solle«. Ausser 3000 Albanesern und 1500 morevtischen Türken, die einen Theil von Jbrahirn's Armee auömae chen, und in jenen Festungen vertheilt werben sollen, werden 1500 Araber zur Vervollständigung ihrer Gana- sonen zurückgelasscn werden, so daß PatraS, Navarin , Mvdon und Kvrvn ungefähr von üovu Mann besezt fern werden.« "Am 10. ließ der Vizekönig iho griechische Gefangene, die sich im Bagno befanden, in Freiheit sczen; sie wurden den Konsuln von England und Frankreich, welche beauftragt sind, für ihre Subsistenz zu sorgen, übergeben, und werden unverzüglich nach Griechenland ein- geschifft werden. "Seit mehreren Tagen arbeitet man ohne Unterlaß an Ausrüstung und Verproviantirung der Fahrzeuge, die zu den beiden Divisionen gehören, die unverzüglich ahgehen sollen. Die erste würde bereits gestern unter Segel gr- gangen seyn, wenn die drei Fregatten, eine deS Vizekönigs und zwei Konstantinopolitanische, die auf den Fahrwässcrn vor Anker liegen, hätten auslaufen können, um zu den andern Schiffen, welche ungefähr fünfzehn an der Zahl, bereits hinaus sind, zu stoßen. Sre nehmen die Masten und daS Takelwerk einer alten Fregatte mit, um das zu Navarin wieder flott gemachte Linienschiff hierher zu führen. Diese Division wird morgen abgehen. Die zweite soll aus Handelsfahrzeugen, die von der Regierung gemiethet sind, bestehen. Beide Divisionen werden unter Eskorte englischer,und französischer Kriegsschiffe segeln. Der Kapudana-Beg führt den Oberbefehl über diese Expedition. "Der Admiral Codrington ist feit zwei Tagen mit einem Theile seiner Division nach Navarin abgegan- gen, und wird sich dem Vernehmen zufolge mit dem Admiral de Rigny über die Masregeln in Bezug auf die Vollziehung des Räumungstraktates verständigen. "Die schwedische Division ist durch einen Brigg, der FrederikSvärc, welcher in zehn Tagen aus Malta gekommen war, verstärkt worden; sie wird binnen Kurzem unter Segel gehen. Aus Genna ist eine sardinische Schiffsabtheilung, aus einer Fregatte und einer Brigg bestehend, angelangt; sie hat einen Erzbischof, dernach^Pa- lästina bestimmt ist, an Lord. "Der englische Brigg Jasper, in zehn Tagen auS Malta kommend, hat am y. die Nachricht von Sir Pulteney-Malcolm'ö-Ankunft auf dieser Insel überbeacht.« Verschiedenes. "Ueber die Geschichte Rußlands nach Karamsin, von Professor Ritter I>r. Tappe.« Dieses Werk ist eine wirkliche Bereicherung der geschichtlichen Literatur und jezt ein wahrhaft europäisches Eigenthum geworden. Es enthält diese deutsche Bearbeitung nicht nur den wahren Geist der in Rußland höchst geachteten Urschrift, sondern auch einen seltenen Schaz von eigenen Forschungen und Zusäzen des gelehrten Herausgebers, und zwar in einer edlen Sprache und mit stylistischer Lebendigkeit vorgetra- gen, wodurch der Werth und die Brauchbarkeit dieses 1612 Werks noch um Vieles erhöht wird. Professor vr.Tap- pe's Verdienste um die russische Sprache und Literatur sind auch längst anerkannt, und sein Beruf zu dieser Arbeit, als eines mit den vielseitigsten linguistischen und geschichtlichen Kenntnissen ausgestatteten Gelehrten, war so entschieden, daß schwerlich ein anderer solche mit gleichem Erfolg unternehmen konnte. Es ist mit aller Wahrscheinlichkeit zu erwarten, daß bald eine Rücküber- ftzung der Tappe'schen Bearbeitung in's Russische er-» folgen dürfte. — In Lausanne hält sich gegenwärtig eine Frau auf, die ein merkwürdiges Beispiel von langem Leben darbietet. Sie heißt Elisabeth, geborne Thomas, und wurde getauft in der Pfarrei Villaroux, L Stunden von Cham- Leri, am 17. Dezember «714, ist also beinahe 114 Jahre alt. Sie war zweimal verheirathet, das zweitemal in einem Alter von 70 Jahren, mit einem gewissen Du- rieux, der 25 Jahre alt war, dessen Namen sie noch trägt, und mit dem sie 15 Jahre gelebt hat. Sie hat keine Kinder. In der Zwischenzeit von der ersten zur zweiten Ehe diente sie 7 Jahre als Läufer bei einem Prinzen zu Mailand, unter dem Namen Anton, weshalb sie auch «och bisweilen in ihrer Pfarrei Toinon genannt wird. Auch dieser beschwerliche Dienst veränderte ihre Gesundheit nicht. 'Wenn man dieselbesieht, halt mansie für «me Frau von 60 Jahren; das Alter hat sie nicht gekrümmt; sie ist lebhaft, munter und stark; sie ist eitel darauf, nie einen Arzt gebraucht zu haben, und weiß nicht was Krankheit ist; sie macht noch lange Fußreisen, und versichert, die Aerzte der kdnigl. Familie in Frankreich, der sie im Jahr 1827 vorgestellt wurde, hätten ihr gesagt, daß sie noch zo Jahre leben könnte. Sie nährt sich grbßtentheils von sehr süßem Kaffee, den sie überall sehr gern annimmt; sie ißt wenig Brod und gar kein -Fleisch, trinkt auch nur sehr wenig Wein. Auszug aus den Karlsruher Witterungs- Beobachtungen. 3 . Ott. Barometer Therm. Hygr. Wind. M. 7 27 A. 10,3 L. y,o G. 58 G. NO. M. 2 27 Z. 10,2 L. 11,7 G. 58 G. O. N. 9'4 27 Z. 10,2 L. 9,8 G. 60 G. O. L i t e r a r i s ch e A n z e i g «. So eben ist bei mir erschienen, und in allen Buch. Handlungen, in Karlsruhe bei CH. Th. GrooS und in Heidelberg bei Karl Gross zu erhalten: M ü ll n e r ' s dramatische Werke. Erste rechtmäßige, vollständige und vom Verfasser verbesserte Gesammtausgabe. Sieben Theile auf feinem geglätteten Velinpapier, mit 7 Titelvignetten. Klein 8. 117 Dogen. Subskriptionspreis 6 ff. ill kr. rh. 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